Nanoskaliqer Rutil oder nanoskaliqes Oxid sowie Verfahren zu dessen Herstellung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines nanoskaligen Rutils oder eines nanoskaligen Oxids mit einer Primärteilchengröße unterhalb 40 nm, der/das sich in allen gängigen Lösungsmitteln, bevorzugt in Wasser und Alkoholen auf Primärteilchengröße redispergieren lässt. Weiterhin können mit diesem Verfahren auch andere nanoskalige Oxide wie Anatas, ZrO2, ZnO, SnO2, ATO (mit Sb dotiertes SnO2), ln2O3, BaO, CaO, MgO, CeO2 und BaTiO3 herge- stellt werden.
In der Natur kommt Titandioxid in drei Kristallmodifikationen vor: Rutil, Brookit und Anatas, wobei dem Brookit technisch die geringste Bedeutung zukommt. Die Modifikationen Anatas und Rutil sind aufgrund ihrer elektronischen Struktur in der Lage, UV-Licht zu absorbieren, wobei die Absorptionskante für Anatas bei 3,23 eV und für Rutil bei 3,05 eV liegen. Bei dieser Absorption werden im TiO2-Teilchen reaktive Elektronen/Loch-Paare gebildet, die an die Oberfläche des TiO2-Teilchens wandern und dort für chemische Reaktionen, gewollt oder ungewollt, zur Verfügung stehen. Diese unter dem Wort photokatalytische Aktivität bekannte Eigenschaft ist bei Anatas stärker ausgeprägt als bei Rutil.
Ausnutzen lässt sich die hohe photokatalytische Aktivität des Anatas z. B. in der Reinigung von Abwässern. So ist bekannt, dass sich Schwermetallionen durch nanoskaliges Anatas reduktiv aus wässrigen Lösungen entfernen lassen. Das durch die Katalyse reduzierte Schwermetall scheidet sich auf der Oberfläche des Anatas ab. Als Reduktionsmittel dienen organische Verunreinigungen, die bei diesem Prozess ebenfalls zerstört werden [Photocatalytic Purification and Treatment of Water and Air, Editors Ollis D.F. and Al-Ekabi H., 253ff (1993)]. Auch die photokatalytische Oxidation organischer Verunreinigungen in Gewässern durch Anatas wird vielfach beschrieben [Pelizzeti E. et. AI., Euro Courses: Environ. Menage., 2 101 ff (1994) und Hidaka H. et. al., Journal of Photochem- istry and Photobiology, A: Chemistry, 47 103ff (1989)].
Die photokatalytische Aktivität ist bei Rutil wenig stark ausgeprägt aber vorhanden. Die Rekombination der reaktiven Elektronen/Loch Paare überwiegt gegen- über ihrer reduzierenden Wirkung. Um die verbleibende photokatalytische Aktivität völlig zu unterdrücken, wird Rutil (üblicherweise eingesetzt wird sub-μm Rutil) mit einem anorganischen Coating, bestehend aus AI2O3) SiO2 und ZrO2, versehen und/oder mit dreiwertigen Ionen wie Al3+, Fe3+, V3+ Ru3+ Os3+ oder Rh3+ gitterdotiert. Das Coating bewirkt eine räumliche Trennung der den Rutil umgebenden Matrix vor den, sich bildenden reaktiven Zwischenstufen (Elektronen/Loch-Paare) [ Furlong D. N. et. al., J. of Colloid and Interace science, 69 (3), 409ff (1979)]. Die Gitterdotierung stellt Rekombinationsmöglichkeiten für die
erzeugten Ladungsträger dar. Erst durch diese Maßnahmen ist der Einsatz von Rutil z. B. als Weißpigment in Farben oder als UV-Schutz in Polymeren möglich. Der eingesetzte Rutil hat üblicherweise eine Primärteilchengröße nicht unter 200 nm.
Im Vergleich zu organischen UV-Absorbern hat Rutil den Vorteil, nicht selbst durch die UV-Strahlen zerstört zu werden und auch nicht aus einer Matrix (z. B. einem Polymer) auslaugbar zu sein. [Heller H., European Polymer Journal- Supplement, Pergamon Press. England, 105ff (1969) und Valet A., Farbe und Lack 96, 185ff (3/1990)]. Nachteilig macht sich nur die Größe des gecoateten n- Rutils bemerkbar, da ein sub-μm-Rutil das Licht bricht und somit eine transparente Anwendung nicht möglich ist.
Vor diesem Hintergrund würde ein nanoskaliger Rutil mit Teilchengrößen unter- halb 40 nm völlig neue Perspektiven bieten, da bei Partikelgrößen deutlich unterhalb der Wellenlänge des sichtbaren Lichtes eine effektive UV-Absorption mit Transparenz kombiniert werden kann. Somit wären transparente Polymere oder transparente Sonnenschutzcremes mit einem anorganischen UV-Absorber möglich. Mit der Verringerung der Teilchengröße ist jedoch auch ein Anstieg der spezifischen Pulveroberfläche und der photokatalytischen Aktivität verbunden, so dass der nanoskalige Rutil entweder gitterdotiert und/oder mit einem anorganischen Coating versehen sein sollte.
