DaimlerChrysler AG
Abgasnachbehandlungssystem und Nutzfahrzeug mit Abgasnachbehandlungssystem
Die Erfindung betrifft ein Abgasnachbehandlungssystem mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1 und ein Nutzfahrzeug mit einem Abgasnachbehandlungssystem mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 6.
In der Patentanmeldung WO 01/42633 ist ein mehrere separate Einheiten umfassendes Abgasnachbehandlungssystem beschrieben. Das Abgasnachbehandlungssystem kann beispielsweise eine Partikelverminderungseinheit und eine Stickoxidverminderungseinheit aufweisen. Als Stickoxidverminderungseinheit ist ein SCR-Katalysator (SCR = selective catalytic reduction) vorgesehen, welcher mit Harnstoff als selektivem Reduktionsmittel für die Stickoxide versorgt wird. Das beschriebene Abgasnachbehandlungssystem kommt hauptsächlich für einen Einsatz in Nutzf hrzeugen in Betracht. Gegenstand der WO 01/42633 ist im wesentlichen die Realisierung einer vorteilhaften Verbindung der Einheiten des Abgasnachbehandlungssystems untereinander. Die mit einem Einbau in ein Nutzfahrzeug verbundenen Einbauprobleme bleiben außer Betracht .
Die mit wachsenden Anforderungen an die Abgasreinigung zunehmende Komplexität und Größe von Abgasnachbehandlungs- systemen bedingen j edoch in erhöhtem Maße Schwierigkeiten hinsichtlich des Einbaus und der Anordnung in einem entsprechenden Nutzfahrzeug. Bei der baulichen Anordnung der Einheiten eines Abgasnachbehandlungssystems muss zudem in
besonderem Maße auf eine wirksame und zuverlässige Funktion des Abgasnachbehandlungssystems geachtet werden. Damit ergeben sich zwangsläufig Schwierigkeiten bei der Anordnung bzw. Unterbringung dieser Einheiten, insbesondere im Zusammenhang mit der Anordnung weiterer zum Betrieb des Nutzfahrzeugs notwendiger Baugruppen, wie beispielsweise dem üblicherweise ebenfalls sehr voluminösen Kraftstofftank.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein kompaktes Abgasnachbehandlungssystem für eine umfassende und wirksame Nachbehandlung des Abgases eines Nutzfahrzeugs anzugeben. Außerdem ist es Aufgabe der Erfindung, ein Nutzfahrzeug mit einem Abgasnachbehandlungssystem mit einer günstigen und platzsparenden Anordnung anzugeben.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Abgasnachbehandlungssystem mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und durch ein Nutzfahrzeug mit den Merkmalen des Anspruchs 6 gelöst.
Das erfindungsgemäße Abgasnachbehandlungssystem zeichnet sich dadurch aus, dass die Stickoxidverminderungseinheit mit einem Abstand zur Partikelverminderungseinheit angeordnet ist, und ein Reduktionsmitteltank zur Bevorratung eines für die Stickoxidverminderung einsetzbaren Reduktionsmittels vorgesehen ist, der zwischen der Partikelverminderungseinheit und der Stickoxidverminderungseinheit angeordnet ist . Vorzugsweise sind die Partikelverminderungseinheit, der Reduktionsmittel- tank und die Stickoxidverminderungseinheit hintereinander in einer linearen Anordnung positioniert. Der Abstand zwischen der Partikelverminderungseinheit und der Stickoxidverminderungseinheit wird je nach den baulichen Gegebenheiten und je nach Größe und Gestalt des Reduktionsmitteltanks geeignet gewählt bzw. vorgegeben.
Unter einer Partikelverminderungseinheit wird hier eine vom Abgas einer Brennkraftmaschine durchströmbare Baueinheit verstanden, mit welcher eine Verminderung der Partikelmasse
und/oder der Partikelanzahl in dem sie durchströmenden Abgas erreicht werden kann. Vorzugsweise ist als partikelverminderndes Bauteil im Inneren dieser Baueinheit ein Partikel- filter angeordnet. Gegebenenfalls können weitere reinigungswirksame Komponenten in der Baueinheit angeordnet sein, insbesondere Komponenten, welche die PartikelVerminderung zusätzlich unterstützen oder zu einer Regeneration eines Partikelfilters beitragen. Beispielsweise kann in der Partikelverminderungseinheit ein Oxidationskatalysator angeordnet sein, welcher vorzugsweise dem Partikelfilter strömungsmäßig vorgeschaltet ist .
