Beschreibung
Verfahren zum Sortieren von Sendungen auf automatischen Sortiereinrichtungen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Sortieren von Sendungen auf automatischen Sortiereinrichtungen nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Bei den Postdiensten erfolgt die Verteilung der Sendungen aufgeteilt in Verteilgebiete. Jedes Verteilgebiet besitzt ein VerteilZentrum, in dem die Sendungen auf die benötigte Sortiertiefe bis zur Verteilreihenfolge für einen Zusteller sortiert werden. Die von den Kunden erstmals eingehenden Sendun- gen werden im VerteilZentrum zuerst gelesen, nach Verteilge- bieten sortiert und dann zu den Verteilzentren der betreffenden Verteilgebiete versandt oder bei den Sendungen, die nur innerhalb dieses VerteilZentrums verteilt werden müssen, auf die benötigte Sortiertiefe feinsortiert.
Anhand der FIG 1 und 2 wird dieser Ablauf gemäß dem Stand der Technik näher erläutert. Die eingehenden Sendungen, z.B. Briefe, Großbriefe, Zeitschriften u.a., werden in einer oder mehreren Sortiereinrichtungen vorsortiert auf die verschiede- nen Verteilgebiete 1. Dazu wird online die Adresse gelesen, als erstes mit einem automatischen OCR-Leser und wenn notwendig mit Hilfe der Online-Videokodierung. Dabei muss natürlich zumindest der das Verteilgebiet kennzeichnende Teil der Adresse (Postkode bzw. Postleitzahl) eindeutig gelesen wer- den 2. Ist das nicht der Fall, so wird eine Identifikation (ID-Tag) aufgebracht (als Aufkleber oder direkt aufgedruckt) und die Sendung wird in ein spezielles Sortierfach (Refeed- Fach) sortiert 3. Diese Sendungen werden dann offline- videokodiert 4, ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend, wird nochmals videokodiert. Anschließend werden die Sendungen in einem zusätzlichen Lauf vorsortiert 1.
Bei den auf die Verteilgebiete sortierbaren Sendungen wird dann überprüft, ob die Adresse für die erforderliche Sortiertiefe, z.B. bis zur Gangfolge des Zustellers, vollständig gelesen wurde 5. Wenn ja, werden die Sendungen in ein oder meh- rere Sortierfächer für das entsprechende Verteilgebiet abgelegt 6. Wenn nein, erhält die Sendung eine Identifikation, falls sie noch keine aufweist, und wird ebenfalls in diesem Sortierfach abgelegt. Bevor die Sendungen aus diesem Sortierfach einer Feinsortie- rung gemäß der geforderten Sortiertiefe unterzogen werden, müssen die unvollständig gelesenen Sendungen mit den ID-Tags off1ine-videokodiert werden, d.h. zum Videokodieren ist insbesondere bei den Sendungen, die in diesem Verteilgebiet verbleiben, wenig Zeit vorhanden, so dass die Anzahl der Vi- deokodierplätze erhöht werden muss.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemäßes Sortierverfahren zu schaffen, bei dem die zum Offline-Videokodieren vor dem Feinsortieren zur Verfügung ste- hende Zeitspanne vergrößert wird.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe entsprechend der Merkmale des Anspruches 1 gelöst.
Die zusätzliche Zeit zum Videokodieren wird erhalten, indem die Sendungen bei der Vorsortierung nach den Verteilgebieten für jedes Verteilgebiet in Endstellen, z.B. Sortierfächer, für schon vollständig gelesene Sendungen und in Endstellen für unvollständig gelesene Sendungen sortiert werden und nicht wie bisher vollständig und unvollständig gelesene Sendungen gemischt. Dadurch ist es möglich, sofort die vollständig gelesenen (OCR-gelesen und/oder online-videokodiert) Sendungen fein zu sortieren und diese Zeit zum Offline-Videokodieren der unvollständig gelesenen Sendungen zu nutzen.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen dargestellt.
