DaimlerChrysler AG
Verfahren und Vorrichtung zur Beeinflussung der Querdynamik eines Fahrzeugs
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Querdynamikbeein¬ flussung eines Fahrzeugs nach dem Oberbegriff des Patentan¬ spruches 1 und eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Ver¬ fahrens nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 15.
Ein derartiges Verfahren bzw. eine derartige Vorrichtung ist aus der DE 37 05 520 Al bekannt. Beim Auftreten einer seitli¬ chen Störkraft am Aufbau des Fahrzeugs wird in Abhängigkeit eines sensorisch ermittelten Signals die Wankmomentenvertei- lung zwischen der Vorder- und der Hinterachse in dem Sinne geändert, dass die Gierwinkelbeschleunigung und die Gierwin¬ kelgeschwindigkeit des Fahrzeugs vermindert werden. Dies er¬ folgt durch den Fahrzeugrädern zugeordnete Zylinder-Kolben- Einheiten, wobei durch das Aus- bzw. Einfahren der Kolben ei¬ ne Erhöhung bzw. Verminderung der an den Fahrzeugachsen wir¬ kenden Wankmomente und damit eine Änderung der Radaufstands- kräfte bewirkt werden kann. Beginnt beispielsweise das Heck¬ teil des Fahrzeugs beim Durchfahren einer Rechtskurve auszu¬ brechen, so wird die RadaufStandskraft des linken Vorderrades erhöht und die RadaufStandskraft des rechten Vorderrades ver¬ ringert, wodurch ein Moment entsteht, das die Radaufstands- kraft des linken Hinterrades verringert und die Radaufstands- kraft des rechten Hinterrades erhöht. Dadurch erhöht sich die
an den Reifen der Hinterachse aufnehmbare Seitenkraft, was dem Ausbrechen des Fahrzeugs entgegenwirkt.
Ausgehend vom nächstkommenden Stand der Technik kann es als eine Aufgabe der Erfindung angesehen werden, die Querdynamik¬ beeinflussung des Fahrzeugs zu verbessern.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruches 1 und durch eine Vorrichtung mit den Merkma¬ len des Patentanspruches 15 gelöst.
Die die Abweichung zwischen der Querdynamiksollgröße und der Querdynamikistgröße beschreibende Querdynamikabweichungsgröße wird bei der Aktivierungsprüfung zum einen zur Prüfung und Entscheidung darüber herangezogen, ob die Notwendigkeit zur Querdynamikbeeinflussung des Fahrzeugs besteht. Ist die Not¬ wendigkeit zur Querdynamikbeeinflussung gegeben, so wird bei der Aktivierungsprüfung zum anderen geprüft und entschieden, ob diese notwendige Querdynamikbeeinflussung über die Radauf- standsbeeinflussungsmittel und/oder über das zumindest eine weitere Querdynamikbeeinflussungsmittel der Querdynamikbeein- flussungseinrichtung erfolgen soll. Dadurch besteht die Mög¬ lichkeit, abhängig von der aktuellen Fahrsituation des Fahr¬ zeugs, die durch die Querdynamikabweichungsgröße beschrieben wird, zu entscheiden, anhand welcher Mittel die Beeinflussung der Querdynamik des Fahrzeugs durchgeführt werden soll. Zum Beispiel kann jeweils das Mittel zur Beeinflussung der Quer¬ dynamik des Fahrzeugs der Querdynamikbeeinflussungseinrich- tung herangezogen werden, das allein ausreichend ist, um die Abweichung zwischen der Querdynamiksollgröße und der Querdy¬ namikistgröße ausreichend zu verringern oder vollständig zu kompensieren. Dadurch kann weitgehend vermieden werden, dass mehrere separate Querdynamikbeeinflussungsmittel gleichzeitig aktiviert werden müssen. Des Weiteren kann bei der Auswahl
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des verwendeten Mittels zur Querdynamikbeeinflussung auch be¬ rücksichtigt werden, welches der verwendbaren Querdynamikbe- einflussungsmittel unter Beachtung der Fahrsicherheit den größtmöglichen Komfort für die Fahrzeuginsassen bietet.
Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen.
Die Ansteuerung der Querdynamikbeeinflussungseinrichtung kann derart erfolgen, dass die durch die Querdynamikabweichungs- größe beschriebene Abweichung zwischen der Querdynamiksoll¬ größe und der Querdynamikistgröße lediglich teilweise kompen¬ siert wird. Bei dieser Ausgestaltung verbleibt dem Fahrer im¬ mer noch die Aufgabe, die nicht Fahrer unabhängig korrigierte Abweichung zwischen der Querdynamiksollgröße und der Querdy¬ namikistgröße manuell zu kompensieren, beispielsweise durch eine entsprechende Lenkradbewegung. Der Fahrer kann die Fahr¬ aufgabe dabei also nicht vollständig auf die automatische Querdynamikbeeinflussung übertragen, so dass eine erhöhte Aufmerksamkeit des Fahrers erreicht werden kann.
