VERFAHREN UND VORRICHTUNG ZUR DESTILLATION VON LOSUNGEN AN EINER MEMBRAN
Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur Destillation von Lösungen, insbesondere zur Erzeugung von Frischwasser aus Meer- oder Brackwasser.
Auf dem Gebiet der herkömmlichen thermischen Meerwasserentsalzung existieren grundsätzlich drei verschiedene Verfahren:
Mehrstufenentspannungsverdampfung (MSF = Multi Stage Flash) - Mehrfacheffektentsalzung (MED = Multi Effect Desalination) Brüdenverdichtung, eine Kombination aus mechanischen und thermischen Verfahren (VC = Vapor Compression) .
Sämtliche bisher bekannten Membrandestillationsverfahren (MD) nutzen das MSF-Verfahren.
Bei der Destillation wird eine Flüssigkeit verdampft und der Dampf kondensiert. Somit eignet sich die Destillation z.B. für die Trennung von Flüssigkeiten mit unterschiedlichem Dampfdruck und für die vollständige oder teilweisen Trennung/ Abtrennung von Flüssigkeiten aus Salzlösungen.
Eine in der Praxis realisierbare Destillationsvorrichtung muss sowohl kostengünstig als auch energieeffizient sein. Nur wenn beide Bedingungen erfüllt sind, ist ein entsprechender Destillationsprozess sinnvoll.
Umsetzbar sind diese Vorgaben mittels der bereits genannten Membrandestillation. Bei einer solchen Membrandestillation wird ein poröses dampfdurchlässiges Material benutzt. So wird in der US 3,340, 186 eine Vorrichtung beschrieben, bei der eine luftgefüllte mikroporöse, hydropho- be Membran eingesetzt wird, so dass eine so genannte Direktkontakt- Membrandestillation durchführbar ist. Dabei treten der warme Meerwasserstrom und der kalte Destillationsstrom in direkten Kontakt mit der Membran.
In der EP 0 088 315 AI wird eine Vorrichtung zur kontinuierlichen Destillation von heißen salzhaltigen Lösungen oder von Flüssigkeitsgemischen mit unterschiedlichem Dampfdruck beschrieben. Diese bekannte Vorrichtung besteht aus einer thermisch leitenden dampfundurchlässigen Schicht, die eine langgestreckte Wand bildet, sowie einer hydrophoben dampfdurchlässigen Membran, die eine benachbarte bzw. gegenüberliegende Wand bildet, wobei die beiden Wände gemeinsam eine lang gestreckte Destillationssammelkammer bzw. einen entsprechenden oder Destillationssammelkanal bilden. Die Kammer bzw. der Kanal besitzt einen Auslass für das Destillat. Bei einer bevorzugten Ausführung dieser bekannten Membrandestillation wird eine Spiralwickelkonfiguration genutzt. Dabei fließt kaltes Meerwasser (Feed) in einer spiralförmigen Kammer in deren Zentrum und nimmt dabei Wärme von der Kondensationsfläche auf. Dieses durch den Kondensationsvorgang des Destillats vorgewärmte Meerwasser (Feed) wird nun durch eine Heizung weiter erwärmt und anschließend in einem Konzentratkanal geführt. Die heiße Lösung strömt dann durch den von der Membran begrenzten Kanal nach außen. Beim Durchströmen des Konzentratkanals verdampft ein Teil der Lösung durch die Membran.
In der EP 1 185 356 wird ein Verfahren zur Reinigung einer Flüssigkeit durch Membrandestillation beschrieben, bei dem aus einem Flüssigkeitsstrom entstehender Dampf eine den Flüssigkeits ström begrenzende poröse Wand passiert. Der Dampf kondensiert an einer kühlen Kondensatorober- fläche und bildet einen Kondensatstrom. Die Kondensatoroberfläche trennt einen zugeführten Flüssigkeitsstrom vom Destillationsstrom. Dieser zugeführte Flüssigkeitsstrom strömt im Gegenstrom zum dampfabgebenden Flüssigkeitsstrom. Um den Destillationsstrom pro treibender Krafteinheit zu vergrößern, wird im Gaskanal ein Druck aufrechterhalten, der unter dem Umgebungsdruck. jedoch über dem Dampfdruck der den Dampf abgebenden Flüssigkeit liegt.
