Verteilervorrichtung für Ventile
TECHNISCHES GEBIET
Die Erfindung betrifft eine Verteilervorrichtung zum Anschluss von mindestens zwei Ventilen, insbesondere Ventile für sterile Anwendungen, in denen jeweils ein translatorisch verschiebbares Schließglied eine Sitzfläche mit kreisförmigem Durchtrittsquerschnitt schaltet, und mit einem Innenraum in einem Gehäuse der Verteilervorrichtung, der über Anschlussöffnungen mit dem jeweiligen Durchtrittsquerschnitt verbunden ist.
STAND DER TECHNIK
In Rohrleitungssystemen verfahrenstechnischer Prozessabläufe, insbesondere in der Pharmazie und Biotechnologie, werden sterile Anwendungen gefordert. Dies bedeutet, dass die in diesen Rohrleitungssystemen zum Einsatz kommenden Ventile bestimmte Eigenschaften aufweisen müssen, die sie für diese sterilen An- Wendungen befähigen. Bei Ventilen, in denen jeweils ein translatorisch verschiebbares Schließglied eine Sitzfläche schaltet, ist beispielsweise die das Schließglied betätigende Ventilstange im Bereich ihrer Durchführung durch das Ventilgehäuse zum jeweiligen Antrieb ein kritischer Bereich, da an dieser Stelle durch die Ventilstangenbewegung (sog. Fahrstuhleffekt) ggf. Keime aus der Um- gebung in das Produkt verschleppt werden können und somit eine sterile Anwendung in Frage gestellt ist. Darüber hinaus wird ggf. ein an der Ventilstange haftender Produktfilm durch die Schaltbewegung in den Dichtungsbereich oder darüber hinaus transportiert und dort mit Keimen aus der Umgebung kontaminiert. Dieser kontaminierte Produktfilm wird dann durch die Schaltbewegung der Stange ggf. in den Produktraum verbracht und führt unter Umständen durch sog. Rekon- tamination zu einer Beeinträchtigung des dort anstehenden Produktes.
Um diese unerwünschten, die sterilen Anwendungen gefährdenden Mechanismen an der Durchführung der Ventilstange durch das Ventilgehäuse zu vermeiden,
werden in einem Teil der Anwendungsfälle entweder Membranventile oder auch geeignete Hubventile eingesetzt, wobei bei letzteren die jeweilige Durchführung mittels eines das Ventilgehäuse mit dem Schließglied verbindenden Faltenbalg oder Wellrohr überbrückt ist.
Bei einem Membranventil, wie es beispielsweise aus der DE 199 83977 T1 oder der US 5,273,075 bekannt ist, verschließt eine Membran Strömungspfade innerhalb eines Ventilkörpers, die dort zwischen einem Einlass und einem Auslass ausgebildet sind. Die Membran ist in dem Ventilkörper eingespannt und wird durch einen Bewegungsmechanismus in vertikaler Richtung bewegt. Die Strömungspfade des Ventilkörpers stehen miteinander durch einen vorsprungsfreien Verbindungspfad in Verbindung, wobei die Membran sich eng an den Verbindungspfad anschmiegt, wenn sie abgesenkt ist, um den Strömungspfad zu verschließen, und dann, wenn sie angehoben ist, den Strömungspfad zu öffnen. Der Vorteil eines derartigen Membranventils besteht insbesondere darin, dass das die Membran bewegende Schaltglied außerhalb des Produktraumes angeordnet ist und der Produktraum gegenüber der äußeren Umgebung durch die statisch im Ventilkörper eingespannte Membran getrennt ist. Nachteilig bei derartigen Membranventilen ist, dass sie deutlich größere Sitzbereichquerschnitte als Anschluss- querschnitte aufweisen. Darüber hinaus sind derartige Membranventile rein äußerlich daran zu erkennen, dass sie im Vergleich zum Ventilkörper mit einem relativ groß dimensionierten Antrieb bestückt sind. Durch das Missverhältnis zwischen Sitzbereichquerschnitt und Anschlussquerschnitten entstehen in den jeweiligen Übergangsbereichen Toträume und/oder nicht hinreichend durchströmte Bereiche, die eine einwandfreie Reinigung im Durchfluss zumindest erschweren.
Bei der Ausgestaltung der Rohrleitungssysteme für verfahrenstechnische Prozessabläufe ist es erforderlich, Leitungen für unterschiedliche Medien miteinander zu verbinden. Dies geschieht mit sog. Verteilersystemen, in denen beispielsweise sog. Steril-Ventilblöcke vorgesehen werden (US 6,112,767), an die eine Vielzahl beispielsweise der vorstehend beschriebenen Membranventile anschließbar sind. Die Ventilblöcke besitzen eine im Wesentlichen kubische Raumform, wobei bei-
spielsweise an jeder Blockhälfte vier bis sechs Membranventile anschließbar sind. Ein einziger Ventilblock beinhaltet die Ventilkörper der angeschlossenen Membranventile mit ihren jeweiligen Strömungspfaden, deren Ventilsitze, die Anschlussgeometrie und die notwendigen Querverbindungen. Nachteilig bei einem derartigen Verteilersystem ist ihre mangelnde Flexibilität, da die Anzahl an den Ventilblock anschließbarer Membranventile durch die jeweilige Blockgeometrie determiniert ist. In der Regel werden derartige Verteiler entsprechend der Anforderungen und der daraus resultierenden Anzahl von Membranventilen ausgewählt. Eine Erweiterung ist nicht möglich, wenn alle Anschlussmöglichkeiten aus- geschöpft sind. Da derartige Ventilblöcke aufgrund ihrer aufwändigen Konstruktion relativ teuer sind, werden in der Regel auch keine Ausbaureserven vorgesehen. Abgesehen davon, dass derartige Systeme relativ lange Lieferfristen aufweisen, da sie oftmals auftragsgebunden gefertigt werden müssen und nicht als Lagerware zur Verfügung stehen, sind sie aufgrund der vorstehend erwähnten Querschnittsproblematik und ihrer aufwändigen Bauform nicht hundertprozentig totraumfrei, sie besitzen ungenügende Leerlaufeigenschaften und eine eingeschränkte sog. CIP/SIP-Reinigung (CIP: cleaning in place; SIP: Sterilisation in place).
Neben den vorgenannten Steril-Ventilblöcken sind auch Verteilerbäume (sog. Linearverteiler) und aus Rohrformteilen zusammengeschweißte andere Verteilergeometrien, insbesondere Ringvergteiler, bekannt. Auch diese Verteilersysteme weisen wenigstens einen Teil der vorstehend beschriebenen Nachteile der Steril- Ventilblöcke auf und darüber hinaus weitere Nachteile, die sich aus der Herstel- lung und den Eigenschaften der regelmäßig in einer Vielzahl vorliegenden Schweißnähte ergeben.
