Beschreibung
Anordnung und Verfahren zur drahtlosen Übertragung von Signalen zwischen medizinischen Geräten
Die Erfindung betrifft eine Anordnung zur drahtlosen Übertragung von Signalen zwischen medizinischen Geräten, ausgenommen Stelleinrichtungen, mit einem einen Sender aufweisenden Messwertaufnehmer für medizinische Größen und mit einem Empfän- ger, der die drahtlos gesendeten Signale des Messwertaufnehmers empfängt und seinerseits mit dem medizinischen Gerät signalübertragend zusammenwirkt.
Die Erfindung betrifft außerdem ein Verfahren zum Übertragen von Signalen von einem medizinischen Messwertaufnehmer zu einem medizinischen Gerät, ausgenommen Stelleinrichtungen, wobei die Signale drahtlos zwischen einem dem Messwertaufnehmer zugeordneten Sender und einem dem Gerät zugeordneten Empfänger übermittelt werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Verwendung drahtloser Messwertaufnehmer in Krankenhäusern zu ermöglichen, auch wenn mehrere drahtlose Messwertaufnehmer gleichzeitig betrieben werden und besondere Anforderungen an die Hygiene und die Mobilität gestellt werden.
Diese Aufgabe wird durch Anordnungen sowie durch ein Verfahren mit den Merkmalen .der unabhängigen Patentansprüche.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen.
Ein Grundgedanke der Erfindung besteht darin, eine Anordnung zur drahtlosen Übertragung von elektronischen Signalen zu ei- nem medizinischen Gerät, ausgenommen einer Stelleinrichtung, anzugeben mit einem einen drahtlos sendenden Sender aufweisenden Messwertaufnehmer für medizinische Messgrößen und mit
einem Empfänger, der drahtlos gesendete Signale des Messwertaufnehmers empfängt und seinerseits mit dem medizinischen Gerät signalübertragend zusammenwirkt. Gemäß der Erfindung weist der Messwertaufnehmer eine erste und eine zweite Kompo- nente auf. Die erste Komponente ist als sensorische Komponente bezeichnet und weist wenigstens einen Messfühler auf. Die zweite Komponente ist als elektronische Komponente bezeichnet und weist einen Sender zur drahtlosen Aussendung von elektronischen Signalen auf. Die sensorische Komponente ist mit der elektronischen Komponente elektrisch oder mechanisch verbindbar.
Ein weiterer Grundgedanke der Erfindung besteht darin, eine solche Anordnung anzugeben, wobei wenigstens zwei Messwert- aufnehmer, welche drahtlose Signale aussenden, und ein Empfänger für die Signale von wenigstens zwei Messwertaufnehmern vorgesehen sind. Jedem Messwertaufnehmer ist ein medizinisches Gerät zugeordnet, dem die Messsignale zugeleitet werden. Der Empfänger weist für jeden der ihm zugeordneten Mess- wertaufnehmer ein Empfangsmodul auf, welches ausschließlich die mit einer individuellen Kennung versehenen Signale des diesem Modul zugeordneten Messwertaufnehmers verarbeitet. Im Empfangsmodul erfolgt eine Umsetzung der drahtlosen Signale in ein Format, welches von dem betreffenden medizinischen Ge- rät verarbeitbar ist.
Ein weiterer Grundgedanke der Erfindung besteht darin, ein Verfahren zum Übertragen von Signalen von einem medizinischen Messwertaufnehmer zu einem medizinischen Gerät, ausgenommen Stelleinrichtungen, anzugeben, wobei die Signale drahtlos zwischen einem dem Messwertaufnehmer zugeordneten Sender und einem dem Gerät zugeordneten Empfänger übermittelt werden. Die Empfangsbereitschaft des Empfängers für Signale des Senders wird hergestellt, indem der Sender beim Empfänger ange- meldet wird, wobei der Empfänger nur im Zustand der Empfangsbereitschaft die Signale des Senders in Messsignale umsetzt, welche dem medizinischen Gerät zugeführt werden. Zusammen mit
den Messsignalen wird ein Identifikationscode vom Sender ü- bertragen, wobei der Identifikationscode den Sender individuell kennzeichnet.
Die Erfindung schlägt mit anderen Worten ein modular aufgebautes Übertragungssystem vor:
Die Messwertaufnehmer erlauben aufgrund der Trennung in eine sensorische und eine elektronische Komponente ein einfaches, preisgünstiges und schnelles Auswechseln nur einer der Komponenten, sei es der mechanischen Belastungen stärker ausgesetzten Sensorik oder der empfindlicheren Elektronik. Dabei ist eine sensorische Komponente vorgesehen, welche beispielsweise eine oder mehrere Messfühler aufweist. Diese Messfühler wandeln eine physikalische Größe, wie beispielsweise Temperatur, Druck, oder ähnliches in ein elektrisches Signal, welches von der elektronischen Komponente verarbeitet und an den Empfänger (das Master-System) gesendet wird. An dem angeschlossenen medizinischen Gerät kann das Signal weiterverar- beitet und zur Anzeige gebracht werden, derart, dass z.B. das EKG Signal, EEG-Signal, SauerstoffSättigung, usw. sichtbar ist.