Im Zusammenhang mit den bekannten Membrandestillationsverfahren ergibt, sich nun eine Reihe von Problemen. So ist bei sämtlichen bekann- ten Membrandestillationsverfahren (MD-Verfahren) die umgesetzte Energiedichte gering, was darauf zurückzuführen ist, dass bei den bekannten Verfahren stets oberhalb des Siededampfdrucks der aufzukonzentrierenden Lösung gearbeitet wird und die entstehenden Dampfmengen damit entsprechend gering sind. Hinzu kommt, dass bei den bekannten MD- Verfahren die bei der Kondensation des erzeugten Dampfes freiwerdende Kondensationswärme stets durch die Erwärmung eines Flüssigkeitsstromes aufgenommen wird. Beim Verfahren mit einem Gasspalt (Air Gap) wird der Dampf an einer dampf- und flüssigkeitsdichten Oberfläche kondensiert und die freiwerdende Kondensationswärme wird durch Wärmelei- tung und Wärmeübergang an die Flüssigkeit übertragen. Beim Direktkontakt-Verfahren tritt der an der Grenzfläche der wärmeren Flüssigkeit zur Membran entstehende Dampf durch die Membran und kondensiert in der an die Membranwand angrenzende kältere Flüssigkeit. Hier wird die Verdampfungswärme dem Flüssigkeitsstrom durch Abkühlung entzogen und dem zugeführten Flüssigkeitsstrom durch Erwärmung wieder zuge-
führt. Um die Verdampfungswärme für einen Liter Destillat bereitzustellen, sind mindestens 20 Liter wässrige Flüssigkeit von 80°C auf 40°C abzukühlen. Der Lösungsstrom muss also mindestens zwanzigmal so groß sein wie der erzeugte Destillatstrom.
Bei den bekannten MD-Verfahren wird die Kondensationswärme des Destillats also stets durch die Erwärmung der zuströmenden Flüssigkeit aufgenommen, was einen im Vergleich zur Destillaterzeugung zumindest zwanzigmal größeren Massenstrom erfordert.
Dazu müssen bei den bekannten MD -Verfahren große Flüssigkeitsmassenströme umgepumpt werden, was einen hohen Bedarf an Hilfsenergie (Pumpen) pro Einheit erzeugten Produkts mit sich bringt. Überdies muss bei einem Betrieb, bei dem die Lösung für eine höhere Aufkonzentration im Kreis gefahren wird und nur Teile der Lösung verworfen werden, die auf der heißen Seite zugeführte Wärme im Wesentlichen über einen -Kühler wieder entnommen werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Verfahren sowie eine verbesserte Vorrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, bei dem die zuvor genannten Probleme beseitigt sind. Dabei sollen insbesondere die Energiedichte erhöht, die umgepumpten Flüssigkeitsvolumen sowie der Bedarf an Hilfsenergie reduziert, die Wärmerückgewinnung verbessert sowie eine Kühlung wie bei der bekannten Mehrstufen- entspannungsverdampfung (MSF- Verfahren) vermieden werden.
