Bodenseewerk Gerätetechnik GmbH, 88662 Überlingen
Suchkopf mit Nick-Gier-Innenkardansystem
Die Erfindung betrifft einen Suchkopf mit einer Rollachse und einem Nick-Gier- ϊnnenkardansystem, enthaltend einen inneren Kardanrahmen, der um eine erste Kardanachse schwenkbar an einer Lagerstruktur gelagert ist, und einen äußeren, ein Suchersystem des Suchkopfs tragenden, Kardanrahmen, der um eine zweite, zu der ersten senkrechte Kardanachse auf dem inneren Kardanrahmen schwenkbar gelagert ist.
Solche Suchköpfe werden insbesondere in zielverfolgenden Flugkörpern angewandt. Ein optisches System als Suchersystem erzeugt ein Bild einer das Ziel ent- haltenden Objektszene auf einem Detektor. Aus den Signalen des Detektors werden einmal Signale gewonnen, welche die optische Achse des optischen Systems auf das Ziel ausgerichtet halten. Außerdem werden aus den Signalen des Detektors Lenksignale gewonnen, durch welche der Flugkörper zu dem Ziel geführt wird. Üblicherweise wird dabei eine das optische System tragende Plattform und damit die Richtung der optischen Achse des optischen Systems durch ein Trägheitsmesssystem von den Bewegungen des Flugkörpers entkoppelt. Wenn durch einen Regelkreis die optische Achse ständig auf das Ziel ausgerichtet gehalten wird, entspricht die optische Achse der Sichtlinie vom Flugkörper zum Ziel. Aus der Bewegung der optischen Achse relativ zu der stabilisierten Plattform kann dann die Drehrate der Sichtlinie im inertialen Raum bestimmt werden. Bei üblicher Proportionalnavigation wird der Flugkörper so geführt, dass diese Sichtlinie raumfest bleibt. Die Lenksignale werden dazu proportional zu der Drehrate der Sichtlinie gemacht. Die Plattform muss dabei kardanisch gelagert werden, so dass die optische Achse des optischen Systems jede beliebige Position innerhalb eines bestimmten Raumwinkels einzuvernehmen vermag.
Die kardanische Lagerung kann dabei eine Nick-Gier-Lagerung sein. Dabei ist ein erster Kardanring um eine erste im wesentlichen quer zur Flugkörper-Längsachse verlaufende Achse, z. B. die Nickachse, gegenüber der Flugkörperstruktur schwenkbar gelagert. An dem ersten Kardanring ist ein zweiter Kardanring um eine zweite Achse, z. B. die Gierachse, schwenkbar gelagert, die senkrecht zu der ersten Achse verläuft. Dieser zweite Kardanring trägt oder bildet die Plattform, auf welcher das optische System sitzt. Dabei kann der an der Flugkörperstruktur gelagert eerste Kardanring der äußere Kardanring sein, während der zweite Kar- danring den inneren Kardanring bildet. Man spricht dann von einem „Außenkar- dansystem". Der an der Flugkörperstruktur gelagerte erste Kardanring kann ab er auch der innere Kardanring sein, wobei der zweite, die Plattform tragende oder bildende Kardanring der äußere Kardanring ist. In diesem Fall spricht man von einem „Innenkardansystem". Das Kardansystem sitzt dann innerhalb der Platt- form. Diese letztere Anordnung wird aus räumlichen Gründen bevorzugt.
Bei einem solchen Nick-Gier-Kardansystem sind die Schwenkwinkel der Plattform und damit die Schielwinkel, welche die optische Achse mit der Flugkörper- Längsachse bilden, aus konstruktiven Gründen beschränkt. Der Sucher kann ein Ziel nur in nur einem begrenzten Gesichtsfeld erfassen.
Ein Suchkopf mit Nick-Gier-Innenkardansystem ist beispielsweise beschrieben in der DE 195 35 886 AI oder der EP 0 766 065 Bl.
Größere Schielwinkel lassen sich erreichen mit einem Roll-Nick-Kardansystem.
