SYSTEM ZUR BESTIMMUNG DER POSITION EINES BEWEGLICHEN TRANSCEIVERS IN BEZUG AUF ORTSFESTE TRANSPONDER
Beschreibung
Lokales Positionsmesssystem
Im Bereich der Materialverfolgung und Logistik besteht ein großer Bedarf an Systemen die in der Lage sind die lokale Position von Transportmitteln, wie Kränen, Fahrzeugen, Trolleys, Hubwagen, Gabelstaplern, AGVs (Automated Guided Vehicles) zu bestimmen. 10 Übliche funkbasierte lokale Positionsmesssysteme arbeiten zumeist derart, dass das mobile Objekt (Kran, Stapler, Fahrzeug etc.) mit einem Transponder versehen wird und die Umgebung des Objektes - also z.B. die Wände einer Werkshalle 15 - mit mehreren so genannten Basisstationen ausgestattet wird. Der Transponder sendet dann zyklisch Signale aus, die von allen Basisstationen mit einem charakteristischen Laufzeitunterschied empfangen werden. Durch Verrechnung dieser Lau zeitunterschiede wird dann auf die lokale Position 20 des mobilen Objektes geschlossen. Nachteilig ist bei diesen Lösungen, dass es zur exakten Bestimmung der LaufZeitunterschiede in den Basisstationen zwingend notwendig ist, dass entweder die Uhren bzw. die Taktsignale in den Basisstationen höchst synchron laufen, also z.B. teure 25 Frequenznormale verwendet werden müssen, und/oder Mittel vorzusehen sind, die die Takte der Basisstationen synchronisieren und/oder aber zusätzliche bzgl. ihrer Position exakt vermessene Referenztransponder verwendet werden. Neben diesen Aufwendungen ist ferner nachteilig, dass 30 ein messtechnischer Informationsgewinn erst dadurch erzielt wird, dass zumindest zwei Messwerte von z.B. zwei Basisstationen zu einer Zentraleinheit übertragen und dort miteinander verrechnet werden müssen. Demzufolge ist es bei derartigen Systemen notwendig, dass alle Basisstationen über 35 ein drahtgebundenes oder drahtloses Netzwerk mit einer Zentralstation verbunden werden. Da in großen Messbereichen und/oder verwinkelten Räumen zumeist von vielen
Basisstationen auszugehen ist, verursacht ein solches Netzwerk erhebliche Kosten. Diese Kosten können oft weit über den Kosten der eigentlichen Messkomponenten liegen.
Davon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, Anordnungen von Systemkomponenten zu Entfernungsmessung mit zugehöriger Systemtopologie sowie Verfahren anzugeben, die Positionsbestimmung eines beweglichen Objekts unter den genannten Umstanden besonders kostengünstig und effizient bei gleichzeitig hoher Messgenauigkeit und Messrate losen.
Diese Aufgabe wird durch die in den unabhängigen Ansprüchen angegebenen Erfindungen gelost. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den abhangigen Ansprüchen.
Dementsprechend verfugt eine Anordnung zum Bestimmen der Position eines mobilen Objekts, insbesondere eines Transportmittels in Form eines Krans, Fahrzeugs, Trolleys, Hubwagens, Gabelstaplers oder AGVs, über eine Basisstation zum Aussenden eines Basissignals und/oder Empfangen von
Transpondersignalen und eine Vielzahl von Transpondern zum Empfangen des Basissignals und zum darauf folgendem bzw. dadurch ausgelöstem Aussenden von Transpondersignalen. Weiterhin weist die Anordnung Mittel zum Bestimmen der Position des beweglichen Objekts unter Berücksichtigung der Transpondersignale auf. Die Basisstation ist am mobilen Objekt angeordnet. Die Position der Transponder im Raum ist bekannt, insbesondere sind die Transponder raumfest, beispielsweise in einer Fabrikhalle, angeordnet.
Durch die Umkehrung der üblichen Anordnung von Basisstation und Transpondern ergeben sich zahlreiche neue Möglichkeiten und Vorteile, die im Folgenden geschildert werden. Allein aus den Vorteilen wird deutlich, dass eine solche Umkehrung dem Fachmann offensichtlich nicht nahe lag, da er sie bislang nicht vorgenommen hat.
Vorzugsweise sind die Transponder so angeordnet und die Mittel zum Bestimmen der Position so eingerichtet, dass die Position des Objekts nicht nur in der x-y-Ebene etwa der Fabrikhalle bestimmbar ist, sondern auch die Höhe des Objekts über dem Boden, also die Position des Objekts in allen drei Raumdimensionen .
Die Mittel zum Bestimmen der Position sind insbesondere in der Basisstation angeordnet.
Zur besseren Ausnutzung der für die Vielzahl von Transpondern zur Verfügung stehenden Frequenzbänder wird die Anordnung vorteilhaft in Zeit- und/oder Frequenzmultiplex betrieben. Vorzugsweise senden einige der Transponder hierbei aber ihr Transpondersignal in demselben Frequenzband aus. Dazu sind die Transponder beispielsweise mindestens in der zweifachen Entfernung voneinander angeordnet in der das Transpondersignal gerade noch empfangen werden kann. Alternativ sind die Transponder 2ömax voneinander entfernt, wobei Dmβx die Entfernung ist, in der das Transpondersignal mit einer gewählten statistischen Konfidenz, die beispielsweise etwa 90% beträgt, nicht mehr oberhalb einer gewählten Schwelle liegt. Die Werte der Konfidenz und der Schwelle, insbesondere Rauschschwelle, werden üblicherweise messtechnisch und aus Vorgaben abgeleitet. Die Schwelle wird dabei beispielsweise wie folgt bestimmt.
Vorgabe: 90% der Messwerte im gesamten Arbeitsbereich sollen bei Dmax höchstens 3dB über dem Rauschen liegen. Dann werden folgende Schritte ausgeführt:
- Rauschen ohne Transponder messen,
- statistische Verteilung der Amplitude A des Messsignals in Abhängigkeit des Abstands d bestimmen,
- Dmax kann dann mit der Vorgabe (90%) ermittelt werden.
Statt 90% kann die gewünschte Konfidenz in anderen Anwendungsfällen beispielsweise auch 80% oder 95% betragen.
Bevorzugt sind die Mittel zum Bestimmen der Position des Objekts so eingerichtet, dass bei der Bestimmung der Position des Objekts eine Position des Objekts in der Vergangenheit berücksichtigt werden kann. Dazu wird diese Position des
Objekts in der Vergangenheit gespeichert und mit einem Modell für die Bewegung des Objekts eine prognostizierte Position des Objekts vorhergesagt. Die mit Hilfe des Modells prognostizierte Position des Objekts und die mit Hilfe der Transponder und der Basisstation gemessene Position des Objekts werden dann beide zum Bestimmen der Position des mobilen Objekts berücksichtigt. Hierbei kann ein arithmetisches Mittel aus der prognostizierten und der gemessenen Position gebildet werden. Vorzugsweise werden die prognostizierte und die gemessene Position aber mit Hilfe eines Konfidenzmaßes gewichtet, durch das zum Ausdruck kommt, als wie wahrscheinlich die Richtigkeit der prognostizierten bzw. der gemessenen Position angenommen wird.
In ähnlicher Weise lässt sich bereits der Wert der gemessenen Position für sich alleine verbessern, indem ein Transpondersignal, aus dem sich eine Position ergibt, die über einen vorgegebenen Wert von den Positionen, die sich aus den anderen Transpondersignalen ergeben, und/oder von einer prognostizierten Position abweicht, nicht zum Bestimmen der Position des Objekts berücksichtigt wird.
Das Modell für die Bewegung des Objekts kann so eingerichtet sein, dass näherungsweise eine konstante Beschleunigung des Objekts angenommen wird. Dies hat sich in der Praxis als sehr gute Näherung für Transportmittel herausgestellt.
Die meisten der vorgenannten Aspekte zur Verbesserung der Genauigkeit der Positionsbestimmung können berücksichtigt werden, wenn zum Bestimmen der Position des Objekts ein, insbesondere erweiterter, Kaiman-Filter verwendet wird.
Die Anordnung kann schaltungstechnisch besonders kostengünstig ausgeführt werden, wenn die Transponder jeweils einen Oszillator aufweisen, der durch das Basissignal zum aktiven, also mit eigener Energieversorgung betriebenen, Erzeugen des Transpondersignals durch das Basissignal quasiphasenkoharent anregbar ist.