Eine Alternative zu den vorstehend beschriebenen Membranventilen bilden Hubventile für sterile Anwendungen, in denen jeweils ein translatorisch verschiebba- res Schließglied eine Sitzfläche mit kreisförmigem Durchtrittsquerschnitt schaltet, wobei die Durchführung der das Schließglied betätigenden Ventilstange durch das Ventilgehäuse mittels eines zwischen Schließglied und Ventilgehäuse ange-
ordneten und an diesen Stellen befestigten Faltenbalges oder Wellrohres überbrückt wird (GEA Tuchenhagen, Buchen, DE, STERICOM®Aseρtik-Ventile, 618d-061). Bei derartigen Ventilen lassen sich die Anschlussquerschnitte und der Durchtrittsquerschnitt im Sitzbereich gleichgroß ausführen, die Innenräume der Ventile sind weitestgehend totraumfrei, eine hundertprozentige Entleerung ist möglich, die Ventile besitzen eine äußerst kompakte Bauform und erfordern einen geringen Platzbedarf.
Verteilersysteme für die vorgenannten Hubventile, die die Aufgaben und die grundsätzliche Funktion der Steril-Ventilblöcke für Membranventile der vorstehend beschriebenen Art übernehmen könnten, sind bislang nicht bekannt. Bekannt ist hingegen aus der WO 02/066593 A1 eine Vorrichtung zum Betrieb von Tanklagersystemen im festverrohrten Verbund mit Rohrsystemen für Flüssigkeiten, insbesondere zur Anwendung in hohen mikrobiologischen Qualitätsanforde- rungen unterliegenden Anlagen zur Produktbearbeitung und zum Produkttransfer in der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie, der Pharmazie und der Biotechnologie, die einen aus einem Tankboden des jeweiligen Tanks ausmündenden Ventilverteilerbaum aufweist, der als langgestreckter Hohlkörper ausgebildet ist, der im Wesentlichen senkrecht orientiert ist und der Anschlussöffnungen zum Verbin- den seines Innenraum mit jeder der an den Verteilerbaum herangeführten Rohrleitungen besitzt. Jeder dieser Anschlussöffnungen ist ein in seinem Sitzbereich vermischungssicher ausgestaltetes Ventil zugeordnet, das die Verbindung zwischen dem Innenraum und der jeweils angeschlossenen Rohrleitung in unmittelbarer Nähe zum Hohlkörper schaltet.
Die bekannte Verteilervorrichtung selbst ist weitestgehend totraumfrei ausgebildet und sie besitzt auch hinreichende Leerlaufeigenschaften, da sie im Wesentlichen senkrecht orientiert ist. Die überwiegend waagerecht angeordneten Ventile können hinsichtlich ihres Leerlaufens problematisch sein, da, bauartbedingt, oftmals geringe Restmengen im Sitzbereich verbleiben können. Alles in allem handelt es sich bei der bekannten Verteilervorrichtung um einen sog. Linearverteiler, der, um die angestrebten Eigenschaften in Verbindung mit dem Tankauslauf sicherzustel-
len, im Wesentlichen senkrecht angeordnet werden muss. Die senkrechte Anordnung schränkt allerdings seine Anwendung sehr stark ein, sodass diese bekannte Lösung kein Vorbild für ein flexibles, universell einsetzbares Verteilersystem für Ventile, die hygienischen Anforderungen genügen müssen, darstellt.
Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Verteilervorrichtung der gattungsgemäßen Artzu schaffen, die in ihrem Aufbau einfach, kompakt, totraumfrei und reinigungsfreundlich ausgestaltet ist und sich restlos entleeren lässt.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Diese Aufgabe wird durch eine Verteilervorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Eine erste vorteilhafte Ausführungsform ist Gegenstand des Unteranspruchs 2 und eine zweite vorteilhafte Ausführungsform ist Gegenstand des Unteranspruchs 11. Vorteilhafte Ausgestaltungen der beiden bevorzugten Ausführungsformen sind Gegenstand der jeweils auf die Ansprüche 1 und 2 bzw. 1 und 11 rückbezogenen Unteransprüche.
Der erfinderische Grundgedanke besteht darin, dass der Innenraum der Verteiler- Vorrichtung nicht, wie bei den bekannten Vorrichtungen, als komplexes räumliches Gebilde innerhalb eines Ventilblockes oder als langgestreckter Linearverteiler mit vorzugsweise senkrechter Orientierung ausgestaltet ist, sondern als in sich geschlossener Ringkanal ausgeführt ist, der eine denkbar einfache Geometrie in Form eines Drehkörpers aufweist. Dabei entsteht der Ringkanal durch Rotation einer erzeugenden ebenen Fläche um eine Drehachse D, die die Fläche nicht schneidet. Bedingt durch die einfache Geometrie des Ringkanals zeigt die Erfindung weiterhin auf, wie sich dieser Ringkanal innerhalb des Gehäuses der Verteilervorrichtung durch eine zweiteilige Ausführung des Gehäuses in Form von Gehäusehälften beranden und optimal gegenüber der Umgebung abdichten lässt. Die einfache Geometrie des Ringkanals und seine gute Zugänglichkeit, gesehen über seinen Umfang und über die Berandung der erzeugenden Fläche, ermöglichen eine sehr variable und anzahlmäßig großzügige Anordnung von Anschluss-
Öffnungen, über die der Innenraum des Ringkanals mit dem jeweiligen Durchtrittsquerschnitt der angeschlossenen Ventile wahlweise zu verbinden ist.
Eine erste vorteilhafte Ausgestaltung des Ringkanals der vorgeschlagenen Vertei- lervorrichtung (nachfolgend als erste Verteilervorrichtung bezeichnet) entsteht dadurch, dass die erzeugende ebene Fläche eine Kreisfläche ist, die den Querschnitt eines ersten Ringkanals bestimmt. Der durch Drehung einer Kreisfläche entstehende To s ist nun äußerst einfach zwischen den beiden Gehäusehälften auszubilden. Hier wird vorgeschlagen, dass das erste und das zweite Gehäuseteil die Kreisfläche in einer Teilungsebene senkrecht zur Drehachse mittig teilt. Da der mittlere Torusdurchmesser aus dem Abstand des Mittelpunktes der erzeugenden Kreisfläche von der Drehachse D resultiert, müssen das erste und das zweite Gehäuseteil zwar in radialer Richtung entsprechend dimensioniert sein, die axiale Abmessung der beiden Gehäuseteile ist jedoch nur geringfügig größer als ein Durchmesser des Kreisquerschnitts des ersten Ringkanals auszuführen. Dementsprechend ist weiterhin vorgesehen, dass das erste und das zweite Gehäuseteil jeweils in seiner Ausgangsform als zylindrische Scheibe ausgebildet ist. Das Gehäuse der ersten Verteilervorrichtung kann daher in axialer Richtung relativ kurz und damit kompakt ausgeführt werden; es besitzt somit insgesamt eine denkbar einfache Geometrie.
