Bolzenauslasseinrichtung
Die Erfindung bezieht sich auf eine Bolzenauslasseinrichtung zur Zuführung von hintereinander angeordneten Bolzen oder Stiften mittels Blasluft durch einen
Kanal zu einem Bolzenschweißgerät, wobei die Bolzenauslasseinrichtung ein Lagerelement mit einer zum Kanal koaxialen Montageausnehmung zur Aufnahme einer Abführbuchse oder eines Zuführschlauchs aufweist. Mit Zuführschlauch ist hierbei der Förderschlauch für Bolzen zwischen der Bolzenauslass- Vorrichtung und dem Schweißwerkzeug definiert.
Als allgemein bekannter Stand der Technik sind bereits derartige Bolzenauslasseinrichtungen bekannt (EP 0 406 645 Bl). Diese können beispielsweise mit Sortiereinrichtungen versehen sein, welche jedoch zumeist so gestaltet sind, dass eine Gefährdung des Bedienpersonals vorliegt; sie sind außerdem nicht CE- konform.
Bei einer Zuführeinheit der eingangs genannten Art liegt beispielsweise immer dann eine Gefahrensituation vor, wenn ein Zuführschlauch oder eine Abführ- buchse aus einer Montagebohrung der Bolzenauslasseinrichtung entfernt und anschließend ein Bolzenfördervorgang absichtlich oder unabsichtlich ausgelöst wird. Der auf direktem Wege herausfliegende Schweißbolzen kann durch seine hohe kinetische Energie zu erheblichen körperlichen Schäden, vorrangig Augenverletzungen, führen.
Weiterhin ist eine Vorrichtung zum Zuführen von zu verarbeitenden Kleinteilen zu einem Verarbeitungsgerät, insbesondere Bolzenzuführvorrichtung für ein Bolzenschweißgerät bekannt (DE 195 32 937 Cl). Hier findet eine Messvor-
richtung zur Überwachung des ordnungsgemäßen Zustandes und/oder der korrekten Verbindung eines Verbindungselements mit einer Zuführeinheit und/oder einer Bolzenzuführvorrichtung für das Bolzenschweißgerät Anwendung. Bei dieser bekannten Konstruktion wird bereits die Aufgabe gelöst, eine Gefährdung von Bedienungspersonen auch dann auszuschließen, wenn der Schlauch bzw. das
Verbindungselement beschädigt oder vollkommen zerstört ist. Hier werden elektrische bzw. elektronische Mittel eingesetzt, um die vorgenannte Funktionssicherheit zu erfüllen.
Der vorliegenden Erfindung liegt entsprechend die Aufgabe zugrunde, eine einfach gestaltete, pneumatisch wirkende Konstruktion zu schaffen, welche die vorgenannte Gefahrenquelle effektiv ausschließt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass einer mit dem Kanal verbundenen Luftzuführleitung mindestens ein zu der Montageausnehmung führender, durch die Abführbuchse oder durch den Zufuhrschlauch endseitig verschließbarer Nebenkanal zugeordnet ist. Durch die Schaffung dieses Nebenkanals ergibt sich der Vorteil, dass bei offener Montageausnehmung die kinetische Energie der Blasluft nicht mehr auf einen im Kanal vorliegenden Schweißbolzen einwirkt, so dass dieser nicht aus diesem Kanal herausschießen kann, wodurch die vorgenannte Gefahrenquelle beseitigt ist.
In vorteilhafter Weiterbildung kann der Nebenkanal einen größeren Durchmesser als die Luftzuführleitung aufweisen. Erfindungsgemäß besteht darüber hinaus die Möglichkeit, dass die Luftzuführleitung und/oder der Nebenkanal von einem
Hauptkanal abzweigen. Hierbei kann im Lagerelement die Länge des Nebenkanals entweder größer oder kleiner als die der Luftzuführleitung sein.
Zusätzlich besteht die Möglichkeit, noch eine mechanische Ausblassperre in der Weise zuzufügen, dass endseitig des Kanals ein mechanisches Sperrelement angeordnet ist, welches in Sperrstellung in die Montageausnehmung ragt und in Offenstellung den Kanal freigibt. Das Sperrelement kann hierbei durch Aufnehmen bzw. Entfernen der Abführbuchse oder des Zuführschlauchs in die bzw. aus der Montageausnehmung aus der Offenstellung in die Sperrstellung und umgekehrt überführbar sein.
Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen näher beschrieben. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine schematische Vorderansicht eines Teils der Bolzenauslasseinrich- tung, teils gebrochen;
Fig. 2 einen Schnitt gemäß der Linie II-II in Fig. 1 vor dem Einsetzen einer Abführbuchse;
Fig. 3 einen Schnitt analog Fig. 2 gemäß einer anderen Ausführungsform der
Erfindung;
Fig. 4 eine weitere Ausführungsmöglichkeit der Erfindung analog den vorgenannten Schnitten mit Einsatz eines zusätzlichen mechanischen Sperr- elements in Schließstellung.