Vorzugsweise ist die Basisstation über eine kabellose Schnittstelle, insbesondere WLAN, mit den Mitteln zum Bestimmen der Position des Objekts verbunden.
Ein mobiles Objekt weist eine Basisstation zum Aussenden eines Basissignals und/oder Empfangen eines Transpondersignals zu und/oder von einer Vielzahl von Transpondern auf, deren Position im Raum bekannt ist, wobei die Position des Objekts unter Berücksichtigung der Transpondersignale bestimmbar ist.
Eine Vielzahl von Transpondern ist in einem Raum angeordnet, um ein Basissignal von einer an einem mobilen Erzeugnis angeordneten Basisstation zu empfangen und daraufhin jeweils Transpondersignale zu senden, unter deren Berücksichtigung die Position des Objekts bestimmbar ist.
In einem Verfahren zum Bestimmen der Position eines mobilen Objekts, insbesondere eines Transportmittels, werden eine Basisstation zum Aussenden eines Basissignals und/oder Empfangen von Transpondersignalen, eine Vielzahl von Transpondern zum Empfangen des Basissignals und dadurch ausgelostem Aussenden von Transpondersignalen und Mittel zum Bestimmen der Position des Objekts unter Berücksichtigung der Transpondersignale verwendet, wobei die Basisstation am Objekt angeordnet ist und die Position der Transponder im Raum bekannt ist.
Vorteilhafte Ausgestaltungen des Objekts, der Vielzahl von Transpondern und/oder des Verfahrens ergeben sich analog zu
den vorteilhaften Ausgestaltungen der Anordnung und umgekehrt .
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung. Dabei zeigt:
Figur 1 eine Anordnung von Transpondern und einer an einem mobilen Objekt angeordneten Basisstation in einer Halle;
Figur 2 eine Basisstation und einen Transponders, die miteinander kommunizieren;
Figur 3 einen Demodulator für eine Basisstation nach Figur 2;
Figur 4 einen alternativen Demodulator für eine Basisstation nach Figur 2;
Figur 5 Spektralkomponenten einer Anordnung mit einer Basisstation und einer Vielzahl von Transpondern;
Figur 6 eine Entfernungsbestimmung über Kantendetektion;
Figur 7 eine Kanalaufteilung im Frequenzbereich;
F gur 8 einen Hauptkanal mit Mittenfrequenzen von Subkanalen;
Figur 9 eine mögliche Transponderanordnung bei Verwendung von Subkanalen;
Figur 10 eine Transformation von radialen Abstanden in kartesische Koordinaten;
Figur 11 geometrische Größen bei einer trigonometrischen Zielpositionsberechnung;
Figur 12 Simulation des Messrauschmodells mit einem gausförmig verrauschten Signalpegel;
Figur 13 eine Fehlerellipse und eine daraus berechnete Gültigkeitsfläche der Abstandsmessungen;
Figur 14 ein Ablaufschema eines sequentiellen erweiterten Kaiman Filters;
Figur 15 eine Visualisierung des sequentiellen erweiterten Kaiman Filters;
Figur 16 ein Anwendungsszenario für eine intelligente Fabrik;
Figur 17 einen Einsatz bei einem automatischen Hallenkran;
Figur 18 ein Blockschaltbild einer Basisstation;
Figur 19 ein Blockschaltbild eines Transponders .
Eigenschaften eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Anordnung bestehen darin, dass a) die Basisstation basierend auf einem Radar-Messprinzip in der Lage ist, direkt die absolute Entfernung zu einem Transponder zu bestimmen, b) sich die Basisstation auf einem mobilen Objekt befindet und die Transponder, die z.B. an den Raumwänden angebracht sind, als Ort-/Wegmarken fungieren, c) die Transponder das Basissignal (Messsignal) der Basisstation als Transpondersignal kodiert bzw. moduliert zurücksenden, so dass ein Transponder eine charakteristische Kennung hat, die von der Basisstation
erkannt und einer Ortsmarke bzw. einem Raumpunkt zugeordnet werden kann .
Die Vorteile einer solchen Systemtopologie bestehen darin, dass in der einfachsten Ausführung zum einen die Transponder weder untereinander noch mit einer Zentralstation vernetzt sein müssen. Zum anderen führt jede Messung von einer Basisstation zu einem Transponder zu einem Informationsgewinn - sprich einem radialen Entfernungswert zur Ortsmarke. Ferner kann auf eine Synchronisation der Taktsignale von mehreren
Transpondern und auf Referenztransponder komplett verzichtet werden
Die Beschreibung beispielhafter und für eine solche Systemtopologie besonders vorteilhafter Transponder und Basisstationen wird unten weiter ausgeführt. Weitere vorteilhafte Eigenschaften der Anordnung ergeben sich dann aus den Eigenschaften dieser Elemente.
Die grundlegende Ausführung der erfindungsgemäßen Topologie zeigt Figur 1 anhand einer beispielhaften Anordnung.
Etwa an den Wänden und/oder der Decke einer Halle sind an definierten Orten, deren Koordinaten im globalen Koordinatensystem vermessen werden müssen, die Transponder Ti , T2, ... , T4 montiert. Vorzugsweise werden die Transponder so angebracht, dass die Basisstation Bi an jedem Ort des Messareals möglichst viele und möglichst etwa immer gleich viele und im Mittel etwa gleich weit entfernte Transponder in Ihrem Erfassungsbereich auffinden kann. Eine gleichmäßige aber vorzugsweise an den gegenüberliegenden Wänden um 50% versetzte Anordnung der Transponder, wie in Figur 1 angedeutet, löst diese Aufgabe z.B. für schmale rechtwinklige Areale, also z.B. für typische Fabrikhallen, vorteilhaft.
Die Transponder sind lediglich mit Energie zu versorgen und erhalten ihre charakteristische Modulationsfrequenz/Codierung z.B. durch einen Programmiervorgang oder auch durch einen Programmierstecker. Wie schon beschrieben wurde, fallen keine Messdaten an den Transpondern an und somit entfällt ein aufwendiges Hintergrundnetzwerk. Die Transponder fungieren praktisch als Ortsmarken. Die Entfernungsinformation fällt exklusiv an der auf dem vermessenden Objekt montierten Basisstation an, was den Vorteil hat, dass direkt am bewegten Objekt auf die Messdaten basierende Steuerungen vorgenommen werden können. Möchte man die Daten an einem stationären Punkt z.B. in einer Zentralstation Z am Hallenrand zur Verfügung haben, können die Daten von der Basisstation z.B. über eine LAN-Schnittstelle (Local Area Network) LAN, vorzugsweise über eine übliche WLAN (Wireless LAN) Funkschnittstelle, dorthin weitergeleitet werden. Da die Transponder im einfachsten Falle weder eine Schnittstelle noch Mittel zur Signalverarbeitung enthalten müssen, können sie sehr kostengünstig und Strom sparend ausgeführt und des Weiteren einfach montiert und installiert werden. Demzufolge ist es bzgl. der Kosten vertretbar, relativ viele derartige Ortsmarken zu verwenden. Dadurch dass eine Basisstation immer in der Lage ist, eine Vielzahl von Ortsmarken zu bestimmen, ergeben sich einige wichtige Vorteile. Zum einen erhöht jeder zusätzliche radiale
Entfernungs-Messwert zu einer Ortsmarke die Genauigkeit der räumlichen Ortsbestimmung. Insbesondere kann eine hohe Diversifikation der Messwege das physikalisch unvermeidbare Problem der Messungenauigkeiten aufgrund von Mehrwegereflexionen sehr effektiv vermindern.
Mehrwegereflexionen, also die Eigenschaft, dass Funksignale nicht nur über den kürzesten Weg von der Basisstation zum Transponder und umgekehrt gelangen, sondern auch an Gegenständen und Wänden reflektiert auf Umwegen übertragen werden, sind die Hauptursache für Messfehler bei funkbasierten Entfernungsmesssystemen im Innenbereich. Zum
anderen ergibt sich durch eine große Anzahl von Ortsmarken eine hoch redundante Anordnung. Der Ausfall einzelner Transponder führt bei geeigneter Systemauslegung nur zu einem sehr geringen Genauigkeitsverlust, die Grundfunktionalität der Anordnung bleibt aber auf jeden Fall erhalten. Ein als defekt identifizierter Transponder kann zudem im laufenden Betrieb ausgetauscht werden. Letztere Eigenschaft kann insbesondere in Produktionsanlagen zu ganz erheblichen Kostenersparnissen führen, da nicht jede Störung zu einem Produktionsstopp führt. Durch geeignete Algorithmen, die z.B. prüfen ob an der aktuell bestimmten Position alle zu erwartenden Ortsmarken auffindbar sind, kann das Fehlen bzw. der fehlerhafte Betrieb eines Transponders von der Basisstation erkannt werden. Eine Fehlermeldung an die Leitwarte kann dann die notwendigen Reparaturmaßnahmen zielgerichtet auslösen.