Bezüglich des Verfahrens wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst,
a) dass ein eine betreffende Lösung enthaltender Flüssigkeitsstrom auf zumindest einer Seite durch eine mikroporöse hydrophobe Membran begrenzt wird,
b) dass dafür gesorgt wird, dass ein Teil der Flüssigkeit aus dem die Membran berührenden Flüssigkeitsstrom verdampft und der entstehende Dampf durch die Membran hindurch in einen Dampfkanal gelangt, in dem der Absolutdruck an allen Stellen unterhalb des Umgebungsdruckes liegt,
c) dass eine von der Membran getrennte dampf- und flüssigkeitsdichte Kondensationswand eingesetzt wird, an der der Dampf zumindest teilweise kondensiert, und
d) dass die vom Dampfkanal abgewandte Seite der Kondensationswand zumindest abschnittsweise wieder von einem die betreffende Lösung enthaltenden Flüssigkeits ström berührt ist, der auf der gegenüberliegenden Seite wieder durch eine mikroporöse hydrophobe Membran begrenzt wird, so dass die dem Flüssigkeitsstrom zugeführte Kondensationsenergie zumindest teilweise wieder in Verdampfungsenergie umgesetzt wird.
Bevorzugt werden die Verfahrensschritte a) bis d) mehrfach wiederholt.
Vorteilhafterweise wird an einer jeweiligen Membran nach einem Membrandestillationsverfahren mit kontinuierlichem Temperaturverlauf ein Teil der Flüssigkeit aus dem Flüssigkeitsstrom verdampft. Es ist insbesondere auch eine solche Ausgestaltung des Verfahrens denkbar, bei der an einer jeweiligen Membran nach einem Membrandestillationsverfahren in kon-
kreten Stufen mit zugeordneten Temperaturstufen ein Teil der Flüssigkeit aus dem Flüssigkeitsstrom verdampft wird.
Zweckmäßigerweise wird am Ende des Verfahrens der restliche, noch verbliebene Dampf am zugeführten, die betreffende Lösung enthaltenden Flüssigkeitsstrom kondensiert.
Bevorzugt werden am Ende des Verfahrens insbesondere auch die austretenden Ströme an aufkonzentrierter Lösung und Destillat gegen den zugeführten Flüssigkeitsstrom gekühlt.
Die im Zusammenhang mit den bekannten Verfahren genannten Probleme können also beispielsweise durch die folgenden Schritte beseitigt werden:
Aus einem Flüssigkeitsstrom, der zumindest auf einer Seite stets oder meist durch eine mikroporöse Membran begrenzt wird, wird ein Teil der Flüssigkeit verdampft, wobei der verdampfte Anteil als Dampf, insbesondere Dampf, durch die Membran hindurchtritt und an einer von der Membran getrennten dampf- und flüssigkeitsdichten Fläche wieder kondensiert wird. Dieser Kondensationsfläche oder -wand liegt wieder eine mikroporöse hydrophobe Membranwand gegenüber, die mit der genannten Kondensationsfläche oder -wand einen schmalen, mit Lösung gefüllten Strömungskanal von einer Breite in einem Bereich von beispielsweise etwa 1 bis etwa 8 mm, bevorzugt etwa 2 bis 5 mm, begrenzt. Die der Kondensationsfläche oder -wand zugeführte Kondensationsenergie wird somit im Bereich des Strömungskanals gleich wieder in Verdampfungsenergie umgewandelt.
Der Absolutdruck des für das Membrandestillationsverfahren verwendeten Dampfraums kann an allen Stellen unterhalb des Umgebungsdruckes liegen. Der erzeugte Dampf kann dann entsprechend seines Dampfdru-
ckes an der dampfdruck-/ temperaturkorrespondierenden Stelle des MD- Verfahrens kondensieren.
In einem Membrandestillationsverfahren mit kontinuierlichem Tempera- turverlauf oder in konkreten Stufen mit zugeordneten Temperaturstufen wird Salzlösung an einer Membranwand verdampft. Der Dampf tritt durch eine mikroporöse, hydrophobe Membran in einen Dampfkanal mit Unterdruck und kondensiert an einer temperatur-/ dampfdruckkorrespondierenden Stelle an der Kondensationsfläche. Die an der Kondensations- fläche aufgenommene Latentwärme wird sofort wieder zum Verdampfen aus der auf der anderen Seite angrenzenden Lösung durch eine Membran verwendet. Dieser Vorgang wiederholt sich mehrfach, wobei die Energieeffizienz mit der Anzahl der Wiederholungen steigt.
