)ND ENSATABS CHEIDER IKT EINER TURBOLADERANORDNUNG UND VERFAHREN ZUM BETREIBEN :NER SOLCHEN ANORDNUCTG
Die Erfindung betrifft ein Turboladeranordnung und ein Verfahren zum Betreiben eines Turboladers gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1 bzw. des Anspruches 19.
Zur Verringerung der Partikel- und Stickoxidemission bei Dieselmotoren ist die Rückführung von Abgas bekannt, wobei sowohl eine Hochdruck- Abgasrückführung als auch eine Niederdruck-Abgasrückführung möglich ist. Dabei wird der Abgasstrom auf Temperaturen von ca. 15O0C bis 2000C abgekühlt und der Ansaugluft zugemischt. Als Kühlmedium im Abgaskühler wird bei diesen Temperaturen der gekühlten Ansaugluft in der Regel ein Teilstrom des Motor-Kühlmittels verwendet, jedoch ist auch die Verwendung anderer Kühlmittel bekannt. Die Abgasrückführung ist um so wirku ngsvoller, je niedriger die Gasaustrittstemperaturen am Abgaskühler sind.
Bei der Hochdruck-Abgasrückführung wird üblicherweise Abgas vor der Turbine entnommen und der Ladeluft nach dem Ladeluftkühler zugeführt. Die Kühlung des rückgeführten Abgases erfolgt durch das heiße Motor- Kühlmittel, so dass auf Grund der hohen Temperaturen üblicherweise kein
Abgaskondensat entsteht. Die Hochdruck-Abgasrückführung erreicht eine deutliche Verringerung der Stickoxidemission, allerdings verbunden mit einem gleichzeitigen Anstieg der Partikelemission. Die Partikel— oder Feinstaubemission kann durch Partikelfilter verringert werden.
Bei der Niederdruck-Abgasrückführung wird das Abgas nach der T urbine, bevorzugt nach einem Partikelfilter, dem Abgasstrom entnommen, abgekühlt und dem Verdichter saugseitig zugeführt. Auf Grund der stärkeren Abkühlung des zurückgeführten Abgases ist eine weitere Verminderung der Stickoxidemission möglich, jedoch bildet sich auf Grund der starken Abkühlung des rückgeführten Abgases sich Kondensat, welches starK sauer ist, was im Wesentlichen auf die gebildete Salpetersäure HNO3 zurückgeht, so dass es zu Korrosion kommt. Wird Kondensatnebel dem Verdichter zugeführt, so kann dieser zudem den Verdichter wegen dessen hoher Drehzahl (ca. 120000 bis 150000 U/min) beschädigen.
Bei Nutzfahrzeugen ist neben der Abgasrückführung zur Verringerung der Stickoxidemission auch das SCR Verfahren (Selective Catalytic Reduction) bekannt, bei dem entweder aus Ammonium-Carbamat oder wässriger Harnstofflösung Ammoniak erzeugt wird, welches das vom Motor erzeugte Stickoxid in die unschädlichen Komponenten Stickstoff und Wasser katalytisch umwandelt. Dieses Verfahren hat jedoch den Nachteil, dsss ein zusätzlicher Betriebsstoff im Fahrzeug mitgeführt werden muss.
Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung, ei¬ ne verbesserte Turboladeranordnung und ein Verfahren zum Betreiben ei¬ nes Turboladers zur Verfügung zu stellen, bei der die Gefahr einer Korrosion möglichst gering ist. Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Turbolad&ranord- nung und ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 bzw. des An¬ spruches 19. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der LJnteran- sprüche.
Im Folgenden soll unter Ladeluft sowohl die Ansaugluft als auch der mit der rückgeführten Abgas gemischte Ansaugluft verstanden werden.
Erfindungsgemäß ist eine Turboladeranordnung, insbesondere eines Kraft¬ fahrzeugs mit einem Verbrennungsmotor, mit Abgasrückführung vorgese¬ hen, wobei die Anordnung einen Abgaskühler und einen Ladeluftkühler zur Kühlung von rückgeführtem Abgas und/oder Ladeluft und ein Verdichter zur Verdichtung der Ladeluft sowie ei nen Kondensatabscheider aufweist. Durch den Kondensatabscheider kann der sich in dem Kondensat, welches sich bei Erreichen und Unterschreiten der Taupunkttemperatur bildet, befindliche kor¬ rosive Anteil des Abgases aus denn Abgasstrom oder dem Ladeluftstrom ent¬ fernt und sichergestellt werden, dass im folgenden Bereich sich kein oder nur minimal Kondensat sammelt, welches eine gegebenenfalls stattfindende Korrosion der Bauteile fördert. Der Kondensatabscheider ist hierbei bevor¬ zugt direkt nach dem Kühler zur Kühlung des rückgeführten Abgases und/oder nach dem LadeluftkQ hier und/oder direkt vor dem Ladeluft- Verdichter angeordnet.
