Beschreibung
Verfahren zum Erfassen von Anrufen und zugehörige Einheiten
Die Erfindung betrifft ein Verfahren, bei dem von einem rufenden Endgerät über eine Signalisierungseinheit an ein gerufenes Endgerät eine Rufanforderung gerichtet wird, um eine Datenübertragung zwischen den Endgeräten zu ermöglichen. Zwischen dem rufenden Endgerät und dem gerufenen Endgerät werden dann Nutzdaten übertragen, z.B. Gesprächsdaten. Beispielsweise wird während der Datenübertragung oder im Zusammenhang mit der die Datenübertragung betreffenden Signalisierung wird von dem gerufenen Endgerät an die Signalisierungseinheit eine Erfassungsanforderung gerichtet. Beispielsweise auf Grund der Erfassungsanforderung vermerkt die Signalisierungseinheit ein Kennzeichen des rufenden Endgerätes, beispielsweise wird das Kennzeichen gespeichert, die Speicherung des Kennzeichens veranlasst oder das Kennzeichen wird auf einer Ausgabeeinheit ausgegeben.
Für durchschaltevermittelte Datenübertragungsnetze ist ein solches Verfahren im Standard ITU-T (International Telecommu- nication Union - Telecommunication Standardization Sector) - Q.951.7, "Stage 3 description for number identification supplementary Services using DSS 1: Malicious Call Identification (MCID) " festgelegt. Das Leistungsmerkmal wird insbesondere im Zusammenhang mit der Vorbereitung gerichtlicher Verfahren genutzt.
In einem durchschaltevermittelten Datenübertragungsnetz werden die Daten in Zeitkanälen gemäß einem Zeitmultiplexverfah- ren übertragen. Vor der Übertragung der Daten werden die Zeitkanäle in einer Verbindungsaufbauphase durchgeschaltet und bleiben dann für die Dauer des Rufes für die am Ruf be- teiligten Endgeräte reserviert. Die Daten sind beispielsweise Gesprächsdaten oder Videodaten, wie sie bei einer Videokonferenzschaltung erzeugt werden.
Das Kennzeichen ist bei dem bekannten Verfahren eine Rufnummer, deren Aufbau im Standard ITU-T E.164 festgelegt ist. Unter der Rufnummer ist das rufende Endgerät, d.h. das Endgerät, das den Ruf aussendet, im durchschaltevermittelten Da- tenübertragungsnetz erreichbar.
Die Signalisierungseinheiten sind bei dem bekannten Verfahren Vermittlungsstellen eines öffentlichen Telefonnetzes. Die Signalisierungseinheiten signalisieren gemäß einem standardi- sierten Protokoll, insbesondere gemäß ISUP (Integrated Services digital network - User Part) . Bei den bekannten Verfahren befinden sich immer beide Endgeräte im durchschaltevermittelten Datenübertragungsnetz.
Es ist Aufgabe der Erfindung, ein einfaches Verfahren anzugeben, mit dem sich insbesondere der Anwendungsbereich des Leistungsmerkmals "Erfassen von Anrufen" erweitert. Außerdem sollen ein zugehöriges Endgerät, eine zugehörige Signalisierungseinheit und zugehörige Programme angegeben werden.
Die auf das Verfahren bezogene Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 angegebenen Verfahrensschritte gelöst. Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren ist das gerufene Endgerät ein Endgerät eines Datenpaketübertragungsnetzes . Außerdem signalisiert die Signalisierungseinheit gemäß einem Signali- sierungsprotokoll, das für eine Datenübertragung in einem Datenübertragungsnetz festgelegt worden ist.
In einem Datenpaketubertragungsnetz werden die Daten in Datenpaketen übertragen, die üblicherweise einen Paketkopf und einen Pakethauptteil haben. Im Paketkopf befinden sich Angaben über den Empfänger des Datenpaketes. Damit lassen sich die Datenpakete im Datenpaketubertragungsnetz weiterleiten, ohne dass auch auf unteren Protokollebenen eine Verbindung hergestellt werden uss. Ein Beispiel für ein Datenpaketüber-
tragungsnetz ist ein gemäß Internetprotokoll arbeitendes Datenpaketubertragungsnetz, z.B. das Internet. Jedoch gibt es auch andere Datenpaketübertragungsnetze, wie z.B. das ATM- Netz (Asynchronous Transfer Mode) , in welchem die Datenpakete auch als Zellen bezeichnet werden.