Zudem reduziert sich die Anzahl der benötigten Kabelverbin- düngen an den Einsatzorten des Systems, wie beispielsweise im OP, auf den Intensivstationen und peripheren Stationen. Eine Reduzierung der vorhanden Kabelverbindungen, ermöglicht eine übersichtlichere Installation und erhöht die Betriebssicherheit, da
- sich keine störenden Kabel im Umfeld des Patienten befinden, die die Bewegungsfreiheit des Pflegepersonals oder des Patienten selber einschränken
- Gerätefehler, verursacht durch Kabelbruch, verhindert werden
- eine Patientengefährdung durch unbeabsichtigtes Trennen des Messwertaufnehmers vom medizinischen Gerät, z. B. bei einer Umlagerung des Patienten vermieden wird.
Die Auftrennung des Messwertaufnehmers in zwei Komponenten ermöglicht zudem eine optimale Reinigung, dadurch, dass jede der beiden Komponenten in einer für sie optimierten Form gereinigt werden kann.
Die Reinigung kann vorzugsweise durch eine reinigungsfreundliche Oberflächengestaltung unterstützt werden:
- so kann eine Oberflächenbeschichtung mit einer reinigungsfreundlichen Oberflächenstruktur wie z. B. einer schmutz- abweisenden Mikrorauhigkeit vorgesehen sein,
- und / oder es kann eine Oberflächenbeschichtung vorgesehen sein, die antibakterielle oder schmutzabweisende Bestandteile enthält,
- oder der Gehäusewerkstoff selbst kann die vorerwähnten Bestandteile und / oder die vorerwähnte Oberflächenstruktur aufweisen.
Die zwei Komponenten können ein einer vorteilhaften Ausgestaltung derart miteinander verbindbar sein, dass eine erste Komponente ähnlich einem Gehäuse ausgeführt ist. Die zweite Komponente ist dann so ausgeführt, dass sie in die gehäuseartig ausgeführte erste Komponente hineingeschoben, eingelegt oder eingesteckt werden.
Als zweiter wesentlicher Bestandteil dieses mehrere Module umfassenden Systems ist ein Empfänger vorgesehen, der die drahtlos übermittelten Messsignale des Senders, also des Messwertaufnehmers, empfängt und welcher seinerseits die Messsignale dem medizinischen Gerät zuführt.
Vorteilhaft kann auch dieser Empfänger wiederum modular aufgebaut sein, z. B. mit Steckkarten oder ähnlich austauschbaren Modulen versehen sein, so dass jedem Sender ein jeweils eigenes Empfangsmodul zugeordnet werden kann, wobei dann von jedem Empfangsmodul aus die Signalleitung zum medizinischen Gerät erfolgt. Dabei bezeichnet ein "Empfangsmodul" entweder eine Schaltung mit einer eigenen Empfangsfunktion, oder - vorteilhaft - bei Verwendung eines einzigen Empfängers lediglich eine Art Adapter, der die Schnittstelle zu dem jeweili- gen medizinischen Gerät aufweist, und welcher ggf. eine Adapter- oder Umsetzungsschaltung aufweisen kann, welche die empfangenen Signale in ein für das jeweilige medizinische Gerät geeignetes Format aufbereitet.
Insbesondere kann vorgesehen sein, dass das Empfangsmodul einem bestimmten medizinischen Gerät zugeordnet ist und die drahtlos empfangenen Messsignale in Messsignale umsetzt, welche unmittelbar von dem medizinischen Gerät verarbeitet werden können. Abhängig von den in einem bestimmten Raum vorhan- denen medizinischen Geräten wird daher der Empfänger mit den geeigneten Empfangsmodulen ausgestattet, wobei von jedem Empfangsmodul eine Signalübertragung zu dem jeweils zugeordneten medizinischen Gerät erfolgt.
Außerdem kann vorgesehen sein, dass ein Empfangsmodul an ein weiteres Datennetz angeschlossen ist, über welches es die empfangenen Daten weiterleiten kann. Nach der drahtlosen Ü- bertragung von Signalen von einem Messwertaufnehmer können die übertragenen Daten dadurch über das angeschlossene Daten- netz weiterverbreitet und beispielsweise an einem zentralen Punkt gesammelt und archiviert werden.
