Brems- und Klemmeinrichtung mit Getriebe
Beschreibung:
Die Erfindung betrifft eine Klemm- und/oder Notbremsvorrich¬ tung zur Anbringung an einem mittels mindestens einer Füh- rungsschiene geführten Schlitten, wobei die Führungsschiene wenigstens eine Hintergriffkontur aufweist, wobei die Vorrich¬ tung mindestens ein Reibgehemme umfasst, das wenigstens eine, an die Führungsschiene entgegen der Wirkrichtung der Halte¬ kraft der Hintergriffskontur anpressbare Reibbacke aufweist und wobei das Reibgehemme mittels der Federkraft mindestens eines Federelements in eine Richtung und mittels eines pneuma¬ tischen, hydraulischen, elektromagnetischen, elektromechani- schen oder piezoelektrischen Antriebs erzeugter Vorschubkraft in die entgegengesetzte Richtung bewegt wird.
Aus der DE 199 02 596 Al und der US 4,953,988 sind derar¬ tige Klemmungen für Linearantriebe bekannt. Sie benötigen je¬ doch zum Aufbringen der erforderlichen Klemmkräfte ein großes Bauvolumen.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Problemstellung zugrunde, eine Brems- und/oder Klemmvorrichtung zu entwickeln, die bei
großen Klemmkräften einen einfachen und bauraumsparenden Auf¬ bau hat und zudem dauerhaft wartungsfrei ist.
Diese Problemstellung wird mit den Merkmalen des Hauptanspru¬ ches gelöst. Dazu ist zwischen dem die Klemmkraft aufbringen¬ den Antrieb und der Reibbacke mindestens ein einstufiges me¬ chanisches oder pneumatisch/hydraulisches kraftübersetzendes Getriebe angeordnet.
Als Getriebe zwischen einem z.B. flach bauenden pneumatischen Zylinder-Kolben-Antrieb oder einem Membranantrieb und einer Reibbacke wird ein bauraumsparendes Hebelgetriebe eingesetzt, um die erforderliche Klemmkraft aufzubringen. Dabei kann der Antrieb, das Getriebe und die Reibbacke beispielsweise als komplette Vorrichtung bzw. Baugruppe aufgebaut sein. Diese Baugruppe kann bei der Montage der entsprechenden Maschine zwischen einen Schlitten und seine Führung eingebaut werden.
Dazu wird sie zwischen dem Führungsschuh und dem Schlitten in¬ tegriert. In den Ausführungsbeispielen hat der entsprechende Führungsschuh hierzu eine Bohrung, die sich zwischen der Schuhmontagefläche und der Führungsschiene erstreckt. Ggf. kann die Vorrichtung auch im Raum zwischen zwei auf einer Füh¬ rungsschiene benachbarten Führungsschuhen montiert sein.
Selbstverständlich kann die Vorrichtung auch vollständig in einen Führungsschuh oder in den Schlitten integriert werden.
Die Vorrichtung ist nicht auf lineare Führungen beschränkt. Sie kann auch auf Kreisbahnen oder anderen z.B. in einer Ebene liegenden gekrümmten Bahnen verwendet werden.
Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Unter¬ ansprüchen und der nachfolgenden Beschreibung schematisch dar- gestellter Ausführungsformen.
Figur 1: Dimetrische Ansicht einer Brems- und/oder
Klemmvorrichtung; Figur 2 : Teilquerschnitt einer Brems- und/oder
Klemmvorrichtung mit Führungsschiene;
Figur 3 Horizontalschnitt durch einen Teil der Vorrichtung;
Figur 4 Dimetrische Ansicht des vorderen Hebels zu Figur 1;
Figur 5 Dimetrische Ansicht des hinteren Hebels zu Figur 1 Figur 6 Querschnitt zu Figur 2 bei unbetätigter Klemmung;
Figur 7 Querschnitt zu Figur 2 bei betätigter Klemmung;
Figur 8 Vorrichtung mit gummielastischen Elementen;
Figur 9 Vergrößerte Hebelzwangskopplung zu Figur 8;
Figur 10 Vorrichtung mit sich kreuzenden Hebeln; Figur 11 Vorrichtung mit zweistufigem Getriebe;
Figur 12 Hebel in Startlage;
Figur 13 Hebel in Mittellage;
Figur 14 Hebel in Endlage;
Figur 15 Hebelprinzip zu Figur 12; Figur 16 Hebelprinzip zu Figur 13;
Figur 17 Hebelprinzip zu Figur 14;
Figur 18 Längsschnitt durch ein Schiebekeilgetriebe;
Figur 19 Querschnitt zu Figur 18.