Beispiele für Signalisierungsprotokolle in Datenpaketübertra- gungsnetzen sind: die Protokolle der ITU-T H.323-Protokollfamilie, insbe- sondere das Protokoll H.225, das SIP-Protokoll (Session Initiation Protocol) gemäß RFC 2543 bzw. RFC 2543bis der IETF (Internet Engineering Task Force) , oder ein ATM-Signalisierungsprotokoll .
Die Signalisierungsprotokolle für eine Datenübertragung in einem Datenpaketubertragungsnetz unterscheiden sich erheblich von den Signalisierungsprotokollen für ein durchschaltever- mitteltes Datenübertragungsnetz und wurden bisher weitgehend unabhängig von diesen Signalisierungsprotokollen festgelegt.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird erreicht, dass das Leistungsmerkmal "Erfassen von Anrufen" nun auch dann eingesetzt werden kann, wenn sich das gerufene Endgerät in einem Datenpaketubertragungsnetz befindet. Der Anwendungsbereich des Leistungsmerkmals "Erfassen von Anrufen" wird damit erheblich erweitert, weil ein großer Anteil von Endgeräten an Datenpaketübertragungsnetze angeschlossen ist. Der Anteil dieser Endgeräte an der Gesamtzahl von Endgeräten in durch- schaltevermittelten Datenübertragungsnetzen und in Datenpa- ketübertragungsnetzen steigt weiter.
Bei einer Weiterbildung wird die Erfassungsanforderung mit einer Nachricht und/oder mit einem Informationselement über- tragen, die für die Signalisierung im Datenpaketubertragungsnetz festgelegt worden ist. Bei der Weiterbildung wird eine Erfassungsanforderung verwendet, die zusätzlich für das
betreffende Signalisierungsprotokoll der Signalisierungseinheit festgelegt werden musste.
Bei einer alternativen Weiterbildung wir vorzugsweise in der Signalisierungseinheit ein Kennzeichen für das gerufene Endgerät im Zusammenhang mit dem Leistungsmerkmal "generelles Erfassen von Anrufen" gespeichert. Beim Eintreffen der Rufanforderung wird durch die Signalisierungseinheit (44) geprüft, ob das Kennzeichen des zu rufenden Endgerätes gespeichert worden ist. Das Kennzeichen des rufenden Endgerätes wird vermerkt, wenn das Kennzeichen des zu rufenden Endgerätes (36) gespeichert worden ist. Damit muss bei dieser Weiterbildung keine separate Erfassungsanforderung festgelegt und mit Bezug auf einzelne Anrufe erzeugt werden.
Bei einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das Kennzeichen in Zusammenhang mit der Rufanforderung zu der Signalisierungseinheit übermittelt. Diese Maßnahme ermöglicht es, das Kennzeichen zu vermerken, ohne dass es vorher durch ein aufwendigeres Verfahren angefordert werden muss.
Bei einer nächsten Weiterbildung des Verfahrens zum Erfassen von Anrufen ist das rufende Endgerät ein Endgerät eines durchschaltevermittelten Datenübertragungsnetzes. Das Kenn- zeichen des rufenden Endgerätes wird aufgrund der Erfassungsanforderung von der Signalisierungseinheit über eine zur Signalisierung dienende Netzübergangseinheit zum durchschaltevermittelten Datenübertragungsnetz mit Hilfe einer Kennzeichenanforderung angefordert. Zur Bearbeitung der Kennzeichen- anforderung im durchschaltevermittelten Datenübertragungsnetz wird ein standardisiertes Verfahren eingesetzt, insbesondere ein Verfahren gemäß Standard ITU-T Q.731.7, "Stage 3 descrip- tion for number Identification supplementary Services using signalling System No.7: Malicious Call Identification (MCID)".
