Sys tem zum Ab trennen und Anbinden von Verbundfasern
Beschreibung
Die Erfindung betrifft ein System zum Abtrennen und Anbinden von Verbundfasern, Faserbündeln u.dgl. in einer Filament-Winding-Anlage zur Herstellung von rotationssymmetrischen Wickelkörpern mit einer Vorrichtung und einem Verfahren gemäß den Oberbegriffen von Anspruch 1 bzw. Anspruch 14.
Beim Filament-Winding-Verfahren werden Faserstränge mit einem Harz imprägniert und anschließend über einen Formträger gewickelt, der ein Dorn oder ein Grundkörper (Liner) sein kann, z.B. ein Kunststoff-Behälter. Nach dem Wickeln und Aushärten des Harzes wird der Formträger entweder aus dem Wickelkörper herausgezogen oder mit ihm zu einem Verbundkörper vereinigt. Die Wicklung erfolgt in der Regel über ein festgelegtes Muster, das mittels einer CNC-Steuerung abgearbeitet wird. Die Faserstränge bestehen allgemein aus einer Vielzahl von Filamenten, z.B. aus 1.000 bis 12.000 Feinfasern, die zu Rovings, d.h. Faserbündeln, oder zu Tapes bzw. Flachbändern mit einem Titer von 1.000 tex und mehr zusammengefaßt sind.
Vor Beginn der Produktion eines Wickelkörpers bringt man einen Faserstrang an dem Dorn bzw. Grundkörper an. Nach dem Wickeln müssen die Fasern abgeschnitten und möglichst glatt an das Produkt angelegt werden. Bislang hat man die Fasern vor Fertigungsbeginn von Hand an den Dorn bzw. Liner angeklebt und nach dem Wickeln ebenfalls manuell abgeschnitten und am Wickelkörper glatt gestrichen. Das Abtrennen ist notwendig, um das fertige Wickelprodukt aus der Anlage entnehmen und ausliefern
zu können. Damit man den nächsten Formträger mit einem Faserstrang (Roving oder Flachband) bewickeln kann, muß an diesem neuen Grundkörper eine Anbindung erfolgen.
Bekannt ist es zwar, einen Faserstrang nach der Produktion eines Wickelkörpers von diesem auf einen Zwischenträger in Gestalt einer benachbarten Hülse zu wickeln. Auf dieser werden die Fasern des Stranges gehalten und die Verbindungsfasern zum Dorn hin mit einem Messer durchtrennt. Nach dem Herausnehmen des fertig umwickelten Doms und dem Einlegen eines neuen, unbewickelten Doms werden die Fasern von der Zwischenhülse auf den Dorn gewickelt. Hierbei ist aber ungünstig, daß sich mit der herkömmlichen Abschneide- und Anbindetechnik eine vollautomatische Produktion im Fiiament-Winding-Verfahren nicht durchführen läßt.
Zum Wickeln von Tennisschläger-Rahmen hat man eine Portalanlage mit einer Drehmaschine verwendet, deren zentraler Spindelantrieb links und rechts davon je einen spitzengelagerten Dorn antreibt. Von je einem Spulenständer wird ein Faserstrang durch ein zugeordnetes Imprägnierbad an einen Verlegearm geführt. Ein am Portal hin und her verfahrbarer Antrieb bewegt abwechselnd den einen, dann den anderen Verlegearm, damit der betreffende Faserstrang auf den einen oder anderen Dorn gewickelt werden kann. Ist der Wickelvorgang am ersten Dom beendet, so wird der Faserstrang entlang des Doms in eine Parkposition nahe dem Spindelkasten gewickelt. Der gesteuerte Antrieb löst sich von dem aktuellen Verlegearm und fährt zur anderen Seite, um den zweiten Verlegearm anzutreiben. In der jeweiligen Parkstellung findet eine Anhäufung von gewickelten Roving-Enden statt, was - um längere Pausen wegen der raschen Harz-Aushärtung möglichst zu vermeiden - manuelle Eingriffe erfordert, die ihrerseits keinen kontinuierlichen Betrieb zulassen. Der maschinelle Aufwand ist beträchtlich, weil alle Komponenten zweifach vorhanden sein müssen, ausgenommen lediglich den Hauptantrieb und den gemeinsamen Verlegearmantrieb.
Es ist ein Ziel der Erfindung, diese und weitere Nachteile des Standes der Technik zu vermeiden und ein System von wirtschaftlichem Aufbau zum Abtrennen und Anbinden von Verbundfasern, Faserbündeln u.dgl. im Fiiament-Winding-Verfahren zu entwickeln, das einfach zu handhaben ist und eine vollautomatische Serienproduktion ermöglicht. Angestrebt wird die Schaffung von Vorrichtungen mit wenigen Einzelkomponenten, insbesondere mit einer automatischen Trenn- und Anbindeeinrichtung für Wickelaufgaben, bei denen die verwendeten Einzelstränge mit einem Matrixmaterial getränkt
sind. Ein kontinuierlicher Betrieb mit z.B. acht harzgetränkten Fasersträngen (Rovings, Bändern, Tapes) zu je 1.200 tex soll während 23 h täglich gewährleistet sein.