Die zweikomponentige Bauweise des Messwertaufnehmers ermöglicht die Verwendung einer in Serie gefertigten und dement- sprechend preisgünstigen, standardisierten elektronischen
Komponente, die für unterschiedliche sensorische Komponenten gleich ausgestaltet sein kann.
In diesem Fall weisen die sensorischen Komponenten vorteilhafte Kennungen auf, sei es mechanisch in Form von Vorsprüngen und / oder Ausnehmungen, oder sei es elektronisch in Form von eingebauten Chips, wie Transpondern, oder sei es durch
Spulen, Magnete oder ähnliche eingebaute Elemente in der sensorischen Komponente, welche von entsprechenden Sensoren der elektronischen Komponente erkannt werden, sodass der Typ des Messwertaufnehmers von der elektronischen Komponente erkannt werden kann. Als Typ im Sinne des vorliegenden Vorschlags wird unterschieden, ob es sich bei der sensorischen Komponente beispielsweise um einen Temperatursensor oder eine oder mehrere EKG-Elektroden handelt wobei sich unterschiedliche Typen durch die Art, und ggf. Anzahl der einzelnen Sensoren unterscheiden.
Die elektronische Komponente kann vorzugsweise eine nicht nur hersteller- oder typbezogene, sondern eine individuelle Kennung aufweisen. Bei der Signalübermittlung von dem Messwert- aufnehmer zum Empfänger kann somit außer der eigentlichen Ü- bermittlung des Messsignals die Übertragung eines Identifizierungs-Codes der elektronischen Komponente erfolgen, sodass beim Empfänger eindeutig feststellbar ist, von welchem Sender das Signal übertragen wird.
Vorzugsweise wird der Sender zunächst beim Empfänger durch Übertragung seines Identifikationscodes "angemeldet", sodass bei der späteren Signalübermittlung sichergestellt ist, dass ausschließlich das bestimmte Empfangsmodul, bei welchem die- ser Sender angemeldet ist, die von diesem Sender übertragenen Signale auswertet und weiterverarbeitet zu Messsignalen, die an ein medizinisches Gerät weitergeleitet werden. Diese "Anmeldung" kann beispielsweise durch eine Kontaktierung zwischen Sender und Empfänger erfolgen, z. B. zwischen der vor- genannten elektronischen Komponente des Messwertaufnehmers und dem vorgenannten Empfangsmodul innerhalb des Empfängers. Auch bei dieser Anmeldung kann die Äuftrennung des Messwert-
aufnehmers in die beiden Komponenten aus Gründen des Hand- lings vorteilhaft sein, wenn nämlich nur die elektronische Komponente für diese Anmeldung gehandhabt werden muß.
Die Anmeldung kann jedoch auch berührungslos erfolgen, z. B. mittels eines in der elektronischen Komponente vorhandenen Transponders. Dabei ist der Empfänger als Transmitter ausgestaltet, der nicht nur Signale empfangen sondern auch Signale aussenden kann. Der Transponder ist als Transmitter in der Lage, die vom Empfänger ausgesandten Signale zu empfangen und die in seinem Mikrochip gespeicherte Codierung der elektronischen Komponente an den Empfänger auszusenden.
Neben dem beschriebenen berührungslos mittels optischer oder induktiver Übertragung realisierten Anmeldeverfahren werden kann auch eine Anmeldung über eine HF-Funkstrecke realisiert werden. Dazu werden Sender und Empfänger in einen HF- geschirmten Bereich eingebracht, so dass eine Anmeldung über die Funkstrecke ohne die Gefahr einer Störung von außen er- möglicht wird.
Die Zuordnung des geeigneten Empfangsmoduls, das mit dem gewünschten medizinischen Gerät verbunden ist, kann durch eine optische - z.B. farbliche - Codierung unterstützt werden, in- dem die einander zugeordneten Empfangsmodule und sensorischen Komponenten des Messwertaufnehmers farblich gleich codiert sind, wobei für jeden medizinischen Gerätetyp ein eigener optischer Code - z. B. eine eigene Farbe - vorgesehen ist.
Alternativ kann die Anmeldung des Messwertaufnehmers beim Empfänger und die Zuordnung des Messwertaufnehmers zu dem richtigen medizinischen Gerät mit den folgenden Schritten vorgesehen sein:
- die elektronische Komponente des Messwertaufnehmers wird zunächst in die sensorische Komponente des Messwertaufnehmers eingeschoben bzw. mit dieser verbunden, sodass auf-
grund der vorerwähnten Codierung die elektronische Komponente registriert, mit welchem Typ von sensorischer Komponente sie zusammenwirkt, also um welche Art von Messwertaufnehmer es sich handelt.
- Außer ihrer eigenen, für jedes Exemplar individuellen Kennung, welche die elektronische Komponente identifiziert, kann die elektronische Komponente daher auch eine Typ- Kennung aussenden, welche den Typ der sensorischen Ko po- nente bezeichnet.
