Kameraschutzgehäuse für eine Kamera
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Kameraschutzgehäuse für eine Kamera gemäß An- spruch 1.
Aus dem allgemeinen Stand der Technik sind zahlreiche Kameraschutzgehäuse bekannt. Bekannt sind z.B. Ledertaschen oder elastomere Taschen zum Schutz mobiler Kameras gegenüber Staub und Feuchtigkeit. Solche Schutzgehäuse müssen geöffnet werden, um das Objektiv freizugeben und können daher nur verwendet werden, wenn die Kamera nicht im Einsatz ist.
Bekannt sind aber auch transparente Kunststoffgehäuse, in denen Kameras funktionsbereit aufbewahrt und auch ohne Öffnung des Gehäuses benutzt werden können. Solche Kunst- stoffgehäuse werden z.B. am Strand zum Schutz gegenüber Sand und Spritzwasser verwendet.
Die vorgenannten Schutzgehäuse für Kameras sind aber ungeeignet für den professionellen Einsatz, z.B. im Rahmen von Zustandsüberwachungen von Industrieschornsteinen. Bei einem solchen Einsatz werden Kameras sehr hohen Rauchgastemperaturen und Rußpartikelkonzentrationen ausgesetzt.
Für den vorgenannten professionellen Einsatz sind ausschließlich stationär zu installierende Systeme bekannt, die mit von außen zugeführten Hilfsmitteln zur Kühlung arbeiten. - Diese stationären Kamerasysteme sind nur während Stillstandszeiten einer zu überwachenden Anlage einzusetzen. Eine solche Überwachung ist für den Betreiber einer solchen Anlage daher mit hohen Kosten verbunden.
In solchen bekannten stationären Kamerasystemen werden die mit industriellen Einsätzen verbundenen Probleme einer hohen Temperatur und eines Beschlagens der Optik durch den Einsatz von Luft oder Wasser als Kühlmittel bzw. von Druckluft gelöst. Diese Hilfsmittel werden bestehenden Kamerasystemen von außen zugeführt. Dies erfordert einerseits eine recht aufwendige Technik und führt andererseits in mobilen Kamerasystemen auch nicht zu dem gewünschten Erfolg, weil sich die Hilfsstoffe (Luft, Wasser) dort auf dem
Weg ihrer Zuleitung zum Einsatzort der Kamera selbst aufheizen würden und ihre Kühlwirkung verlören. Darüber hinaus würde sich auch das Einsatzgewicht des mobilen Kamerasystems in einer Weise erhöhen, die dessen Einsatz unpraktikabel macht.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist daher, ein Kameraschutzgehäuse zu schaffen, daß unter extremen äußeren klimatischen Bedingungen ohne externe Hilfsmittel ein Ge- häuseinnenklima schafft, in welchem eine Kamera im mobilen Einsatz funktionsgerecht arbeiten kann.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des einteiligen Anspruchs 1 gelöst.
Das erfindungsgemäße Kameraschutzgehäuse ist mit einer Kamera im mobilen Einsatz zu verwenden und arbeitet völlig autark mit Hilfe eines Wärmespeichermediums sowie einer Abschottung des Innengehäuses. Mit dem erfindungsgemäßen Kameraschutzgehäuses wird es erstmals möglich sein, den Innenteil von Industrieschornsteinen ohne Unterbrechung des Anlagenbetriebs per Farbvideo zu überprüfen.
Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Merkmalen der Unteransprüche 2 bis 14.
Eine Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnung näher beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung im Längsschnitt durch ein Kameraschutzgehäuse gemäß vorliegender Erfindung;
Fig. 2 eine schematische Darstellung im Querschnitt durch ein Kameraschutzgehäuse gemäß vorliegender Erfindung.
