Rahmen für eine Schiebetür oder ein Schiebefenster
Gegenstand der Erfindung ist ein Rahmen für eine Schiebetür oder ein Schiebefenster gemäss Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Rahmenkonstruktionen für Schiebetüren oder Schiebefenster sind in vielen Ausführungen bekannt. Bei der vorliegenden Erfindung geht es um einen Rahmen für eine Schiebetür oder ein Schiebefenster, wie es beispielsweise in der EP-A2 1353034 beschrieben wird. Schiebefenster der genannten Gattung zeichnen sich dadurch aus, dass deren Rahmenprofil möglichst wenig in den lichten Querschnitt der Fensteroder Türöffnung hineinragen. Sie sind folglich sehr fein ausgeführt, d.h. bei u-förmigem Querschnitt des Rahmenprofils sind die Höhen der beiden Schenkel im Verhältnis zur Breite der Basis, welche die beiden Glasscheiben und das Distanzhalte-Element zwischen den beiden Glasscheiben überspannt, sehr kurz. Der Rahmen bzw. das den Rahmen bildende Profil hat
einerseits die Aufgabe, die Kanten der beiden Glasscheiben zu schützen und andererseits Basis für die Befestigung der Trag- und Führungselemente zu bilden, ohne dass eine Kältebrücke gebildet wird. Dazu schlägt das oben bezeichnete Dokument ein Profilteil, Aufnahmeprofil genannt, vor, dessen Basisschenkel durch ein Einsatzelement thermisch getrennt ist. Das bekannte Rahmenprofil liegt an den beiden Unterkanten der Glasscheiben sowie dem Distanzhalte-Element an und ist mit diesen durch eine Klebe- -Dichtungsmasse verbunden.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Schaffung eines Rahmens für eine Schiebetür oder ein Schiebefenster, dessen Profil eine Hinterlüftung der Distanzhalte-Elemente ermöglicht und gleichzeitig eine optimale thermische Isolation zwischen dem auf der Gebäude-Aussenseite und dem auf der Gebäude-Innenseite zu liegen kommenden Schenkel des Rahmens gewährleistet.
Gelöst wird diese Aufgabe durch einen Rahmen gemäss den Merkmalen des Patentanspruchs 1.
Es gelingt durch die Gestaltung des Querschnitts des Profils für den Rahmen, eine kostengünstige, einfach mit den bereits verbundenen, vom Glaslieferanten gefertigten Glasscheiben dicht zu verbinden. Die Rahmenprofile sind mit Glasfilamenten, welche in Längsrichtung der Profile in
letztere eingelegt sind, armiert. Sie ergeben mit den Glasscheiben eine Einheit von gleichem e-Modul, so dass an den Kontaktstellen zwischen den Glasscheiben und dem Rahmen keine Scherkräfte auftreten. Damit ist eine über Jahre sichere und wasserdichte Verbindung erstellbar. In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung kann durch die Ausbildung der Topographie der Innenseite des Rahmenprofils mit einer geringen Menge Dichtmittel eine optimale wasserdichte Verklebung erreicht werden. Durch die stufenförmige Ausbildung der beiden auf den Oberflächen der Scheiben liegenden Schenkel des Rahmenprofils lassen sich insbesondere an den vertikal verlaufenden Scheibenkanten ein Metallprofil-Element werkzeugfrei befestigen, welche bei Schiebetüren den Führungsgriff bilden und/oder eine Dichtung zum benachbarten Fenster tragen. Der Rahmen bzw. die den Rahmen bildenden Profile können in einfacher Weise völlig präzise winkelig zueinander auf die Glaskanten aufgebracht und mit diesen befestigt werden, indem sie während der Aushärtung des Klebers/Dichtmittels in ein v-förmig ausgebildetes Werkzeug eingelegt werden.
Anhand illustrierter Ausführungsbeispiele wird die Erfindung näher erläutert. Es zeigen
Figur 1 einen Querschnitt durch die Kante einer aus durch ein Distanzelement verbundenen Gläsern
bestehenden Glasscheibe mit vertikal angeordneten Rahmenprofi1e, Figur 2 einen Querschnitt durch das Rahmenprofil in Figur 1, Figur 3 einen Querschnitt durch die Kante einer aus durch ein Distanzelement verbundenen Gläsern bestehenden Glasscheibe für horizontal liegende Profile, Figur 4 einen Querschnitt durch das Rahmenprofil in Figur 3 , Figur 5 einen Querschnitt durch die Kante einer aus durch ein Distanzelement verbundenen Gläsern bestehenden Glasscheibe in einer weiteren Ausführungsform der Erfindung und Figur 6 einen Querschnitt durch das Rahmenprofil in Figur 5 in einer weiteren Ausführungsform der Erfindung.