Die jeweils in ihrer Ausgangsform als zylindrische Scheibe ausgebildeten Gehäuseteile werden, wie dies ein weiterer Vorschlag vorsieht, in Bezug auf die Drehachse zueinander zentriert, wobei die Zentrierung über jeweils eine konzentrisch zur Drehachse D angeordnete, zueinander komplementäre Zentriernut-/Zentrier- feder-Verbindung beiderseits des ersten Ringkanals erfolgt.
Die Abdichtung des ersten Ringkanals gegenüber der Umgebung innerhalb der beiden Gehäuseteile wird über zwei Dichtringe dadurch erreicht, dass diese der- art in einer jedem Dichtring jeweils zugeordneten Dichtungsnut in einem der Gehäuseteile angeordnet sind, dass sie den ersten Ringkanal, in radialer Richtung gesehen und bezogen auf die Drehachse D, unmittelbar innen und außen begrenzen und dass sie, in Richtung der Drehachse D gesehen, von der
grenzen und dass sie, in Richtung der Drehachse D gesehen, von der Teilungsebene berandet werden. Dabei werden die Dichtringe jeweils innerhalb ihrer zugeordneten Nut so bemessen, dass sie sich geringfügig in den Spalt zwischen den beiden Gehäuseteilen in Richtung zum Innenraum des ersten Ringkanals auswulsten. Dadurch werden Spalte, in denen sich Keime festsetzen können, vermieden.
Die Anordnung der Anschlussöffnungen zum ersten Ringkanal gestaltet sich äußerst einfach und erlaubt eine außerordentlich große Flexibilität hinsichtlich der möglichen Anschlussstellen, wenn, wie dies weiterhin vorgeschlagen wird, die ersten Anschlussöffnungen in Form zylindrischer Bohrungen ausgeführt sind, deren jeweilige Bohrungsachse senkrecht auf der Teilungsebene steht. Eine strömungsgünstige und gleichzeitig totraumfreie Geometrie im Bereich der Übergänge zwischen den Anschlussöffnungen und dem Innenraum des ersten Ringkanals wird erreicht, wenn die als zylindrische Bohrung ausgeführte jeweilige erste Anschlussöffnung und der kreisförmigen Querschnitt aufweisende erste Ringkanal durchmessergleich ausgeführt sind.
Die Scheibengeometrie der Gehäuseteile ermöglicht es, die Anschlussöffnungen sowohl von der stirnseitigen Außenseite des ersten Gehäuseteils als auch von der stimseitigen Außenseite des zweiten Gehäuseteils an den ersten Ringkanal heranzuführen. Dadurch ist über den gesamten Umfang des ersten Ringkanals und an jeder stirnseitigen Außenseite des jeweiligen Gehäuseteils eine Anordnung von Ventilen einer ersten Bauform, nachfolgend erste Ventile genannt, bis zur dichtestmöglichen Teilungsanordnung möglich, die in der Regel durch die Durchmesser der Antriebszylinder benachbarter erster Ventile determiniert ist. Dabei endet jede erste Anschlussöffnung an der Außenseite des zugeordneten ersten bzw. zweiten Gehäuseteils in einem ersten bzw. einem zweiten Verteiler- anschluss, der in Form eines kurzen Rohrstutzens ausgeführt ist. An diesem ist, gemäß einem weiteren Vorschlag, ein komplementärer zweiter Gehäusestutzen eines zugeordneten ersten Ventils anschweißbar. Dieser zweite Gehäusestutzen des ersten Ventils ist dem Durchtrittsquerschnitt des Sitzbereichs unmittelbar be-
nachbart und er ist koaxial fluchtend zur jeweiligen Bohrungsachse der zugeordneten Anschlussöffnung ausgeführt.
Durch diese Anordnung des ersten Ventils an dem zugeordneten Gehäuseteil der Verteilervorrichtung ergeben sich äußerst geringe Toträume zwischen dem ersten Schließglied und dem Innenraum des ersten Ringkanals, wobei durch die geringen axialen Abmessungen zwischen dem Sitzbereich des in Frage kommenden ersten Ventils und dem ersten Ringkanal eine insgesamt äußerst kompakte Bauform sichergestellt ist.
Eine zweite bevorzugte Ausführungsform der vorgeschlagenen Verteilervorrichtung ergibt sich, wenn die erzeugende ebene Fläche eine von wenigstens drei, im Wesentlichen geradlinigen Seiten begrenzte Fläche ist. Die durch diese erzeugende Fläche entstehenden, einen zweiten Ringkanal begrenzenden Drehflächen erlauben nun ein Heranführen der Sitzfläche eines jeweils angeschlossenen zweiten Ventils unmittelbar an den zweiten Ringkanal.
Wird als erzeugende ebene Fläche die von drei, im Wesentlichen geradlinigen Seiten begrenzte Fläche gewählt, so lassen sich die beiden Gehäuseteile jeweils als Drehkörper mit der gemeinsamen Drehachse D derart ausbilden, dass das vierte Gehäuseteil in eine zentrale Bohrung im dritten Gehäuseteil eingreift und dort mit einer Umfangswand den zweiten Ringkanal radial innenseits begrenzt. Aus dieser innenseitigen Begrenzung des zweiten Ringkanals durch eine zur Drehachse D im Wesentlichen parallele Umfangsfläche resultiert, dass der zweite Ringkanal überwiegend im dritten Gehäuseteil angeordnet und über zwei, einen spitzen Neigungswinkel α bildende Seiten der erzeugenden Fläche generiert ist, wobei eine den zweiten Ringkanal begrenzende erste Drehfläche senkrecht zur Drehachse D und eine zweite Drehfläche zu letzterer unter dem vorstehend angegebenen spitzen Neigungswinkel α orientiert sind. Die zweiten Anschlussöff- nungen münden in die Drehflächen ein.
Aus der vorstehenden Geometrie des zweiten Ringkanals resultiert, dass ein Teil der an die zweite Verteilervorrichtung angeschlossenen zweiten Ventile parallel zur Drehachse und, falls diese senkrecht orientiert ist, von unten an die zweite Verteilervorrichtung herangeführt sind, während der andere Teil der zweiten Ven- tile, um den spitzen Neigungswinkel α gegenüber der Drehachse D nach außen geneigt, jeweils von oben an die zweite Verteilervorrichtung angeschlossen ist.