Hauptmerkmale der Erfindung sind in den Ansprüchen 1 und 14 angegeben. Ausgestaltungen sind Gegenstand der Ansprüche 2 bis 13 und 15 bis 26.
Eine Vorrichtung zum Abtrennen und Anbinden von Verbundfasern, Faserbündeln u.dgl. in einer Filament-Winding-Anlage zur Herstellung von rotationssymmetrischen Wickelkörpern, mit einer Zuführeinrichtung für einen mit getränkten Faserstrang zum Aufwickeln auf einen rotationssymmetrischen, rotierend angetriebenen Grundkörper, zeichnet sich laut Anspruch 1 erfindungsgemäß dadurch aus, daß wenigstens eine Trenneinrichtung zum Durchtrennen des Faserstrangs und Anlegen des körperseitigen Faserstrang-Endes an einen fertiggestellten Wickelkörper und wenigstens eine Anbindeeinrichtung zum Anbinden des freien Faserstrang-Endes an einen benachbarten neuen, unbewickelten Grundkörper vorhanden ist. Der Aufbau ist konstruktiv einfach und vermeidet den Doppelaufwand herkömmlicher Systeme, die wegen der Notwendigkeit, die Rovings immer an einer Spindelantriebsseite zu belassen, stets Paare von Imprägnierbädern, Spulenständern, Verlegearmen u.dgl. haben müssen. Nach der Erfindung entfällt auch ein Zwischenträger, z.B. eine Hülse, weil bei dem neuen System - das sich besonders für die Massenfertigung von Druckbehältern eignet - der Faserstrang direkt am Produkt gehalten, dort abgetrennt und mit dem entstandenen freien Ende automatisch an dem nächsten Grundkörper angebunden wird.
Man setzt die Vorrichtung generell in einer Filament-Winding-Anlage mit einer CNC- gesteuerten Drehmaschine ein, die bevorzugt mehrere Spindeln aufweist und entweder in Ständer- oder in Portal-Bauweise ausgeführt ist, und mit einem Imprägnierbad für den über einen Spulenständer zugeführten Faserstrang, welcher aus Glas-, Kohle-, Polyester- oder Aramidfasern, Baumwollfasern oder Hybriden bestehen kann. Typische Imprägniermittel sind ungesättigte Polyesterharze, Polyesterimid- oder Polyimidharze, ferner Epoxid-, Silikon- und Melaminharze. Sie enthalten außerdem Additive, Füll- und Farbstoffe, Aktivatoren und Stabilisatoren. Der Grundkörper kann ein blasgeformter Kunststoffbehälter sein und das Endprodukt ein umwickelter Hohlkörper, z.B. eine Druckflasche für Flüssiggas oder auch ein transparenter Tank für Flüssigkeiten wie Heizöl, an dem der Füllstand ohne weiteres visuell erkennbar ist.
In der Ausführung gemäß Anspruch 2 hat die Trenneinrichtung wenigstens eine Schneideinrichtung, z.B. eine feststehende Klinge oder ein angetriebenes Messer, und gemäß Anspruch 3 wenigstens einen elastischen Abstreifer, beispielsweise in Form einer Gummi- oder Kunststofflippe, die man umfangsseitig über den Wickelkörper führt, vorteilhaft nach Anspruch 4 etwa rechtwinklig zur Schnittrichtung der Schneideinrichtung. Der Produktionsablauf vereinfacht und beschleunigt sich, wenn die Bewegungen von Schneideinrichtung und Abstreifer laut Anspruch 5 mit der Bewegung des Wickelkörpers synchron gekoppelt sind.
Eine wichtige Ausgestaltung des Systems sieht im Einklang mit Anspruch 6 vor, daß die Trenneinrichtung und die Anbindeeinrichtung in den Arbeitsbereich der Filament- Winding-Anlage ein- und ausschwenkbar sind. Mithin kann dieser Bereich nach Bedarf freigeräumt oder zum Umsteuern der Strangzuführung genutzt werden, und zwar auf besonders einfache Weise, wenn diese Einrichtungen laut Anspruch 7 eine Baueinheit bilden. Die Anbindeeinrichtung kann jedoch auch gemäß Anspruch 8 schwenkbar mit der Trenneinrichtung verbunden sein, wodurch man noch größere Freiheit in der Verwendung gewinnt.
Zweckmäßig weist nach Anspruch 9 die Anbindeeinrichtung wenigstens einen weiteren elastischen Abstreifer auf, beispielsweise in Form einer Gummi- oder Kunststofflippe, die umfangsseitig über den Grundkörper führbar ist, wobei Anspruch 10 vorsieht, daß die Bewegung der Anbindeeinrichtung mit der Bewegung des Grundkörpers synchron gekoppelt ist.
Eine einfache Bauform benutzt eine Anbinde- und Abschneideeinrichtung ohne Halteeinrichtung; die Fasern werden unmittelbar nach dem Abtrennen auf einem neuen unbewickelten Körper abgelegt und in Faserrichtung angedrückt. Es können aber laut Anspruch 11 unterstützend Fixiermittel vorgesehen sein, um den Faserstrang vor dem Abtrennen in Schnittposition zu halten bzw. festzulegen. Bevorzugt ist die Fixiereinrichtung gemäß Anspruch 12 in den Arbeitsbereich der Filament-Winding- Anlage ein- und ausschwenkbar, und sie kann im Einklang mit Anspruch 13 mit der Trenneinrichtung und/oder der Anbindeeinrichtung eine Baueinheit bilden.