- Beim Empfänger kann vorgesehen sein, dass er nur Signale umsetzt und weiterverarbeitet, welche die entsprechend für diesen Empfänger korrekte Typ-Kennung enthalten. So ist sichergestellt, dass beim gleichzeitigen Betrieb mehrerer drahtloser Messwertaufnehmer die einzelnen Empfänger bzw. die einzelnen Empfangsmodule innerhalb eines Empfängers stets nur die Signale auswerten, die von spezifisch denjenigen Messwertaufnehmern ausgesendet werden, die dem medi- zinischen Gerät zugeordnet sind, an welches der Empfänger angeschlossen ist.
Wenn in der Umgebung des Empfängers ausschließlich unterschiedliche Typen von Messwertaufnehmern betrieben werden und somit ausgeschlossen ist, dass Sendesignale eines zweiten Exemplars, jedoch desselben Typs eines Messwertaufnehmers zum Empfänger gesendet werden können, so ist die Typ-Kennung ausreichend, um die einzelnen Messwertaufnehmer voneinander unterscheiden zu können. Wenn jedoch mehrere Exemplare dessel- ben Typs in derselben Umgebung des Empfängers betrieben werden, sich deren Sendesignale also überlappen und von demselben Empfänger empfangen werden können, z. B. bei zwei benachbarten Operationssälen, so ist eine individuelle Kennung jedes einzelnen Messwertaufnehmers dadurch erzielbar, dass eine individuelle Kennung jeder elektronischen Komponente zum Empfänger übertragen wird.
Vorteilhaft können die elektronischen Komponenten auswechselbare Energiespeicher enthalten, sodass an einer zentralen Aufladungsstelle die Energiespeicher ausgetauscht oder aufgeladen werden können und anschließend die elektronischen Kom- ponenten jeweils mit einem "frischen" Energiespeicher optimaler Kapazität ausgestattet werden können.
Der Energiespeicher kann vorteilhaft auch durch einen elekt- romechanischen Wandler ersetzt werden, der die Bewegungsener- gie eines am Patienten befestigten Messwertaufnehmers in e- lektrische Energie umwandelt und so den Messwertaufnehmer mit Energie versorgt.
Die sensorische Komponente kann vorteilhaft glatte Oberflä- chen aufweisen, sodass sie besonders leicht zu reinigen ist und keine Sammelstellen für Keimnester aufweist. Auch die e- lektronische Komponente, die aufgrund ihrer empfindlichen Bestandteile möglicherweise nicht den Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen einer krankenhaustypischen Spüleinrichtung ausgesetzt werden darf, kann vorteilhaft glatt an ihrer Oberfläche ausgestaltet sein, sodass sie zumindest im Rahmen einer Wischreinigung möglichst gut gereinigt werden kann. Sie kann insbesondere durch eine geschützte - z.B. verdeckte - Einbaulage einem lediglich geringeren Verschmutzungsrisiko z. B. durch Blutspritzer ausgesetzt sein als die sensorische Komponente.
Vorteilhaft kann vorgesehen sein, dass mittels Lagesensoren feststellbar ist, ob sich der Messwertaufnehmer in seiner Be- triebsposition befindet, beispielsweise am Körper des Patienten oder dergleichen. Diese Sensoren können als mechanische Taste ausgestaltet sein oder auch berührungslos den korrekten Abstand bzw. Kontakt oder die korrekte Lage ermitteln. Die Sensoren ermöglichen zusammen mit einer geeigneten Schaltung, dass keine Messsignale an das zugeordnete medizinische Gerät übermittelt werden, wenn die Sensoren fehlenden Kontakt bzw. eine falsche Betriebsposition registrieren.
Dies ermöglicht es, den Messwertaufnehmer während des Betriebs, also beispielsweise während einer Operation, umzusetzen, wobei fehlerhafte Messwerte unterdrückt werden. Dabei kann vorgesehen sein, dass bei falscher Betriebsposition der Messwertaufnehmer erst gar keine Messsignale an den Empfänger aussendet. Alternativ kann vorgesehen sein, dass eine derartige Registrierung der Sensorsignale beim Empfänger erfolgt, und bei falscher Betriebsposition des Messwertaufnehmers die weitere Verarbeitung der vom Sender eintreffenden Messsignale im Empfänger unterbrochen bzw. die Weiterleitung von Messsignalen an das medizinische Gerät unterbunden wird.
