Elektrochirurqische Vorrichtung sowie Verfahren zum Betreiben derselben
Die Erfindung betrifft eine elektrochirurgische Vorrichtung, mit einem Hochfrequenzgenerator zur Erzeugung von Hochfrequenz - Spannung, mit einem mit dem Hochfrequenzgenerator verbundenen ersten Ausgang sowie zumindest einem zweiten mit dem Hochfrequenzgenerator verbundenen Ausgang, wobei an den ersten Ausgang und an den zweiten Ausgang jeweils ein elektrochirurgisches Instrument separat anschließbar ist, und wobei beide Ausgänge gleichzeitig aktivierbar sind.
Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Betreiben der vorstehend genannten elel trochirurgischen Vorrichtung.
Eine elektrochirurgische Vorrichtung und ein Verfahren zum Betreiben derselben sind aus dem Dokument US 4,903,696 bekannt.
Eine elektrochirurgische Vorrichtung der eingangs genannten Art wird im Rahmen von chirurgischen Eingriffen zum Schneiden und/ oder zum Koagulieren von Gewebe verwendet.
Derzeitige elektrochirurgische Vorrichtungen sind für verschiedene Betriebsarten und zum Anschließen mehrerer elektrochirur- gischer Instrumente ausgelegt.
Man unterscheidet bei elektrochirurgischen Vorrichtungen zwischen dem monopolaren Betriebs zustand und dem bipolaren Betriebszustand.
Beim monopolaren Betriebs zustand wird der Hochfrequenzström über eine am angeschlossenen Instrument vorhandene Aktivelektrode dem Gewebe zugeführt und über eine an geeigneter Stelle am Körper des Patienten befestigte großflächige Rückführelektrode, die üblicherweise auf Massepotenzial liegt, abgeführt. Bei diesem Betriebszustand besteht der Nachteil, dass der Hochfrequenz ström von der Aktivelektrode zu der außen am Körper des Patienten angelegten Rückführelektrode fließt und dabei unbeteiligtes Gewebe schädigen kann, oder es können Verbrennungen an der Körperoberfläche, an der die Rückführelektrode anliegt, auftreten. Mit anderen Worten ist bei diesem Betriebs zustand der Fluss des HochfrequenzStromes nur wenig kontrollierbar.
Im bipolaren Betriebs zustand sind die Aktivelektrode und die Rückführelektrode beide im Körper im Behandlungsbereich, und zwar üblicherweise in unmittelbarer Nähe zueinander angeordnet, wobei diese beiden Elektroden bislang an ein und demselben Instrument ausgebildet sind, das als Bipolarinstrument bezeichnet wird. Bei einer Fasszange beispielsweise ist das eine Maulteil der Fasszange die Aktivelektrode und das andere Maulteil die Rückführelektrode, so dass der Fluss des Hochfrequenz- Stromes auf den Bereich zwischen den Maulteilen begrenzt ist. Es wird also nur das zu behandelnde Gewebe, das sich zwischen den Elektroden des Instruments befindet, vom Hochfrequenzström beaufschlagt, wodurch die Anwendung des HochfrequenzStromes im bipolaren Betriebszustand wesentlich besser kontrollierbar ist.
An die elektrochirurgische Vorrichtung gemäß dem oben genannten Dokument US 4,903,696, die einen Hochfrequenzgenerator und zwei mit diesem verbunden Ausgänge aufweist, können gleichzeitig zwei Bipolarinstrumente angeschlossen und betrieben werden. Beispielsweise kann ein elektrochirurgisches Skalpell, mit dem bei Beaufschlagung mit geeigneter Hochfrequenz Spannung geschnitten oder koaguliert werden kann, an den einen Ausgang angeschlossen sein. An den anderen Ausgang kann eine bipolare Zange angeschlossen werden, beispielsweise eine Fasszange zum Koagulieren. Beide Bipolarinstrumente können bei dieser bekannten Vorrichtung gleichzeitig aktiviert werden.
Im Sinne der vorliegenden Erfindung bedeutet „aktivierbar", dass die Ausgänge zum simultanen Betrieb der an die Ausgänge angeschlossenen Instrumente in Betrieb genommen werden können.
Beide Ausgänge dieser bekannten elektrochirurgischen Vorrichtung sind als zweipolige Ausgänge ausgebildet, wobei zwischen die beiden Pole desselben Ausgangs entsprechend die Hochfrequenzspannung aufgeschaltet werden kann.