Die Abweichung bzw. die Querdynamikabweichungsgröße kann da¬ bei durch die Differenz zwischen physikalisch gleicher Quer¬ dynamiksollgröße und Querdynamikistgröße gebildet werden. Al¬ ternativ hierzu ist es auch möglich, die Abweichung bzw. die Querdynamikabweichungsgröße von einer sich physikalisch von der Querdynamikistgröße unterscheidenden Querdynamiksollgröße zu ermitteln. Beispielsweise kann der Lenkradwinkel oder der Lenkwinkel unter Berücksichtigung der Fahrzeuglängsgeschwin¬ digkeit als Querdynamiksollgröße herangezogen werden und mit der Istgierrate des Fahrzeugs als Querdynamikistgröße vergli¬ chen werden.
Vorteilhafterweise werden die Querdynamiksollgröße von der Sollgierrate und die Querdynamikistgröße von der Istgierrate gebildet. Die Soll- und die Istgierrate sind bei Fahrzeugen mit einer Fahrdynamikregelung bereits vorhanden, so dass die¬ se beiden Größen ohne Zusatzaufwand - beispielsweise auf ei¬ nem Datenbus - verfügbar sind.
Es ist des Weiteren vorteilhaft, wenn die Radaufstandsbeein- flussungsmittel zur Querdynamikbeeinflussung nur dann ange¬ steuert werden, wenn bei der Aktivierungsprüfung festgestellt wurde, dass die notwendige Querdynamikbeeinflussung aus¬ schließlich mittels der RadaufStandsbeeinflussungsmittel er¬ folgen kann und dass dann, wenn die notwendige Querdynamikbe¬ einflussung über die RadaufStandsbeeinflussungsmittel unzu¬ reichend ist, das zumindest eine weitere Querdynamikbeein- flussungsmittel zur Querdynamikbeeinflussung angesteuert wird. Durch diese Maßnahme wird erreicht, dass die Rad¬ aufStandsbeeinflussungsmittel nur dann zur Querdynamikbeein¬ flussung verwendet werden, wenn allein die Modifikation der Radaufstandskraft zumindest eines Fahrzeugrades eine ausrei¬ chende Querdynamikbeeinflussung des Fahrzeugs erlaubt. An¬ dernfalls wird das wenigstens eine weitere Querdynamikbeein- flussungsmittel angesteuert, um die notwendige Beeinflussung der Fahrzeugquerdynamik zu erzielen. Auf diese Weise ist si¬ chergestellt, dass immer nur ein Mittel zur Beeinflussung der Fahrzeugquerdynamik verwendet wird, wobei die Radaufstandsbe- einflussungsmittel aus Komfortgründen dem zumindest einen weiteren Querdynamikbeeinflussungsmittel vorgezogen werden.
Alternativ hierzu besteht auch die Möglichkeit, dass dann, wenn bei der Aktivierungsprüfung festgestellt wurde, dass die notwendige Querdynamikbeeinflussung über die Radaufstandsbe- einflussungsmittel unzureichend ist, zusätzlich zu den Rad¬ aufStandsbeeinflussungsmitteln das zumindest eine weitere
Querdynamikbeeinflussungsmittel angesteuert wird. Bei dieser bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens werden zunächst im¬ mer die RadaufStandsbeeinflussungsmittel zur Querdynamikbe- emflussung verwendet, da der Komfort bei der Beeinflussung der Querdynamik für die Fahrzeuginsassen besonders hoch ist. Sollte die über die Radaufstandsbeeinflussungsmittel erreich¬ bare Querdynamikbeeinflussung des Fahrzeugs nicht ausreichend sein, wird zusätzlich das zumindest eine weitere Querdynamik- beeinflussungsmittel angesteuert, um die ermittelte notwendi¬ ge Querdynamikbeeinflussung zu erreichen.
Als das zumindest eine weitere Querdynamikbeeinflussungsmit¬ tel der Querdynamikbeeinflussungseinrichtung kann das Lenk¬ system und/oder das Bremssystem des Fahrzeugs verwendet wer¬ den. Durch einen Fahrer unabhängigen Lenkeingriff und/oder einen Fahrer unabhängigen, Rad individuellen Bremseingriff kann die Querdynamik des Fahrzeugs auf einfache Weise beein- flusst werden.
Es ist weiterhin vorteilhaft, wenn bei der Aktivierungspru- fung zumindest eine oder mehrere weitere, den Fahrzustand des Fahrzeugs und/oder den Fahrzeugzustand beschreibende Zu- standsgroßen berücksichtigt werden, wie beispielsweise die Fahrzeuglangsgeschwindigkeit, die Fahrzeuglangsbeschleuni- gung, die Fahrzeugquergeschwindigkeit, die Fahrzeugquerbe¬ schleunigung, der Schwimmwinkel, der Lenkwinkel, die Lenkwin- kelgeschwindigkeit, die Fahrpedalbetätigung, die Bremspedal- betatigung und/oder eine oder mehrere mit den genannten Gro¬ ßen korrelierte Große. Durch die Berücksichtigung dieser wei¬ teren Zustandsgroßen kann der Fahrzustand des Fahrzeugs bzw. der Fahrzeugzustand genauer bestimmt und die Auswahl der durch die Querdynamikbeeinflussungseinrichtung zur Verfugung gestellten Querdynamikbeeinflussungsmittel gezielter erfol-
gen. Durch diese Maßnahme ist eine weitere Verbesserung der Sicherheit und des Komforts bei der Querdynamikbeeinflussung des Fahrzeugs erreichbar.
