Beschreibung
Kraftstofffilterelement
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Filterelement zur Filterung von Kraftstoff, insbesondere Dieselkraftstoff, in einem Fahrzeug.
Derzeit werden bei mit Dieselkraftstoff betriebenen Fahrzeu- gen sogenannte Siebfilter eingesetzt, welche im Wesentlichen zylindrisch sind und wobei die Filterfunktion überwiegend am Mantelbereich des Filters ausgeführt wird. Derartige Siebfilter werden überwiegend zum Schutz eines Volumenstromregelventils verwendet, welche einen Volumenstrom von einer Nieder- druckpumpe zu einer Hochdruckpumpe regelt. Da das Volumenstromregelventil aufgrund der sehr feinen Bauteiltoleranzen sehr empfindlich gegenüber Verunreinigungen ist, muss der Kraftstoff, bevor er in das Volumenstromregelventil eintritt, über das Siebfilter geleitet werden.
In Figur 5 ist ein zylinderförmiges Siebfilter 4 gemäß dem Stand der Technik dargestellt. Wie in Figur 5 gezeigt, ist das Siebfilter 4 in einer Aussparung 13 in einem Gehäuse 8 angeordnet. Eine Zuleitung 9 bzw. 9Λ kann dabei in Axialrich- tung des Siebfilters 4 oder in Radialrichtung des Siebfilters 4 erfolgen. Die in Figur 5 eingezeichneten Pfeile stellen dabei die Strömungsrichtung des Kraftstoffs dar. Es sei angemerkt, dass die erste Stirnseite 11 des Siebfilters 4 verschlossen ist und die zweite Stirnseite 12 des Siebfilters offen ist.
Die Effektivität dieses Siebfilters 4 hängt entscheidend von der Filtermaschenweite ab. Eine sehr enge Filtermaschenweite ist jedoch problematisch, wenn bei kalten Außentemperaturen - das Fahrzeug noch mit einem Kraftstoff betrieben, dessen
CFPP-Wert (Grenze der Filtrierbarkeit) höher ist als die aktuelle Außentemperatur. Dies kann beispielsweise der Fall
sein, wenn die Umstellung von Sommerdiesel auf Winterdiesel an den Tankstellen nicht rechtzeitig erfolgt ist, bzw. ein frühzeitiger Kälteeinbruch eintritt, oder wenn ein Fahrzeug, welches noch mit Sommerdiesel betankt ist, erst wieder bei kalten Außentemperaturen bewegt wird. In diesem Fall kommt es wegen des für tiefe Temperaturen nicht geeigneten Dieselkraftstoff zu Parafinausflockungen, welche in kürzester Zeit das Siebfilter verstopfen. Dadurch ist eine Versorgung des Pumpenhochdruckteils behindert. Die Hochdruckpumpe kann zwar den für einen Start des Fahrzeugs notwendigen Volumenstrom bereitstellen, so dass der Motor anspringt, jedoch stirbt der Motor nach wenigen Sekunden wieder ab, da das Filter zugesetzt ist und keine ausreichende Kraftstoffförderung erfolgt. Somit kann es durch das Zusetzen des Filterelements unmittel- bar nach dem Start des Fahrzeugs wieder zum Absterben des Motors kommen. Das Fahrzeug kann dann erst wieder gestartet werden, wenn sich der Kraftstoff im Bereich des Siebfilters erwärmt hat und sich die Kraftstoffausflockungen aufgelöst haben.
Zwar wurde schon vorgeschlagen, eine elektrische Heizung im Bereich des im Pumpenzulauf angeordneten Kraftstoff-Filters vorzusehen, jedoch reicht dies nicht aus, um in der kurzen Zeit den Kraftstoff so zu erwärmen, dass die Parafinausschei- düngen am Siebfilter vor dem Volumenstromregelventil aufgelöst werden. Weiterhin ist eine derartige Heizung relativ aufwendig und kostenintensiv.
Es ist von daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Fil- terelement zur Filterung von Kraftstoff bereitzustellen, welches auch bei Zusetzen des Filterelement infolge von temperaturbedingten Ausflockungen von Bestandteilen des Kraftstoffs ein Durchströmen des Filterelements ermöglicht.