Die Abdichtung des zweiten Ringkanals gegenüber der Umgebung erfolgt gemäß einem Vorschlag dadurch, dass der zweite Ringkanal einerseits im Übergangsbe- reich zwischen der Umfangswand und der zweiten Drehfläche durch den dritten Dichtring und andererseits im Übergangsbereich zwischen der Umfangswand und der ersten Drehfläche durch den vierten Dichtring unmittelbar begrenzt ist. Dabei wird wiederum darauf geachtet, dass sich die Dichtringe durch minimale Deformation in den Ringspalt zwischen den beiden Gehäuseteilen zum Innenraum des zweiten Ringkanals hin auswulsten. Eine einwandfreie Restentleerung und eine Begrenzung der räumlichen Ausladung der an das dritte Gehäuseteil angeschlossenen zweiten Ventile wird dadurch erreicht, dass für den Neigungswinkel α zwischen den in Frage kommenden beiden Seiten der erzeugenden Fläche ein Wert 30° < α < 60° vorgesehen ist. Besonders günstige Verhältnisse insgesamt werden erreicht, wenn der Neigungswinkel α mit α = 45° ausgeführt ist.
Durch die vorstehend beschriebene Querschnittsform des zweiten Ringkanals ist ein Heranführen des Sitzbereichs des jeweils angeschlossenen zweiten Ventils unmittelbar an die erste bzw. die zweite, den zweiten Ringkanal begrenzende Drehfläche möglich, wodurch wiederum eine Absperrung direkt am zweiten Ringkanal, demnach absolut totraumfrei, sichergestellt ist.
Um die Absperrung unmittelbar am Ringkanal zu erreichen, verfügen die für diesen Fall vorgesehenen zweiten Ventile über ein modifiziertes zweites Schließ- glied, welches in axialer Richtung verlängert ist und somit den Sit∑bereich entsprechend axial verlagert. Dadurch ist der Eingriff des Sitzbereichs in das dritte Gehäuseteil bis an die in Frage kommende erste bzw. zweite, den zweiten Ring-
kanal begrenzende Drehfläche möglich. Optimale Strömungsverhältnisse und die Vermeidung von Pfützen und Domen werden dadurch sichergestellt, dass die zweiten Schließglieder jeweils stirnseitig in der jeweiligen Ebene der ersten und der zweiten Drehfläche des zweiten Ringkanals enden.
KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Zwei Ausführungsbeispiele der vorgeschlagenen Verteilervorrichtung gemäß der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden nachfolgend beschrieben. Es zeigen
Figur 1 in perspektivischer Darstellung eine bevorzugte Ausführungsform einer ersten Verteilervorrichtung gemäß der Erfindung, deren Innenraum in Form eines Ringkanais zwischen zwei im Wesentlichen glei- chen, in ihrer Ausgangsform als zylindrische Scheiben ausgebildeten Gehäuseteilen angeordnet ist;
Figur 2a eine Draufsicht auf die erste Verteilervorrichtung gemäß Figur 1 , wobei die mit Z1 gekennzeichnete erste Blickrichtung den Standpunkt des Beobachters für die aus Figur 1 ersichtliche perspektivische Dar- Stellung liefert;
Figur 2b eine Ansicht der ersten Verteilervorrichtung gemäß Figur 2a mit einer ausschnittsweisen Darstellung (Ausschnitt „X") des ersten Ringkanals im Bereich einer zu einem Ventil in einer ersten Bauform führenden ersten Anschlussöffnung; Figur 3 eine Seitenansicht der ersten Verteilervorrichtung, ausgehend von ihrer Darstellung in den Figuren 2a und 2b;
Figur 4 in vergrößerter Darstellung den Ausschnitt „X" gemäß Figur 2b;
Figur 5 eine Draufsicht auf eine bevorzugte Ausführungsform einer zweiten Verteilervorrichtung gemäß der Erfindung mit insgesamt zehn Venti- len einer zweiten Bauform, wobei sechs davon oberhalb des Gehäuses der zweiten Verteilervorrichtung sichtbar sind und die Symmetrie-
achse der zweiten Verteilervorrichtung im Wesentlichen senkrecht o- rientiert ist;
Figur 6 einen Meridianschnitt durch die zweite Verteilervorrichtung gemäß Figur 5 entsprechend einem dort mit A-A gekennzeichneten Schnitt- verlauf;
Figur 7 eine perspektivische Darstellung der zweiten Verteilervorrichtung von schräg oben aus einer in Figur 5 mit Z2 gekennzeichneten zweiten Blickrichtung;
Figur 8 einen Querschnitt durch die zweite Verteilervorrichtung, wobei diese im Bereich der von unten angeordneten zweiten Ventile entsprechend dem in Figur 5 mit A-A gekennzeichneten Schnittverlauf und im Bereich der oberen zweiten Ventile entsprechend einem in Figur 5 mit B-B gekennzeichneten Schnittverlauf jeweils mittig geschnitten ist;
Figur 9 in perspektivischer Darstellung die zweite Verteilervorrichtung von schräg unten und in der in Figur 5 mit Z2 gekennzeichneten zweiten Blickrichtung;
Figur 10a in schematischer Darstellung die Ansicht einer ausgewählten Anzahl erster Verteilervorrichtungen im Rahmen eines Verteilersystems, wobei die jeweiligen ersten Verteilervorrichtungen unterschiedlich mit ersten Ventilen konfiguriert sind;
Figur 10b in schematischer Darstellung das jeweilige Ventil-Konfigurationsschema oberhalb der ersten Verteilervorrichtung, wobei sich die jeweilige oben liegende Ventil-Konfiguration aus einer Draufsicht auf die zugeordnete erste Verteilervonichtung ergibt und Figur 10c in schematischer Darstellung das jeweilige Ventil-Konfigurationsschema unterhalb der ersten Verteilervorrichtung, wobei sich die jeweilige unten liegende Ventil-Konfiguration gleichfalls aus einer Draufsicht auf die zugeordnete erste Verteilervorrichtung ergibt.
BEZUGSZEICHENLISTE DER VERWENDETEN ABKÜRZUNGEN Erste Ausführungsform
1 erste Verteilervorrichtung
10 erstes Gehäuse
1.1 erstes Gehäuseteil (erste zylindrische Scheibe)
1.1a erste Ringkanal-Ausnehmung
1.1b erster Verteileranschluss
1.1c innere Zentriernut
1.1d äußere Zentriernut
1.2 zweites Gehäuseteil (zweite zylindrische Scheibe)
1.2a zweite Ringkanal-Ausnehmung
1.2b zweiter Verteileranschluss
1.2c innere Zentrierfeder
1.2d äußere Zentrierfeder
2 erster Ringkanal
3.1 , 3.2, ...