Bisher wurde in den Ausführungen nur eine Topologie mit nur einer Basisstation dargestellt. Selbstverständlich ist die Anordnung aber auch auf Topologien mit mehreren
Basisstationen erweiterbar, von denen beispielsweise jeweils eine an einem von mehreren beweglichen Objekten angeordnet ist .
Im Folgenden wird nun zunächst auf besonders vorteilhafte Ausführungen der Grundelemente der Anordnung eingegangen.
Wie aus Figur 2 ersichtlich ist, weist eine beispielhafte Anordnung einer Basisstation BS und eines Transponders TR der Vielzahl von Transpondern eine Vielzahl von Einzelkomponenten auf. Die Basisstation BS und der Transponder TR kommunizieren miteinander.
Die Basisstation BS umfasst insbesondere einen Oszillator OSZB zum Erzeugen eines oszillierenden Signals stx(t), welches an einem Oszillatorausgang ausgegeben wird bzw. abgegriffen werden kann. Der Oszillatorausgang ist mit einer Sendeantenne
verbunden, die optional zugleich auch als Empfangsantenne ANTB verwendet werden kann, wie dies hier dargestellt ist, so dass das Signal stx(t) über die Antenne ANTB abgestrahlt werden kann .
Vorliegend ist in der Basisstation BS zwischen Oszillatorausgang und Antenne ANTB ein Richtkoppler RK geschaltet. Dieser weist einen weiteren Ausgang auf, der zu einem Mischer RXMIX und weiteren Komponenten führt.
Der Transponder TR weist eine Antenne ANTT auf, mit der das Signal der Basisstation BS, das mit dem Oszillator OSZR generiert und über die Antenne ANTB ausgesendet wurde, als Empfangssignal erxt(t) empfangen werden kann. Beim vorliegenden Beispiel dient die Antenne vorteilhafterweise auch als Sendeantenne ANTT.
Außerdem weist der Transponder TR einen mit der Antenne ANTT verbundenen Oszillator OSZτ auf. Zum Anregen des Oszillators 0SZτ ist außerdem eine Taktsteuerung CKL/Sw bereitgestellt. Der Oszillator OSZτ wird mit der Taktsteuerung CLK/Sw zyklisch mit einer Frequenz fm ein- und ausgeschaltet. Das vom Oszillator OSZτ generierte Signal sosz(t) wird dabei quasiphasenkohärent zu dem Vergleichssignal sigiN erzeugt .
Entscheidend ist, dass der Oszillator OSZB und der Oszillator 0SZτ quasiphasenkohärent (quasiphasenstarr) miteinander verkoppelt sind. Dies geschieht wie folgt: Schaltet man den Oszillator 0SZτ ein, während das von 0SZB gesendete Signal, also das Transponder-Empfangssignal erxt (t) auf 0SZτ überkoppelt - was dadurch geschieht, dass 0SZτ das Signal von OSZB über die Transponderantenne, die mit OSZτ verbunden ist, aufnimmt - so schwingt OSZτ mit einer durch das Signal von OSZB vorgegebenen Phase an. Die Eigenschaft, dass ein Oszillator in der Einschaltphase versucht, dem Phasenverlauf eines stimulierenden Signals zu folgen, ist eine grundlegende physikalische Eigenschaft eines jeden Oszillators, die hier
jedoch erfindungsgemaß dazu genutzt wird zwei Oszillatoren quasiphasenkohärent miteinander zu verkoppeln bzw. den Oszillator 0SZτ quasiphasenkohärent zum Oszillator OSZBbzw. zum Signal erxt(t) zu betreiben.
Sind die Frequenzen der Oszillatoren OSZB und 0SZτ exakt gleich, so entspricht s0S7, (t) abgesehen von den Schaltpausen exakt dem Empfangssignal erxt(t). Weichen die Frequenzen zwischen den Oszillatoren OSZB und OSZτ voneinander ab, so ändert sich wahrend der Einschaltdauer - also nach dem kohärenten Anschwingen - die Phasendifferenz zwischen den beiden Signalen. Ist die Einschaltdauer jedoch sehr kurz, so ist auch die resultierende Phasendifferenz sehr klein, dass die Phasendifferenz zwischen dem Basissignal und dem erzeugten Vergleichssignal klein ist, wobei der Begriff klein in Bezug zur beabsichtigten Kommunikations- bzw. Messaufgabe zu sehen ist. Als Grenze für eine kleine Phasenabweichung wird zum Beispiel häufig der Wert π/10, also ca. 20° verwendet. Solche Signale mit nur kleinen Phasenabweichungen werden im Folgenden quasiphasenkohärent bezeichnet und die Zeitspanne, in der diese Kohärenz besteht, als Koharenzzeitlange . Man kann also die beiden Schwingungen für diese sehr kurze Zeit als nahezu kohärent (hier "quasiphasenkohärent" genannt) betrachten. Schaltet man OSZτ zyklisch für jeweils eine sehr kurze Zeit ein, bleibt die Quasiphasenkoharenz zwischen den beiden Oszillatoren dauerhaft bestehen, da OSZτ bei jedem Einschaltvorgang wieder kohärent zur Phase des von OSZB erzeugten Signals also dem Empfangssignal erxt(t) anschwingt. In Endeffekt bedeutet dies, dass das Signal Sosz (t) nahezu einem Signal entspricht, das sich ergeben würde, wenn das Empfangssignal erxt (t) mit einem Schalter im selben Takt ausgetastet und zurückgesendet worden wäre. Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass Sosz(t) neu konstruiert wurde und daher eine um mehrere Größenordnungen größere Amplitude aufweist als ein lediglich moduliert zurückreflektiertes Signal.
Im Transponder TR wird ein mehr oder weniger großer Teil eines Empfangssignals erxt(t) auf den Oszillator OSZτ gekoppelt. Das Empfangssignal erxt(t) regt den Oszillator OSZτ quasiphasenkohärent zu Oszillationen an, wodurch dieser ein Oszillatorsignal erzeugt, welches aus dem Oszillator als das Signal sosz(t) ausgekoppelt und über einen Ausgang abgeleitet wird. Der Eingang für das Empfangsignal erxt(t) und der Ausgang für das Oszillatorsignal B können ganz oder teilweise identisch sein. Sie können aber auch getrennt voneinander realisiert werden.
Das im Transponder TR generierte Signal s0s7(t) wird mittels der Antenne ANTT des Transponders TR zur Basisstation BS zurückgesendet und von dieser mit der Antenne ANTB empfangen.
Über den Richtkoppler RK wird in der Basisstation BS das derart empfangene Signal von einem momentan gesendeten Signal getrennt und im Mischer RXMIX mit einem Teil des momentan erzeugten Signals von dem Oszillator OSZB der Basisstation gemischt.
Mit einem dem Mischer RXMIX nachgeschalteten Filter FLT werden nicht interessierende Mischkomponenten unterdruckt. Vorzugsweise wird dieses Filter FLT der Basisstation BS als Bandpassfilter ausgeführt, wobei die Mittenfrequenz der Taktrate der Taktsteuerung CLK/Sw des Transponders TR angepasst sein sollte.
Die beispielhafte Basisstation ist somit wie ein gangiges FMCW-Radargerat ausgeführt, wobei die dargestellte Topologie nur ein Beispiel darstellt, im Prinzip aber beliebige übliche Ausfuhrungen von CW (Continuous Wave) -Radaren mit oder auch ohne Frequenzmodulation verwendet werden können. Die Frequenzmodulation kann kontinuierlich linear oder aber auch in arbiträren Verlaufen oder in diskreten Stufen erfolgen.
Vorteilhafterweise sind lediglich die Komponenten hinter dem Empfangsmischer RXMIX und die Signalauswertung entsprechend der Modulation im Transponder TR anzupassen.