Diese Aufgabe wird durch ein Filterelement mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Die Unteransprüche zeigen vorteilhafte Ausbildungen der Erfindung.
Das erfindungsgemäße Filterelement zur Filterung von Kraftstoff in einem Fahrzeug hat gegenüber dem Stand der Technik den Vorteil, dass es einen Bypass aufweist, welcher bei einem vorbestimmten Differenzdruck zwischen einem Bereich vor dem Filterelement und einem Bereich nach dem Filterelement öffnet. Dadurch kann bei Zusetzen des Filterelements Kraftstoff über den Bypass unter Umgehung des Filterelements strömen. Somit kann insbesondere ein Dieselfahrzeug bei kalten Außen- temperaturen noch mit einem Kraftstoff betrieben werden, dessen CFPP-Wert höher ist als die aktuelle Außentemperatur. Wenn dann nach kurzer Zeit die Temperatur des Kraftstoffs ansteigt und die kältebedingten Ausflockungen wieder im Kraftstoff gelöst werden, ist das Filterelement wieder frei, so dass der Kraftstoff wieder durch das Filterelement strömen kann. Erfindungsgemäß kann dabei für das Filterelement eine sehr kleine Maschengröße von z.B. ca. 30 μm verwendet werden und das Filterelement garantiert trotzdem auch bei eventuellen Parafinablagerungen am Filterelement eine Durchlassfunk- tion. Erfindungsgemäß wird hierzu die infolge des Zusetzens des Filterelements ansteigende Druckdifferenz nutzbar gemacht. Wenn der definierte Differenzdruck über dem Filterelement überschritten wird, wird der Bypass geöffnet und stellt somit die Funktion des Filterelements sicher. Somit kann er- findungsgemäß weiterhin eine sehr enge Maschenweite für das Filterelement verwendet werden.
Um einen besonders kompakten Aufbau bereitzustellen, ist der Bypass vorzugsweise integral im Filterelement gebildet. Hier- bei kann das Filterelement beispielsweise als zylinderförmi- ges Siebfilter ausgebildet sein, wobei der Bypass an einer Stirnseite des zylinderförmigen Siebfilters angeordnet ist.
Gemäß einer anderen bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist der Bypass parallel zum Filterelement, z.B. im Gehäuse, angeordnet .
Um zu verhindern, dass nach einmaligem Öffnen des Bypasses dieser dauernd offen steht, ist vorzugsweise eine automatische Rückstellung zum Wiederverschließen des Bypasses vorgesehen. Vorzugsweise erfolgt diese Rückstellung mittels eines elastischen Elements.
Vorzugsweise ist das Verschlusselement im Bypass als Rückschlagventil ausgebildet. Besonders -bevorzugt ist das Rückschlagventil dabei als federbelastetes Sitzventil mit einer Kugel als Ventilelement ausgebildet.
Gemäß einer anderen bevorzugten Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist das Verschlusselement als ein sich verjüngendes Element ausgebildet, welches an einem sich verjüngen- den Ventilsitz anliegt und mittels eines Federblechs vorgespannt ist.
Gemäß einer anderen bevorzugten Ausgestaltung ist das Verschlusselement als Sollbruchstelle in einer Wand des Filter- elements vorgesehen. Bei einer vorbestimmten Druckdifferenz zwischen dem Bereich vor dem Filter und dem Bereich nach dem Filter bricht die Sollbruchstelle, so dass der Bypass geöffnet ist und Kraftstoff an den Filtereinrichtungen des Filterelements vorbeiströmen kann. Dabei ist das Material, an dem die Sollbruchstelle ausgebildet ist, derart flexibel, dass nach Auflösen der verstopfenden Ausflockungen bei einer Verringerung der Druckdifferenz zwischen den Bereichen vor und hinter dem Filterelement die Sollbruchstelle durch ihre elastische Rückstellkraft wieder verschlossen wird. Allerdings ist anzumerken, dass hierbei häufig ein kleiner Spalt bzw. kleine Durchlässe offen bleiben. Von daher ist vorzugsweise an der Sollbruchstelle noch eine gummiartige Lippe vorgesehen, um die gebrochene Sollbruchstelle abzudecken. Vorzugsweise ist das Material, an welchem die Sollbruchstelle ausge- bildet ist, ein Kunststoff.
