Scheibenwischer
Stand der Technik
Die Erfindung geht von einem Scheibenwischer nach dem Oberbe- griff des Anspruchs 1 aus.
Bekannte Scheibenwischer besitzen einen Wischarm, der aus einem Befestigungsteil und einem über ein Abklappgelenk daran angelenkten Gelenkteil mit einer Wischstange und einem Wischblatt aufgebaut ist. Der Wischarm ist mit seinem Befestigungsteil auf einer Antriebswelle befestigt und wird während der Wischbewegung von dieser angetrieben.
In Verbindung mit Scheibenwischern werden in der Regel Schei- benwaschanlagen verwendet. Sie werden betätigt, wenn die Feuchtigkeit durch Niederschläge nicht ausreicht, um die Fahrzeugscheibe zu säubern. Sie beinhalten einen Wasserbehälter, Spritzdüsen und eine Pumpe, die Wasser, dem unter Umständen Reinigungs- und Antigefriermittel beigemischt sind, mit Druck aus dem Wasserbehälter zu den Spritzdüsen fördert. In der Regel sind die Spritzdüsen an einem Teil einer Fahrzeugkarosserie befestigt, beispielsweise an einer Motorhaube, einem Fensterrahmen oder dgl .
Es ist aus der DE 198 15 171 AI bekannt, Spritzdüsen als zusätzliche Bauteile am Wischblatt zu befestigen und somit das Waschwasser direkt mit kurzer Strahllänge auf dem Wischfeld zu verteilen. Da das Waschwasser auf einen Bereich in der Nähe des Wischblatts konzentriert ist und durch die Wischbewegung in kürzester Zeit wieder abgewischt wird, ist die Sicht durch das aufgebrachte Waschwasser nur kurzzeitig behindert. Ein Nachteil solcher Systeme ist, daß Witterungsein- flüsse, insbesondere Hagel und extreme Sonneneinwirkung die flexiblen Teile dieser Anordnung, die zum überbrücken der gelenkigen Bereiche zwischen Wischarm und Wischblatt notwendig sind, negativ beeinflussen.
Ferner ist aus der FR 2 646 801 AI ein Wischarm bekanntr des- sen einstückiger Wischarm Spritzdüsen aufweist. Diese werden durch Öffnungen gebildet, die in Längsrichtung an der zur Fahrzeugscheibe weisenden Seite des Wischarms angeordnet sind. Um die Spritzdüsen mit Waschwasser zu versorgen, weist der Wischarm einen zentralen Wasserkanal auf, der im Bereich einer Antriebswelle an einen weiterführenden zentralen Wasserkanal in der Antriebswelle angeschlossen ist.
In einer älteren Patentanmeldung DE 199 04 927.0 ist eine Abdeckkappe beschrieben, die mit einer Antriebswelle drehfest verbunden ist und mindestens eine Spritzdüse aufweist. Die
Abdeckkappe ist aus Kunststoff gefertigt, wobei die Spritzdüse in der Abdeckkappe integriert ist. Das Waschwasser wird über einen zentralen Wasserkanal in der Antriebswelle zugeführt. Um die Abdeckkappe mit der Spritzdüse schnell und ein- fach an die Wasserleitung anzuschließen, besitzt die An- • triebswelle an ihrem freien Ende eine Steckverbindung. Diese ist kugelförmig ausgebildet, so dass die Abdeckkappe einfach auf dem Befestigungsteil grob ausgerichtet und mit diesem
drehfest verbunden werden kann. Zudem ist die Abdeckkappe formschlüssig auf eine Schraubenmutter zum Befestigen des Befestigungsteils auf der Antriebswelle geklipst. Vorzugsweise wird die Abdeckkappe und die integrierte Spritzdüse so ausgerichtet, dass der Wasserstrahl in Startrichtung vor dem Wischarm auf das Wischfeld trifft. Da das Waschwasser in Spritzrichtung auf dem Wischfeld weiter fließt, sollte der Auftreffpunkt zweckmäßigerweise in der Nähe des Innenkreises des Wischblatts liegen.