Die Herstellung von nanoskaligem Rutil wird im Stand der Technik ausgehend von wässrigen sowie von alkoholischen Lösungen beschrieben. Auch die hydrothermale Nachkristallisation ist bekannt.
Pigmentäres, sub-μm TiO2 stellt ein begehrtes Weißpigment dar, das technisch in großem Maße aus llmenit FeTiO3 nach dem „Sulfat-,, sowie dem „Chlorid- Verfahren" gewonnen wird [Hollemann Wiberg, ISBN 3-11-007511-3, (1985)]. Beide Verfahren nutzen als Lösungsmittel Wasser, die resultierenden Rutilteilchen sind nadeiförmig bei einer mittleren Primärteilchengröße von 110 nm. Die
Herstellung von ultrafeinem Rutil wird auch bei Kutty et. al. mit dem gleichen Ergebnis beschrieben [Materials Chemistry and Physics, 19, 533ff (1988)] sowie bei Cheng et. al. [Chem. Mater. 7 663ff (1995)].
Da die Teilchengröße des hergestellten Rutils für die eingangs beschriebenen Anwendungen zu groß ist, wurde bei Cheng et. al. [Chem. Mater. 7 663ff (1995)] und bei Elfenthal et. al. [DE 4105345A (1991 )] versucht, die Teilchengröße vor dem Ausfällen des feinteiligen Rutils durch die Zugabe von Minerali- sierern wie SnCI4 NH CI oder NaCI zu reduzieren. Auf diese Weise ist es tat- sächlich möglich die Primärteilchengröße des Rutils zu reduzieren, leider aber nicht die Teilchengröße des Rutils, die sich beim Redispergieren des Rutils im Lösungsmittel einstellt, da die entstehenden Produkte stark aggregiert sind. So reduziert sich z. B. die Primärteilchengröße des n-Rutils durch die Zugabe von 4 Gew.-% SnO2 auf 35 nm bzw. durch die Zugabe von 10 Gew.-% SnO2 auf 15 nm [DE4105345A (1991 )]. Redispergierversuche dieser Rutilteilchen führen aber immer zu milchigen Produkten mit einer Teilchengrößenverteilung die der des gröberen nadeiförmigen Rutils entspricht. Die Schwierigkeit der transparenten Redispergierung des subpigentären Titandioxides wird auch von Elfenthal et al. [DE4105345A (1991 )] selbst beschrieben, der Rutil mit Teilchengrößen zwi- sehen 20 und 100 nm hergestellt und in Polyethylen eingearbeitet hat. Nach Aussage von Elfenthal et al. kann selbst bei den feinteiligsten Produkten keine völlige Transparenz im sichtbaren Spektralbereich gefunden werden. Dies bedeutet, dass die Teilchengröße immer deutlich oberhalb von 40 nm liegt.
Die Herstellung von nanoskaligem TiO2 über den Sol-Gel-Weg bzw. über nicht wässrige Syntheseverfahren ist in der Literatur vielfach beschrieben, jedoch entstehen über diesem Wege ausnahmslos amorphes TiO2 oder Anatas. Um auf diesem Wege einen Rutil zu synthetisieren, müssen die erhaltenen Produkte bei Temperaturen üblicherweise zw. 550 und 800° C thermisch oder hydro- thermal nachbehandelt werden. Diese thermische Behandlung führt zu einem Anwachsen und Verwachsen der Teilchen untereinander, so dass auch hier kein Produkt synthetisiert werden kann, das unterhalb 100 nm redispergierbar
ist. Koebrugge et al. stellten ein amorphes TiO2 her [J. Mater. Chem., 3 (11), 1095ff (1993)]., das sich erst oberhalb von 800° C und einer Haltezeit von 8 Stünden in Rutil umwandelt. Die Primärteilchengröße nimmt dabei von 7,7 nm (200° C) über 13,2 nm (450° C) auf 89 nm (800° C) zu. Bei der Temperaturbe- handlung wachsen die nanoskaligen Teilchen zu sub-μm bis μm großen Aggregaten zusammen. Ähnliche Erfahrungen machen auch Bao et. al. [Wuji Cailiao Xuebao, (1996), 11 (3), 453ff], Zhou et. al. [Zhongshan Daxue Xuebao; Ziran Kexueban (1996), 35 (2), 32ff] sowie Kyung et. al. [Hwahak Konghak, 33 (5), (1995) 544ff]. Liu et al. [Yingyong H. (1994), 11 (5), 36ff] konnte zwar die Umwandlungstemperatur durch die Zugabe von Diethylether auf 400° C absenken, an der Qualität des Rutils änderte dies aber nichts.