... 3.n erste Anschlussöffnung
4 innerer Dichtring (O-Ring)
4a innere Dichtungsnut
5 äußerer Dichtring (O-Ring)
5a äußere Dichtungsnut
6 erstes Verbindungsmittel
A2 erste erzeugende ebene Fläche (Kreisfläche, Durchmesser d2)
B1 erste Bohrungsachse (= Symmetrieachse des ersten Schließgliedes Vn.3)
B2 zweite Bohrungsachse (= Symmetrieachse wie vor)
D Drehachse
E Teilungsebene
Q Durchtrittsquerschnitt V1. V2, ...
... Vn erste Ventile
Vn.1 erstes Ventilgehäuse
Vn.1 a erster Gehäusestutzen
Vn.1 b erste Sitzfläche
Vn.1c zweiter Gehäusestutzen
Vn.2 Ventilantrieb
Vn.3 erstes Schließglied
Vn.4 erste Stutzenöffnung
Vn.5 zweite Stutzenöffnung d1 mittlerer Ringkanaldurchmesser d2 Durchmesser des Querschnitts des ersten Ringkanals 2 d3 Durchmesser der Anschlussöffnung 3.n
Zweite Ausführunαsform
1* zweite Verteilervorrichtung
10* zweites Gehäuse
1.1* drittes Gehäuseteil
1.1a* zentrale Bohrung
1.1b* erste Drehfläche
1.1c* zweite Drehfläche
1.2* viertes Gehäuseteil
1.2a* Umfangswand
3.1*. 3.2*
... 3.n* zweite Anschlussöffnung
2* zweiter Ringkanal
6* zweites Verbindungsmittel
7 dritter Dichtring
8 vierter Dichtring
9 fünfter Dichtring
11 Befestigungsflansch
12 Sprengring
A2* zweite erzeugende ebene Fläche
B3 dritte Bohrungsachse (= Symmetrieachse des zweiten Schließgliedes Vn.3*)
B4 vierte Bohrungsachse (= Symmetrieachse wie vor)
V1*, V2*, ...
... Vn* zweite Ventile
Vn.1 * zweites Ventilgehäuse Vn.1a* erster Gehäusestutzen
Vn.1 b* zweite Sitzfläche
Vn.1 c* zweiter Gehäusestutzen
Vn.2* Ventilantrieb
Vn.3* zweites Schließglied Vn.4* Stutzenöffnung
Vn.5* Anschlussbogen α Neigungswinkel zwischen der ersten und der zweiten Drehfläche
Verteiiersystem VS Verteilersystem
VS1. VS2, ...
... , VS5 erste Verteilervorrichtung
R1. R2, ...
..., R20 Rohrleitung
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG
Eine erste Verteilervorrichtung 1 (Figuren 1 bis 4) weist ein erstes Gehäuse 10 auf, das sich aus einem ersten Gehäuseteil 1.1 und einem zweiten Gehäuseteil 1.2 zusammensetzt, wobei die beiden Gehäuseteile 1.1 , 1.2 im Wesentlichen gleich und jeweils in ihrer Ausgangsform als zylindrische Scheibe ausgebildet sind. Ventile einer ersten Bauform, im Folgenden erste Ventile V1 bis Vn genannt, sind an den außen liegenden Stirnflächen der ersten Gehäuseteile 1.1, 1.2 über einen jeweiligen zweiten Gehäusestutzen Vn.1c (Figur 4) befestigt. Im vorliegen- den Falle ist eine Schweißverbindung vorteilhaft. Im Ausführungsbeispiel sind insgesamt acht erste Ventile Vn an der ersten Verteilervorrichtung 1 angeordnet, wobei fünf erste Ventile V1 bis V5 am ersten Gehäuseteil 1.1 oberhalb und drei
erste Ventile V7 bis V8 am zweiten Gehäuseteii 1.2 und in umgekehrter Lage zu jenen oberhalb der ersten Verteilervorrichtung 1 konfiguriert sind. Jedes der ersten Ventile Vn weist ein vorzugsweise kugelförmiges erstes Ventilgehäuse Vn.1 auf, das über einen ersten Gehäusestutzen Vn.1a mit einer nicht dargestellten Rohrleitung und über den zweiten Gehäusestutzen Vn.1c mit einem am ersten Gehäuseteil 1.1 angeformten ersten Verteileranschluss 1.1b bzw. mit einem am zweiten Gehäuseteil 1.2 angeformten zweiten Verteileranschluss 1.2b vorzugsweise stoffschlüssig verbunden ist (Figuren 1, 3 und 4).
Im Regelfall entspricht der Durchtrittsquerschnitt einer ersten Stutzenöffnung Vn.4 innerhalb des ersten Gehäusestutzens Vn.1a dem Durchtrittsquerschnitt einer zweiten Stutzenöffnung Vn.5 (Figur 4) des zweiten Gehäusestutzens Vn.1c und somit einem Durchtrittsquerschnitt Q des ersten Ventils Vn in seinem Sitzbereich, wenn dessen erstes Schließglied Vn.3 eine zugeordnete erste Sitzfläche Vn.1 b verlassen hat und sich in der vollen Offenstellung befindet. Die jeweiligen Ventilantriebe der ersten Ventile Vn sind mit Vn.2 gekennzeichnet (Figur 1). Das erste und das zweite Gehäuseteil 1.1, 1.2 sind mittels eines ersten Verbindungsmittels 6, das vorzugsweise im Zentrum der Gehäuseteile 1.1, 1.2 angeordnet ist, form- und kraftschlüssig (vorzugsweise Verschraubung) miteinander verbunden.
Eine jeweilige erste Bohrungsachse B1 von ersten Anschlussöffnungen 3.n der oberhalb der ersten Verteilervorrichtung 1 angeordneten ersten Ventile V1 bis V5, die mit der Symmetrieachse des jeweils zugeordneten ersten Schließgliedes Vn.3 zusammenfällt, steht vorzugsweise senkrecht auf der außen liegenden Stirnfläche des ersten Gehäuseteils 1.1. In gleicher Weise ist eine jeweilige zweite Bohrungsachse B2 von weiteren ersten Anschlussöffnungen 3.n der unterhalb der ersten Verteilervorrichtung 1 angeordneten ersten Ventile V7 bis V8, die gleichfalls mit der Symmetrieachse des jeweils zugeordneten ersten Schließgliedes Vn.3 zusammenfällt, auf der außen liegenden Stirnfläche des zweiten Gehäuse- teils 1.2 senkrecht orientiert. Eine derartige orthogonale Anordnung ist nicht zwingend, jedoch im Regelfall sowohl mit Blick auf die Herstellung der ersten Vertei-
lervorrichtung 1 als auch hinsichtlich ihrer Einbindung in komplexe Rohrsysteme von Vorteil.
