Antrieb für eine Mischtrommel
Die Erfindung bezieht sich auf einen Antrieb für eine Mischtrommel, insbesondere eines Transport-Betonmischers, nach der im Oberbegriff von Anspruch 1 näher definierten Art.
Antriebe für Mischtrommeln, insbesondere für einen Transport-Beton¬ mischer, haben die Aufgabe, die Trommel in Drehrichtung "Einziehen" zu dre¬ hen, um beispielsweise den Beton in die Trommel zu befördern, die Trommel in Drehrichtung "Entleeren" zu drehen, um beispielsweise den Beton aus der Trommel zu befördern und das Gewicht der Trommel aufzunehmen und über einen Lagerbock an den Rahmen des Fahrzeugs weiterzuleiten.
Eine weitere Aufgabe ist es, bei der Fahrt des Fahrzeugs in unebenem Gelände Verformungen des Rahmens auszugleichen, wodurch ein Fehlwinkel der Trommel zum restlichen Fahrzeug auftritt. Da zwischen der Trommel und dem Fahrerhaus nur ein begrenzter Raum zu Verfügung steht, ist das Getriebe, insbesondere in axialer Richtung, kompakt auszuführen.
Die EP 11 86 390 B1 offenbart ein Getriebe für den Antrieb einer Misch¬ trommel, bei wechem ein langsamlaufender, hydrostatisch außen abgestützter Hydraulikmotor ein inneres Zentralrad einer Planetenstufe antreibt, dessen äußeres Zentralrad den Abtrieb bildet und einen Abtriebsflansch antreibt, wel¬ cher mit der Trommel verbunden ist.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Antrieb für eine Mischtrommel zu schaffen, bei welcher verschiedene Arten von Antriebs¬ motoren verwendet werden können.
Erfindungsgemäß weist das Getriebe ein Gehäuseteil auf, welches sich durch zwei Anflanschflächen auszeichnet, welche auf der der Mischtrommel abgewandten Seite angeordnet sind, wobei eine erste Anflanschfläche zum Anflanschen eines weiteren Gehäuseteils, welches ein Untersetzungsgetriebe umgibt, ausgebildet ist, und die zweite Anflanschfläche zum direkten Anflan¬ schen eines Hydraulikmotors ausgebildet ist. Vorzugsweise ist der direkt ange¬ flanschte Hydraulikmotor an der zweiten Anflanschfläche ein außen abgestütz¬ ter, langsamlaufender Hydraulikmotor, es besteht jedoch auch die Möglichkeit, hier einen Hydraulikmotor in Kurbelwellenausführung zu verwenden.
In einer weiteren Ausgestaltungsform ist die zweite Anflanschfläche so ausgebildet, dass ein äußeres Zentralrad der ersten Planetengetriebestufe, welche in dem weiteren Gehäuseteil angeordnet ist, direkt an der zweiten An¬ flanschfläche anliegt und an dieser befestigt ist. Das Gehäuseteil mit den zwei Anflanschflächen kann so ausgebildet sein, dass es einerseits flanschartig ausgebildet ist, um eine Lagerung aufzunehmen, über welche die Mischtrom¬ mel gelagert ist, und andererseits kann dieses Gehäuseteil mit einem Sockel verbunden sein, über welchen der Antrieb mit einem Lagerbock verbunden ist.
Indem das Gehäuseteil zwei Anflanschflächen aufweist, ist es möglich, entweder den Antrieb mit einer Untersetzungsgetriebestufe und einem direkt angebauten, langsamlaufenden, ein hohes Drehmoment abgebenden Hydrau¬ likmotor auszubilden, oder den Antrieb mit zwei Untersetzungsgetriebestufen auszubilden, wobei diesen Antrieb ein Antriebsmotor, vorzugsweise ein hy¬ draulischer Antriebsmotor, antreibt, welcher ein schnelllaufender Axialkolben¬ motor ist. Somit besteht die Möglichkeit, je nach Anwendungsfall, den geeigne¬ ten Antriebsmotor zu verwenden, ohne das Getriebe vollständig austauschen zu müssen. Es besteht auch die Möglichkeit, den Antriebsmotor zu wechseln, ohne die Trommel abstützen zu müssen, wobei die Verbindung der Trommel über die Lagerung und das Gehäuseteil zum Lagerbock beim Austausch des Hydraulikmotors und der ersten Planetenstufe erhalten bleibt.