Ferner ist bei Scheibenwischern bekannt, das Waschwasser durch eine hohle Antriebswelle zu einer feststehenden Spritzdüse zu führen. Dabei uss der Düsenkörper gegenüber einer Aufnahmebohrung in der Antriebswelle abgedichtet werden. Da sich die abzudichtenden Teile relativ zueinander drehen, werden die Dichtelemente schnell verschlissen. Es kommt zu Leckagen und der Spritzstrahl wird beeinträchtigt.
Vorteile der Erfindung
Nach der Erfindung ist an einer Antriebswelle in dem zentralen Wasserkanal ein Düsenkörper mit einem zylindrischen Ansatz drehfest und dichtend eingesetzt, der in einem nach au- ßen über den Wischarm herausragenden Teil mindestens eine
Spritzdüse aufweist und eine Verbindungsbohrung zum zentralen Wasserkanal hat. Da sich der Düsenkörper nicht relativ zur Antriebswelle dreht, verschleißen seine Dichtelemente nicht und es kann mit einfachen Mitteln eine dauerhafte und sichere Abdichtung gewährleistet werden. Außerdem kann für die nicht unmittelbar mit dem Waschwasser in Verbindung stehenden Flächen ein weniger korrosionsbeständiger und billigerer Oberflächenschutz, der keinem mechanischen Verschleiß unterliegt,
verwendet werden, beispielsweise galvanisch aufgebrachtes Nickel statt Überzüge durch Nitrocarburieren.
Der Düsenkörper selbst kann zweckmäßigerweise korrosionsbe- ständig aus Kunststoff hergestellt werden. Er reicht mit seinem zylindrischen Ansatz relativ lang in den zentralen Wasserkanal der Antriebswelle hinein und schützt somit das Innere der Antriebswelle. Am zylindrischen Ansatz des Düsenkörpers können in Längsrichtung weitere Bünde angeformt sein, deren Außendurchmesser zum freien Ende des Ansatzes hin gestaffelt abnehmen. Dadurch wird einerseits eine sichere Abdichtung erreicht, indem der Anpressdruck der Bünde nach außen zunimmt, und andererseits die Montage des Düsenkörpers erleichtert, weil der Düsenkörper zunächst mit einer geringe- ren Kraft in den zentralen Wasserkanal der Antriebswelle eingesetzt und ausgerichtet werden kann, bevor er in seiner Endlage fixiert wird. Zum Begrenzen des axialen Verschiebewegs besitzt der Düsenkörper am Ende des zylindrischen Absatzes einen Absatz, mit dem er im montierten Zustand an der Stirn- seite der Antriebswelle anliegt und so eine definierte axiale Lage zum Wischarm erhält.
Der Düsenkörper weist eine einfache, leicht zu fertigende Form auf. Er wird vorzugsweise mit einem Kunststoffspxitzver- fahren hergestellt, wobei ein zentraler Wasserkanal und der
Kugelsitz für eine bzw. mehrere Spritzdüsen auf einfache Weise ausgeformt werden können. Die Spritzdüse besitzt eine entsprechende kugelförmige Außenkontur und wird im Kugelsitz des Düsenkörpers gehalten. Durch das Verdrehen der Spritzdüse im Kugelsitz kann der Spritzstrahl jederzeit genau justiert werden. Aus optischen und strömungstechnischen Gründen ist die Spritzdüse in die Oberfläche des Düsenkörpers eingelassen.
Zeichnung
Weitere Vorteile ergeben sich aus der folgenden Zeichnungsbeschreibung. In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Die Zeichnung, die Beschreibung und die Ansprüche enthalten zahlreiche Merkmale in Kombination. Der Fachmann wird die Merkmale zweckmäßigerweise auch einzeln betrachten und zu sinnvollen weiteren Kombinationen zusammenfassen.
Es zeigen:
Fig. 1 einen Teilschnitt durch ein Wischerlager mit einer hohlen Antriebswelle und einem Düsenkör- per und
Fig. 2 eine Variante zu Fig. 1.