Am Ende des Verfahrens wird der restliche, das Verfahren verlassende Dampf an- der zugeführten Lösung kondensiert. Überdies werden die austretenden Ströme an aufkonzentrierter Lösung und Destillat gegen die zugeführte Lösung gekühlt.
Bezüglich der Vorrichtung wird die zuvor angegebene Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst,
a) dass ein eine betreffende Lösung enthaltender Flüssigkeits ström auf zumindest einer Seite durch eine mikroporöse hydrophobe Membran begrenzt ist,
b) dass ein Teil der Flüssigkeit aus dem die Membran berührenden Flüssigkeitsstrom durch die Membran hindurch in einen Dampfkanal verdampft, in dem der Absolutdruck an allen Stellen unterhalb des Umgebungsdruckes liegt,
c) dass eine von der Membran getrennte dampf- und flussigkeitsdichte Kondensationswand vorgesehen ist, an der der Dampf zumindest teilweise kondensiert, und
d) dass die vom Dampfkanal abgewandte Seite der Kondensationswand zumindest abschnittsweise wieder von einem die betreffende Lösung enthaltenden Flüssigkeitsstrom berührt ist, der auf der gegenüberliegenden Seite wieder durch eine mikroporöse hydrophobe Memb- ran begrenzt ist, so dass die dem Flüssigkeitsstrom zugeführte Kondensationsenergie zumindest teilweise wieder in Verdampfungsenergie umgesetzt wird.
Dabei ist vorzugsweise eine Mehrfachanordnung von jeweils die Merkmale a) bis d) aufweisenden Einheiten vorgesehen.
Eine bevorzugte praktische Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass der die betreffende Lösung enthaltende Flüssigkeitsstrom zumindest teilweise in einem spiralförmigen Flüssigkeitskanal geführt ist, der auf einer Seite durch eine mikroporöse hydrophobe Membran und auf der gegenüberliegenden Seite durch eine dampf- und flussigkeitsdichte Kondensationswand begrenzt ist, wobei infolge der spiralförmigen Anordnung des Flüssigkeitskanals zwischen dessen Windungen ein entsprechend spiralförmiger Dampfkanal gebildet ist, der auf einer Seite durch die Membran und auf der gegenüberliegenden Seite durch die Kondensationswand begrenzt ist. Durch eine spiralförmige Anordnung gelingt es, dass die Membranfläche stets gegenüber der beispielsweise durch eine Folie gebildeten Kondensationswand zu liegen kommt. Der aus der Lösung durch die Membran tretende Dampf trifft also stets auf eine Kondensationsfläche. Eine solche Ausführungs-
form entspricht thermodynamisch einem Mehrfacheffektverfahren mit kontinuierlichem Dampfdruckverlauf. Der das Modul verlassende, nicht auskondensierte Dampf wird in einem Kühler oder Kondensator kondensiert, der durch die gegenströmende Lösung gekühlt wird. Dabei wird die Lösung in erwünschter Weise vorgewärmt. Das entstehende Destillat wird mit einer Pumpe abgezogen und über einen von der Lösung durchströmten Kühler geführt, wobei die Lösung wiederum vorgewärmt wird. Bevor die Lösung in die Membrandestillationsvorrichtung eintritt, wird sie über einen Wärmetauscher noch weiter erhitzt.