Zusammengefasst lässt sich feststellen, dass über wässrige Syntheseverfahren entweder gut redispergierbare Rutilnadeln (70 bis 100 nm Länge) oder schlecht redispergierbare, dotierte Rutilteilchen erzeugen lassen. In beiden Fällen kommt man zu keinem Produkt, das sich transparent in eine organische Matrix einarbeiten lässt, da die Teilchen mit Größen oberhalb 70 nm das Licht brechen. Über die Sol/Gel-Route bzw. über nichtwässrige Syntheseverfahren las- sen sich mehrere hundert Literaturstellen finden, die entweder amorphes TiO2 oder Anatas herstellen. Im Gegensatz zu der wässrigen Route wird hier niemals direkt Rutil gebildet. In vielen dieser Arbeiten wird lediglich darüber berichtet, dass sich bei einer thermischen Nachbehandlung die üblicherweise oberhalb 550° C liegt, Rutil bildet. Aufgrund dieser hohen Temperaturen sind diese Pro- dukte nicht auf Primärteilchengröße redispergierbar.
Da ein Redispergieren des nanokristallinen Titandioxides auf eine Teilchengröße < 40 nm, wie eingangs beschrieben, notwendig ist, um das Titandioxid als UV-Absorber in organischen Polymeren speziell Kunststoffen, Lasuren, kosme- tischen Produkten oder Lacken transparent zu redispergieren, sind die in der Literatur aufgeführten nanoskaligen Titandioxidpulver hier allesamt ungeeignet.
Der feinteiligste, heute zur Verfügung stehende Rutil wird zurzeit in Sonnenschutz-Cremes zur Steigerung des Lichtschutzfaktors eingesetzt [EP0518773, 1992]. Er ist üblicherweise nadeiförmig, mindestens 70 nm lang und bis zu 10 nm breit. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass Hersteller von n-Rutil, wie z. B. Sachtleben, von einer Partikelgröße der Primärkristalle im Bereich von 10-15 nm reden, da sie selbst bei ihren Produkten angeben, dass sich diese Primärkristalle stäbchenförmig zusammenlagern, also aggregieren und dann Längen von 100 nm erreichen. Hersteller, die gecoateten Rutil anbieten, stehen weiterhin vor dem Problem, dass es bisher kein Verfahren gibt, konkreten Ein- zelteilchen, die deutlich unter 100 nm Teilchengröße besitzen, gleichmäßig zu coaten. Normalerweise führt das Coaten zu einer Agglomeration der Teilchen und die entstehenden Agglomerate (Erscheinungsbild ähnelt dem von „Trauben") werden gecoatet, womit wiederum ein „Anwachsen" verbunden ist. Die Größe des Rutils und die damit verbundene Lichtbrechung führen bei der Auf- tragung der Creme auf die Haut zu einer weißen Färbung, wobei diese selbstverständlich abnimmt, je dünner die Schicht ist Die Akzeptanz einer völlig farblosen Creme wäre sichtlich höher, aber ein Rutil, der sich auf eine Teilchengröße < 40 nm verteilen lässt, liegt zurzeit, wie ausführlich beschrieben wurde, nicht vor. Die beschriebenen Streuverluste machen einen Einsatz dieses be- kannten Rutils in transparenten Polymeren ebenfalls völlig unmöglich. Lediglich auf dem Gebiet der Automobileffektlackierung haben feinteilige Titanoxide ein neues Anwendungsgebiet erschlossen. In Kombination mit gängigen Aluminiumpigmenten kommt es in Zweischicht-Metalleffektlackierungen zu einem interessanten Changier-Effekt. Je nach Betrachtungswinkel verändert sich der vi- suelle Eindruck [Farbe und Lacke 98, 93ff (2/1992)].
Um n-Rutil als UV-Absorber in Lacken, Polymeren, Cremes etc. nutzen zu können, muss auch dessen katalytische Aktivität entweder durch gezieltes Dotieren oder durch das Aufbringen anorganischer Schichten, bestehend aus AI2O3, SiO2 und ZrO2 minimiert werden.
Üblicherweise erfolgt das Aufbringen dieser Schichten dadurch, dass das TiO2 in Wasser dispergiert wird und über pH-Wert-Änderung ein Hydroxid der Elemente Aluminium, Zirkonium und Solizium aufgefällt wird. So geht Hier von Natriumsilikat [US 2.885.366, 1959], Werner A.J. von Natriumsilikat und Natriuma- luminiat [US 3.437.502, 1969], Jacobson H.W. et. al. von Natriumaluminat [US 4.461.810], Luginsland H. H. et. al. von Zirkonylchlorid und Zirkonylsulfat [DE 2223524, 1972] Sayer et. al. [EP 059992,1993] von Zinkchlorid und Hyun S. H. et. al. von Aluminiumsulfat und Aluminiumnitrat [J. of Korean Ceram. Soc, 28 (4), 338ff (1991 )] aus. Eine Variante lässt sich nur bei Dardaris et. al. [US 5.256728, 1993] finden, die TiO2 mit Polysiloxane coaten. Das US-Patent beschreibt die Herstellung pigmentierter Polycarbonate. Eine andere Möglichkeit, die katalytische Aktivität des TiO2 zu reduzieren, besteht in der Dotierung des Titandioxidgitters mit drei bzw. fünfwertigen Elementen, die gebildete, reaktive Zwischenstufen abfangen können. Hier sind Dotierungen mit Fe, Sb, AI, In, Ce, Nb und V möglich [DE 4222905, 1992].