Alternativ oder kumulativ wird zur Übertragung der Kennzeichenanforderung ein Verfahren gemäß BICC-Standard (Bearer In- dependent Call Control) Leistungsmerkmalssatz Zwei (CS2 - Ca- pability Set) eingesetzt, siehe ITU-T Q.1902.1 bis Q.1902.6. Bei einer nächsten Alternative wird die Kennzeichenanforderung gemäß dem Protokoll SIP-T (SIP for Telephones) in Übereinstimmung mit dem RFC 3204 der IETF (Internet Engineering Task Force) übertragen.
Die Verwendung der genannten Standards bietet die Möglichkeit, dass im Wesentlichen nur noch Verfahrensschritte zum Anfordern des Kennzeichens zwischen der Netzübergangseinheit und der Signalisierungseinheit neu festgelegt werden müssen. Beim Übermitteln des Kennzeichens bis zur Netzübergangsein- heit kann zum großen Teil oder vollständig auf bereits festgelegte Verfahren zurückgegriffen werden.
Auch der ISUP-Standard lässt sich so erweitern, dass er für die Signalisierung bei einer Datenübertragung von einem Tele- fonnetz über ein Datenpaketubertragungsnetz zu einem Telefonnetz geeignet ist. Diese Erweiterung ist auch nutzbar, wenn sich das eine Endgerät in dem Datenpaketubertragungsnetz befindet .
Bei einer anderen Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist das rufende Endgerät ein Endgerät eines Datenpaket- Übertragungsnetzes. Die Signalisierungseinheit oder eine andere Signalisierungseinheit prüft die Zugangsberechtigung des rufenden Endgerätes zum Datenpaketubertragungsnetz. Signali- sierungseinheiten, welche solche Prüfungen ausführen, werden beispielsweise als Proxy oder als Gatekeeper bezeichnet. Durch die Prüfung der Zugangsberechtigung des rufenden Endgerätes werden Manipulationen an dem vom rufenden Endgerät ü- bermittelten Kennzeichen erschwert. Das vermerkte Kennzeichen stimmt so mit einer hohen Wahrscheinlichkeit mit dem tatsächlichen Kennzeichen des rufenden Endgerätes überein.
Bei einer nächsten Weiterbildung wird die Erfassungsanforderung in einer INFO-Nachricht mit dem INFO-Verfahren gemäß De- facto-Standard RFC 2976 der IETF übertragen. Die INFO- Nachricht wird auch als Request, d.h. als Anforderung be- zeichnet. Ein Kopfteil (header) der INFO-Nachricht oder ein Hauptteil (body) der INFO-Nachricht enthält ein Informationselement, mit dem die Erfassungsanforderung eindeutig gekennzeichnet wird, beispielsweise ein Informationselement "Ausdruck", mit dem der Ausdruck des Kennzeichens in der Signali- sierungseinheit angefordert wird. Bei dieser Weiterbildung wird auf die bereits festgelegte INFO-Nachricht zurückgegriffen. Damit müssen zur Implementierung des Verfahrens in Signalisierungseinheiten und Endgeräten nur kleine Ergänzungen vorgenommen werden.
Bei einer anderen Weiterbildung wird die Erfassungsaufforderung in einer Nachricht mit einem für die Erfassung von Anrufen festgelegten Verfahren gemäß einem RFC übertragen. Das Festlegen eines zusätzlichen RFC ist insbesondere dann sinn- voll, wenn noch mehrere Informationselemente benötigt werden, die mit dem Verfahren zum Erfassen von Anrufen in Zusammenhang stehen.
Bei einer Ausgestaltung ist das Auftreten der Nachricht selbst bereits die Anforderung, so dass keine zusätzlichen Informationselemente in der Nachricht zum Kennzeichnen der Erfassungsanforderung enthalten sind. Alternativ enthält die Nachricht jedoch in ihrem Kopfteil (header) oder in ihrem Hauptteil (body) ein Informationselement, das die Erfassungs- anforderung eindeutig kennzeichnet.
Bei einer Weiterbildung werden neben dem Kennzeichen des rufenden Endgerätes noch die folgenden Daten vermerkt: das Kennzeichen des gerufenen Endgerätes, - bei einer Rufumleitung die Kennzeichen aller an der Rufumleitung beteiligten Endgeräte, das Datum und die Uhrzeit der Datenübertragung,
Kennzeichen für die bei der Rufbearbeitung beteiligten Signalisierungseinheiten, und
Kennzeichen, die bei der Übertragung der Nutzdaten relevant sind, z.B. eine IP-Adresse und die zugehörige RTP- Portnummer (Real Time Protocol) der Netzübergangseinheit 28 und/oder des Endgerätes 36.
