VERBINDUNGSELEMENT UND GESTELLSYSTEM
Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet zerlegbarer Gestellkonstruktionen für den Möbelbau, insbesondere auf ein Verbindungselement und ein Gestellsystem gemäss dem Oberbegriff der Patentansprüche 1 und 10, sowie eine Giessform zu Herstellung eines Verbindungselements gemäss dem Oberbegriff des Patentanspruchs 13.
STAND DER TECHNIK
Derartige Verbindungselemente und darauf basierende Gestellsysteme sind beispielsweise aus EP 0 400 345 Bl und den darin zitierten Schriften bekannt. Dabei sind in rohrfömigen Streben Keile oder keilförmige Hülsen eingesetzt. Diese werden mittels einer Spannschraube gegeneinander gezogen, verkeilen sich mit den Streben und erzeugen dadurch eine kraftschlüssige Verbindung mit einem Eckverbindungselement. Die Verbindungselemente sind in der Regel kompliziert zu fertigen, weisen eine Menge loser Einzelteile auf und benötigen oftmals spezielle Montagewerkzeuge.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, ein Verbindungselement und ein Gestellsystem der eingangs genannten Art zu schaffen, welche die oben genannten Nachteile behebt, sowie eine Giessform zur Herstellung eines Verbindungselements.
Diese Aufgabe lösen eine ein Verbindungselement und ein Gestellsystem mit den Merkmalen der Patentansprüche 1 und 10. Ein Verbindungselement weist also Kupplungslemente auf, die eine rotationszylindrische Grundform mit mindestens einer Kupplungsausnehmung aufweisen. Eine Kupplungsausnehmung ist durch eine im wesentlichen senkrecht zu einer Achse des Zylinders verlaufenden Quernut und durch eine parallel zur Achse des Zylinders von einer Stirnseite des Kupplungselements bis zur Quernut führenden Längsnut gebildet.
Das erfindungsgemässe Verbindungselement erlaubt, in einfacher Weise eine Verbindung zu einer korrespondierend ausgebildeten Strebe eines Gestells herzustellen, ohne dass irgendwelche Zusatzteile wie Keile, Schrauben etc. erforderlich sind. Auch müssen keine Gewinde in das Verbindungselement geschnitten werden. Ebenso sind keine Werkzeuge zum Herstellen oder Trennen einer Verbindung notwendig.
Zum Herstellen einer Verbindung wird eine Strebe über das Kupplungslement geschoben, wobei mindestens ein nach innen weisendes Verriegelungselement der Strebe in der Nut des Kupplungslements geführt wird. Nachdem das Kupplungselement die Position der Quernut erreicht, wird es durch Drehen der Strebe um ihre Achse in die Quernut hineingedreht. Dabei sind die Quernut und/oder das Kupplungselement derart geformt, dass sie sich beim Drehen miteinander verklemmen. In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung rastet das Verriegelungselement hinter einer Ausformung der Quernut, die ein Einrastelement bildet, ein.
Das Verklemmen geschieht beispielsweise dadurch, dass beim Drehen der Strebe eine Stirnfläche der Strebe gegen eine erste Fläche der Quernut gedrückt und eine Kontaktfläche des Verriegelungselements gegen eine zweite Fläche der Quernut gedrückt wird, wobei die erste und zweite Fläche der Quernut einander gegenüberstehen.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind die Längsnut und die Quernut in Umfangsrichtung, respektive in Achsrichtung des Kupplungselements gesehen, symmetrisch zueinander angeordnet, das heisst, dass die Strebe nach dem Schieben entlang der Längsnut in beide Drehrichtungen in die Quernut hineindrehbar ist. Damit wird es möglich, an beiden Enden einer Strebe jeweils ein gleich geartetes Kupplungselement in die Strebe einzuschieben und dann die Strebe durch Verdrehen gleichzeitig an beiden Enden zu verriegeln. Dabei müssen die beiden Verbindungselemente nicht gegeneinander verdreht werden, was von Vorteil ist, wenn sie bereits mit anderen Gestellteilen kombiniert sind.
Ein Verbindungselement weist in der Regel zwei bis vier Kupplungselemente auf, deren jeweilige Längsachsen in einer gemeinsamen Ebene oder Regalebene liegen. Sind die Winkel er Kupplungselemente zueinander ein vielfaches eines rechten Winkels, so lässt sich daraus, zusammen mit entsprechenden Streben, eine Ebene eines rechtwinkligen Regals zusammensetzen.