In den Fig. 1 und 2 ist in einer ersten Ausführungsform ein Teil einer Bolzenauslasseinrichtung zur Zuführung von hintereinander angeordneten Bolzen oder
Stiften mittels Blasluft durch einen Kanal 2 zu einem Bolzenschweißgerät dargestellt. Hierbei weist die Bolzenauslasseinrichtung ein Lagerelement 1 mit einer zum Kanal 2 koaxialen Montageausnehmung 3 zur Aufnahme einer in Fig. 2 dargestellten Abführbuchse 10 oder eines Zuführschlauchs auf.
Der Zuführschlauch ist hierbei der Förderschlauch für Bolzen zwischen der Bolzenauslasseinrichtung und einem nicht näher dargestellten Schweißwerkzeug.
Mit dem Kanal 2 ist eine Luftzuführleitung 12 verbunden, welcher ein Nebenka- nal 14 zugeordnet ist. Dieser Nebenkanal 14 führt nach Fig. 1 und 2 zu der
Montageausnehmung 3 und ist darüber hinaus durch die Ab ührbuchse 10 oder durch den Zufuhrschlauch endseitig verschließbar. Vorteilhafterweise weist hierbei der Nebenkanal 14 einen größeren Durchmesser als die Luftzuführleitung 12 auf. Diese Luftzuführleitung 12 und/oder der Nebenkanal 14 zweigen von einem Hauptkanal 20 nach Fig. 2 ab. In der in Fig. 2 dargestellten Position liegt die
Montageausnehmung 3 frei, so dass der Hauptteil des von einer nicht mehr dargestellten Quelle kommenden Blasluftstroms B über den Kanal 14 und die Montageausnehmung 3 ins Freie tritt und damit einem nicht näher dargestellten, in dem Kanal 2 befindlichen Bolzen keine kinetische Energie verleiht; dieser Bol- zen kann daher nicht in gefährlicher Weise aus dem Kanal 2 herausschießen und zu Verletzungen führen.
Bei der in Fig. 1 und 2 dargestellten Lösung ist im Lagerelement 1 die Länge des Nebenkanals 14 größer als die der Luftzuführleitung 12. Nach Fig. 3 besteht auch die Möglichkeit, dass die Luftzuführleitung 12' im oberen Bereich des Nebenkanals angeordnet ist und zumindest teilweise über ihre Länge zur Montageausnehmung 3 frei liegt. Hier ist im Lagerelement 1 die Länge des Nebenkanals 14' kleiner als die der Luftzuführleitung 12'.
Bei den vorgenannten Ausführungs formen kann die Luftzuführleitung 12 oder 12' parallel oder schräg zu der Längsachse der Montageausnehmung 3 verlaufen. In jedem Fall ist sicherzustellen, dass der Strömungswiderstand innerhalb des Nebenkanals 14 bzw. 14' erheblich geringer als der der Luftzuführleitung 12 bzw. 12' ist, um bei offener Montageausnehmung 3 keine hohe kinetische Energie auf einen im Kanal 2 befindlichen Bolzen wirken zu lassen.
Gemäß Fig. 4 besteht auch die Möglichkeit, diese vorgenannte pneumatische Ausblassperre mit einer mechanischen Ausblassperre zu kombinieren: In diesem
Fall ist endseitig des Kanals 2 ein mechanisches Sperrelement 22 angeordnet, welches in Sperrstellung S in die Montageausnehmung 3 ragt. In Offenstellung wird der Kanal 2 freigegeben.
Das Sperrelement 22 ist durch Einlagern bzw. Entfernen der Abführbuchse 10 oder des Zuführschlauchs in die bzw. aus der Montageausnehmung 3 aus der gestrichelt dargestellten Offenstellung in die Sperrstellung S und umgekehrt überführbar. Vorteilhafterweise besitzt das Lagerelement 1 eine Aufnahmenut 25 zum Einlagern des Sperrelements 22 in der Offenstellung, d. h. in der Lage, in welcher die Abführbuchse 10 oder der Zuführschlauch in der Montageausnehmung 3 eingelagert und darin arretiert ist.
Das Sperrelement 22 kann als Feder ausgebildet sein, welche sich bei freier Montageausnehmung 3 selbsttätig aus der Offenstellung in die Sperrstellung bewegt und zwar infolge der Federkraft. Diese Feder kann stirnseitig des Lager- lements 1 über eine Lagerstelle 35 an einem Halter 30 befestigt sein.
Insgesamt ergibt sich eine pneumatische oder einer pneumatisch-mechanische Ausblassperre, welche sicherstellt, dass ein im Kanal 2 befindlicher Bolzen 40 nicht in unerwünschter Weise herausschießen kann. Die Erfindung ist sowohl bei Rotorvereinzeinern als auch bei anderen bereits in der Praxis befindlichen Kostruktionen einsetzbar.