Unabhängig von dem modulartigen, eine Serienfertigung elekt- ronischer Komponenten ermöglichenden Ausgestaltung des Messwertaufnehmers kann das Verfahren angewendet werden, den Sender, also den Messwertaufnehmer, beim Empfänger anzumelden und erst durch diese Anmeldung die Empfangsbereitschaft des Empfängers für die Signale des betreffenden Messwertaufneh- mers herzustellen. Durch die Anmeldung wird bewirkt, dass der Empfänger lediglich die Signale derjenigen Messwertaufnehmer auswertet und umsetzt, die bei ihm angemeldet worden sind.
Bei unterschiedlichen Typen von Messwertaufnehmern kann es daher ausreichend sein, dass der Typ des Messwertaufnehmers als Kennung codiert zusammen mit den Messsignalen übertragen wird, da in diesem Fall auch bei gleichzeitiger Verwendung mehrerer Messwertaufnehmer von jedem Typ des Messwertaufnehmers nur ein Exemplar vorliegt, sodass anhand dieser unter- schiedlichen Typen die Messwertaufnehmer eindeutig individualisiert sind.
Wenn jedoch mehrere Messwertaufnehmer desselben Typs benachbart betrieben werden, sodass sich deren Signale möglicher- weise überschneiden können, kann das irrtümliche Auswerten der Signale durch einen an sich für den betreffenden Messwertaufnehmer nicht vorgesehenen Empfänger dadurch vermieden
werden, dass jeder einzelne Sender eine individuelle Kennung enthält, unabhängig von oder gegebenenfalls ergänzend zu einer Kennung, die den Typ des Messwertaufnehmers kennzeichnet.
Bei Verwendung der vorerwähnten Lagesensoren kann vorgesehen sein, dass eine Abmeldung des Senders beim Empfänger erfolgt, solange keine korrekte Betriebsposition des Messwertaufnehmers festgestellt wird. Um ein gegebenenfalls umständliches erneutes Anmelden zu vermeiden, kann vorgesehen sein, dass eine automatische Wiederherstellung der Empfangsbereitschaft erfolgt, sofern die korrekte Betriebsposition innerhalb einer vorgegebenen Zeitspanne wiederhergestellt wird, zum Beispiel innerhalb von ein oder zwei Minuten. In der Praxis reicht diese Zeit aus, um den Messwertaufnehmer beispielsweise le- diglich kurz von einem zum anderen Ort umzusetzen.
Weiterhin kann eine automatische Abschaltung der Empfangsbereitschaft erfolgen, wenn der Messwertaufnehmer funktionslos wird, z. B. durch Ausfall des Energiespeichers oder wenn ein zweikomponentig ausgestalteter Messwertaufnehmer aufgetrennt wird, wenn also die elektronische Komponente von der sensorischen Komponente getrennt wird. Nach Beendigung einer Operation, wenn die Messwertaufnehmer zum Aufladen des Energiespeichers sowie zur Reinigung aus dem Operationssaal entfernt werden, ist daher nicht eine umständliche Abmeldung des Senders vom Empfänger erforderlich, sondern beim Auftrennen des Messwertaufnehmers oder bei der Entnahme des Energiespeichers erfolgt diese Abmeldung automatisch.
Die Abmeldung kann beispielsweise dadurch erfolgen, dass die elektronische Komponente bei der Trennung von der sensorischen Komponente nun kein Signal mehr über den Typ der sensorischen Komponente erhält, sodass diese Typkennung fehlt. Allein das Ausbleiben dieser Typkennung kann beispielsweise dazu genutzt werden, dass die elektronische Komponente nun ein Abmeldesignal an den Empfänger schickt.
Alternativ kann vorgesehen sein, dass die elektronische Komponente in regelmäßigen Abständen oder zumindest innerhalb vorgegebener Zeitintervalle Anwesenheitssignale an den Empfänger übermittelt. Bleiben diese Anwesenheitssignale aus, so erfolgt die automatische Abmeldung des betreffenden Senders beim Empfänger. Die Anwesenheitssignale bleiben beispielsweise dann aus, wenn der Sender so weit vom Empfänger entfernt wird, dass die Sendeleistung nicht mehr ausreicht, um den Empfänger zu erreichen. Weiterhin bleiben die Anwesenheits- signale aus, wenn der Energiespeicher aus der elektronischen Komponente entfernt wird. Weiterhin kann bei derartigen Anwesenheitssignalen vorgesehen sein, dass diese die individuelle Kennung des Senders und beispielsweise auch die Typ-Kennung des Messwertaufnehmers enthalten. Wird also die elektronische Komponente von der sensorischen Komponente getrennt, und fehlt dementsprechend die Typ-Kennung, so führt dies automatisch dazu, dass kein vollständiges Anwesenheitssignal mehr vorliegt, sodass hierdurch die automatische Abmeldung des Senders beim Empfänger ausgelöst werden kann.