Beim Kondensatabscheider kann es sich bevorzugt um einen ein Fliehkraft¬ oder Zyklonabscheider handeln. Alternativ ist auch die Verwendung eines anderen Turbulenzerzeugers möglich, welcher in einem Luftstrom befindliche Kondensattröpfchen nach außen fördert, so dass sie abgeführt werden kön¬ nen. Beliebige andere gleichwirkende Vorrichtungen sind ebenfalls möglich.
Ferner ist die Verwendung eines Filters, beispielsweise aus Edelstahl- oder aus Kunststoffgewebe bzw. -vlies, der als Kondensatabscheider dient, mög¬ lich.
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In allen Fällen kann die Kondensatabscheidung zur Erhöhung der Effektivität mehrstufig erfolgen. Dabei können auch unterschiedliche Kondensatab- scheider beliebig miteinander kombiniert werden.
Um das Kondensat aus einem Sammelbehälter o.a. ableiten zu Icönnen, ist bevorzugt ein Ventil zur Drosselung des Abgasstroms oder des. Ladeluft¬ stroms vorgesehen, so dass das Druckniveau angehoben und das Konden¬ sat ohne zusätzliche Hilfsmittel abgeleitet werden kann. Alternativ ist auch die Verwendung von Hilfsmitteln, wie beispielsweise einer Pumpe oder einer sonstigen Anordnung, welche eine befristete Druckerhöhung im Sammelbe¬ hälter ermöglicht, möglich.
Am Kondensatabfluss kann ein Rückschlagventil vorgesehen sein, welches ein Ausströmen des Kondensats ermöglicht, jedoch ein Rückströmen von Kondensat und/oder Luft von außen verhindert.
Ferner kann der Kondensatabfluss ein derartiges Ablaufgefälle aufweisen, dass die Gewichtskraft auf das Kondensat mindestens dem Ansaugdruck entspricht, so dass ein Rücksaugen von Kondensat verhindert werden kann.
Der Kondensatabscheider ist bevorzug direkt nach dem Kühler, insbesonde¬ re bevorzugt direkt nach dem Abgaskühler, angeordnet. Ebenfalls ist eine Anordnung nach dem Ladeluftkühler sinnvoll. Um den Verdichter vor Be¬ schädigungen durch Kondensattröpfchen zu schützen, ist auch eine Anord¬ nung direkt vor dem Verdichter sinnvoll. Hierbei kann die Welle des Verdich¬ ters vorteilhafterweise als Antrieb oder Teil eines Fliehkraftabscheiders ver¬ wendet werden.
Der Kondensatabscheider muss zudem in einem Bereich angeordnet sein, in welchem Kondensattröpfchen vorhanden sind. Dies ist üblichem/eise in ei¬ nem Bereich der Fall, in welchem die Temperatur des Abgasstroms oder des
Ladeluftstroms den Taupunkt (unter Berücksichtigung der sonstigen Para¬ meter, wie insbesondere Druck und chemische Zusammensetzung) erreicht oder unterschreitet.
Das Abgas oder die Ladeluft wird erfindungsgemäß in einem Bereich, in wel¬ chem das Abgas oder die Ladeluft eine Temperatur aufweist, welche dem Taupunkt entspricht oder denselben unterschreitet, umgelenkt, insbesondere mit einer Geschwindigkeitskomponente in tangentialer Richtung beauf¬ schlagt, so dass bevorzugt der Längsbewegung eine Rotationsbeweg ung überlagert wird, jedoch kann auch eine Umlenkung des Luftstroms ausrei¬ chend sein. Durch die Geschwindigkeitskomponente in tangentialer Richtung werden die sich bildenden Kondensattröpfchen nach außen bewegt und können sich an der Wand ablagern, von wo sie sich sammeln, weitergeleitet und abgeführt werden können. Bevorzugt ist die mittlere tangentiale Ge¬ schwindigkeitskomponente im Bereich der Kondensatabscheidung mindes¬ tens so groß wie die mittlere Geschwindigkeitskomponente in Längsrichtung, bevorzugt mindestens doppelt so groß.
Der Kondensatabscheider ist vorzugsweise mit der Welle des Verdichters gekoppelt oder fest verbunden, so dass eine hohe Drehzahl mit geringem konstruktiven Aufwand und ohne Zusatzantrieb möglich ist.
