Hochreflektiv beschichteter mikroτnechanischer Spie¬ gel, Verfahren zu dessen Herstellung sowie dessen Verwendung
Die Erfindung betrifft hochreflektiv beschichtete mikromechanische Spiegel für den tief-ultravioletten (DUV) - und vakuum-ultravioletten (VUV) -Spektralbe¬ reich, basierend auf einem Substrat, einer hoch¬ reflektiven Aluminium-Schicht, mindestens einer transparenten VergütungsSchicht und mindestens einer Kompensationsschicht zur Stresskompensation. Ebenso betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung derartiger hochreflektiv beschichteter mikromechani¬ scher Spiegel sowie deren Verwendung u.a. zur Her- Stellung von Mikrosensoren, optischen Datenspeichern oder Video- und Datenprojektionsdisplays.
Die Erzeugung, Modulierung, Leitung und Detektion von Licht bilden gegenwärtig Schwerpunkte auf dem Gebiet der Optik-Forschung. Die stetige Steigerung der Modu-
lationsgeschwindigkeiten und der Trend zu höheren In¬ tegrationsdichten forcieren die Miniaturisierung mik¬ rooptischer Bauelemente und führten zur Entwicklung von auf Nanostrukturen basierenden funktionellen Schichten für aktive optische Komponenten. Die Syner¬ gie aus Opto-Elektronik und Mikromechanik führte zu einer neuen Klasse integrierter mikrooptoelektro- mechanischer Systeme (MOEMS) mit komplett neuen An¬ wendungsfeldern und großem Potential für die nahe Zu- kunft. Beispiele für MOEMS-Anwendungen sind Phasen- frontkorrekturen durch adaptive Optik, Lab-on-chip- sowie Telekommunikations-Anwendungen.
Eine völlig neue Anwendung, die den Hintergrund die- ser Erfindung bildet, ist die UV-Lithographie mittels Flächenlichtmodulatoren (engl, spatial light modula- tors, SLM) , bei der die Produktivität der herkömmli¬ chen optischen Lithographie und die hochauflösenden Eigenschaften der Elektronenstrahllithographie verei- nigt werden (U. Ljungblad, U. Dauderstädt, P. Dürr, T. Sandström, H. Buhre, H. Lakner, „New laser pattern generator for DUV using spatial light modulator", Microelectronic Engineering 57-58 (2001) 23-29; T. Sandström, U.B. Ljungblad, P. Dürr, H. Lakner „High-performance laser pattern generation using spa¬ tial light modulators (SLM) and deep-UV radiation, Proceedings of SPIE Vol. 4343 (2001) 35; R. Thielsch, „Optical coatings for the DUV/VUV", in Interference Coatings, by N. Kaiser and H. K. Pulker (Hrsg.), Springer Series in Optical Sciences, Volume 88 (2003)) . Anwendungen dieser Technologie sind Masken- belichter zur Herstellung von Photomasken für die Halbleitertechnologie bzw. Direktbelichtungssysfceme für die maskenlose Lithographie, welche gegenüber den existierenden Laser- bzw. Elektronenstrahl-basierten BeIichtungsSystemen deutlich kostengünstiger und
schneller sind. Diese Systeme arbeiten im DUV- bzw. VUV-Spektralbereich, wo aufgrund der starken Absorp¬ tion der meisten Materialien Strahlenschäden eine wichtige Rolle spielen. Die Verminderung der Absorp- tion reflektierender Mikroaktuatoren, sog. Mikrospie- gel, bzw. das Erreichen hoher Reflektivitäten im DUV/VUV (>90%) ist daher nicht nur zur Verringerung von Lichtverlusten, sondern vor allem auch zur Ver¬ hinderung von Degradationseffekten an MikroSpiegeln dringend geboten. Obwohl die Technologie massiver Spiegel für den DUV/VUV-Bereich weitgehend bekannt ist, gibt es bisher keine optischen Verspiegelungen für Mikrospiegel im DUV/VUV, welche diese Anforderun¬ gen erfüllen. Grund dafür sind die im Vergleich zu massiven Spiegeln um ein Vielfaches komplexeren Band¬ bedingungen, denen eine zur Technologie der MOEMS kompatible Verspiegelung genügen muss.