Bei der Verwendung mehrerer Messwertaufnehmer, beispielsweise innerhalb eines Operationssaals, Intensivzimmers, einer peri- pheren Station oder eines Krankenzimmers kann vorzugsweise ein einziger zentraler Empfänger vorgesehen sein, der in vor- beschriebener Weise modulartig mit einzelnen Empfangsmodulen ausgestattet sein kann. Diese Empfangsmodule sind jeweils an ein bestimmtes medizinisches Gerät angepasst und setzen die drahtlos übermittelten Messsignale, wie sie von dem Messwertaufnehmer zum Empfänger gelangen, in ein Signalformat oder Datenformat um, welches vom medizinischen Gerät verarbeitet werden kann, wobei hier vorzugsweise eine drahtgebundene Signalübermittlung zwischen dem Empfänger und dem medizinischen Gerät vorgesehen sein kann.
Die Schaffung eines zentralen Empfängers ermöglicht es, diesen in einer optimalen Empfangslage innerhalb eines Raumes anzuordnen. Würden demgegenüber jeweils separate Empfänger in
den medizinischen Geräten selbst angeordnet sein, so könnte es je nach Anordnung der medizinischen Geräte im Raum oder je nach Anordnung von zusätzlichen, teilweise auch beweglichen Elementen gegebenenfalls zu Abschattungen kommen, sodass eine sichere drahtlose Signalübertragung nicht gewährleistet wäre. Der vorschlagsgemäß vorgesehene Empfänger hingegen kann an optimaler Stelle platziert werden, wobei dann die einzelnen Empfangsmodule eine sichere, beispielsweise drahtgebundene, Datenübertragung der Messsignale zum medizinischen Gerät er- möglichen.
Vorteilhaft können sowohl der Sender in dem Messwertaufnehmer als auch der Empfänger bidirektional arbeiten, also jeweils senden und empfangen und daher als Transmitter ausgestaltet sein. So ist es möglich, einen einzigen Empfänger zu verwenden, der nacheinander an die Messwertaufnehmer ein für den jeweiligen Messwertaufnehmer spezifisches Aufforderungssignal aussendet. Auf dieses Aufforderungssignal hin übermittelt der "aufgeforderte" Messwertaufnehmer entweder nur dann ein Sig- nal, wenn sich eine Zustandsänderung ergeben hat, z. B. wenn ein neues Messsignal vorliegt oder der Energiespeicher eine kritische Ladungsgrenze erreicht hat, oder der "aufgeforderte" Messwertaufnehmer übermittelt sämtliche Informationen ü- ber seinen derzeitigen Zustand.
Vorteilhaft kann vorgesehen sein, einen zentralen Empfänger (das "Master-System") für mehrere Messwertaufnehmer zu verwenden, wobei rein beispielhaft EKG oder EEG Signale erwähnt werden. Das Master-System führt die von den einzelnen Mess- wertaufnehmern empfangenen Signale den zugehörigen medizinischen Geräten zu. Dies stellt gemäß Anspruch 10 einen zweiten Ansatz des vorliegenden Vorschlags dar, ein modulares System zu schaffen, welches für den Betrieb in einem Krankenhaus aufgrund der Vielzahl der dort auf kleinem Raum vorhandenen Messwertaufnehmer besonders geeignet ist, da diese Messwertaufnehmer vorschlagsgemäß drahtlos betrieben werden können und somit sowohl Kabelgewirr und Stolperfallen vermieden wer-
den als auch eine sichere Signalübertragung gewährleistet wird.
Zusätzlich kann vorgesehen werden, ein von einem Messwertauf- nehmer erzeugtes Signal auf mehrere oder alle angeschlossenen medizinischen Geräte zu verteilen.
Alternativ kann auch ein Messwertaufnehmer bei mehreren Empfängern angemeldet sein, die wiederum untereinander die emp- fangenen Messsignale austauschen. Ein Anwendungsfall hierfür wäre beispielsweise die Überwachung von im Krankenhaus mobilen Patienten.
Weiterhin sieht das Konzept vor, dass ein aus seiner Be- triebsposition gebrachter Messwertaufnehmer gesperrt wird.
Bleibt der Messwertaufnehmer über einen definierten Zeitraum in dieser Lage, wird er am Master-System abgemeldet, um zu vermeiden, dass der Messwertaufnehmer aus dem Arbeitsbereich entfernt und an einer anderen Stelle wieder in Betrieb genom- men werden kann. Dieses könnte fehlerhafte Messwerte und Fehldiagnosen verursachen.
Um die räumliche Änderung des Messwertaufnehmers zu detektie- ren, können zusätzliche Empfänger installiert werden, die die Empfangsfeldstärke des Messwertaufnehmers messen und diese an das Master-System weiter geben. Damit ist die Lokalisierung des Messwertaufnehmers innerhalb der Empfangszelle überwachbar. Überschreitet die Feldstärke an einem der zusätzlichen Empfänger einen bestimmten Wert (evtl. im Verhältnis zur am Master-System gemessenen Feldstärke) , so kann dies als ein unzulässig weites Umsetzen des Messwertaufnehmers gewertet werden und zum Abmelden des Messwertaufnehmers führen.