In Fig. 1 ist schematisch ein Kameraschutzgehäuse 1 der vorliegenden Erfindung im Längsschnitt dargestellt. Das Kameraschutzgehäuse 1 weist ein Außengehäuse auf, das sich im wesentlichen aus einer Außenwand 3, einer äußeren Frontplatte 5, einer äußeren Rückplatte 7 sowie einer transparenten äußeren Scheibe 9 und einer äußeren Fassung 11
für die äußere Scheibe 9 zusammensetzt. Die Außenwand 3 erstreckt sich in der vorliegenden Ausführungsform im wesentlichen konzentrisch zu einer Längsachse L. In der vorliegenden Ausführungsform wird die Außenwand 3 aus einem Edelstahlrohr mit rundem Querschnitt gebildet. Es ist aber in anderen Ausführungsformen auch möglich, daß die Außenwand 3 mehrteilig ausgebildet ist und dem Außengehäuse einen anders geformten Querschnitt verleiht, z.B. oval, dreieckig, viereckig oder mehreckig. Es ist auch möglich, daß andere Materialien für die Ausbildung der Außenwand verwendet werden. Voraussetzung ist nur, daß diese wärmebeständig und chemisch beständig sind, wobei der Grad der Beständigkeit abhängig ist vom jeweiligen Einsatzort.. Vorzugsweise ist die Außenwand 3 wenigstens auf ihrer der Umgebung ausgesetzten Außenseite poliert, um besser Wärme reflektieren zu können.
Die äußere Frontplatte 5 und die äußere Rückplatte 7 sind in der vorliegenden Ausführungsform ebenfalls aus Edelstahl und wenigstens auf ihren außen liegenden Flächen po- liert. Die äußere Frontplatte 5 weist eine äußere Öffnung 5.1 auf. In der vorliegenden Ausführungsform ist die äußere Öffnung 5.1 kreisrund ausgebildet. In anderen Ausführungsformen kann die äußere Öffnung 5.1 aber auch beliebige andere Formen aufweisen. Die äußere Öffnung 5.1 ist mit der äußeren Scheibe 9 verschlossen. Die äußere Scheibe 9 sitzt in der äußeren Fassung 11 und wird durch diese in Position gehalten. Die äußere Fassung 11 ist gasdicht ausgebildet und mit der äußeren Frontplatte 5 fest aber lösbar verbunden. In der vorliegenden Ausführungsform ist die äußere Fassung 11 mit der äußeren Frontplatte 5 verschraubt. Die äußere Scheibe 9 ist chemisch beständig ausgebildet und besteht in der vorliegenden Ausfuhrungsform aus Borosilikatglas.
An der äußeren Frontplatte 5 kann ein Beleuchtungsring (nicht dargestellt) aus Edelstahl um die äußere Scheibe 9 herum angebracht sein, an welchem mehrere Beleuchtungselemente, z.B. Halogenlampen, angeordnet sind. Eine Stromversorgung erfolgt dann durch eine innere Verkabelung.
Die äußere Rückplatte 7 weist eine Kabeldurchführung 7.1 auf. Die Kabeldurchführung 7.1 ist in der vorliegenden Ausführungsform aus einem hitzebeständigen Kunststoff, z.B. PEEK, könnte aber auch aus Edelstahl oder anderen hitzebeständigen Materialien bestehen. Die Kabeldurchführung 7.1 dient zur Durchführung von Stromkabeln, z.B. zur
Stromversorgung einer in dem Kameraschutzgehäuse 1 angeordneten Kamera (nicht dargestellt) oder auch der oben beschriebenen Beleuchtungselemente (nicht dargestellt).
Die äußere Frontplatte 5 und die äußere Rückplatte 7 sind in der vorliegenden Ausfüh- rungsform an dem vorderen bzw. hinteren Ende des die Außenwand 3 bildenden Edelstahlrohres mit diesem verschraubt oder in anderer Weise lösbar verbunden. In anderen Ausführungsformen ist es auch möglich, daß entweder nur die äußere Frontplatte 5 oder nur die äußere Rückplatte 7 mit dem jeweiligen Ende der Außenwand 3 verschraubt oder lösbar verbunden ist und das jeweils andere Plattenelement 5 oder 7 mit dem jeweiligen Ende der Außenwand 3 unlösbar verbunden ist, z.B. verschweißt ist.. In der äußeren Rückplatte 7 kann eine gasdicht eingeschraubte Trockenpatrone (nicht dargestellt) angeordnet sein, die mittels Kapillarröhre mit dem Inneren des Kammeraschutzgehäuses 1 verbunden ist.