Zur Herstellung von Verspiegelungen gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Konzepte:
1. dielektrische Bragg-Spiegel, d.h. Stapel aus Schichten mit hohem bzw. niedrigem Brechungsin¬ dex und 2. metallische Spiegel
Speziell für den DUV/VUV-Bereich wurden in der Lite¬ ratur sowohl Bragg-Spiegel (Zs. Czigany, M. Adamik, N. Kaiser, „248 nm laser interaction studies on LaF3/MgF2 optical coatings by cross-sectional trans- mission electron microscopy", Thin Solid Films 312 (1998) 176-181; A. Gatto, J. Heber, N. Kaiser, D. Ristau, S. Günster, J. Kohlhaas, M. Marsi. M Tro- vo, R.P. Walker, „High-performance DUV/VUV optics for the Storage Ring FEL at ELETTRA", Nuclear Instruments and Methode in Physics Reasearch A 483 (2002) 357-
362; N. Kaiser, H.K. Pulker (Editors) , Optical Inter- ference Coatings (Springer Series in Optical Scien¬ ces, 88), Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York, 2003) als auch vergütete Aluminiumspiegel vor- gestellt. Es existieren integrierte Mikrospiegel- Arrays mit unvergüteten Aluminium-Spiegeln für Anwen¬ dungen im sichtbaren Spektralbereich (VIS) , die in Projektionsdisplays eingesetzt werden. Mikrospiegel- Arrays für Anwendungen im UV (u.a. maskenlose Litho- graphie bei 248 nm) werden vom Fraunhofer Institut für Photonische Mikrosysteme Dresden gefertigt. Als Material kommt hier eine unvergütete Aluminium-Legie¬ rung zum Einsatz. Nur wenige Arbeiten beschäftigen sich mit vergüteten Verspiegelungen für mikromechani- sehe Aktuatoren. Die existierenden Arbeiten beschrän¬ ken sich dabei auf den sichtbaren Spektralbereich (400-800 nm) . Bisher sind keine Arbeiten zu vergüte¬ ten Mikrospiegeln für das DUV/VUV bekannt.
Die Anwendung reflektierender Mikroaktuatoren im DUV und VUV (140-400 nm) erfordert deren Beschichtung mit hochreflektierenden Schichtsystemen, um einerseits den Intensitätsverlust durch Absorption und Streuung zu minimieren, und andererseits den Leistungseintrag in das Aktuatormaterial sowie dadurch verursachte strukturelle Instabilitäten, wie z.B. das Verbiegen freitragender Strukturen, aber auch Oxidation bzw. Korrosion der Aktuatormaterialien zu vermeiden. Im Gegensatz zu den massiven großflächigen hochreflek- tierenden (HR) Spiegeln müssen Spiegelschichten auf freitragenden Mikroaktuatoren zusätzlichen Anforde¬ rungen genügen: Die HR-Verspiegelung muss mit Verfah¬ ren der Halbleitertechnologie strukturierbar sein, wobei sich ihre Reflektivität nicht durch Anwendung dieser Verfahren verringern darf. Um die Ebenheit der Mikroaktuatoren in einem Temperaturintervall um den
Arbeitspunkt zu gewährleisten, müssen die im allge¬ meinen aus zwei und mehr Schichten aufgebauten ver¬ spiegelten Aktuatσren in Bezug auf SchichtSpannungen und thermische Ausdehnung kompensiert sein.
Ausgehend hiervon war es Aufgabe der vorliegenden Er¬ findung planare mikromechanische Spiegel bereitzu¬ stellen, die strukturierbare hochreflektive Beschich- tungen im Spektralbereich des DUV und VUV aufweisen.