Die Verwendung von elektrochirurgischen Instrumenten, bei denen am selben Instrument Aktivelektrode und Rückführelektrode ausgebildet sind, bringt jedoch Probleme und Nachteile bei der Konstruktion derartiger Instrumente mit. Einerseits besteht ein Problem in der sinnvollen Priorisierung der beiden beteiligten Elektroden des Instruments, andererseits besteht ein Problem in der optimalen Form und im Einsatzwinkel, der insbesondere im Rahmen der endoskopischen Chirurgie zum Gewebe hin sehr stark eingeschränkt ist. Der Einsatzwinkel ist der Winkel ist der Winkel zwischen dem Gewebe und der Aktivelektrode und bestimmt im wesentlichen den mit dem Hochfrequenzstrom bewirkten Effekt. Beim bipolaren Schneiden müssen beide Elektroden das Gewebe berühren, wobei die Rückführ- oder Neutralelektrode zuerst mit dem Gewebe in Kontakt gebracht werden sollte, um ein unerwünschtes Koagulieren an der Neutralelektrode zu vermeiden.
Ein weiterer Nachteil solcher Bipolarinstrumente besteht in den erforderlichen Isolationsmaßnahmen zwischen den beiden Elektroden des Instruments, die insbesondere bei elektrochirurgischen Instrumenten mit gelenkig miteinander verbundenen Maulteilen bestehen, weil die Isolationsmaßnahmen auch im Bereich des Gelenks vorgesehen sein müssen, was bei einer Miniaturisierung derartiger Instrumente für die minimal-invasive Chirurgie zu erheblichen konstruktiven Problemen und Einschränkungen führt.
Ein Ansatz zur Behebung der zuvor genannten konstruktiven Probleme bei Bipolarinstrumenten ist in der WO 01/22896 AI beschrieben, in der ein Bipolarinstrument offenbart ist, das zwei Paare von Maulteilen aufweist, wobei das eine Paar die Aktivelektrode und das andere Paar die Rückführelektrode bildet. Auf Grund dieser Ausgestaltung bestehen keine Probleme bei der Isolation im Bereich der gelenkigen Verbindung der Maulteile jedes Paares. Aber auch bei diesem Instrument ist der Einsatzwinkel des Instruments zum Gewebe eingeschränkt.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine elektrochirurgische Vorrichtung und ein Verfahren zum Betreiben einer solchen elektrochirurgischen Vorrichtung der eingangs genannten Art anzugeben, bei denen die Einsatzmöglichkeiten und Freiheitsspielräume bei der Anwendung elektrochirurgischer Instrumente verbessert werden.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe hinsichtlich der eingangs genannten elektrochirurgischen Vorrichtung dadurch gelöst, dass der erste Ausgang und der zweite Ausgang in einem ersten Betriebsmodus derart schaltbar sind, dass zwischen dem ersten Ausgang und dem zweiten Ausgang Hochfrequenzspannung anliegt, so dass beim Aktivieren der beiden Ausgänge zwischen den an die Ausgänge angeschlossenen beiden Instrumenten ein Stromfluss ermöglicht wird.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird entsprechend der erste Ausgang und der zweite Ausgang in einem ersten Betriebszustand derart geschaltet, dass zwischen dem ersten Ausgang und dem
zweiten Ausgang Hochfrequenzspannung anliegt, so dass beim Aktivieren der beiden Ausgänge zwischen den an die Ausgänge angeschlossenen Instrumenten ein Strom fluss erfolgt.
Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist demnach vorgesehen, dass an den einen Ausgang ein Instrument angeschlossen werden kann, das beispielsweise die aktive Elektrode für die Gewebebehandlung bildet, während an den zumindest einen zweiten Ausgang ebenfalls ein Instrument angeschlossen werden kann, so dass das an diesen zweiten Ausgang angeschlossene Instrument quasi die Gegen- bzw. Rückführelektrode zu dem an den ersten Ausgang angeschlossenen Instrument bildet. Werden beide Instrumente nun in ein Behandlungsareal im Körper eines Patienten eingeführt und in unmittelbare Nähe zueinander gebracht, bildet sich beim Aktivieren der beiden Ausgänge ein Stromfluss zwischen den Elektroden der beiden Instrumente aus. Mit anderen Worten bilden dann die beiden an die Vorrichtung angeschlossenen Instrumente zusammen ein bipolares Instrument. Der erste Ausgang kann ein einpoliger Ausgang oder ein zumindest zweipoliger Ausgang sein, das gleiche gilt für den zweiten Ausgang.