Bevorzugt weist der Kondensatabscheider einen Verdränger- oder Schleu¬ derkörper auf, der auf der Welle drehfest angeordnet oder durch einen Be¬ reich der Welle gebildet ist. Dieser mitlaufende Körper ist bevorzugt aus ei¬ nem Leichtmetall oder einer Leichtmetalllegierung, wie Aluminium, Titan o- der Magnesium, oder aus einem Kunststoff gefertigt. Alternativ oder zusätz¬ lich kann er eine Oberflächenbeschichtung, beispielsweise eine Oxal- Schicht, ausweisen, die ihn vor Korrosion schützt. Der Körper ist vorzugs¬ weise strömungstechnisch derart ausgebildet, dass er trotz der Umlenkung
keine Verwirbelungen erzeugt. Ferner ist er in Hinblick auf seine Masse zur Vermeidung von Massenkräften minimiert.
Der Verdränger- oder Schleuderkörper ist vorzugsweise in normaler Strö¬ mungsrichtung der Ladeluft vor dem Laufrad des Verdichters angeordnet und lenkt vorzugsweise den Ladeluftstrom um mindestens 90°, vorzugsweise um zweimal 180°, um. Insbesondere eine Z-artige Umlenkung um z-weimal ca. 180° führt zu einer sehr guten Abscheidung der Kondensattropfen , wobei sich ein Teil der Kondensattropfen am Körper abschlagen und von dort in Folge der Fliehkraft an die innere Kanal- oder Gehäusewand geschleudert werden. Dabei kann die kinetische Energie der Kondensattropfen für ein Ab¬ führen des Kondensats aus dem Innenraum verwendet werden.
Der Kondensatabscheider ist vorzugsweise in dem Verdichtergehäuse an¬ geordnet und/oder in das Verdichtergehäuse integriert ausgebildet- Dabei weist das Verdichtergehäuse vorzugsweise Bohrungen für den Kondensat- ablauf auf.
Die Anordnung weist vorzugsweise eine thermische Kondensatentsorgung auf, welche eine Entgiftung des Kondensats ermöglicht, so dass die i m Kon¬ densat enthaltenen Säuren, insbesondere die Salpetersäure, die Schwefel¬ säure und die schwefelige Säure, in deren ungefährliche Gase und "Wasser umgewandelt werden. Diese können anschließend dem Abgas beig egeben und an die Umgebung über den Auspuff abgegeben werden.
Die thermische Kondensatentsorgung ist bevorzugt mehrstufig, insbesonde¬ re dreistufig, ausgebildet. Als erste Stufe ist hierbei bevorzugt ein abgasbe¬ heizter Wärmetauscher für die Erwärmung des Kondensats vorgesehen. Als zweite Stufe ist bevorzugt ein thermischer Reaktor vorgesehen, welcher vor¬ zugsweise ein PTC-Heizelement umfasst und selbsttätig abregelt, wenn kein Kondensat anfällt. Als dritte Stufe ist vorzugsweise weiterer thermisoher Re-
aktor für eine Resterhitzung vorgesehen, insbesondere in Form eines elektri¬ schen Heizkörpers, der das verdampfte Kondensat auf 350 bis 450cC erhitzt, so dass der Salpetersäure-Dampf sich in seine unschädlichen Komp onenten Stickstoff, Wasser und Sauerstoff umwandelt. Insbesondere im thermischen Reaktor der dritten Stufe sind vorzugsweise Einbauten zur Oberflächenver¬ größerung vorgesehen, so dass der chemische Prozessablauf optim iert wer¬ den kann. Es kann für jeden Kondensatabscheider eine thermische Konden¬ satentsorgung vorgesehen sein, vorzugsweise ist jedoch eine gemeinsame Kondensatentsorgung für mehrere Kondensatabscheider vorgesehen.
Die Heizung der thermischen Kondensatentsorgung kann bevorzugt bei niedrigen Betriebstemperaturen (122°C), die zur NO2-Bildung führen, getak¬ tet betrieben werden, um eine beispielsweise lastabhängige Dosierung des NO2 zu ermöglichen, so dass die NOχ-Grenzwerte eingehalten werden.
Ebenfalls kann ein Zusatzgebläse vorgesehen sein, welches die Ei nhaltung der MAK-Werte sicherstellt, unabhängig von der Funktion der Kondensatent¬ sorgung.
Vorzugsweise sind zwischen Kondensatabscheider und Kondensstentsor- gung Leitungen vorgesehen, welche in Folge von Kapillarkräften und/oder deren Anordnung eine automatische Förderwirkung haben, so dass auf Pumpen verzichtet werden kann.