Die ersten Ventile Vn werden hinsichtlich der Lage ihres ersten Ventilgehäuses Vn.1 und damit der Lage des ersten Gehäusestutzens Vn.1a jeweils derart zueinander ausgerichtet und voneinander beabstandet (Figur 2a), dass die jeweils an den ersten Gehäusestutzen Vn.1a herangeführte Rohrleitung unter Anwendung der sog. Kassetten-Schweißtechnik (Orbitalschweißverfahren mit teilbarer Zange, geschlossener Kassette und Formiergasbeaufschlagung) angeschweißt werden kann.
Innerhalb der Gehäuseteile 1.1, 1.2 (Figur 4) ist ein in sich geschlossener erster Ringkanal 2 angeordnet, der durch Rotation einer ersten erzeugenden ebenen Fläche A2, im vorliegenden Falle eine Kreisfläche, um eine Drehachse D entsteht, die die Fläche A2 nicht schneidet, wobei der Abstand zwischen dem Mittelpunkt der Kreisfläche A2 einem halben mittleren Ringkanaldurchmesser d1 entspricht. Das erste und das zweite Gehäuseteil 1.1 , 1.2 teilen die Kreisfläche A2 mittig in einer Teilungsebene E senkrecht zur Drehachse D. Dadurch befindet sich in dem ersten Gehäuseteil 1.1 eine halbkreisförmige erste Ringkanal-Ausnehmung 1.1a und in dem zweiten Gehäuseteil 1.2 eine entsprechende zweite Ringkanal- Ausnehmung 1.2a. Die Lagefixierung der Gehäuseteile 1.1 , 1.2 zueinander erfolgt vorzugsweise dadurch, dass diese in Bezug auf die Drehachse D zueinander zentriert sind, wobei die Zentrierung über jeweils eine konzentrisch zur Drehachse D angeordnete, zueinander komplementäre Zentriemut-ZZentrierfeder-Verbindung 1.1 c, 1.2c bzw. 1.1 d, 1.2d beiderseits des Ringkanals 2 erfolgt. Im Ausführungsbeispiel ist, radial innenseits gesehen, eine innere Zentrierfeder 1.2c am zweiten Gehäuseteil 1.2 angeordnet, die in eine komplementäre innere Zentriernut 1.1c im ersten Gehäuseteil 1.1 formschlüssig eingreift. In gleicherweise greift eine am zweiten Gehäuseteil 1.2 ausgebildete äußere Zentrierfeder 1.2d in eine zugeord- nete äußere Zentriernut 1.1 d im ersten Gehäuseteil 1.1 ein. Die vorstehende Anordnung ist nicht zwingend; eine über die Gehäuseteile 1.1, 1.2 vertauschte Anordnung von Zentriernut und Zentrierfeder ist ohne weiteres möglich.
Zur Abdichtung des ersten Ringkanals 2 sind Dichtringe 4, 5 vorgesehen, die beide entweder im zweiten Gehäuseteil 1.2 (wie dargestellt) oder aber im ersten Gehäuseteil 1.1 angeordnet sein können. Wesentlich dabei ist, dass die Dichtringe 4, 5 den ersten Ringkanal 2, in radialer Richtung gesehen und bezogen auf die Drehachse D, unmittelbar innen (innerer Dichtring 4) und außen (äußerer Dichtring 5) begrenzen und dass sie, in Richtung der Drehachse D gesehen, im Bereich der Teilungsebene E einseitig von dem ersten Gehäuseteil 1.1 berandet werden. Der innere Dichtring 4, vorzugsweise ein sog. O-Ring, ist in einer ent- sprechend ausgeformten inneren Dichtungsnut 4a und der äußere Dichtring 5, ebenfalls vorzugsweise ein sog. O-Ring, ist in einer entsprechend ausgeformten äußeren Dichtungsnut 5a angeordnet, wobei beide Dichtringe 4,.5 in der gefügten Endlage der Gehäuseteile 1.1, 1.2 minimal derart verformt werden, dass jede Dichtung 4, 5 sich in den Spalt zwischen den Gehäuseteilen 1.1 , 1.2 zum ersten Ringkanal 2 hin leicht auswölbt.
Eine Strömungsverbindung des Innenraumes des ersten Ringkanals 2 mit der zweiten Stutzenöffnung Vn.5 im zweiten Gehäusestutzen Vn.1 c des ersten Venti- les Vn erfolgt über die erste Anschlussöffnung 3.n (Figur 4; im Ausführungsbei- spiel sind dies die ersten Anschlussöffnungen 3.1 bis 3.5 für die ersten Ventile V1 bis V5). Die erste Anschlussöffnung 3.n ist vorzugsweise in Form einer zylindrischen Bohrung ausgeführt, deren Bohrungsachse B1 auch senkrecht auf der Teilungsebene E steht. Es ist strömungstechnisch von Vorteil, wenn der Durchmesser d2 des Querschnittes des ersten Ringkanals 2 und der Durchmesser d3 der Anschlussöffnung 3.n durchmessergleich ausgeführt sind. In gleicher Weise führen vom ersten Ringkanal 2 Anschlussöffnungen 3.6 bis 3.8 innerhalb des zweiten Gehäuseteils 1.2 an die unterhalb des zweiten Gehäuseteils 1.2 angeordneten ersten Ventile V.6 bis V.8 (Figuren 1, 2b und 3; eine diesbezügliche Ausführung ist in den Figuren der Zeichnung nicht explizit im Schnitt dargestellt).
Die ersten Anschlussöffnungen 3.1 bis 3.n enden zum einen Teil in den ersten Verteileranschlüssen 1.1b, ausgebildet an der stirnseitigen Außenseite des ersten
Gehäuseteils 1.1 (Figur 4), und zum andern Teil in den zweiten Verteileranschlüssen 1.2b, ausgebildet an der stimseitigen Außenseite des zweiten Gehäuseteils 1.2 (Figur 3). Die ersten Ventile Vn sind jeweils über ihren zweiten Gehäusestutzen Vn.1c (Figur 4, Figur 2b, Figur 3) mit dem durchmessergleichen ersten oder zweiten Verteileranschluss 1.1b, 1.2b verschweißt, wobei es sich bei dem zweiten Gehäusestutzen Vn.1c immer um jenen Stutzen am ersten Ventilgehäuse Vn.1 handelt, der dem Durchtrittsquerschnitt Q des ersten Ventils Vn im Sitzbereich unmittelbar benachbart und koaxial fluchtend zur Bohrungsachse B1, B2 der ersten Anschlussöffnung 3.n angeordnet ist.
