Kraftstoffinjektor-Schaltventil zur Druckentlastung/Belastung eines Steuerraumes
Technisches Gebiet
Bei Kraftstoffeinspritzsystemen für luftverdichtende Verbrennungskraftmaschinen werden heute Einspritzsysteme mit Hochdrucksammeiräumen (Common Rail) eingesetzt, um wäh- rend den Einspritzungen ein gleichmäßiges, pulsationsfreies Einspritzdruckniveau zu gewährleisten. Den Zylindern einer luftverdichtenden Verbrennungskraftmaschine sind jeweils Kraftstoffinjektoren zugeordnet, über die der Kraftstoff in die Brennräume einer Verbrennungskraftmaschine eingespritzt wird. Der Einspritzverlauf hängt bei den Einspritzvorgängen u.a. von der Geschwindigkeit ab, mit welcher die Düsennadel im Gehäuse des Kraftstoffϊnjektors die Einspritzdüse öffnet bzw. verschließt. Vom Verlauf der Einspritzung in den Brennraum ist die Abgaszusammensetzung der Verbrennungskraftmaschine zum Beispiel hinsichtlich der HC-Emissionen in hohem Maße abhängig.
Stand der Technik
DE 199 10 589 AI betrifft ein Einspritzventil für eine Brennkraftmaschine. Ein Servoventil weist ein bewegliches Ventilelement auf, an dem ein Drosselelement in Kraftstofffließ- richtung zur Einspritzdüse ausgebildet ist. Das Drosselelement dient der Beeinflussung der Anfangsphase der Einspritzung und weist ferner einen kolbenförmigen Ansatz über einer Nut auf, der in der Hauptphase der Einspritzung aus einer Bohrung austaucht und danach einen direkten Weg für den Kraftstoff unter Umgehung Drossel freigibt. Mittels dieser Lösung soll in der Anfangsphase der Einspritzung eine gedrosselte Verbindung zur Einspritzdüse des Einspritzsystems hergestellt werden. Im weiteren Verlauf des Einspritzvorganges wird, wenn sich das Servoventil weiter öffnet, unter Umgehung der anfänglich wirksamen Drossel eine direkte Verbindung zur Einspritzdüse aufgebaut.
US 5,460,329 bezieht sich auf einen Kraftstoffinjektor mit druckverstärkender Übersetzung. Dabei gelangt der Kraftstoff über ein als Schieberventil ausgestaltetes elektromagnetisches Steuerventil zu dem Druckverstärker im Injektor. Über die elektromagnetische An- steuerung des Steuerventils wird zu festgelegten Zeiten bzw. Kurbelwellenwinkeln der Kraftstoff vom Druckverstärker unter hohen Druck gesetzt. Der unter hohen Druck gesetzte Kraftstoff bewirkt ein Abheben der Ventilnadel des Injektors von ihrem Sitz. Dadurch ist der Weg für den Kraftstoff zur Einspritzdüse des Injektors freigegeben. DE 199 08 418 Cl bezieht sich auf ein Steuerventil zum Einsatz in einem Speichereinspritzsystem für einen Dieselmotor. Das Steuerventil umfaßt ein Gehäuse mit einem Eingangsanschluß, einem Ausgangsanschluß. und einem Rücklaufanschluß. Ferner ist ein erstes Sitzventil mit einem ersten Ventilkörper sowie ein zweites Sitzventil mit einem zweiten Ventilkörper vorgesehen. Das erste Sitzventil ist zwischen Ausgangsanschluß und Rücklaufanschluß angeordnet und normalerweise geschlossen, wobei das zweite Sitzventil zwischen Eingangsanschluß und Ausgangsanschluß normalerweise offensteht. Der zweite Ventilkörper ist koaxial im ersten Ventilkörper angeordnet.