Die Realisierung eines anorganischen Coatings gestaltet sich für nanoskaligen Rutil mit einer Teilchengröße unter 40 nm als sehr schwierig, da eine beim Coa- ting-Verfahren üblicherweise durchgeführte ph-Wert-Änderung der Suspension zu einem Agglomerieren der Teilchen führt, was wiederum bedeutet, dass nicht die Primärteilchen, sondern die entstandenen Agglomerate gecoatet werden. Hier gibt es im Stand der Technik keine Lösung.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Rutil oder ein Oxid mit einer Primärteil- chengröße von < 40 nm bereitzustellen, das sich auf Primärteilchengröße redispergieren lässt.
Weiterhin ist es die Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren aufzuzeigen, mit dem Rutile oder Oxide < 40 nm hergestellt werden können, die sich auf einer Teil- chengröße von < 40 nm redispergieren lassen.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es möglich, einen nanoskaligen, dotierten Rutil mit einer Primärteilchengröße von 10 nm herzustellen, der auch auf diese Teilchengröße in Wasser und allen gängigen Lösungsmitteln redispergiert werden kann. Mit einer Teilchengrößenverteilung von dgo=30 nm, bricht dieser n-Rutil das Licht nicht mehr und kann transparent in alle organische Matrizes eingearbeitet werden. Diese Verbesserung ist somit von entscheidender technischer Bedeutung, da hierdurch ein deutlich breiteres Anwendungsfeld für den nanoskaligen Rutil zur Verfügung steht, wie beispielsweise die Hersteilung eines transparenten, UV-geschützten Kunststoffes z. B. als Glasersatz, bei dem der UV-Schutz weder zeitlich nachlässt (organische UV-Absorber werden von UV-Strahlen ebenfalls geschädigt) noch ausgewaschen werden kann (organische UV-Absorber neigen zur Migration). Durch eine gleichzeitige Gitterdotierung mit dreiwertigen Ionen kann die photokatalytische Aktivität weitgehend unterdrückt werden. Auch die Auftragung eines anorganischen Coatings auf die einzelnen, konkreten Nanoteilchen ist ohne Agglomeration der Teilchen möglich.
Gegenstand der Erfindung ist neben der Bereitstellung eines Rutils oder eines Oxids ein Verfahren zur Herstellung von nanoskaligen, dotierten und gegebe- nenfalls gecoateten Rutilpulvern, bei dem zunächst ein amorphes TiO2 hergestellt wird, durch Versetzen einer alkoholischen Lösung, bevorzugt Isopropanol oder n-Propanol, mit einem Titanalkoholat und mit einem Aluminiumalkoholat unter Zugabe von Wasser und Säure. Das so entstandene amorphe TiO2 wird durch Entfernung des Lösungsmittels isoliert, und zeichnet sich durch eine Teil- chengröße zw. 2 und 10 nm, bevorzugt zw. 3 und 6 nm und einer spezifischen Oberfläche größer 50 m2/g, bevorzugt größer 100 m2/g und besonders bevorzugt oberhalb 150 m2/g aus. Eine Lösung des so hergestellten amorphen TiO2 ist transparent mit einer Teilchengrößenverteilung d90<20 nm, bevorzugt dg0<10 nm.
Zur Herstellung des dotierten, nanoskaligen Rutils wird das soeben hergestellte amorphe TiO2 in einer wässrigen Lösung redispergiert, die auf einen sauren
pH-Wert mit Hilfe einer Säure eingestellt wurde. Die so durchgeführte Änderung des Lösungsmittels von Alkohol zu Wasser stellt einen sehr wichtigen Verfahrensschritt dar, da bei einer Kristallisation ohne Lösungsmittelaustausch, bei ansonsten analogen Bedingungen, nur Anatas entstehen würde. Die erhaltene Suspension wird nach Zugabe eines Zinnsalzes (oder alternativ NH CI oder NaCl) homogenisiert und bei einer Temperatur zw. 100 und 300° C, bevorzugt zw. 200 und 250° C in einem Autoklaven kristallisiert. Die Kristallisationszeit beträgt dabei mindestens eine Stunde, bevorzugt 6 Stunden. Die Kristallisation kann auch auf rein thermischem Wege bei Temperaturen zw. 50 und 150° C, bevorzugt bei 100° C, erfolgen. Die Haltezeit liegt oberhalb einer Stunde, bevorzugt zw. 4 und 8 Stunden.