Zur vertikalen Verbindung zwischen verschiedenen Regalebenen können vorzugsweise ebenfalls Kupplungselemente gemäss der Erfindung verwendet werden. Dadurch ist nur ein einziger Typ von Verbindungsstreben notwendig, was die Herstellung rationalisiert. Ein entsprechendes Verbindungselement weist also mindestens drei Kupplungslemente auf, von denen zwei eine Ebene definieren und das dritte rechtwinklig zu dieser Ebene angeordnet ist.
In einer anderen bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind die Kupplungselemente durch ein Zentralelement miteinander verbunden. Das Zentralelement weist ein Rohr auf, dessen Innendurchmesser einem Aussendurchmesser einer Vertikalstrebe entspricht. Etwa in der Mitte des Rohres weist dieses eine Lochplatte oder Trennplatte auf, die senkrecht zur Rohrachse verläuft und in der Mitte ein Loch aufweist. Zweite Streben oder Vertikalstreben sind
zur Verbindung von Regalebenen senkrecht zu den Regalebenen angeordnet. Sie weisen an einem Ende ein durch das Loch passendes Aussengewinde auf, und an einem anderen Ende ein korrespondierendes Innengewinde. Alternativ dazu weisen die Vertikalstreben an beiden Enden Innengewinde auf, in welche ein Gewindestück einschraubbar ist. Zur Montage mehrerer Gestellebenen wird eine erste Vertikalstrebe in das Rohr des Zentralelements und mit dem Aussengewinde respektive einem eingedrehten Gewindestück durch das Loch gesteckt und mit dem Innengewinde einer zweiten Vertikalstrebe verschraubt.
Das Zentralelement kann auch anders als rohrförmig, jedoch auch mit rotationszylindrischen Aussparungen zur Aufnahme von Vertikalstreben ausgestaltet sein. Diese rotationszylindrischen Aussparungen sind vorzugsweise mit demselben Innendurchmesser und miteinander fluchtend angeordnet, und durch ein Loch miteinander verbunden.
Der Erklärung halber wurde die Erfindung mit Bezug auf eine horizontale respektive vertikale Ausrichtung von Gestellelementen erklärt. Es können aber auch einzelne vertikale Gestellebenen mittels der Kupplungselemente miteinander verbunden werden, und diese Gestellebenen wiederum mittels horizontal verlaufender "Vertikalstreben" verbunden werden.
Ein Gestellsystem gemäss der Erfindung weist die beschriebenen Verbindungselemente und Streben auf. Die Streben zur Verbindung mit einem Kupplungselement sind entweder durchgehend oder zumindest an den Enden rohrförmig ausgebildet. Der Innendurchmesser dieser rohrförmigen Abschnitte entspricht dem Aussendurchmesser der Kupplungselemente. Die Streben weisen an mindestens einem Ende jeweils mindestens ein Verriegelungselement auf, welches von der Rohrwand aus in radialer Richtung in das Lumen, also in den Hohlraum des Rohres hineinragt. Verriegelungselemente an beiden Enden einer Streben fluchten miteinander, das heisst, sie sind in Umfangsrichtung gleich orientert. Beim
Verbinden mit symmetrischen Verbindungselemente an beiden Enden einer Strebe sind auch die Verbindungselemente gleich orientiert.
Eine Giessform zur Herstellung eines Verbindungselements gemäss der Erfindung weist zwei im Wesentlichen spiegelsymmetrische Formhälften auf. Eine Trennebene zwischen den Formhälften entspricht dabei einer Ebene, die durch die Achsen der mindestens zwei Kupplungselemente definiert ist. Aufgrund der vorteilhaften Gestaltung der Verbindungselemente, insbesondere der Anordnung der Nuten und der Gestaltung des Zentralelements, sind keine weiteren Formteile zur Herstellung der Hinterschneidungen durch die Nuten notwendig.
Weitere bevorzugte Ausführungsformen gehen aus den abhängigen Patentansprüchen hervor.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Im folgenden wird der Erfindungsgegenstand anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen, welche in den beiliegenden Zeichnungen dargestellt sind, näher erläutert. Es zeigen:
Figuren 1 und 2 ein Verbindungselement mit zwei Kupplungselementen in einer perspektivischen Ansicht und einer Aufsicht;
Figuren 3 und 4 ein Verbindungselement mit drei Kupplungselementen in einer perspektivischen Ansicht und einer Aufsicht;
Figur 5 eine perspektivische Ansicht eines Verbindungselements und einer
Strebe;
Figur 6 eine perspektivische Ansicht eines Gestells mit Detailansichten von
Verbindungen von Vertikalstreben; und
Figur 7 eine Aufsicht auf ein Gestell, gebildet unter Verwendung von
Verbindungselementen mit vier Kupplungselementen.