Die in den Figuren 1 und 2 dargestellten Rahmenprofile, kurz Profile 1, weisen im wesentlichen einen u-förmigen Querschnitt auf, wobei die Höhe h der beiden Schenkel 3 im Verhältnis zur Länge 1 oder zur Breite b der Basis vorzugsweise kleiner ist. Zwischen den beiden Schenkeln 3 ist in Figur 1 eine der vertikalen Kanten einer Glasscheibe 7 einer Schiebetür oder eines Schiebefensters ersichtlich. Letztere umfasst zwei Gläser 9, die durch ein Distanzhalteelement 11, meist ein Hohlprofil, in
gegenseitigem Abstand gehalten werden. Das Distanzhalteelement 11 ist stirnseitig mit den beiden Gläsern 9 dicht verklebt.
Die Profile 1 sind aus mit Glasfasern, verstärktem Kunststoff gefertigt und die filamentförmigen Glasfasern sind in Längsrichtung der Profile 1 in diese eingebettet. Vorzugsweise sind Glasfasern zu einem Bündel zusammengefasst und mit oder ohne einen aus Glasfasern bestehenden Mantel ins Profil 1 eingelegt (Fasern 10 in Figur 3 angedeutet) .
In der Basis 5 des Profils 1 ist scheibenseitig eine längs des Profils 1 verlaufende Ausnehmung 13 eingelassen. Diese erstreckt sich über eine Breite b, welche etwa der Breite a des Distanzhalteelements 11 entspricht (vgl. Figur 1). Die Innenflächen 15 der beiden Schenkel 3 sind vorzugsweise nicht über die gesamte Höhe h als ebene Fläche ausgebildet, sondern nur in einem Teilbereich 17. Oberhalb und unterhalb dieses Teilbereichs 17 sind Einstiche 19 und 21 ausgebildet, welche sich über die gesamte Länge des Profils 1 erstrecken. In diesen beiden Bereichen 19,21 ist der Abstand zwischen den Oberflächen der Gläser 9 und der Innenfläche 15 der Schenkel 3 vergrössert. Dies erlaubt es, an diesen Stellen eine grössere Menge von Dicht- und Klebemasse 27 einzubringen, welche witterungsbedingte und nicht hundertprozentig ausschliessbare Relativ-Bewegungen zwischen dem Profil 1 und den Gläsern 9 aufnehmen können, d.h. allfällige
geringe Scherkräfte werden durch die Klebe- und Dichtmasse schadlos aufgenommen. Im weiteren wird durch diese Anordnung das Einbringen der Dichtungsmasse 27 in geeigneter Menge sowohl im horizontal als auch im vertikal liegenden Bereich erleichtert. Insbesondere kann in den zwischen den Gläsern 9 und den Schenkeln 3 im Bereich der Einstiche 21 entstehenden Raum nach dem Zusammenfügen der Glasscheibe 7 mit dem Profil 1 Dicht- und Klebemasse 27 eingefüllt werden (vgl. strich-punktierte Linie 23 in Figur 1) .
Der entstehende Raum 29 zwischen der durch die Unterkanten 25 der Gläser 9 gebildeten Ebene und der Unterkante der Ausnehmung 13 ermöglicht eine Hinterlüftung und - falls nötig - eine Entwässerung des Distanzhalteelements 11 zwischen den Gläsern 7 für den Fall, dass in diesen Bereich Feuchtigkeit eingedrungen ist. Im weiteren wird durch die durch die Ausnehmung 13 gebildete Dünnstelle in der Basis 5 des Profils 1 eine optimale thermische Trennung der beiden Schenkel 3 und insbesondere zwischen dem aus Metall bestehenden Distanzhalteelement 11 und der Rauminnen- und Aussenseite bewirkt. In der Basis 5 können Bohrungen 6 angebracht sein, durch welche allenfalls eingedrungene Feuchtigkeit austreten kann. Die Aussenseite der Schenkel 3 des Profils 1 kann eben sein (vergleiche Figuren 3 und 4) oder, wie in den Figuren 1,2 und 5 eine Profilierung aufweisen. Die Profilierung
gemäss den letztgenannten Figuren dient dazu, an den Profilen 1, die an den Schiebefenstern oder Schiebetüren vertikal zu liegen kommen, Abschlussleisten 8 aus Metall oder Kunststoff werkzeugfrei aufzuclipsen. Die Abschlussleisten 8 (vergl. Figur 5) dienen einerseits dazu, Griffe zu tragen, mit denen die Schiebetüren bzw. Schiebefenster erfasst und verschoben werden können und andererseits können an diesen Leisten Dichtungselemente zum gegenseitigen Abdichten zweier übereinander verschiebbarer Glasscheiben 7 angebracht werden. Der Aufbau dieser Leisten zum Dichten oder als Griffträger wird hier nicht näher erläutert.