Beschreibung des Ausführungsbeispiels
In einem Wischerlager 10 eines Scheibenwischers ist in einem Lagergehäuse 12 über Lagerbüchsen 14 eine Antriebswelle 16 gelagert. Diese ragt mit ihrem freien Ende aus dem Lagergehäuse 12 und besitzt einen Konus 50, auf dem mittels einer Schraubenmutter, die auf einen Gewindeansatz 48 geschraubt wird, ein nicht näher dargestelltes Befestigungsteil eines Wischarms befestigt wird (Fig. 1) .
Die Antriebswelle 16 weist einen zentralen, in Längsrichtung 52 verlaufenden Wasserkanal 24 auf, in dessen nach außen weisenden Ende ein zylindrischer Ansatz 22 eines Düsenkörpers 18 einer Scheibenwaschanlage eingesetzt ist. Der zylindrische Ansatz 22 besitzt mehrere angeformte Bünde 28, 30, 32, 34 und
36, die mit Abstand zueinander- in Längsrichtung 52 angeordnet sind und dichtend an der Wand des Wasserkanals 24 anliegen. Die Außendurchmesser der Bünde 28 bis 36 nehmen in Längsrichtung 52 zum freien Ende des zylindrischen Ansatzes 22 ab, so dass sich eine nach außen zunehmende Anpresskraft ergibt.
Dadurch wird zu Beginn der Montage das Einsetzen und Ausrichten des Düsenkörpers 18 erleichtert, während gegen Ende der Montage durch einen festeren Presssitz die Position gesichert wird. Ein Absatz 46 zwischen dem zylindrischen Ansatz 22 und dem aus der Antriebswelle 16 herausragende Teil 38 des Düsenkörpers 18, der an der Stirnseite der Antriebswelle 16 anliegt, begrenzt den axialen Montageweg. Der zentrale Wasserkanal 24 besitzt im Bereich des freien Endes der Antriebswelle 16 einen Vorsprung 58, der im montierten Zustand des Dü- senkörpers 18 zwischen die beiden äußeren Bünde 28 und 30 eingreift und als Abzugssicherung dient.
Im herausragenden Teil 38 des Düsenkörpers 18 sind ein oder mehrere (Fig. 2) Spritzdüsen 20 angeordnet, die über einen Verbindungskanal 26 mit einer Öffnung 42 im Düsenkörper 18 an den zentralen Wasserkanal 24 in der Antriebswelle 16 angeschlossen sind. Dabei ist eine Spritzöffnung 44 der Spritzdüse 20 über einen Spritzkanal 40 mit dem Verbindungskanal 26 verbunden. In der Spritzdüse 20 kann ein nicht näher darge- stelltes Rückschlagventil integriert sein, so dass die Wasserkanäle 24, 26 nicht leer laufen und Waschwasser erst bei einem vorgegebenen Druck austritt.
Die Spritzdüse 20 ist einstellbar in einem Kugelsitz 54 gela- gert, so dass ein Spritzstrahl 56 optimal auf ein nicht dargestelltes Wischfeld des Scheibenwischers ausgerichtet werden kann. Zudem dreht sich die Spritzdüse 20 mit der Schwenkbewegung der Antriebswelle 16, so dass der Spritzstrahl 56 einen
großen Teil des Wischfelds erfasst. Vorteilhafterweise ist der Spritzstrahl 56 auf die Startseite des Wischblatts ausgerichtet, damit ein .Wischblatt gleich zu Beginn des Wischvorgangs ein benetztes Wischfeld vorfindet. Durch den zentralen Wasserkanal 24 ergibt sich für die Antriebswelle 16 ein relativ großer Außendurchmesser, ohne dass sich deren Gewicht wesentlich erhöht. Dementsprechend kann auch ein Gewindeansatz 48 am Wellenende vergrößert werden, der zum Befestigen des Wischarms am Wischerlager 10 dient, so dass dieser kritische Bereich . idealerweise verstärkt wird und der Gewindeansatz 48 eine höhere Abreißfestigkeit aufweist. Durch die erfindungsgemäße Wasserführung und Anordnung der Spritzdüse 20 ergibt sich eine einfache, betriebssichere und wirksame Scheibenwaschanlage mit einem guten optischen Ein- druck und mit einer gegen Witterungseinflüsse, insbesondere gegen kalten Fahrtwind, geschützten Wasserleitung 24, 26.