An einer Außenseite des Außengehäuses sind auch Befestigungspunkte (nicht dargestellt) für eine Abseiltechnik vorgesehen. In der Regel werden solche Befestigungspunkte an einer Oberseite des aus der Außenwand 3 gebildeten Edelstahlrohres als Hakenösen ausgebildet sein, die ein Abseilkabel aufnehmen können. Solche Befestigungspunkte zum Abseilen und Positionieren von Gegenständen sind in der Abseiltechnik allgemein bekannt und werden daher hier nicht näher beschrieben.
Das Kameraschutzgehäuse 1 weist auch ein Innengehäuse auf, daß sich im wesentlichen aus einer äußeren Wand 15, einer inneren Wand 17, einer inneren Frontplatte 19, einer inneren Rückplatte 21, einer inneren Scheibe 23 und einer inneren Fassung 25 für die innere Scheibe 23 zusammensetzt. Die äußere Wand 15 und die innere Wand 17 erstreckt sich in der vorliegenden Ausführungsform im wesentlichen konzentrisch zu der Längsachse L. In der vorliegenden Ausführungsform werden die äußere Wand 15 und die innere Wand 17 jeweils aus einem Aluminiumrohr mit rundem Querschnitt gebildet. Es ist aber in anderen Ausfülirungsformen auch möglich, daß die äußere Wand 15 und die innere Wand 17 mehrteilig ausgebildet sind und dem Innengehäuse einen anders geformten Quer- schnitt verleihen, z.B. oval, dreieckig, viereckig oder mehreckig. Es ist auch möglich, daß andere Materialien für die Ausbildung der Außenwand verwendet werden. Voraussetzung ist, daß diese gut wärmeleitend sind.
Die innere Frontplatte 19 und die innere Rückplatte 21 sind in der vorliegenden Ausführungsform ebenfalls aus Aluminium. Die innere Frontplatte 19 weist eine innere Öffnung 19.1 auf. In der vorliegenden Ausfuhrungsform ist die innere Öffnung 19.1 kreisrund ausgebildet. In anderen Ausführungsformen kann die innere Öffnung 19.1 aber auch beliebige andere Formen aufweisen. Die innere Öffnung 19.1 ist mit der inneren Scheibe 23 verschlossen. Die innere Scheibe 23 sitzt in der inneren Fassung 25 und wird durch diese in Position gehalten. Die innere Fassung 25 ist gasdicht ausgebildet und mit der inneren Frontplatte 19 fest aber lösbar verbunden. In der vorliegenden Ausführungsform ist die innere Fassung 25 mit der inneren Frontplatte 19 verschraubt. Die innere Scheibe 23 ist als Wärmeschutzglas ausgebildet.
Die innere Rückplatte 21 weist einen gasdichten Steckverbinder 21.1 auf. Der gasdichte Steckverbinder 21.1 ist in Verbindungsrichtung mit der Kabeldurchführung 7.1 ausgerichtet und besteht aus hitzebeständigen Materialien. Die stromversorgenden Kabel werden durch die Kabeldurchführung 7.1 hindurchgeführt und in den Steckverbinder 21.1 gesteckt.
Die innere Frontplatte 19 und die innere Rückplatte 21 sind in der vorliegenden Ausführungsform an dem vorderen bzw. hinteren Ende der die äußere Wand 15 und die innere Wand 17 bildenden Aluminiumrohre mit diesen verschraubt oder in anderer Weise lösbar verbunden. In anderen Ausführungsformen ist es aueh möglich, daß entweder nur die innere Frontplatte 19 oder nur die innere Rückplatte 21 mit dem jeweiligen Ende der äußeren Wand 15 und der inneren Wand 17 verschraubt oder lösbar verbunden ist und das jeweils andere Plattenelement 19 oder 21 mit den jeweiligen Enden der äußeren Wand 15 und der inneren Wand 17 unlösbar verbunden ist.