Hier ist ein erster, wellenartiger Kardanrahmen um eine mit der Flugkörper- Längsachse zusammenfallende Rollachse in der Flugkörperslruktur drehbar gelagert. Dieser erste Kardanrahmen kann gegenüber der Flugkörperstruktur um die Rollachse in einem Winkelbereich von 360° verdreht werden. An dem ersten Kar- danrahmen ist ein zweiter Kardanrahmen um eine senkrecht zur Rollachse verlaufende Nickachse schwenkbar gelagert. Dieser zweite Kardanrahmen trägt das optische System des Suchkopfes. Der zweite Kardanrahmen kann so gelagert werden, dass die optische Achse des optischen Systems um einen Winkel von ungefähr 90° gegenüber der Längsachse des Flugkörpers verschwenkt werden kann. Es sind also Schielwinkel bis 90° möglich, und zwar in jeder Richtung um die Roll-
achse herum. Ein so aufgebauter Suchkopf kann somit innerhalb eines Halbraumes auf ein Ziel ausgerichtet werden.
Suchköpfe mit Roll-Nick-Kardansysternen sind bekannt durch die DE 33 17 232 AI und die DE 198 24 899 Cl.
Nachteilig ist bei solchen Roll-Nick-Kardansystemen, dass sie im Bereich der Rollachse eine Singularität zeigen: Wenn die Sichtlinie zum Ziel, der die optische Achse des optischen Systems durch Verdrehung der Kardanrahmen nachgeführt werden soll, mit der Rollachse zusammenfällt oder in deren Nähe verläuft, dann erfordern schon kleine Bewegungen der optischen Achse große Winkelbewegungen des Rollrahmens. Wenn sich z. B. die Sichtlinie zum Ziel durch die Rollachse hindurchbewegt, dann müsste der Rolhahmen, um die optische Achse dieser Sichtlinie nachzuführen, praktisch in unendlich kurzer Zeit eine Drehung um 180° ausführen. Das übersteigt die Möglichkeiten üblicher Stellmotoren.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Kardansystem für einen Suchkopf zu schaffen, bei welchem die Nachführung der Plattform und des Suchersystems ohne Singularitäten erfolgt, welches aber große Schielwinkel und die Erfassung von Zielen in einem großen Gesichtsfeld gestattet.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass die erste Kardanachse mit der Rollachse einen spitzen Winkel bildet und die Lagerstruktur ihrerseits um die Rollachse drehbar gelagert ist.
Dadurch, dass die erste Kardanachse mit der Rollachse einen spitzen Winkel bildet, sitzt das Kardansystem schräg zu der Rollachse. Der Schwenkbereich des äußeren Kardanrahmens mit dem Suchersystem ist dadurch unsymmetrisch zu der Rollachse. Betrachtet man die Mittellage des um die erste Kardanachse schwenk- baren Innenrahmens, dann ergibt sich folgendes: Bezeichnet man mit α den spitzen Winkel und mit 2ß den Schwenkbereich des Außenrahmens um die zweite Kardanachse, dann ist der maximal erreichbare Schielwinkel zwischen der Rollachse und der Achse des Suchersystems 90°-α+ß. Es kann also ein größerer Schielwinkel erreicht werden. Wenn das Ziel im Azimut aus dem durch den
Schwenkbereich des Kardansystems bestimmten Raumwinkel auswandert, kann dies durch eine Drehung des Kardansystems um die Rollachse ausgeglichen werden. Der durch den Schwenkbereich des Kardansystems bestimmte Raumwinkel wird dem Ziel nachgeführt.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die um die Rollachse drehbar gelagerte Lagerstruktur zusätzlich um ihre eigene Längsachse drehbar gelagert. Durch die damit verbundene Einführung eines weiteren Drehfreiheitsgrades sind Drehbewegungen des Rolhahmens durch Drehbewegungen der Lagerstruktur um ihre Längsachse mit entgegen gesetztem Drehsinn kompensierbar. Rollwinkel von über 360 °, die zu übermäßiger Belastung von elektrischen Verbindungsleitungen und Hochdruckkupplungen für Gaszuführungen führen, treten nicht mehr auf. Die Zuverlässigkeit bzw. Lebensdauer des Suchkopfs wird somit erhöht. Zudem kann bei dieser Ausgestaltung auch auf den Einsatz von kos- tenintensiven und hohen Platzbedarf benötigenden Hochdruckdrehkupplungen und Schleifringen für elektrische Abgriffe verzichtet werden. Durch die Entkopplung des Nick- Gier-Kardansystems von Rollbewegungen des Rollrahmens durch die um ihre Längsachse drehbare Lagerstruktur kann die zu drehende Masse reduziert werden. Für Bewegungen um die Rollachse sind somit geringere Antriebs- leistungen erforderlich und das Bauvolumen des Rolhahmens kann reduziert werden.