Dabei kann bei einer Fahrzeuglängsgeschwindigkeit oberhalb eines vorgegebenen oberen Geschwindigkeitsschwellenwertes die Ansteuerung des Lenksystems des Fahrzeugs zur Querdynamikbe¬ einflussung unterbunden werden. Da bei hohen Fahrzeugge¬ schwindigkeiten auch geringe Änderungen des Lenkwinkels die Fahrzeugquerdynamik stark beeinflussen, wird bei Fahrzeug¬ längsgeschwindigkeiten oberhalb des oberen Geschwindigkeits¬ schwellenwertes ein Fahrer unabhängiger Lenkeingriff verhin¬ dert. Eine notwendige Querdynamikbeeinflussung erfolgt dann über andere Querdynamikbeeinflussungsmittel, beispielsweise über die Radaufstandsbeeinflussungsmittel.
Es ist weiterhin vorteilhaft, wenn bei einer Fahrzeuglängsge¬ schwindigkeit unterhalb eines vorgegebenen unteren Geschwin¬ digkeitsschwellenwertes ausschließlich das Lenksystem als Querdynamikbeeinflussungsmittel angesteuert wird. Über das Lenksystem kann die Querdynamik des Fahrzeugs auch bei nied¬ rigen Fahrzeuglängsgeschwindigkeiten unterhalb des unteren Geschwindigkeitsschwellenwertes ausreichend stark beeinflusst werden.
Bei Vorliegen eines Brems- und/oder eines Notbremszustandes kann die Ansteuerung der Radaufstandsbeeinflussungsmittel zur Querdynamikbeeinflussung unterbunden bzw. beendet werden. Denn ein Brems- bzw. ein Notbremsvorgang beeinträchtigen die durch die Radaufstandsbeeinflussungsmittel beabsichtigte Querdynamikbeeinflussung. Bei einem Notbremsvorgang soll auch eine Verlängerung des Bremsweges vermieden werden. Durch eine Verringerung der Radaufstandskraft eines Fahrzeugrades ver¬ ringert sich auch die Längskraft die zwischen Rad und Fahr-
bahnoberflache erzeugbar ist, wodurch sich der Bremsweg des Fahrzeugs verlängern würde. Dies ist im Notbremszustand des Fahrzeugs jedoch unerwünscht, weshalb eine Aktivierung der RadaufStandsbeeinflussungsmittel in diesem Fall nicht er¬ folgt.
Der Notbremszustand kann dabei durch eine oder mehrere der folgenden Notbremszustandsbedingungen erkannt werden:
- Die Schlupfregelung eines Antiblockiersystems des Fahrzeugs hat angesprochen,
- die Bremspedalbetätigungsgeschwindigkeit oder eine da¬ mit korrelierte Größe hat einen Bremspedalschwellen¬ wert überschritten,
- die Fahrpedalrücknahmegeschwindigkeit oder eine damit korrelierte Größe hat einen Fahrpedalschwellenwert ü- berschritten,
- der Bremsdruck des Hauptbremszylinders oder eine damit korrelierte Größe hat einen Bremsdruckschwellenwert überschritten,
- die Bremsdruckänderung des Bremsdruckes des Haupt¬ bremszylinders oder eine damit korrelierte Größe hat einen Bremsdruckänderungsschwellenwert überschritten,
- die Fahrzeuglängsverzögerung hat einen Verzögerungs¬ schwellenwert überschritten.
Ist eine oder mehrere dieser Notbremszustandsbedingungen er¬ füllt, so wird auf einfache Weise auf einen Notbremszustand des Fahrzeugs geschlossen.
Es ist weiterhin von Vorteil, wenn der Fahrer eine Rückmel¬ dung erhält, wenn bei der Aktivierungsprüfung die Notwendig¬ keit der Querdynamikbeeinflussung festgestellt wurde. Dadurch wird der Fahrer darüber informiert, dass aufgrund der Querdy-
namikabweichungsgröße, die die Abweichung zwischen der Quer¬ dynamiksollgröße und der Querdynamikistgröße beschreibt, eine Fahrer unabhängige Beeinflussung der Querdynamik des Fahr¬ zeugs erfolgt.
Diese Rückmeldung an den Fahrer kann durch die Ansteuerung des Bremssystems des Fahrzeugs in Form einer haptischen Rück¬ meldung erfolgen. Wird das Bremssystem als Querdynamikbeein- flussungsmittel des Fahrzeugs verwendet, so stellt die An¬ steuerung des Bremssystems zur Beeinflussung der Querdynamik des Fahrzeugs gleichzeitig die haptische Rückmeldung über die Querdynamikbeeinflussung an den Fahrer dar.