Unter einer Stickoxidverminderungseinheit wird eine vom Abgas einer Brennkraftmaschine durchströmbare Baueinheit verstanden, mit welcher eine Verminderung des Stickoxidgehalts in dem sie durchströmenden Abgas erreicht werden kann. Vorzugsweise ist im Inneren dieser Baueinheit ein Denox-Katalysator angeord-net, der insbesondere als SCR- Katalysator ausgeführt sein kann.
Gegebenenfalls können in der Stickoxidverminderungseinheit weitere Komponenten, wie beispielsweise ein Hydrolysekatalysator zur Aufbereitung von Harnstoff angeordnet sein. Ferner kann ein Oxidationskatalysator, beispielsweise zur Oxidation von Ammoniak, dem Denox-Katalysator nachgeschaltet in der Stickoxidverminderungseinheit angeordnet sein.
Bei dem im Reduktionsmitteltank bevorrateten Reduktionsmittel handelt es sich vorzugsweise um einen flüssigen Kohlenwasserstoff oder eine Harnstoff-Wasser-Lösung.
Die erfindungsgemäße Anordnung des Reduktionsmitteltanks zwischen der Partikelverminderungseinheit und der Stickoxidverminderungseinheit ermöglicht eine platzsparende und kompakte Ausführung des Abgasnachbehandlungssystems mit geringen Leitungslängen und einer vergleichsweise kleinen wirksamen
äußeren Oberfläche, so dass Wärmeverluste klein gehalten werden können.
Das AbgasnachbehandlungsSystem dient gleichzeitig der Schall- dämpfung, so dass auf einen separaten Schalldämpfer gegebenenfalls verzichtet und somit Bauraum eingespart werden kann.
In Ausgestaltung der Erfindung umgibt der Reduktionsmittel- tank die Abgasverbindungsleitung wenigstens teilweise. Vorzugsweise weist der Reduktionsmitteltank eine Ausformung auf, in welcher die Abgasverbindungsleitung verläuft und die beispielsweise in Form einer Mulde ausgebildet ist. Ebenfalls vorteilhaft ist es, den Reduktionsmitteltank mit einer zylindrischen Durchführung zu versehen, so dass er zur Montage auf die Abgasverbindungsleitung aufgeschoben werden kann. Durch die genannten Ausführungen wird eine besonders kompakte Bauweise des Abgasnachbehandlungssystems erreicht .
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung weist der Reduktionsmitteltank eine Ausformung zur Aufnahme einer Reduktionsmitteldosiereinheit auf. Von der Reduktionsmitteldosiereinheit wird Reduktionsmittel, vorzugsweise in vorgebbaren Mengen und zu betriebspunktabhängigen Zeitpunkten, über eine geeignete Leitung und Reduktionsmittelzugabvorrichtung dem Abgas zudosiert. Durch die bauliche Integration von Reduktionsmittel- tank und Reduktionsmitteldosiereinheit werden Zerklüftungen und Überstände vermieden und eine kompakte Ausführung mit einheitlicher Oberfläche erzielt.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist die Abgasverbindungsleitung als Mischstrecke zur Vermischung von Abgas mit zudosiertem Reduktionsmittel ausgeführt . Eine Zugabestelle des Reduktionsmittels ist möglichst weit stromauf an der Abgasverbindungsleitung oder an einer weiteren stromauf- wärtigen Verlängerung angebracht, welche bis in die Partikelverminderungseinheit geführt sein kann. Durch diese erfindungsgemäße Maßnahme wird auf platzsparende Weise eine
ausreichend lange Mischstrecke zur Vermischung und Homogenisierung von Abgas und Reduktionsmittel bereitgestellt.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung sind die Partikelverminderungseinheit, die Stickoxidverminderungseinheit und der Reduktionsmitteltank als Einzelmodule ausgeführt.