US 4,972,997 betrifft ein Kraftstoffeinspritzventil mit einem axial verschiebbaren, kolbenförmigen Ventilglied. Das Ventilglied weist dabei an seinem brennraumseitigen Ende eine konische Ventildichtfläche auf, mit der es mit einer konischen Ventilsitzfläche am Ventil- körper zusammenwirkt, die am nach innen kragenden Ende der geschlossenen Ventilbohrung gebildet ist. Dabei bildet eine Berührungskante zwischen der Ventildichtfläche am Ventilglied und der Ventilsitzfläche eine umlaufende Dichtkante. Diese bei geschlossenem Einspritzventil gebildete Dichtkante dichtet dabei eine stromaufwärts an der Dichtkante angrenzenden Druckraum bei geschlossenem Einspritzventil ab. Stromabwärts dieser Dichtkante ist wenigstens eine in den Brennraum der zu versorgenden Brennkraftmaschine mündende Einspritzöffnung in der Wand des Ventilkörpers vorgesehen, die dabei von der Ventilsitzfläche abführt. Die Stellzeiten des Ventilgliedes sind aufgrund der auftretenden großen hydraulischen Kräfte für schnellschaltende Einspritzventile zu lang. Des weiteren baut dieses Kraftstoffeinspritzventil aufgrund der Vielzahl von axial hintereinanderliegen- den Bauteilen sehr groß, was die Einsetzbarkeit an Motoren mit geringem zur Verfügung stehenden Bauraum einschränkt.
DE 197 44 518 AI zeigt ein Kraftstoffeinspritzventil für Brennkraftmaschinen. Es handelt sich um ein Kraftstoffeinspritzventil für Brennkraftmaschinen mit einem in einem Ventil- körper angeordneten, axial verschiebbaren Ventilglied, das an seinem dem Brennraum der Brennkraftmaschine zugewandten Ende eine konische Ventildichtfläche aufweist, mit der es mit einer konischen Ventilsitzfläche am Ventilkörper zur Steuerung eines Einspritzquer-
schnittes zusammenwirkt. Dabei ist das Ventilglied über eine Innenführung gleitverschieb- bar auf einem Zapfen eines ortsfesten Einsatzkörpers geführt.
Darstellung der Erfindung
Bei der erfindungsgemäß vorgeschlagenen Lösung wird die Druckentlastung über ein Schaltventil herbeigeführt, welches als 3/3-Wege-Ventil beschaffen ist. Der Ventilkörper des 3/3-Wege-Schaltventils ist im diesen umgebenden Ventilraum in mehrere Positionen schaltbar. In einer der Schaltstellungen kann die permanente Druckbeaufschlagung des Steuerraumes über die Zulaufdrossel durch ein Verschließen dieses Zulaufs unterbrochen werden, so daß die Druckentlastung des Steuerraumes über die Druckentlastungsleitung und das in diese integrierte Drosselelement erfolgt. Durch Unterbinden des gleichzeitigen Zulaufs von der Zulaufdrossel erfolgt lediglich ein Abströmen des Steuervolumens aus dem Steuerraum, so daß die Düsennadel schneller öffnet, da das gleichzeitige Zuströmen von Steuervolumen über die Zulaufdrossel abgeriegelt ist.
In dieser Ausführungsvariante fungiert die in den Ablauf vom Steuerraum der Düsennadel zugeordnete Drossel bei Druckentlastung des Steuerraumes als Ablauf- und bei Druckbe- aufschlagung des Steuerraumes als dessen Zulaufdrossel.
Ist der Ventilkörper in Kugelform beschaffen, kann dessen Betätigung zum Beispiel über einen Piezoaktor erfolgen und es können zwei Öffnungsgeschwindigkeiten eingestellt werden. Neben einem vollständigen Verschließen der Zulaufdrossel in einen unteren Sitz kann der Ventilkörper in eine Mittelstellung geschaltet werden, bei welcher der Steuerraum zwar auch druckentlastet wird, jedoch eine gleichzeitige Druckbeaufschlagung des Ventilraums des Schaltventils gegeben ist, so daß die Druckentlastung des Steuerraums mit geringerer Geschwindigkeit erfolgt.