Zweckmäßigerweise ist eine Fixierung des Nick-Gier-Kardansystems bezüglich seiner Rolllage zur Flugkörperstruktur mittels Fixierungsmitteln vorgesehen. Bei den Fixierungsmitteln kann es sich um Verzahnungselemente in Form von Zahnrädern handeln, wobei ein Zahnrad in der Flugkörperstruktur und ein Zahnrad zwischen dem Nick-Gier-Rahmensystem und dem neuen Drehfreiheitsgrad integriert ist. Mit anderen Worten rollt das Nick-Gier-Rahmensystem bei einer Drehung um die Rollachse mit gegenläufigem Drehsinn um die Längsachse der La- gerstruktur. Geschickterweise handelt es sich bei den Zahnrädern um Formteile aus Kunststoff mit geringem Gewicht. Kunststoff kann deswegen eingesetzt werden, weil nur geringe Momente zu übertragen sind. Sinnvollerweise besitzen die
Zahnräder die gleiche Anzahl von Zähnen, um ein Übersetzungsverhältnis von eins zu erreichen.
Durch ein Drehen der Rollachse und gleichzeitiges Entdrehen durch eine Dreh- bewegung der Lagerstruktur um ihre Längsachse, im folgenden auch Taumelachse genannt, und Fixierung mittels der Fixierungsmittel ist das Nick-Gier- Kardansystem in der Lage, um die Flugkörperlängsachse, d. h. die Rollachse, mit einem festen Winkel von (90° - α) zu taumeln ohne dabei Drehkomponenten in der Rollachse zu erzeugen. Der Taumelwinkel liegt üblicherweise in einem Be- reich von 15 -30 °. Eine Bilddrehung gegenüber dem Flugkörperkoordinatensystem findet nicht statt. Durch die mechanische Fixierung kann auf Antriebs- und Abgriffselemente für die Erzeugung einer Drehbewegung der Lagerstruktur um ihre Längsachse, wie beispielsweise in Form von einem Elektromotor und elektrischen Verbindungsleitungen, verzichtet werden. Dadurch wird eine weitere Mas- sen- und Bauvolumenersparnis erreicht.
Vorteilhafterweise enthält der Räumwinkel, in welchem die optische Achse des optischen Systems durch Schwenkbewegungen um die erste und die zweite Kardanachse auslenkbar ist, die Rollachse.
Zur Stabilisierung des optischen Systems im Raum kann eine Trägheitsmesseinheit vorgesehen sein, durch welche Stellmotoren um die erste und die zweite Kardanachse ansteuerbar sind, wobei ein um die Rollachse wirkender Stellmotor vorgesehen ist, der dann, wenn sich der innere Kardanrahmen seiner Anschlagstel- lung nähert, im Sinne einer Nachführung dieses inneren Kardanrahmens weg von der Anschlagstellung ansteuerbar ist.
Die Achse des Suchersystems kann so auf jeden Punkt innerhalb eines großen, sich um die Rollachse herum erstreckenden Raumwinkels gerichtet werden. Die Stabilisierung erfolgt dabei mittels des Nick-Gier-Kardansystems. Dieses Nick-
Gier-Kardansystem hat auch im Bereich der Rollachse keine Singularität. Bei einem Durchgang der Sichtlinie durch die Rollachse führt das Nick-Gier-
Kardansystem nur normale Stellbewegungen aus. Es ist kein 180°-Umschlag erforderlich wie bei einem Roll-Nick-Kardansystem.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Die Zeich- nung, die Beschreibung und die Ansprüche enthalten zahlreiche Merkmale in
Kombination. Der Fachmann wird die Merkmale zweckmäßigerweise auch einzeln betrachten und zu sinnvollen weiteren Kombinationen zusammenfassen.
Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt durch einen Suchkopf mit schräg liegen- dem Nick-Gier-Kardansystem und einer zusätzlichen Nachführbewegung um die Rollachse.
Fig. 2 ist ein Blockdiagramm und veranschaulicht die Nachführung des
Suchersystems nach einer Sichtlinie zu einem Ziel.
Fig. 3 ist ein Diagramm zur Veranschaulichung der Vergrößerung des
Bereichs der zulässigen Schielwinkel des Suchkopfes von Fig. 1.
Fig. 4 zeigt einen Längsschnitt durch einen Suchkopf mit schräg liegen- dem Nick-Gier-Kardansystem und mit einer um eine Rollachse und ihre eigene Längsachse drehbar gelagerten Lagerstruktur.
Fig. 5 zeigt einen Längsschnitt durch einen Suchkopf gemäß Fig. 4 mit
Fixierungsmitteln für das Nick-Gier-Kardansystem bezüglich einer Rolllage der Flugkörperstruktur.
Gleiche Teile werden dabei mit gleichen Bezugszeichen bezeichnet.
In Fig. 1 ist mit 10 die Spitze der Flugkörperstruktur eines zielverfolgenden Flug- körpers bezeichnet. Die Spitze 10 ist durch ein sphärisches Fenster (Dom) 12 abgeschlossen. Hinter dem Dom 12 sitzt ein Suchkopf, der mit 14 bezeichnet ist.
Der Suchkopf 14 enthält einen Tisch 16, der um eine mit der Längsachse des Flugkörpers zusammenfallende Rollachse 18 drehbar in der Spitze 10 der Flug-
körperstruktur gelagert ist. Auf dem Tisch sitzt ein hülsenförmiger Lagerkörper 20. Der Lagerkörper 20, auch Lagerstruktur genannt, ist geneigt zur Rollachse 18 angeordnet. An dem vorderen oder domseitigen Ende des Lagerköpers 20 ist ein Innenrahmen 22 um eine erste, zur Längsachse der Lagerkörpers 20 senkrechte Kardanachse 24 schwenkbar gelagert. Das ist in Fig. 1 rechts von der Längsachse des Lagerköpers 20 dargestellt. Durch die geneigte Anordnung des Lagerkörpers
20 bildet die erste Kardanachse 24 mit der Rollachse einen spitzen Winkel α (Fig. 3). Links von der Längsachse des Lagerkörpers 20 ist ein Schnitt senkrecht zu dem Schnitt auf der rechten Seite dargestellt. Man erkennt dort, dass auf dem In- nenrahmen 22 ein Außenrahmen schwenkbar gelagert ist, der generell mit 26 bezeichnet ist. Der Außenrahmen 26 ist um eine zweite Kardanachse 28 schwenkbar gelagert, die senkrecht zu der ersten Kardanachse 24 verläuft. Wenn die erste Kardanachse 24 im rechten Teil von Fig. 1 in der Papierebene von Fig. 1 verläuft, dann verläuft bezogen hierauf die zweite Kardanachse 28 senkrecht zu der Papier- ebene der rechten Seite von Fig. 1.
Auf dem Außenrahmen 26 sitzt ein Suchersystem 30 in Form eines abbildenden optischen Systems. Dieses Suchersystem 30 enthält einen ringförmigen Hohlspiegel 32, der mit seinem zentralen Durchbruch auf dem Außenrahmen 26 montiert ist. Der Außenrahmen 26 weist einen Kuppelteil 34 auf. Der Kuppelteil 34 trägt
Stege 36, welche einen dem Hohlspiegel 32 zugewandten, schwach konvexen Sekundärspiegel 38 tragen. Der Kuppelteil 34 bildet eine Fassung 40 für eine Linsenoptik 42. Parallel einfallendes Licht von einer im Unendlichen liegenden Objektszene wird von dem Hohlspiegel 32 auf den Sekundärspiegel 38 reflektiert und von diesem auf die Linsenoptik 42 gelenkt. Das optische System erzeugt ein
Bild der Objektszene auf einem Detektor 44. Der Detektor 44 wird in üblicher Weise von einem Joule-Thomson-Kühler 46 gekühlt der innerhalb des hülsenför- migen Lagerkörpers 20 angeordnet ist. Auf der Rückseite des Sekundärspiegels 38 ist ähnlich wie bei der DE 195 38 886 AI eine Trägheitssensoreneinheit 48 angeordnet.