Bei einem Verfahren zum Abtrennen und Anbinden von Verbundfasern in Filament- Winding-Technik gemäß Anspruch 14 wird wenigstens ein bevorzugt mit einem Matrixmaterial getränkter Faserstrang nach dem Umwickeln eines
rotationssymmetrischen, rotierend angetriebenen Grundkörpers mittels einer Trenneinrichtung durchtrennt, worauf die abgetrennten Fasern des fertiggestellten Wickelkörpers an diesem festgelegt werden, und der verbleibende Faserstrang wird von einer Anbindeeinrichtung an einen benachbarten neuen Grundkörper übergeben und mit dem freien Faserstrang-Ende an diesen angebunden. Ein wesentlicher Vorteil der Erfindung besteht darin, daß eine herkömmlich benötigte Hülse als Hilfsmittel vollständig wegfällt. Die Rovings bzw. Tapes werden direkt am Produkt gehalten und abgeschnitten. Nach einem Wechsel des Formteils (Doms oder Liners) wird der Faden automatisch am folgenden Produkt angelegt und aufgewickelt. Der Wickelvorgang dauert an, bis die gewünschte Überdeckung des Grundkörpers durch die harzgetränkten Fasern programmgemäß erreicht ist. Die Anlage kann daher äußerst effizient betrieben werden, zumal Stillstandszeiten sich auf ein Wartungsminimum reduzieren. Das wiederum ist wegen der raschen Aushärtung des Harzes wichtig; längerer Stillstand brächte die gesamte Fertigung zum Erliegen.
Zweckmäßig wird nach Anspruch 15 das körperseitige Ende des abgetrennten Faserstrangs am fertiggestellten Wickelkörper in Faserrichtung und/oder in Wickelrichtung aufgestrichen, z.B. mit einer Rakel, einem Abstreifer o.dgl., wobei der fertiggestellte Wickelkörper laut Anspruch 16 beim Anlegen bzw. Anstreichen der abgetrennten Fasern um einen definierten Winkel in Wickelrichtung weitergedreht werden kann.
Gemäß Anspruch 17 wird der Faserstrang mit seinem freien Ende auf der Umfangs- fläche des Grundkörpers angebunden, vorteilhaft indem nach Anspruch 18 das freie Ende des Faserstrangs entgegen der Wickelrichtung des Grundkörpers an diesem angelegt und indem nach Anspruch 19 der Grundkörper beim Anbinden des Faserstrangs um einen definierten Winkel entgegen der Wickelrichtung gedreht wird. Günstig ist es insbesondere, wenn der Grundkörper im Einklang mit Anspruch 20 beim Anbinden des freien Faserstrang-Endes wenigstens eine volle Windung des Faserstrangs ohne Vorspannung aufnimmt.
Wichtig ist die Ausgestaltung von Anspruch 21 , wonach die Ablage des Faserstrangs auf dem Grundkörper entlang geodätischer Linien erfolgt. Da solche Linien die kürzesten Verbindungen zwischen zwei Punkten auf gekrümmten Oberflächen sind, erzielt man sparsame Bewicklung. Auch wird ein Abrutschen der Fasern vom Wickelkörper verhindert, weil alle äußeren Kräfte der Fasern senkrecht zu seiner Oberfläche wirken.
Sehr einfach vollzieht sich die Anbindung des Faserstrangs laut Anspruch 22 nahe Polkappen des Grundkörpers, vor allem wenn gemäß Anspruch 23 das freie Faserstrang-Ende von der Anbindeeinrichtung auf der Achse oder Nabe des Grundkörpers fixiert wird.
Man kann eine Anbinde- und Abschneideeinrichtung ohne Halteeinrichtung verwenden, wobei die Fasern des freies Faserstrang-Endes unmittelbar nach dem Abtrennen auf einem neuen unbewickelten Körper abgelegt und in Faserrichtung angedrückt werden. Anspruch 24 sieht aber unterstützend vor, daß der Faserstrang vor dem Abtrennen von einer Fixiereinrichtung erfaßt und in Schnittposition festgelegt wird. Speziell kann laut Anspruch 25 ein Endlos-Faserstrang von einer kombinierten Abtrenn- und Anbindeeinheit unter Beibehaltung der Faserspannung erfaßt, an einem fertigen Wickelkörper durchtrennt und an einen benachbarten neuen Grundkörper angebunden werden.
Eine zyklische Verfahrensführung gibt der unabhängige Anspruch 26 mit den Schritten a) bis j) an, nach deren Beendigung mit Schritt k) ein neuer Zyklus gleicher Art beginnt.
Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus dem Wortlaut der Ansprüche sowie aus der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnungen. In diesen enthaltene Beschriftungen und durch Pfeile gekennzeichnete Bewegungsrichtungen werden ausdrücklich zum Bestandteil der Beschreibung erklärt. Es zeigen:
Fig. 1 eine stark vereinfachte, schematische Darstellung einer Filament-Winding- Anlage,
Fig. 2 eine schematische Seitenansicht einer Trenneinrichtung einer Vorrichtung zum Abtrennen und Anbinden von Fasersträngen,
Fig. 3 eine schematische Darstellung einer Anbindeeinrichtung einer Vorrichtung zum Abtrennen und Anbinden von Fasersträngen,
Fig. 4 eine Stirnansicht und eine Seitenansicht der Vorrichtung zum Abtrennen und Anbinden von Fasersträngen beim Wickeln,
Fig. 5 die Vorrichtung von Fig. 4 nach dem Wickelvorgang mit eingeschwenkter Trenneinrichtung,
Fig. 6 eine Stirnansicht des Wickelkörpers von Fig. 5 nach dem Durchtrennen des Faserstrangs,
Fig. 7 eine Stirnansicht des Wickelkörpers von Fig. 5 beim Anlegen bzw. Anstreichen des körperseitigen Strangendes,
Fig. 8 eine Teildraufsicht auf eine Filament-Winding-Anlage mit einer Zuführeinrichtung in zwei verschiedenen Positionen,
Fig. 9 eine Stirnansicht eines unbewickelten Kunststoffzylinders beim Positionieren der Trenneinrichtung,
Fig. 10 eine Stirnansicht des Kunststoffzylinders von Fig. 9 während der Übergabe des Faserstrangs von der Trenneinrichtung an die Anbindeeinrichtung,
Fig. 11 eine Seitenansicht einer Anbindeeinrichtung und
Fig. 12 eine Seitenansicht einer Trenneinrichtung.
Das erfindungsgemäße System wird in einer in Fig. 1 schematisch dargestellten Filament-Winding-Anlage 10 eingesetzt, die eine CNC-gesteuerte Ein- oder Mehrspindel-Drehmaschine in Portal- oder Ständerbauweise aufweisen und Antriebe haben kann, mit denen zu bewickelnde Grundkörper 20 und eine Zuführeinrichtung 11 für einen Faserstrang 12 angetrieben werden. Die Bewegungsrichtungen der Baugruppen und Komponenten sind durch Pfeile gekennzeichnet. Die Antriebsachsen sind mit x, y, z und u bezeichnet.
Der Grundkörper 20 ist im hier beschriebenen Beispiel ein blasgeformter Kunststoffzylinder 22 mit gewölbten Enden bzw. Polkappen 24, wovon eine mit einem Einlaß oder einem Füllstutzen versehen ist.
Der Faserstrang 12 kann ein Glasfaserband sein, das z.B. aus 8 Rovings mit jeweils 1200 tex besteht. Es durchläuft ein (nicht dargestelltes) Imprägnierbad z.B. mit Tauchtränkung und gelangt anschließend harzbeladen über einen (ebenfalls nicht gezeigten) Spulenständer an den Grundkörper 20. Ein Verlegeauge 16 am Ende eines Verlegearms 17 führt das Faserband 12 CNC-gesteuert über den Grundkörper 20, wobei dessen Antriebsspindel und der Antrieb des Verlegearms 17 synchron gesteuert werden, so daß der Wickelvorgang kontrolliert abläuft.
Besonders rationell ist eine (nicht dargestellte) Kombination von zwei gleichartigen Filament-Winding-Anlagen 10, die Drehmaschinen mit zehn Spindeln haben, nämlich zwei Gruppen mit je 5 Spindeln links und rechts von einem gemeinsamen Antrieb 18. Es produzieren z.B. mit einer vorgegebenen Zykluszeit ständig jeweils die 5 Spindeln
der einen Gruppe, während die andere Spindelgruppe durch Roboter entladen und neu beschickt wird. Dazu bringt ein (gleichfalls nicht dargestelltes) Fördersystem die Behälterrohlinge heran, die auf den Spindeln jeder Drehmaschine eingespannt werden.
Ist der Wickelvorgang abgeschlossen, wird der aus dem (nicht gezeigten) Imprägnierbad kommende Faserstrang 12 von dem Abtrenn- und Anbinde-System erfaßt, vom fertigen Wickelkörper 70 abgetrennt und an einem neuen Grundkörper 20 angebunden. Sensoren (nicht dargestellt) erfassen den Wickelzustand, so daß am Ende eines Wickelvorgangs ein Signal zum Trennen des Faserstrangs 12 und, nachdem dies vollzogen ist, ein zweites Signal zum Beginn des Anbindens am nächsten Grundkörper 20 gegeben wird. Nach der Entnahme wird der fertige Wickelkörper 70 in einem (nicht gezeichneten) Trockenofen ausgehärtet.