Weitere Merkmale sind der Figuren-Beschreibung zu entnehmen. Es zeigen:
Fig. 1 einen Antrieb für eine Mischtrommel mit einem außen abgestützten, langsamlaufenden Hydraulikmotor, welcher an die zweite Anflanschfläche angeflanscht ist;
Fig. 2 einen Antrieb für eine Mischtrommel mit einem schnelllau¬ fenden Hydraulikmotor, welcher die Trommel über zwei Planetengetriebe antreibt, wobei das äußere Zentralrad des ersten Planetengetriebes an der zweiten Anflanschflä¬ che angeflanscht ist;
Fig. 3 einen Antrieb für eine Mischtrommel mit einem schnelllau¬ fenden Hydraulikmotor, bei welchem das äußere Zentralrad des ersten Planetengetriebes in einem Gehäuse befestigt ist, welches an der ersten Anflanschfläche anliegt und
Fig. 4 einen Antrieb für eine Mischtrommel mit einem schnelllau¬ fenden Hydromotor, bei welchem im weiteren Gehäuseteil zwei Planetenstufen angeordnet sind.
Fig. 1 :
Das Gehäuse 1 weist eine erste Anflanschfläche 2 und eine zweite An¬ flanschfläche 3 auf. Ein außen abgestützter, langsamlaufender Hydraulikmotor weist eine äußere Kurvenscheibe 4 auf, welche an der zweiten Anflanschflä¬ che 3 anliegt und im Gehäuse 1 über Verbindungselemente 5 ortsfest gehalten wird. Die Axialkraft dieses Hydraulikmotors wird über ein Lager 6 in das Gehäu¬ se 1 eingeleitet. Das Gehäuse 1 weist eine Trägerplatte 7 auf, an welcher bei¬ spielsweise ein Wassertank befestigt sein kann. Das Gehäuse 1 ist vorzugs-
weise einstückig mit einem Sockel 8 ausgebildet, welcher über ein elastisches Element 9 mit einem nicht gezeigten Lagerbock des Fahrzeugs verbunden ist, welcher mit einem Rahmenteil des Fahrzeugs befestigt ist. Das Gehäuse 1 weist einen flanschartigen Hals 10 auf, auf welchem Lager 11 befestigt sind, welche insbesondere als Kegelrollenlager ausgebildet sind, deren Innenringe ortsfest auf dem Hals 10 angeordnet sind. Ein Bauteil 12 ist mit den Außenrin¬ gen der Lager 11 verbunden und überträgt die Gewichtskraft der nicht gezeig¬ ten Trommel auf die Lagerung 11. Zusammen mit einem äußeren Zen-tralrad 13 bildet das Bauteil 12 einen Abtriebsflansch 14, welcher mit der nicht gezeig¬ ten Trommel verbunden ist. Um einen flüssigkeitsdichten Abschluß zu erhalten, weist der Antrieb eine Abdeckung 15, welche den Antrieb für die Mischtrommel flüssigkeitsdicht verschließt. Der Hydraulikmotor 16 treibt ein inneres Zentralrad 17 an, welches über Planeten 18 das äußere Zentralrad 13 antreibt. Der Plane¬ tenträger 19 liegt an der Stirnfläche des Halses 10 an und ist drehfest mit die¬ sem verbunden. Gleichzeitig begrenzt der Planetenträger 19 den axialen Bau¬ raum für die Lagerung 11.
In einer weiteren Ausgestaltungsform sind zwischen dem Planetenge¬ triebe und dem Hydraulikmotor 16 keine Dichtelemente vorhanden, wodurch das Schmiermittel des Hydraulikmotors 16 auch die Lagerung 11 und das Pla¬ netengetriebe schmiert und kühlt.
In einer weiteren Ausgestaltungsform der Erfindung ist zwischen dem inneren Zentralrad 17 und dem Hals 10 ein Dichtelement angeordnet, wodurch das Planetengetriebe mit einem Schmiermittel geschmiert und gekühlt wird, und der Hydraulikmotor 16 mit einem anderen Schmiermittel gekühlt und ge¬ schmiert wird, wobei die beiden Schmiermittel sich nicht vermischen.
Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, bei dieser Ausführungsform im Hydraulikmotor ein Dichtelement anzuordnen und dennoch den Hydraulikmotor und das mechanische Untersetzungsgetriebe über eine externe Leitung zu
verbinden, wodurch sich das Schmiermittel des Hydraulikmotors und des me¬ chanischen Getriebes vermischen kann.
