Herstellung von Organosilanen in Gegenwart von Iridium- Katalysatoren und Cokatalysatoren
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Organosilanen durch Hydrosilylierung von Si-gebundene
Wasserstoffatome aufweisenden Silanen an Alkene in Gegenwart von Iridiumverbindungen als Katalysatoren und Cokatalysatoren.
Substituierte Alkylsilane sind von enormem wirtschaftlichem Interesse für eine Vielzahl von Bereichen. Sie werden eingesetzt z. B. als Haftvermittler, als Vernetzer oder als Vorstufen für weiter chemische Umsetzungen, wie Hydrolysen oder nucleophile Substitutionsreaktionen.
Die Platin- bzw. Rhodium-katalysierte Hydrosilylierung von ungesättigten, halogensubstituierten Verbindungen ist bereits vielfach untersucht worden. Die Produktausbeuten sind oft mit 20 bis 45% sehr niedrig, was auf erhebliche Nebenreaktionen zurückzuführen ist. Eine hierbei hauptsächlich auftretende Nebenreaktion ist der Austausch eines Wasserstoffatoms gegen ein Halogenatom am Silizium.
Iridium-Katalysatoren mit Dienliganden werden gemäß US-A- 4,658,050 bei der Hydrosilylierung von Allylverbindungen mit Alkoxy-substituierten Silanen verwendet. Chemical Abstracts
123:340390 beschreibt die Hydrosilylierung von Allylhalogeniden mit Chlorodimethylsilan in Anwesenheit von Iridium- Katalysatoren mit Dienliganden. Nachteile dieser Verfahren sind entweder mäßige Ausbeuten, eine unwirtschaftlich hohe Katalysator-Konzentration und/oder eine sehr kurze Lebensdauer des Katalysators.
In EP-A-I 156 052 und US-A-6, 388, 119 (korrespondierende DE-C- 100 53 037) und DE-C 102 32 663 wird der Zusatz von zusätzlichen Dienliganden zur Verlängerung der Katalysator- Lebensdauer beschrieben. Der Nachteil dieser Cokatalysator/Katalysator-Kombinationen ist jedoch, dass sie sehr schnell ihre Hydrosilylierungsaktivität verlieren, sobald das Si-H-Gruppen aufweisende Silanedukt im molaren Überschuss zum Olefinedukt, dem Alken, vorliegt. Diese Schwankungen in der Eduktmischung treten insbesondere im laufenden kontinuierlichen Produktionsprozess auf und es kommt zum Einschlafen der
Reaktion. Dies stellt ein großes sicherheitstechnisches Risiko dar.
Es bestand daher die Aufgabe, ein Katalysator-System mit langer Lebensdauer zu entwickeln, welches hohe Produktausbeuten und - reinheiten gewährleistet, dabei die oben beschriebenen Nachteile vermeidet und damit den Verfahrens- und sicherheitstechnischen Aspekten Rechnung trägt.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Silanen der allgemeinen Formel I
R6R5CH-R4CH-SiR1R2R3 (I) ,
bei dem Silane der allgemeinen Formel II
HSiR1R2R3 (II),
mit Alkenen bzw. Alkinen der allgemeinen Formel III
R6R5C=CHR4 (III),
in Gegenwart von Iridiumverbindungen als Katalysatoren
und in Gegenwart von Cokatalysatoren ausgewählt aus der Gruppe der anorganischen Oxidationsmittel ausgewählt aus der Gruppe von Sauerstoff, Chlor, Brom, Jod, Persäuren, Peroxide, Bromat,
Chlorat, Jodat, Perchlorat, Kaliumchromat, Kaliumdichromat,
Kaliumpermanganat, Natriumperoxodisulfat, Kaliumperrhenat und
Kaliumhexacyanoferrat (III) ; metallorganischen Oxidationsmittel ausgewählt aus der Gruppe von Ferricinium, [Ru (bipyridin) 3]3+ und [Fe (phenanthrolin) 3]3+; und organischen Oxidationsmittel ausgewählt aus der Gruppe von
Aldehyde, Aceton, Methylisobutylketon, Acetylaceton, 1,4-
Cyclohexandion, 1, 3-Cyclohexandion, 1, 2-Cyclohexandion, 1,9- Cyclohexadekandion, Benzil, Triketone, Naphthochinon, organischen Peroxiden und Persäuren, Kronenether,
Phosphanoxide, Sulfone, Trityliumsalze und Tropyliumsalze,
wobei die Cokatalysatoren in Mengen von 0,5 Gew.-% bis 5,0 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der eingesetzten
Komponenten der allgemeinen Formel (II) und (III) , eingesetzt werden,
umgesetzt werden, wobei Rl, R^, R3 oder einen einwertigen Si-C gebundenen, gegebenenfalls halogensubstituierten C]_-Cχs~ Kohlenwasserstoff-, Chlor-, oder C]_-Cχg-Alkoxyrest,
R4, R5, R6 ein Wasserstoffatom, einen einwertigen gegebenenfalls mit F, Cl, OR, NR2, CN oder NCO substituierten Ci-Ci8~κ°hlenwasserstoff-, Chlor-, Fluor¬ oder C]_-Cχ8~Alkoxyrest, wobei jeweils 2 Reste von R^, R^,
R^ gemeinsam mit den Kohlenstoffatomen, an die sie gebunden sind, einen cyclischen Rest bilden können, oder wobei R4 und R^ zusammen eine Bindung zwischen den Kohlenstoffatomen, an die sie gebunden sind, darstellen können, und
R ein Wasserstoffatom oder einen einwertigen Cχ-C]_8-
KohlenwasserStoffrest bedeuten.