Im Folgenden werden Turboladeranordnungen anhand mehrerer Ausfüh¬ rungsbeispiele unter Bezugnahme auf die Zeichnung im Einzelnen erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Prinzipdarstellung einer Vorricrrtung zur Kühlung von Abgas, wie sie in einer erfindungsgemäßen Turboladeranordnung verwendet werden kann,
Fig. 2 eine schematische Ansicht eines ersten Ausführungsbei¬ spiels,
Fig. 3 eine schematische Ansicht eines zweiten Ausführungsbei- spiels,
Fig. 4 eine schematische Ansicht eines dritten Ausführungsbei- spiels,
Fig. 5 eine schematische Ansicht eines vierten Ausführungsbei¬ spiels,
Fig. 6 eine schematische Ansicht eines fünften Ausführungsbei¬ spiels,
Fig. 7 eine schematische Darstellung einer Turboladeranordnung mit Hochdruck-Abgasrückführung,
Fig. 8 eine schematische Darstellung einer Turboladeranordnung mit Niederdruck-Abgasrückführung,
Fig. 9 eine schematische Ansicht eines siebten Ausführt! ngsbei- spiels mit einer ersten Variante eines Fliehkraftabscheiders,
Fig. 10 eine schematische Ansicht eines achten Ausführu ngsbei¬ spiels mit einer zweiten Variante eines Fliehkraftabscheiders,
Fig. 11 eine schematische Darstellung einer Turboladeranordnung mit Niederdruck-Abgasrückführung mit zweistufiger Kühlung des rückgeführten Abgases,
Fig. 12 eine schematische Darstellung einer Turboladeranordnun cj mit Niederdruck-Abgasrückführung mit thermischer Konden¬ satentsorgung, und
Fig. 13 eine schematische Detaildarstellung der thermischen Kon¬ densatentsorgung von Fig. 12.
Fig. 1 zeigt einen kleinen Ausschnitt aus einer Turboladeranordnung. Hierbei ist eine Vorrichtung 1 zur Kühlung von rückgeführtem Abgas eines Kraftfahi r- zeugs mit einem Verbrennungsmotor dargestellt, die einen einem kältemit¬ telgekühlten Abgaskühler 2 nachgeordnet angeordneten Kondensatabschei¬ der 3 mit einer Abgasauslass 4 und einem Kondensatablauf 5 aufweist. In Fig. 1 ist die Strömungsrichtung des Abgasstroms durch Pfeile angedeutet. Die Funktion, wie auch die der im Folgenden beschriebenen Ausführungs¬ beispiele eins bis fünf ist jeweils die Gleiche, nämlich dem durch den Abgas¬ kühler 2 auf ca. 1500C (Temperatur unter Taupunkt unter Berücksichtigung der sonstigen Parameter, wie insbesondere Druck und chemische Zusam¬ mensetzung) abgekühlten Abgasstrom wird direkt nach dem Austritt aus de m Abgaskühler 2 die Feuchtigkeit durch den Kondensatabscheider 3 soweit möglich entzogen. Der trockene Abgasstrom gelangt über ein Tauchrohr 6 aus dem Kondensatabscheider 3 und wird anschließend mit der Ansaugluft gemischt. Der hieraus resultierende Ladeluftstrom wird weiter verdichtet, Im Ladeluftkühler gekühlt und anschließend dem Turbolader (nicht dargestellt) zugeführt.
Vorliegend hat der rückgefü hrte Abgasstrom vor dem Abzweigen vom &e- samtabgasstrom einen Partikelfilter durchlaufen, so dass neben dem Kon¬ densat möglichst keine Partikel, insbesondere keine größeren Partikel, ab¬ geschieden werden, welche sich ablagern und dadurch den Wartungsauf-
wand erhöhen. Insbesondere kleine Partikel können jedoch als Kondensati¬ onskeime dienen und sich positiv auf die Kondensation auswirken.
Dabei erfolgt die Abscheidung der Kondensattröpfchen gemäß den folgen¬ den fünf Ausführungsbeispielen im Kondensatabscheider 3 durch eine Ver¬ setzung des Abgasstroms in Rotation, so dass die Kondensattröpfchen nicht nur in axialer Richtung vom Abgasstrom mitgenommen sondern insbesonde¬ re auch nach außen gefördert werden und sich weitestgehend a n der Wand ansammeln, von wo sie in Folge der Schwerkraft nach unten sinken und so abgeführt werden können. Der Druckverlust durch den Kondensatabscheider 3 ist hierbei relativ gering. In Folge der Abscheidung des aggressiven Kon¬ densats werden die dahinter angeordneten Bauteile geschützt, so dass die Korrosionsgefahr deutlich gesenkt werden kann.