So ist es vorteilhaft, die vorsortierten Sendungen unterteilt in vollständig gelesene und unvollständig gelesene Sendungen an die Verteilzentren jener Verteilgebiete zu transportieren, bei denen die Transportzeit kleiner als die Zeitperiode für die Feinsortierung ihrer lokalen, vollständig gelesenen Sendungen ist. In jedem Verteilzentrum wird dann die Feinsortierung der offline zu videokodierenden, unvollständig gelesenen Sendungen erst nach der Feinsortierung aller separat über- sandten, vollständig gelesenen Sendungen durchgeführt. Dadurch wird ein weiterer zusätzlicher Zeitgewinn für das Offline-Videokodieren erzielt.
Vorteilhaft ist es auch, die Feinsortierung nacheinander auf gleichen Sortiereinrichtungen durchzuführen, um die Anzahl der Sortiereinrichtungen möglich gering zu halten.
Um die Sortierprozesse in möglichst kurzer Zeit zu realisieren, ist es vorteilhaft, die Feinsortierung auf unterschied- liehen Sortiereinrichtungen parallel durchzuführen.
Um zusätzliche Zeit zum Offline-Videokodieren direkt vor dem Feinsortieren zu erhalten, werden bei parallelen Prozessen, d.h. Feinsortierung erfolgt auf unterschiedlichen Sortierein- richtungen, die für einen jeweils zweiten Vorsortierlauf/Refeed-Lauf vollständig videokodierten, lokalen Sendungen vorteilhaft direkt der Feinsortierung durchgeführt.
Anschließend wird die Erfindung in einem Ausführungsbeispiel anhand der Zeichnung näher erläutert.
Dabei zeigen
FIG 1 ein Flussdiagramm eines gattungsgemäßen Sortierverfahrens mit Vor- und Feinsortierung und Offline-Videokodierung nach dem Stand der
Technik,
FIG 2 eine schematische Darstellung einer Sortiereinrichtung zum Vorsortieren mit Sortierfächern nach dem Stand der Technik,
FIG 3 ein Flussdiagramm eines gattungs- und erfindungsgemäßen Sortierverfahrens mit Vor- und Feinsortierung und Offline-Video-Kodierung,
FIG 4 eine schematische Darstellung einer Sortier- einrichtung zum Vorsortieren mit einer Aufteilung der Sortierfächer für jeweils ein Verteilgebiet,
FIG 5a einen Zeitablauf bei sequentieller Feinsor- tierung auf gleichen Sortiereinrichtungen,
FIG 5b einen Zeitablauf bei paralleler Feinsortierung auf unterschiedlichen Sortiereinrichtungen.
Die FIG 1 und 2 wurden bereits beim Stand der Technik erläutert.
Gemäß der FIG 3 werden bei dem erfindungsgemäßen Verfahren die eingehenden Sendungen ebenfalls in einer oder mehreren
Sortiereinrichtungen auf die verschiedenen Verteilgebiete vorsortiert 1. Dazu wird nach der Vereinzelung von jeder Sendung die Adresse gelesen. Dies erfolgt mit einem automatischen OCR-Leser und, falls dieser nicht erfolgreich ist, un- ter Zuhilfenahme einer Online-Videokodierung, bei welcher nur der für die Sortierung auf die Verteilgebiete notwendige Adressteil (Postleitzahl, Postkode) videokodiert wird.
Konnte dieser Adressteil nicht korrekt ermittelt werden 2, so erhält die Sendung eine Identifikation (ID-Tag) und sie wird in ein spezielles Sortierfach (Refeed-Fach) sortiert 3. Diese Sendungen werden dann offline videokodiert 4, bei Bedarf mit
Wiederholungsschleife. Danach werden diese Sendungen in einem zusätzlichen Lauf vorsortiert. Bei den auf die Verteilgebiete sortierbaren Sendungen wird dann überprüft, ob die Adresse für die erforderliche Sortiertiefe beim Feinsortieren voll- ständig und eindeutig gelesen und als Barkode aufgebracht wurde 5.
