BEHR GmbH & Co. Mauserstraße 3, 70469 Stuttgart
Wärmeübertrager
Die Erfindung betrifft einen Wärmeübertrager, insbesondere einen Kühler für eine Heizungs- oder Klimaanlage von Kraftfahrzeugen, gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1 , 8, 9, 10 oder 11.
Aus der EP 0 845 648 A2 ist ein Flachrohr-Wärmeübertrager bekannt, insbesondere ein Kondensator vom Serpentinentyp, mit einem Flachrohrblock aus einem oder mehreren Flachrohren, die mit vorzugsweise tordierten Endabschnitten an der entgegengesetzten oder an derselben Rohrblockseite in jeweilige Anschlussraumbauteile, d.h. Sammelrohre, münden, so dass im Falle einer Anordnung der Sammelrohre auf der gleichen Rohrblockseite zwei benachbart und parallel zueinander verlaufende Sammelrohre vorgese- hen sind. Dabei kann eine Mehrzahl serpentinenförmiger Flachrohre vorgesehen sein, bei der benachbarte Flachrohre mit ihren eintrittsseitigen bzw. ihren austrittsseitigen Rohrabschnitten in Längsrichtung der Sammelrohre benachbart zueinander angeordnet sind, wobei die Serpentinen mehrere 180°-Biegungen umfassen. Eine entsprechende Anordnung beugt Wärme- übertragungsverlusten vor, lässt jedoch noch Wünsche offen.
Die EP 0 414 433 offenbart einen Duplex-Wärmeübertrager, der einen Käl- temitteldurchfluss im Kreuzgegenstrom ermöglicht, indem zwei hintereinander angeordneten flachen Wärmeübertragern, im folgenden als Blöcke be- zeichnet, mit jeweils zwei Sammelrohren, die über eine Vielzahl von Flach-
röhren miteinander verbunden sind, vorgesehen sind. Die beiden Blöcke sind mittels Flanschen und O-Ring-Abdichtungen miteinander verbunden, wofür sie getrennt aufgebaut, gespannt, gelötet und nach dem Löten miteinander verbunden werden müssen. Die Zuführung des Kältemittels zum zuerst durchströmten Block erfolgt in einem oberen Bereich, der Austritt unten, beim anschließend durchströmten zweiten Block kann der Eintritt sowohl unten als auch oben erfolgen, der Austritt erfolgt entsprechend oben bzw. unten. Ein derartiger Duplex-Wärmeübertrager aus zwei Blöcken ist mit einer Vielzahl von Einzelteilen und einem relativ hohen Herstellungsaufwand ver- bunden, so dass die Herstellung teuer ist. Ein derartiger Wärmeübertrager lässt ferner in Hinblick auf die thermischen Eigenschaften noch Wünsche offen.
Ferner ist aus der DE 100 43 439 A1 ein Kühler für einen superkritischen Dampfverdichtungskältekreislauf bekannt, bei dem ein Kältemittelauslass in einer höheren Position vorgesehen ist als ein Kältemitteleinlass, bezogen auf eine vertikale Richtung, so dass Kältemittel von einer Unterseite zu einer Oberseite des Kühlers strömt, wodurch eine Verbesserung des Kühlwirkungsgrades des Kältemittels versprochen wird. Jedoch lässt auch ein der- artiger Kühler noch Wünsche in Hinblick auf den Kühlmittelwirkungsgrad offen.
Es ist Aufgabe der Erfindung, einen Wärmeübertrager der eingangs genannten Art zu verbessern.
Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Wärmeübertrager mit den Merkmalen des Anspruchs 1 , 8, 9, 10 oder 11. Die abhängigen Ansprüche betreffen vorteilhafte Aus- und Weiterbildungen der Erfindung.
Der Hauptgedanke der Erfindung besteht darin, die Oberflächen der
Teilblöcke von der Größe von bauraumbedingten Zonen mit unterschiedlichen Lufttemperaturen abhängig zu machen und zuerst den Teilblock innerhalb einer bauraumbedingten Zone mit höherer Lufttemperatur von Kältemittel durchströmen zu lassen, wobei der Teilblock vorzugsweise innerhalb der Zone mit der höchsten Lufttemperatur angeordnet ist.
Bei einer vorteilhafte Ausführungsform des Wärmeübertragers ist die Höhe des zuerst von Kältemittel durchströmten Teilblockes mindestens so groß ist wie die Höhe der Zone mit erhöhter Lufttemperatur.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des Wärmeübertragers die Anzahl der in einem Teilblock in horizontaler Richtung angeordneten Rohre von der bauraumbedingten Lufttemperaturzone innerhalb der der entsprechende Teilblock angeordnet ist, abhängig.
Bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist die Rohranzahl eines Teilblockes innerhalb einer Zone mit einer höheren Temperatur größer, als die Rohrzahl eines Teilblockes, der innerhalb einer Zone mit niedrigerer Temperatur angeordnet ist, wobei das Verhältnis der Rohran- zahl des Teilblockes innerhalb der Zone mit einer höheren Temperatur zur Rohranzahl des Teilblockes innerhalb der Zone mit einer niedrigeren Temperatur im Bereich von 1 :1 bis 3:1 wählbar ist.
Bei einer besonders vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sind minde- stens zwei Teilblöcke hintereinander und mindestens zwei Teilblöcke übereinander angeordnet, wobei die Teilblöcke nacheinander vom Kältemittel durchströmt werden, und wobei die Reihenfolge der Durchströmung mittels baulicher Maßnahmen beliebig vorgebbar ist.
Vorzugsweise werden mindestens zwei der Teilblöcke vom Kältemittel im Gegenstrom zum Luftstrom durchströmt.
Bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform ist der Wärmeübertrager in vier Teilblöcke unterteilt, die nacheinander durchströmt werden, wobei die zuerst durchströmten Teilblöcke unterhalb der nachfolgend durchströmten Teilblöcke angeordnet sind, wobei der erste und der zweite Teilblock sowie der dritte und der vierte Teilblock jeweils auf der selben Höhe angeordnet sind. Ein solcher Wärmeübertrager eignet sich insbesondere für einen Einbauraum, in dem bauraumbedingt in einem unteren Bereich eine Zone mit
einer höheren Lufttemperatur vorhanden ist als in einem oberen Bereich des Einbauraumes.
Bei einer alternativen Ausführung des Wärmeübertragers sind die zuerst durchströmten Teilblöcke oberhalb der nachfolgend durchströmten Teilblök- ke angeordnet, wobei der erste und der zweite Teilblock sowie der dritte und der vierte Teilblock jeweils auf der selben Höhe angeordnet sind. Diese alternative Ausführung des Wärmeübertragers eignet sich insbesondere für einen Einbauraum, in dem bauraumbedingt in einem oberen Bereich eine Zone mit einer höheren Lufttemperatur vorhanden ist als in einem unteren Bereich des Einbauraumes.
Abhängig von den Zonen mit unterschiedlicher Temperatur unterscheidet sich die Temperatur des Kältemittels in den verschiedenen Teilblöcken. So ist bei einer Ausführungsform des Wärmeübertragers, der in einem Einbauraum angeordnet ist, bei dem in einem unteren Bereich eine Zone mit einer höheren Lufttemperatur vorhanden ist als in einem oberen Bereich des Einbauraumes, die Temperatur des Kältemittels in den unteren Teilblöcken höher als in den oberen Teilblöcken, wobei die Temperatur eines oder beider hinterer Teilblöcke höher als die Temperatur des entsprechenden vorderen
Teilblocks ist. Bei einer alternativen Ausführungsform des Wärmeübertragers, der in einem Einbauraum angeordnet ist, bei dem in einem oberen Bereich eine Zone mit einer höheren Lufttemperatur vorhanden ist als in einem unteren Bereich des Einbauraumes, ist die Temperatur des Kältemittels in den oberen Teilblöcken höher als in den unteren Teilblöcken, wobei die Temperatur eines oder beider hinterer Teilblöcke höher als die Temperatur des entsprechenden vorderen Teilblocks ist.
In allen genannten Fällen kann beispielsweise R 134 a und Kohlendioxid als Kältemittel verwendet werden. Insbesondere Kohlendioxid in einem überkritischen Zustand, d.h. wenn eine reine Gasströmung im Wärmeübertrager vorliegt, ist für einen erfindungsgemäßen Wärmeübertrager geeignet.
Vorzugsweise erfolgt eine Durchströmung von zumindest zwei der vier Teilblöcke mit Kältemittel im Kreuzgegenstrom zur Luft. Durch den Kreuzgegenstrombetrieb erfolgt eine effektivere Wärmeübertragung.
Insbesondere ist zwischen dem zweiten Teilblock und dem dritten Teilblock eine Diagonalumlenkung vorgesehen, so dass der Kreuzgegenstrombetrieb in allen Teilblöcken erfolgt.
Vorzugsweise wird die Diagonalumlenkung mittels eines einteilig ausgebil- deten Übergangsflansches gebildet, welcher mit zwei Sammelrohren, nämlich mit dem dem zweiten Teilblock und dem dem dritten Teilblock zugeordneten Sammelrohr, in Verbindung steht.