Bevorzugt werden Iridiumverbindungen der allgemeinen Formel IV
[(Dien) IrX] 2 (IV),
als Katalysatoren eingesetzt, wobei
X ein Halogenatom, wie Chlor, Brom oder Iod, oder eine
Hydroxygruppe oder eine Methoxygruppe bedeutet und Dien eine gegebenenfalls mit F, Cl, OR, NR2, CN oder NCO substituierte C4-C5Q-Kohlenwasserstoffverbindung, die mindestens zwei ethylenische C=C Doppelbindungen aufweist, wobei R die oben dafür angegebene Bedeutung hat, bedeutet.
C]_-C2_s~Kohlenwasserstoffreste R^-, R^, R3 bedeuten vorzugsweise Alkyl-, Alkenyl-, Cycloalkyl- oder Arylreste. Vorzugsweise weisen R^, R^, R3 höchstens 10, insbesondere höchstens 6
Kohlenstoffatome auf. Vorzugsweise sind R-*-, R^, R3 geradkettige oder verzweigte Ci-Cg-Alkylreste oder Ci-Cg-Alkoxyreste.
Bevorzugte Halogensubstituenten sind Fluor und Chlor. Besonders bevorzugt als R^, R^, R3 sind die Reste Methyl, Ethyl, Methoxy, Ethoxy, Chlor, Phenyl und Vinyl.
Bevorzugte Beispiele für Silane der Formel II sind Chlorsilane, besonders bevorzugt ist Dimethylchlorsilan.
Kohlenwasserstoffreste R4, R^, R^ bedeuten vorzugsweise Alkyl-, Alkenyl-, Cycloalkyl- oder Arylreste. Vorzugsweise ist höchstens einer der Kohlenwasserstoffreste R4, R^, R^ ein Alkoxyrest. Vorzugsweise weisen R^, R^ höchstens 10, insbesondere höchstens 6 Kohlenstoffatome auf. Vorzugsweise sind R5, R6 geradkettige oder verzweigte Cχ-Cg-Alkylreste, mit Chlor substituierte C]_-Cg-Alkylreste oder Ci-Cg-Alkoxyreste.
Besonders bevorzugt als R^, R^ sind die Reste Wasserstoff, Methyl, Ethyl, Chlor, Phenyl und Chlormethyl.
Vorzugsweise weist Kohlenwasserstoffrest R4 höchstens 6, insbesondere höchstens 2 Kohlenstoffatome auf. Besonders bevorzugt als R4 sind die Reste Wasserstoff, Methyl, Ethyl.
Vorzugsweise weist Kohlenwasserstoffrest R höchstens β, insbesondere höchstens 2 Kohlenstoffatome auf.
Ein bevorzugtes Beispiel für Alken der Formel III ist Allylchlorid.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kann anstelle eines Alkens ein Alkin eingesetzt werden, was aber nicht bevorzugt ist. Die
Reste R4 und R^ stellen dann zusammen eine Bindung zwischen den beiden C-Atomen, an die sie gebunden sind, in Formel III dar und das Alkin hat folgende Formel R6C≡CH (R6 hat die oben dafür angegebene Bedeutung) . Dabei ergibt sich ein Silan der
Formel (I) , bei dem die beiden Reste R4 und R^ dann ebenfalls zusammen eine Bindung zwischen den beiden C-Atomen, an die sie gebunden sind, darstellen.