In einer weiteren Ausführungsvariante der erfindungsgemäß vorgeschlagenen Lösung ist der Zulauf von einer Hochdruckquelle wie zum Beispiel einem Hochdrucksammeiraum nach wie vor mit einem Zulaufdrosselelement versehen, jedoch ist gemäß dieser weiteren Ausführungsvariante der erfindungsgemäßen Lösung die Ablaufdrossel in die Ablaufleitung vom Ventilraum des Ventilkörpers eines 3/3-Wege-Steuerventils verlegt. Mit dieser Ausfuhrungsvariante kann eine sehr schnelle Druckentlastung des Steuerraumes erzielt werden, da die Zulaufdrossel vollständig verschlossen werden kann. Auch bei dieser zweiten Ausführungsvariante läßt sich der Ventilkörper des 3/3-Wege-Steuerventils in eine
Mittelstellung bewegen, wodurch das Abströmen des Steuervolumens aus dem Steuerraum hingegen auch verlangsamt werden kann.
Beiden Ausführungsvarianten der erfindungsgemäßen Lösung ist gemeinsam, daß der bei aus dem Stande der Technik bekannten Lösungen permanent wirkende Zulauf von unter hohem Druck stehenden Kraftstoff von der Hochdruckquelle in den Steuerraum komplett abgeriegelt werden kann. Dadurch läßt sich bei Druckentlastung des Steuerraumes mit jeder der erfindungsgemäß vorgeschlagenen Ausführungsvarianten ein schnelles Auffahren, d.h. ein schnelles Öfnen der Düsennadel, in diesen erzielen.
Zeichnung
Anhand der Zeichnung wird die Erfindung nachstehend eingehender beschrieben.
Es zeigt:
Figur 1 ein einen Steuerraum einer Düsennadel zugeordnetes Schaltventil mit Druckbe- und Druckentlastungsleitung für den Steuerraum und
Figur 2 ein dem Steuerraum zugeordnetes Schaltventil, dessen Ventilraumzulauf bzw. Ventilraumablauf jeweils Drosselelemente enthalten.
Ausführungsvarianten
Figur 1 ist ein Steuerraum einer Düsennadel zu entnehmen, dem ein Schaltventil zugeordnet ist, wobei die Druckbe- und Druckentlastungsleitung des Steuerraums mit einem Drosselelement versehen ist.
Dieser Ausführungsvariante des der Erfindung zugrundeliegenden Lösungsgedankens ist entnehmbar, daß in einem Gehäuse 2 eines Injektorkörpers 1 ein Mehrwegeventil 3 aufgenommen ist. Das Mehrwegeventil 3 wird bevorzugt als 3/3 -Wege-Steuerventil ausgebildet, dessen Ventilkörper 4 im dargestellten Ausführungsbeispiel ein kugelförmig ausgebildetes Element ist. Der Ventilkörper 4 ist im diesen umgebenden Ventilraum 5 im Gehäuse 2 des Injektorgehäuses 1 in mehrere Schaltstellungen bewegbar.
Die Betätigung des kugelförmig konfigurierten Ventilkörpers 4 des Mehrwegeventils 3 erfolgt über ein Übertragungselement 6, welches durch einen hier nicht näher dargestellten Aktor, sei es ein Piezoaktor oder sei es ein Magnetventil betätigbar ist. Anstelle der aufgezählten Komponenten kann auch ein mechanisch/hydraulischer Übersetzer als Betäti- gungselement des Übertragungselementes 6 vorgesehen sein. Das Übertragungselement durchsetzt eine Bohrung im Gehäuse 2 des Injektorkörpers 1. Zwischen der Außenfläche des Übertragungselementes 6 und der Bohrung im Gehäuse 2 des Injektors 1 ist ein Ringraum 8 ausgebildet, von dem aus ein Leckölablauf 9 in den Niederdruckbereich des Kraftstoffinjektors verläuft. Der Ringspalt 8 zwischen Übertragungselement 6 und Gehäuse 2 des Kraftstoffinjektors 1 fungiert als ein Ringdrosselelement. Daneben mündet in den Ventilraum 5 im Gehäuse 2 des Injektorkörpers 1 ein Zulauf 13 von einer hier nicht näher dargestellten Hochdruckquelle wie zum Beispiel eines Hochdrucksammeiraumes (Com- mon Rail).