Im Folgenden wird ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemä¬ ßen Verfahrens und der erfindungsgemäßen Vorrichtung anhand der beigefügten Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Querdy¬ namikbeeinflussung eines Fahrzeugs in schematischer, blockschaltbildähnlicher Darstellung,
Fig. 2 ein Ausführungsbeispiel eines Verfahrens zur Querdy¬ namikbeeinflussung in Form eines Flussdiagramms und
Fig. 3 ein Ausführungsbeispiel eines Verfahrensteils aus dem in Fig. 2 dargestellten Verfahren zur Auswahl des bzw. der zu verwendenden Querdynamikbeeinflussungs- mittel in Form eines Flussdiagramms.
In Figur 1 ist ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung 5 zur Querdynamikbeeinflussung eines Fahrzeugs in Form eines Blockschaltbildes schematisch dargestellt. Die Vorrichtung 5 weist eine Auswerteeinrichtung 6 auf, die zur Ansteuerung ei¬ ner Querdynamikbeeinflussungseinrichtung 7 vorgesehen ist. Der Auswerteeinrichtung 6 werden mehrere Sensordaten übermit¬ telt, die die Auswerteeinrichtung 6 für die Entscheidung im
Rahraen einer Aktivierungsprüfung benötigt, ob und in welchem Umfang die Querdynamikbeeinflussungseinrichtung 7 anzusteuern ist, um die Querdynamik des Fahrzeugs zu beeinflussen.
Ein Gierratensensor 8 bestimmt die Istgierrate ψisl des Fahr¬ zeugs, die an die Auswerteeinrichtung 6 übermittelt wird. Die Fahrzeuglängsgeschwindigkeit vx wird durch einen Längsge¬ schwindigkeitssensor 9 bestimmt und ebenfalls der Auswerte¬ einrichtung 6 übermittelt. Ein Lenkwinkelsensor 10 ermittelt den Lenkwinkel δ der lenkbaren Fahrzeugräder, der der Auswer¬ teeinrichtung 6 zugeführt wird. Die Bestimmung der Querbe¬ schleunigung ay des Fahrzeugs erfolgt über einen Querbe- schleunigungssensor 11. Auch die Querbeschleunigung ay wird an die Auswerteeinrichtung 6 übermittelt.
Aus dem Lenkwinkel δ, der Fahrzeuglängsgeschwindigkeit vx und der Fahrzeugquerbeschleunigung ay wird in der Auswerteein¬ richtung 6 eine Sollgierrate ψsolι berechnet und mit der vom
Gierratensensor 8 gemessenen Istgierrate ψist verglichen. Die Sollgierrate ψsolι stellt dabei die gewünschte Querdynamik¬ sollgröße und die Istgierrate ψist die Querdynamikistgröße dar. Die Gierratendifferenz wird in der Auswerteeinrichtung 6 als Differenz zwischen der Sollgierrate ψsoU und der Istgier¬ rate ψto berechnet, wobei die Gierratendifferenz mithin eine
Querdynamikabweichungsgröße bildet. Unter Berücksichtigung der durch die Gierratendifferenz gebildeten Querdynamikabwei¬ chungsgröße wird bei der Aktivierungsentscheidung in der Aus¬ werteeinrichtung 6 entschieden, ob eine Querdynamikbeeinflus¬ sung durch Ansteuerung der Querdynamikbeeinflussungseinrich¬ tung 7 notwendig ist oder nicht. Wenn eine notwendige Querdy¬ namikbeeinflussung festgestellt wurde, steuert die Auswerte¬ einrichtung 6 die Querdynamikbeeinflussungseinrichtung 7 an,
die mehrere und beispielsgemäß drei Querdynamikbeeinflus¬ sungsmittel 14 des Fahrzeugs aufweist. Bei der Ansteuerung der Querdynamikbeeinflussungseinrichtung 7 durch die Auswer¬ teeinrichtung 6 sind eine oder mehrere Querdynamikbeeinflus- sungsmittel 14 des Fahrzeugs aktivierbar.
Als erste Querdynamikbeeinflussungsmittel 14 sind Radauf- standsbeeinflussungsmittel 15 vorgesehen, über die die Rad- aufstandskraft eines oder mehrerer der Fahrzeugräder auf der Fahrbahnoberfläche verändert werden kann. Dies erfolgt beim Ausführungsbeispiel über ein aktives Fahrwerksystem, bei dem die den Fahrzeugrädern jeweils zugeordnete Feder-Dämpfer- Einheit angesteuert werden kann. Durch die Veränderung einer oder mehrerer RadaufStandskräfte mittels der Radaufstandsbe- einflussungsmittel 15 kann die Istgierrate ψist des Fahrzeugs verändert werden. Die konstruktiven Eigenschaften des Fahr¬ werksystems bestimmen das Maß einer maximal möglichen Querdy¬ namikbeeinflussung, wobei es sich insbesondere um Größen han¬ delt wie den Vorspurwinkel, den Nachlaufwinkel und den Sprei- zungswinkel an der Fahrzeugachse, der die lenkbaren Fahrzeug¬ räder zugeordnet sind. Bei der Querdynamikbeeinflussung mit¬ tels der Radaufstandsbeeinflussungsmittel 15 wird beim vor¬ liegenden Ausführungsbeispiel der Vorrichtung 5 das Fahrwerk¬ system sozusagen verspannt: Dabei werden die Radaufstands- kräfte der diagonal gegenüberliegenden Fahrzeugräder entweder verringert oder erhöht. Beispielsweise kann zur Erzeugung ei¬ nes nach rechts gerichteten Giermomentes (Moment im Uhrzei¬ gersinn um die Hochachse des Fahrzeugs) die RadaufStandskraft des linken Vorderrades und des rechten Hinterrades erhöht und/oder die RadaufStandskraft des rechten Vorderrades und des linken Hinterrades verringert werden. Zur Erzeugung eines linksgerichteten Giermomentes (Moment gegen den Uhrzeigersinn um die Hochachse des Fahrzeugs) kann dann analog zum vorheri¬ gen Fall die RadaufStandskraft des rechten Vorderrades und
des linken Hinterrades erhöht und/oder die Radaufstandskraft des linken Vorderrades und des rechten Hinterrades verringert werden.