Das erfindungsgemäße Nutzfahrzeug zeichnet sich dadurch aus, dass das zugehörige Abgasnachbehandlungssystem innerhalb eines vorgebbaren quaderförmigen Hüllvolumens angeordnet ist. Dabei begrenzt das Hüllvolumen die räumliche Ausdehnung des Abgasnachbehandlungssystems und wird von diesem annähernd ausgefüllt. Das Hüllvolumen ist in erster Linie in Abhängigkeit von der Motorklasse des Nutzfahrzeugs vorgebbar und wird durch seine Längen-, Breiten- und Höhenabmessungen bestimmt. Vorzugsweise ist aber auch die Platzierung des Hüllvolumens im Nutzfahrzeug selbst vorgebbar. Unter Motorklasse ist hier eine vorzugsweise nach Hubraum und/oder Nennleistung vorgenommene Gruppierung der Nutzfahrzeugmotoren zu verstehen. Diese Gruppierung ist vorzugsweise auch mit der Ausführungsform des Nutzfahrzeugs, beispielsweise bezüglich Anzahl der Achsen, der Gesamtbreite, des seitlichen Abstands der Längsträger und/oder weiterer klassifizierender Merkmale, verknüpft. Eine besonders einfache Gruppierung wird durch die Einteilung der Motorklassen durch ihre Zugehörigkeit zu einem schweren, mittleren oder leichten Nutzfahrzeug erreicht.
In Ausgestaltung des Nutzfahrzeugs erstreckt sich das Hüllvolumen an der von der Fahrzeuglängsachse abgewandten Seite eines ersten Längsträgers in Fahrzeuglängsrichtung. Durch diese Anordnung wird der Bereich zwischen den Längsträgern freigehalten für andere Baugruppen, insbesondere für die Durchführung des Antriebsstrangs .
In weiterer Ausgestaltung des Nutzfahrzeugs ist eine vom Abgasnachbehandlungssystem wegführende Abgasauslassleitung auf die in Fahrzeugrichtung gegenüberliegende Seite des Nutz-
fahrzeugs geführt. Durch diese Ausführung wird erreicht, dass der Abgasauslass auf die zur Verkehrswegmitte hin weisende Seite des Nutzfahrzeugs geführt ist. Dadurch wird die Abgabe von Abgas in Richtung auf Bürgersteige vermieden, was insbesondere bei im kommunalen Bereich eingesetzten Nutzfahrzeugen von Bedeutung ist.
In weiterer Ausgestaltung des Nutzfahrzeugs weist die von der Fahrzeuglängsachse abgewandte Seite des Hüllvolumens einen in Abhängigkeit von einer Motorklasse des Nutzfahrzeugs vorgebbaren Abstand vom ersten Längsträger auf . Damit wird die Breite des Hüllvolumens und damit die maximale Breitenabmessung des darin angeordneten Abgasnachbehandlungssystems in Abhängigkeit von der Motorklasse vorgegeben. Dies geschieht insbesondere auch im Hinblick auf die Auslegung der gesamten Breitenabmessung des Nutzfahrzeugs, welche durch besondere konstruktive oder gesetzgeberische Bedingungen vorgegeben sein kann.
In weiterer Ausgestaltung des Nutzfahrzeugs ist das Abgasnachbehandlungssystem auf einer an dem ersten Längsträger befestigbaren Tragstruktur aufgebaut. Damit wird der Längsträger zur stabilen Unterbringung und Befestigung des Abgasnachbehandlungssystem im Nutzfahrzeug ausgenutzt. Die Module des Abgasnachbehandlungssystem brauchen selbst keine tragenden Funktionen zu übernehmen und können in leichterer Bauweise ausgeführt sein. Die Austauschbarkeit einzelner Module ist dadurch ebenfalls erleichtert.