Die Funktion des vorteilhaften Verfahrens zur
Entfernungsmessung lässt sich wie folgt herleiten:
Als Sendesignal stx(t) der Basisstation wird zunächst ein monofrequentes Signal der Form
sa(t) = sm(ωc + ωm,) t + φ0
angenommen, wobei ωc die Mittenfrequenz, ωsw eine zunächst feste Modulationsfrequenz, t die Zeit und φ0 einen beliebigen Phasenoffset darstellen. Dieses Signal wird von der
Basisstation zum Transponder gesendet und trifft um die Laufzeit τ/2, mit τ/2 = dist/c, dist als Entfernung zwischen Basisstation BS und Transponder TR und c als Lichtgeschwindigkeit, verzögert beim Transponder TR als Transponder-Empfangssignal erx (t) = sx(t-τ/2) ein. Wie oben beschrieben, wird der Oszillator 0SZT des Transponders TR zyklisch ein- und ausgeschaltet. Die Periodendauer mit der Oszillator 0SZτ angeschaltet bzw. ausgeschaltet wird, wird im Folgenden mit Ts bezeichnet, wobei Ts = 1 / (2frak) entspricht.
Bei jedem Einschaltvorgang schwingt der Oszillator 0SZτ bei bevorzugter Anordnung exakt mit der aktuellen Phase von erxt(t) auf seiner Schwingfrequenz ω0Sz an. Wird der Oszillator z.B. zum Zeitpunkt t = -τ/2 eingeschaltet, so schwingt er mit der Phase
Φi
= arS(
stχ(-
τ)}
= (
ωc-
|-
ωsw) (-
τ)-
,-Φo
an und das Oszillatorsignal sos?. (t) entspricht demzufolge :
•Osz (t) : sin(ωosz • I t +- |- (ωc + ωsw) - τ + φ0)
Das Oszillatorsignal sOS7, (t) gelangt dann, wiederum um die Laufzeit τ/2 verzögert, als Empfangs signal srx(t) mit
srx (*) = s0Sz(t ~) = sin(ω0S7 • t - (ωc + ωsw ) • τ + φ0)
zur Basisstation BS und wird in dieser mit dem aktuellen Sendesignal stx(t) gemischt. Vernachlässigt man die hochfrequenten Mischprodukte und geht man vereinfacht davon aus, dass ω0S7. = ωc ist, was bei geeigneter Wahl von ωsw ohne Einschränkung der Allgemeinheit möglich ist, so ergibt sich für das Mischsignal smLX(t)
smix ) = cos(t • ωsw + τ • (ωc + ωsw )) •
Im Folgenden wird nun davon ausgegangen, dass hinter dem Empfangsmischer RXMIX elektronische Komponenten/Mittel DEMOD vorgesehen sind, die dazu führen, dass die zeitliche Änderung der Spannung im Zeitintervall zwischen Ein- und Ausschalten, also von 0..Ts, im Sinne einer Mittelung zu eliminieren ist. Ein einfacher Hüllkurven-Demodulator nach dem Stand der Technik, bei dem das Signal gleichgerichtet und anschließend tiefpassgefiltert wird, würde z.B. in diesem Sinn arbeiten. Eine Ausführung eines solchen einfachen Demodulators DEMOD mit einem Gleichrichter GR und dem Tiefpassfilter TP zeigt Figur 3.
Eine vorteilhaftere, in Figur 4 skizzierte Variante eines Demodulators DEMOD besteht darin, das Misch-Signal vorzugsweise mit einer Frequenz in der Nähe oder gleich der zyklischen Frequenz fmk der Taktsteuerung CLK/Sw auf eine niedrige Frequenz herunterzumischen und anschließend mit einem Filter TP, das zumindest ein Tiefpass-Verhalten aufweist, zu filtern. Eine mögliche Ausführung dieser
Variante weist einen Lokaloszillator LOZF, einen Mischer ZFMIX und einen Filter FLT auf. Wird die Frequenz des Lokaloszillators LOZF so ausgelegt, dass negative Mischfrequenzen entstehen können, so ist der Mischer ZFMIX, wie dies allgemein bekannt ist, als IQ-Mischer (IQ: In-Phase und Quadratur-Phase, d.h. 90° phasenverschoben), der Real- und Imaginarteil liefert, auszulegen. Das Filter FLT ist vorzugsweise als Tiefpassfilters oder Bandpassfilter auszufuhren .
Im Zeitintervall 0 bis TS betrachtet, bewirken die dargestellten Mittel, dass eine Art Effektivwert der Spannung vom Mischsignal smιx(t) bestimmt wird. Dieser Effektivwert bildet dann im Folgenden das eigentliche Messsignal smeSs(t). Konstante Amplitudenfaktoren werden bei der folgenden Darstellung ohne Verlust an Allgemeingultigkeit vernachlässigt. Der Effektivwert von smιx(t) im Zeitintervall 0 bis TS, also smΘSS(t), berechnet sich, wie folgt:
( \ cos ωc • τ + ω, sw τ + 2 'Ts 'ωsw • sin V s ' ωsw smess(t) = Jo Ssmιx(t) = const. - V ωsw
Da das Messsystem vorzugsweise frequenzmoduliert betrieben wird, wird nachfolgend der Fall betrachtet, bei dem die Modulationsfrequenz ωsw zeitabhängig moduliert wird. Wird ωsw während einer Zeitdauer von T linear von -B/2 bis +B/2 über die Bandbreite B verstimmt, gilt also
_2πBt
so ergibt sich aus s
mess (t) für das resultierende FMCW- Messsignal s
meSsfmcw (t ) :
Sm
me
es
ss
sfmcw-- (
t)
= c0s ωc
" τ +
Wie zuvor dargestellt wurde, wird in der Herleitung mit dem Signal smessfmcw (t) lediglich das Signal während einer Einschaltperiode exakt wiedergegeben. Dadurch dass dieses Signal zusätzlich durch die periodische Modulation im Transponder moduliert wird, entstehen eine Frequenzverschiebung von smeSsmc (t) bzw. zusätzliche Spektralkomponenten. Da dieser Effekt einer Modulation allgemein bekannt und z.B. in M. Vossiek, R. Roskosch und P. Heide: "Precise 3-D Object Position Tracking using FMCW Radar", 29th European Microwave Conference, München, Deutschland, 1999 beschrieben wird, wird im Folgenden nur eine einzelne Spektralkomponente exemplarisch betrachtet, bzw. das Signal smeSsfmcw (t) , zunächst so, als sei es nicht zyklisch moduliert worden.
Dieses Messsignal Smessfmcw (t) weist nun zwei entscheidende und sehr vorteilhafte Unterschiede zu Signalen von Standard FMCW- Transponder-Systemen auf.
Zum einen ist die Messfrequenz fmesΞ, die der Ableitung der Phase des cos-Argumentes, also
fmess = dist — -+ — - = fbeat + Δb , T c 2-T
entspricht, um den Frequenzanteil Δb = B*Ts / (2 T) verschoben. Die Frequenz fea entspricht der normalen FMCW- Messfrequenz und beinhaltet die eigentliche Messinformation, nämlich die Entfernung zwischen Basisstation BS und
Transponder TR mit τ = 2 dist /c. Zum anderen ist das Signal Smessfmcw (t) mit einer trigonometrischen, insbesondere Si- Funktion (Si(x) = Sinus (x)/x) amplitudengewichtet . Transformiert man dieses amplitudengewichtete Signal mit der
Fouriertransformation in den Frequenzbereich, so werden die hervorragenden messtechnischen Eigenschaften dieses Signals deutlich. Die Fouriertransformierte der vorliegenden Si- Funktion ergibt eine Rechteckfunktion, wobei die Breite Δp des Rechtecks
A B TS
beträgt .
Ähnlich wie auch schon in M. Vossiek, R. Roskosch und P. Heide: "Precise 3-D Object Position Tracking using FMCW Radar", 29th European Microwave Conference, München, Deutschland, 1999 für sich genommen dargestellt wurde, wobei von Spitzenwerten ausgegangen wurde, ist es vorteilhaft, den Frequenz - oder Phasen-Abstand, Δf oder ΔΦ, zwischen den zwei Seitenbändern zur Berechnung der Entfernung dist auszuwerten, da dann die Modulationsfrequenz des Transponders TR, die ja a priori nicht exakt bekannt ist, nicht in die Auswertung mit eingeht. Der Frequenzabstand, Δf entspricht wie in Figur 5 ersichtlich ist zweimal fbeat ■ Wird das Messsignal, wie oben schon dargestellt wurde, mit einem klassischen Hüllkurvendemodulator demoduliert, bzw. mit sonstigen Mitteln möglichst exakt auf die Frequenz 0 oder eine andere möglichst exakt bekannte Frequenz gemischt, so ist natürlich auch der Frequenz-Abstand zu einem Seitenband ,also z.B. fbeat/- wie es für sich genommen bei normalen FMCW-Systemen üblich ist, zur Entfernungsbestimmung hinreichend.