Gemäß dem ersten , in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel ist ein im Prinzip herkömmlicher Fliehkraftabscheider als Kondensatabschieider 3 vor¬ gesehen, welcher Teil der Vorrichtung 1 ist. Das sich niederschlagende Kon¬ densat fließt in Folge der Schwerkraft durch den Kondensatablauf 5 nach unten, wo eine Öffn ung mit einem Sammelbehälter 7 angeordnet ist, in wel¬ chem das Kondensat gesammelt wird. Der Sammelbehälter 7 Λ/vird bei Be¬ darf geleert. Hierbei ist zu beachten, dass im Vergleich zur Umgebung ein Unterdruck herrscht, so dass das Kondensat abgesaugt werde n muss, so¬ fern keine Druckerhiöhung, beispielsweise durch Stoppen des A-bgasstroms, erfolgt. Eine detaillierte Beschreibung möglicher Fliehkraftabschi eider erfolgt an späterer Stelle unter Bezugnahme auf die Figuren 9 und 10.
Um eine Druckerhöhung zu bewirken, ist gemäß dem in Fig. 3 dargestellten zweiten Ausführungsbeispiel ein im Abgasstrom angeordnetes Absperrventil 8 vorgesehen. Soll das Kondensat abgeführt werden, so wird das Absperr¬ ventil 8 kurz geschlossen, so dass der Druck in der Vorrichtung ansteigt und
das Kondensat abfließen kann. Es kann in einem Sammelbehälter (nicht dargestellt) bevorratet werden, bis dieser entleert wird.
Gemäß dem dritten, in Fig. 4 dargestellten Ausführungsbeispiel, welches im Wesentlichen dem ersten Ausführungsbeispiel entspricht, ist nach dem Sammelbehälter 7 eine Pumpe 9 angeordnet, welche bei Erreichen eines bestimmten Füllstandes des Sammelbehälters 7 automatisch betätigt wird, so dass, insbesondere im Falle einer Niederdruck-Abgasrückführung, die mit einem unter dem Umgebungsniveau liegenden Druck verbunden ist, kein Stoppen des Abgasstroms wie beim zweiten Ausführungsbeispiel erforder¬ lich ist, um den Unterdruck im Sammelbehälter 7 auf Umgebungsniveau an¬ zuheben.
Eine weitere Möglichkeit einer Druckerhöhung im Sammelbehälter 7 ist ge¬ mäß dem in Fig. 5 dargestellten vierten Ausführungsbeispiel das Vorsehen zweier Ventile 10 am Kondensateinlass und Kondensatauslass desselben und eines dünnen Schlauchs 11 mit einem Regelventil 12, welcher den Sammelbehälter 7 mit der Hochdruckseite der Ladeluftleitung verbindet, so dass bei Öffnen des Regelventils 12 automatisch das Ventil 10 am Konden¬ sateinlass geschlossen wird, der Druck im Sammelbehälter 7 ansteigt und bei Erreichen eines gegenüber der Umgebung erhöhten Druckniveaus das zweite Ventil 10 am Kondensatauslass automatisch öffnet, so dass das Kon¬ densat abgeführt werden kann.
Natürlich sind auch andere Varianten zur Druckerhöhung im Sammelbehälter möglich, um das Kondensat abzuführen.
Gemäß dem in Fig. 6 dargestellten fünften Ausführungsbeispiel ist ein Tur¬ bulenzerzeuger 13 in Verbindung mit einem nachgeordneten ringförmigen Kanal 14 als Kondensatabscheider 3 in die Leitung nach dem Abgaskühler 2 integriert. Durch den Turbulenzerzeuger 13 wird der Abgasstrom mit einer
Drehbewegung überlagert, so dass wiederum die sich auf Grund der verrin¬ gerten Temperatur nach dem Abgaskühler 2 bildenden Kondensattröpfchen nach außen getragen und an der Wand abgelagert werden. Durch die Ge¬ schwindigkeitskomponente des Abgasstroms in Längsrichtung wird das Kondensat in Längsrichtung mitgeführt und gelangt so in den Kanal 14, wo es nach unten abgeführt wird und sich entsprechend dem ersten Ausfüh¬ rungsbeispiel in einem Sammelbehälter 7 sammelt. Z_um Leeren des Sam¬ melbehälters 7, insbesondere im Falle einer Niederdruck-Abgasrückführung, sind beispielsweise Maßnahmen entsprechend den zuvor beschriebenen Ausführungsbeispielen möglich.
Die Anordnung des Kondensatabscheiders muss nicht notwendigerweise di¬ rekt nach dem Abgaskühler sein. Beispielsweise ist auch eine Anordnung nach einem nachfolgenden Ladeluftkühler sinnvoll, insbesondere wenn die Temperatur den Taupunkt erst dort erreicht oder unterschreitet, so dass in diesem Fall die Ladeluft gekühlt wird, welche aus de r Ansaugluft und dem rückgeführten Abgas besteht. Entsprechend kann prinzipiell auch die reine Ansaug luft getrocknet werden.