Vorzugsweise ist im Bereich der Diagonalumlenkung ein Rohr, insbesondere ein Flachrohr, vorgesehen, das nicht oder nur minimal von Kältemittel durchströmt wird, wodurch eine Entkoppelung der Wärmeübertragung erfolgt.
Vorzugsweise werden die die Sammelrohre verbindenden Rohre in deren Bereich der Wärmeübergang stattfindet, durch Flachrohre gebildet, wobei die Flachrohre in der Nähe der Sammelrohre und auf der den Sammelrohren gegenüberliegenden Seite des Wärmeübertragers vor und nach einer 180°- Biegestelle um 90° tordiert sind.
Bei einer weiteren Ausführungsform sind die Teilblöcke beidseitig durch Sammelrohre abgeschlossen, wobei auch mindestens zwei Teilbereiche an mindestens einer Seite durch ein gemeinsames Sammelrohr abgeschlossen sein können.
Vorzugsweise kommt die durch den Wärmeübertrager strömende Luft mit zwei oder mehr in der Temperatur unterschiedlichen Bereichen in Kontakt, wobei die maximale Lufttemperaturdifferenz zwischen Luftein- und austritt kleiner als einhalb mal die Temperaturdifferenz zwischen Kältemitteleintritt und Kältemittelaustritt ist, wobei als Kältemittel Kohlendioxid im überkritischen Betrieb verwendet wird. Hierbei liegen am Kältemitteleintritt Tempe- raturen um 150°C und am Austritt um 50°C vor.
Vorzugsweise sind die im wesentlichen in horizontaler Richtung angeordneten Rohre thermisch, beispielsweise durch einen Luftspalt voneinander getrennt.
Vorzugsweise sind auch die einzelnen Teilblöcke thermisch voneinander getrennt.
Vorzugsweise sind auch die Sammelrohre im wesentlichen thermisch ent- koppelt. Einen thermischer Kontakt gibt es nur an der Diagonalumlenkung und je nach Ausführung auch an den Anschlussflanschen.
Vorzugsweise sind die zwischen den Rohren angeordneten Kühlrippen ebenfalls thermisch entkoppelt. Dies wird beispielsweise dadurch erreicht, dass jeder Teilblock über eigenen Kühlrippen verfügt.
Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung im einzelnen erläutert. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine Vorderansicht eines Flachrohr-Wärmeübertragers gemäß dem Ausführungsbeispiel;
Fig. 2 einen Schnitt durch den Flachrohr-Wärmeübertrager von Fig. 1 entlang Linie ll-II in Fig. 1 ;
Fig. 3 bis 6 einen Übergangsflansch in verschiedenen Ansichten; und
Fig. 7 bis 9 ein Anschlussstück in verschiedenen Ansichten.
Die Figuren 1 und 2 zeigen einen als Kühler 1 dienenden Flachrohr- Wärmeübertrager für eine Heizungs- oder Klimaanlage eines Kraftfahrzeugs, welcher Teil eines nicht dargestellten Kältemittelkreislaufs ist und dazu dient, ein Kältemittel, insbesondere C02, mit Hilfe der den Kühler 1 durchströmen- den Luft abzukühlen. In Fig. 2 ist der Luftstrom symbolisch durch einen von
links auf den Kühler 1 zeigenden Pfeil dargestellt. Üblicherweise liegt das CO2 im überkritischen Betrieb als eine reine Gasströmung vor, wobei am Einlass 2 in den Kühler 1 Temperaturen von um 150°C vorliegen. Im Kühler 1 erfolgt eine Abkühlung des Kältemittels, so dass am Auslass 3 Temperatu- ren um 50°C vorliegen.
