Verfahren zur Untersuchung der Thrombozytenfunktion des Blutes
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zur Untersuchung der Thrombozytenfunktion des Blutes.
Es sind verschiedene Einrichtungen zur Untersuchung der Aggregation der Blutplättchen bzw. der Koagulation des Blutes bekannt. Beispielsweise geht aus der EP 0223044 Bl eine Einrichtung hervor, bei der das Blut aus einem Blut-Vorratsraum mit der Hilfe eines in einem Zylinder bewegbaren Kolbens durch eine Apertur hindurchgesaugt und der Druck im Raum zwischen dem Kolben und dem eingesaugten Blut gemessen werden, wobei der Kolben durch einen Antrieb so bewegt wird, dass ein Solldruckwert im Raum gehalten wird. Die Bewegung des Kolbens dient als Maß für die Blutflussmenge.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Verfahren und eine Einrichtung zu schaffen, die eine genaue Bestimmung der Thrombozytenfunktion des Blutes ermöglichen.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruches 1 und durch eine Einrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens gelöst.
Der wesentliche Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass eine genaue Bestimmung der Blutplättchen-Delay- Time möglich ist, durch die das arterielle Thrombuswachstum gesteuert bzw. beeinflusst wird. Dadurch, dass erfindungsgemäß die Messung der genannten Delay-Time der Blutplättchen ermöglicht wird, können erstmalig Aussagen über z.B. beste-
hende Krankheitsrisiken, wie die arterielle Thromboseneigung, beispielsweise über das Herzinfarktrisiko eines Patienten, getroffen werden. Zur Beseitigung solcher Risiken können erstmals Medikamente entwickelt werden, die sich gezielt auf die Blutplättchen-Delay-Ti e auswirken.
Durch eine besondere Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Einrichtung als Wegwerfteil kann die Bestimmung der Blutplättchen-Delay-Time an frischem Blut eines Patienten sozusagen „bedside" sehr schnell (ohne Antikoagulation) bestimmt werden.
Bei einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung lässt sich die Thrombozytenfunktion mit einer hohen Reproduzierbarkeit und Genauigkeit schnell und mit nur geringen Blutvolumen ermitteln.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindungen gehen aus den Unteransprüchen hervor.
Im folgenden werden die Erfindung und deren Ausgestaltungen im Zusammenhang mit den Figuren näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1 in schematischer Darstellung eine Einrichtung zur BeStimmung der Blutplättchen-Delay-Time;
Figur 2 ein Diagramm zur Darstellung der Abhängigkeit des Apertur-Durchmessers von der Zeit, bedingt durch den Ver- schluss durch Blutplättchen;
Figur 3 ein Diagramm zur Darstellung der Wand-Scherrate in Abhängigkeit von der Zeit;
Figur 4 in schematischer Darstellung eine als Wegwerfteil ausgebildete Einrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens; und
Figuren 5 und 6 bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung.
Zur der Erfindung führten die folgenden Überlegungen und Erkenntnisse. Eine zeitabhängige Bestimmung des Zusetzens einer Apertur durch Blutplättchen beim Durchströmen von Blut hat überraschenderweise ergeben, dass sich die Apertur in einer ganz definierten Weise verschließt, nämlich entsprechend der in der Figur 2 dargestellten Geraden, deren Steigung 2 dr/dt die Wachstumsrate angibt. Bei einer gleichzeitigen Berechnung der zeitabhängigen Wand-Scherrate der Blutplättchen, die ein Maß für die Transportrate der Blutplättchen darstellt, wurde erkannt, dass die Wand-Scherrate von einem anfangs niedrigen Wert im Bereich der Apertur mit der Zeit stark ansteigt. Da die Wachstumsrate während dieser Zeit aber exakt gleich bleibt, kann gefolgert werden, dass eine Blutplättchen-Delay-Time besteht, die diejenige Zeit angibt, nach der die einzelnen Blutplättchen erst ein Anhaften anderer Blutplättchen zulassen. Anders ausgedrückt „bestimmt" jedes Blutplättchen wann, d.h. also nach welcher Verzögerungszeit bzw. Delay-Time, andere Blutplättchen an ihm haften dürfen. Diese Blutplättchen-Delay-Time ist im Zusammenhang mit bestimmten Gesundheitsrisiken und mit der Entwicklung von Medikamenten von größter Bedeutung. Dies bedeutet, dass durch die erfindungsgemäße Ermittlung der genannten Steigung dr/dt, d.h. also der Blutplättchen-Delay-Time, gezielte Aussagen ü- ber Gesundheitsrisiken, z.B. über das Herzinfarktrisiko eines Patienten, getroffen werden können und dass daher gezielt Medikamente entwickelt werden können, die die Blutplättchen- Delay-Time beeinflussen.