Die als Dien bezeichneten Liganden können neben den die ethylenischen C=C Doppelbindungen aufweisenden Moleküleinheiten noch Alkyl-, Cycloalkyl- oder Aryleinheiten aufweisen. Vorzugsweise weisen die Diene 6 bis 12 Kohlenstoffatome auf. Bevorzugt sind mono- oder bicyclische Diene. Bevorzugte
Beispiele für Diene sind Butadien, 1, 3-Hexadien, 1, 4-Hexadien, 1,5-Hexadien, Isopren, 1, 3-Cyclohexadien, 1,3-Cyclooctadien, 1, 4-Cyclooctadien, 1, 5-Cyclooctadien und Norbornadien.
In einem besonders bevorzugten Fall werden als Katalysator der allgemeinen Formel IV [ (Cycloocta-lc, 5c-dien) IrCl] 2 verwendet.
Beispiele für Aldehyde als Cokatalysatoren sind Benzaldehyd,
Acetaldehyd und Zimtaldehyd. Beispiele für Triketone als Cokatalysatoren sind 1, 5-Diphenyl-
1, 3, 5-Pentantrion und 2, 2, 4, 4, 6, 6-Hexamethyl-l, 3, 5-
Cyclohexantrion.
Beispiele für Phosphanoxide als Cokatalysatoren sind
Triphenylphosphanoxid und Trimethylphosphanoxid. Beispiele für Sulfone als Cokatalysatoren sind Dimethylsulfon und Diphenylsulfon.
Beispiele für Trityliumsalze als Cokatalysatoren sind
[Ph3C] [BF4] und für Tropyliumsalze [C7H7] [BF4] .
Bevorzugt als Cokatalysatoren sind organische Oxidationsmittel, wie Aldehyde, Aceton, Methylisobutylketon, Acetylaceton, 1,4- Cyclohexandion, 1, 3-Cyclohexandion, 1, 2-Cyclohexandion, 1,9- Cyclohexadekandion, Benzil, Naphthochinon und organische Peroxide und anorganische Peroxide.
Das Alken der allgemeinen Formel III wird bevorzugt im Überschuß von 0,01 bis 100 Mol-%, besonders bevorzugt 0,1 bis
25 Mol-%, bezogen auf die Silankomponente der allgemeinen Formel II umgesetzt.
Die als Katalysator eingesetzte Iridiumverbindung, bevorzugt die Iridiumverbindung der allgemeinen Formel IV, wird vorzugsweise in Mengen von 3 bis 10 000 Gew.-ppm, bevorzugt 20 bis 1000 Gew.-ppm, besonders bevorzugt 50 bis 500 Gew.-ppm, jeweils berechnet als elementares Iridium und bezogen auf das Gesamtgewicht der in der Reaktionsmischung vorliegenden Komponenten der Formel II und III, eingesetzt.
Der oxidative Cokatalysator wird vorzugsweise in Mengen von 0,5 bis 2,5 Gew.~%, bevorzugt 1,0 bis 2,0 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der in der Reaktionsmischung vorliegenden Komponenten der Formel II und III, eingesetzt.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann in Anwesenheit oder in Abwesenheit von aprotischen Lösungsmitteln durchgeführt werden. Falls aprotische Lösungsmittel verwendet werden, sind Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemische mit einem Siedepunkt bzw. Siedebereich von bis zu 120° C bei 0,1 MPa bevorzugt. Beispiele für solche Lösungsmittel sind chlorierte Kohlenwasserstoffe, wie Dichlormethan, Trichlormethan, Tetrachlormethan, 1, 2-Dichlorethan, Trichlorethylen; Kohlenwasserstoffe, wie Pentan, n-Hexan, Hexan- Isomerengemische, Heptan, Oktan, Waschbenzin, Petrolether, Benzol, Toluol, Xylole; Ester, wie Ethylacetat, Butylacetat, Propylpropionat, Ethylbutyrat, Ethyl-isobutyrat; Schwefelkohlenstoff und Nitrobenzol, oder Gemische dieser Lösungsmittel.
Bevorzugt werden keine aprotischen Lösungsmittel mitverwendet.
Als aprotisches Lösungsmittel kann im erfindungsgemäßen Verfahren auch das Zielprodukt der allgemeinen Formel I eingesetzt werden, d.h. das abreagierte Reaktionsgemisch kann auch als Lösungsmittel dienen. Vorteil ist dabei, dass keine weiteren Stoffe ins Reaktionssystem eingetragen werden.