Die aussen glatten Schenkel 3 der Ausführung gemäss Figuren 3,4 und 6 werden an den horizontal zu liegen bestimmten Schenkeln der Glasscheiben 7 eingesetzt, wo keine weiteren Elemente befestigt werden müssen. Dort dienen die Profile 1 direkt oder indirekt der Abstützung von Laufwagen oder anderen Rollenträgern. Um eine optimale Seitenführung der Glasscheiben 7 auch dann zu gewährleisten, wenn diese nicht absolut plan sind, kann an der Basis 5 eine Schwalbenschwanznut 33 ausgebildet sein. In die Schwalbenschwanznut 33 können Führungselemente 31 eingesetzt werden, welche die Glasscheibe 7 und damit die Schiebetür in einer die letztere tragenden Laufschiene (nicht dargestellt) seitlich führen. Es wird dadurch auch verhindert, dass durch eine nicht plane Glasscheibe 5 die seitlichen Dichtungselemente (nicht dargestellt)
undgleichmässig zusammengedrückt werden. Das in Figur 3 rein schematisch dargestellte Führungselement 31 steht stellvertretend für entsprechend der verwendeten Laufschiene ausgeformte Führungselement 31.
In der Ausgestaltung der Erfindung gemäss den Figuren 5 und 6 sind an der Stelle einer Ausnehmung in der Basis 5 im Querschnitt rechteckförmige Leisten 29 eingesetzt. Diese bringen die Unterkante der beiden Gläser 9 sowie das dazwischen liegende Distanzhalteelement 11 in einen Abstand zur Oberfläche der Basis 9 und bilden folglich die Ausnehmung 13. Bei dieser Ausführungsform sind zusätzliche Arbeiten beim Verbinden der Profile 1 mit der Glasscheibe 7 notwendig.
Nachfolgend wird die Montage der Profile 1 auf den Kanten der Glasscheiben 7 näher erläutert. Nach dem Zuschneiden der Profile 1 auf die der zu rahmenden Glasscheibe 7 entsprechenden Abmessungen, werden in die Profile 1 Gummistreifen von etwa 5mm Breite in mehr oder weniger regelmässigen Abständen eingelegt und danach raupenför ig Dichtungsmasse 27 eingespritzt. Durch das Aufsetzen der Glasscheibe 7 wird die Dichtungsmasse im Zwischenraum zwischen der Oberfläche der Gläser 9 und der Innenseite der Schenkel 3 sowie der Basis 5 verteilt. Wenn genügend Dichtungsmasse 27 eingespritzt worden ist, quillt die überschüssige Menge im Bereich des Einstichs 21 heraus und
kann dort sauber abgetrennt werden. Ist nicht genügend Dichtungsmasse 27 vorhanden, so kann diese ohne weiteres nachträglich noch in den Einstich 21 eingebracht werden. Um eine absolut rechtwinklige Ausrichtung der sich an den Ecken der Glasscheiben 7 stossenden Profile 1 zu erlangen, wird die Glasscheibe 7 mit jeweils zwei benachbarten Profilen 1 in ein Werkzeug eingelegt, das aus zwei rechtwinklig zueinander liegenden Flächen besteht, an denen die Profile anliegen. Nach der Aushärtung der Dichtungsmasse 27, beispielsweise über Nacht, können die Glasscheiben 7 an den beiden noch frei gebliebenen Kanten mit Profilen versehen werden und entsprechend um 180° gedreht in das Montagewerkzeug eingelegt werden. Vorzugsweise liegen die beiden Auflagebereiche des Werkzeugs in einem Winkel von 45° zur Horizontalen. Die vor dem Einbringen der Dichtmasse 27 in die Profile 1 eingelegten Gümmistreifen (keine Abbildung) dienen dazu, dass an jeder Stelle eine minimale Menge von Dichtmasse 27 zwischen der Oberfläche der Profile 1 und den Kanten der Gläser 9 vorhanden ist und folglich eine absolut einwandfreie Abdichtung und Verklebung erfolgen kann.