In Figur 5 sind noch einmal zusammenfassend alle
Spektralkomponenten des Messsignals der erfindungsgemäßen Anordnung dargestellt. Die Basisband-Frequenzkomponenten ergeben sich aufgrund von direkten Reflexionen am Objekt, wie dies bei einem FMCW Radar üblich ist. Zentriert um die Modulationsfrequenz fmk liegen die Spektralkomponenten /
Modulationskomponenten eines Transponders. Durch Bestimmen
von z.B. fbeat kann dann mit Hilfe der oben dargestellten Formeln auf den Abstand von der Basisstation zum Transponder geschlossen werden.
Das Entfernungsspektrum eines Transponders besteht aus zwei zur Mittenfrequenz symmetrischen Spektralblöcken, wobei die Entfernungsinformation vorzugsweise anhand der inneren Kanten der Spektralblöcke bestimmt. Diese Kanten bestimmt man vorzugsweise durch Differenzierung des Spektrums. Wie in Figur 6 angedeutet, ist entsprechen die Maxima Extr.2 und Extr.3 des differenzierten Spektrums den Wendepunkten der inneren Kanten. Durch DIST ist die bestimmende Entfernung bezeichnet, SCHW ist der Schwellwert, über dem die detektierten Extrema liegen müssen, und die gestrichelte Linie DELTA zeigt die Ableitung des Spektrums .
Bestimmung der radialen Geschwindigkeiten über den Dopplereffekt
Wie für FMCW Radar bekannt ist, können diese auch zur
Bestimmung von Relativgeschwindigkeiten verwendet werden. Hierzu findet die Entfernungsmessung zu einem jeden Transponder über eine steigende und fallende Frequenzrampe statt, so dass sich aus den beiden gemessenen Frequenzdifferenzen ΔEώwι und ΔFU über die bekannte FMCW-
Dopplerbeziehung zusätzlich die radiale Geschwindigkeit des Ziels in Richtung des aktuellen Transponders ergibt.
V = - ^ 2-/, HF
Die radiale Entfernung ergibt sich bei bewegtem Ziel aus der Beziehung
Verfahren zur Adressierung der Tranponder
Wie oben schon dargestellt wurde, fungieren die Transponder also als Ortsmarken. Demzufolge ist es erforderlich, dass eine Basisstation während einer Messung jedes Transpondersignal, das sie empfängt, eindeutig einem Transponder und somit eindeutig einem Ursprungsort zuordnen kann. Dies wird erfindungsgemäß basierend auf den Anordnungen nach Figur 2 bis 4 wie folgt gelöst.
Wie schon in Figur 5 angedeutet wurde, liegen die Spektralkomponenten, die von einem Transponder herrühren, zentriert um dessen Modulationsfrequenz fmk . Wird die Modulationsfrequenz fmk für jeden Transponder unterschiedlich gewählt, so ist jede Signalkomponente im Messsignal der
Basisstation eindeutig einem Transponder zuzuordnen. Folgende Randbedingungen sind hierbei zu beachten: Die Modulationsfrequenzen fmk, der N (i = 1...N) Transponder sind so zu wählen, das sich die Signalanteile von unterschiedlichen Transpondern im Messsignal der Basisstation nicht überlappen bzw. gegenseitig stören. Folglich müssen die Modulationsfrequenzen fm l genügend weit auseinander liegen.
Der erforderliche Mindestabstand ΔEmmm-_ zwischen zwei Transponder- Modulationsfrequenzen kann wie folgt abgeschätzt werden. Im Allgemeinen kann bei der Anordnung davon ausgegangen werden, dass nach spätestens einer maximalen System-Messreichweite Dmax ein Transpondersignal durch die normale Ausbreitungsdämpfung so stark gedämpft ist, dass es im Messsignal der Basisstation komplett im Rauschen untergegangen ist. Werden die Modulationsfrequenzen fmki dann so gewählt, dass sie weiter auseinander liegen als der durch die Messreichweite Dmax vorgegebene Frequenzbereich ΔJ0, , so ist eine gegenseitige Störung weitestgehend ausgeschlossen. Die mindestens erforderliche Kanalbandbreite ergibt sich nach den oben dargestellten Gleichungen zu
4 B - d„
ΔF = c - T
Dabei beschreibt B die Frequenzrampenbandbreite, T die Rampendauer.
Grafisch ist die beschriebene spektrale Kanalaufteilung im Basisband in Figur 7 verdeutlicht. Nun ist bei einer praktisch realisierbaren Basisstation die maximale Auswertebandbreite und somit die Anzahl der realisierbaren Kanäle begrenzt. Wird die Anordnung z.B. in einer langgezogenen Halle eingesetzt, wobei gleichzeitig eine hohe Transponderdichte an den Wanden erforderlich ist, kann es sein, dass die Anzahl der Kanäle nicht ausreichend ist. In diesem Fall können die Kanäle mehrfach durch Stationen, welche sehr weit voneinander entfernt sind, genutzt werden. Erfindungsgemaß lasst sich die immer erforderliche
Unterscheidbarkeit verschiedener in einem Kanal sendenden Transpondern dadurch realisieren, dass man so genannte Subkanale einführt, deren Mittenfrequenzen gegenüber der Hauptkanal-Mittenfrequenz um jeweils den Betrag Afsub leicht verschoben sind (vgl. Figur 8).
Ganz entscheidend ist, dass Transponder mit Mittenfrequenzen desselben Hauptkanals ortlich so weit voneinander entfernt sind, dass das zu vermessende Ziel von maximal nur einem Transponder pro Kanal erreicht wird. Der erste Index bezeichnet im Folgenden den Hauptkanal, der zweite den Subkanal des zugehörigen Hauptkanals.
Als Beispiel ist in Figur 9 eine denkbare Anordnung der Transponder für ein System mit sechs Hauptkanalen mit jeweils drei Subkanalen dargestellt. Dmaxist die Entfernung bei der ein Transponder gerade noch von der mobilen Basisstation sichtbar ist. Wichtig ist, dass Transponder desselben Kanals einen Abstand von mindestens 2Dmax untereinander haben. Durch diese Montage ist sichergestellt, dass bei jeder Messung pro
Hauptkanal immer nur ein Transponder in einem Kanal sichtbar ist.
Die Modulationsfrequenzen fmki eines jeden Transponders können sehr exakt bestimmt werden, da bekannt ist, dass die Spektralkomponenten eines Transponders jeweils spiegelsymmetrisch um die Modulationsfrequenzen fmki liegen. Im einfachsten Fall kann zum Bestimmen der Modulationsfrequenz einfach der Mittelwert der Frequenz rechten und linken Modulationskomponente gebildet werden. Eine weitere Verbesserung bei der Genauigkeit und Zuverlässigkeit bei der Bestimmung der jeweiligen Modulationsfrequenz lässt sich durch Korrelations- oder Faltungsoperationen oder andere bekannte Operationen zur Detektion von Symmetriepunkten wie etwa Schwerpunkt oder
Momenten-Berechnungen erreichen. Die genannten Operationen sind jeweils einzeln auf etwa den Bereich eines Kanals anzuwenden.
Bewegen sich mobile Einheiten in sehr großen Arealen, kann auch dieser Adressierungsraum, der durch die Kanäle und Subkanäle gebildet wird nicht ausreichend sein, um an jedem Punkt im Areal eine eineindeutige Transponder-Kennung vorzufinden. Diesen Fall löst man erfindungsgemäß wie folgt: Da eine Basisstation während einer Messung immer mehrere
Transponder 'sieht1, können mehrere benachbarte Transponder Adressgruppen bilden die im gesamten Areal eindeutig sind. Hierfür ist lediglich dafür Sorge zu tragen, dass die Abfolge benachbarter Transponderadressen sich in unterschiedlichen Bereichen nicht wiederholt.