Die zwischen den Ausgängen anliegende Hochfrequenzspannung kann im einfachsten Fall die vom Hochfrequenzgenerator unmittelbar erzeugte oder eine davon abgeleitete, bezüglich Amplitude, Frequenz und dergleichen veränderte Hochfrequenzspannung sein.
Der Vorteil der erfindungsgemäßen Konfiguration besteht zum einen darin, dass die auf die beiden Instrumente verteilten Elektroden dem Chirurgen einen erheblich höheren Freiheits- spielraum bei der Anwendung und Handhabung der Instrumente eröffnen, insbesondere kann der Einsatzwinkel der Elektroden
vom Chirurgen an den jeweiligen Anwendungsfall optimiert gewählt werden, andererseits werden bei herkömmlichen Bipolarinstrumenten bestehende konstruktive Probleme der Isolation vermieden. Fassen, Schneiden und Koagulieren werden mit der Erfindung ohne Instrumentenwechsel se hr effizient ermöglicht.
In einer bevorzugten Ausgestaltung der Vorrichtung weist/weisen der erste Ausgang und/oder der zumindest zweite Ausgang zumindest zwei Pole auf, und in einem zweiten Betriebsmodus ist/sind der erste Ausgang und/oder der zweite Ausgang derart schaltbar, dass zwischen den Polen des ersten Ausgangs und/oder zwischen den Polen des zweiten Ausgangs Hochfrequenzspannung anliegt.
Bei dem Verfahren ist es entsprechend bevorzugt, wenn der erste Ausgang und/oder der zweite Ausgang zwei Pole aufweist/auweisen, und wenn in einem zweiten Betriebsmodus der erste Ausgang und/oder der zweite Ausgang derart geschaltet wird/werden, dass zwischen den Polen des ersten Ausgangs und/oder zwischen den Polen des zweiten Ausgangs Hochfrequenzspannung anliegt.
Hierbei ist von Vorteil, dass die elektrochirurgische Vorrichtung zusätzlich zu dem auf zwei Instrumente verteilten Bipolarmodus in herkömmlicher Weise betrieben werden kann, indem an den ersten Ausgang und/oder den zweiten Ausgang auch ein Bipolarinstrument angeschlossen werden kann, bei dem dann Aktivelektrode und Gegenelektrode am selben Instrument ausgebildet sind und entsprechend der Stromfluß im selben Instrument geschlossen wird. Auf diese Weise wird der Freiheitsspielraum bei der Anwendung der erfindungsgemäßen elektrochirurgischen Vorrichtung und dem Verfahren zum Betreiben der Vorrichtung noch
erhöht. Beispielsweise kann der erste zweipolige Ausgang zum elektrochirurgischen Schneiden, und der zweite zweipolige Ausgang zum Koagulieren betrieben werden, indem, wie in einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Vorrichtung und des Verfahrens vorgesehen ist, auf den ersten Ausgang eine zum Schneiden dienende und auf den zweiten Ausgang eine zum Koagulieren dienende HochfrequenzSpannung aufschaltbar ist bzw. aufgeschaltet wird.
Im Zusammenhang mit der zuvor beschriebenen Ausgestaltung ist bei der Vorrichtung der erste Ausgang deaktiviert, wenn der zumindest zweite Ausgang aktiviert ist, oder umgekehrt, und wird bei dem Verfahren der erste Ausgang deaktiviert, wenn der zumindest zweite Ausgang aktiviert wird, bzw. umgekehrt.
Das Schalten der Ausgänge kann über Relais in der Vorrichtung erfolgen, das Aktivieren und Deaktivieren kann beispielsweise ebenfalls an der Vorrichtung oder durch Fußschalter oder durch Fingerschalter am jeweiligen Instrument bewirkt werden. Das wechselseitige Aktivieren und Deaktivieren der beiden Ausgänge hat den Vorteil, dass jeweils nur eines der Bipolarinstrumente aktiv ist und somit der Stromfluss auf das gewünschte Instrument beschränkt ist.
Es ist bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung auch möglich, eine Betriebsart zu wählen, bei der nur einer der zumindest zwei Ausgänge aktiv ist, und dass auf diesen Ausgang dann wahlweise eine zum Koagulieren dienende HochfrequenzSpannung und zum Schneiden dienende Hochfrequenz Spannung aufgeschaltet werden kann.