Ist das der Fall, so werden die Sendungen in Fächer als Endstellen für vollständig und eindeutig gelesene Sendungen der ermittelten Verteilgebiete sortiert 11. Sowie genug Sendungen einsortiert wurden, werden sie aus den Sortierfächern entnommen (automatisch oder manuell) und der Feinsortierung zugeführt .
Wurden die Adressen nicht vollständig gelesen, wird als nächstes überprüft, ob die Sendungen schon einen ID-Tag be- sitzen. Wenn ja, werden sie in Fächer für unvollständig
(teilkodiert) gelesene Sendungen der ermittelten Verteilgebiete sortiert 12.
Ist ein ID-Tag nicht vorhanden, so wird dieser vorher noch auf die Sendung aufgebracht 9. Anschließend erfolgt die Off- 1ine-Kodierung zum vollständigen Lesen der Adresse mit Aufbringen eines Barkodes mit der Adresse in kodierter Form. Für diese Offline-Videokodierung wird die Zeitspanne, in der schon die vollständig gelesenen Sendungen für dieses Verteilgebiet feinsortiert werden, zusätzlich genutzt. Damit können Videokodierplätze eingespart werden. Dieser Effekt ist am größten bei den zu kodierenden Sendungen für das lokale Verteilgebiet, da hier keine wesentliche Transportzeit (Transport der Sendungen zwischen den Verteilzentren) zum Videokodieren genutzt werden kann. Anschließend werden diese Sendun- gen ebenfalls zur Feinsortierung bereitgestellt 13.
In der FIG 4 ist schematisch dargestellt, dass in einer Sortiereinrichtung 20 für jedes Verteilgebiet 1-n die Endstellen (Fächer) 21 in Endstellen für Sendungen mit vollständig gele- senen Adressen 21a und in Endstellen für Sendungen mit vollständig gelesenen Adressen 21b unterteilt sind.
In den FIG 5a und 5b ist anschaulich das Prinzip des zusätzlichen Zeitgewinns für das Offline-Videokodieren der vollständigen Adresse dargestellt.
Dabei bedeuten vks x = vollständig kodierte Sendung für Verteilgebiet x tks x = teil kodierte Sendung für Verteilgebiet x T1/T2 = verfügbare Zeit für die Offline-Videokodierung bei nicht nach vks und tks getrennten Sendungen
Tl*/T2* = gesamte verfügbare Zeit für die Offline- Videokodierung bei getrennten vks/tks- Sendungsanteilen T1+/T2+ = zusätzliche Zeit für die Offline-Videokodierung bei getrennten vks/tks-Sendungsanteilen
FIG 5a zeigt den Zeitablauf bei der Vor- und Feinsortierung von lokalen Sendungen, d.h. von Sendungen aus dem Bereich des Verteil (Sortier) -Zentrums, deren Empfängeradressen ebenfalls in den Bereich dieses Verteilzentrums fallen. Die Vorsortierung wird auf 1 bis x Sortiereinrichtungen parallel durchgeführt, die anschließende Feinsortierung auf gleichen Sortiereinrichtungen nacheinander.
In FIG 5b ist der Zeitablauf bei paralleler Feinsortierung auf unterschiedlichen Sortiereinrichtungen dargestellt. Wie zu erkennen, ist hierbei der größte prozentuale Zeitgewinn zu verzeichnen.
Kommen noch getrennt übersandte, vollständig gelesene, fein zu sortierende Sendungen von anderen Verteilzentren hinzu, bei denen die Transportzeiten geringer als die Zeiten zum Feinsortieren der lokalen vollständig gelesenen Sendungen sind, so werden diese Sendungen auch noch vor den offline zu kodierende Sendungen feinsortiert. Dadurch vergrößert sich die zum Offline-Videokodieren zur Verfügung stehende Zeit nochmals .