Für das Abtrennen der Rovings 12 vom fertigen Wickelkörper 70 ist eine Trenneinrichtung 30 vorgesehen (siehe Fig. 2), die den gesamten Faserstrang 12 mittels einer Greif- bzw. Fixiereinrichtung 40 ergreifen und in festgeklemmter Positiion mittels einer Schneideinrichtung 45 durchtrennen kann. Die Greif- bzw. Fixiereinrichtung 40 hat hierzu einen pneumatisch betriebenen Zylinder 41 als Antrieb für zwei Greifbacken 42, zwischen denen die Rovings fixierbar sind. Die erzeugte Klemmkraft zwischen den Greifbacken 42 ist derart bemessen, daß das Zuggewicht der Rovings 12 von bis zu 30 kg von dem System problemlos aufgenommen wird. Die Schneideinrichtung 45 besitzt ein Messer 46, das zum Durchtrennen der Rovings 12 von einem ebenfalls pneumatisch betriebenen Stellzylinder 48 linear antreibbar ist.
Die gesamte Trenneinrichtung 30 ist mit einem Tragarm 31 oder Tragrahmen an der Zuführeinrichtung 11 der Filament-Winding-Anlage 10 festgelegt, an dem endseitig die Greifeinrichtung 40 und die Schneideinrichtung 45 montiert sind. Ein Basisgelenk 33 vor der Zuführeinrichtung 11 ermöglicht das Verschwenken der Trenneinrichtung in einer Ebene senkrecht zur Antriebswelle 22 des Grundkörpers 20, während ein Kopfgelenk 34 das Verschwenken der Greifeinrichtung 40 und der Schneideinrichtung 45 um die Längsachse L des Tragarms 31 vorsieht.
Das Anbinden des abgetrennten Faserstrangs 12 an einen neuen Grundkörper 20 erfolgt mittels einer Anbindeeinrichtung 50, die in Fig. 3 stark vereinfacht dargestellt ist. Sie sitzt berührungslos über der Antriebswelle 25 des Grundkörpers 20 in unmittelbarer Nähe zu einer Polkappe 24 des Kunststoffzylinders 22 und hat zwei gewölbte
Klemmbacken 52 zum Greifen und Festlegen des Faserstrangs 12. Das Öffnen und Schließen der Klemmbacken 52 erfolgt über einen Hebel 53, der mit einem (hier nicht dargestellten) pneumatischen Stellzylinder 54 in Wirkverbindung steht.
Fig. 4 zeigt die Vorrichtung zum Abtrennen und Anbinden von Fasersträngen 12 mit seinen Systemkomponenten, nämlich der Trenneinrichtung 30 und der Anbindeeinrichtung 50. Beide liegen in den Positionen, die sie während des Wickelvorgangs einnehmen. Die Trenneinrichtung 30 wird von der Zuführeinrichtung 11 oberhalb des Kunststoffzylinders 22 geführt, während die Anbindeeinrichtung 50 vor der Polkappe 24 positioniert ist.
Der Wickelvorgang dauert z.B. etwa 8 min. Er endet mit einigen Radialwindungen, die unter kleinem Vorschub gefahren werden, wobei der Faserstrang 12 in einem Winkel von 90° zur Wickeldornachse 25 aufläuft, und zwar bevorzugt in der Längsmitte des Kunststoffzylinders 22 bzw. des fertigen Wickelkörpers 70 (siehe Fig. 5).
Um den fertigen Wickelkörper 70 vom Faserstrang 12 zu trennen, fährt die Zuführeinrichtung 11 mitsamt der Trenneinrichtung 30 entlang der z-Achse ein Stück weit zurück, bis die Greifeinrichtung 40 und die Schneideinrichtung 45 seitlich neben dem Wickelkörper 70 liegen. Von dort aus werden beide über das Kopfgelenk 34 um etwa 90° eingeschwenkt und in Arbeitsposition gebracht, wobei der Greifer 40 den Faserstrang 12 mit geöffneten Greifbacken 42 berührungsfrei übergreift, um Beschädigungen der Filamente und ungewolltes Abstreifen von Harz zu vermeiden.
Man erkennt, daß der Strang 12 - von oben betrachtet - ein geradlinig verlaufendes Band von z.B. 3,5 cm Breite ist, das durch Schließen der Greifbacken 42 gefaßt und von der Greifeinrichtung 40 in dieser Lage kraftschlüssig gehalten wird. Letztere bildet mithin zugleich eine Fixiereinrichtung für den Faserstrang 12, der nun im nächsten Schritt von der Schneideinrichtung 45 durchtrennt werden kann. Hierbei wird die hohe Zugspannung der Rovings 12 von der Greifeinrichtung 40 und damit von der Trenneinrichtung 30 aufgefangen.
Die Schneidphase zeigt Fig. 6. Das Messer 46 fährt in den Faserstrang 12 ein und und durchtrennt hierbei die einzelnen Rovings. Es entsteht ein körperseitiges Strangende 13, während der übrige Faserstrang 12 weiterhin fest von der Greifeinrichtung 40 fixiert wird. Beim Einfahren des Messers 46 wird das körperseitige Strangende 13 - wie in
Fig. 7 zu sehen - von einem elastischen Abstreifer flach an den Wickelkörper 70 angelegt. Der Abstreifer 47 ist vorzugsweise eine Gummi- oder Kunststofflippe, die an einem (nicht näher bezeichneten) Messerbalken befestigt ist. Dieser wird nach dem Trennvorgang mit dem Messer 46 für kurze Zeit in unterer Position gehalten, während der Spindelantrieb (x-Achse) den Wickelkörper 22 bzw. 70 noch z.B. 2 Umdrehungen weiterdreht, wodurch das Ende 13 glatt festgelegt wird. Anschließend fährt das Messer 46 wieder in seine Ausgangsstellung zurück.