Die in den Zeichnungen verwendeten Bezugszeichen und deren Bedeutung sind in der Bezugszeichenliste zusammengefasst aufgelistet. Grundsätzlich sind in den Figuren gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
WEGE ZUR AUSFUHRUNG DER ERFINDUNG
Figuren 1 und 2 zeigen ein Verbindungselement 1 mit zwei Kupplungselementen 3 in einer perspektivischen Ansicht und einer Aufsicht. Das Verbindungselement ist ein Eckverbindungsstück 1 mit einem Zentralelement 2 und zwei Kupplungselementen 3. Ein Kupplungselement 3 weist mindestens eine Kupplungsausnehmung auf, die durch eine Quernut 5 und eine beispielsweise rechteckförmige Längsnut 6 gebildet ist. Vorzugsweise weist ein Kupplungselement 3 zwei gegenüberliegende Kupplungsausnehmungen auf, die in Umfangsrichtung symmetrisch zueinander angeordnet sind.
Ein Kupplungselement 3 weist vorzugsweise einen vollzylindrischen Teil, also einen Teil ohne Ausnehmungen auf. Dieser weist im Querschnitt eine äussere Begrenzung entsprechend einem Strebenquerschnitt auf. Bei rotationszylindrischen Streben 10 ist der voUzylindrische Teil ebenfalls rotationszylindrisch und weist einen Aussendurchmesser entsprechend demjenigen einer Strebe 10 auf. Auf der nach aussen gerichteten, also der Strebe 10 zugewandten Seite bildet der voUzylindrische Teil eine Begrenzung der Quernut 5. Der voUzylindrische Teil erzielt eine Beabstandung einer ersten Strebe vom Zentralelement 2 und von weiteren gegebenenfalls am Zentralelement 2 und im Winkel zur ersten Strebe montierten weiteren Streben. Beim Verdrehen der Strebe 10 bei der Montage werden deshalb das Zentral element 2 oder andere Streben 10 nicht verkratzt. Bei dem in den Figuren
gezeigten relativ dünnwandigen Zentralelement 2 wird durch die vollzylindrischen Teile die Stabilität des Verbindungselements 1 erhöht.
Vom Zentralelement 2 gehen zwischen den Kupplungselementen 3 angeordnete Tragarme 8 zu Befestigung von beispielsweise plattenförmigen Möbelelbauelemen- ten, insbesondere Tablaren aus. Diese sind beispielsweise für Schraubverbindungen oder zum Einsetzen von Saugnäpfen zur Halterung von Glasplatten vorgesehen. Die Tragarme 8 sind für das Auflegen der Möbelelbauelemente vorgesehen. Sie unterstützen die Möbelelbauelemente, so dass die Möbelelbauelemente ohne weitere Befestigungsmittel in ein montiertes . Rohrsystem eingelegt werden können. Die Tragarme 8 sind in Ecken zwischen den vollzylindrischen Teilen eingesetzt, wodurch eine stabile Befestigung der Tragarme 8 erzielbar ist.
Figuren 3 und 4 zeigen ein Verbindungsstück 1 mit drei Kupplungselementen 3 in einer perspektivischen Ansicht und einer Aufsicht. Der voUzylindrische Teil eines Kupplungselements 3, erstreckt sich von der Quernut 5 zum Zentralelement 2. Ein Durchmesser rl dieses vollzylindrischen Teils beträgt beispielsweise 19 mm, vorzugsweise zumindest annähernd einem Aussendurchmesser einer Strebe 10 entsprechend. Eine Länge des vollzylindrischen Teils beträgt beispielsweise einen Viertel eines Strebendurchmessers, oder 2 mm bis 10 mm. Ein Durchmesser r2 des Kupplungselements 3 im Bereich zwischen Quernut 5 und Stirnfläche des Kupplungselements 3 beträgt beispielsweise 16.5 mm, entsprechend einem Innendurchmesser einer Strebe 10. Das Zentralelement 2 wird durch ein Rohr zur Aufnahme einer Vertikalstrebe 14 gebildet. Das Rohr weist in axialer Richtung ungefähr in der Mitte eine senkrecht zur Rohrachse angeordnete Lochplatte oder Trennplatte 9 auf. Diese weist in der Mitte ein Loch auf. Eine Vertikalstrebe 14 weist entweder auf der ganzen Länge einen Aussendurchmesser entsprechend dem Innendurchmesser des Zentralelements 2 auf, oder einen Aussendurchmesser gleich dem Aussendurchmesser des Zentralelements 2 und einen in das Zentralelement 2 passenden Zapfen.