Gemäß einem nicht in der Zeichnung dargestellten sechsten Ausführungs¬ beispiel ist als Kondensatabscheider ein Filter nach dem Abgaskühler ange¬ ordnet, welcher ein Kunststoffvlies aufweist. Das hieran ausbildende Kon¬ densat sammelt sich und läuft nach unten ab, wo es in einem Sammelbehäl¬ ter gesammelt wird.
In den Figuren 7 und 8 sind Beispiele für eine mögliche Anordnung eines Kondensatabscheiders 3 für den Fall einer Hochdruck-Abgasrückführung (Fig. 7) und für den Fall einer Niederdruck-Abgasrückführung (Fig. 8) darge¬ stellt. Hierbei kann die Ausgestaltung in allen Fällen entsprechend den zuvor beschriebenen Ausführungsbeispielen erfolgen. Die Leitungen der Nieder¬ druckseite sind in den Figuren 7 und 8 durch dicke durchgezogene Linien
dargestellt, die der Hochdruckseite durch gestrichelte Linien. Die Strömungs¬ richtungen sind jeweils durch Pfeile verdeutlicht.
Gemäß der in Fig. 7 dargestellten Hochdruck-Abgasrückführung erfolgt die Abzweigung des rückzuführenden Abgases von dem vom Motor M kommen¬ den Abgasstrom hochdruckseitig, also vor einer Druckabsenkung. Die An¬ saugluft wird in einem Verdichter V verdichtet, durchströmt einen Ladeluft¬ kühler L und anschließend wird ihr das rückgeführte, gekühlte und nach dem Durchströmen des Kondensatabscheiders 3 trockene Abgas zugeführt. An¬ schließend wird der Ladeluftstrom dem Motor M zugeführt.
Fig. 8 zeigt ein Beispiel einer Niederdruck-Abgasrückführu ng, wobei das rückzuführende Abgas von dem vom Motor M kommenden Abgasstrom nie- derdruckseitig, also nach einer Druckabsenkung, abgezweigt wird. Es wird, um den Verdichter V und den nachfolgenden Ladeluftkühler L nicht zu schä¬ digen und vor Korrosion zu schützen, durch den Abgas-Kühler 2 und den Kondensatabscheider 3 geführt und erst anschließend der Ansaugluft zuge¬ führt. Der nunmehr durch das rückgeführte Abgas und die Ansaugluft gebil¬ dete Ladeluftstrom wird im Ladeluftkühler L gekühlt und dem Motor M zuge¬ führt.
Um die Massenstromabhängigkeit und die für den Einbau benötigte zusätzli¬ che Bautiefe eines Zyklonabscheiders zu umgehen, kann gemäß dem sieb¬ ten und achten Ausführungsbeispiel als Kondensatabscheider 3 ein Flieh¬ kraftabscheider mit einem rotierenden Verdränger- oder Schleuderkörper 20 vorgesehen sein , wobei vorliegend der Verdränger- oder Schleuderkörper 20 auf der verlängert ausgebildeten Welle 21 des Turboladers, auf welcher auch das Verdichterlauf rad 22 angeordnet ist, vor dem Eintritt in den Ver¬ dichter V angebracht ist. Auf diese Weise ist die Drehzahl des Fliehkraftab¬ scheiders gekoppelt an die Drehzahl des Verdichterlaufrads 22, welche in der Regel 120000 bis 150000 U/min beträgt. Der Kondensattropfen führende
Ladeluftstrom trifft auf den Verdränger- oder Schleuderkörper 20, so dass eine Umlenkung der Strömung erzwungen wird, so dass ein Großteil der Kondensattropfen sich am Verdränger- oder Schleuderkörper 20 ablagern und von diesem in Folge der hohen Drehzahl nach außen geschleudert wer¬ den, wo sie sich sammeln und in Richtung Kondensatablauf 5 strömen. Die Umlenkung des Ladeluftstroms auf Grund des Verdränger- oder Schleuder¬ körpers 20 in Verbindung mit dem Verdichtereintritt ist hierbei geometrisch derart gestaltet, dass auch weitere Kondensattropfen abgeschieden werden, die sich nicht am Verdränger- oder Schleuderkörper 20 abgelagert haben.