Es ist jedoch beispielsweise auch eine solche Ausführung der erfindungsgemäßen Vorrichtung denkbar, bei der Dampf aus einem Dampferzeuger einer ersten Stufe aus mehreren Platten zugeführt ist, die den Dampf aufnehmende, zueinander parallele Kondensationskanäle aufweist, die auf einander gegenüberliegenden Seiten jeweils durch eine dampf- und flussigkeitsdichte Kondensationswand begrenzt sind, wobei diesen Kondensationswänden andererseits jeweils wieder eine mikroporöse hydrophobe Membran gegenüberliegt, um gemeinsam mit der Kondensationswand einen jeweiligen Flüssigkeitskanal für eine die betreffende Lösung enthal- tenden Flüssigkeitstrom zu bilden. Zwischen zwei einander gegenüberliegenden Membranen ist jeweils ein Dampfraum gebildet, in dem der Absolutdruck an allen Stellen unterhalb des Umgebungsdruckes liegt. Dabei sind zweckmäßigerweise zumindest zwei, jeweils mehrere Platten umfassende Stufen hintereinander geschaltet. In diesem Fall können die aus einer jeweils vorangehenden Stufe austretenden, die betreffende
Lösung enthaltenden Flüssigkeitsströme den Flüssigkeitskanälen und der aus einer jeweils vorangehenden Stufe austretende Dampf den Kondensationskanälen der jeweiligen nachfolgenden Stufe zugeführt werden. Durch das Hintereinanderschalten mehrerer solcher Stufen kann ein Membrandestillationsverfahren verwirklicht werden, das thermodyna-
misch einem Mehrfacheffektverfahren entspricht. Das zunehmende Dampfvolumen kann durch eine entsprechende Erhöhung der Plattenzahlen in den einzelnen Stufen aufgefangen werden.
Der der ersten Stufe vorgeschaltete Dampferzeuger kann insbesondere mehrere zueinander parallele, jeweils durch zwei einander gegenüberliegende mikroporöse hydrophobe Membranen begrenzte Flüssigkeitskanäle für einen die betreffende Lösung enthaltenen Flüssigkeits ström umfassen, wobei an eine Membran jeweils ein Dampfraum angrenzt, in dem der Absolutdruck an allen Stellen unterhalb des Umgebungsdruckes liegt.
Der aus dem spiralförmigen oder Plattenmodul austretende nicht auskondensierte Dampf kann in einem Kühler oder Kondensator kondensiert werden, der durch den die betreffende Lösung enthaltenden zugeführten Flüs sigkeits ström gekühlt wird .
Zweckmäßigerweise ist wenigstens eine Pumpe zum Abziehen des entstehenden Destillats vorgesehen.
Das entstehende Destillat kann über einen vom zugeführten Flüssigkeitsstrom durchströmten Kühler geführt sein.
Zweckmäßigerweise ist der zugeführte Flüssigkeitsstrom vor der Membrandestillation über einen Wärmetauscher zusätzlich erhitzbar.
Die Erfindung wird im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert; in dieser zeigen:
Figur 1 eine beispielhafte Ausführungsform einer insbesondere zur Erzeugung von Frischwasser aus Meer- oder Brack-
wasser einsetzbaren Destillationsvorrichtung mit einem spiralförmigen Kanal für den die betreffende Lösung enthaltenden Flüssigkeitsstrom, und
Figur 2 eine weitere beispielhafte Ausführungsform der Destillationsvorrichtung mit hintereinander geschalteten, jeweils mehrere Platten umfassenden Stufen.
Figur 1 zeigt in schematischer Darstellung eine beispielhafte Ausfüh- rungsform einer insbesondere zur Erzeugung von Frischwasser aus Meeroder Brackwasser einsetzbaren Destillationsvorrichtung 10 mit einem spiralförmigen Flüssigkeitskanal 12 für den die betreffende Lösung enthaltenden Flüssigkeitsstrom.
Demgegenüber ist in der Figur 2 in schematischer Darstellung eine beispielhafte Ausführungsform einer Destillationsvorrichtung 10 mit hintereinander geschalteten, jeweils mehreren Platten umfassenden Stufen 14, 16 wiedergegeben.