In einer weiteren besonders bevorzugten Ausgestaltung der Vorrichtung weist/weisen der erste Ausgang und/oder der zweite Ausgang zumindest zwei Pole auf, und in einem dritten Betriebs - modus sind der erste und der zweite Ausgang derart schaltbar, dass einerseits zwischen dem ersten Ausgang und dem zweiten Ausgang Hochfrequenzspannung und andererseits zwischen den Polen zumindest eines selben der Ausgänge Hochfrequenzspannung anliegt.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist entsprechend vorgesehen, dass der erste Ausgang und/oder der zweite Ausgang zumindest zwei Pole aufweisen, und dass der erste und der zweite Ausgang in einem dritten Betriebsmodus derart geschaltet werden, dass einerseits zwischen dem ersten Ausgang und dem zweiten Ausgang Hochfrequenzspannung und andererseits zwischen den Polen zumindest eines selben der Ausgänge Hochfrequenzspannung anliegt.
In dieser Konfiguration kann dasjenige Instrument, das an die Pole desjenigen Ausgangs angeschlossen ist, zwischen denen Hochfrequenzspannung anliegt, für sich selbst bipolar betrieben werden, d.h. der Stromkreis ist innerhalb des selben Instruments geschlossen, beispielsweise in dem Koagulations- instrument, und der Stromkreis kann außerdem zwischen den beiden an den ersten Ausgang und den zweiten Ausgang angeschlossenen Instrumenten geschlossen werden. Beispielsweise kann der Schneidstrom zwischen den Instrumenten fließen, und das für sich bipolar betriebene Instrument bildet dann quasi die Rückführelektrode für den Hochfrequenz ström. In diesem Betriebsmodus eröffnet sich für den Chirurgen der Vorteil einer Kombination, beispielsweise einer bipolaren Koagulation, mit
dem Vorteil eines monopolaren Schneidens, ohne dass jedoch wie beim herkömmlichen monopolaren Betriebs zustand eine Neutral- bzw. Rückführelektrode auf die Körperoberfläche des Patienten aufgebracht werden muss, weil die Rückführelektrode nunmehr durch eines der beiden Instrumente gebildet wird.
Dies ist einer der wesentlichen Vorteile der erfindungsgemäßen Vorrichtung und des erfindungsgemäßen Verfahrens, nämlich dass Neutral- bzw. Rückführelektroden wie bei herkömmlichen monopolaren Vorrichtungen außen am Körper des Patienten nicht erforderlich sind.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Vorrichtung und des Verfahrens sind die Ausgänge wahlweise zwischen dem ersten, zweiten oder dritten Betriebsmodus schaltbar bzw. werden wahlweise so geschaltet.
Diese Maßnahmen eröffnet dem Chirurgen bei der Anwendung die Gesamtheit der zuvor genannten Vorteile in einer einzigen Vorrichtung.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Vorrichtung weisen der erste Ausgang und/oder der zumindest zweite Ausgang einen monopolaren Ausgang auf, auf den/die ein Pol eines bipolaren Ausgangs des anderen Ausganges geschaltet ist.
Mit dieser Ausgestaltung werden die zuvor beschriebenen Betriebsmoden auf konstruktiv vorteilhaft einfache Weise ermöglicht. Der weitere Vorteil dieser Ausgestaltung besteht darin, dass das Aktivieren der beiden Ausgänge der elektrochirurgi-
sehen Vorrichtung nicht nur über einen Fußschalter, sondern auch über einen Fingerschalter möglich wird.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Vorrichtung ist auf den ersten Ausgang eine zum Schneiden dienende und auf den zumindest zweiten Ausgang eine zum Koagulieren dienende Hochfrequenzspannung aufschaltbar.
Entsprechend wird bei dem Verfahren vorzugsweise auf den ersten Ausgang eine zum Schneiden dienende und auf den zweiten Ausgang eine zum Koagulieren dienende Hochfrequenz Spannung aufgeschal- tet.
Hierbei ist von Vorteil, dass jedem Ausgang eine bestimmte Funktion, d.h. Schneiden oder Koagulieren, vorzugsweise zugeordnet ist, wodurch dem Chirurgen das Arbeiten mit der Vorrichtung erleichtert wird. Um diese vorzugsweise zugeordnete Funktion auseinander halten zu können, können die Zuleitungskabel der Instrumente zu den Ausgängen farbig kodiert werden, um Verwechslungen der beiden Funktionen durch den Chirurgen zu vermeiden.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Vorrichtung ist der erste und/oder der zweite Ausgang zum Anschließen eines Bipolarinstruments ausgelegt.
Bei dem Verfahren wird entsprechend an den ersten und/oder den zweiten Ausgang ein Bipolar instrument angeschlossen.