Zur Entnahme des jetzt fertigen Wickelkörpers 70 wird im folgenden Arbeitsschritt eine Querbewegung des Faserstrangs 12 ausgeführt, d.h. in y-Richtung (siehe Fig. 8). Dabei wird der Verlegearm 17 samt Verlegeauge 16 und Trenneinrichtung 30 von der einen zur anderen Seite der Filament-Winding-Anlage 10 bzw. ihres Antriebsständers verfahren, wo sich bereits ein neuer Kunststoffzylinder 22 befindet. Das weiterhin von der Trenneinrichtung 30 gehaltene freie Strangende 14 des abgetrennten Faserstrangs 12 wird hier von der Zuführeinrichtung 11 zunächst über der noch geschlossenen Anbindeeinrichtung 50 positioniert (siehe Fig. 9).
Nach dem Öffnen der Klemmbacken 52 über den Stellzylinder 54 wird der Faserstrang 12 von der Zuführeinrichtung 11 und der Trenneinrichtung 30 in die Anbindeeinrichtung 50 eingebracht, ohne daß hierbei eine Berührung stattfindet. Anschließend werden die Klemmbacken 52 geschlossen, wobei das Strangende 14 von der Anbindeeinrichtung 50 kraftschlüssig fixiert wird.
Damit nicht durch sofortiges Schließen der Backen 52 ein unerwünschtes Nachschleppen des anzubindenen Endes 14 erfolgt, wird die Trenneinrichtung - wie in Fig. 10 gezeigt - über das in dem Tragarm 31 integrierte Gelenk 33 nach unten geneigt, wodurch das Strangende 14 kurz bleibt.
Liegt das Strangende 14 in den Klemmbacken 52 fest, öffnen sich die Greifbacken 42 der Greifeinrichtung 40 und geben den Faserstrang 12 frei. Anschließend wird die Trenneinrichtung 30 über die Gelenke 33 und 34 aus dem Arbeitsbereich heraus in seine Ausgangsposition zurückgeschwenkt (siehe Fig. 4).
Das System ist nun in der Ausgangsposition für den Start eines neuen Wickelvorgangs. In dessen Anlauf rotiert die Wickel- bzw. x-Achse synchron mit der Zuführeinrichtung 11 , die das Verlegeauge 16 und die Trenneinrichtung 30 in y- und z-
Richtung verbringt. Zwar sperren die verlegten Rovings 12 anfänglich vom Verlegeauge 16 her zur Tangente der Polkappe 24, doch bindet der Faserstrang 12 nach wenigen Umdrehungen des Kunststoffzylinder 22 dieses Strangdreieck ab (siehe Fig. 4 unten). Dann reicht auch die Haftreibung des Anfangswickels, um die Klemmbacken 52 der Anbindeeinrichtung 50 entlasten zu können, wodurch das Bewickeln völlig frei vor sich geht.
Während der neue Kunststoffzylinder 22 bewickelt wird, kann auf der anderen Seite der Filament-Winding-Anlage 10 der bereits fertige Wickelkörper 70 entnommen und durch einen neuen Grundkörper 20 ausgetauscht werden.
Man erkennt, daß die Vorrichtung zum Abtrennen und Anbinden von Verbundfasern, Faserbündeln u.dgl. zweckmäßig folgende Baugruppen vorsieht:
B1 „Trennen" mit den Funktionen „Faserstrang fixieren" durch "Greifen und Klemmen", ferner „Faserstrang trennen" und „Faserstrang transportieren";
B2 „Anbinden" durch „Faserstrang übergeben" und „Faserstrang anbinden";
B3 "Antriebe" für die vorgenannten Baugruppen; und
B4 "Kinematik" für die Abläufe der Baugruppen 1) und 2).
Zum Abtrennen von Fasersträngen 12, beispielsweise bis zu acht Rovings mit jeweils bis zu 2.400 tex, benötigt man Trenngeräte 45 hoher Standzeit von mindestens 23 h und geringer Bauhöhe, insbesondere unter 200 mm. Bevorzugt verwendet man daher als Messer 46 Scherbalken, die aneinander vorbeigleiten, eine auf eine Gegenlage drückende Klinge oder 2 in einem spitzen Winkel zueinander angeordnete Schneidklingen, welche die Rovings in einer von dem Antriebszylinder 42 erzeugten Relativbewegung durchtrennen, wobei der Faserstrang 12 automatisch zentriert wird. Alternativ kann jedoch auch ein rotierendes Skalpell verwendet werden. Oder man durchtrennt die Faserstränge 12 durch Sägen.
Für das Fixieren in den Baugruppen B1 und B2 können ebenfalls verschiedene Greif- und Klemmanordnungen gewählt werden. Für die Greifeinrichtung 40 der Trenneinrichtung 30 verwendet man bevorzugt einen pneumatischen Parallelgreifer oder zwei paralle aufeinander preßbare Flächenbacken. Die Anbindeeinrichtung 50 weist bevorzugt zwei aufeinander preßbare Halbschalen auf. Wichtig hierbei sind
Auswahlkriterien wie Bauvolumen bzw. Platzbedarf und Funkionssicherheit, wobei allerdings auch der Preis eine bedeutsame Rolle spielt. Selbsthemmende Fixiermittel können daher auch in Betracht kommen.