Gemäß einer weiteren anderen bevorzugten Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist am Filterelement eine schwenkbar angeordnete Klappe vorgesehen, welche bei einer definierten Druckdifferenz zwischen den Bereichen vor und hinter dem Filterelement öffnet und nach Verschwinden dieser Druckdifferenz sich wieder selbständig, z.B. mittels eines Federelements, schließt. Hierbei kann zur besseren Abdichtung ebenfalls vorzugsweise eine Dichtlippe an den Spalten der Klappe angeordnet sein.
Besonders bevorzugt ist das Filterelement als ein zylindrisches Siebfilter ausgebildet, wobei der Bypass mit dem Verschlusselement vorzugsweise an einer Stirnseite des Siebfilters angeordnet ist.
Somit kann erfindungsgemäß ein Filterelement mit einer gestuften Wirkung beim Zusetzen des Filters infolge von temperaturbedingten Ausflockungen von Parafinen im Kraftstoff bereitgestellt werden. Da eine derartige Konstellation im Le- benszyklus eines Fahrzeugs üblicherweise nur äußerst selten vorkommt, muss der erfindungsgemäße Bypass mit Verschlusselement nicht für einen häufigen Gebrauch ausgelegt werden. Daher kann er besonders kostengünstig bereitgestellt werden. Somit kann erfindungsgemäß die Kaltstartfähigkeit eines Fahr- zeugs, welches insbesondere mit Sommerdiesel bei kalten Außentemperaturen fahren soll, erheblich verbessert werden. Durch die vorliegende Erfindung ist man nicht mehr auf die exakte Dieselkraftstoffqualität angewiesen. Weiterhin erlaubt die vorliegende Erfindung die Wahl einer sehr kleinen Ma- schenweite für das Filterelement, da die Größe der Maschenweite nicht von der Kaltstartfähigkeit des Fahrzeugs beein- flusst ist.
Nachfolgend wird die vorliegende Erfindung anhand von bevor- zugten Ausführungsbeispielen in Verbindung mit der Zeichnung beschrieben. In der Zeichnung ist:
Figur 1 eine schematische Schnittansicht eines Teils einer Kraftstofffördereinheit für ein Fahrzeug mit einem Filterelement gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfin- düng,
Figur 2 eine vergrößerte Seitenansicht des in Figur 1 dargestellten Filterelements,
Figur 3 eine vergrößerte Seitenansicht eines Filterelements gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung,
Figuren 4a bis 4c Ansichten eines Filterelements gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung, und
Figur 5 eine Seitenansicht eines Filterelement gemäß dem Stand der Technik.
Nachfolgend wird unter Bezugnahme auf die Figuren 1 und 2 ein Filterelement 4 gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung beschrieben.
Wie in Figur 2 gezeigt, ist das Filterelement 4 gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel als zylinderförmiges Siebfilter ausgebildet, welches einen Filtereinsatz 10 mit einer engen Maschenweite aufweist, der als Mantel des Siebfilters 4 ausgebildet ist und eine erste Stirnseite 11 und eine zweite Stirnseite 12 aufweist.
In Figur 1 ist ein Funktionsschema einer selbstansaugenden Kraftstoffhochdruckpumpe mit einem erfindungsgemäßen Siebfilter 4 dargestellt. Aus Vereinfachungsgründen ist in Figur 1 nur der Niederdruckbereich dieser Pumpe dargestellt. Der
Kraftstoff wird von einer internen mechanischen Vorförderpum- pe 1 über den Pumpenzulauf 7 angesaugt und auf ein höheres
Druckniveau gebracht. Ein Teil des geförderten Kraftstoffes fließt durch das zylinderförmige Siebfilter 4 zum Volumenstromregelventil 2. Dieses Volumenstromregelventil 2 bemisst die Menge von Kraftstoff, welche über die Leitung 5 zum Hoch- druckteil der Pumpe (nicht gezeigt) gelangen soll. Ein anderer Teil des geförderten Kraftstoffs wird in eine Leitung 6 für eine Spülung der Hochdruckpumpe gefördert. Der Druck nach der Vorförderpumpe 1 wird über ein internes Druckregelventil
3 geregelt. Die Abregelmenge am Druckregelventil 3 wird zur Saugseite der Vorförderpumpe 1 geleitet.