Durch die Speicherung der zusätzlichen Daten wird das Leistungsmerkmal "Erfassen von Anrufen" aufgewertet.
Die Erfindung betrifft außerdem ein Endgerät und eine Signalisierungseinheit, die zum Ausführen des erfindungsgemäßen Verfahrens bzw. einer seiner Weiterbildungen geeignet sind. Weiterhin sind Programme betroffen, die in dem Endgerät bzw. in der Signalisierungseinheit ausgeführt werden und zur
Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens bzw. einer seiner Weiterbildungen dienen. Demzufolge gelten für das Endgerät, für die Signalisierungseinheit und für die Programme die oben genannten technischen Wirkungen.
Im Folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung an Hand der beiliegenden Zeichnungen erläutert. Darin zeigen:
Figur 1 Einheiten eines Telefonnetzes und des Internets für die Datenübertragung zwischen einem Telefon und einem SIP-Endgerät sowie für die zugehörige Signalisierung,
Figur 2 Einheiten des Internets für die Datenübertragung zwischen zwei SIP-Endgeräten sowie für die zugehörige Signalisierung, und
Figur 3 im Internet übertragene Nachrichten zum Nutzen des Leistungsmerkmals "Erfassen eines Anrufes".
Figur 1 zeigt eine Netzübergangsfunktion 10 zwischen einem Telefonnetz 12 und einem Datenpaketubertragungsnetz 14, z.B.
dem Internet. Das Telefonnetz 12 ist beispielsweise das Telefonnetz der Deutschen Telekom AG. In Figur 1 sind ein Telefon 16 eines rufenden Teilnehmers TlnA, eine Ursprungsvermitt- lungsstelle 18 und eine Transitvermittlungsstelle 20 des Te- lefonnetzes 12 dargestellt. Zwischen dem Endgerät 16 und der Ursprungsvermittlungsstelle 18 liegt eine Teilnehmeranschlussleitung 22.
Die Ursprungsvermittlungsstelle 18 ist mit der Transitver- mittlungsstelle 20 über eine PCM-30-Übertragungsstrecke 24 verbunden. Die Gesprächsdaten werden in einem Zeitkanal übertragen, und die Signalisierung wird gemäß ISUP-Protokoll ausgeführt. Die Ursprungsvermittlungsstelle 18 und die Transitvermittlungsstelle 20 sind beispielsweise herkömmliche Ver- mittlungsstellen vom Typ EWSD der Firma Siemens AG.
Von der Transitvermittlungsstelle 20 führt eine PCM-30- Übertragungsstrecke 26 zum Übertragen der Nutzdaten zu einer Netzübergangseinheit 28, die einen Teil der Netzübergangs- funktion 10 erbringt. Eine Signalisierungsverbindung 30 liegt zwischen der Transitvermittlungsstelle 20 und einem Diensterbringungsrechner 32, der ebenfalls einen Teil der Netzübergangsfunktion 10 erbringt. Auf der Signalisierungsverbindung 30 wird gemäß ISUP-Protokoll signalisiert. Die Netzübergangseinheit 28 ist bspw. eine Netzübergangseinheit vom Typ hiG 1000 der Firma SIEMENS AG. Der Diensterbringungsrechner 32 ist ein Diensterbringungsrechner vom Typ hiQ 9200 der Firma SIEMENS AG.
Die Netzübergangseinheit 28 entnimmt Sprachdaten, die in einem PCM-Kanal der Übertragungsstrecke 26 empfangen werden aus dem PCM-Kanal und verpackt diese in Datenpakete, die im Datenpaketubertragungsnetz 14 weitergeleitet werden, z.B. über einen Übertragungsweg 34, der von der Netzübergangseinheit 28 durch das Datenübertragungsnetz 14 zu einem SIP-Endgerät 36 eines Teilnehmers TlnB führt. Das Endgerät 36 arbeitet gemäß dem Protokoll SIP, siehe Defacto-Standard RFC 2543. Anderer-
seits werden in der Netzübergangseinheit 28 aus dem Datenpaketubertragungsnetz 14 empfangene Datenpakete entpackt. Die in den Datenpaketen enthaltenen Nutzdaten werden in einem Zeitkanal auf der Übertragungsstrecke 26 weitergeleitet.