Figur 5 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Eckverbindungsstücks 1 und einer Strebe 10. Mit Pfeilen ist eine geradlinige Bewegung zum Aufstecken der Strebe 10 auf ein Kupplungselement 3 und eine anschliessende Verdrehung zur Verriegelung angezeigt. Zwei Verriegelungselemente 11 sind am äussersten Ende der Strebe 10 angeordnet. Eine Begrenzungsfläche der Verriegelungselemente 11 fällt also mindestens annähernd mit einer Endbegrenzungsfläche der Strebe 10 zusammen. Die Verriegelungselemente 11 erstrecken sich vom Rohrumfang in radialer Richtung zur Rohrachse der Strebe 10 hin. Beim Aufstecken werden die Verriegelungselemente 11 durch die Quernuten 5 des Kupplungselements 3 geführt, bis das Rohr an den vollzylindrischen Teil des Kupplungselements 3 anstösst. Beim anschliessenden Verdrehen verklemmen sich die Verriegelungselemente 11 gegen eine Wand der Quernuten 5. Dazu ist eine Breite der Quernut, von einem Übergang zur Längsnut aus in beide Richtungen senkrecht zur Zylinderachse ausgehend in axialer Richtung, das heisst parallel zu Zylinderachse, grösser ist als an einer von der Längsnut entfernteren Stelle. An einer gegenüberliegenden, dem Zentralelement 2 zugewandten Seite, weist die Quernut eine im wesentlichen plane Fläche, zumindest an der Peripherie, gegen welche die Strebe 10 gedrückt wird.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung nimmt die Breite der Quernut 5, von der Längsnut 6 ausgehend, zuerst ab, dann zu, und dann wieder ab. Dadurch entsteht ein Einrastelement 7 , welches ein Einrasten des Verriegelungselements 11 beim Verdrehen bewirkt und ein unbeabsichtigtes Lösen der Strebe 10 verhindert.
Figur 6 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Gestells mit Detailansichten von Verbindungen von Vertikalstreben. An den mit A bezeichneten Stellen sind zweiarmige Eckverbindungsstücke eingesetzt, an den mit B bezeichneten Stellen dreiarmige Eckverbindungsstücke. Übereinanderliegende horizontale Ebenen des Gestells sind durch Vertikalstreben 14 verbunden. Die Vertikalstreben 14 weisen an beiden Enden jeweils ein konzentrisches und in die Strebe hineinragendes
Innengewinde auf. Ein in das Innengewinde passendes Gewindestück 15 ist durch die Öffnung der Lochplatte 9 eines Zentralelements führbar und verbindet zwei übereinander angeordnete Vertikalstreben 14. An einer Oberseite des Gestells sind Deckel 12, beispielsweise aus Kunststoff, in die Zentral elemente 2 eingesetzt. An einer Unterseite des Gestell sind Füsse 13 mit denselben Gewinden wie die Vertikalstreben 14 in die jeweiligen Zentralelemente 2 respektive die darüberliegenden Vertikalstreben 14 eingeschraubt.
Figur 7 zeigt eine Aufsicht auf ein Gestell, gebildet unter Verwendung von Verbindungselementen mit zwei, drei und vier Kupplungselementen.
Die Eckverbindungsstücke 1 lassen sich durch Giessverfahren einstückig herstellen, wobei aufgrund der vorteilhaften Form lediglich zwei im Wesentlichen identische Formhälften benötigt werden. Alle Hinterschneidungen durch die Nuten können so problemlos erzeugt werden. Die Verriegelungselemente 11 sind beispielsweise im wesentlichem rechteckige oder halbrunde Zungen, die in die Streben eingeschweisst, oder gelötet werden. Alternativ können sie auch durch Biegen eines hervorstehenden Teils der Strebe erzeugt werden. BEZUGSZEICHENLISTE
1 Eckverbindungsstück
2 Zentralelement
3 Kupplungselement
4 Stirnseite
5 Quernut
6 Längsnut
7 Einrastelement
8 Tragarme
9 Lochplatte
10 Strebe
11 Verriegelungselement
12 Deckel
13 Fuss
14 Vertikalstrebe
15 Gewindestück
A zweiarmiges Eckverbindungsstück
B dreiarmiges Eckverbindungsstück