Der so entstandene Rutil besitzt eine Kristallitgröße zw. 5 und 20 nm, bevorzugt zwischen 5 und 10 nm und eine spezifische Oberfläche zw. 30 und 250 m2/g, bevorzugt zw. 50 und 150 m2/g. Eine Lösung dieses Rutils in Wasser ist transparent, d. h. alle Teilchen in der Suspension sind kleiner als 40 nm (Teilchengrößenmessung erfolgte mit allen derzeit bekannten Verfahren). Die Kristallisation eines Rutils < 40 nm aus einer Lösung, ausgehend von einer alkoholischen Lösung eines Alkoholates, ist somit erstmals möglich.
Der Gehalt an Aluminium beträgt im Kristallgitter zw. 0,1 und 0,5 Mol.-%, bevorzugt zw. 0,2 und 0,4 Mol.-%. Durch diese Gitterdotierung wird die katalytische Aktivität des nanoskaligen Rutils fast völlig unterdrückt, was sich z. B. dadurch aufzeigen lässt, dass der gitterdotierte, nanoskalige Rutil organische Farbstoffe wie z. B. Murexid und UV-Bestrahlung nicht mehr zersetzt.
Größere Mengen an zugegebenem Aluminium scheiden sich an der Pulveroberfläche als Aluminiumhydroxid/oxid ab. Auf die sich bildende Schicht kann weiteres Aluminiumhydroxid/oxid aufwachsen, indem das so synthetisierte TiO2-Pulver in einer verdünnten Aluminumsalzlösung redispergiert und einer hydrothermalen Nachbehandlung unterzogen wird. Die beschriebene Anreiche-
rung des Aluminiumhydroxides an die TiO2-Oberfläche ist mit einer Verschiebung des isoelektrischen Punktes um zwei pH-Einheiten verbunden.
Ersetzt man die Aluminiumsalzlösung durch eine Silizium- oder eine Zirkonsalz- lösung, so ist auf dem gleichen Wege um die Teilchen auch die Darstellung eines dünnen Silizium- oder Zirkonfilmes möglich. Aufgrund des nahezu konstanten pH-Wertes findet kein unkontrolliertes Ausfällen von Aluminium- bzw. Silizium- bzw. Zirkonoxid statt.
Der Gehalt an Zinn im Kristallgitter kann zwischen 4,0 und 13 Mol.-% betragen. Mit steigendem Zinngehalt reduziert sich die Primärteilchengröße des nanoskaligen Rutils von 15 auf 4 nm und es erhöht sich die spezifische Pulveroberfläche von 80 auf 200 m2/g.
Weiterhin verbessert sich mit steigendem Zinngehalt die Redispergierbarkeit der Nanoteilchen. Die Absorptionskante des synthetisierten n-Rutils liegt je nach Aiuminiumgehalt zw. 390 und 410 nm, bevorzugt, zwischen 395 und 405 nm. Zur Bildung des Rutils ist eine Mindestmenge von Zinn im Kristallgitter nötig. Diese liegt oberhalb von 2 Mol.-%, bevorzugt oberhalb 3 Mol.-% und beson- ders bevorzugt oberhalb 4 Mol.-%.
Zur Herstellung der amorphen Rutilvorstufe geeignete Verbindungen sind vorzugsweise Aluminium- und Titanalkoholate, wie sie z. B. von der Firma Gelest Inc.; Tullytown, PA USA zu beziehen sind, vorzugsweise jedoch Titanisopropo- xyd, Titan-n-propoxyd, Titanisobutoxyd, Titan-n-butoxyd, Titanethoxyd, Titan- methoxypropoxyd und Titanmethoxyd bzw. Aluminiumsecundärbutylat (AI(OsBu)3), Aluminiumtertiärbutoxyd, Aluminium-n-butoxyd und Aluminiumi- sopropoxyd.
Zur Einstellung des sauren pH-Wertes sind alle Säuren prinzipiell möglich, bevorzugt aber anorganische Säuren, besonders bevorzugt Salzsäure.
Zur Dotierung des Rutils mit Zinn, um die Kristallstruktur des Rutils zu stabilisieren, eignen sich prinzipiell alle wasserlöslichen Zinnverbindungen, bevorzugt aber Zinnsalze, wie Zinnchlorid, Zinnsulfat und Zinnoxalat.
Eine Abwandlung des hier beschriebenen Verfahrens besteht darin, dass das amorphe Ti02, das durch Versetzen einer alkoholischen Lösung einer Titanverbindung mit einem Aluminiumalkoholat unter Zugabe von Wasser und Salzsäure entsteht, nicht isoliert wird, sondern die alkoholische Lösung direkt hydrothermal oder thermisch kristallisiert wird. Die hydrothermale Kristallisation wird bevorzugt bei einer Temperatur zw. 100 und 300° C, bevorzugt zw. 200 und 250° C in einem Autoklaven durchgeführt. Die Kristallisationszeit beträgt dabei mindestens eine Stunde bevorzugt 6 Stunden. Die Kristallisation kann auch auf rein thermischem Wege erfolgen bei Temperaturen zw. 50 und 150° C, bevorzugt bei 100° C. Die Haltezeit liegt oberhalb einer Stunde, bevorzugt zw. 4 und 8 Stunden. Auf diese Weise lässt sich ein nanoskaliger Anatas mit einer Kristal- litgröße zwischen 3 und 25 nm, bevorzugt, zw. 5 und 10 nm mit einer spezifischen Oberfläche zw. 100 und 250 m2/g, bevorzugt zw. 140 und 200 m2/g herstellen. Die Absorptionskante des n-Anatas liegt zw. 370 und 380 nm. Eine Lösung des Anatas in Wasser ist transparent bei einer Teilchengrößenverteilung von d90 (vol)< 20 nm.
