WERKZEUGMASCHINE MIT EINEM REVOLVERKOPF UND EINEM SYSTEM FÜR MINIMALMENGESCHMIE¬ RUNG
Die Erfindung betrifft eine Werkzeugmaschine mit einem /Antriebsmotor und einem dem 7Antriebsmotor zugeordneten Spannsystem für ein Werkzeug, mit einem System zur 10 Minimalmengenschmierung, das eine mit einer Druckluftquelle verbundene erste Leitung und eine mit einer Schmiermittelcjuelle verbundene zweiten Leitung aufweist .
15 Eine derartige Werkzeugmaschine ist in der DE 102 38 203 AI offenbart, bei der die erste Leitung und die zweite Leitung zu einer in der Maschinenspindel angeordneten Mischkammer führen, von der eine Mischleitung zu dem einen aus einem Werkzeugmagazin entnommenen Werkzeug geführt 20 ist, das in der Werkzeugaufnahme eingespannt ist. Bei dieser Werkzeugmaschine sind die Vorteile der
Minimalmengenschmierung genutzt, die allerdings mit dem Nachteil eines häufigen Werkzeugwechsels erkauft werden müssen, da stets nur ein Werkzeug zur Bearbeitung des Werkstückes zur Verfügung steht.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Werkzeugmaschine der eingangs genannten Art so auszubilden, daß ein häufiger Wechsel der Einspannung des Werkzeuges vermieden werden kann.
Diese Aufgabe wird nach der Erfindung bei einer Werkzeugmaschine der eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß das Spannsystem durch einen Revolverkopf mit mindestens einem Mehrspindelbohrkopf oder Winkelkopf mit einer Mehrzahl von Arbeitsspindeln mit zugeordneten
Werkzeugaufnahmen gebildet ist, daß die erste Leitung und die in einer der 7Anzahl der Arbeitsspindeln entsprechenden Anzahl vorliegende zweite Leitung in den Revolverkopf eingekoppelt sind und durch die Revolverkopfnabe zu einer mit dem Mehrspindelbohrkopf um die Revolverkopfnabe drehbaren Verteilerscheibe geführt sind, auf der für jeden Mehrspindelbohrkopf eine Druckluftransferleitung sowie Schmiermitteltransferleitungen in einer der 7Anzahl der zweiten Leitungen entsprechenden 7Anzahl angeordnet und in der Arbeitsposition des Mehrspindelbohrkopfes leitend mit der ersten Leitung und der zweiten Leitung verbunden sind, und daß die Drucklufttransferleitung und die Schmiermitteltransferleitungen zu einer der Arbeitspindel zugeordneten Mischkammer führen, von der eine Mischleitung zu der Werkzeugaufnahme führt.
Durch diese Erfindung werden die Vorteile der Minimalmengenschmierung mit der eines Revolverköpfes kombiniert, der gleichmäßig um die Revolverkopfnabe verteilt eine Vielzahl von der einer Maschinenspindel zugeordneten Werkzeugen an dem Werkstück zum Einsatz bringen kann, ohne stets Spannvorgänge der Werkzeuge ausführen zu müssen. Darüberhinaus ist es möglich, an jedem Arbeitsplatz des Revolverkopfes einen Mehrspindelbohrkopf anzuordnen mit einer Mehrzahl von Arbeitsspindeln, so daß die 7Anzahl der Werkzeuge, die an dem Werkstück zum Einsatz gebracht werden können vervielfacht ist und eine sehr hohe Effizienz bei der Bearbeitung des Werkstückes erreicht wird, und zwar auch bei Einsatz der Minimalmengenschmierung.
Um bei einem Weiterschalten des Revolverköpfes einen Verlust von Schmiermittel zu vermeiden und damit verbundenen Verunreinigungen vorzugbeugen, ist jeder zweiten Leitung in der Revolverkopfnabe ein Schnellventil zugeordnet.
Die Vorteile der effizienten Bearbeitung des Werkstückes sind dann besonders ausgeprägt, wenn der Revolverkopf bis zu sechs Mehrspindelbohrköpfe aufweist, wobei durch die erfindungsgemäße Konstruktion es möglich ist, daß der Mehrspindelbohrkopf bis zu vier Arbeitsspindeln mit Spanneinrichtungen für das Werkzeug aufweist, so daß im Ergebnis bis zu vierundzwanzig Werkzeuge einem Revolverkopf zugeordnet und zum Einsatz an dem Werkstück gebracht werden können.
Im Rahmen der Erfindung weiterhin besonders bevorzugt ist es, wenn die Mischleitung einstückig, ohne Dichtfugen ausgeführt ist. Bei der Minimalmengenschmierung nach der Erfindung ist zu beachten, daß die Druckluft und das Schmiermittel in der Mischkammer zusammengeführt werden, daß dort aber kein Aerosol oder keine feine Emulsion gebildet werden, sondern die Druckluft das auf der Innenfläche der Mischleitung verteilte Schmiermittel als Grenzflächenschmierung in Förderrichtung mitreißt. Jede Kante, Fuge, Nut oder allgemein Versackung bewirkt nun, daß das Schmiermittel sich zunächst in dieser Versackung ansammelt und diese auffüllt, bis weiteres Schmiermittel über die Oberfläche der aufgefüllten Versackung weitertransportiert wird. Da aber bei jedem Werkzeugwechsel, der in kurzen Taktzeiten erfolgt, der Schmierfilm abreißt, ist bei einer Vielzahl von Versackungen eine ausreichende Schmierung nicht gewährleistet, so daß sich durch die erfindungsgemäße Gestaltung der große Vorteil ergibt, daß Versackungen über die Länge der Mischleitung vollständig vermieden sind.