In der Darstellung gemäß Figur 1 ist in den Zulauf 13 von der Hochdruckquelle ein Zulaufdrosselelement 14 integriert, welches in einem Zulaufdrosselquerschnitt 15 ausgebildet ist. Der Zulauf 13 mündet auf der dem Übertragungselement 6, mit welchem der Ventilkörper 4 des Mehrwegeventils 3 betätigbar ist, gegenüberliegenden Seite. Ferner mündet in den Ventilraum 5 des Mehrwegeventils 3 ein Steuerraumkanal 16. Über den Steuerraum- kanal 16 stehen der Steuerraum 20 und der Ventilraum 5 des Mehrwegeventils 3 in Verbindung. Der Steuerraum 20 des Kraftstoffinjektors wird von einer Wandung 21 des Gehäuses 2 begrenzt. In der Wandung 21 des Gehäuses 2 des Injektorkörpers 1 ist zudem eine Anschlagfläche 22 aufgenommen, die einer oberen Stirnseite 24 einer Düsennadel 23 gegenüberliegt, wobei die Düsennadel 23 im Gehäuse 2 des Injektorkörpers 1 in vertikaler Richtung gemäß des Doppelpfeils 25 auf- und abbewegbar ist. Über den Steuerraumkanal 16 ist der Steuerraum 20 von einem darin eingeschlossenen Steuervolumen in Entlastungsrichtung 17 druckentlastbar. Ein im Steuerraumkanal 16 aufgenommenes Drosselelement 19 fungiert in Druckentlastungsrichtung 17 in bezug auf den Steuerraum 20 als Ablaufdrossel, wohingegen das Drosselelement 19 bei umgekehrter Beaufschlagung des Steuer- raumkanals 16 in Belastungsrichtung 18 als Zulaufdrossel zum Steuerraum 20 fungiert.
Durch Betätigung des Übertragungselementes 6 mittels eines hier nicht dargestellten Aktorelementes läßt sich der VentilkÖrper 4 des Mehrwegeventils 3 in eine erste Schaltstellung 10.1 bewegen. In der ersten Schaltstellung 10.1 liegt die kugelförmige Mantelfläche des Ventilkörpers 4 am Sitz 10 des Ventilraumes 5 an. In dieser Schaltstellung strömt über den Zulauf 13 von der Hochdruckquelle unter hohem Druck stehender Kraftstoff, das Drosselelement 14 im Zulauf 13 passierend, in den Ventilraum 5 ein. Von diesem strömt der unter hohem Druck stehende Kraftstoff über den Steuerraumkanal 16 in Belastungsrichtung 18
das Drosselelement 19 passierend in den Steuerraum 20 ein. Mithin stellt sich im Steuerraum 20 ein Druckaufbau ein, so daß die Düsennadel 23 in Abwärtsrichtung bewegt wird und eine oder mehrere Einspritzöffnungen verschließt.
Ist hingegen der kugelförmig konfigurierte Ventilkörper 4 des Mehrwegeventils 3 in seine zweite Schaltstellung 11.1, d.h. in seinen unteren Sitz 11 im Ventilraum 5 gefahren, so ist der Zulauf 13 von der hier nicht dargestellten Hochdruckquelle abgeriegelt. In der Schaltstellung kann eine sehr schnelle Druckentlastung des Steuerraums 20 über den Steuerraumkanal 16 in Druckentlastungsrichtung 17 über den Ventilraum 5, den Ringspalt in den Leckölablauf 9 erfolgen. Je schneller ein Druckabbau im Steuerraum 20 erfolgen kann, ein desto schnelleres Öffnen der Düsennadel 23 aus ihrem hier nicht dargestellten düsenna- delseitigen Sitz läßt sich erreichen. Von Vorteil bei der Ausführungsvariante gemäß Figur
1 ist der Umstand, daß eine ansonsten permanent wirkende Zulaufdrossel 14 eines Zulaufs 13 von einer Hochdruckquelle von einem Steuerraumvolumen abgeriegelt werden kann, so daß sichergestellt ist, daß eine schnelle Druckentlastung im Steuerraum 20 erfolgt.