Der Diensterbringungsrechner 32 steuert die Netzübergangseinheit 28 mit Hilfe des Protokolls MGCP (Media Gateway Control Protocol), siehe RFC 2705 der IETF. Dabei erzeugte Steuernachrichten werden über einen Übertragungsweg 40 übertragen, der beispielsweise durch das Internet verläuft.
Dem Endgerät 36 ist eine Zugangseinheit 44 zugeordnet, die auch als Proxy-Einheit bezeichnet wird. Die Zugangseinheit 44 prüft die Zugangsberechtigung des Endgerätes 36 und stellt SIP-Dienste zur Verfügung, insbesondere den Dienst zur
Erbringung des Leistungsmerkmals "Erfassen eines Anrufes". Die Zugangseinheit 44 ist bspw. eine Zugangseinheit vom Typ hiQ 6200 der Firma SIEMENS AG.
Zwischen dem Endgerät 36 und der Zugangseinheijt 44 liegt ein Signalisierungsweg 46, beispielsweise in einem lokalen Datenübertragungsnetz. Über den Signalisierungsweg 46 werden Nachrichten gemäß SIP-Protokoll ausgetauscht.
Andererseits liegt zwischen der Zugangseinheit 44 und einem Diensterbringungsrechner 48 ein Signalisierungsweg 50, über den Signalisierungsnachrichten beispielsweise ebenfalls gemäß Protokoll SIP übertragen werden. Auch der Diensterbringungsrechner 48 ist bspw. ein Diensterbringungsrechner vom Typ hiQ 9200 der Firma SIEMENS AG.
Zwischen den beiden Diensterbringungsrechnern 32 und 48 liegt ein Signalisierungsweg 52, auf dem Signalisierungsnachrichten gemäß BICC-Standard (Bearer Independent Call Control) über- tragen werden. Gegebenenfalls wird in den Signalisierungsweg 52 noch ein sogenannter Call-Mediation-Netzknoten gemäß BICC- Standard einbezogen.
Es wird angenommen, dass der Teilnehmer TlnA den Teilnehmer TlnB schon einmal böswillig angerufen hat. Der Teilnehmer TlnB hat daraufhin die Freischaltung des Leistungsmerkmals "Erfassen eines Anrufs auf Anforderung" bei seinem SIP- Dienstanbieter beantragt. Das Leistungsmerkmal wurde in der Zugangseinheit 44 für den Teilnehmer TlnB freigeschaltet.
Zur Erbringung des Leistungsmerkmals "Erfassen von Anrufen" enthält die Zugangseinheit 44 eine Speichereinheit 60, in der sich die erfassten Daten dauerhaft speichern lassen sowie einen Drucker 62, mit dessen Hilfe sich die erfassten Daten unverzüglich ausdrucken lassen. Die beim Erbringen des Leistungsmerkmals "Erfassen eines Anrufs auf Anforderung" durch- geführten Verfahrensschritte werden unten an Hand der Figur 3 näher erläutert.
In Figur 1 ist außerdem eine weitere Netzübergangseinheit 70 dargestellt, die zwischen dem Internet 14 und einem Telefon- netz 72 liegt, an dem das Endgerät eines Teilnehmers TlnC angeschlossen ist. Ein Übertragungsweg 74 lässt sich zum Austausch von Steuernachrichten gemäß MGCP nutzen und liegt zwischen der Netzübergangseinheit 70 und dem Diensterbringungsrechner 48.
Figur 2 zeigt den Fall, in dem der Teilnehmer TlnA nicht sein Telefon 16, sondern ein SIP-Endgerät 100 nutzt, um den Teilnehmer TlnB anzurufen. Zwischen dem Endgerät 100 und einer Zugangseinheit 102 lassen sich Signalisierungsnachrichten ü- ber einen Signalisierungsweg 104 gemäß SIP-Protokoll übertragen. Die Zugangseinheit 102 ist ebenfalls eine Proxy-Einheit, die die Zugangsberechtigung des Endgerätes 100 zum Datenübertragungsnetz 14 prüft. Die Zugangseinheit 102 enthält eine Speichereinheit 106.