In weiterer Ausgestaltung des Nutzfahrzeugs ist ein Kraftstofftank neben einem zweiten Längsträger des Nutzfahrzeugs an der von der Fahrzeuglängsachse abgewandten Seite des zweiten Längsträgers angeordnet. Vorzugsweise ist der Kraftstofftank in Längsrichtung etwa in der Höhe des Abgas- nachbehandlungssystems angeordnet . Durch diese Anordnung wird eine hinsichtlich des gemeinsamen Schwerpunkts gleichmäßige Massenverteilung der betreffenden Baugruppen erreicht .
Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Zeichnungen und zugehörigen Beispielen näher erläutert. Dabei zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Ausfuhrungsform eines erfindungsgemäßen Abgasnachbehandlungssystems,
Fig. 2 eine schematische Darstellung einer Ausfuhrungsform eines Reduktionsmitteltanks als Bestandteil des Abgasnachbehandlungssystems ,
Fig. 3 eine schematische Darstellung einer zweiten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Abgasnachbehandlungs- systems,
Fig. 4 eine schematische Darstellung einer Ausfuhrungsform des Aufbaus eines erfindungsgemäßen Nutzfahrzeugs.
Das in Fig. 1 in einer Draufsicht schematisch dargestellte Abgasnachbehandlungssystem 1 umfasst in einer linearen Anordnung eine Partikelverminderungseinheit 2, einen Reduktionsmitteltank 3 und eine Stickoxidverminderungseinheit 4. Von Partikeln gereinigtes Abgas wird über eine Abgasverbindungsleitung 6 von der PartikelVerminderungseinheit 2 zur Stickoxidverminderungseinheit 4 geleitet . Das Abgasnachbehandlungssystem 1 weist ferner eine Reduktionsmitteldosiereinheit 5 zur Dosierung des Reduktionsmittels in das Abgas auf . Das gesamte Abgasnachbehandlungssystem 1 ist dabei hier in Fahrtrichtung gesehen rechts von einem rechten Längsträger 7 des Nutzfahrzeugs auf einer nicht dargestellten Tragstruktur angeordnet, welche an dem Längsträger 7 befestigt ist. Je nach Bauart des Fahrzeugs kann das Abgasnachbehandlungssystem 1 an unterschiedlichen Stellen angeordnet sein. Aus Stabilitätsgründen sowie aus Platzgründen ist jedoch eine Anordnung an einer von der Fahrzeuglängsachse abgewandten Seite
eines Längsträgers bevorzugt. Die Hauptströmungsrichtung des Abgases durch das Abgasnachbehandlungssystem 1 verläuft in diesen Fällen bei horizontaler Anordnung des Abgasnachbehandlungssystems analog der Darstellung in Fig. 1 entgegen der Fahrtrichtung.
Die Partikelverminderungseinheit 2, der Reduktionsmitteltank 3 und die Stickoxidverminderungseinheit 4 sind als Einzelmodule, vorzugsweise mit im wesentlichen quaderförmiger Gestalt ausgebildet und weisen hier dieselben Querabmessungen auf. Die Höhenabmessungen der Einzelmodule 2, 3, 4 sind vorzugsweise ebenfalls gleich. Die Einzelmodule 2, 3, 4 des Abgasnachbehandlungssystems 1 weisen daher in jeweils einer Ebene liegenden linke und rechte Seitenflächen bzw. obere und untere Seitenflächen auf. Die Einzelmodule 2, 3, 4 sind lösbar im gesamten AbgasnachbehandlungsSystem integriert, so dass sie einzeln montiert bzw. ausgetauscht werden können. Erfindungsgemäß ist sind die Partikelverminderungseinheit 2 und die Stickoxidverminderungseinheit 4 in einem Abstand sl zueinander angeordnet. Dieser Abstand sl ist vorzugsweise so vorgegeben, dass verschieden ausgeführte Reduktionsmittel- tanks 3 zwischen den Einheiten 2, 4 angeordnet werden können. Dadurch kann ein Baukastenprinzip für verschiedene Ausführungen des Abgasnachbehandlungssystems 1 mit einem hohen Anteil an Gleichteilen verwirklicht werden. Dadurch kommt der Vorteil des modularen Aufbaus des Abgasnachbehandlungssystems 1 besonders wirkungsvoll zur Geltung.