Wird hingegen der kugelförmig konfigurierte Ventilkörper 4 in seine Mittelstellung 12 bewegt, so läßt sich das Abströmen des Steuerraumvolumens aus dem Steuerraum 20 verlangsamen, da in Mittelstellung 12 der Zulauf 13, der in den Ventilraum 5 mündet, offen- steht und dadurch ein Gegendruck in bezug auf die Strömungsrichtung des Steuerraumvolumens aus dem Steuerraum 20 erzeugt wird. Dadurch wird der Steuerraum 20 im Gehäuse
2 des Injektorkörpers 1 langsamer entlastet, d.h. die Düsennadel 23 fährt langsamer in Richtung auf die an der Wandung 21 ausgebildete Anschlagfläche 22 zu, so daß die Einspritzöffnungen entsprechend mit einer zweiten, verglichen zur zweiten Schaltstellung 11.2 geringeren Geschwindigkeit langsamer öffnen.
Der Darstellung gemäß Figur 2 ist eine weitere Ausführungsvariante des der Erfindung zugrundeliegenden Gedankens zu entnehmen, bei dem ein dem Steuerraum zugeordnetes Schaltventil einen Ventilraum umfaßt, dessen Zu- bzw. Ablauf mit Drosselelementen ver- sehen sind.
Analog zur Darstellung gemäß Figur 1 ist der Ventilraum des Mehrwegeventils 3, bevorzugt als 3/3-Wege-Steuerventil ausgestaltet, über einen Zulauf 13 mit einem Drosselelement 14 mit einer hier nicht dargestellten Hochdruckquelle verbindbar. Vom Ventilraum 5 erstreckt sich ein Steuerraumkanal 16 zu einem Steuerraum 20 im Gehäuse 2 des Injektorkörpers 1, welcher einerseits von einer Wandung 21 des Gehäuses 2 und andererseits von einer Stirnseite 24 der im Gehäuse 2 des Injektorkörpers 1 in Bewegungsrichtung 25 bewegbaren Düsennadel 23 begrenzt wird. Auch an der gehäuseseitigen Steuerraumwandung
21 des Steuerraumes 20 ist analog zur Darstellung gemäß Figur 1 eine Anschlagfläche 22 ausgebildet.
Im Unterschied zur Darstellung gemäß Figur 1 umfaßt der Steuerraumkanal 16, der den druckentlastbaren Steuerraum 20 mit dem Ventilraum 5 verbindet, kein Drosselelement. Der Steuerraumkanal 16 ist lediglich in eine Druckentlastungsrichtung 17 in bezug auf den Steuerraum 20 sowie in eine Belastungsrichtung 18 mit einem Fluid, zum Beispiel Kraftstoff beaufschlagbar. Im Unterschied zur Darstellung gemäß Figur 1 ist das gemäß Figur 1 im Steuerraumkanal 16 aufgenommene Drosselelement 19 nunmehr im vom Ringspalt 8 zwischen Übertragungselement 6 und Gehäuse 2 abzweigenden Leckölablauf 9 integriert.
Am Ventilraum 5, welcher den kugelförmig konfigurierten Ventilkörper 4 des Mehrwegeventils 3 umschließt, sind ein oberer Sitz 10 entsprechend einer ersten Schaltstellung 10.1 sowie ein diesem gegenüberliegender unterer Sitz 11 ausgebildet, in welchen der Ventil- köφer 4 des Mehrwegeventils 3 in eine zweite Schaltposition 11.1 stellbar ist. Im in Figur 2 dargestellten Zustand ist der Ventilkörper 4 des Mehrwegeventils 3 in eine Mittelstellung
12 geschaltet.
Die Schaltstellungen 10.1, 11.1 bzw. 12 des Ventilköφers 4 entsprechen im wesentlichen den Schaltstellungen 10.1, 11.1 bzw. 12, die bereits im Zusammenhang mit der Ausführungsvariante gemäß Figur 1 beschrieben wurden.