Diese Aufgabe wird durch den hochreflektiv beschich¬ teten mikromechanischen Spiegel mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie durch das Verfahren zur Herstellung derartiger Spiegel mit den Merkmalen des Anspruchs 20 gelöst. Die weiteren abhängigen Ansprüche zeigen vor¬ teilhafte Weiterbildungen auf. In den Ansprüchen 21 und 22 werden die Verwendungen der erfindungsgemäßen mikromechanischen Spiegel beschrieben.
Erfindungsgemäß wird ein hochreflektiv beschichteter mikromechanischer Spiegel für den tief-ultravioletten (DUV) - und vakuum-ultravioletten (VUV) -Spektral¬ bereich mit einem Substrat und darauf abgeschiedener Aluminium-Schicht, die mit mindestens einer transpa- renten VergütungsSchicht überzogen ist, bereitge¬ stellt . Die Vergütungsschicht hat dabei mehrere Funk¬ tionen. Einerseits schützt sie die Aluminium-Schicht vor Oxidation und Korrosion, andererseits erhöht sie die Reflektivität im angestrebten Wellenlängenbe- reich.
Als weiteres wesentliches Merkmal weist der Spiegel mindestens eine Kompensationsschicht zur Stresskom¬ pensation auf. Vergütete Aluminium-Spiegel lassen sich bei geeigneter Wahl der Abscheideparameter mit sehr geringen SchichtSpannungen auf verschiedenen Un-
terlagen abscheiden. Gemeinsam mit den benötigten ge¬ ringen Schichtdicken der Verspiegelungen bewirkt dies, dass eine Stresskompensation der Vergütung durch die mindestens eine zusätzliche Kompensations- schicht erreicht werden kann. So wird eine hohe PIa- narität auch für sehr dünne Mikrospiegel mit einer Dicke < 1 μm ermöglicht. Die Trennung zwischen Aktua- tor-Material, d.h. Substrat, und Verspiegelung ermög¬ licht zudem die getrennte Optimierung der funktionel- len Eigenschaften beider Bestandteile.
Der erfindungsgemäße Spiegel weist eine Reflektivität R von mindestens 70 % auf, wobei gleichzeitig eine hohe Planarität D, d.h. die mittlere Abweichung der Spiegelfläche von einer Ausgleichsebene, von maximal λ/4 gegeben ist.
Unter Substrat ist im Rahmen der vorliegenden Erfin¬ dung auch eine Trägerschicht zu verstehen. Diese kann innerhalb des auf einem SchichtStapel bestehenden Spiegels an beliebiger Position innerhalb des Schichtstapels angeordnet sein.
Verglichen mit den alternativ anwendbaren dielektri- sehen Schichtsystemen haben vergütete Aluminium-Ver¬ spiegelungen im Hinblick auf die Technologie von Mik- rospiegeln mehrere Vorteile. Die für die jeweilige Wellenlänge optimale Reflektivität wird bereits bei einer relativ. geringen Gesamtdicke der Verspiegelung, d.h. etwa 100 bis 150 nra im Spektralbereich von 140 bis 400 nm, erreicht, was bei schwer ätzbaren Vergü¬ tungen die Strukturierung überhaupt erst ermöglicht und insbesondere für die Herstellung schmaler Struk¬ turen im Bereich von < 1 μm essentiell ist.
Vorzugsweise ist der Spiegel hinsichtlich der Dicke
der mechanischen und/oder thermischen Eigenschaften von Substrat und den einzelnen Schichten symmetrisch aufgebaut. Die mechanischen und thermischen Eigen¬ schaften betreffen hierbei insbesondere die Schicht- Spannung, das E-Modul und den Ausdehnungskoeffizien¬ ten.
Beim symmetrischen Aufbau des Spiegels ist die Ände¬ rung der Deformation mit der Temperatur sehr gering. So kann sie vorzugsweise unter einem Wert von λ/4 pro 10 Kelvin liegen.