Die erfindungsgemäße Ausgestaltung der Vorrichtung und des Verfahrens, die vorzugsweise vorsieht, die beiden Ausgänge
zumindest zweipolig auszulegen, d.h. mit zwei Polen zu versehen, die sowohl auf unterschiedliches als auch auf gleiches Potenzial gelegt werden können, eröffnet auch die Verwendung von herkömmlichen Bipolarinstrumenten, die entsprechend zwei Elektroden aufweisen, wobei diese beiden Elektroden dann entweder als Elektrode und Rückführelektrode betrieben werden, oder beide Elektroden werden auf das gleiche Potenzial, d.h. gemeinsam auf „Phase" oder „Null" gelegt, so dass sie mit einer oder mehreren Elektroden des anderen oder der anderen Instrumente zusammenwirken.
Alternativ oder zusätzlich ist es ebenso bevorzugt, wenn bei der Vorrichtung ein Adapter zum Anschließen eines Monopolar- instruments an dem ersten und/oder dem zweiten Ausgang vorgesehen ist, bzw. bei dem Verfahren, wenn an den ersten und/oder den zweiten Ausgang ein Monopolar instrument angeschlossen wird.
Diese Ausgestaltung eröffnet insbesondere mit der zuvor genannten Ausgestaltung einen noch größeren Freiheits Spielraum der erfindungsgemäßen Vorrichtung und des erfindungsgemäßen Verfahrens hinsichtlich der Wahl der verwendbaren elektrochirurgischen Instrumente und der diesen zugeordneten Funktionen, wie Greifen, Schneiden und/oder Koagulieren, da nicht nur Bipolarinstrumente verwendet werden können.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Vorrichtung ist eine Schaltung zur Überwachung der Impedanz an zumindest einem der Ausgänge vorgesehen.
Bei dem Verfahren ist es entsprechend bevorzugt, dass die Impedanz an zumindest einem der Ausgänge überwacht wird.
Mit dieser Ausgestaltung, die insbesondere bei einer zumindest zweipoligen Ausführung eines oder beider Ausgänge vorteilhaft ist, kann die Gefahr einer falschen Applikation, durch die beispielsweise eine Koagulation an der Elektrode desjenigen Instruments auftritt, an der eine Koagulation nicht gewünscht ist, vorteilhafterweise vermindert werden, indem die Leistungs- abgabe an den jeweiligen Ausgang erst dann freigegeben wird, wenn die zuvor genannte Impedanz einen vorgegebenen Wert unterschritten hat, der experimentell ermittelt werden kann.
Weitere Merkmale und Vorteile ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung und der beigefügten Zeichnung.
Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden mit Bezug auf diese hiernach näher beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 eine elektrochirurgische Vorrichtung mit zwei elektrochirurgischen Instrumenten, die an die Vorrichtung angeschlossen sind;
Fig. 2 zwei elektrochirurgische Instrumente ausschnittsweise im Bereich ihres distalen Endes, die mit der Vorrichtung in Fig. 1 verwendet werden können; und
Fig. 3 bis 6
schematisierte Schaltbilder der Vorrichtung in Fig. 1 in vier verschiedenen Betriebs moden.
In Fig. 1 ist eine mit dem allgemeinen Bezugszeichen 10 versehene elektrochirurgische Vorrichtung schematisch dargestellt. Die Vorrichtung 10 wird für elektrochirurgische Eingriffe am menschlichen oder tierischen Körper verwendet.
Die Vorrichtung 10 weist einen Hochfrequenzgenerator 12 (vgl. Fig. 3 bis 6) auf, mit dem eine HochfrequenzSpannung für medizinische Anwendungen erzeugt wird. An der Vorrichtung 10 ist weiterhin ein Betriebsmoduswahlschalter 14 vorgesehen, mit dem die hiernach noch zu beschreibenden Betriebsmoden eingestellt werden können. Die Vorrichtung 10 kann zum bipolaren Schneiden und bipolaren Koagulieren eingesetzt werden, und zwar auch unter Verwendung monopolarer Instrumente, wie hiernach noch beschrieben wird.
Die Vorrichtung 10 weist ferner Anzeigen 16 für die Anzeige der an der Vorrichtung 10 eingestellten Parameter, wie Leistung des Hochfrequenz Stroms, Wellenform der erzeugten Hochfrequenz- Spannung bzw. des fließenden Hochfrequenz Stromes und dergleichen auf.
Des Weiteren weist die Vorrichtung 10 Bedienelemente 18 für die Einstellung von Parametern des HochfrequenzStromes bzw. der Hochfrequenz Spannung auf.