Die Wirksamkeit von Greif- und Klemmeinrichtungen wird maßgeblich durch ihre Oberflächen-Beschaffenheit bestimmt, wobei es auf Form bzw. Geometrie und auf Rauhigkeit bzw. Griffigkeit der Greif- bzw. Klemmbacken ankommt. Die Greifbacken 42 der Greifeinrichtung 40 sind daher vorzugsweise rechteckig und eben ausgebildet mit glatten Greifbackenoberflächen, was den Vorteil einfacher Herstellung hat. Eine Abwandlung kann darin bestehen, daß die Backen keil- oder dachförmig gestaltet sind. Oder man versieht die Oberflächen mit genopptem Gummi bzw. Moosgummi. Die Anbindeeinheit verwendet gewölbte, insbesondere halbrunde Backen. Von Vorteil kann auch die Werkstoffpaarung Teflon/Metall sein, wobei die harzführenden Bereiche Zackennuten haben können. Um die Rovings 12 schonend packen zu können, verwendet man gerändelte Backen aus Metall und/oder Teflon.
Für die Lagerung der bewegten Teile eignen sich übliche Wälz- und Gleitlager, am besten fettlos und ohne Dichtungen. Es sollte verhindert werden, daß bei der Reinigung der Filament-Winding-Anlagen mit Azeton gelöstes Harz etwa unter Dichtungen kriechend eindringt. Offene Lager lassen sich daher gut ausspülen.
Bezüglich der Baugruppe B3 sind in Filament-Winding-Anlagen allgemein elektrische und/oder pneumatische Antriebe vorhanden, so daß auch für das erfindungsgemäße System solche Antriebe wegen ihrer Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit vorgesehen sind.
Eine Anforderung an den kinematischen Aufbau (Gruppe B4) ist, daß sich das Trenn-/Anbinde-System 30, 50 während der Strangverlegung nicht im Durchmesser des Wickelkerns befindet, aber an die Dornachse 25 heranbringen läßt. Mihin befindet sich die neigbare Trenneinrichtung 30 stets hinter dem Dorn. Denkbar ist aber auch, daß eine (nicht dargestellte) zentrale Steuerstange die Trenneinrichtung 30 und/oder die Anbindeeinrichtung 50 auf und ab bewegt. Letztere wird jeoch bevorzugt direkt an der Polkappe 24 des Doms bzw. des Wickelkörpers 20 liegen oder ihn zentrisch umkreisen.
Eine andere Ausführungform der Erfindung geht aus Fig. 11 und 12 hervor. Die Anbindeeinrichtung 50 ist mittels einer Grundplatte 51 am Spannfutter einer (nicht näher gezeichneten) Drehmaschine befestigt. Die obere Klemmbacke 52 wird über einen in einer Achse 55 gelagerten Winkelhebel 53 von dem pneumatischen Zylinder 54 bewegt, der ebenfalls um einer Achse 56 schwenkbar gelagert ist, um Ausgleichsbewegungen ausführen zu können. Die untere Klemmbacke 52 ist starr ausgebildet.
Die Trenneinrichtung 30 ist in Seitenansicht in der Position vor dem Schnitt gezeichnet. Die Bewegungen der Greifeinrichtung 40 und der Schneideinrichtung 45 um die Schwenkachse 33 und die Drechachse 34 wird über pneumatische Antriebe 49 ausgeführt, die über (nicht sichtbare) Magnetventile mit der anlagenseitigen Druckluftversorgung in Verbindung stehen.
Die Erprobung des erfindungsgemäßen Systems ergab, daß die Greifmechanismen 40, 50 jeweils alle Rovings sicher erfaßten. Nur bei trockenem, noch ungetränktem Faserstrang 12 zogen sich einzelne Filamente unter hoher Zugspannung aus dem Greifer heraus, wogegen der imprägnierte Faserstrang 12 alle Filamente zusammenhielt. Weder beim Klemmen noch beim Schneiden der Rovings trat eine Verschmutzung durch Harzaustritt auf, und alle Schneidvorgänge erfolgten mit zuverlässigem, sauberem Schnitt. Beim Einschwenken der Trenneinrichtung 30 ging der Faserstrang 12 stets frei, d.h. er wurde nicht berührt. Seine Übergabe von der Trenn- an die Anbindeeinrichtung (also von 30 an 50) erfolgte absolut problemlos, so daß auch der neue Wickelvorgang selbst bei einer Verlege-Geschwindigkeit von 60 m/min einwandfrei verlief.