Die Figur 1 zeigt eine Brems- und/oder Klemmvorrichtung in Form einer Adapterplatte (30) mit integriertem Reibgehem¬ meantrieb. Die relativ niedrig gestaltete Adapterplatte (30) inklusive des Reibgehemmeantriebs wird z.B. innerhalb einer
Schlittenführung zwischen einem auf einer ortsfesten Führungs¬ schiene (10) geführten Führungsschuh (20) und dem vom Füh¬ rungsschuh (20) getragenen Schlitten (1) adaptiert.
Die Führungsschiene (10) hat auf beiden Seiten (13, 14) bei¬ spielsweise je zwei Kugelführungsbahnen (15, 16), die mit den Kugelführungsbahnen (21, 22) des Führungsschuhes (20) - über die in den Kugelführungsbahnen abrollenden Wälzkörper (27) - zusammenwirken. Die Kugelführungsbahnen (15, 16; 21, 22) sind so an der Führungsschiene (10) angeordnet, dass der an den
Führungsschienen (10) gelagerte Schlitten (1) nur einen einzi¬ gen Freiheitsgrad hat, wobei dieser entlang der Führungslängs- richtung (5) orientiert ist.
Um dies zu erzielen stellt mindestens eine Kugelführungs- bahn (15) pro Führungsschienenseite (13, 14,) eine Hinter¬ griffskontur dar. Dies gilt auch für den entsprechenden Füh¬ rungsschuh (20) .
Der in den Figuren 2, 6 und 7 dargestellte Führungsschuh (20) hat eine Bohrung (23) , deren Mittelinie (24) in der Regel in der vertikalen Mittenlängsebene (6) der Führungsschiene (1) liegt und zudem normal zur FührungsSchienenoberseite (11) ori¬ entiert ist. In dieser Bohrung (23) zentriert sich die Adap- terplatte (30) über das z.B. einteilige Gehäuse (40) des Reib¬ gehemmeantriebs.
Das Gehäuse (40) hat die Form einer zweistufigen Buchse. Die untere Stufe (43) , sie hat einen Durchmesser, der maximal halb so groß ist wie der Durchmesser der oberen Stufe (53), lagert nach den Figuren 1 bis 8 ein mechanisches Hebelgetriebe (70) , eine Reibbacke (120) und ein Rückholfederelement (122) . Die obere Stufe (53) ist Teil des Zylinders einer pneumatischen oder hydraulischen Zylinder-Kolben-Einheit (60) .
Die obere Stufe (53) des Gehäuses (40) sitzt in einer Sack¬ lochbohrung (31) der Adapterplatte. Gegen die Bohrungswandung ist das Gehäuse (40) mit einem O-Ring (38) abgedichtet. Letz- terer liegt z.B. in einer in der Bohrungswandung eingearbeite¬ ten Ringnut (32) . Der zwischen den beiden Stufen (43, 53) des Gehäuses (40) gelegene plane Absatz (55) fluchtet mit der Un¬ terseite der Adapterplatte (30) .
Der obere Rand (56) des Gehäuses (40) ist zu dem z.B. planen Boden (33) der Sacklochbohrung (31) mit einen geringen Spiel beabstandet. In den Rand (56), der zur Zylinderinnenwan- dung (54) eine Fase (57) oder einen Absatz aufweist, ist min¬ destens eine radiale Nut (58) oder Kerbe eingearbeitet. Über die Fase (57), das Spiel zwischen dem Boden (33) und dem Rand (56) , sowie über die Nut (58) wird der Zylinderinnen¬ raum (64) der Zylinder-Kolben-Einheit (60 mit dem Druckmittel zur Betätigung der Vorrichtung versorgt. Dazu endet an der Sacklochbohrung (31) eine Druckmittelbohrung (34) im Bereich vor der Fase (57) .