Da das Volumenstromregelventil 2 aufgrund seiner sehr engen Bauteiltoleranzen sehr empfindlich gegenüber Verunreinigungen ist, wird der Kraftstoff mittels des Siebfilters 4 gefiltert, bevor er in das Volumenstromregelventil 2 eintritt. Dabei hängt die Effektivität des Siebfilters 4 entscheidend von der Filtermaschenweite ab. In Figur 2 ist das zylinderförmige Siebfilter 4 näher dargestellt. Wie in Figur 2 gezeigt, besteht das zylinderförmige Siebfilter 4 aus einem Filterein- satz 10 mit einer engen Maschenweite, welcher den Mantel des Siebfilters 4 bereitstellt. Weiterhin umfasst das Siebfilter
4 eine erste Stirnseite 11 und eine zweite Stirnseite 12. Die zweite Stirnseite 12 weist eine Öffnung auf und das Volumenstromregelventil 2 ist an dieser Seite des Siebfilters 4 an- geordnet (vgl. Figur 1). Die erste Stirnseite 11 stellt den
Boden des Siebfilters 4 dar und weist einen Bypass 14 mit einem Verschlusselement 15 auf. Das Verschlusselement 15 verschließt den im Boden des Siebfilters gebildeten Bypass 14. Das Verschlusselement 15 besteht aus einer Ventilkugel 16, einer Spiralfeder 17 sowie einem Federsitz 18. Die Ventilkugel 16 wird dabei durch die Feder 17 auf ihren Ventilsitz gedrückt (vgl. Figur 2). Das Siebfilter 4 gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel ist dabei in einer Aussparung 13 in einem Gehäuse 8 angeordnet. Wie in Figur 2 gezeigt, wird das Sieb- filter 14 dabei in Axialrichtung über eine Filterzuleitung 9 angeströmt. Es sei angemerkt, dass das Siebfilter 4 selbstverständlich auch radial angeströmt werden könnte.
Die Funktion des Siebfilters 4 gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel bei einem Kaltstart eines Fahrzeugs mit einem Kraftstoff, dessen CFPP-Wert höher als die aktuelle Außentempera- tur ist, verläuft dabei wie folgt. Wenn der Motor angelassen wird, kann über einen kurzen Zeitraum Kraftstoff aus dem dem Siebfilter nachgeschalteten Bereich der Pumpe gefördert werden. Da die aktuelle Außentemperatur jedoch geringer als die CFPP-Grenze ist, sind im Kraftstoff Parafinausflockungen vor- handen, welche in kürzester Zeit den Filtereinsatz 10 zusetzen. Dadurch würde im Stand der Technik eine Kraftstoffzufuhr zur Hochdruckpumpe unterbrochen werden und der Motor würde absterben.
Erfindungsgemäß erzeugt jedoch die Zusetzung des Filtereinsatzes 10 eine Druckdifferenz Δp zwischen einem Bereich 19 vor dem Siebfilter 4 und einem Bereich 20 nach dem Siebfilter 4. Wenn diese Druckdifferenz Δp einen vorbestimmten Wert ü- bersteigt, öffnet das Verschlusselement 15 indem die Ventil- kugel 16 gegen die Federkraft der Feder 17 von ihrem Sitz abgehoben wird. Somit ist der Bereich 19 vor dem Siebfilter 4 mit dem Bereich 20 nach dem Siebfilter 4 über den Bypass 14 verbunden. Somit kann Kraftstoff aus der Filterzuleitung 9 direkt über den Bypass 14 und das offene Verschlusselement 15 zur Hochdruckpumpe strömen.