Das gesamte Abgasnachbehandlungssystem 1 ist innerhalb eines quaderförmigen Hüllvolumens 8 angeordnet, dessen Umrisse in Fig. 1 gestrichelt dargestellt sind. Dieses Hüllvolumen 8 erstreckt sich in der Nähe einer Fahrzeugaußenseite, in diesem fall in Fahrtrichtung gesehen rechts vom Längsträger 7. Die Ebene, in welcher die das Hüllvolumen 8 definierenden Seitenflächen liegen, werden hierbei durch die Seitenflächen der Partikelverminderungseinheit 2 und der Stickoxidverminderungseinheit 4 gebildet . Die Größe und die Abmessungen des
Hüllvolumens 8 sind durch die Motorklasse des Nutzfahrzeuges vorgegeben, in welchem das Abgasnachbehandlungssystem 1 zum Einsatz kommt. Dabei kann die Zugehörigkeit eines bestimmten Fahrzeugs zu einer Motorklasse beispielsweise durch die Motorleistung bestimmt sein und eine Motorklasse wiederum einen gewissen Motorleistungsbereich abdecken. Die Längen- und Breitenabmessungen des Abgasnachbehandlungssystems 1 bzw. des Hüllvolumens 8 orientieren sich maßgeblich an den maximal zulässigen Fahrzeugbreiten und dem Abstand der Längsträger sowie dem Volumen der Module 2, 3, 4. Die Bauhδhe des Abgasnachbehandlungssystems 1 bzw. des Hüllvolumens 8 resultiert maßgeblich aus den genannten Größen und der Bereifung des Fahrzeuges sowie aus der vorgesehenen Bodenfreiheit .
In der nachfolgenden Tabelle sind für drei Motorklassen MK typische Werte für die Motorleistung P, das Volumen VP der Partikelverminderungseinheit 2, das Volumen Vτ des Reduktionsmitteltanks 3, des Volumens Vs der Stickoxidverminderungseinheit 4, die Länge L des Hüllvolumens 8 und der Breite B des Hüllvolumens 8 angegeben.
Die Partikelverminderungseinheit 2 weist in ihrem Inneren als partikelverminderndes Bauteil ein oder mehrere Partikelfilter auf. Das oder die Partikelfilter können hierbei beispielsweise als Wallflow-Filter in Wabenkörperform oder als Sintermetallplattenfilter in gefalteter Form ausgeführt sein. Ohne Einschränkung der Allgemeinheit wird nachfolgend von einem Partikelfilter gesprochen, obwohl das partikelvermindernde Bauteil auch davon abweichend ausgeführt sein kann. Falls mehrere einzelne Partikelfilterelemente in der Partikel- Verminderungseinheit 2 angeordnet sind, so sind diese strö-
mungsmäßig vorzugsweise parallel geschaltet. Ferner ist im Inneren der Partikelverminderungseinheit 2 ein Oxidationskatalysator strömungsmäßig dem Partikelfilter vorgeschaltet. Durch im Oxidationskatalysator gebildetes Stickstoffdioxid kann auch bei vergleichsweise niedrigen Abgastemperaturen eine Oxidation von im Partikelfilter abgelagerten Rußpartikeln stattfinden, wodurch das Partikelfilter kontinuierlich regeneriert werden kann. Ferner kann durch Nachoxidation von im Abgas enthaltenen brennbaren Bestandteilen im Oxidationskatalysator eine wirkungsvolle Anhebung der Abgastemperatur, beispielsweise zum Zwecke einer thermischen Regeneration des Partikelfilters, erfolgen. Dabei kann der Oxidationskatalysator mehrere Elemente umfassen, welche strömungsmäßig untereinander parallel geschaltet sind.