Bei beiden Ausführungsformen sind jeweils folgende Merkmale verwirklicht:
a) ein die betreffende Lösung enthaltender Flüssigkeitskanal 12 ist auf zumindest einer Seite durch eine mikroporöse hydrophobe Membran 20 begrenzt.
b) Ein Teil der Flüssigkeit aus dem die Membran 20 berührenden Flüssigkeitsstrom wird durch die Membran 20 hindurch in einen Kondensationskanal 22 oder in einen Dampfraum 23 verdampft, in
dem der Absolutdruck an allen Stellen unterhalb des Umgebungs- druckes liegt.
c) Zudem ist eine von der Membran 20 getrennte dampf- und flüssig- keitsdichte Kondensationswand 24 vorgesehen, an der der Dampf zumindest teilweise kondensiert.
d) Die vom Dampfkanal 22 abgewandte Seite der Kondensationswand 24 ist zumindest abschnittsweise wieder von einem die betreffende Lösung enthaltenden Flüssigkeitsstrom berührt. Auf der gegenüberliegenden Seite ist der diesen Flüssigkeitsstrom führende Flüssigkeitskanal 12 wieder durch eine mikroporöse hydrophobe Membran 20 begrenzt, so dass die dem Flüssigkeitsstrom zugeführte Kondensationsenergie zumindest teilweise wieder in Verdampfungsenergie umgesetzt wird .
Wie anhand der Figuren 1 und 2 zu erkennen ist, ist bevorzugt eine Mehrfachanordnung von jeweils die Merkmale a) bis d) aufweisenden Einheiten vorgesehen.
Bei der Ausführungsform der Figur 1 ist der die betreffende Lösung enthaltende Flüssigkeitsstrom zumindest teilweise in einem spiralförmigen Flüssigkeitskanal 12 geführt. Dieser spiralförmige Flüssigkeitskanal 12 ist auf einer Seite durch eine mikroporöse hydrophobe Membran 20 und auf der gegenüberliegenden Seite durch eine dampf- und flüssigkeitsdichte Kondensationswand 24 begrenzt.
Infolge der spiralförmigen Anordnung des Flüssigkeitskanals 12 ist zwischen dessen Windungen ein entsprechend spiralförmiger Dampfkanal 22
gebildet, der auf einer Seite durch die Membran 20 und auf der gegenüberliegenden Seite durch die Kondensationswand 24 begrenzt ist.
In der Darstellung gemäß Fig. 1 ist die Membran 20 als unterbrochene Linie und die Kondensationsfläche oder -wand 24 als durchgezogene Linie dargestellt.
Der die betreffende Lösung enthaltende Flüssigkeitsstrom 18, insbesondere Meer- oder Brackwasser, wird über eine Pumpe 26 zugeführt. Der Flüssigkeitsstrom durchströmt einen Wärmetauscher 28, einen Kondensator 30, einen weiteren Wärmetauscher 32 und wird dabei jeweils weiter vorgewärmt. In einem Wärmetauscher 34 wird der die betreffende Lösung enthaltende Flüssigkeits ström 18 schließlich bis auf die obere Prozesstemperatur erwärmt.
An der Stelle A tritt der erwärmte Flüssigkeitsstrom in das spiralförmige Modul ein. Der Flüssigkeitskanal 12 für die Flüssigkeitsströmung ist auf einer Seite von der Membran 20 (unterbrochene Linie) und dieser gegenüberliegend von der Kondensationsfläche oder -wand 24 begrenzt (durchge- zogene Linie). Der Kanal auf der nicht von der Salzlösung benetzten Seite der Membran, der andererseits durch die Kondensationswand 24 begrenzt wird, bildet den Dampfkanal 22. Das Destillat, das sich im Kanal CC sammelt, wird von einer Destillatpumpe 36 abgepumpt. Der Restdampf wird über das Vakuum im Dampfkanal 22 durch eine Vakuumpumpe 38 abgesaugt und dabei im Kondensator 30 an dem zuströmenden, die betreffende Lösung enthaltenden Flüssigkeitsstrom kondensiert. Das Kondensat wird aus dem Kondensator 30 mittels der Destillatpumpe 36 über den Wärmetauscher 28 abgezogen.