Eine noch andere Ausführungsform der Erfindung umfaßt folgende Verfahrensschritte:
a) Nach Fertigstellung eines zu wickelnden Produkts wird an der Filament-Winding- Anlage eine Abtrenn- und Anbindeeinheit in Arbeitsposition gebracht, z.B. eingeschwenkt, bei der die Trenneinrichtung 30 und die Anbindeeinrichtung 50 miteinander kombiniert worden sind. Daher bestitzt diese Abtrenn- und Anbindeeinheit keine an den Polkappen 24 angeordnete Klemmbacken 52 mehr, sondern nur noch eine Greifeinrichtung 40 mit Greifbacken 42;
b) von dem fertigen Wickelprodukt ausgehende Fasern werden mittels der Greifeinrichtung erfaßt und festgeklemmt, ohne daß die Fasern des Faserstrangs ihre Vorspannung verlieren;
c) eine feststehende Klinge oder ein angetriebenes Messer durchtrennt die Fasern zwischen dem Produkt und der Greifeinrichtung;
d) die durchtrennten, vom Produkt abstehenden Fasern werden mit einem Abstreifer glatt an das Produkt angelegt, insbesondere an- bzw. aufgestrichen;
e) das fertige Produkt wird entnommen und die Trenneinrichtung wird zu einem benachbarten neuen Grundkörper bewegt, wobei der Faserstrang vor seinem freien Ende in der Greifeinrichtung eingespannt bleibt, so daß der Produktionsprozeß ohne Unterbrechungen oder Eingriffe von Hand weitergeführt werden kann;
f) eventuell am Abstreifer der Abtrenn- und Anbindeeinheit befindliche Harzreste werden auf der Oberfläche eines neuen unbewickelten Grundkörpers (z.B. auf einem Kunststoffbehälter) abgestrichen;
g) der von der Greifeinrichtung gehaltene Faserstrang wird in das Harz auf der Oberfläche des neuen Grundkörpers eingelegt;
h) durch synchronisiertes Öffnen der Greifeinrichtung und definiertes Rückwärtsdrehen des neuen Grundkörpers um einen vorgegebenen Winkel wird das freie Faserstrang-Ende auf der Oberfläche des neuen Grundkörpers festgelegt, bevorzugt mittels eines weiteren Abstreifers, z.B. einer in Faserrichtung über das freie Faserstrang-Ende streichenden Lippe;
i) nach erfolgter Drehrichtungsänderung wird das freie Faserstrang-Ende ohne Fadenspannung wenigstens einmal in Wickelrichtung um den Grundkörper gelegt, was durch eine über die Oberfläche samt Fasern streichende Lippe unterstützt werden kann;
j) nach der Anfangsbefestigung wird die Abtrenn- und Anbindeeinheit aus dem Anwendungsbereich herausgeschwenkt, damit der eigentliche Wickelvorgang beginnen kann;
k) Nach dessen Beendigung beginnt der nächste Zyklus mit Verfahrensschritt a).
Die Erfindung ist nicht auf eine der vorbeschriebenen Ausführungsformen beschränkt, sondern in vielfältiger Weise abwandelbar. Man erkennt, daß in einer Filament- Winding-Anlage 10 ein getränkter Faserstrang 12 auf einen rotierend angetriebenen Grundkörper 20 aufgewickelt wird. Eine Trenneinrichtung 30 dient zum Durchtrennen und Anlegen des Faserstrang-Endes 13 an einen fertigen Wickelkörper 70. Mit einer Anbindeeinrichtung 50 wird das freie Faserstrang-Ende 14 an einem nächsten Grundkörper 20 übergeben, bevorzugt in der Nähe der Polkappen 24. Einem Messer 46 einer Schneideinrichtung 45 ist ein elastischer Abstreifer 47 zugeordnet, der umfangsseitig etwa rechtwinklig zur Schnittrichtung über den Wickelkörper 70 führbar ist. Die Trenneinrichtung 30 ist in den Arbeitsbereich der Filament-Winding-Anlage ein- und ausschwenkbar, ggf. als Baueinheit mit der Anbindeeinrichtung 50. Die Bewegung des Wickelkörpers 70 ist mit der Trenneinrichtung 30 synchron gekoppelt. In Schnittposition ist der Faserstrang 12 mit einer Greifeinrichtung 40 fixierbar, die bevorzugt gemeinsam mit der Schneideinrichtung 45 in den Arbeitsbereich der Filament-Winding-Anlage ein- und ausgeschwenkbar ist.
Sämtliche aus den Ansprüchen, der Beschreibung und der Zeichnung hervorgehenden Merkmale und Vorteile, einschließlich konstruktiver Einzelheiten, räumlicher Anordnungen und Verfahrensschritten, können sowohl für sich als auch in den verschiedensten Kombinationen erfindungswesentlich sein.
Bezugszeichen liste
Längsachse 34 Kopfgelenk
40 Greifeinrichtung
Filament-Winding-Anlage 41 Zylinder
Zuführeinrichtung 42 Greif backe
Faserstrang 45 Schneideinrichtung körperseitiges Strangende 46 Messer freies Strangende 47 Abstreifer
Verlegeauge 48 Zylinder
Verlegearm 49 Druckzylinder
Wickelantrieb
50 Anbindeeinrichtung
Grundkörper / Wickelkörper 51 Grundplatte
Kunststoffzylinder 52 Klemmbacken
Polkappe 53 Hebel
Antriebswelle 54 Stellzylinder
55 Achse
Trenneinrichtung 56 Achse
Tragarm
Basisgelenk