Durch Frequenzmultiplex der einzelnen Transponder wird erreicht, dass sich die Signale anderer in unmittelbarer Nähe befindlicher Transponder nicht stören. Ein weiterer hieraus resultierender Vorteil ist der Zeitgewinn beim
Frequenzmultiplex. Alle Transponder senden zur gleichen Zeit und werden auch gemeinsam erfasst. Es entstehen weder
Zeitverschiebungen zwischen einzelnen Messradien noch ist ein über der Messschicht liegende Kommunikationsschicht nötig. Der Transponder ist folglich eine extrem einfache und gleichzeitig auch kostengünstige und robuste Systemkomponente .
Ein weiterer Vorteil dieser Erfindung ist, dass sich gleichzeitig mehrere Basisstationen in dem zu vermessenden Areal befinden und auch messen können. Die Transponder schwingen statistisch verteilt auf externe Signale quasiphasenkohärent an. Senden beispielsweise zwei Basisstationen gleichzeitig ihre Rampe an einen in unmittelbarer Nähe befindlichen Transponder, so wird dieser statistisch verteilt auf jeweils eine der Stationen anschwingen, und zwar auf die, die zum Einschaltzeitpunkt des Transponders die größte Momentanamplitude auf den Oszillator 0SZτ einkoppelt. Folglich hat auch eine schwächere Basisstation eine statistische Chance z.B. gerade im Nulldurchgang der Schwingung der stärkeren Station volle Amplitude zu besitzen und den Transponder kohärent auf ihr Signal anschwingen zu lassen. Schwingt der Transponder auf die eine Basisstation kohärent an, so ist dies für die andere Station vollkommen unkorreliert zu ihrem eigenen Signal (es besteht keinerlei Phasenbezug) und wirkt lediglich dämpfend. Dies stellt bei ausreichenden Signalpegeln und wenigen
Basisstationen zwischen denen ein gewisser Abstand herrscht kein Problem dar.
Für diese neuartige Anordnung bedeutet der einfache Aufbau der Transponder und der Einsatz des Frequenzmultiplexverfahrens, dass weder Protokoll noch Netzwerk im System erforderlich sind. Die Transponder fungieren als einfache Wegmarken, die lediglich mit Spannung zu versorgen sind. Ein aufwendiges Netzwerk entfällt bei diesem Prinzip. Die eindeutige Identifikation eines jeden einzelnen Transponders ist über seine charakteristische Modulationsfrequenz sichergestellt, ein Protokoll inklusive der sonst
erforderlichen Kommunikationsschicht entfällt bei der Anordnung ganz .
Ein lokales Positionsradar (LPR) gemäß den beschriebenen Anordnungen stellt aufgrund dieser hervorragenden Eigenschaften das einfachstmögliche auf Mikrowellentechnologie basierende Positionsmesssystem dar.
Koordinatentransformation der radialen Abstände
Als Messergebnisse aus der FMCW-Auswertung erhält man nur die radialen Abstände und Geschwindigkeiten zwischen dem Zielobjekt und den jeweiligen Transpondern. Da in der Praxis jedoch die kartesischen Koordinaten des Zielobjekts von entscheidender Bedeutung sind, muss die in einem radialen System gewonnene Information in ein kartesisches System transformiert werden (vgl. Figur 10).
Hierzu sind zwei Wege möglich:
- Transformation über trigonometrische Beziehungen.
- Transformation über ein erweitertes Kaiman-Filter mit an die Umgebung angepasster Vorsortierung.
Die Transformation über trigonometrische Beziehungen hat den Vorteil, dass das Verfahren in seiner programmtechnischen Umsetzung unkompliziert ist und keine Anfangsbedingungen benötigt .
Allerdings gibt es Gebiete, in denen der im Folgenden beschriebene Algorithmus schlecht konditioniert ist. Dies hat zur Folge, dass der gleiche Fehler einer gemessenen radialen Distanz je nach Zielposition unterschiedliche Auswirkungen auf den Fehler in den kartesischen Werten nach der Transformation haben kann. Tendenziell tritt besonders in den "Randbereichen" das Problem der schlechten Kondition im
Transformationsalgorithmus auf, was zu einer unerwünschten Heterogenitat im Messfehler des LPR fuhrt.
Des Weiteren ist eine zuverlässige Bewertung der Ergebnisse bezuglich ihrer Varianzen nahezu unmöglich.
Aus diesem Grunde ist eine Transformation über ein weiter unten beschriebenes erweitertes Kaimanfilter auf diese Aufgabenstellung übertragen und angewendet worden. Dieser Algorithmus bietet die Möglichkeit der Bewertung der Messergebnisse und nutzt die komplette zur Verfugung stehende Information nahezu optimal. Außerdem tritt das Problem der schlechten Kondition bei diesem Verfahren nicht auf.
Zur anfanglichen Initialisierung des Kaiman-Filters wird ein zuverlässiger Anfangswert benotigt. Dieser wird über eine trigonometrische Transformation ermittelt.
Berechnung eines Anfangswertes über trigonometrische Beziehungen
Um eine Transformation der gemessenen radialen Abstände in kartesische Koordinaten mit einem rekursiven Kaiman-Filter durchfuhren zu können, ist beim Systemstart ein Anfangswert erforderlich, der sich möglichst nahe am tatsachlichen Aufenthaltsort des Zielobjektes befinden muss.
Hierzu bedient man sich einem im Folgenden beschriebenen geometrischen Verfahren, bei dem durch eine Vorsortierung die besten radialen Abstände ausgewählt werden und mit diesen Tripel-weise die Zielkoordinaten berechnet und anschließend gemittelt werden.
Zielkoordinatenberechnung aus einem Tripel von Transpondern:
Gemäß der in Figur 11 dargestellten geometrischen Anordnung der drei Transponder Bl, B2 und B3 kann man den Zielvektor z - z
a ~ z
ß - z
y auf drei verschiedene Arten berechnen:
Die Winkel o ,ß,γ lassen sich mit Hilfe des Cosinussatzes aus dem jeweiligen Teildreieck berechnen. Da,D~,D sind die rechtsdrehenden Drehmatrizen um den indizierten Winkelbetrag. Nun können die gewählten drei Transponder jedoch eine andere geometrische Anordnung aufweisen (z.B. auf einer Geraden liegen) oder das Ziel z.B. außerhalb des großen Dreiecks liegen. Dies kann je nach Konstellation (insgesamt sind fünf verschiedene geometrische Anordnungen möglich) dazu führen, dass die Drehmatrizen Dαund D mal rechts- und mal linksdrehend wirken. Dß wirkt immer rechtsdrehend. Für eine beliebige Transponder-Ziel-Konstellation sind folgende Drehmatrizenkombinationen möglich :
Da,Dß, Dr
wobei der Pfeil hier rechts- oder linksdrehend impliziert. Da man den Aufenthaltsort des Zieles nicht kennt, sondern messen möchte, hilft der Vergleich von za und zγ (jeweils einmal rechts- und linksdrehend) mit zß . Auf diese Art und Weise kann man den korrekten Drehsinn von Da und Dγ bestimmen und die Zielposition z aus dem Mittel von za , zß und zγ berechnen. Zugleich wird ein möglicher Fehler in einer der drei gemessenen Distanzen d ,d2,d3 durch die Mittelung abgeschwächt. Sind die Abweichungen zwischen za , zß und zγ
größer als 2m, wird das Transpondertripel von der Gesamtberechnung komplett ausgeschlossen.
Zielkoordinatenberechnung durch Mittelung der Ergebnisse verschiedener Tripel
Der maßgebliche durch Mehrwegeausbreitung bedingte Fehler in den radialen Positionsdaten ist über den gesamten Entfernungsbereich nahezu gaußverteilt . Der sich hieraus ergebende Vorteil ist die Möglichkeit, durch Einbeziehung der Ergebnisse verschiedener Stationstripel eine deutliche Verbesserung durch Mittelung erzielen zu können. Da der Messfehler in erster Linie vom Pegel des empfangenen Transpondersignals Pt abhängt genügt hier eine Vorauswahl der n Stationen für die ^ ≥ E^ιn gilt, wobei Pmm den kleinsten empirisch ermittelten Pegel beschreibt, bei dem die Rohsignalauswertung noch brauchbare Entfernungswerte liefert.