Als zweite und dritte Querdynamikbeeinflussungsmittel 14 der Querdynamikbeeinflussungseinrichtung 7 dienen beispielsgemäß das Lenksystem 16 und das Bremssystem 17 des Fahrzeugs. Die Querdynamikbeeinflussung über das Lenksystem 16 erfolgt bei¬ spielsweise durch Erzeugung eines Zusatzlenkwinkels und/oder eines beispielsweise auf die Lenksäule des Lenksystems 16 aufgebrachten Zusatzlenkmoments.
Die Verwendung des Bremssystems 17 zur Querdynamikbeeinflus¬ sung erfolgt durch Erzeugung von Rad individuellen Bremsmo¬ menten, wodurch die Istgierrate ψtsl des Fahrzeugs ebenfalls verändert werden kann.
In Abwandlung zum dargestellten Ausführungsbeispiel kann die Querdynamikbeeinflussung zusätzlich oder alternativ auch durch Einstellen von Rad individuellen Antriebskräften erfol¬ gen.
Anhand Fig. 2 wird ein Ausführungsbeispiel eines erfindungs¬ gemäßen Verfahrens im Folgenden näher erläutert.
In einem ersten Schritt 20 werden zunächst die Istgierrate ψisl als Querdynamikistgröße und die Sollgierrate ψsoll als Querdynamiksollgröße ermittelt. Im anschließenden zweiten Schritt 22 wird aus der Istgierrate ψbl und der Sollgierrate ψwl, die Gierratendifferenz berechnet, die die Querdynamikab- weichungsgröße darstellt. Die Gierratendifferenz beschreibt die Abweichung zwischen dem gewünschten Drehverhalten des Fahrzeugs um die Hochachse und dem tatsächlichen Drehverhai-
ten des Fahrzeugs um die Hochachse. Die Gierratendifferenz ist vorzeichenbehaftet und gibt mithin nicht nur den Betrag der Differenz zwischen der Sollgierrate ψsoll und der Istgier¬ rate ψιsl an, sondern auch die Richtung der Abweichung.
Im Folgenden wird eine Aktivierungsprüfung vorgenommen, bei der in Abhängigkeit von der Gierratendifferenz ermittelt wird, ob eine Fahrer unabhängige Querdynamikbeeinflussung des Fahrzeugs notwendig ist oder nicht. Des Weiteren wird bei der Aktivierungsprüfung ermittelt, welche Querdynamikbeeinflus- sungsmittel 14 der Querdynamikbeeinflussungseinrichtung 7 bei einer festgestellten notwendigen Querdynamikbeeinflussung verwendet werden sollen. Die Auswahl der Querdynamikbeein- flussungsmittel 14 im Rahmen der Aktivierungsprüfung erfolgt in Abhängigkeit von der Gierratendifferenz.
Bei der Aktivierungsprüfung wird zunächst in einem dritten Schritt 24 überprüft, ob unter Berücksichtigung der Gierra¬ tendifferenz eine Fahrer unabhängige Querdynamikbeeinflussung notwendig ist oder nicht. Beispielsweise kann hierfür die Gierratendifferenz mit einem Differenzschwellenwert vergli¬ chen werden. Ist die Gierratendifferenz betragsmäßig kleiner oder gleich dem Differenzschwellenwert, so ist eine Fahrer unabhängige Querdynamikbeeinflussung nicht notwendig. Im an¬ deren Fall, wenn der Betrag der Gierratendifferenz den Diffe¬ renzschwellenwert überschreitet, ist die Notwendigkeit einer Fahrer unabhängigen Querdynamikbeeinflussung gegeben.
Wurde die Notwendigkeit einer Fahrer unabhängigen notwendigen Querdynamikbeeinflussung im dritten Schritt 24 nicht festge¬ stellt (Verzweigung NEG aus dem dritten Schritt 24), so be¬ ginnt das Verfahren erneut mit dem ersten Schritt 20. Wurde die Notwendigkeit der Querdynamikbeeinflussung im dritten Schritt 24 festgestellt (Verzweigung pos aus dem dritten
Schritt 24) , so wird das Verfahren mit einem vierten Schritt 26 fortgesetzt, der ebenfalls Bestandteil der Aktivierungs¬ prüfung ist in Fig. 3 im Einzelnen dargestellt ist. Ansonsten beginnt das Verfahren wieder beim ersten Schritt 20.