In einer weiteren Ausgestaltungsform kann seitlich am Gehäuse 1 ein Kühler angeordnet sein, welcher das Schmiermittel des Hydraulikmotors kühlt.
Fig. 2:
Der Aufbau des Gehäuses 1 der Lagerung 11 des Bauteils 12 und des Planetengetriebes 20 unterscheidet sich nicht vom Aufbau des Antriebs in Fig. 1.
An der ersten Anflanschfläche 2 liegt ein Gehäuseteil 21 an und ist über Verbindungselemente 22 mit dem Gehäuse 1 verbunden. Das innere Zentral¬ rad 17 ist mit einem Planetenträger 23 drehfest verbunden, welcher Plane¬ ten 24 lagert, welches sich einerseits an einem äußeren Zentralrad 25 abstützt und andererseits über ein inneres Zentralrad 26 angetrieben wird. Das innere Zentralrad 26 wird von einem schnelllaufenden Axial-Hydraulikmotor 27 ange¬ trieben und ist mit der Abtriebswelle des Hydraulikmotors 27 einstückig ausge¬ bildet. Das äußere Zentralrad 25 liegt an der zweiten Anflanschfläche 3 an und ist über Verbindungselemente 28 im Gehäuse 1 gehalten. Somit ist es möglich, einen schnelllaufenden Hydraulikmotor 27 zu verwenden, ohne das Gehäuse 1 und das Planetengetriebe 20 zu verändern. Auch bei dieser Ausgestaltungs¬ form besteht die Möglichkeit, Dichtelemente zwischen dem inneren Zentral¬ rad 26 und dem Gehäuse des Hydraulikmotors 27 anzubringen, um getrennte Ölreservoirs zu schaffen. Es besteht auch die Möglichkeit, den Antrieb ohne diese Dichtelemente auszuführen, um den Antrieb mit einem gemeinsamen Schmiermittel betreiben zu können.
Fig. 3:
Die Ausbildung des Antriebs nach Fig. 3 unterscheidet sich von der Ausbildung des Antriebs nach Fig. 2 dadurch, dass das äußere Zentralrad 25 im Gehäuseteil 21 angeordnet ist, wodurch die zweite Anflanschfläche 3 frei
bleibt. Das äußere Zentralrad 25 kann über eine selbstschneidende Verzah¬ nung oder andere Verbindungselemente mit dem Gehäuseteil 21 verbunden sein, es besteht jedoch auch die Möglichkeit, das äußere Zentralrad 25 und das Gehäuseteil 21 einstϋckig auszubilden. Die Abtriebswelle des Hydraulikmotors und das innere Zentralrad 26 sind zweistückig ausgebildet.
Fig. 4:
Der Antrieb nach Fig. 4 unterscheidet sich vom Antrieb nach Fig. 3 nur dadurch, dass im weiteren Gehäuseteil 29 eine erste Planetenstufe 30 von einem schnelllaufenden Hydraulikmotor 31 angetrieben wird und der Abtrieb der ersten Planetenstufe 30 eine zweite Planetenstufe 32 antreibt, deren Ab¬ trieb das innere Zentralrad 17 antreibt. Die äußeren Zentralräder der ersten Planetenstufe 30 und der zweiten Planetenstufe 32 stützen sich im weiteren Gehäuseteil 29 ab. Das weitere Gehäuseteil 29 ist an der zweiten Anflanschflä¬ che 3 befestigt.
Bezuαszeichen
1 Gehäuse 25 äußeres Zentralrad
2 erste Anflanschfläche 26 inneres Zentralrad
3 zweite Anflanschfläche 27 Hydraulikmotor
4 äußere Kurvenscheibe 28 Verbindungselemente
5 Verbindungselemente 29 weiteres Gehäuseteil
6 Lager 30 erste Planetenstufe
7 Trägerplatte 31 schnelllaufender
8 Sockel Hydromotor
9 elastisches Element 32 zweite Planetenstufe
10 Hals
11 Lager
12 Bauteil
13 äußeres Zentralrad
14 Abtriebsflansch
15 Abdeckung
16 Hydraulikmotor
17 inneres Zentralrad
18 Planeten
19 Planetenträger
20 Planetengetriebe
21 Gehäuseteil
22 Verbindungselemente
23 Planetenträger
24 Planeten