Die Figur 1 zeigt in schematischer Darstellung eine vorliegende Einrichtung zur Ermittlung der Blutplättchen-Delay- Time. Im wesentlichen wird dabei entsprechend dem Pfeil 1 Blut aus einem nicht näher dargestellten Vorratsraum, beispielsweise über eine Kapillare 4, die einen Strömungswider-
stand Wc für das Blut bildet, durch eine Apertur 3 eines A- perturhalters 2 hindurchbewegt. Die Apertur 3 bildet einen Strömungswiderstand Wa für das Blut.
Nach der folgenden Gleichung
AP
Wa = ( i : Q
(Q = Blutflussvolumen pro Zeit)
sowie nach dem Hagen-Poiseuilleschen Gesetz
kann durch zeitabhängiges Messen des Widerstandes Wa der hä- modynamisch wirksame Radius der Apertur 3 gemäß der Gleichung
π Wa
berechnet und gemäß Figur 2 über der Zeit aufgetragen werden. In den Gleichungen 1 bis 3 bezeichnen:
Δ/?den Druckabfall an der Apertur, Wa den Strömungswiderstand der Apertur, μ die Viskosität des durch die Apertur strömenden Blutes, 1 die Dicke der Apertur und r den Radius derselben.
Aus der Figur 2 ist erkennbar, dass sich die Öffnung der A- pertur 3 in Abhängigkeit von der Zeit überraschend entsprechend einer Geraden mit einer konstanten Steigung mit (dr/dt=const) einem sehr hohen statistischen Wahrscheinlichkeitswert: z.B. RSq = 0,982 ganz definiert verschließt. Wenn man einen Plattchendurchmesser von 2μm annimmt, erhält man
eine Plättchen-Delay-Time von 2/0,7 = 2,8 sec. Bei einer ersten Kontrollperson mit normaler Plättchenfunktion wurde eine Plättchen-Delay-Time von 2,77 +0,32 sec bestimmt. Die Anzahl der Messungen war 11. Bei einer zweiten Kontrollperson betrug die Plättchen-Delay-Time 2,65 + 0,1 sec, bei ebenfalls 11 Messungen und einer normalen Plättchenfunktion.
Anstelle des Druckabfalles Δp an der Apertur 3 kann auch der Druckabfall Δp' an der Kapillare 4 und der Apertur 3 gemessen werden, wobei dann zur Bestimmung der Wachstumsrate der Strömungswiderstand Wc der Kapillare 4 abgezogen werden muss.
Nach der Formel:
γw = 4ß (4) m*
lässt sich die Wand-Scherrate yw im Bereich der Apertur 3 errechnen und gemäß Figur 3 zeitabhängig auftragen. Es ergibt sich, dass die Transportrate der Plättchen an dem Thrombus, die annähernd proportional der Wand-Scherrate ist, um den Faktor 4 im Laufe der Messung ansteigt. Während dieses Anstiegs bleibt aber gemäß Figur 2 die Wachstumsrate des Thrombus exakt gleich. Daraus folgt, dass die einzelnen Blutplättchen im Bereich der Apertur 3 gemäß einer Plättchen-Delay- Time bestimmen, wann andere Blutblättchen an ihnen anhaften dürfen. Die Blutplättchen-Delay-Time entspricht also der Zeitdifferenz zwischen der Adhäsion eines Blutplättchens an der Wand der Apertur 3 oder an einem anderen Blutplättchen und dem Anhaften eines weiteren Blutplättchens.