Zwischen der Zugangseinheit 102 und der Zugangseinheit 44 liegt ein Signalisierungsweg 108, auf dem Signalisierungsnachrichten gemäß SIP-Protokoll übertragen werden.
Figur 3 zeigt im Datenübertragungsnetz 14 übertragene Nachrichten beim Nutzen des Leistungsmerkmals "Erfassen eines Anrufes auf Anforderung". Die an Hand der Figur 3 erläuterten Nachrichten werden unabhängig davon ausgetauscht, ob der Teilnehmer TlnA vom Telefon 16 oder vom SIP-Endgerät 100 aus anruft. Im ersten Fall wird der Diensterbringungsrechner 48 einbezogen. Ruft der Teilnehmer TlnA dagegen vom SIP-Endgerät 100 aus an, so wird die Zugangseinheit 102 einbezogen.
In Figur 3 werden Vorgänge, die sich auf die Zugangseinheit 44 beziehen, mit Hilfe eines Zeitstrahls 120 dargestellt.
Vorgänge, die sich auf das Endgerät 36 beziehen, werden mit Hilfe eines Zeitstrahls 122 dargestellt. Auf den Zeitstrahlen 120 und 122 liegen spätere Zeitpunkte weiter unten als frühere Zeitpunkte.
Wenn der Teilnehmer TlnA den Teilnehmer TlnB anruft, wird zu einem Zeitpunkt tO in der Zugangseinheit 44 eine Invite- Nachricht 124 empfangen, die von dem Diensterbringungsrechner 48 bzw. von der Zugangseinheit 102 kommt. Die Invite- Nachricht 124 wird in der Zugangseinheit 44 gemäß SIP- Protokoll bearbeitet, so dass zu einem Zeitpunkt t2 eine Invite-Nachricht 126 von der Zugangseinheit 44 zum Endgerät 36 gesendet wird. Die Invite-Nachricht enthält auch die Rufnummer des Telefons 16 bzw. die Internetadresse und die Portad- resse des Endgerätes 100. Die Rufnummer des Telefons 16 bzw. das Kennzeichen des Endgerätes 100 werden für die Dauer der Rufbearbeitung in einem Arbeitsspeicher der Speichereinheit 60 gespeichert.
Im Endgerät 36 wird die Invite-Nachricht 126 ebenfalls gemäß SIP-Protokoll bearbeitet. Protokollgemäß wird zu einem Zeit-
punkt t4 vom Endgerät 36 eine 200-OK-Nachricht 128 an die Zu- gangseinheit 44 als Bestätigung gesendet.
Die Zugangseinheit 44 sendet nach dem Empfang der Nachricht 128 protokollgemäß zu einem Zeitpunkt tβ eine 200-OK-
Nachricht 130 an den Diensterbringungsrechner 48 bzw. an die Zugangseinheit 102. Von der Seite des Diensterbringungsrechners 48 bzw. der Zugangseinheit 102 trifft zu einem Zeitpunkt t8 protokollgemäß eine ACK-Nachricht 132 ein, mit der bestä- tigt wird, dass die Datenübertragungsverbindung genutzt werden kann.
Zu einem Zeitpunkt tlO sendet die Zugangseinheit 44 aufgrund der Nachricht 132 protokollgemäß eine ACK-Nachricht 134 an das Endgerät 36.
Zu einem Zeitpunkt tl2 beginnen die Teilnehmer TlnA und TlnB miteinander zu sprechen, wobei Gesprächsdaten zwischen dem Telefon 16 und dem Endgerät 36 bzw. zwischen dem Endgerät 100 und dem Endgerät 36 übertragen werden. Der Teilnehmer TlnB erkennt die Stimme des böswilligen Teilnehmers TlnA wieder und drückt eine Funktionstaste an seinem Endgerät, die mit der Funktion "Erfassen eines Anrufs auf Anforderung" verknüpft ist. Daraufhin erzeugt das Endgerät 36 zu einem Zeit- punkt tl4 automatisch eine INFO-Nachricht 136 gemäß RFC 2976. Die Nachricht 136 enthält ein nutzerspezifisches Informationselement "Ausdruck".