Die Führung der Mischleitung bis zu dem Werkzeug ist dadurch ermöglicht, daß die Spannsysteme durch Hohlschaftkegel gebildet sind, die spindelseitig Durchgangsöffnungen für die Mischleitungen aufweisen.
Es hat sich als günstig erwiesen, daß die Mischleitung aus einem Kohlefaserröhrschen gebildet ist, das mit den geforderten Oberflächeneigenschaften in einfacher Weise kostengünstig herzustellen ist.
Im folgenden wird die Erfindung an einem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel näher erläutert; es zeigen:
Fig. 1 die Vorderansicht eines Revolverkopfes mit - der Übersichtlichkeit halber - nur einen dargestellten Mehrspindelbohrkopf,
Fig. 2 einen Längsschnitt durch den Revolverkopf aus Fig. 1,
Fig. 3 den Schnitt III - III aus Fig. 1, und
Fig. 4 einen Längsschnitt durch einen 7Antriebsmotor einer Werkzeugmaschine mit dem daran angesetzten Revolverkopf .
In der Zeichnung ist zur besseren Übersichtlichkeit von einer Werkzeugmaschine in Fig. 4 lediglich der Antriebsmotor 1 mit dem daran angesetzten Revolverkopf 2 dargestellt, wobei der Revolverkopf 2 das Spannsystem für das Werkzeug darstellt und auch ein der Werkzeugmaschine zugeordnetes System zur Minimalmengenschmierung integriert, das eine mit einer Druckluftquelle verbundene erste Leitung 3 und eine mit einer Schmiermittelquelle verbundene zweite Leitung 4 aufweist. Bei dem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel weist der Revolverkopf 2 sechs gleichmäßig um die Revolverkopfnabe 5 verteilt angeordnete Revolverarbeitsplätze 6 auf, auf denen jeweils ein Mehrspindelbohrkopf 7 angeordnet sein kann, wobei in der Zeichnung wiederum zur Verbesserung der Übersichtlichkeit jeweils nur ein Mehrspindelbohrkopf 7 mit drei Arbeitsspindel 8 dargestellt ist. Es ist aber
darauf hinzuweisen, daß die Konstruktion des Revolverkopfes 2 es ermöglicht, daß der Mehrspindelbohrkopf 7 oder Winkelkopf bis zu vier Arbeitsspindeln 8 mit Spanneinrichtungen für das Werkzeug auf eist .
Die erste Leitung 3 und die in einer der Anzahl der Arbeitsspindeln 8 entsprechenden 7Λnzahl vorliegende zweite Leitung 4, von der nur eine in Fig. 2 dargestellt ist, sind in den Revolverkopf 2 eingekoppelt und durch die
Revolverkopfnabe 5 zu einer mit dem Mehrspindelbohrkopf 7 um die Revolverkopfnabe 5 drehbaren Verteilerscheibe 9 geführt, auf der für jeden Mehrspindelbohrkopf 7 eine Drucklufttransferleitung 10 sowie Schmiermitteltransferleitungen 11 in einer der 7Anzahl der zweiten Leitungen 4 entsprechenden Anzahl angeordnet sind. In der Arbeitsposition des Mehrspindelbohrkopfes 7 sind diese Drucklufttransferleitung sowie Schmiermitteltransferleitungen 11 leitend mit der ersten Leitung 3 und der zweiten Leitung 4 verbunden. Die Drucklufttransferleitungen 10 und die Schmiermitteltranferleitungen 11 führen zu einer der Arbeitsspindel 8 zugeordneten Mischkammer 12, von der eine Mischleitung 13 zu der Werkzeugaufnahme 14 führt. Jeder zweiten Leitung 4 in der Revolverkopfnabe 5 ist ein
Schnellventil 15 zugeordnet. Im Ergebnis kann daher das Schmiermittel durch die zweiten Leitungen 4 zu dem Schnellventil 15 und von dort zu der Verteilerscheibe 9 geführt werden, während die Druckluft durch die erste Leitung 3 durch die Revolverkopfnabe 5 zu der
Verteilerscheibe 9 geführt ist. Über diese in der Revolverkopfnabe 5 angeordneten zweiten Leitungen 4 und erste Leitung 3 wird die Verteilerscheibe 9 verdreht, der
für jeden Mehrspindelbohrkopf 7 die Drucklufttransferleitung 10 sowie die
Schmiermitteltransferleitungen 11 zugeordnet sind, so daß für den Einsatz einer bestimmten Arbeitsspindel 8 des Mehrspindelbohrkopfes 7 das zugeordnete Schnellventil 15 geöffnet wird und den Transfer des Schmiermittels zu der Mischkammer 12 frei gibt. Für den Einsatz einer anderen Arbeitsspindel 8 des Mehrspindelbohrkopfes 7 wird das zugeordnete Schnellventil 15 geöffnet. Ist die Bearbeitung des Werkstückes durch sämtliche Werkzeuge des
Mehrspindelbohrkopfes 7 abgeschlossen, wird bei geschlossenen Schnellventilen 15 der Revolverkopf 2 um die Revolverkopfnabe 5 weitergedreht, so daß die dem anderen Revolverkopfplatz 6 zugeordnete Drucklufttransferleitung 10 sowie die
Schmiermitteltransferleitungen 11 mit der Verteilerscheibe 9 über der ersten Leitung 3 und den zweiten Leitungen 4 platziert und leitend verbunden werden.
Von der Mischkammer 12 ausgehend wird das Schmiermittel durch die ohne Dichtfugen beziehungsweise Versackungen ausgebildete Mischleitung 13 zu dem eingespannten Werkzeug geführt, wobei die Spannsysteme Hohlschaftkegel aufweisen, die spindelseitig Durchgangsöffnungen für die
Mischleitungen 13 besitzen, so daß diese einstückig zu den Werkzeugaufnahmen geführt werden.