Das aufgezeigte Herstellungsverfahren zur Synthese von nanoskaligem Anatas kann auch zur Synthese von nanoskaligem Zirkonoxid genutzt werden. Hierbei wird das amorphe ZrO2, das durch Versetzen einer alkoholischen Lösung einer Zirkonverbindung mit optional einem Yttriumalkoholat unter Zugabe von Wasser und Salzsäure erhalten wird, direkt in der vorliegenden alkoholischen Lösung hydrothermal oder thermisch kristallisiert. Die hydrothermale Kristallisation wird bevorzugt bei einer Temperatur zw. 100 und 300° C, bevorzugt, zw. 200 und 250° C in einem Autoklaven durchgeführt. Die Kristallisationszeit beträgt dabei mindestens eine Stunde bevorzugt 6 Stunden. Die Kristallisation kann auch auf rein thermischem Wege erfolgen bei Temperaturen zw. 50 und 150° C, bevorzugt bei 100° C. Die Haltezeit liegt oberhalb einer Stunde, bevorzugt zw. 4 und
8 Stunden. Auf diese Weise lässt sich ein nanoskaliges Zirkonoxid herstellen, das bei Gegenwart des Yttriumalkoholates auch stabilisiert gewonnen wird, mit einer Primärteilchengröße zw. 5 und 10 nm und einer spezifischen Pulveroberfläche zw. 150 und 300 m2/g, bevorzugt zwischen 180 und 220 m2/g. Als Zirko- nalkoholat eignen sich bevorzugt Zirkonethoxyd, Zirkonisopropoxyd, Zirkon-n- propoxyd, Zirkon-n-butoxyd und Zirkon-2methyl-2butoxyd, als Yttriumalkoholat wird bevorzugt Yttriumisopropoxyd, Yttriumethoxyd und Yttriummethoxyethoxyd verwendet.
Analog zur obigen Synthese von Zirkonoxyd (optional mit und ohne Dotierkomponente Yttrium), lassen sich durch Variation der eingesetzten Alkoholate weitere nanoskalige Stoffsysteme wie SnO2, ATO, ln2O , ITO, Y2O3, CeO2, BaTiO3, ZnO, BaO, CaO und MgO synthetisieren. Durch Ersetzen des Zirkonalkoholat.es in obiger Beschreibung durch ein Alkoholat eines anderen Elementes lässt sich die Matrix ändern, durch Ersatz des Yttriumalkoholates in obiger Beschreibung durch ein AJkonoJai eines anderen Elementes die Dotiersubstanz. Die dafür benötigten Alkoholate sowohl für das Matrixmaterial, als auch für das Dotiermaterial lassen sich z. B. bei der Firma Gelest Ine; Tullytown.; PA USA beziehen.
Zur Synthese von SnO2 und ATO eignen sich bevorzugt Zinnethoxyd, Zinnisopropoxyd und Zinnmethoxyd. Die Antimondotierung des SnO2 zur Herstellung von nanoskaligem ATO wird bevorzugt mit Antimonmethoxyd, Antimonethoxyd und Antimon-n-butoxyd durchgeführt. Zur Synthese von ln2O3 und ITO eignet sich bevorzugt Indiummethoxyethoxyd. Die Zinndotierung des ln2θ3 mit Sn zur Herstellung von ITO wird bevorzugt mit Zinnethoxyd, Zinnisopropoxyd und Zinnmethoxyd durchgeführt. Zur Synthese von Y2O3 eignet sich bevorzugt Yttriumisopropoxyd, Yttriumethoxyd und Yttriummethoxyethoxyd. Zur Synthese von CeO2 eignen sich als Ausgangsverbindungen bevorzugt Cerisopropoxyd, Cer-t- buoxid und Cermethoxyethoxyd. Zur Synthese von BaO, CaO und MgO eignen sich bevorzugt die jeweiligen Isopropoxyde. Zur Synthese von ZnO eignen sich bevorzugt als Precursoren Zinktertiärbutoxyd und Zinkmethoxyethoxyd. Zur
Synthese von BaTiO3 wird bevorzugt ein Gemisch, eines der bereits oben erwähnten Titanalkoholate und Bariumisopropoxyd eingesetzt.