Erhält man durch diese Vorsortierung n Stationen, folgen
Werte für die Zielkoordinaten, die untereinander gemittelt werden können. Im Folgenden wird geprüft, ob einzelne Koordinatenwerte um mehr als 5 m vom Mittelwert abweichen. Ist dies der Fall, werden diese ausgeklammert, um das Gesamtergebnis nicht negativ zu beeinflussen. Es folgt eine neue Berechnung des Mittelwerts aus den verbleibenden Daten.
Positionsberechnung mittels Kaiman-Filter
Ein Kaiman Filter (KF) ist ein modellbasiertes rekursives Filter. Es eignet sich hervorragend zur Schätzung einer Objektposition, da durch das Filter auch bei variablem
Beobachtungsintervall die vergangenen Messwerte aufgrund des Bewegungsmodells des Objekts mit berücksichtigt werden können. Weiterhin liefert das KF neben der geschätzten Objektposition auch ein statistisches Maß über die Zuverlässigkeit der Schätzung. Mit Hilfe des Bewegungsmodells
und dem Zuverlässigkeitsmaß lässt sich ein Raum vorhersagen, in dem sich das zu verfolgende Objekt befindet. Erfindungsgemaß ist es so möglich, die durch Mehrwegeausbreitung gestörten Messungen zu verwerfen. Wegen des nichtlinearen Zusammenhangs zwischen den gemessenen
Distanzen und der zu schatzenden kartesischen Position kommt ein erweitertes KF (Extended Kaiman Filter, EKF) zum Einsatz, Dieses transformiert die gemessenen radialen Abstände direkt in kartesische Zielkoordinaten und schätzt dabei den Systemzustand optimal, basierend auf allen bis zum aktuellen Zeitpunkt gemessenen Informationen. Das beim trigonometrischen Verfahren beschriebene Problem der schlechten Kondition gewisser Zielbereiche tritt hierbei prinzipbedingt nicht auf, was zu einer bedeutend höheren Homogenitat in der Messgenauigkeit fuhrt. Neben dem Bewegungsmodell bietet auch die Kovarianzmatrix des Messrauschens die Möglichkeit durch a priori Wissen die Filterwirkung zu verbessern. Untersuchungen haben gezeigt, dass das Messrauschen durch folgende Gleichung modelliert werden kann:
0 λ R
0 r22 j
ύpred dB
+ ύmax,<ZB
d ,muhιpatk r
22 = i + k
2 (
2I
5"--
S— I - 1) + k
3C
v + n
v,mulnpath
Die Varianzen der Fehler aus Abstands- und Geschwindigkeitsmessung, rn und r??, sind entsprechend dem ersten Term der obigen Gleichungen proportional dem Quadrat der gemessenen Entfernung dlst- Der zweite Term tragt der Abhängigkeit der Messvarianz von dem gemessenen Signalpegel, Slst, Rechnung. Er wird zu null, wenn der anhand der Radargleichung ermittelte Pegel SS0n mit dem gemessenen Pegel übereinstimmt, und er wachst exponentiell mit dem Betrag der
Differenz. Der dritte, konstante Term berücksichtigt die Varianz der Schar der Transponder sowie die Varianz der Montagefehler. Die durch Mehrwegeaυsbreitung verursachten Fehler der Abstands- und Geschwindigkeitsmessung finden sich in nd und nv wieder. Das in dem Kaimanfilter implementierte Messrauschmodell berücksichtigt die durch Mehrwegeausbreitung verursachten Fehler nicht. Die Simulation in Figur 12 zeigt die Varianz des Messrauschens nach obigem Modell für einen mit σ = 2 verrauschten Signalpegel . Dabei gibt die untere Kurve die pegelabhangige Varianz an, die mittlere die abstandsbedmgte Varianz und die obere die Summe der beiden erstgenannten Kurven zuzuglich einer Konstante.
Das implementierte Modell beschreibt also die Varianz des Messrauschens gunstiger als dies tatsachlich der Fall ist.
Dies ist zulassig, da durch die erfindungsgemaße Vorselektion stark fehlerbehaftete Messungen von der Positionsmessung ausgeschlossen werden. Die durch das EKF geschätzte Varianz der pradizierten Geschwindigkeit und Position dient dabei als Entscheidungskriterium. Weicht eine Abstands- oder Geschwindigkeitsmessung um mehr als 3sigma von der pradizierten Distanz ab, so wird diese Messung von der Positionsberechnung ausgeschlossen. Die durch die Varianzen des Positionsfehlers gebildete Fehlerellipse ist in Figur 13 dargestellt.
Eine EKF-Variante zur zweidimensionalen Positionsbestimmung aus LPR Daten ist in Figur 14 dargestellt. Da d e LPR Messungen zu den Transpondern prinzipbedingt gleichzeitig stattfinden, ist es sinnvoll, das EKF sequentiell auf die Messdaten anzuwenden und eine Pradiktion aufgrund des Bewegungsmodells nur von Messung zu Messung durchzufuhren.
In den Kaiman Filter Gleichungen in Figur 14 steht ein Dach über einer Variable für eine Schätzung und ein hochgestelltes Minus für eine Pradiktion. Das EKF korrigiert seine 2D Schätzung anhand i Messdaten zum Zeitpunkt k, z^ . Zu Beginn
der Messung muss somit ein Startwert des Zustandsvektors x0 sowie dessen Kovarianzmatrix P0 vorgegeben werden. Mit Hilfe des für i Messungen zum Zeitpunkt k berechneten Messrauschens R, und der an der pradizierten Position linearisierten Messmatrix Hkl wird die Filterverstarkungsmatrix Kkl berechnet. Danach folgt die Korrektur pradizierten Zustandsvektors x^ durch die i-te Messung, zk] . Durch die nichtlineare Funktion h() wird hierbei anhand des Zustandsvektors xj^ die pradizierte Distanz zu Transponder i sowie die Geschwindigkeitskomponente in Richtung des Transponders berechnet. Anschließend wird die Kovarianzmatrix, Pta des Zustandsvektors aus der Pradiktion der Kovarianzmatrix P~ berechnet. Solange die i Messungen abgearbeitet werden, sind xk] und Pk ~ gleich den gefilterten werten. Dies fuhrt zu einer sequentiellen Korrektur der
Positionsschatzung. Von Messzyklus k zu Messzyklus k+1 wird der Zustandsvektor mit den linear approximierten Bewegungsgleichungen in Fk transformiert. Ebenso findet diese Transformation für die Kovarianzmatrix statt, wobei in Q die aufgrund des Modells gegenüber der Realität möglichen Fehler berücksichtigt werden.
Ausfuhrungsbeispiel e
Allgemein eignet sich der Einsatz von erfindungsgemaßen Anordnungen für samtliche beruhrungslose lokale Ortungsaufgaben im taglichen und industriellen Leben. Mittels dieser Anordnungen ist erstmals eine zentimetergenaue Positionsverfolgung von Objekten mit hoher Aktualisierungsrate in Echtzeit möglich.
In Figur 16 ist das Szenario einer "intelligenten" Fabrik mit dem Einsatz von LPR dargestellt. Die drei Masten stellen repräsentativ die Montageorte der Transponder dar, wahrend auf den zu vermessenden Objekten schematisch Basisstationen fixiert sind. Zur Positionsmessung bieten sich vorzugsweise mobile Guter, Fordermittel, Krane, Gabelstapler, Bandförderer
etc. sowie Personen an. Die direkte Koordinatenmessung in einem absolut definierten System ist direkt möglich, die gemessenen Werte können in eine angeschlossene Datenbank bzw. in eine Logistiksoftware übernommen und dort weiterverarbeitet werden.
Neben der reinen Koordinatenmessung sind zusätzlich auf die Resultate der Positionsmessung beruhende ereignisbasierte Steuerungen, Regelungen und Reaktionen möglich. Denkbar ist z.B. die Definition von bestimmten örtlichen
Zonen in der Datenbank. Tritt ein bestimmtes Objekt in eine bestimmte Zone ein oder aus, kann eine definierte Handlung ausgelöst werden. Fahrt z.B. ein Gabelstapler in eine verbotene Zone (z.B. Rangierbereich eines Kranes) ist zur Unfallverhütung die Auslösung eines Alarms möglich, der z.B. aus einer Warnungsubermittlung an den Kranfahrer bestehen kann .
Diverse ahnliche Szenarien für den LPR-Einsatz in industriellen Anlagen sind denkbar. Im Folgenden wird ein konkretes LPR-Anwendungsbeispiel für industrielle Aufgaben anhand des "automatischen Hallenkrans" beschrieben.