Die Kardanachse 24 und 28 und die Rollachse 18 schneiden sich in einem gemeinsamen Schnittpunkt 50. Im Bereich dieses gemeinsamen Schnittpunktes 50 ist der strukturfeste Detektor 44 angeordnet. Der Dom 12 ist um den Schnittpunkt
50 gekrümmt. Um diesen Schnittpunkt 50 ist der äußere Kardanrahmen 26 nach allen Seiten verschenkbar gelagert. Bei dieser Anordnung sind die Kardanrahmen 22 und 26 innerhalb des Suchersystems 30 angeordnet. Das Suchersystem 30 sitzt auf dem äußeren Kardanrahmen 26. Man spricht daher von einem „Innenkardan- System".
Der Tisch 16 ist durch einen Stellmotor 52 um die Rollachse verdrehbar. An dem Tisch 16 sitzen auf einer sphärischen Fläche 54 Magnete 56 mit einem kugelscha- lenförmigen magnetischen Rückschluss 58. Die Magnete 56 erzeugen ein radiales Magnetfeld. In diesem radialen Magnetfeld sitzen Flachspulen 60, die mit dem äußeren Kardanrahmen 26 verbunden sind. Diese Magnete 56 und Flachspulen 60 bilden Drehmomenterzeuger 62, welche unmittelbar an dem äußeren Kardanrahmen 26 angreifen. Diese Anordnung entspricht im Prinzip der Drehmomenterzeuger-Anordnung nach der EP 0 766 065 Bl und der US-Patentschrift 5,892,310, auf deren Offenbarung Bezug genommen wird.
Das Suchersystem 30 definiert eine optische Achse 64. Durch die Trägheitssensoreneinheit 48 werden die Drehmomenterzeuger 62 so angesteuert, dass sie das Suchersystem 30 im Raum stabilisieren und von der Bewegung des Flugkörpers entkoppeln. Der Detektor 44 des Suchersystems 30 liefert nach geeigneter Signalverarbeitung Ablagesignale, welche die Ablage eines von dem Suchersystem er- fassten Zieles von der optischen Achse 64 wiedergeben. Mit diesen Ablagesignalen sind die Trägheitssensoren der Trägheitssensoreneinheit 48 beaufschlagt, so dass diese nach Maßgabe der Ablagesignale präzediert werden. Die stabilisierte Lage der optischen Achse wird so dem Ziel nachgeführt.
Fig. 2 zeigt schematisch die Stabilisierung des Suchersystems 30 im Raum die Ausrichtung der optischen Achse 68 auf das Ziel.
Die Stabilisierung des Suchersystems 30 im Raum erfolgt durch die Trägheitssensoreneinheit 48. Die Trägheitssensoreinheit 48 steuert in üblicher Weise die Drehmomenterzeuger 62 an. Wenn eine Ablage der Sichtlinie zu einem von dem Suchersystem 30 erfassten Ziele von der optischen Achse 68 vorliegt, dann sind die dem Suchersystem 30 gelieferten Ablagesignale auf die Trägheitssensoren der
Trägheitssensoreinheit 48 aufgeschaltet und präzedieren diese so, dass die stabilisierte optische Achse 68 dem Ziel nachgeführt wird.
Wie in Fig. 2 weiter dargestellt ist, werden durch Winkelgeber 70 die Rahrnen- winkel des Kardansystems bestimmt. Wenn diese Rahmenwinkel sich der Anschlagstellung des Innenrahmens nähern, dann wird der Roll-Stell otor 52 durch die Steuereinrichtung 72 in der einen oder der anderen Drehrichtung angesteuert. Der Roll-Stellmotor 52 verdreht dann den Tisch 16 mit dem gesamten Kardansystem und dem Suchersystem 30 um die Rollachse derart, dass die Sichtlinie wieder im Stellbereich des Kardansystems liegt.