Im vierten Schritt 26 wird in Abhängigkeit von der Gierraten¬ differenz überprüft und entschieden, ob ein oder mehrere der Querdynamikbeeinflussungsmittel 14 der Querdynamikbeeinflus- sungseinrichtung 7 anzusteuern sind.
Beim bevorzugten Ausführungsbeispiel des Verfahrens erfolgt die Fahrer unabhängige Querdynamikbeeinflussung des Fahrzeugs mit dem Ziel, die von der Gierratendifferenz gebildete Quer- dynamikabweichungsgröße betragsmäßig zu minimieren, um das querdynamische Sollverhalten und das querdynamische Istverhalten des Fahrzeugs in eine möglichst gute Überein¬ stimmung zu bringen. Alternativ hierzu wäre es auch möglich, durch die Fahrer unabhängige, notwendige Querdynamikbeein¬ flussung lediglich eine betragsmäßige Reduzierung der Querdy- namikabweichungsgröße und beispielsgemäß der Gierratendiffe¬ renz vorzusehen, so dass dem Fahrer des Fahrzeugs auch bei einer Fahrer unabhängigen Querdynamikbeeinflussung immer noch eine manuell durchzuführende Korrektur der Querdynamik des Fahrzeugs verbleibt, um die Querdynamiksollgröße und die Querdynamikistgröße in Übereinstimmung zu bringen. Dadurch kann erreicht werden, dass der Fahrer sich nicht auf Fahrer unabhängige Querdynamikkorrekturen verlässt und seine Auf¬ merksamkeit beim Fahren erhöht ist.
Zusätzlich zur Gierratendifferenz können im Rahmen der Akti¬ vierungsprüfung - d. h. bei der Prüfung ob und mit welchen Mitteln 14 zur Querdynamikbeeinflussung eine Fahrer unabhän¬ gige Querdynamikbeeinflussung erfolgen soll - eine oder meh¬ rere weitere, den aktuellen Fahrzustand des Fahrzeugs bzw.
den Fahrzeugzustand beschreibende Zustandsgroßen berücksich¬ tigt werden. Je genauer der aktuelle Fahrzustand des Fahr¬ zeugs durch die Berücksichtigung weiterer Zustandsgroßen be¬ urteilt werden kann, desto gezielter kann entschieden werden, ob eine Fahrer unabhängige Querdynamikbeeinflussung erfolgen soll und wenn ja, welche Querdynamikbeemflussungsmittel 14 hierfür am geeignetsten sind. Als weitere Zustandsgroßen kom¬ men beispielsweise die Fahrzeuglangsgeschwindigkeit Vx, die Fahrzeuglangsbeschleumgung, die Fahrzeugquergeschwindigkeit, die Fahrzeugquerbeschleunigung ay, der Schwimmwinkel, der
Lenkwinkel δ, die Lenkwinkelgeschwindigkeit, die Fahrpedalbe- tatigung und insbesondere die Fahrpedalbetatigungsgeschwm- digkeit, die Bremspedalbetatigung und insbesondere die Brems- pedalbetatigungsgeschwmdigkeit in Betracht. Anstelle der hier genannten Zustandsgroßen können selbstverständlich auch die mit diesen Zustandsgroßen korrelierten Großen verwendet werden.
Beim Ausfuhrungsbeispiel nach Fig. 2 und 3 wird im vierten Schritt 26 für die Auswahlentscheidung des oder der zu ver¬ wendenden Querdynamikbeeinflussungsmittel 14 neben der Gier¬ ratendifferenz auch die vom Langsgeschwmdigkeitssensor 9 er¬ mittelte Langsgeschwindigkeit vx des Fahrzeugs berücksich¬ tigt, worauf im Folgenden noch naher eingegangen wird.
Im vierten Schritt 26 wird zunächst überprüft, ob für eines oder mehrere der Querdynamikbeeinflussungsmittel 14 eine Aus¬ schlussbedingung vorliegt, die das Ansteuern des betreffenden Mittels 14 zur Querdynamikbeeinflussung ausschließt. Dabei findet in einem ersten Teilschritt 261 eine Prüfung statt, ob sich das Fahrzeug aktuell in einem Notbremszustand befindet. Die Erkennung des Notbremszustandes erfolgt durch die Über¬ prüfung von wenigstens einer Notbremszustandsbedingung. Ist eine oder mehrere der im Folgenden genannten Notbremszu-
standsbedingungen erfüllt, so kann auf das Vorliegen eines Notbremszustandes geschlossen werden:
- wenigstens eines der Fahrzeugräder hat eine durch ein Antiblockiersystem vorgegebene Bremsschlupfschwelle erreicht;
- die Bremspedalbetätigungsgeschwindigkeit hat einen vorgegebenen Bremspedalschwellenwert überschritten;
- die Fahrpedalrücknahmegeschwindigkeit hat einen Fahr¬ pedalschwellenwert überschritten;
- der Bremsdruck des Hauptbremszylinders hat einen Bremsdruckschwellenwert überschritten;
- die Bremsdruckänderung des Bremsdruckes des Haupt¬ bremszylinders hat einen Bremsdruckänderungsschwellen¬ wert überschritten;
- der Betrag der Fahrzeuglängsverzögerung hat einen Ver¬ zögerungsschwellenwert überschritten, was dann der Fall ist, wenn die Fahrzeuglängsbeschleunigung in Vor¬ wärtsfahrtrichtung des Fahrzeugs gesehen einen negati¬ ven Beschleunigungsschwellenwert unterschritten hat.