Die Vorrichtung 10 weist einen ersten, als zweipoliger Ausgang ausgebildeten Ausgang A und einen zweiten, ebenfalls als zweipoliger Ausgang ausgebildeten Ausgang B auf. Die Ausgänge A und B sind mit dem Hochfrequenzgenerator 12 verbunden, wie in Fig. 3 bis 6 vereinfacht dargestellt ist.
Der erste Ausgang A weist zwei Pole 20 und 22 auf, und der zweite Ausgang B weist zwei Pole 24 und 26 auf. Die Pole 20 und 22 des ersten Ausgangs A sind mit dem Hochfrequenzgenerator 12 derart verbunden, dass zwischen sie Hochfrequenzspannung angelegt werden kann, wobei einer der Pole im einfachsten Fall den Nullleiter darstellt, oder dass zwischen den Polen 20 und 22 keine Spannung liegt, sie mit anderen Worten auf gleichem Potenzial liegen. Ebenso sind die Pole 24 und 26 des zweiten Ausgangs B mit dem Hochfrequenzgenerator 12 so verbunden, dass zwischen ihnen eine Hochfrequenzspannung liegt, oder sie auf gleichem Potenzial liegen, wie hiernach noch beschrieben wird.
In Fig. 1 ist an den ersten Ausgang A ein erstes elektrochirurgisches Instrument 28 angeschlossen. In dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist das Instrument 28 ein herkömmliches Monopolarinstrument, das entsprechend an seinem distalen Ende nur eine Elektrode 30 aufweist. Die Elektrode 30 ist beispielsweise als Drahtschlinge zum Schneiden von Gewebe ausgebildet. Das Instrument 28 ist über ein Kabel 32 und über einen Adapter 34 an den Ausgang A angeschlossen, wobei der Adapter 34 erforderlich ist, um das Monopolarinstrument 28 an den bipolaren Ausgang A anzuschließen. Das Instrument 28 kann entsprechend nur aktiviert werden, wenn die beiden Pole 20 und 22 des Ausgangs A auf gleichem Potenzial liegen. Wird der Ausgang A
aktiviert, wird die Elektrode 30 des Instruments 28 entsprechend mit Hochfrequenz Spannung bzw. —ström beaufschlagt.
An den Ausgang B ist in Fig. 1 ein zweites elektrochirurgisches Instrument 36 angeschlossen, das in dem gezeigten Ausführungsbeispiel ein Bipolarnstrument, beispielsweise ein bipolares Fassinstrument zum Fassen und Koagulieren von Gewebe ist. Das Instrument 36 weist an seinem distalen Ende entsprechend zwei Elektroden 38 und 40 auf, die als Maulteile ausgebildet und relativ zueinander beweglich sind. Am proximalen Ende des Instruments 36 sind entsprechend Griffteile 42 und 44 vorhanden, mittels der die als Maulteile ausgebildeten Elektroden 38 und 40 relativ zueinander bewegt werden können. Da das Instrument 36 ein Bipolarinstrument ist, sind die Elektroden 38 und 40 gegeneinander durch entsprechende Maßnahmen isoliert.
Das Instrument 36 ist über Kabel 46 und 48, die auch als gemeinsames Kabel ausgebildet sein können, an den Ausgang B bzw. an dessen Pole 24 und 26 angeschlossen.
In Fig. 2 sind zwei Instrumente 28' und 36' im Bereich ihrer distalen Enden beispielhaft dargestellt, die ebenfalls anstelle der Instrumente 28 und 36 zusammen mit der Vorrichtung 10 verwendet werden können. Das Instrument 28' ist hierbei als Bipolarinstrument ausgebildet und weist entsprechend zwei Elektroden 30a' und 30b' auf, die in dem gezeigten Ausführungsbeispiel als Maulteile einer Schneidzange zum Schneiden von Gewebe ausgebildet sind. Das Instrument 36' ist wie das Instrument 36 in Fig. 1 ein Bipolarinstrument, dessen Elektroden 38' und 40' als Maul teile zum Fassen von Gewebe ausgebildet sind.
In anderen, nicht dargestellten Varianten kann auch an den Ausgang B ein Monopolarinstrument angeschlossen sein, während an den Ausgang A ein Bipolarinstrument angeschlossen ist, oder es können sowohl an den Ausgang A als auch an den Ausgang B jeweils ein Monopolar instrument angeschlossen sein.