Die Figur 4 zeigt eine Ausgestaltung der vorliegenden Einrichtung in schematischer Darstellung, wobei Blut aus einem Blut-Vorratsraum 10 mit der Hilfe eines Kolbens 12 durch die Apertur 3 in einen Blut-Sammelraum 14 gepresst bzw. befördert wird. Der Blut-Vorratsraum 10 ist vorzugsweise in einem Zy-
linder 16 ausgebildet, in dem der Kolben 12 verschiebbar angeordnet ist. Die Kolben-/Zylinder-Anordnung 12, 16 kann zweckmäßigerweise die Form einer Blutentnahme-Spritze aufweisen, wobei der Blut-Vorratsraum 10 bei der Entnahme von Blut aus der Vene eines Patienten gefüllt wird. Nach Entfernen der Entnahmekanüle kann das vordere Ende 18 der Kolben-/Zylinder- Anordnung 12, 16 mit einem den Blut-Sammelraum 14 umfassenden Teil verbunden werden, das vorzugsweise als Wegwerf- oder Einmalteil ausgebildet ist, wobei das Teil seiner mit der Kolben-/Zylinder-Anordnung 12, 16 verbindbaren Zugangsöffnung 20 nachgeschaltet einen Aperturhalter 22 mit der Apertur 3 aufweist, durch die beim Betätigen des Kolben 12 in der Richtung des Pfeils 24 das Blut aus dem Blut-Vorratsraum 10 in den Blut-Sammelraum 14 hindurchtritt.
Der Apertur 3 kann, wie bereits bekannt, eine Kapillare (in Figur 1: Bezugszeichen 4) vorgeschaltet werden.
Zur Messung des Druckabfalls an der Apertur 3 kann das Wegwerfteil einen in oder entlang seiner Wandung von außen zu dem der Apertur 3 vorgeschalteten Raum verlaufenden Durchgang 26 aufweisen, der in einem Messgerät bei der Durchführung von Messungen mit einer Druckmesseinrichtung verbunden wird.
Ein Vorteil besteht dabei darin, dass das Wegwerfteil zur Durchführung des vorliegenden Verfahrens nach einer Blutentnahme, beispielsweise am Bett eines Patienten, direkt mit der zur Blutentnahme dienenden Kolben-/Zylinder-Anordnung 12, 16 verbunden und zusammen mit der Kolben-/Zylinder-Anordnung 12, 16 in das das vorliegende Verfahren ausführende Messgerät eingesetzt werden kann, das den Kolben 12 betätigt.
Es wird darauf hingewiesen, dass es zur Messung mit geringem Blutvolumen (z.B. in der Pädiatrie) von Vorteil sein kann, bei der Durchführung des vorliegenden Verfahrens den Kolben 12 nicht kontinuierlich, sondern ruckartig zu betätigen, wo-
bei beispielsweise die Bewegung des Kolbens 12 in Zeitintervallen, die in der Größenordnung von 3 Sekunden liegen können, unterbrochen wird.
Es kann auch z.B. zur Messung mit wenig Blut nur ein Teilbereich der Geraden dr/dt der Figur 2 gemessen werden, wobei die entsprechende Blutungszeit durch Extrapolieren ermittelt werden kann.
Da man weiß, dass eine Gerade zu ermitteln ist, können Messungen mit starken Abweichungen als fehlerhaft erkannt und durch Extrapolieren in den Abweichungsbereichen korrigiert werden. Ferner kann es auch ausreichend sein nur einen Teilbereich der Geraden durch Messen zu ermitteln und nicht gemessene Bereiche durch Extrapolieren zu bestimmen. Beispielsweise kann dies erfolgen, um Zeit zu sparen.
Da die Plättchen-Delay-Time nicht von dem Kapillarwiderstand abhängig ist, gehen im Falle der Verwendung einer Kapillare Kapillarfehler nicht in die Messung ein, so dass die Messgenauigkeit und -Zuverlässigkeit erhöht werden können.
Im folgenden wird eine Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens im Zusammenhang mit der Figur 5 näher erläutert, nach welcher eine besonders vorteilhafte und für den Anwender klare und aussagefähige Auswertung bzw. Messung der Thrombozytenfunktion mit einem relativ kleinen Blutvolumen, bei kleinen Messzeiten und einer noch besseren Reproduzierbarkeit möglich ist.