Bei einem erkannten Notbremszustand erfolgt in einem zweiten Teilschritt 262 eine Prüfung, ob die Radaufstandsbeeinflus- sungsmittel 15 bereits zu einem früheren Zeitpunkt aktiviert worden sind. Ist dies der Fall, so wird diese Aktivierung in einem dritten Teilschritt 263 beendet. Der Grund dafür ist darin zu sehen, dass durch die Verringerung der Radaufstands- kraft eines oder mehrerer Fahrzeugräder dessen bzw. deren Fä¬ higkeit zur Übertragung einer Längskraft in Längsrichtung des Fahrzeugs gesehen zwischen Reifen und Fahrbahnoberfläche e- benfalls verringert wird. Dadurch könnte sich der Bremsweg des Fahrzeugs verlängern, was bei einem vorliegenden oder be¬ ginnenden Notbremsvorgang unerwünscht ist und daher beim be¬ vorzugten Ausführungsbeispiel verhindert wird.
In Abwandlung zum dargestellten Ausführungsbeispiel könnte das Aktivieren der RadaufStandsbeeinflussungsmittel 15 be¬ reits verhindert und/oder beendet werden, wenn ein Bremsvor¬ gang vorliegt. Dabei muss es sich nicht um einen Notbremsvor¬ gang im Bereich der situationsabhängig maximal möglichen Ver¬ zögerung handeln. Da ein Bremsmoment an einem Rad die durch die RadaufStandsbeeinflussungsmittel 15 bewirkte oder vorge¬ sehene Querdynamikbeeinflussung des Fahrzeugs verändert, kann deren Aktivierung bei allen Bremsvorgängen verhindert oder beendet werden. Alternativ könnte die durch die Radaufstands- beeinflussungsmittel 15 verursachte Beeinflussung der Radauf- standskraft wenigstens eines der Räder auch an das aktuelle Bremsmoment bei einem Bremsvorgang angepasst werden, um wie¬ der die gewünschte Querdynamikbeeinflussung zu erzielen.
Im Anschluss an den zweiten Teilschritt 262 oder dritten Teilschritt 263 wird dann in einem sechsten Schritt 30 das Lenksystem 16 zur Querdynamikbeeinflussung verwen¬ det (Verzweigung ALT2 aus dem vierten Schritt 26) . Durch die ausschließliche Verwendung des Lenksystems wird gleichzeitig die Ansteuerung bzw. die Aktivierung der Radaufstandsbeein- flussungsmittel 15 durch die Auswerteeinrichtung 6 unterbun¬ den.
Wird im ersten Teilschritt 261 hingegen festgestellt, dass kein Notbremsvorgang vorliegt, so erfolgt in einem vierten Teilschritt 264 die Abfrage, ob die Fahrzeuglängsgeschwindig¬ keit vx kleiner ist als ein vorgegebener unterer Geschwindig¬ keitsschwellenwert vu. Trifft dies zu, so wird analog zu den Teilschritten 262 und 263 wiederum geprüft, ob die Radauf- standsbeeinflussungsmittel 15 bereits zu einem früheren Zeit¬ punkt aktiviert worden sind (fünfter Teilschritt 262' ) und zutreffendenfalls wird diese Aktivierung in einem sechsten Teilschritt 263' beendet.
Im Anschluss an den fünften Teilschritt 262' bzw. den sechs¬ ten Teilschritt 263' wird im sechsten Schritt 30 das Lenksys¬ tem 16 zur Querdynamikbeeinflussung verwendet (Verzweigung ALT2 aus dem vierten Schritt 26) . Bei niedrigen Fahrzeug¬ längsgeschwindigkeiten kann über die RadaufStandsbeeinflus¬ sungsmittel 15 keine ausreichend große Beeinflussung der Fahrzeugquerdynamik über die RadaufStandsbeeinflussungsmittel 15 erreicht werden, so dass deren Ansteuerung verhindert wird bzw. nicht erfolgt.
Ist die Fahrzeuglängsgeschwindigkeit vx größer oder gleich dem unteren Geschwindigkeitsschwellenwert vu wird in einem siebten Teilschritt 265 anhand der Gierratendifferenz ermit¬ telt, ob eine ausreichend große Querdynamikbeeinflussung zur Kompensation der Gierratendifferenz allein über die Radauf- standsbeeinflussungsmittel 15 möglich ist. Ist dies der Fall, so werden die RadaufStandsbeeinflussungsmittel 15 in einem fünften Schritt 28 durch die Auswerteeinrichtung 6 angesteu¬ ert, um die Istgierrate ψlst des Fahrzeugs an die Sollgierrate ψsoll anzugleichen (Verzweigung ALTl aus dem vierten Schritt 26) .