In Fig. 3 bis 6 ist die Vorrichtung 10 stark schematisiert durch ein Schaltbild dargestellt. Die Schaltbilder zeigen verschiedene Betriebsmoden der Vorrichtung 10, die mit dem Betriebsmoduswahlschalter 14, einem oder mit an den verwendeten Instrumenten 28 bzw. 36' selbst vorgesehenen Schaltern aktiviert werden können.
Die Ausgänge A und B der Vorrichtung 10 weisen jeweils einen monopolaren Ausgang auf, auf den ein Pol eines bipolaren Ausgangs des jeweils anderen Ausgangs geschaltet ist.
In Fig. 3 bis 6 sind die verschiedenen möglichen Schalt zustände durch Schalter Aa bis A3 am Ausgang A sowie Schalter Bx bis B3 am Ausgang B schematisch dargestellt.
Auf den Ausgang A wird eine zum Schneiden dienende Hochfrequenzspannung und auf den Ausgang B eine zum Koagulieren dienende HochfrequenzSpannung aufgeschaltet, wobei sich die zum Schneiden dienende und zum Koagulieren dienende Hochfrequenz - Spannung durch die Wellenform, Pulsdauer und Leistung des Hochfrequenzstroms unterscheiden. Die zum Schneiden erforderliche Leistung ist dabei höher als die zum Koagulieren geeignete Leistung des Hoch frequenzStroms .
Im in Fig. 3 dargestellten Betriebsmodus sind die Schalter A1 und A2 geschlossen. In diesem Fall sind die beiden Pole 20 und 22 des Ausgangs A miteinander verbunden und somit auf gleiches Potenzial gelegt, bspw. auf „Phase", da die Schalter Aλ und A2 parallel geschaltet sind. Der Schalter A3 ist geöffnet. Der Ausgang A liegt somit auf einem einheitlichen Potenzial, es liegt zwischen den Polen 20 und 22 mit anderen Worten keine Hochfrequenzspannung an.
Am Ausgang B sind die Schalter B2 und B3 geschlossen, so dass die Pole 24 und 26 des Ausgangs B ebenfalls auf gleichem Potenzial liegen, bspw. auf „Null". Somit liegt in diesem Betriebsmodus zwischen dem Ausgang A und dem Ausgang B Hochfrequenzspannung an.
Sind die Instrumente 28 und 36 wie in Fig. 1 dargestellt an den Ausgang A und den Ausgang B angeschlossen, ergibt sich beim Aktivieren der Ausgänge A und B, dass die Elektrode 30 des Instruments 28 die Aktivelektrode bildet, und dass sich ein Stromfluss von der Elektrode 30 des Instruments 28 zu den Elektroden 38 und 40, die in diesem Betriebsmodus auf gleichem Potenzial liegen, einstellt, wobei die Elektroden 38 und 40 gemeinsam die Rückführelektrode bilden, da sie auf gleichem Potenzial liegen. Die Gesamtanordnung aus dem ersten Instrument 28 und dem zweiten Instrument 36 bildet also quasi ein Bipolar - instrument, dessen Aktivelektrode und Rückführelektrode jedoch auf zwei Instrumente, nämlich die Instrumente 28 und 36, verteilt sind. In diesem Betriebsmodus kann mit dem Instrument 28 nunmehr bipolar im Zusammenwirken mit den nahe bei der Elektrode 30 zu positionierenden Elektroden 38 und 40 bipolar geschnitten werden, während mit den Elektroden 38 und 40, die auf
gleichem Potenzial liegen, in Verbindung mit der Elektrode 30 bipolar koaguliert werden kann. Die Stromdichte und die damit erzielte Wirkung im Gewebe wird unter anderem von der Geometrie der Elektroden 30, 38, 40 abhängen, sowie von der Kontaktfläche der Elektroden 30, 38, 40 mit dem Gewebe. Vereinfacht bedeutet eine kleine Fläche eine hohe Stromdichte, die zum Schneiden geeignet ist, eine große Fläche eine geringe Stromdichte, bei der keine Wirkung auftriett, und eine mittlere Fläche eine mittlere Stromdichte, mit der koaguliert werden kann.
Der Betriebsmodus in Fig. 3 kann auch mit zwei Bipolarinstrumenten oder zwei Monopolarinstrumenten aktiviert werden, von denen jeweils eines an dem Ausgang A und das andere an dem Ausgang B angeschlossen ist.