In der Zylinderinnenwandung (54) ist ein z.B. kolbenstangen¬ loser Kolben (61) geführt. Der einen Dichtring tragende Kol¬ ben (61) hat eine zentrale Ausnehmung (62), um dort u.a. Platz für das Hebelgetriebe (70) zur Verfügung zu stellen. Die Aus¬ nehmung (62) ist in den Ausführungsbeispielen der Figuren 2, 6 - 8 z.B. ein zentrales Sackloch mit planem Boden. Der Kolben¬ boden hat außen zusätzlich eine Erhebung (63), u.a. um das in den Innenraum (64) einströmende Druckmittel schneller zu ver- teilen.
Die untere Stufe (43) des Gehäuses (40) hat ebenfalls einen zylindrischen Innenraum (41) , in dem die Reibbacke (120) fe¬ derbelastet gelagert ist. Im Boden (45) der unteren Stufe (43)
befindet sich eine zentrale Bohrung (46) zur Führung der Reib¬ backe (120) . An der Wandung des Innenraumes (41) ist die Reib¬ backe (120) über einen flanschartigen Kragen (121) zusätzlich geführt.
Zwischen dem Kragen (121) und dem Boden (45) ist als Rückhol¬ federelement (122) eine Schraubenfeder angeordnet. Das Rück¬ holfederelement (122) ist hierbei an der Wandung des Innen¬ raumes (41) oder der Wandung der Reibbacke (120) geführt. Der Durchmesser der Bohrung (45) ist hier um die doppelte Summe aus der Drahtstärke des Rückholfederelements (122) und einem entsprechenden Führungsspiel kleiner als der Durchmesser des Innenraumes (41) .
Das Rückholfederelement kann auch ein elastisches Gummi- oder Kunststoffbauteil (123) sein, das zwischen der Reibbacke (120) und der unteren Stufe (43) eingelegt ist, vgl. Figur 8.
Der Kragen (121) und die Bohrung (45) weisen i.d.R. jeweils eine Kerbe, Abflachung oder Nut auf, um den Innenraum (41) zur Be- und Entlüftung mit der Umgebung zu verbinden.
Die untere Stufe (43) des Gehäuses (40) hat kurz unterhalb des Absatzes (55) zwei durchgehende Querbohrungen (47) zur Lage- rung von Schwenkbolzen (91, 92) .
Zwischen dem Kolben (61) und der Reibbacke (120) ist nach den Figuren 2, 6 bis 8 das Hebelgetriebe (70) angeordnet. Die He¬ bel (71, 72) sind in den Figuren 4 und 5 separat dargestellt. Die abgewinkelt gekrümmten Hebel (71, 72) haben jeweils eine z.B. quer zum Hebel verlaufende Bohrung (81), über die sie auf den Schwenkbolzen (91, 92) gelagert sind. Die Schwenkbol¬ zen (91, 92) können beispielsweise Knebelkerbstifte oder
Spannstifte sein, die bei der Montage in den Hebeln (71, 72) verstaucht werden.
Der einzelne Hebel (71, 72) hat einen oberen (73) und einen unteren Hebelabschnitt (83) . Beide sind zueinander zumindest bezüglich der Vorderflächen (74, 84) annähernd rechtwinkelig orientiert. Die Rückenfläche (85) des unteren Abschnittes (83) ist oberhalb der Bohrung (81) eben und schließt mit der eben¬ falls z.B. ebenen Rückenfläche (75) des oberen Abschnit- tes (73) z.B. einen Winkel von 105 Winkelgraden ein.
Der obere (73) und der untere Abschnitt (83) haben jeweils eine zumindest um eine Achse gewölbte Gleitfläche (76, 86) . Über die Gleitfläche (76) liegt der Hebel (71, 72) am KoI- ben (61) an, während sich an der Gleitfläche (86) die feder¬ belastete Reibbacke (120) abstützt. In Ausführungsbeispiel sind die Gleitflächen (76, 86) Mantelabschnitte zweier Zylin¬ der. Der Radius der Gleitfläche (86) ist zur Verringerung der Flächenpressung an der Paarung Hebel/Reibbacke mindestens um den Faktor Zwei größer als der Radius der Gleitfläche (76) . Im Ausführungsbeispiel hat der Faktor den Wert Fünf. Ggf. kann er dem Hebelübersetzungsverhältnis entsprechen, das der He¬ bel (71, 72) zumindest bei betätigter Vorrichtung aufweist.