Um eine optimale Ausnutzung der den Kühler 1 durchströmenden Luft zu ermöglichen, ist der Kühler 1 in 2 x 2 Teilblöcke unterteilt, die im folgenden als T1 , T2, T3 und T4 bezeichnet sind. Hierbei sind die Teilblöcke T1 und T2 im eingebauten Zustand innerhalb einer Zone 4 mit einer höheren Lufttemperatur und unterhalb der Teilblöcke T3 und T4 angeordnet. Die Höhe h der beiden Teilblöcke T1 , T2, die innerhalb der Zone 4 mit der höheren Lufttemperatur angeordnet sind, ist größer als die Höhe H der Zone 4 mit erhöhter Lufttemperatur, wobei der Wert der Lufttemperatur in der Zone 4 größer ist als die Lufttemperatur in den restlichen Bereichen des Einbauraumes des Kühlers 1. Mit jedem Teilblock ist ein Sammelrohr S1 , S2, S3, S4 verbunden, wobei je zwei Sammelrohre S1 , S2 und S3, S4 auf der entsprechenden Höhe der Teilblöcke T1 , T2 bzw. T3, T4 angeordnet sind. Zwischen den Sammelrohren S1 und S2 sowie S3 und S4 sind eine Mehrzahl von Flachrohren 5 angeordnet, durch welche das Kältemittel von einem Sammelrohr S1 oder S3 zum benachbarten Sammelrohr S2 bzw. S4 gelangen kann, weshalb die Flachrohre 5 einen U-förmigen Verlauf haben. Sie sind auf bekannte Weise in der Nähe zum jeweiligen Sammelrohr S1 , S2, S3, S4 jeweils um 90° tor- diert. Zwischen den Flachrohren 5 sind Rippen (nicht dargestellt) angeord- net, welche den Wärmeaustausch unterstützen, wobei diese Rippen zweigeteilt sein können, d. h. die hintereinander angeordneten Teilblöcke T1 und T2 bzw. T3 und T4 verfügen jeweils über eigene Rippen. Es ist aber auch möglich, die Rippen der Teilblöcke durch Schlitze thermisch zu entkoppeln.
Damit der Kühler 1 im Kreuzgegenstrom zur Luft durchströmt werden kann, ist eine diagonale Umkehr 6 von Teilblock T2 zu Teilblock T3 vorgesehen, wie in Fig. 2 durch einen in den Kühler 1 eingezeichneten Pfeil angedeutet ist. Hierfür ist ein Übergangsflansch 7, wie er in den Fig. 3 bis 6 dargestellt ist, zwischen den beiden Sammelrohren S2 und S3 vorgesehen, wobei die Zone des Flachrohres 5', das an der Grenze beider Teilblöcke T2, T3 liegt,
genutzt wird, indem die Trennwände beider Sammelrohre S2 und S3 um eine Querteilung versetzt angebracht sind. Das mittlere Flachrohr 5' ist somit „kurzgeschlossen" und wird kaum durchströmt, höchstens infolge einer geringen Druckdifferenz, die zwischen den beiden Sammelrohren S2 und S3 infolge des geringen Drosseleffekts im Übergangsflansch 7 auftritt. Dabei hat das nicht oder nur minimal durchströmte Flachrohr 5' den Nebeneffekt, dass eine thermische Entkoppelung zwischen den Teilblöcken T1 und T3 bzw. T2 und T4 erreicht wird. Der Übergangsflansch 7 wird üblicherweise zusammen mit den beiden Trennwänden als ein Bauteil ausgeführt und beim Verlöten des Kühlers 1 mitgelötet.
Die Sammelrohre S1 und S2 oder S3 und S4 sind jeweils am Einlass 2 bzw. am Auslass 3 über ein Anschlussstück 9, wie es in Fig. 7 bis 9 dargestellt ist, miteinander verbunden, so dass Kältemittel auch direkt in das Sammelrohr S2 gelangen kann bzw. direkt aus dem Sammelrohr S3 ausströmen kann.
Zur thermischen Entkoppelung erfolgt das Sammeln des Kältemittels, nachdem die Teilblöcke T1 und T2 bzw. T3 und T4 durchströmt wurden, in getrennt ausgebildeten Sammelrohren S1 , S3 bzw. S2, S4. Die thermische Kopplung der Teilblöcke T1 und T2 bzw. T3 und T4 über die einteiligen Rippen kann durch Schlitzen der Rippe oder eine beliebige andere geeignete Maßnahme reduziert werden.
Gemäß dem dargestellten Ausführungsbeispiel erfolgt eine Teilung der Teilblöcke T1 , T2 zu den Teilblöcken T3, T4 50:50, jedoch sollte die Teilung vorzugsweise degressiv, d.h. bspw. 60:40 oder 70:30, ausgeführt sein, da wie beim Kondensator die Austrittsdichte höher und damit der Volumenstrom geringer ist als beim Eintritt. Außerdem dient der Gaskühler in einem unterkritischen Betrieb ebenso als Kondensator.
.o0o.
Bezugszeichenliste
1 Kühler
2 Einlass
3 Auslass
4 Zone mit höherer Temperatur 5, 5' Flachrohr
6 diagonale Umkehr
7 Übergangsflansch 9 Anschlussstück
S1 , S2, S3, S4 Sammelrohr T1 , T2, T3, T4 Teilblock H Höhe der Zone mit höherer Temperatur h Teilblockhöhe