In Fig. 4 ist ein Betriebsmodus der Vorrichtung 10 dargestellt, bei dem der Ausgang A insgesamt auf einem Potenzial liegt, indem die Schalter Ax und A2 geschlossen sind, während der Schalter A3 geöffnet ist. Die Pole 20 und 22 liegen auf gleichem Potenzial, während zwischen den Polen 24, 26 des Ausgangs B Hochfrequenzspannung anliegt, indem die Schalter Bλ und B3 geschlossen sind, während der Schalter B2 geöffnet ist. Der Pol 24 liegt auf gleichem Potenzial wie die Pole 20 und 22, während zwischen dem Pol 26 und den Polen 20, 22 ebenfalls Hochfrequenzspannung anliegt.
In diesem Betriebsmodus kann mit dem an den Ausgang B angeschlossenen Instrument 36 in Fig. 1, das ein Bipolarinstrument ist, bipolar koaguliert werden, während zusätzlich mit dem Stromfluß von dem Instrument 26 zu der Elektrode des Instruments 36, die an dem Pol 26 angeschlossen ist, sozusagen mono-
polar geschnitten werden kann, ohne dass aber eine Rückführelektrode am Körper des Patienten wie beim klassischen Monopo- larmodus benötigt wird.Es kann aber auch ausgehend von Fig. 4 durch Öffnen des Schalters Bx und durch Schließen des Schalters B2 der Betriebsmodus in Fig. 3 aktiviert werden, um dies zu erreichen. Das Umschalten des Ausgangs B von dem in Fig. 4 dargestellten Zustand in den in Fig. 3 dargestellten Zustand kann vorteilhafterweise durch entsprechende Fingerschalter am Instrument 36 (nicht dargestellt) bewirkt werden.
In dem zuvor beschriebenen Modus kann der Chirurg demnach den Vorteil einer bipolaren Koagulation mit dem Vorteil eines bipolaren Schneidens verbinden, wobei jedoch im Unterschied zur herkömmlichen Vorgehensweise das bipolare Schneiden auf die Elektroden zweier Instrumente verteilt ist, wodurch der Einsatzwinkel der Elektrode 30 im Unterschied zu herkömmlichen Bipolarinstrumenten optimal gewählt werden kann.
In Fig. 5 ist ein weiterer Betriebsmodus der Vorrichtung 10 dargestellt, in dem nur der Ausgang B der Vorrichtung 10 aktiviert ist, während der Ausgang A deaktiviert ist. In diesem Betriebsmodus kann mit dem Instrument 36 bipolar geschnitten oder koaguliert werden, wobei an der Vorrichtung 10 zusätzlich am Ausgang B zwischen Koagulationsstrom und Schneidstrom umgeschaltet werden kann, beispielsweise mit einem Schalter am Instrument 36 oder mit einem Fußschalter.
In Fig. 6 ist ein weiterer Betriebsmodus der Vorrichtung 10 dargestellt, in dem sowohl zwischen den Polen 20, 22 des Ausgangs A als zwischen den Polen des Ausgangs B Hochfrequenzspannung geschaltetgeschaltet, so dass mit einem an den Ausgang
A angeschlossenen Instrument, beispielsweise dem Instrument 28' aus Fig. 2, bipolar geschnitten und mit einem an den Ausgang B angeschlossenen Instrument 36 oder 36' in Fig. 1 bzw. 2 bipolar koaguliert werden kann. In diesem Betriebs zustand ist es vorgesehen, dass der Ausgang A deaktiviert wird, wenn der Ausgang B aktiviert ist, und umgekehrt, so dass mit den Instrumenten 28' und 36 bzw. 36' nur wechselweise gearbeitet werden kann.
Die Vorrichtung 10 weist weiterhin eine nicht dargestellte Schaltung zur Überwachung der Impedanz an den Ausgängen A und B auf, die die Impedanz zwischen den Polen 20 und 22 bzw. 24 und 26 überwacht, insbesondere wenn diese, wie in Fig. 3 und 4 dargestellt ist, jeweils auf dem selben Potenzial liegen. Die Leistungsabgabe des Hochfrequenzgenerators 12 an den Ausgang A bzw. an den Ausgang B wird dann erst freigegeben, wenn die Impedanz einen vorgegebenen Wert unterschritten hat, der beispielsweise zuvor experimentell ermittelt wurde.
Um zu gewährleisten, dass der Chirurg die beiden Instrumente 28 und 36 bzw. 28' und 36' und die diesen vorzugsweise zugeordnete Funktion des Schneides und Koagulierens (Ausgang A und Ausgang B) auseinander halten kann, können die Zuleitungskabel 32 bzw. 46 und 48 farbig kodiert werden.