Reicht die Aktivierung der Radaufstandsbeeinflussungsmittel 15 allein nicht zur erforderlichen Querdynamikbeeinflussung aus, so wird in einem achten Teilschritt 266 geprüft, ob die Fahrzeuglängsgeschwindigkeit vx oberhalb eines vorgegebenen oberen Geschwindigkeitsschwellenwertes vo liegt. Ist dies der Fall, wird die Ansteuerung des Lenksystems 16 als Querdyna- rnikbeeinflussungsmittel 14 verhindert bzw. nicht durchge¬ führt, da bei sehr großen Fahrzeuglängsgeschwindigkeiten vx bereits geringe Beeinflussungen des Lenkwinkels δ des Fahr¬ zeugs eine sehr große Auswirkung auf die Fahrzeugquerdynamik haben, so dass ein Fahrer unabhängiger Lenkeingriff bei der-
art großen Fahrzeuglängsgeschwindigkeiten vx nicht erfolgen soll. Im vorliegenden Fall wird daher die Querdynamikbeein¬ flussung dann in einem siebten Schritt 32 durch die Aktivie¬ rung des Bremssystems 17 des Fahrzeugs vorgenommen (Verzwei¬ gung ALT3 aus Schritt 26) .
Beim bevorzugten Ausführungsbeispiel des Verfahrens gemäß Fig. 2 ist somit vorgesehen, zur notwendigen Querdynamikbe¬ einflussung jeweils nur ein Querdynamikbeeinflussungsmittel 14 zu aktivieren, so dass eine gleichzeitige und aufeinander abgestimmte Aktivierung mehrerer Querdynamikbeeinflussungs¬ mittel 14 vermieden werden kann. Bevorzugt werden dabei die Radaufstandsbeeinflussungsmittel 15 durch die Auswerteein¬ richtung 6 immer dann angesteuert, wenn für die Radaufstands- beeinflussungsmittel 15 keine Ausschlussbedingung vorliegt. Der Grund dafür ist darin zu sehen, dass eine Querdynamikbe¬ einflussung über die Radaufstandsbeeinflussungsmittel 15 für die Fahrzeuginsassen sehr komfortabel verläuft.
In Abwandlung zum dargestellten Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 könnte es alternativ vorgesehen sein, dass dann, wenn auf¬ grund des Betrages der Gierratendifferenz keine ausreichende Querdynamikbeeinflussung möglich ist, zusätzlich zu den Rad¬ aufstandsbeeinflussungsmitteln 15 wenigstens ein weiteres Querdynamikbeeinflussungsmittel 14 aktiviert wird, so dass durch die Ansteuerung der RadaufStandsbeeinflussungsmittel 15 und zumindest einem weiteren Querdynamikbeeinflussungsmittel 14 die vorgegebene Reduzierung bzw. vollständige Kompensation der von der Gierratendifferenz gebildeten Querdynamikabwei- chungsgröße erreicht werden kann.
Bei einem alternativen, weiteren Ausführungsbeispiel des Ver¬ fahrens erhält der Fahrer in einem achten Schritt 34 eine Rückmeldung, wenn im dritten Schritt 24 die Notwendigkeit der
Fahrer unabhängigen Querdynamikbeeinflussung festgestellt wurde, was in Fig. 2 gestrichelt gezeigt ist. In einer weite¬ ren Abwandlung hierzu wäre es auch möglich, die Rückmeldung an den Fahrer erst dann zu erzeugen, wenn im fünften Schritt 28, im sechsten Schritt 30 oder im siebten Schritt 32 eines der Querdynamikbeeinflussungsmittel 14 der Querdynamikbeein- flussungseinrichtung 7 durch die Auswerteeinrichtung 6 zur Querdynamikbeeinflussung angesteuert wird. Im diesem letzten Fall könnte der Fahrer bei der Rückmeldung auch darüber in¬ formiert werden, welches Querdynamikbeeinflussungsmittel 14 zur automatischen Querdynamikbeeinflussung verwendet wird.
Durch eine dieser Rückmeldungen wird der Fahrer darüber in¬ formiert, dass eine Abweichung zwischen dem querdynamischen Sollverhalten und dem querdynamischen Istverhalten des Fahr¬ zeugs erkannt wurde und ein Fahrer unabhängiger Querdynamik¬ eingriff erfolgt. Diese Fahrerrückmeldung kann als akustische und/oder optische und/oder haptische Rückmeldung ausgebildet sein. Bei der Ansteuerung des Bremssystems 17 durch die Aus¬ werteeinrichtung 6 als Querdynamikbeeinflussungsmittel 14 kann die dabei verursachte Fahrzeugverzögerung gleichzeitig als haptische Rückmeldung an den Fahrer genutzt werden.
Das Verfahren nach Fig. 2 wird während des Fahrbetriebs des Fahrzeugs zyklisch durchlaufen.