Die äußere Wand 15 des Innengehäuses ist in räumlichen Abstand zu der Außenwand 3 des Außengehäuses angeordnet. Ebenso sind die innere Frontplatte 19 und die innere Rückplatte 21 in einem Abstand zu der äußeren Frontplatte 5 bzw. Rückplatte 7 angeordnet. Der Abstand beträgt in der vorliegenden Ausführungsform etwa 1/8 des Durchmessers des von der Außenwand 3 gebildeten Edelstahlrohres. Dieses Maß soll nur eine ungefähre Größenordnung wiedergeben. Der Abstand zwischen den Frontplatten 5 und 19, zwischen den Rückplatten 7 und 21 oder zwischen den Wänden 15 und 3 kann durchaus unterschiedlich sein. Der Abstand wird durch mehrere Abstandhalter 27, 29, 31 eingestellt. Die Wahl und Einstellung des Abstandes ist insbesondere abhängig davon, daß die innere Öff-
nung 19.1 und die äußere Öffnung 5.1 miteinander ausgerichtet sind, derart, daß beide Öffnungen 19.1 und 5.1 in ihrer Gesamtheit eine Gehäuseöffnung bilden. In der vorliegenden Ausführungsform ist die Gehäuseöffnung konzentrisch zur Längsachse L ausgebildet.
Der Abstandhalter 27 ist in der vorliegenden Ausfuhrungsforni aus dem Kunststoff PEEK ausgebildet und an der äußeren Frontplatte 5 angeschraubt. Dieser Abstandhalter 27 begrenzt die Gehäuseöffnung 5.1, 19.1 zwischen der inneren Fassung 25 und der äußeren Fassung 11. Der Abstandhalter 27 sowie die äußere Wand 15 und die Außenwand 3 umschließen einen äußeren Ringraum 33, in welchem ein Isoliermedium aus Feststoffen, z.B. Mineralwolle, zur Wärmeisolierung angeordnet ist.
Der Abstand zwischen der Außenwand 3 und der äußeren Wand 15 wird durch den Abstandhalter 29 gehalten und der Abstand zwischen der inneren und äußeren Rückplatte 21 bzw. 7 wird durch den Abstandhalter 31 gehalten.
Die innere Wand 17, die äußere Wand 15 sowie die innere Frontplatte 19 und die innere Rückplatte 21 begrenzen einen inneren Ringraum 35, in welchem ein Wärmespeichermedium angeordnet ist. Es können im Grunde alle dem Fachmann bekannten Wärmespeichermedien eingesetzt werden. In der vorliegenden Ausführungsform soll das Wärmespei- chermedium auf der Basis von Paraffinen bestehen, und z.B ein Wärmeparaffin sein, wie dies unter der Marke RUBITHERM® von der Rubitherm GmbH, Hamburg, im Handel erhältlich ist.
In der inneren Rückplatte 21 ist eine Einfüllöffnung ausgebildet, die mit einem Verschluß- stopfen 37 zu verschließen und zu öffnen ist.
In Fig. 2 ist sehr gut die konzentrische Anordnung des Edelstahlrohrs und der beiden inneren Aluminiumrohre zu erkennen. Die innere Wand 17 begrenzt zusammen mit der inneren Frontplatte 19 und der inneren Rückplatte 21 sowie der in der inneren Frontplatte 19 angeordneten inneren Scheibe 23 (Fig. 1) einen Innenraum 39. In diesem Innenraum 39 ist eine Koppelplatte 41 angeordnet und insbesondere an die innere Wand 17 geschweißt. Diese Koppelwand ist in der in den Figuren 1 und 2 dargestellten Arbeitsstellung horizontal ausgerichtet. Auf der Koppelplatte 41 ist ein Zusatzgehäuse 43 aus Aluminium angebracht. Das Zusatzgehäuse 41 dient zur Fixierung der Kamera (nicht dargestellt) und zur
Ableitung der Kamera- Abwärme über die geschweißte Verbindung zwischen der Koppelplatte 41 und der inneren Wand 17 an das Innengehäuse.
Die Kamera kann über die jeweils geschraubten inneren und äußeren Frontplatten bzw. Rückplatten in das Zusatzgehäuse eingesetzt werden. Das Innengehäuse wird dann mit der eingesetzten Kamera im Außengehäuse positioniert und mit Hilfe der Abstandhalter positioniert. Schließlich werden die äußeren Frontplatte und/oder die äußere Rückplatte an das Edelstahlrohr angeschraubt und das Kameraschutzgehäuse 1 an seinen Befestigungspunkten an die Abseiltechnik angehängt.
Aufgrund der gasdichten Ausbildung findet mit dem erfindungsgemäßen Kameraschutzgehäuse kein wesentlicher Gasaustausch zwischen dem Innengehäuse und der Umwelt statt, so daß die Scheiben 9 und 23 nicht beschlagen.