Gemäß dem in Fig. 9 dargestellten siebten Ausführungsbeispiel für einen Kondensatabscheider ist der Verdränger- oder Schleuderkörper 20 napfartig ausgebildet, wobei die Öffnung in Richtung Verdichter V zeigt. Auf Grund der Z-artigen Umlenkung des Ladeluftstroms, vorliegend um 2 x ca. 180°, wer¬ den die meisten Kondensattropfen abgelagert, bevor die Ladeluft in den Verdichter V gelangt. Der vorliegend aus einer Aluminiumlegierung gefertigte Verdränger- oder Schleuderkörper 20 ist endseitig auf die Welle 21 aufge¬ steckt und mit derselben verlötet.
Fig. 10 zeigt einen Verdränger- oder Schleuderkörper 20 fü r eine radiale Kondensatabführung gemäß dem achten Ausführungsbeispiel für einen Kondensatabscheider 3. Hierbei wird die Luft um ca. 90° nach außen umge¬ lenkt, so dass die Kondensattropfen auf den Verdränger- oder Schleuder¬ körper 20 treffen, von dem sie in Folge der Fliehkraft mit hoher kinetischer Energie nach außen in einen ringförmigen zum Kondensatablauf 5 führen¬ den Kanal geschleudert werden, der einen schematisch angedeuteten Ven¬ tilmechanismus 23 aufweist, welcher die mit hoher kinetischer Energie auf¬ treffenden Kondensattropfen durchlässt, aber einen Kondensatrückfluss in den Verdichterraum verhindert. Der vorliegend aus Kunststoff gefertigte Verdränger- oder Schleuderkörper 20 ist endseitig auf die Welle 21 aufge¬ steckt und mit derselben verklebt, wobei als zusätzliche Sicherung das WeI-
lenende einen sechskantartige Gestalt und der Verdränger- oder Schleuder¬ körper 20 eine entsprechende Innenform aufweisen.
In Fig. 11 ist eine Niederdruck-Abgasrückführung mit zweistufiger Kühlung des rückgefiihrten Abgases (Abgaskühler 2) zusätzlich zur (vorliegend) ein¬ stufigen Ladeluftkühlung (Ladeluftkühler L) dargestellt. Das vom Motor M kommende Abgas durchströmt hierbei die Turbine T und in entspanntem, abgekühltem Zustand ein nachfolgend angeordnetes Filter F, mit Hilfe des¬ sen Partikel aus dem Abgas entfernt werden. An einer Verzweigung kann ventilgesteuert ein Teil des von Partikeln gereinigten Abgases rückgeführt werden, der Rest des Abgases gelangt durch den Auspuff nach außen. Die Abgasrückführmenge wird hierbei durch das sich einstel lende Druckgefälle von Abgasgegendruck und Ansaugunterdruck bestimmt, so dass mit einfa¬ chen Mitteln hohe Abgasrückführmengen möglich sind.
Der rückgeführte Teil des Abgases wird durch einen zweistufigen Abgasküh¬ ler 2 wobei in der ersten Stufe 2' eine Vorkühlung durch das Motor- Kühlmittel, das in einem ansonsten herkömmlich ausgebildeten Motor- Kühlkreislauf zirkuliert, erfolgt. In der zweiten Stufe 2" erfolgt bei Bedarf eine weitere Absenkung der Abgastemperatur. Die zweite Stufe 2" ist Teil eines Niedertemperaturkühlkreislaufs. Dieser weist einen luftgekühlten Niedertem¬ peratur-Kühler NK, dem im Luftstrom nachfolgend der das Motor-Kühlmittel kühlenden Hochtemperatur-Kühler HK angeordnet ist, einen Kompressor K zum Umwälzen des Kühl- oder Kältemittels und in parallelgeschalteten Zweigen einen Ladeluftkühler L und die zweite Stufe 2" des Abgaskühlers 2 auf, wobei d ie Kühl- oder Kältemittelverteilung mit Hilfe von Ventilen geregelt ist.
Ferner ist für den Ladeluftstrom oder einen Teil hiervon ein ventilgesteuert bei Bedarf zur Verfügung stehender Bypass B vorgesehen, welcher parallel zum Motor N/1 verläuft und Ladeluft an demselben vorbei führen kann.
Wie aus Fig. 11 ersichtlich, ist nach der zweiten Stufe 2" des Abgaskühlers 2 ein Kondensatabsch eider 3 vorgesehen, mit Hilfe dessen Kondensat aus dem kalten rückgeführten Abgas entfernt werden kann bevor es mit der an¬ gesaugten Frischluft vermischt wird. Vorliegend ist - obwohl nicht näher dar¬ gestellt - direkt vor dem Verdichter V ein weiterer Kondensatabscheider an¬ geordnet, insbesondere ein Fliehkraftabscheider wie zuvor unter Bezugnah¬ me auf die Figuren 9 oder 10 beschrieben.