Am Ende des Flüssigkeitskanals 12 wird die restliche Flüssigkeitsströmung bei B abgezogen, über den Wärmetauscher 32 geführt und in Pfeilrichtung in ein geeignetes Reservoir, z.B. bei der Meerwasserentsalzung in das Meer, rückgeführt.
Bei der Ausführung gemäß Figur 2 wird der Dampf aus einem Dampferzeuger 40 einer ersten Stufe 14 mit mehreren Platten zugeführt, die den Dampf aufnehmende, zueinander parallele Kondensationskanäle 21 aufweist, die aufeinander gegenüberliegenden Seiten jeweils durch eine dampf- und flussigkeitsdichte Kondensationswand 24 begrenzt sind.
Diesen Kondensationswänden 24 liegt andererseits jeweils wieder eine mikroporöse hydrophobe Membran 20 gegenüber, um gemeinsam mit der ihr zugeordneten Kondensationswand 24 einen jeweiligen Flüssigkeitska- nal 12 für einen die betreffende Lösung enthaltenden Flüssigkeitsstrom zu bilden. - . .. -
Zwischen zwei einander gegenüberliegenden Membranen 20 wird jeweils wieder ein Dampfraum 23 gebildet, in dem der Absolutdruck an allen Stellen unterhalb des Umgebungsdruckes liegt.
Dabei sind zumindest zwei jeweils mehrere Platten umfassende Stufen 14, 16 hintereinander geschaltet.
Die aus einer jeweils vorangehenden Stufe 14 austretenden, die betreffende Lösung enthaltenden Flüssigkeitsströme werden den Flüssigkeitskanälen 12 der jeweiligen nachfolgenden Stufe 16 und der aus einer jeweils vorangehenden Stufe 14 austretende Dampf der Dampfräume 23 den Kondensationskanälen 21 der jeweiligen nachfolgenden Stufe 16 zuge- führt.
Der den Stufen 14, 16 vorgeschaltete Dampferzeuger 40 umfasst mehrere zueinander parallele, jeweils durch zwei einander gegenüberliegende mikroporöse hydrophobe Membranen 20 begrenzte Flüssigkeitskanäle 12 für einen jeweiligen die betreffende Lösung enthaltenden Flüssigkeitsstrom 18. Dabei grenzt an eine jeweilige Membran 20 jeweils ein Dampfraum 23 an, in dem der Absolutdruck an allen Stellen unterhalb des Umgebungsdruckes liegt.
Der aus den Plattenmodulen 14, 16 austretende, nicht auskondensierte Dampf wird in einem Kühler oder Kondensator 42 kondensiert, der durch den die betreffende Lösung enthaltenden, über eine Pumpe 26 zugeführten Flüssigkeits ström gekühlt wird. An den Kühler bzw. Kondensator 42 ist wieder eine Vakuumpumpe 38 angeschlossen.
Das entstehende Destillat wird über eine Pumpe 36 abgezogen, wobei es über einen vom zugeführten Flüssigkeitsstrom durchströmten Kühler oder Wärmetauscher 28 geführt wird. Die das Plattenmodul verlassende Lösung wird über einen vom zugeführten Flüssigkeitsstrom durchströmten Wärmetauscher 44 geführt.
Vor der Membrandestillation wird der zugeführte Flüssigkeitsstrom 18 über einen Wärmetauscher 34 weiter erhitzt.
Bezugszeichenliste
10 Destillationsvorrichtung
12 Flüssigkeitskanal
14 erste Stufe
16 zweite Stufe
20 Membran
21 Kondensationskanal
22 Dampfkanal
23 Dampfraum
24 Kondensationswand
26 Pumpe
28 Wärmetauscher
30 Kondensator
32 Wärmetauscher
34 Wärmetauscher
36 D e stillatpumpe
38 Vakuumpumpe
40 D ampferzeuger
42 Wärmetauscher
44 Wärmetauscher
A Eintrittsstelle
B Austrittsstelle
C C Dampfkanal