Im Unterschied zur Darstellung gemäß Figur 1 ist durch die Entfernung des Drosselelementes 19 aus dem Steuerraumkanal 16, der Steuerraum 20 und Ventilraum 5 miteinander verbindet, eine höhere Strömungsgeschwindigkeit des Steuerraumvolumens vom Steuerraum 20 in den Ventilraum 5 des Mehrwegeventils 3 erzielbar. Dadurch läßt sich eine im Vergleich zur Darstellung gemäß Figur 1 nochmals erhöhte Strömungsgeschwindigkeit bei der Druckentlastung des Steuerraumes 20 erzielen.
Auch gemäß der Ausführungsvariante nach Figur 2 verschließt das in seine zweite Schaltstellung 11.1 gestellte Mehrwegeventil 3 den ansonsten permanent wirkenden Zulauf von Kraftstoff über den Zulauf 13 von einer hier nicht dargestellten Hochdruckquelle in den Ventilraum 5 und von dort über den Steuerraumkanal 16 in den Steuerraum 20. Der Zulauf
13 wird in der zweiten Schaltstellung 11.1 des Ventilsköφers 4 des Mehrwegeventils 3 komplett abgeschaltet. Damit wird erreicht, daß sich kein Bypass während der Einspritzung einstellt; daneben ist in der Mittelstellung 12 des Ventilköφers 4 im Ventilraum 5 zwischen dem oberen Sitz 10 und dem unteren Sitz 11 eine Variationsmöglichkeit gegeben, wodurch ein schnelles und langsames Öffnen erreicht werden kann, nimmt der Ventilkör-
per 4 seine Mittelstellung 12 gemäß der Darstellung in Figur 2 zwischen oberem Sitz 10 und unterem Sitz 11 ein.
Bei einem schnelleren Öffnen der Düsennadel, d.h. bei schneller Druckentlastung des Steuerraums 20 und einem damit verbundenen schnellen Auffahren der Düsennadel 23 in vertikale Richtung entsprechend des Bewegungspfeils 25 bei vollständiger Abriegelung des Zulaufs 13 von der Hochdruckquelle, kann eine Druckentlastung des Steuerraumes 20 mit einer ersten höheren Geschwindigkeit erfolgen, wenn im Steuerraumkanal 16 gemäß der Darstellung in Figur 2 kein Drosselelement 19 aufgenommen ist. Wird der Ausfüh- rungsvariante in Figur 2 der Ventilköφer 4 in seine Mittelstellung 12 gefahren, so läßt sich eine etwas langsamere Druckentlastungsgeschwindigkeit in Druckentlastungsrichtung 17 im Steuerraumkanal 16 in den Ventilraum 5 einstellen. Dies trifft im wesentlichen auch auf die Ausführungsvariante gemäß der Darstellung in Figur 1 zu, wobei die Abströmgeschwindigkeit des Steuerraumvolumens aus dem Steuerraum 20 dadurch im Vergleich zur Lösung gemäß Figur 2 herabgesetzt ist, daß im Steuerraumkanal 16 ein Drosselelement 19 aufgenommen ist. Dieses befindet sich gemäß der Lösung nach Figur 2 im Leckölablauf 9 niederdruckseitig hinter dem Ventilraum 5 des vorzugsweise als 3/3 -Wege-Steuerventils konfigurierten Mehrwegeventils.
Das mit den dargestellten Ausführungsvarianten gemäß Figuren 1 und 2 erzielbare schnelle Öffnen der Düsennadel 23 aus ihrem Sitz führt zur Reduzierung von Abgasemissionen einer solcherart betriebenen selbstzündenden Brennkraftmaschine. Durch die Mittelstellung 12, in welche der Ventilköφer 4 des Mehrwegeventils 3 stellbar ist, kann auch ein langsames Öffnen der Düsennadel 3 in den Steuerraum 20 und dadurch bedingt eine langsamer erfolgende Freigabe der Einspritzöffnung erzielt werden. Dies gibt die Möglichkeit, den Einspritzverlauf zu formen und an den Fortschritt der Verbrennung im Brennraum der Verbrennungskraftmaschine anzupassen.