Die Lokalisierung des Messwertaufnehmers kann nicht nur dazu benutzt werden, das unerlaubte Entfernen des Messwertaufnehmers aus dem Empfangsbereich des Empfängers zu detektieren, sondern auch dazu, Aussagen über den Aufenthaltsort des Trä-
gers des Messwertaufnehmers zu machen. Die so gewonnenen Daten Informationen zum Aufenthaltsort des Trägers können zusätzlich zur Bestimmung von krankenhausinternen Prozessparametern, wie beispielsweise Bewegungsstrecken, Aufenthaltsdau- ern und -orten, und für die Zuordnung von Kosten verwendet werden und somit die Abrechnung von Dienstleistungen ermöglichen bzw. erleichtern.
Im Sinne der Betriebssicherheit es kann ein Datenspeicher zur Protokollierung sämtlicher übertragener Daten und Betriebszu- stände vorgesehen sein.
Ein solcher Datenspeicher kann im Messwertaufnehmer vorgesehen sein. Dadurch können bei Aufenthalt außerhalb des Emp- fangsbereichs die Messdaten aufgezeichnet und beim Wiedereintreten in den Empfangsbereich automatisch aus dem Datenspeicher zum zugehörigen medizinischen Gerät übertragen werden. Verlässt z.B. ein Patient mit Messwertaufnehmer den Empfangsbereich, so kann trotzdem eine lückenlose Aufzeichnung der Messdaten realisiert werden. Hierdurch können der Aktionsbereich und damit die Lebensqualität des Patienten deutlich erhöht werden.
Neben den Messdaten können in dem Datenspeicher auch Informa- tionen zur Person des Patienten und auch beispielsweise zum Krankheitsverlauf oder zu bereits bestehenden Diagnosen, angewandten oder geplanten Therapieverfahren hinterlegt werden. Hierdurch wird der formale und logistische Aufwand beispielsweise bei einem Krankentransport oder einer Überweisung er- heblich verringert.
Die gewonnenen Messdaten können blockweise übertragen werden. Dabei können die Abstände zwischen den Blöcken über Bedingungen gesteuert werden, die von Charakteristiken der Messdaten (z.B. der Variabilität der Signale, extrahierten Daten entsprechend dem Patientenzustand etc.) oder anderen Funktionen abgeleitet werden bzw. von Bedingungen, die von dem Empfangs-
modul oder dem Medizingerät vorgegeben werden. Dadurch können die gewonnenen Messdaten, um Energie und Übertragungskapazität zu sparen, über einen bestimmten Zeitraum gesammelt und periodisch gebündelt übertragen werden. Eine blockweise Über- tragung kann auch dann eingesetzt werden, wenn sich der Messwertaufnehmer im Empfangsbereich des Empfängers befindet.
Der Messwertaufnehmer kann mit einer Anzeige ausgestattet sein, die z.B. dem Patienten eine Informationen über die verbleibende Aufnahmekapazität des Datenspeichers liefert.
Zusätzlich kann vorgesehen werden, Daten auch von den Empfangsmodulen zu den Sendemodulen zu übertragen. Die Daten können durch die Sendemodule dem Patienten optisch oder akus- tisch angezeigt werden, z.B. um ihn über eine bevorstehendes Ereignis zu informieren oder ihn zu einer Handlung aufzufordern. Dadurch kann z.B. ein PatientenrufSystem realisiert werden, durch dessen Verwendung sich ein Patient frei innerhalb der Empfangsbereiche bewegen und dennoch jederzeit bei- spielsweise über bevorstehende Untersuchungen oder Therapien informiert und zurück auf seine Station gerufen werden kann. Oder es können z. B. Statusinformationen ausgetauscht oder die . wiederholte Übertragung gestörter Datensätze angefordert werden.
Weitere Informationen zum Status des Messwertaufnehmers wie z.B. der Anmeldezustand (z.B. Sender nicht installiert / nicht korrekt am sensorischen Teil angeschlossen ) oder die Akkuladung und die verbleibende Betriebsdauer können vom Messwertaufnehmer zum Master-System übertragen und dort visu- alisiert oder weitergeleitet werden.
Sendemodule (der elektronische Teil des Messwertaufnehmers ) werden inaktiv, sobald sie aus dem Messwertaufnehmer entfernt werden. Um sie auch in diesem Zustand lokalisieren zu können, kann ein Kommando vorgesehen werden, das vom Master-System versendet wird und das einen optischen oder akustischen Sig-
nalgeber im Sendemodul aktiviert. Andererseits ist es auch möglich, zentral alle Ladezustände zu verfolgen und zu überwachen und an die Ladung zu erinnern.