Beispiel: Positionsbestimmung bei Kranen und Kran- Lastaufnahmemitteln
In Figur 17 erkennt man einen Kran 1 mit Basisstation und Messrechner (Auswerteeinheit, Mitteln zum Bestimmen der Position) , eine linke Hallendeckenseite 2 mit aktiven Transpondern und eine rechte Hallendeckenseite 3 mit aktiven Transpondern .
Figur 17 stellt die Architektur von LPR an einem Hallenkran dar. An den Wanden/Seiten der Produktionshalle/des Fahrbereiches werden an im definierten Messkoordinatensystem vermessenen Positionen Transponder aufgebaut, auf der beweglichen, zu vermessenden Krankatze wird die LPR-
Basisstation so fixiert, dass an jedem möglichen Aufenthaltsort möglichst viele Transponder über die Rundstrahlantenne erreicht werden. Temporare Verdeckung einzelner Transponder durch Hindernisse ist aufgrund der Redundanz des Systems bis zu einem bestimmten Grad
(mindestens drei beliebige Stationen müssen sich zu jeder Zeit in Sichtweite befinden) möglich.
Mit den erzielten Koordinatenwerten können nun diverse Prozesse und Abhandlungen erfolgen. Beispielsweise ist eine Materialflussverfolgung und Positionierung in einem Lager mittels LPR problemlos möglich. Hat der Kranführer die Aufgabe, Guter an einer bestimmten Stelle abzustapeln, ist er mittels LPR dazu in der Lage, den genauen Ort anzufahren und dort die Ware abzuladen. Des Weiteren kann die Position am Abladepunkt in der Datenbank gesondert gespeichert werden, so dass nachvollzogen werden kann, wie viele und welche Guter sich an einem bestimmten Lagerort in welcher Reihenfolge befinden. Der besondere Vorteil hierbei besteht - neben der Möglichkeit der genauen Positionierung - in der Tatsache, dass zu jedem Zeitpunkt zentral festgestellt werden kann, wo sich eine bestimmte Ware befindet und wie groß die Lagervorrate gerade sind.
Zusatzlich zu der Materialflussverfolgung ist durch LPR eine Optimierung der Transportablaufe möglich. Hat beispielsweise der Kranfahrer ein komplexes Ab- und Umstapelungsprogramm zu fahren, so kann aufgrund der exakten Positionskenntnis der Stapelguter die Datenbank in einem Optimierungsalgorithmus ein zeitlich optimales Stapelprogramm berechnen und diese Informationen direkt an den Fahrer übermitteln. Hierdurch kann die bezuglich der Kosten entscheidende Zeitdauer des Materialflusses im Lager oder in der Produktion minimiert werden.
Neben den logistischen Aufgaben wie z.B. die beschriebene Material lussverfolgung ist mit LPR eine automatische Steuerung oder Positionsregelung des Krans aufgrund der
ermittelten Koordinaten problemlos möglich. Hierzu ist keine menschliche Arbeitskraft erforderlich, der Auf- und Abladevorgang kann mittels LPR vollautomatisch erfolgen. Neben Steuerungsprozessen kann durch LPR auch eine hochpräzise und dynamische Positionsregelung eines Objektes realisiert werden. Die LPR-Daten fungieren hierbei als Stellgrößen, der Regelalgorithmus kann beispielsweise auf dem zentralen Auswertungsrechner oder direkt auf dem DSP der Basisstation erfolgen.
Systemkonzept und Aufbau der Basisstation
Die Aufgabe der Basisstation ist zum einen das Erzeugen einer hochlinearen Frequenzrampe über das 5.8GHz-ISM-Band, zum anderen die analoge und digitale Verarbeitung des die Entfernungsinformation tragenden Nutzsignals.
In Figur 18 ist das Blockschaltbild für eine solche Basisstation dargestellt. Ein Synthesizer (hier in Form einer DDS-PLL) erzeugt ein hochlineares dreieckförmig seine
Frequenz änderndes FMCW-Radar Signal. Dabei wird ein PLL- stabilisierter VCO über das gesamte ISM-Band (5.725-5.85GHz) linear mit der Zeit durchgestimmt. Der Synthesizer besteht vorzugsweise aus einem von der Recheneinheit angesteuerten DDS sowie einem nachfolgenden Tiefpassfilter. Das so generierte Spannungssignal fließt in die Phasenregelschleife (PLL) ein. Diese besteht aus einem PLL-Baustein, einem Tiefpass (Schleifenfilter) zur Unterdrückung von Oberwellen in dem digital erzeugten Ansteuerungssignal, einem VCO und einer Rückkopplung zum Schließen der Regelschleife. Denkbar ist auch der Einsatz diverser anderer PLL-Anordnungen (z.B. Analoge PLL, Fraktionale PLL) . Das lineare Frequenzsignal kann anschließend optional in einem HF-Verstärker verstärkt werden. Vorzugsweise über einen Hybridmischer mit geringer Isolation, andere bekannte Mischeranordnungen oder auch Anordnungen mit zwei getrennten Antennen zum Senden- und Empfangen sind ebenfalls denkbar, wird dieses Signal mit dem
empfangenen Transpondersignal gemischt, bandpassgefiltert und mit einem XO-Signal in einen tieferen Frequenzbereich verschoben. Hierzu wird vorzugsweise ein "LO Power Level 7"- Mischer verwendet. Über einen Anti-Aliasing-Tiefpass wird das Signal dann in einem AD-Wandler digitalisiert und im
Anschluss von einem Digitalen Signalprozessor (DSP) oder einer anderen Recheneinheit verarbeitet und ausgewertet. Über ein Interface sind an der Basisstation die berechneten Koordinaten sowie ein Diagnose-Statuswort z.B. im TCP/IP- Datenprotokoll abgreifbar. Denkbar sind jedoch auch beliebige andere Protokolle wie z.B. RS232.
Systemkonzept und Aufbau der Transponder
Der im LPR-System realisierte Transponder mit schaltendem
Oszillator schwingt auf das von der Basisstation eintreffende
Signal phasenkoharent an und wird mit der charakteristischen Modulationsfrequenz mod mit einem bestimmten
Teilerverhaltnis ein- und ausgeschaltet.
Im Blockschaltbild der Figur 19 sind die wesentlichen Komponenten der Transponderschaltung aufgezeigt. Das zentrale Bauteil ist der 5, 8 GHz-VCO, der auf das durch die Antenne eintreffende Signal in jedem Schaltzyklus phasensynchron zum Schwingen angeregt wird. Eine PLL sorgt dafür, dass seine Schwingungsfrequenz auch bei großen Temperaturschwankungen konstant bleibt. Dabei wird die Ruckkopplung vorzugsweise über einen Richtkoppler realisiert, der das VCO- Ausgangssignal zum einen der Antenne, zum anderen wieder der PLL zufuhrt. Die Leistung dieses HF-VCOs wird über einen weiteren niederfrequenteren VCO (z.B. 40..60MHz) mit einer für diesen einen Transponder charakteristischen Modulationsfrequenz (ebenfalls PLL-stabilisiert) geschaltet. Des Weiteren wird über einen Mikrocontroller (vorzugsweise ein einfacher PIC) ein asymmetrisches Ein- und Ausschalten des Verstärkers zur Versorgung des 5,8 GHz-VCOs verursacht was ein asymmetrisches Schalttaktverhaltnis zur Folge hat.
Die Einschaltzeit ist über dieses Schalttaktverhältnis so einzustellen, dass die Hauptkeule des emittierten si (x) - Spektrums das ISM-Band möglichst optimal ausfüllt und somit die zur Verfügung stehende Bandbreite optimal ausnutzt. Die zentrale Ablaufsteuerung übernimmt ein MikroController (PIC) , der neben der Festlegung des Schalttaktverhältnisses auch die Änderung des Teilerverhältnisses der PLLs für die Erzeugung der VCO-Signale zur Aufgabe hat. Die Taktung des PIC und der PLL-Bausteine wird über einen Schwingquarz (z.B. 4MHz) bewerkstelligt. Insgesamt liegt z.B. ein Adressraum von
29 =512 Bit vor, d.h. 512 verschiedene Modulationsfrequenzen können über eine Jumpercodierung eingestellt werden. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass 512 verschiedene Transponder eindeutig unterschieden werden können. Bei Einsatz anderer Bauteile ist jedoch auch ein erweiterter Adressraum denkbar.