Über die Abgasverbindungsleitung 6 wird von Partikeln gereinigtes Abgas weiter zur Stickoxidverminderungseinheit 4 geleitet. Diese weist in ihrem Inneren ein oder mehrere Denox-Katalysatorelemente auf. Ohne Einschränkung der Allgemeinheit wird nachfolgend davon ausgegangen, dass es sich hierbei um einen sogenannten SCR-Katalysator handelt, welcher bei Anwesenheit von Ammoniak als Reduktionsmittel die Umsetzung von im Abgas enthaltenen Stickoxiden zu Stickstoff katalysieren kann. Falls mehrere SCR-Katalysatorelemente in der Stickoxidverminderungseinheit 4 angeordnet sind, so sind diese strδmungsmäßig vorzugsweise parallel geschaltet. Da vorzugsweise Harnstoff-Wasser-Lösung als ammoniakabspaltendes Reduktionsmittel eingesetzt wird, kann dem SCR-Katalysator ein Hydrolysekatalysator vorgeschaltet sein, welcher die Freisetzung von Ammoniak fördert und ebenfalls in der Stickoxidverminderungseinheit 4 angeordnet ist.
In Fig. 2 ist eine Ausfuhrungsform des zwischen der Partikel- Verminderungseinheit 2 und der Stickoxidverminderungseinheit 4 angeordneten Reduktionsmitteltanks 3 dargestellt, die unter Bezugnahme auf die in Fig. 1 dargestellten Bauteile erläutert wird. Der Reduktionsmitteltank 3 besitzt hier eine muldenfδr-
mige Ausformung 16 in der die Abgasverbindungsleitung 6 verläuft. Selbstverständlich kann die Abgasverbindungsleitung 6 jedoch auch durch den Reduktionsmitteltank 3 hindurch geführt sein. Dadurch wird einerseits eine kompakte Bauform erreicht, andererseits ist ein guter Wärmeübergang von der Abgasverbindungsleitung 6 auf das Reduktionsmittel gewährleistet, so dass dessen Einfrieren vermieden wird, bzw. ein rasches Auftauen von ganz oder teilweise eingefrorenem Reduktionsmittel ermöglicht ist. Ein zu starker Wärmefluss auf das Reduktionsmittel bzw. die Wand des Reduktionsmitteltanks 3 wiederum kann durch eine geeignete Wärmeisolierung vermieden werden. , Die Reduktionsmitteldosiereinheit 5 kann außerhalb des Hüll- volumens 8 angeordnet sein. Es ist jedoch auch vorteilhaft, diese räumlich in den Reduktionsmitteltank 3 zu integrieren, wozu der Reduktionsmitteltank 3 eine entsprechende Ausformung 17 aufweist.
Über ein nicht dargestelltes Steuergerät wird die Redukions- mitteldosiereinheit 5 so angesteuert, dass eine bedarfsgerechte Zudosierung von Reduktionsmittel in die Abgasleitung erfolgen kann. Hierzu weist die Reduktionsmitteldosiereinheit 5 vorzugsweise eine geeignete Pumpe auf, mit welcher Reduktionsmittel über ein Leitungssystem einem Dosierventil zugeführt, über welches das Reduktionsmittel dem Abgas zugesetzt wird. Die Reduktionsmittelzugäbe in das Abgas erfolgt dabei soweit stromauf der Stickoxidverminderungseinheit 4 bzw. des SCR-Katalysators, dass eine ausreichende Vermischung und Aufbereitung des Reduktionsmittels erfolgen kann. Diesem Zweck dient die Abgasverbindungsleitung 6 als Mischstrecke für das zugesetzte Reduktionsmittel. Die gesamte Länge der Mischstrecke beträgt etwa 1 m. Um diese Länge zu realisieren, kann die Abgasverbindungsleitung 6 eine innerhalb der Partikelvermiή- derungseinheit 2 und/oder der Stickoxidverminderungseinheit 4 verlaufende Verlängerung aufweisen.
Das Volumen der in Fig. 1 dargestellten Partikelverminderungseinheit 2 und der Stickoxidverminderungseinheit 4
beträgt jeweils etwa 100 1. Damit ist das Abgasnachbehandlungssystem 1 einer leichten Motorklasse zugeordnet .
Fig. 3 zeigt eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Abgasnachbehandlungssystems 1, das ähnlich zu der in Fig.
1 dargestellten Ausfuhrungsform ausgeführt ist, jedoch einer schwereren Motorklasse zugeordnet ist . Dabei sind Bauteile mit analogen Funktionen mit denselben Bezugszeichen versehen.