Die der Rückenfläche (85) abgewandte Vorderfläche (84) des un¬ teren Abschnittes (83) ist gewölbt gestaltet.
In den Figuren 12 bis 17 ist der konstruktive Aufbau dieser Hebel (71, 72) in drei Schwenkpositionen dargestellt. Die erste Schwenkposition, vgl. Figur 12 und 15, stellt die Start¬ position des Hebels dar, vgl. auch Figuren 6 und 8. Der Kol¬ ben (61) ist nicht mit Druckmittel beaufschlagt.
Die Figuren 14 und 17 zeigen den Hebel (71, 72) in seiner ma¬ ximalen Endposition, vgl. u.a. Figur 7. Hier liegt der maximal verbrauchte bzw. verschlissene Reibbacken (120) mit noch vol¬ ler Klemmkraft auf der Führungsschiene (10) auf. Der Hebel ist hier gegenüber der Startposition z.B. um 15 Winkelgrade gegen den Uhrzeiger verschwenkt. Bei einem fabrikneuen Reib¬ backen (120) beträgt der Schwenkwinkel (94) weniger als 15 Winkelgrade.
Eine mittlere Hebelposition, die der Hebel (71, 72) beim Klem¬ men und Entlasten jeweils einmal durchläuft, ist in den Figu¬ ren 13 und 16 dargestellt. Hier ist der Hebel gegenüber der Startposition um 7,5 Winkelgrade verschwenkt.
Wie die Figuren 15 - 17 zeigen ist der Hebel (71, 72) ein
Kniehebel mit einem langen Kraftarm (77) der Länge (k) und ei¬ nem Lastarm (87) der Länge (1) . Hierbei ist (k) z.B. um den Faktor 6,5 länger als (1). Der Kraftarm (77) trägt an seinem freien Ende einen Kreisausschnitt (78) , der der Gleitflä- che (76) am realen Hebel (71, 72) entspricht, vgl. Figur. 12. Auch der Lastarm (87) hat an seinem freien Ende einen Kreis¬ ausschnitt (88) . Letzterer entspricht dem der Gleitfläche (86) des unteren Hebelabschnitts (83) .
Der Kraftarm (77) und der Lastarm (87) liegen in Richtung des klemmenden Reibbackenhubs bzw. des Lasthubs gesehen hinter ei¬ ner Ebene (97) , die normal zur Richtung des Reibbackenhubs orientiert ist und gleichzeitig auf der Hebelschwenkachse (93) liegt.
Der Kraftarm (77) und der Lastarm (87) schließen einen Winkel von 15 bis 35 Winkelgraden ein. In den Figuren 15 - 17 beträgt der Winkel ca. 27°. Der Lastarm (87) liegt hierbei immer zwi¬ schen dem Kraftarm (77) und einer Normalen (98) zu der
Ebene (97) . Diese Normale (98) ist hier parallel zur Mittel¬ linie (24) der Zylinder-Kolben-Einheit (60) ausgerichtet.
Bei dieser Hebelauslegung hat nach Figur 15 der Kniehebel (71, 72) in der Startposition einen Kraftübersetzungfaktor von ca. 12,5. In der mittleren Position, vgl. Figur 16 hat der Faktor ca. den Wert 10,6. In der Endlage fällt der Wert des Faktors auf 9,5. Demnach nimmt die Hebelübersetzung über den Schwenk¬ winkel (94) ab. Dies erleichtert erheblich das Anfahren des Kolbens (61) . In den Figuren 15 - 17 sind dazu die wirksamen Hebellängen des dargestellten Ausführungsbeispiels nach den Figuren 1 - 8 in Millimetern angegeben.
Wird der Kolben (61) mit Druckmittel belastet, bewegen sich die Hebel (71, 72) von der Startposition in die Endposition. Hierbei stellen sie die Reibbacke z.B. 0,35 Millimeter zu.