Die erfindungsgemäß hergestellten Nanoteilchen lassen sich mit den gängigen, dem Fachmann bekannten, keramischen Formgebungsverfahren Foliengießen, Extrusion, Elektrophorese, Spritzgießen und Pressen weiterverarbeiten. Über eine geeignete Oberflächenmodifizierung ist auch ihre Einarbeitung auf Primärteilchengröße in allen gängigen, dem Fachmann bekannten, Lacksystemen und Polymeren möglich.
Zur Herstellung von beispielsweise einem amorphen, nanoskaligen TiO2- Pulvers wird zu 1-Propanol Aluminiumsecundärbutylat hinzugegeben.Zum Lösen des Al-Alkoholats wird das Gemisch unter Rühren erhitzt bis eine klare Lösung entstanden ist. Nach Abkühlen werden entsprechende Mengen von Ti(O'Pr)4, HCIconc, und . nach 20 min Rühren H2Odeionisiert hinzu getropft. Anschließend wird das Sol noch 2 h bei Raumtemperatur gerührt. Auf diese Weise erhält man eine 5 gew.-%ige Lösung von amorphem, mit Aluminium gitterdotiertem TiO2 in 1-Propanol. Das Pulver kann bei 40° C und 10 mbar am Rotationsverdampfer isoliert werden.
Soll ein nanoskaliges, mit Aluminium gitterdotiertes Anatas hergestellt werden, so wird eine 5 gew.-%ige Lösung, wie vorangestellt beschrieben, eines amorphen Ti02-Pulvers in 1-Propanol in einen Druckaufschlussbehälter aus Teflon gegeben. Der Teflonbehälter wird nun 6 Stunden bei 250° C betrieben. Nach Abkühlen erhält man einen weißen Bodensatz, bestehend aus n-Anatas. Der n-Anatas wird in deionisiertem Wasser aufgeschlämmt und zentrifugiert. Der Bodensatz wird nun am Rotationsverdampfer (max. 50° C) bis zum trockenen Pulver eingeengt.
Zur Synthese von mit Aluminium und Zinn gitterdotiertem n-Rutil wird zu H2Odeι0nisiert HCIconc hinzugegeben. Dann fügt man Anteile des schon beschriebenen amorphen Ti02- Pulvers hinzu. Der Ansatz wird gerührt und homogenisiert bis eine klare Lösung entstanden ist. Dazu gibt man nun unter Rühren SnCI4 • 5 H2O. Zur hydrothermalen Nachbehandlung wird die Lösung in einen Druckaufschlussbehälter aus Teflon gege-
ben. Der Teflonbehälter wird 6 Stunden bei 220° C betrieben. Nach Abkühlen erhält man einen gelb-grünen Bodensatz, bestehend aus gitterdotiertem n-Rutil. Zur Darstellung des n-Rutils ist es auch möglich, auf die hydrothermale Nachkristallisation zu verzichten. Zur Kristallisation genügt auch ein zweistündiges, besser sechsstündiges Rüh- ren bei 100° C.
Eine Synthese von mit Aluminium und Zinn gitterdotiertem n-Rutil ist möglich, wenn man zu H2OdeιoniSiert HCIconc hinzugibt. Dann fügt man das beschriebene amorphe Ti02- Pulver hinzu. Der Ansatz wird für kurze Zeit stark gerührt und dann desintegriert bis eine klare Lösung entstanden ist. Dazu gibt man nun unter Rühren SnCI4 • 5 H20. Zur hydrothermalen Nachbehandlung wird die Lösung in einen Druckaufschlussbehälter aus Teflon gegeben. Der Teflonbehälter wird 6 Stunden bei 220° C betrieben. Nach Abkühlen erhält man einen gelb-grünen Bodensatz, bestehend aus gitterdotiertem n-Rutil. Zur Darstellung des n-Rutils ist es auch möglich, auf die hydrothermale Nachkristallisa- tion zu verzichten. Zur Kristallisation genügt auch ein zweistündiges, besser sechsstündiges Rühren bei 100° C.
Die Synthese von mit Aluminium und Zinn gitterdotiertem n-Rutil mit an der Oberfläche angereichertem Aluminiumhydroxid erfolgt, wenn zu H2OdejθnjSiert HCIconc hinzugegeben wird. Dann fügt man das beschriebene amorphe TiO2-Pulver hinzu. Der Ansatz wird für kurze Zeit stark gerührt und dann desintegriert bis eine klare Lösung entstanden ist. Dazu gibt man nun unter Rühren SnCI4 • 5 H2O sowie AICI3 (wasserfrei). Zur hydrothermalen Nachbehandlung wird die Lösung in einen Druckaufschlussbehälter aus Teflon gegeben. Der Teflonbehälter wird 6 Stunden bei 220° C betrieben. Nach Abküh- len erhält man einen Bodensatz, bestehend aus gitterdotiertem, mit AI gecoatetem n- Rutil. Zur Darstellung des n-Rutils ist es auch möglich, auf die hydrothermale Nachkristallisation zu verzichten. Zur Kristallisation genügt auch ein zweistündiges, besser sechsstündiges Rühren bei 100° C, Durch eine Erhöhung des Aluminiumanteiles erhält man eine Verschiebung des isoelektrischen Punktes des Rutils von pH 4,4 auf pH 6,0. Weiterhin kann ein verbessertes Redispergierverhalten in Wasser d9o (nbr, vol) = 20 nm gefunden werden.