Im Schließzustand der ersten Ventile Vn bildet der Raum zwischen dem ersten Schließglied Vn.3 und dem ersten Ringkanal 2 einen Totraum (Figur 4). Diesen Totraum gilt es in jedem Falle zu minimieren. Dies gelingt bei der ersten Verteilervorrichtung 1 in einfacherweise dadurch, dass die axiale Erstreckung der Ge- häuseteile 1.1 und 1.2 gerade so groß, wie erforderlich, ausgeführt wird, dass der zweite Gehäusestutzen Vn.1c so nah wie möglich an den Sitzbereich des ersten Ventils Vn herangeführt ist und dass die jeweilige Länge des ersten und des zweiten Verteileranschlusses 1.1b, 1.2b sowie die axiale Länge des zweiten Gehäusestutzens Vn.1c so kurz wie möglich bemessen werden. Eine derart kurze axiale Bemessung ist im vorliegenden Falle möglich, da die Verschweißung der Verteileranschlüsse 1.1b, 1.2b mit dem jeweils zugeordneten zweiten Gehäusestutzen Vn.lc von innen über die zugeordneten Ringkanal-Ausnehmung 1.1a, 1.2a und die jeweils zugeordnete erste Anschlussöffnung 3.n erfolgt.
Eine Verteilervorrichtung in einer vorteilhaften zweiten Ausführungsform, im Folgenden zweite Verteilervorrichtung 1* genannt (Figuren 5 bis 9), weist ein zweiteiliges zweites Gehäuse 10* auf (Figur 6), welches sich aus einem dritten Gehäuseteil 1.1* und einem vierten Gehäuseteil 1.2* zusammensetzt. Die Gehäuseteile 1.1*, 1.2* sind jeweils als Drehkörper mit der gemeinsamen Drehachse D ausgebildet und das vierte Gehäuseteil 1.2* greift in eine zentrale Bohrung 1.1a* im dritten Gehäuseteil 1.1* ein und begrenzt dort mit einer Umfangswand 1.2a* einen zweiten Ringkanal 2* radial innenseits. Das dritte und das vierte Gehäuse-
teil 1.1*, 1.2* sind mittels eines zweiten Verbindungsmittels 6* miteinander verschraubt. Im Ausführungsbeispiel entsteht der Ringkanal 2* durch Rotation einer erzeugenden ebenen Fläche A2*, die von wenigstens drei, im Wesentlichen geradlinigen Seiten begrenzt ist. Da die Umfangswand 1.2a* vorzugsweise eine Sei- te der erzeugenden Fläche A2* bildet, ist der zweite Ringkanal 2* überwiegend im dritten Gehäuseteil 1.1* angeordnet und wird hinsichtlich der dort vorliegenden Raumform über zwei, einen spitzen Neigungswinkel α bildende Seiten der zweiten erzeugenden Fläche A2* generiert, wobei eine den zweiten Ringkanal 2* begrenzende erste Drehfläche 1.1b* senkrecht zur Drehachse D und eine zweite Dreh- fläche 1.1 c* zu letzterer unter dem Neigungswinkel α orientiert sind (Figur 8).
Im Ausführungsbeispiel sind insgesamt sechs Ventile einer zweiten Bauform, im Folgenden zweite Ventile V1* bis Vn* genannt, oberhalb des dritten Gehäuseteils 1.1* angeordnet (Figuren 5 und 7). Die Verbindung zwischen dem Sitzbereich dieser zweiten Ventile V1* bis V6* mit dem Innenraum des zweiten Ringkanals 2* stellen jeweils zweite Anschlussöffnungen 3.1* bis 3.6* sicher, die in die zweite Drehfläche 1.1c* einmünden (Figur 8). Weitere vier zweite Ventile V7* bis V10* sind unterhalb der zweiten Verteilereinrichtung 1* angeordnet (Figur 9) und deren jeweiliger Sitzbereich steht mit dem Innenraum des zweiten Ringkanals 2* über die zweiten Anschlussöffnungen 3.7* bis 3.10* innerhalb der ersten Drehfläche 1.1 b* in Verbindung (Figur 8).
Der zweite Ringkanal 2* ist einerseits im Übergangsbereich zwischen der Umfangswand 1.2a* und der zweiten Drehfläche 1.1c* durch einen dritten Dichtring 7 (Figuren 6 und 8) und andererseits im Übergangsbereich zwischen der Umfangswand 1.2a* und der ersten Drehfläche 1.1b* durch einen vierten Dichtring 8 unmittelbar begrenzt, wobei die beiden Dichtringe 7, 8 vorzugsweise als sog. O- Ringe ausgebildet sind.
Die am dritten Gehäuseteil 1.1* angeordneten zweiten Ventile V1* bis V6*
(Figur 8) stehen mit ihrer jeweiligen Längsachse, der Symmetrieachse des zweiten Schließgliedes Vn.3*, die mit einer dritten Bohrungsachse B3 der zweiten An-
schlussöffnung 3.n* zusammenfällt, senkrecht auf der zweiten Drehfläche 1.1c* und sind somit gegenüber der Senkrechten um den Neigungswinkel α nach außen geneigt. Die jeweilige Längsachse der zweiten Ventile V7* bis V10*, gleichfalls die Symmetrieachse des zweiten Schließgliedes Vn.3*, die mit einer vierten Bohrungsachse B4 der zweiten Anschlussöffnung 3.n* zusammenfällt, steht wiederum senkrecht auf der ersten Drehfläche 1.1b*. Eine diesbezügliche jeweilige Orientierung ist nicht zwingend, jedoch ergibt sich, wenn das zweite Schließglied Vn.3* jeweils stirnseitig in der jeweiligen Ebene der ersten und der zweiten Drehfläche 1.1 *, 1.1c* endet, eine innere Oberfläche des zweiten Ringkanals 2*, die frei ist von sog. Domen und Pfützen. Darüber hinaus werden bei einer diesbezüglichen Anordnung die bei der ersten Verteilervorrichtung 1 noch vorliegenden minimalen Toträume zwischen dem ersten Schließglied Vn.3 und dem ersten Ringkanal 2 vollständig vermieden. Die Absperrung der Verbindung zwischen dem Durchtrittsquerschnitt Q der zweiten Ventile Vn* in deren Sitzbereich und dem zweiten Ringkanal 2* erfolgt somit unmittelbar an letzterem und damit absolut totraumfrei.