Die INFO-Nachricht 136 wird in der Zugangseinheit 44 empfan- gen und ausgewertet. Aufgrund des Informationselementes "Ausdruck" wird zu einem Zeitpunkt tlδ die in der Zugangseinheit 44 bekannte Rufnummer des Teilnehmers TlnA bzw. das Kennzeichen des Endgerätes 100 in einem nichtflüchtigen Speicher der Speichereinheit 60 dauerhaft gespeichert, bspw. in einer Da- tei gemeinsam mit anderen Kennzeichen, die für andere Teilnehmer bzw. nur für den Teilnehmer TlnB im Zusammenhang mit dem Leistungsmerkmal "Erfassen eines Anrufs auf Anforderung"
zu speichern sind. Gleichzeitig wird dieses Kennzeichen auf dem Drucker 62 ausgedruckt. Dauerhaft bedeutet, dass die Daten auch nach dem Ende des Gespräches zwischen dem TlnA und dem Teilnehmer TlnB vermerkt bleiben bis sie Ausgedruckt wer- den, um dann zum Beispiel in einem gerichtlichen Verfahren als Beweismittel zu dienen.
Zu einem Zeitpunkt tl8 bestätigt die Zugangseinheit 44 die INFO-Nachricht 136 mit Hilfe einer 200-OK-Nachricht 138. An- schließend wird das Gespräch zwischen den Teilnehmern TlnA und TlnB fortgesetzt oder der Teilnehmer TlnB beendet das Gespräch sofort.
Bei einem anderen Ausführungsbeispiel wird an Stelle der INFO-Nachricht 136 eine eigens für das Leistungsmerkmal "Erfassen eines Anrufs auf Anforderung" festgelegtes SIP- Nachricht "MCID-REG" gesendet. Auch die MCID-REG-Nachricht führt zu einem Erfassen und dauerhaft Vermerken der Rufnummer des Telefons 16 bzw. der Internetadresse des Endgerätes 100.
An Stelle des Signalisierungsprotokolls auf den Übertragungswegen 40 und 74 lässt sich bspw. auch das Signalisierungspro- tokoll ITU-T H.248 einsetzen.
An Stelle des in Figur 1 erläuterten Verfahrens zur Datenübertragung zwischen dem Telefonnetz 12 und dem Internet 14 lässt sich auch ein anderes Verfahren einsetzen, beispielsweise lassen sich die Aufgaben des Diensterbringungsrechners 48 auch vom Diensterbringungsrechner 32 mit erbringen.
An Stelle des an Hand der Figur 2 erläuterten Verfahrens lassen sich ebenfalls andere Verfahren einsetzen. Beispielsweise können zwischen den Zugangseinheiten 102 und 44 noch weitere Zugangseinheiten in die Signalisierung einbezogen werden. Auch lassen sich die Nutzdaten mit Hilfe der Zugangseinheiten 102, 44 bzw. der weiteren Zugangseinheiten übertragen.
Bei einem nächsten Ausführungsbeispiel wird das Leistungsmerkmal "generelles Erfassen von Anrufen" durch den Dienstanbieter für den Teilnehmer TlnB freigeschaltet, beispielsweise auf dessen Antrag hin. Das Kennzeichen des Endgerätes 36 wird in einer Datei vermerkt. Beim Eintreffen eins Anrufes wird dass Kennzeichen des zu rufenden Endgerätes ermittelt. Die Datei wird nach diesem Kennzeichen durchsucht. Ist das Kennzeichen in der Datei enthalten, so wird das Kennzeichen des rufenden Endgerätes vermerkt, z.B. gespeichert und/oder aus- gedruckt. Ist das Kennzeichen dagegen nicht in der Datei enthalten, so wird das Kennzeichen des rufenden Endgerätes nicht dauerhaft vermerkt. Der Rufaufbau wird unabhängig vom Prüfer- gebnis durchgeführt. Bei diesem Ausführungsbeispiel wird keine Erfassungsanforderung vom Teilnehmer TlnB benötigt, um die Rufnummer des rufenden Endgerätes dauerhaft zu vermerken.