Soll eine Synthese von mit Aluminium und Zinn gitterdotiertem n-Rutil mit einem anorganischen Coating aus Aluminiumoxyd erfolgen, so kann man das soeben beschriebene gitterdotierte n-Rutil in H2Odeionisiert redispergieren. Zu dieser Lösung werden AICI3 und HCICOnc gegeben. Die Lösung ist 6 Stunden bei 220° C hydrothermal nachzubehandeln.
Zur Synthese eines nanoskaligen, amorphen ZrO2-Pulvers wird 1-Propanol in einem Dreihalskolben vorgelegt. Hierzu werden Zr(O'Pr) , HCICOnc, und nach 20 min Rühren H2Odeionisiert hinzu getropft. Auf diese Weise kann man eine 5 gew.- %ige Lösung von amorphem ZrO2 in 1-Propanol erhalten. Das Pulver kann bei 40° C und 10 mbar am Rotationsverdampfer isoliert werden. Zur Synthese des nanoskaligen ZrO2 wird die 5 gew.-%ige Lösung des amorphen ZrO2-Pulvers in 1-Propanol in einen Druckaufschlussbehälter aus Teflon gegeben. Der Teflonbehälter wird nun 6 Stunden bei 250° C betrieben. Nach Abkühlen erhält man einen weißen Bodensatz, bestehend aus n-ZrO2. Das n-ZrO2 wird in deionisier- tem Wasser aufgeschlämmt und zentrifugiert. Der Bodensatz wird nun am Rotationsverdampfer (max. 50° C) bis zum trockenen Pulver eingeengt. Das so hergestellte n-ZrO2 besitzt eine Kristallitgröße zw. 3 und 10 nm und eine spezifische Oberfläche größer 200 m2/g.
Zur Synthese eines nanoskaligen, amorphen BaTiO3-Pulvers wird 1-Propanol in einem Dreihalskolben vorgelegt. Hierzu werden Ti(O'Pr) , Ba(O'Pr)2, HCICOnc und nach 20 min Rühren kolonisiert hinzu getropft. Auf diese Weise kann man eine 5 gew.-%ige Lösung von amorphem BaTiO3 in 1-Propanol erhalten. Das Pulver kann bei 40° C und 10 mbar am Rotationsverdampfer isoliert werden. Zur Synthese des nanoskaligen BaTiO3 wird die 5 gew.-%ige Lösung des a- morphen BaTiO3-Pulvers in 1-Propanol in einen Druckaufschlussbehälter aus Teflon gegeben. Der Teflonbehälter wird nun 6 Stunden bei 250° C betrieben. Nach Abkühlen erhält man einen weißen Bodensatz, bestehend aus n-BaTiO3. Das n-BaTiO3 wird in deionisiertem Wasser aufgeschlämmt und zentrifugiert. Der Bodensatz wird nun am Rotationsverdampfer (max. 50° C) bis zum trockenen Pulver eingeengt. Das so hergestellte n-ZrO2 besitzt eine Kristallitgröße zw. 3 und 10 nm und eine spezifische Oberfläche größer 200 m2/g.
Bei den in der Beschreibung beschriebenen Stoffsystemen sind ATO (mit Sb dotiertes Sn02) und ITO (mit Sn dotiertes ln2O3) gitterdotiert. Die Stoffsysteme Y2O3, CeO2, BaTiO3, ZnO, BaO, CaO und MgO wiesen keine Gitterdotierung auf.
Nanoskalige Rutil- oder Oxidpulver sind dadurch erhältlich, dass man zunächst ein amorphes TiO2 herstellt, durch Versetzen einer alkoholischen Lösung mit einem Titanalkoholat und mit einem Aluminiumalkoholat unter Zugabe von Wasser und Säure. Das amorphe, aluminiumhaltige TiO2 wird durch Entfernung des Lösungsmittels isoliert, und in Wasser bei Gegenwart eines Zinnsalzes redispergiert. Eine thermische oder hydrothermale Nachbehandlung führt zu einem auf Primärteilchengröße redispergierbaren Rutil oder Oxid. Mit einer Primärteilchengröße zw. 5 und 20 nm kann dieser n-Rutil oder das erhaltene Oxid transparent in alle organische Matrizes eingearbeitet werden. Durch eine Gitterdotierung mit dreiwertigen Ionen wird die photokatalytische Aktivität unterdrückt. Wird die amorphe Vorstufe in Alkohol redispergiert, oder nicht isoliert, sondern direkt kristallisiert, entsteht ein auf Primärteilchengröße redispergierba- rer Anatas. Durch Variation der Alkoholate sind ebenfalls darstellbar: ZrO2, ZnO, SnO2, ATO, ln2O3, ITO, Y2O3] BaO, CaO, MgO, CeO2, und BaTiO3.