Zur Entsorgung des sich ansammelnden Kondensats, welches als Gefahr¬ stoff einzustufen ist und deshalb nicht an Bord eines Fahrzeugs gespeichert werden kann, ist eine thermische Kondensatentsorgung 30 vorgesehen. Hierbei lassen sich mit Hilfe eines mehrstufigen thermischen Reaktors die gebildeten Säuren in unkritische Komponenten umwandeln. Zudem lässt sich das gebildete Kondensat für die Vorkühlung des rückgeführten Abgases nutzen.
Ein Beispiel der Anordnung einer derartigen Kondensatentsorgung 30 in ei¬ ner Niederdruck-Abgasrückführung ist in den Figuren 12 und 13 schematisch dargestellt. Hierbei wird Kondensat, das sich am Abgaskühler 2, vor dem Verdichter V und im oder nach dem Ladeluftkühler L sammelt über Leitun¬ gen zu einem zentralen Kondensatsammler 31 geführt, von dem aus es über eine Leitung einem thermischen Reaktor 32 zugeführt wird , der Teil der thermischen Kondensatentsorgung 30 ist. Der thermische Reaktor 32 ist nachfolgend an das Filter F in einem Auspuffkrümmer des Motors integriert angeordnet. Die das Kondensat führenden Leitungen, insbesondere die Lei¬ tung vom Kondensatsammler 31 zum thermischen Reaktor 32, weisen vor¬ liegend einen Querschnitt auf, welcher eine Förderung des Kondensats in Folge von Kapillarkräften ermöglicht, so dass auf Pumpen verachtet werden kann. Zudem ist vorliegend keine wesentliche Speicherung des anfallenden Kondensats im Motorsystem vorgesehen, sondern das Kondensat wird wei-
testgehend direkt weitergeleitet zum thermischen Reaktor 32, hierin erhitzt und anschließend abgegeben.
Wie aus Fig. 13 ersichtlich, wird das Kondensat in einer ersten Stufe S1 zur Kühlung des rückgeführten Abgases verwendet, wofür ein entsprechend ausgebildeter Wärmetauscher die erste Stufe 2' des Abgaskü hlers 2 bildet, also vor dem Eintritt des eigentlichen Abgaskühlers 2 angeordnet ist, so dass im Wesentlichen die gesamte Enthalpie-Änderung des Kondensats für die erste Stufe S 1 der Abkühlung des Abgases genutzt werden kann. Hierbei erfolgt eine Erwärmung des Kondensats. Für einen guten Wärmeübergang sind Rippen oder entsprechende, die Oberflächen vergrößernde Maßnah¬ men zur Optimierung der Wärmeübertragung der Abgaswärme auf das Kon¬ densat vorgesehen.
In einer zweiten Stufe S2 erfolgt die Verdampfung des erwärmten Konden¬ sats, wobei die weitere Erwärmung vorliegend mittels eines selbstregelnden PTC-Heizelernents (Positive Thermal Coefficient) auf ca. 250 bis 3000C er¬ folgt, und in einer dritten Stufe S3 erfolgt eine Nacherhitzung auf 350 bis 4500C. Dabei ist unabhängig vom Motorbetriebszustand ausreichend Ener¬ gie vorhanden, um das PTC-Heizelement zu betätigen. Ferner ist das PTC- Heizelement derart ausgebildet, dass es selbsttätig abregelt, wenn kein Kondensat angefallen ist. Die Resterhitzung des verdampften Kondensats in der dritten Stufe erfolgt vorliegend mit Hilfe eines elektrisch beheizten Rohr¬ heizkörpers, der eine Oberflächentemperatur von 350 bis 450° C und Einbau¬ ten oder Füllkörper mit großer Oberfläche und ggf. katalytischer Wirkung aufweist.
Auf Grund der Temperaturen der zweiten und dritten Stufe S2 und S3 zer¬ setzt sich Salpetersäure in NO2, N2, H2O und O2 und Schwefelsäure bzw. schweflige Säure in H2O und SO2 bzw. SO3 nach den folgenden Reaktionen:
4 HNO3 -> 4 NO2 + 2 H2O + O2 4 HNO3 -> 2 N2 + 2 H2O + 5 O2 H2SO4 -> SO3 + H2O H2SO3 -> SO2 + H2O
Nach der dritten Stufe S3 wird das nunmehr ungefährliche Kondensat dem Abgasstrom zugeführt und über den Auspuff entsorgt.
Um sicherzustellen, dass keine unzulässigen MAK-Werte auftreten, kann ein Zusatzgebläse vorgesehen sein, welches unabhängig von der Funktion der Kondensatentsorgung 30 eine Einhaltung der Grenzwerte sicherstellt.