Es sei angemerkt, dass der Durchmesser des Bypasses 14 dabei so groß bemessen sein muss, dass die im Kraftstoff vorhandenen Parafinausflockungen hindurchgehen können. Weiterhin sei angemerkt, dass in diesem Fall, d.h. bei geöffnetem Verschlusselement 15, keine Filterung von Kraftstoff erfolgt und der Kraftstoff somit ungefiltert zur Hochdruckpumpe gefördert wird. Dies ist jedoch hinnehmbar, da der Zustand, in welchem die Parafinausflockungen im Kraftstoff enthalten sind, wäh- rend eines Lebenszyklus der Motoreinheit bzw. der Pumpeneinheit nur äußerst selten auftritt (beispielsweise bei nicht rechtzeitiger Umstellung von Sommer- auf Winterdiesel an den
Tankstellen oder wenn ein mit Sommerdiesel betanktes Fahrzeug erst wieder bei kalten Außentemperaturen bewegt wird) .
Sobald der Kraftstoff durch den Betrieb des Motors erwärmt wird, werden die Parafinausscheidungen wieder in Kraftstoff gelöst, so dass der Filtereinsatz 10 nicht mehr durch die Parafinausflockungen zugesetzt ist, so dass der Kraftstoff wieder durch den Filtereinsatz 10 strömen kann. Dadurch steigt der Druck im Bereich 20 hinter dem Siebfilter 4 wieder an, so dass die Druckdifferenz Δp sich wieder verringert und das
Verschlusselement 15 mittels der Feder 17 wieder verschlossen wird. Dadurch ist der Bypass 14 wieder verschlossen und der Kraftstoff kann nur noch über den Filtereinsatz 10 des Siebfilters 4 gefiltert strömen.
Abhängig von der Federkraft der Feder 17 kann der Zeitpunkt des Öffnens bzw. des Verschließens des Bypasses 14 dabei beliebig eingestellt werden.
Somit wird erfindungsgemäß die Kaltstartfähigkeit des Fahrzeugs in erheblicher Weise verbessert, wobei man nicht mehr auf die exakte Dieselkraftstoffqualität angewiesen ist. Weiterhin kann erfindungsgemäß vermieden werden, dass eine zu große Maschenweite für den Filtereinsatz 10 verwendet wird, was jedoch im Stand der Technik zur Vermeidung des Zusetzens des Filtereinsatzes 10 verwendet wird. Somit kann das erfindungsgemäße Filterelement neben der verbesserten Kaltstartfähigkeit . auch eine' deutlich verbesserte Filterwirkung ermöglichen. Beispielsweise kann für das erfindungsgemäße Filterele- ment eine Maschenweite von 30 μm verwendet werden.
Es sei angemerkt, dass der Bypass 14 entweder integral im Filterelement 4 gebildet sein kann oder auch benachbart am Filterelement gebildet sein kann.
Nachfolgend wird unter Bezugnahme auf Figur 3 ein Filterelement gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung beschrieben. Gleiche bzw. funktional gleiche Teile sind dabei wieder mit den gleichen Bezugszeichen wie im ersten Ausführungsbeispiel bezeichnet.
Das zweite Ausführungsbeispiel entspricht im Wesentlichen dem erste Ausführungsbeispiel. Im Unterschied zum ersten Ausführungsbeispiel ist im zweiten Ausführungsbeispiel jedoch der Bypass durch eine Öffnung 14 an der ersten Stirnseite 11 des Siebfilters 4 gebildet. Die Öffnung 14 wird von einem koni- sehen Verschlusselement 15 verschlossen, welches mittels eines Federblechs 22 die Öffnung 14 verschließt. Ansonsten entspricht der Aufbau des zweiten Ausführungsbeispiels im Wesentlichen dem ersten Ausführungsbeispiel, so dass eine weitergehende Beschreibung des Aufbaus dieses Filterelements nicht notwendig ist.