Spiegel, in denen die Vergütungsschicht gleichzeitig die Punktion der Kompensationsschicht übernimmt, und die damit vom symmetrischen Design abweichen, sind Beispiele für grundsätzlich ebenso vorgesehene asym¬ metrische Aufbauten. Es kommen vorzugsweise Schicht¬ materialien nach Anspruch 18 zum Einsatz.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform unter¬ scheiden sich die Spannungen von Substrat und den einzelnen Schichten nur geringfügig. Dies wird da¬ durch erreicht, dass die Spannungen der Einzelschich¬ ten so eingestellt werden, dass die Änderungen der Deformation bei einer prozessbedingten Schwankung der Dicke oder eines anderen Parameters einer oder mehre¬ rer Schichten minimiert wird. Besonders bevorzugt un¬ terscheidet sich die Spannung von Substrat und den einzelnen Schichten um maximal 200 MPa.
Der erfindungsgemäße Spiegel weist bevorzugt eine mittlere Spannung auf, die im Falle einer seitlichen Verankerung des Spiegels durch Dreh- oder Kippgelenke eine spontane Deformation (sog. Bückling) aus- schließt. Besonders bevorzugt ist der Spiegel daher im Mittel tensil verspannt, d.h. er weist eine Zug-
Spannung auf .
Hinsichtlich des zu verwendenden Substrates gibt es grundsätzlich keinerlei Beschränkungen. Vorzugsweise besteht das Substrat aus einem Material, dass die me¬ chanische Spannung für die für das Substrat relevan¬ ten Schichtdicken unabhängig von der Schichtdicke ist. Als Material für das Substrat kommen dabei so¬ wohl einkristalline, polykristalline, nanokristalline oder amorphe Materialien in Frage. Als bevorzugte Ma¬ terialien sind hier insbesondere Silizium und/oder Aluminium zu nennen.
In einer bevorzugten Variante besteht das Substrat oder mindestens eine Konzentrationsschicht aus einer Mischschicht aus SixAlyOzN(i_x-y_Z) mit 1 > z ≥ 0, 1 > y > 0, 1 > x > 0,05 und 1 > x+y > 0.7.
Eine andere Variante sieht ein Substrat oder mindes- tens eine Kompensationsschicht aus einer Mischschicht aus TixAIyO2Nd-x-y-z) mit l ≥ z ≥ O, 1 ≥ y ≥ 0, 1 > x > 0,05 und 1 > x+y > 0.7 vor. Dies schließt auch eine Schicht aus TiN ein.
Vorzugsweise besteht das Substrat oder mindestens eine Kompensationsschicht aus einer Mischschicht aus TaxSiyOzN{1.x.y-z) mit l ≥ z ≥ O, 1 > y ≥ 0,05, 1 > x > 0,05 und 1 > x+y > 0.7, wobei auch eine Schicht aus TaN möglich ist.
Eine andere bevorzugte Variante sieht ein Substrat oder mindestens eine KompensationsSchicht aus MoxSiyOzN(i-x-y-z) mit l ≥ z ≥ O, l ≥ y ≥ O, l ≥ x > 0,05 und 1 > x+y > 0.7, wobei auch eine Schicht aus MoN möglich ist.
Weiterhin ist bevorzugt, dass das Substrat mindestens eine Kompensationsschicht aus einer Mischschicht aus CθχSiyOzN(i-x-y_z) mit 1 > y > 0, 1 > x > 0,05, 1 > x+y > 0.7 und O73 > z > 0 enthält.
Vorzugsweise ist der erfindungsgemäße mikromechani¬ sche Spiegel im Spektralbereich von 140 bis 400 nm hochreflektiv. Der mikromechanische Spiegel zeigt aber auch hervorragende Ergebnisse im Spektralbereich von 400 bis 2000 nm aufgrund seiner hohen Reflektivi- tat.
In einer bevorzugten Ausführungsform besitzt die Alu¬ minium-Schicht eine Schichtdicke von 10 bis 1000 nm, insbesondere von 50 bis 200 nm und besonders bevor¬ zugt von 50 bis 100 nm.