Diese Vorteile werden dadurch erreicht, dass nach dieser Variante zwar auch die Steigung der Geraden dr/dt ermittelt wird, jedoch nicht ein Wert CT der Blutungszeit extrapoliert, sondern der Winkel PTGA (Platelet Thrombus Growth Angle) bestimmt wird, der zwischen der Geraden und der t-Achse besteht (siehe Figur 5). Dies ist insbesondere dann von Vorteil,
wenn dieser Winkel relativ klein ist und die Gerade daher flach verläuft, wie dies bei einer sehr langsamen Thrombusausbildung in der Apertur 3 der Fall ist, welche z.B. auf eine Medikamenteneinnahme (beispielsweise von Asperin) zutrifft. In diesem Fall würden sich nämlich bei der Ermittlung des Wertes CT nach dem weiter oben erläuterten Verfahren schon bei geringen Abweichungen der Steigung dr/dt der Geraden riesige Schwankungen des Wertes CT ergeben. Diese Schwankungen sind umso größer, je weiter der Wert CT vom Nullpunkt der t-Achse entfernt ist. In einem solchen Fall ist die Ermittlung bzw. Angabe des Winkels PTGA aussagekräftiger, weil sie den genannten Schwankungen nicht unterworfen ist. Außerdem kann dieser Winkel PTGA nach der nachfolgend angegebenen Formel sehr schnell aus der am Anfang einer Messung ermittelten Steigung der Geraden ermittelt werden, so dass die Messzeit relativ kurz sein kann und zur Messung ein nur relativ kleines Blutvolumen benötigt wird.
PTGA = -(( (arcTan (dr/dt) )/(π/2) ) 90) (5)
ermittelt .
Entsprechend kann auch der Winkel PTGA' nach der Formel:
PTGA' = 90 - PTGA (6)
ermittelt und angewendet werden.
Die Thrombozytenfunktion kann, wie schon gesagt, nach dieser Variante der vorliegenden Erfindung, insbesondere auch bei relativ langen Zeiten der Thrombusausbildung in der Apertur 3, wie dies beispielsweise bei Medikamenteneinflüssen, z.B. bei der Einnahme von Aspirin, möglich ist, schnell, d.h. auch mit einem kleinen Blutvolumen, bestimmt werden. Dabei sind die Werte der ermittelten Winkel PTGA bzw. PTGA' insofern
vergleichsweise aussagekräftig, weil sie nicht so großen Schwankungen unterworfen sind, wie die ermittelten CT-Werte.
Eine noch verbesserte Messung wird bei einer weiteren Variante des vorliegenden Verfahrens ermöglicht, gemäß der eine Fitoperation ausgeführt wird, um Änderungen der Blutviskosität und/oder des Widerstandes Wc der Kapillare 4 (Figur 1) zu kompensieren. Dabei wird bei einem Wert t = 0 der Anfangswert der Aperturöffnung stets auf einen vorbestimmten definierten Wert V (von z.B. 150 μm in den Figuren 2 und 5) dadurch eingestellt bzw. angefittet, dass die Gerade bei Beginn einer Messung durch Extrapolieren bis zum Nullpunkt der t-Achse berechnet wird und dass der ermittelte dabei für t=0 ermittelte Wert zum vorbestimmten Wert V verschoben wird. Ausgehend von diesem Wert V wird dann die Gerade ermittelt und gemäß Figur 2 der Wert CT oder gemäß Figur 5 der Winkel PTGA bzw. PTGA' bestimmt. Auf diese Weise können die Messdaten weiter verbessert werden, weil Schwankungen der Viskosität bzw. des kapillaren Widerstandes kompensiert werden.
Im folgenden wird eine weitere Variante des vorliegenden Verfahrens erläutert, nach der eine Qualitätskontrolle der ermittelten Geraden bzw. des ermittelten Winkels PTGA bzw. PTGA' erfolgt. Dabei wird, wie weiter oben bereits angedeutet, ermittelt, wie genau die gemessenen Werte dr/dt auf einer Geraden liegen oder nicht. Bei Abweichungen einer vorbestimmten Anzahl von Werten über ein vorgegebenes maß hinaus wird die entsprechende Messung als nicht verwertbar eingestuft oder korrigiert.
Bei bestimmtem Krankheitsbedingungen oder unterer dem Ein- fluss von Medikamenten kann es Abweichungen von der linearen Beziehung dr/dt geben. Beispielsweise ist in der Figur 2 durch eine gepunktete Linie dargestellt, dass sich die Steigung der Geraden während einer Messung ändern kann, sodass die Gerade zwei Abschnitte unterschiedlicher Steigungen
drl/dt und dr2/dt umfassen kann, wobei der Schnittpunkt P dieser Abschnitte für eine bestimmte Thrombusausbildung zurückzuführen ist, die durch ein bestimmtes Krankheitsbild bestimmt wird. In solchen Fällen ist also der Punkt P sehr aussagekräftig, weshalb er bei der Messung ermittelt wird.