Der vorstehend erwähnte Vorteil der direkten und damit absolut totraumfreien Absperrung des zweiten Ringkanals 2* wird durch die Anwendung des zweiten Ven- tils Vn* erreicht. Dieses entspricht, bis auf die Lage des Sitzbereichs und der Ausführung des zweiten Schließgliedes Vn.3*, im Wesentlichen der Ausführung des ersten Ventils Vn. Anstelle des relativ kurz ausgeführten zweiten Gehäusestutzens Vn.1c beim ersten Ventil Vn ist ein entsprechender zweiter Gehäusestutzen Vn.1c* verlängert an einem zweiten Ventilgehäuse Vn.1*ausgeführt und nimmt an seinem Ende eine zweite Sitzfläche Vn.1 b* auf (Figur 8). Das zweite Schließglied Vn.3* ist daher entsprechend axial verlängert und schließt stirnseitig bündig mit dem Ende des zweiten Gehäusestutzens Vn.1c* ab. Durch die Ausgestaltung des Sitzbereichs und des zweiten Schließgliedes Vn.3* in Verbindung mit dem zweiten Gehäusestutzen Vn.1c* ist es nun möglich, den Sitzbereich des zweiten Ven- tils Vn* unmittelbar an die erste Drehfläche 1.1b* heranzuführen. Der zweite Gehäusestutzen Vn.1c* ist mittels eines fünften Dichtringes 9 (Figur 6), vorzugsweise eines sog. O-Ringes, in der Anschlussöffnung 3.n* in unmittelbarer Nachbar-
schaff zur ersten Drehfläche 1.1b* abgedichtet. Ansonsten entspricht der weitere Aufbau der zweiten Ventile Vn* hinsichtlich eines ersten Gehäusestutzens Vn.1a* und hinsichtlich eines Ventilantriebes Vn.2* dem Aufbau des ersten Ventils Vn. Zum Zwecke eines einerseits einfacheren und andererseits weniger dehnungs- steifen Anschlusses der jeweiligen Rohrleitung an den zugeordneten ersten Gehäusestutzen Vn.1a* verlängert sich letzterer in einen Anschlussbogen Vn.5* mit dem Durchtrittsquerschnitt einer Stutzenöffnung Vn.4*, wobei die an den zweiten Ventilen V1* bis V6* angeordneten Anschlussbogen Vn.5* jeweils senkrecht enden, während das Ende des Anschlussbogens Vn.5* des jeweiligen zweiten Ven- tils V7* bis V10* unter einem bestimmten vorgegebenen Winkel abwärtsgerichtet ist.
Als Neigungswinke! α sind vorzugsweise Werte zwischen 30 und 60° vorgesehen, bei denen in jedem Falle eine vollständige Restentleerung des zweiten Ventils Vn* sichergestellt ist. Als besonders vorteilhafter Neigungswinkel α hat sich ein Wert von α = 45° ergeben.
Zur Befestigung der zweiten Ventile Vn* innerhalb des dritten Gehäuseteils 1.1* ist eine form- und kraftschlüssige Verbindung vorgesehen, die darin besteht, dass eine formschlüssige und kraftschlüssige Arretierung mittels eines Sprengringes 12 erfolgt, der einerseits in den zweiten Gehäusestutzen Vn.1c* formschlüssig von außen eingreift und andererseits eine formschlüssige Arretierung in einem den zweiten Gehäusestutzen Vn.1c* ringförmig umschließenden, am dritten Gehäuseteil 1.1* verschraubten Befestigungsflansch 11 findet (Figuren 7 und 8). Die kraftschlüssige Einbettung des zweiten Gehäusestutzens Vn.1 c* innerhalb des dritten Gehäuseteils 1.1* wird über eine begrenzte Kompression des fünften Dichtringes 9 erreicht.
Die Verteilervorrichtungen 1 und 1* sind jeweils in einer bevorzugten Anordnungs- läge dargestellt und beschrieben (Drehachse D ist senkrecht orientiert). Es sind aber auch andere Lagen der Drehachse D möglich bis hin zu deren waagrechter Anordnung, wobei auch in dieser Lage eine vollständige Restentleerung des In-
nenraumes des ersten oder des zweiten Ringkanales 2 bzw. 2* sichergestellt ist. Hierzu ist ein als sog. Restentleerungsventil fungierendes erstes bzw. zweites Ventil Vn bzw. Vn* an der tiefsten Stelle des jeweiligen Ringkanals 2 bzw. 2* vorzusehen.
Ein Verteilersystem VS, das aus fünf Verteilervorrichtungen VS1 bis VS5 der vorstehend beschriebenen ersten Ausführungsform (erste Verteilervorrichtung 1) besteht (Figur 10a), verfügt in der an erster Stelle dargestellten Verteilervorrichtung VS1 über fünf erste Ventile Vn im oberen und drei erste Ventile Vn im unteren Bereich, in der zweiten Verteilervorrichtung VS2 gleichfalls über fünf erste Ventile Vn im oberen Bereich und zwei erste Ventile Vn im unteren Bereich, in der dritten Verteilervorrichtung VS3 ebenfalls wieder über fünf erste Ventile Vn im oberen Bereich und vier erste Ventile Vn im unteren Bereich, in der vierten Verteilervorrichtung VS4 über drei erste Ventile Vn im oberen Bereich und über zwei erste Ventile Vn im unteren Bereich und schließlich in der fünften Verteilervorrichtung VS5 über fünf erste Ventile Vn im oberen und drei erste Ventile Vn im unteren Bereich.
Ein derartiges Verteilersystem VS lässt sich nahezu beliebig erweitern. Die jewei- ligen ersten Ventile Vn finden, abhängig vom jeweiligen verfahrenstechnischen Prozess, den es mit dem vorliegenden Verteilersystem VS zu gestalten gilt, über ihre jeweiligen ersten Gehäusestutzen Vn.1a, die in der schematischen Darstellung nicht gezeigt sind, Anschluss an eine der Rohrleitungen R1 bis R20. Ohne auf Einzelheiten des im Ausführungsbeispiel ausschnittsweise dargestellten Ver- teilersystems VS1 bis VS5 und den mit diesem darstellbaren verfahrenstechnischen Prozess einzugehen, sei lediglich festgestellt, dass beispielsweise jeweils ein erstes Ventil Vn im unteren Bereich der jeweiligen Verteilervorrichtungen VS1 bis VS5 ein sog. Restentleerungsventil sein wird, das an eine gemeinsame Leitung, beispielsweise im vorliegenden Ausführungsbeispiel an die Rohrleitung R11 , anzuschließen ist. Falls die Verteilervorrichtungen VS1 bis VS5 einer chemischen Reinigung unterzogen werden, was in der Regel der Fall sein wird, ist jeweils ein erstes Ventil Vn im oberen Bereich der jeweiligen Verteilervorrichtun-
gen VS1 bis VS5 an eine Rohrleitung, im vorliegenden Falle beispielsweise die Rohrleitung R1, anzuschließen, wobei diese Rohrleitung beispielsweise Natronlauge führt. Aufgrund dieser Anordnung ist es beispielsweise möglich, ausgehend von der Rohrleitung R1 , sämtliche Strömungspfade einer ClP-Reinigung zu unterziehen (CIP: cleaning in place). Ein Spülen, beispielsweise mit Wasser, oder ein Sterilisieren der Strömungspfade, beispielsweise mit Dampf geeigneter Temperatur, ist in entsprechender Weise möglich. Hierzu ist es lediglich erforderlich, dass jede Verteilervorrichtung VS1 bis VS5 an die jeweilige Leitung, die Spülwasser oder Dampf führt, angeschlossen ist.