Auch die Funktion des Siebfilters 4 gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel ist zur Funktion des Filterelements gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel ähnlich. Bei einem Zusetzen des Filtereinsatzes 10 führt die dadurch hervorgerufene Druckdifferenz zwischen dem Bereich 19 vor dem Filter und dem Bereich 20 nach dem Filter zum Öffnen des Bypasses 14. Entgegen der Federkraft des Federblechs 22 wird das konische Verschlusselement 21 aufgrund der Druckdifferenz aus seinem Sitz ge- drückt und somit eine direkte Strömung vom Bereich 19 zum Bereich 20 ermöglicht. Nach Auflösen der den Filtereinsatz 10 verstopfenden Ausflockungen und Absinken der Druckdifferenz zwischen den Bereichen vor und nach dem Filter stellt sich das Verschlusselement 21 wieder selbsttätig aufgrund der Fe- derkraft des Federblechs 22 zurück und verschließt den Bypass 14. Somit kann Kraftstoff nur noch durch den Filtereinsatz 10 gefiltert zur Hochdruckpumpe geliefert werden.
Nachfolgend wird unter Bezugnahme auf die Figuren 4a, 4b und 4c ein Filterelement gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung beschrieben. Gleiche bzw. funktio-
nal gleiche Teile sind dabei wiederum mit den gleichen Bezugszeichen wie im ersten Ausführungsbeispiel bezeichnet.
Im Gegensatz zu den vorhergehenden Ausführungsbeispielen weist das Filterelement gemäß dem dritten Ausführungsbeispiel eine Sollbruchstelle 23 auf. Weiterhin ist im Inneren des Siebfilters 4 eine Dichtlippe 25 vorgesehen, welche aus einem gummielastischen Material hergestellt ist und über der Sollbruchstelle 23 liegt und diese abdichtet.
In Figur 4a ist das Siebfilter 4 in Draufsicht auf die erste Stirnseite 11 dargestellt. Hierbei ist die Sollbruchstelle 23 bogenförmig an einem beliebigen Bereich der ersten Stirnseite 11 gebildet. Wenn nun aufgrund von temperaturbedingten Aus- flockungen der Filtereinsatz 10 zugesetzt wird und eine definierte Druckdifferenz zwischen den Bereichen vor und nach dem Siebfilter 4 überschritten wird, bricht die Sollbruchstelle 23 auf, wie in Figur 4c gezeigt. Dadurch kann der Kraftstoff durch die so gebildete Öffnung 26 ohne Filterung durch das Siebfilter 4 zur Hochdruckpumpe strömen.
Wenn die Temperatur des Kraftstoffs ansteigt und die Ausflockungen wieder im Kraftstoff gelöst werden, verringert sich die Druckdifferenz zwischen den Bereichen vor und nach dem Siebfilter 4, so dass der an der Sollbruchstelle 23 umgebogene Abschnitt 24 aufgrund seiner Eigenelastizität wieder in seine Ausgangsstellung zurückgestellt wird. Da die Sollbruchstelle 23 jedoch einmal aufgebrochen wurde, verbleibt ein geringer Spalt in der ersten Stirnseite 11. Hierzu ist jedoch jetzt die Dichtlippe 25 vorgesehen, um diesen Spalt abzudecken. Somit wird verhindert, dass durch den an der Sollbruchstelle entstehenden Spalt Verunreinigungen in den Bereich hinter das Siebfilter 4 hindurchtreten können. Es sei angemerkt, dass die erste Stirnseite 11 vorzugsweise aus Kunst- stoff hergestellt ist, so dass die Eigenelastizität des umgebogenen Abschnitts 24 auf einfache Weise bereitgestellt werden kann. Weiterhin sei angemerkt, dass die Sollbruchstelle
geometrisch beliebig geformt sein kann. Es ist nur sicherzustellen, dass nach dem Brechen der Sollbruchstelle eine ausreichende Rückstellkraft durch den umgebogenen Abschnitt bereitgestellt wird. Daher wird der die Sollbruchstelle aufwei- sende Bereich des Filters vorzugsweise aus Kunststoff hergestellt.
Somit betrifft die vorliegende Erfindung ein Filterelement zur Filterung von Kraftstoff, insbesondere Dieselkraftstoff, in einem Fahrzeug. Das Filterelement weist einen Bypass 14, 26 mit einem Verschlusselement 15, 21, 24 auf, welches bei einem vorbestimmten Differenzdruck Δp zwischen einem Bereich 19 vor dem Filterelement und einem Bereich 20 nach dem Filterelement öffnet.
Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt. Es können verschiedene Abweichungen und Änderungen ausgeführt werden, ohne den Erfin- dungsumfang zu verlassen.