Im Unterschied zu der in Fig. 1 dargestellten Ausfuhrungsform ist der Reduktionsmitteltank 3 mit einer Länge von nur unwesentlich weniger als sl, d.h. nur unwesentlich weniger als der vorgegebene Abstand zwischen Partikelverminderungs- einheit 2 und Stickoxidverminderungseinheit 4, und damit größer ausgeführt. Der Reduktionsmitteltank 3 grenzt daher stirnseitig bzw. endseitig eng an diese Einheiten. Somit füllt das Abgasnachbehandlungssystem 1 das Hüllvolumen 8 zu einem größeren Anteil aus und die wirksame äußere Oberfläche ist weiter verringert . Entsprechend der Zuordnung zu einer schwereren Motorklasse weisen die Partikelverminderungseinheit 4 mit etwa 180 1 sowie die Stickoxidverminderungseinheit
2 mit etwa 220 1 im Vergleich zu der in Fig. 1 dargestellten Ausfuhrungsform ein größeres Volumen auf. Dementsprechend ist das Hüllvolumen 8 ebenfalls größer vorgegeben und weist vorzugsweise eine größere Breite auf.
In Fig. 4 ist der Aufbau eines Nutzfahrzeuges 10 einer schweren Motorklasse dargestellt. Dabei sind die in den Fig. 1 und Fig.2 entsprechende Bauteile mit denselbe Bezugszeichen gekennzeichnet. Das Abgasnachbehandlungssystem 1 ist hier seitlich außen an dem in Fahrtrichtung gesehen rechten Längsträger 7 angeordnet. Seitlich außen am gegenüberliegenden Längsträger 9 sind der Kraftstofftank 11 und die Fahrzeugbatterie 12 angeordnet. Durch diese Anordnung der relativ schweren Bauteile 1, 11, 12 wird erreicht, dass der Schwerpunkt des Nutzfahrzeugs 10 eine Lage etwa auf der Fahrzeuglängsachse einnimmt, was das Fahrverhalten verbessert. Das
Abgasnachbehandlungssystem 1 ist wie in Fig. 2 dargestellt ausgeführt .
Der Motor 13 des Nutzfahrzeugs 10 ist als Reihenmotor ausgeführt. Der Abgasauslass des Motors ist zu der Fahrzeugseite gerichtet, an welcher auch das Abgasnachbehandlungssystem 1 angeordnet ist. In der Abgasauslassleitung des Motors 13 ist ein nicht dargestellter Abgasturbolader angeordnet. Für das vom Abgasturboladerausgang zur Partikelverminderungseinheit 2 geleitete Abgas ist eine Abgasleitung 14 mit möglichst geringer Länge vorgesehen, um Wärmeverluste soweit als möglich zu vermeiden. Aus diesem Grund ist die Platzierung des Hüllvolumens 8 so vorgegeben, dass das Abgasnachbehandlungssystem 1 stirnseitig in Fahrtrichtung so nahe wie möglich hinter dem Vorderrad 15 des Nutzfahrzeugs 10 angeordnet ist. Die seitlich Ausdehnung des Hüllvolumens 8 ist durch den Abstand s2 ihrer in Fahrtrichtung gesehen rechten Seitenfläche vom Längsträger 7 bestimmt. Dieser ist wiederum hauptsächlich durch den Abstand s3 der Längsträger 7, 9 und durch die maximal zulässige Fahrzeugbreite vorgegeben.
Das aus dem Abgasnachbehandlungssystem 1 abgeleitete Abgas wird über eine nicht dargestellte Abgasauslassleitung an die Fahrzeugumgebung abgegeben. Vorzugsweise ist diese Abgasauslassleitung auf die zur Fahrbahnmitte gerichtete, d.h. üblicherweise zur linken Fahrzeugseite geführt. Die Abgasauslassleitung kann jedoch auch anders geführt sein und beispielsweise auf der rechten Seite nach vorne und dann weiter senkrecht nach oben verlaufen, so dass das Abgas senkrecht nach oben geleitet wird.