Die Vergütungsschicht ist bevorzugt eine Fluorid- schicht, eine Oxid-Schicht und/oder deren Misch- schichten. Als Fluoridschichten sind insbesondere Schichten aus Magnesiumfluorid (MgP2) , Yttriumfluorid (YF3) , Lanthanfluorid (LaF3) , Aluminiumfluorid (AlF3) , Neodymfluorid (NdF3) , Bariumfluorid (BaF2) , Chiolith, Dysprosiumflourid (DyF3) , Gadoliniumflourid (GdF2) , Kryolith, Lithiumfluorid (LiF) , Natriumfluorid (NaF) , Lutetiumfluorid (LuF3) , Samariumfluorid (SmF3) , Strontiumfluorid (SrF2) , Terbiumfluorid (TbF3) , Yt- terbiumfluαrid (YbF3) , Zirkoniumfluorid (ZrF4) oder Mischungen dieser Materialien bevorzugt. Als Oxide sind Aluminiumoxid (Al2O3) , Siliziumoxid (SiO2) , Tan¬ taloxid (Ta2O5) , Niobiumoxid (Nb2O5) , Hafniumoxid (HfO2) , Titanoxid (TiO2) , Magnesiumoxid (MgO) oder Mischungen dieser Materialien bevorzugt. Es können hierbei auch Mischungen der Materialien der Oxide und Fluoride vorliegen. Derartige Vergütungsschichten bilden einen Schutz gegen die Oxidation der Alumini-
um-Schicht an Luft und. verringern so die von unge¬ schützten Aluminium-Spiegeln bekannte rasche Degrada¬ tion der Reflektivität im DUV/VUV.
Vorzugsweise weisen die Vergütungsschichten eine Schichtdicke im Bereich von 10 bis 200 nm, besonders bevorzugt im Bereich von 20 bis 100 nm auf und beson¬ ders bevorzugt von 30 bis 60 nm. Die Kompensations- schichten können dabei aus den Ansprüchen 9 bis 13 und 18 genannten Schichtmaterialien, aber auch andere Schichtmaterialien wie beispielsweise Germanium, Tan¬ tal, Titan oder Thoriumfluorid beinhalten.
Weiterhin ist es bevorzugt, dass auf der Aluminium- schicht, d.h. zwischen Aluminium-Schicht und Vergü¬ tungsschicht noch eine weitere Schicht aus Gold und/oder Silber angeordnet ist, wodurch eine hohe Reflektivität auch in anderen Wellenlängenbereichen, insbesondere im sichtbaren Bereich, erreicht werden kann.
Vorzugsweise sind die Aluminiumschicht, die mindes¬ tens eine Vergütungsschicht und die mindestens eine Kompensationsschicht lithographisch strukturierbar.
Erfindungsgemäß wird ebenso ein Verfahren zur Her¬ stellung hochreflektiv beschichteter mikromechani¬ scher Spiegel bereitgestellt, bei dem ein Substrat in einer Hochvakuum-Bedampfungskammer mit Aluminium, mindestens einer Kompensationsschicht und mindestens einer Vergütungsschicht aus einem Fluorid, Oxid oder deren Gemischen beschichtet wird. Die genaue Anord¬ nung der einzelnen Schichten im Schichtstapel ist da¬ bei beliebig. Die Abscheidung der Vergütungsschicht erfolgt dabei bei niedriger Substrattemperatur, d.h. < 1000C, unmittelbar nach Abscheidung der Aluminium-
Schicht im selben Vakuum-Zyklus .
Grundsätzlich sind für die Abscheidung sowohl physi¬ kalische Abscheideverfahren, z.B. Sputter-Deposition, thermische Verdampfung, oder chemische Abscheidever¬ fahren, z.B. nasschemische Techniken, CVD oder ALD, geeignet .