Im folgenden wird im Zusammenhang mit der Figur 6 eine weitere bevorzugte Ausführungsform zur Durchführung des vorliegenden Verfahrens näher erläutert. Diese weist im wesentlichen eine Kolben/Zylinderanordnung 10 auf, die einen Zylinder 30 sowie einen Kolben 50 umfasst. Der Kolben 50 kann durch einen nicht näher dargestellten Antrieb in der Richtung des Pfeils 70, d. h. also in seiner axialen Richtung im Zylinder 30 bewegt werden.
Der Kolben 50 weist vorzugsweise die Form eines an seiner Außenfläche polierten Metallteiles auf, das insbesondere aus Edelstahl besteht und die Form eines länglichen zylindrischen Stabteiles besitzt. Zwischen der Außenfläche des Kolbens 50 und der Innenfläche des Zylinders 30, der vorzugsweise ebenfalls aus Edelstahl besteht, ist eine O-Ringdichtung 90 angeordnet, die vorzugsweise aus einem Gummimaterial besteht. Da die Außenfläche des Kolbens 50 poliert ist, besteht zwischen der Dichtung 90 und dem Kolben 50 eine äußerst geringe Reibung, so dass eine ruckfreie Bewegung des Kolbens 50 in der Richtung des Pfeils 70 gewährleistet ist.
Mit seinem dem nicht dargestellten Antrieb abgewandtem Ende ragt der Kolben 50 in einen Blut-Aufnahmeraum 110 hinein, der durch einen becherförmigen Behälter 130 bestimmt wird, der mit seinem oberen, dem Kolben 50 zugewandtem Randbereich mit der Hilfe einer Dichtung 150 dicht an den Zylinder 30 angesetzt ist. Zu diesem Zweck weist der Zylinder 30 vorzugsweise ein sich radial nach außen erstreckendes Flanschteil 170 auf und ist an dem oberen Rand des Behälters 130 ein ebenfalls radial nach außen ragendes Flanschteil 190 angeordnet, wobei
die O-Ringdichtung 150 zwischen den Flanschteilen 170 und 190 gehalten ist und diese dicht miteinander verbindet. Am Boden 210 des Behälters 130 befindet sich ein Aperturhalter 230, der ein Plättchen 250 oder dergleichen mit einer darin angeordneten Apertur 270 hält, wobei eine von außen durch das Bodenteil 210 hindurchgeführte Kapillare 290 in an sich bekannter Weise kurz vor der Apertur 270 endet, so dass aus einem Blutvorratsraum (nicht dargestellt) durch die Kapillare 290 eingesaugtes Blut bei der Bewegung des Kolbens 50 in der Richtung des Pfeils 70 durch die Apertur 270 hindurch in den Aufnahmeraum 110 eintritt. Die Apertur 270 kann auch auf andere Weise ausgestaltet und angeordnet sein. Beispielsweise kann sie durch das in den Aufnahmeraum 11 hinein ragende Ende der Kapillare 290 gebildet sein.
Eine nicht näher dargestellte Druckmesseinrichtung P steht zur Messung des Druckes oberhalb des durch die Apertur 270 in den Aufnahmeraum 110 eingesaugten Blutes mit einem Durchgang 310 in Verbindung, der sich vorzugsweise in der Wandung des Zylinders 30 befindet. Auf diese Weise wird erreicht, dass der Behälter 130 mit dem Aperturhalter 230 und der Kapillare 290 als sogenanntes Wegwerfteil ausgestaltet sein kann und über die Dichtung 150 wahlweise an der Kolben- /Zylinderanordnung 10 der vorliegenden Messeinrichtung in äußerst einfachster Weise befestigt werden kann.
Es wird darauf hingewiesen, dass anstelle der Ermittlung des Druckabfalles an der Apertur 3 zur Bestimmung des hämodynami- schen Widerstandes der Apertur 3 auch ein elektrischer Widerstand nach Anlegen einer Potentialdifferenz bestimmt werden kann. Auch kann der gerade vorliegende Radius der Apertur 3 optisch ermittelt werden.