Nach dem Betätigen der Vorrichtung gehen die Hebel (71, 72) und der Kolben (61) wieder in die Startlage zurück. Als An- trieb hierfür dient das Rückholfederelement (122, 123) . Die Reibbacke (120) belastet dabei den Lastarm (87) . Zur Unter¬ stützung des Rückholfederelements (122, 123) kann nach Figur 8 an den Hebeln (71, 72) im Übergangsbereich der Vorderflä¬ chen (74, 84) eine Nut eingearbeitet werden, in der ein Gummi- ring (65), ein Federring, eine Wurmfeder oder dergleichen ein¬ gelegt wird. Diese Federelemente drücken die Rückenflächen der Hebel (71, 72) gegeneinander.
Eine andere Alternative ist in Figur 11 dargestellt. Dort liegt auf den Rückseiten (75) der Hebel (71, 72) eine sichel¬ förmig gebogene Blattfeder (66) auf. Die Blattfeder (66) drückt mit ihrer konvexen Seite gegen die Hebel (71, 72) und mit ihrer konkaven gegen den Kolben (61) .
Um die Bewegungen der Hebel (71, 72) einer Vorrichtung zu syn¬ chronisieren werden nach Figur 9 auf den Rückseiten der He¬ bel (71, 72) im näheren Umfeld der Bohrungen (81) Nuten (79) angebracht, in die z.B. ein elastischer Kunststoffstab (89) eingelegt wird. Er ist z.B. vorn und hinten mit einer Kugel ausgestattet, um ein Querwandern zwischen den Nuten zu verhin¬ dern. Der Kunststoffstab (89) erzwingt wie eine Verzahnung ei¬ nen Zwangslauf zwischen den Hebel (71, 72) .
Die Hebel (71, 72) nach den Figuren 1 -9 und 11 - 17 sind in der unteren Gehäusestufe (43) mit einander zugewandten Rücken¬ flächen (85) montiert, vgl. auch Figur 3. Nach Figur (10) sind sie über ihre Vorderflächen (84) zueinander ausgerichtet. Hierdurch lassen sich auf Kosten einer komplizierteren Bau- teilgestalt größere Hebelverhältnisse realisieren.
Die Vorrichtung lässt sich auch mit nur einem Hebel verwirk¬ lichen. Ebenso sind drei und mehr Hebel denkbar. Werden mehr als zwei Hebel verwendet, können diese z.B. im Kreis oder sternförmig angeordnet sein.
Alle dargestellten Hebel sind im Gehäuse (40) über Schwenkbol¬ zen (91, 92) gelagert. Anstelle dieser Schwenkbolzen kann auf der Reibbacke (120) oder einem Reibbackenträger eine Verzah¬ nung angeordnet werden, in der jeweils eine an den Hebeln (71, 72; 171, 172) im Bereich der bisherigen Gleitflächen ange¬ brachte Teilverzahnung kämmt.
In Figur 11 wirken die Hebel (71, 72) über Koppelplatten (101, 102) auf die Reibbacke (120) . Dazu sind in den Hebeln (71, 72) und der Reibbacke (120) entsprechende Nuten (103, 104) einge¬ arbeitet, in denen sich die Koppelplatten (101, 102) abstützen
können. Die sich pro Koppelplatte (101, 102) gegenüber liegen¬ den Nuten (103, 104) fluchten in der Getriebestrecklage paral¬ lel zu Lastrichtung in der Endposition. Die Nuten (103, 104) sind gegenüber der Hebelschwenkachse (93) nach außen hin ver- setzt.
Dieses zweite nachgeschaltete Getriebe ist eine ungleichförmig übersetzende Viergelenkkette mit drei Drehgelenken und einem Schubgelenk. Hierbei ist das Schubgelenk die Reibbacke (120) . Das erste Drehgelenk ist die Lagerung um die Schwenkachse (93) des Hebels (71, 72) . Das zweite und dritte Drehgelenk stellen die in den Nuten (103, 104) gelagerten Enden der Koppelplat¬ ten (101, 102) dar.
Bei den geometrischen Verhältnissen nach Figur 11 wird bei ei¬ ner mehrfachen Kraftverstärkung eine ca. 60%ige Hubvergröße¬ rung bewirkt.