Verwendung finden die erfindungsgemäßen hochreflektiv beschichteten mikromechanischen Spiegel bei der Her¬ stellung von Mikrosensoren, optischen Datenspeichern und Video- und Datenprojektionsdisplays. Weitere An¬ wendungsrαöglichkeiten liegen im Bereich von lap-on- chip-Anwendungen bzw. Telekommunikations-Anwendungen.
Weitere Anwendungsmöglichkeiten des mikromechanischen Spiegels betreffen den Einsatz in einem Flächenlicht- modulator (SLM) -Spiegelarray. Derartige SLM-Spiegel- arrays können z.B. für die Belichtung von Masken oder Wafern in der Halbleiter-Lithographie, als dispersi- ves Element bei der Formung von Laserpulsen, bei der Vermessung von dreidimensionalen Gegenständen durch Streifenprojektionsverfahren, zur Ablenkung und Modi¬ fikation von Laserstrahlen in der Augenheilkunde so- wie als phasenmodulierendes Element bei der Korrektur von Abbildungsfehlern im optischen System, eingesetzt werden.
Anhand der nachfolgenden Figuren und dem folgenden Beispiel soll der erfindungsgemäße Gegenstand näher erläutert werden, ohne diesen auf die hier gezeigten speziellen Ausführungsformen zu beschränken.
Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung eines er¬ findungsgemäßen mikromechanischen Spiegels.
Fig. 2 zeigt eine Aufnahme eines integrierten Flä- chenlichtmodulators.
Fig. 3 zeigt ein Reflektionsspektrum einer erfin¬ dungsgemäßen Aluminium-Verspiegelung mit Fluorid-Ver- gütungsschicht.
Fig. 4 zeigt ein Reflektionsspektrum einer erfin¬ dungsgemäßen Aluminium-Verspiegelung mit Oxid-Vergü- tungsschicht .
Fig. 5 zeigt eine erfindungsgemäße Verspiegelung, die aus einer Aluminium-Schicht mit einer Schichtdicke von 90 nm und einer Oxid-Vergütungsschicht aus Al2O3 mit einer Schichtdicke von 38 nm, besteht.
Beispiel
Für die Anwendung in einer weltweit neuen Generation von DV-Maskenbelichtern wurden am Fraunhofer Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS) in Dresden quad¬ ratische, IS μm breite, um die Mittelachse kippbare Mikrospiegel in SLM-Mikrospiegel-Arrays (z.B. 1024 x 512 Spiegel) integriert. Jeder einzelne Spiegel ist hierbei über eine Streuelektrode individuell auslenk- bar. In den maskenlosen Lithographieanlagen der schwedischen Firma Micronic sind SLM-Arrays Bestand¬ teil der Projektionsoptik und arbeiten als program¬ mierbares optisches 2D-Gitter bei Wellenlängen von 248 nm bzw. 193 nm. Am Fraunhofer Institut für'Präzi- sionsoptik und Feinmechanik Jena (IOF) wurden spe¬ ziell für Wellenlängen von 193 nm und 157 nm vergü-
tete Aluminium-VerSpiegelungen entwickelt. Die HR- VerSpiegelungen wurden in einer Hochvakuum-Bedampf- ungskammer der Firma Balzers (Typ BAK640, ausgerüstet mit Kryopumpe, Elektronenstrahl- und thermischem Ver¬ dampfer, Basisdruck β«10'7mbar) hergestellt. Die Ver- spiegelungsschichten bestanden aus einer 75 nm dicken Aluminiumschicht (abgeschieden auf Silizium mit einer Rate von 30 nm/s) und verschiedenen dielektrischen Vergütungen, die bei einer Rate von 1 nm/s in der je¬ weils optimalen Dicke abgeschieden wurden. Die maxi¬ mal erreichten Reflektivitäten betrugen hierbei 91.2% für 193 nm bzw. 88.9% für 157 nm. Fig. 3 und Fig. 4 zeigen die experimentellen Reflexionsspektren der in Tabelle 1 spezifizierten Vorspiegelungen mit den ver¬ schiedenen Fluorid- bzw. Oxidvergütungsschichten.
Tabelle 1