Denkbar ist es auch, die vorgenannten und zusätzliche vom Empfänger (Master-System) übertragene Informationen am Empfänger zu visualisieren (z. B. durch ein im Messwertaufnehmer eingebautes Display) oder akustisch zu signalisieren.
Es ist möglich, die die gewonnenen Messdaten direkt im Messwertaufnehmer weiter zu verarbeiten und bewerten. Die dabei gewonnenen Informationen und daraus abgeleitete Anweisungen oder Empfehlungen können z.B. dem Patienten angezeigt werden. Der Patient kann z.B. dazu aufgefordert werden, eine bestimm- te Handlung vorzunehmen oder einen Arzt aufzusuchen.
Um die Kosten des Master-Systems gering zu halten oder das Master-System vollständig in ein medizinisches Gerät zu integrieren, können neben den Messwerten auch alle relevanten Betriebsdaten (als Rohwerte oder in bereits aufbereiteter
Form) an das angeschlossene medizinische Gerät weitergeleitet und dort verarbeitet bzw. visualisiert werden.
Um Empfangsstörungen durch ungünstige räumliche Verhältnisse (z. B. durch Abschattung) zu vermeiden oder die Reichweite des Senders zu vergrößern, können Relais-Stationen vorgesehen werden, die die gesendeten Informationen empfangen, und an das Master-System weiterleiten. Dadurch kann die Übertragungstrecke zwischen Messwertaufnehmer und Empfänger vergrö- ßert werden kann.
Um den Verlauf einer OP oder auch beispielsweise Betriebsstörungen zu analysieren und beheben zu können, kann im Master ein Monitor installiert werden, der sämtliche übertragenen Messdaten und Betriebszustände protokolliert und die aufgezeichneten Daten dem Anwender oder Service-Personal später bei Bedarf wieder zur Verfügung stellt.
Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der
Figur 1 Anordnung zur drahtlosen Übertragung von e- lektronischen Signalen
beschrieben. Die Anordnung 1 umfasst einen Messwertaufnehmer 7 für medizinische Messgrößen sowie einen weiteren, nicht detailliert dargestellten Messwertaufnehmer 7Λ. Der Messwert- wertaufnehmer 7 dient der Messung medizinischer Größen, die drahtlos an ein medizinisches Gerät 3, 3 gesendet werden sollen.
Er weist einen Sender 5 zum drahtlosen Senden von elektroni- sehen Signalen an einen Empfänger 9 oder einen weiteren Empfänger 9λ auf. Der Sender 5 ist Teil einer von zwei Komponenten des Messwertaufnehmers, und zwar seiner elektronischen Komponente 15.
Die elektronische Komponente 15 weist außerdem einen Energiespeicher 17 auf, der den Messwertaufnehmer 7 mit der zum Betrieb notwendigen elektrischen Energie versorgt. Außerdem ist ein Lesegerät 19 integriert, mittels dessen eine angebundene sensorische Komponente 11 identifiziert werden kann.
Die sensorische Komponente 11 ist mit der elektronischen Komponente 15 lösbar verbunden. Die Komponenten stellen also zwei Module des Messwertaufnehmers 7 dar. Sie weist einen Mikrochip 21 auf, der eine elektronische Identifizierung it- tels des Lesegeräts 19 ermöglicht, dass den Mikrochip 21 zu diesem Zweck auslesen kann.
Weiter weist die sensorische Komponente 11 einen Messfühler 13 auf, mittels dessen sie medizinische Messgrößen misst. Die korrekte Platzierung des Messfühler 13 in Betriebsposition kann mittels des Lagesensors 23 überwacht werden.
Die elektronischen Signale des Messwertaufnehmers 7 werden durch den Sender 5 drahtlos gesendet, wobei die Übertragungsstrecke Relaisstationen 27 aufweist, die die Signale verstärkt und so eine zuverlässige Übertragung auch bei größeren Entfernungen ermöglicht. Die drahtlose Sende-Strecke ist in der Abbildung durch gezackte Pfeile symbolisch dargestellt.
Die Signale werden einem Empfänger 9 übermittelt, der zum Empfang der Signale Empfangsmodule 25, 25 Λ aufweist. Ein wei- terer Empfänger 9Λ ist nicht näher detailliert dargestellt.
Von dem Empfänger 9, 9Λ werden die drahtlos empfangenen Signale einem medizinischen Gerät 3, 3λ zugeleitet. Einem Empfänger 9, 9 können ein oder mehrere medizinische Geräte 3, 3λ zugeordnet sein, denen die Daten zugeleitet werden können.