Fig. 3 veranschaulicht die Wirkung der Schrägstellung der ersten Kardanachse 24 zu der Rollachse 18. Die erste Kardanachse 24 bildet mit der Rollachse 18 einen Winkel α. In Fig. 3 ist angenommen, dass sich der innere Kardanrahmen 22 sich in seiner Mittelstellung befindet. Die Ebene des inneren Kardanrahmens 22 liegt dann senkrecht zur Papierebene in Fig. 3. Der äußere Kardanrahmen 26 ist dann um die zu der Papierebene senkrechte zweite Kardanachse 28 zwischen zwei An- schlagstellungen verstellbar, die den Positionen 64 A und 64 B symmetrisch zu einer Mittelposition 64 M der optischen Achse 64 entsprechen. Der Winkel zwi- sehen der Anschlagposition 64 B und der Rollachse 18 ist ß+90°-α. Bei einem spitzen Winkel von 60° zwischen der ersten Kardanachse 24 und der Rollachse 18 ist bei der dargestellten Ausführung der maximale Kippwinkel des Suchersystems 30 relativ zu der Rollachse 18 etwa 70°. Das Suchersystem 30 kann somit in der dargestellten Position des Tisches 16 einen zu der Rollachse 18 unsymmetrischen Raumwinkel bis z. B. 70° in der Papierebene auf der rechten Seite von Fig. 1 erfassen. In der Azimutrichtung ist der Raumwinkel begrenzt durch die Anschlagstellung des äußeren Kardanrahmens 26. Nicht erfasst werden wegen der Un- symmetrie auch Bereiche links in Fig. 1.
Wenn der Innenrahmen 22 sich einer Anschlagposition nähert, dann wird, wie beschrieben, eine Drehung um die Rollachse 18 eingeleitet und der so durch die Anschlagpositionen begrenzte Raumwinkel der Sichtlinie zum Ziel nachgeführt, derart dass die Sichtlinie sich immer in dem Bereich des Raumwinkels befindet,
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10
in welchem die optische Achse 64 des Suchersystems 30 durch das Kardansystem auf das Ziel ausgerichtet werden kann.
Die optische Achse 64 des Suchersystems 30 kann somit innerhalb eines Raum- winkeis von 70° um die Rollachse 18 herum auf ein Ziel ausgerichtet werden.
Fig. 4 zeigt einen Längsschnitt durch einen Suchkopf 15. Wie in Fig. 1 ist eine Lagerstruktur 20 um einen Taumelwinkel von (90° - α) zur Rollachse 18 geneigt angeordnet. Die Lagerstruktur 20 ist um ihre Längsachse bzw. Taumelachse 21 und die Rollachse 18 durch die Lager 23 bzw. 25 drehbar gelagert.
Fig. 5 zeigt einen Längsschnitt durch den Suchkopf 15 gemäß Fig. 4. Zur Verdeutlichung der Konfiguration der Taumelachse 21 und der Fixierung von Innen- rahmen 22 und Außenrahmen 26 (beide in der Figur nicht sichtbar) mittels der Fixierungsmittel 27, 29 bezüglich ihrer Lage gegenüber der Rollachse 18 sind
Komponenten des Nick-Gier-Bereichs nicht dargestellt. Bei dem Fixierungsmittel 27 handelt es sich um ein koaxial zur Flugkörperlängsachse bzw. Rollachse 18 in die Flugkörperstruktur 10 integriertes Zahnrad. Das Fixierungsmittel 29, ebenfalls ein Zahnrad, ist unter dem Taumelwinkel von (90°- ), dieser entspricht in der Zeichnung 20 °, an dem Nick-Gier-Kardansystem aus Innenrahmen 22 und Außenrahmen 26 mit dem Drehfreiheitsgrad der Taumelachse 21 angeordnet. Die beiden Zahnräder 27, 29 besitzen unterschiedliche Radien und eine darauf abgestimmte Profilverschiebung.