In den Figuren 18 und 19 wird eine Vorrichtung mit einem Dop¬ pelschiebekeilgetriebe (110) gezeigt. Um einen Lasthub der Reibbacke (120) zu erzielen werden zwei Schiebekeile (113, 114), von denen jeder an einem Kolben (111, 112) angeformt ist, aufeinander zubewegt. Die Schiebekeile (113, 114) rollen mit ihren Keilflächen (115) über zylindrische Wälzkörper (117) auf der Reibbacke (120) ab. Die Kolben (111, 112) laufen in Zylindern mit z.B. ovalem oder elliptischem Querschnitt. Für den Rückhub werden sie mittels der Schraubenfedern (118) von¬ einander weg bewegt. Um ein Verkanten der Kolben zu vermeiden werden die als Schiebekeile ausgebildeten Kolbenstangen anein¬ ander geführt.
Eine andere Kraftübersetzung ist z.B. mit Hilfe eines pneuma¬ tisch/hydraulischen Druckübersetzers denkbar. Hier taucht z.B.
die Kolbenstange einer pneumatisch angetriebenen Zylinder-Kol¬ ben-Einheit in einen ölbefüllten Hydraulikraum ein, um über das verdrängte Öl die Reibbacke zu bewegen.
Selbstverständlich können bei allen Varianten die Ele¬ mente (71, 72; 171, 172; 101, 102) der Übersetzungsgetriebe auf die Reibbacke (120) über zwischengeschaltete Bauteile wir¬ ken. Auch ist die Klemm- und Bremsvorrichtung nicht auf die Verwendung nur einer Reibbacke beschränkt.
Bezugszeichenliste:
1 Schlitten
5 Führungslängsrichtung, Schlittenbewegung 6 vertikale Mittenlängsebene
10 Führungsschiene, doppeltrapezförmig
11 Schienenoberfläche
13, 14 Führungsschienenseiten, links, rechts 15 Hintergriffskontur, Kugelführungsbahn
16 Kugelführungsbahn
19 Haltekraft, resultierend
20 Führungsschuh 21 Kugelführungsbahn
22 Hintergriffskontur, Kugelführungsbahn
23 Bohrung
24 Mittellinie
27 Wälzkörper, obere Reihe 28 Wälzkörper, untere Reihe
30 Adapterplatte
31 Sacklochbohrung
32 Ringnut
33 Boden, plan
34 Druckmittelbohrung
38 O-Ring
40 Gehäuse
41 Innenraum
43 Gehäusestufe, unten
44 Innenwandung
45 Boden
46 Bohrung, zentral
47 Querbohrung
53 Gehäusestufe, oben 54 Zylinderinnenwandung
55 Absatz, plan
56 Rand, oben
57 Fase
58 Nut, radial
60 Zylinder-Kolben-Einheit, Antrieb
61 Kolben
62 Kolbenbohrung, Ausnehmung
63 Erhebung 64 Zylinderinnenraum
65 Rückhubfeder, Gummiring, Ringfeder
66 Rückhubfeder, Blattfeder
70 Hebelgetriebe
71, 72 Hebel, kurz
171, 172 Hebel, lang
73 Hebelabschnitt, oben
74 Vorderfläche
75 Rückenfläche
76 Gleitfläche
77 Kraftarm
78 Kreisausschnitt zu (76)
79 Nut
81 Bohrung
83 Hebelabschnitt, unten
84 Vorderfläche
85 Rückenfläche
86 Gleitfläche
87 Lastarm
88 Kreisausschnitt zu (86)
89 KunststoffStab, elastisch
91, 92 Schwenkbolzen
93 Hebelschwenkachse
94 Schwenkwinkel
95 Winkel zwischen (77) und (87) 96 Winkel zwischen (77) und (98)
97 Ebene
98 Normale
99 Lastkraft, resultierend
100 Koppelplattengetriebe 101, 102 Koppelplatten
103 Nut im (Hebel)
104 Nut in der (Reibbacke)
110 Schiebekeilgetriebe 111, 112 Kolben, oval
113 Schiebekeilpaar
114 Schiebekeil 115 Keilflächen
117 Wälzkörper
118 Rückhubfedern, Schraubendruckfedern
120 Reibbacke, Schubgelenk
121 Kragen
122 Rückholfederelement, Schraubenfeder;
123 Gummi- oder Kunststoffbauteil