Beispielsweise werden die Reaktionskomponente der allgemeinen Formel III zusammen mit Iridium-Katalysator der allgemeinen Formel IV und gegebenenfalls dem oxidativen Cokatalysator vorgelegt und die Reaktionskomponente der allgemeinen Formel
II, gegebenenfalls im Gemisch mit dem oxidativen Cokatalysator, unter Rühren zudosiert.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird vorzugsweise bei einer Temperatur von 0 bis 2000C, bevorzugt bei 20 bis 1000C, besonders bevorzugt 25 bis 4O0C, durchgeführt. Das erfindungsgemäße Verfahren kann beim Druck der umgebenden Atmosphäre, also etwa bei 0,10 MPa, oder aber auch bei höheren oder niedrigeren Drücken durchgeführt werden. Wenn das erfindungsgemäße Verfahren bei höheren Drücken durchgeführt wird, wird bevorzugt ein Druck von 2 bis 20 bar, besonders bevorzugt 6 bis 12 bar angewendet.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann diskontinuierlich, halbkontinuierlich oder vollkontinuierlich oder als eine Reaktivdestillation durchgeführt werden.
Eine bevorzugte Ausführungsform ist ein kontinuierliches Verfahren zur Herstellung von Silanen der allgemeinen Formel I
R6R5CH-R4CH-SiR1R2R3 (I),
bei dem Silane der allgemeinen Formel II
HSiR1R2R3 (II),
mit Alkenen bzw. Alkinen der allgemeinen Formel III
R6R5C=CHR4 (III),
in Gegenwart von Iridiumverbindungen als Katalysatoren
und in Gegenwart der erfindungsgemäßen Cokatalysatoren, wobei die Cokatalysatoren in Mengen von 0,5 Gew.-% bis 5,0 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der eingesetzten Komponenten der allgemeinen Formel (II) und (III) , eingesetzt werden,
kontinuierlich umgesetzt werden, wobei
RI, R^, R3, R4, R5^ R6 dj_e oben dafür angegebene Bedeutung haben, und wobei die Reaktionstemperatur 00C bis 4O0C, vorzugsweise 200C bis 40°C, beträgt und die Temperatur des Reaktionsgemisches bei diesen Temperaturen gehalten wird.
Ein bevorzugtes Verfahren ist der Start der Reaktion bei 350C bis 400C und das Absenken der Reaktionstemperatur auf 2O0C bis 30°C nach dem exothermen Anspringen der Hydrosilylierungs- reaktion.
Das kontinuierliche Verfahren wird vorzugsweise beim Druck der umgebenden Atmosphäre, also etwa bei 0,10 MPa, durchgeführt, es kann aber auch bei höheren oder niedrigeren Drücken durchgeführt werden. Der Reaktionsdruck kann daher vorzugsweise 0,10 bis 50 MPa, bevorzugt 0,10 bis 2,0 MPa, betragen.
Das kontinuierliche Verfahren liefert die Silan der allgemeinen Formel (I) in hohen Ausbeuten und hervorragender Reinheit.
Bei dem kontinuierlichen Verfahren werden die Zielprodukte der allgemeinen Formel (I) beim Einsatz von sehr geringen Katalysatormengen in Ausbeuten von vorzugsweise 90 % bis 99 %, bezogen auf das eingesetzte Silan, vorzugsweise Chlorsilan, der Formel (II), erhalten. Bei dem kontinuierlichen Verfahren kann der Allylchloridüberschuss vorzugsweise deutlich reduziert werden. Die Bildung der entsprechenden Silan-Nebenprodukte durch Wasserstoff - Chloraustausch kann signifikant abgesenkt werden. Zudem ist das Verfahren leicht zu kontrollieren und sicher durchzuführen.
Als technische Ausführungen zur Durchführung des Verfahrens eignen sich alle üblichen Reaktoren zur kontinuierlichen Reaktionsführung, z. B. Rohr- und Schleifen-Reaktoren sowie kontinuierlich betriebene Rühr-Reaktoren oder Kombinationen dieser Reaktortypen, wie Loop-Rohr-Reaktor, Rohr-Loop-Rohr- Reaktor, Rohr-Rührkessel-Reaktor, kontinuierlicher Rührzellenreaktor, kontinuierliche Reaktivdestillation im Vakuum bei niedrigen Temperaturen etc., wobei die Rohrreaktoren über statische und/oder dynamische Rühraggregate verfügen können. Ebenfalls geeignet sind Mikroreaktoren mit Kanalgrößen von 1 Mikrometer bis einige Millimeter. Die verschiedenen Reaktoren müssen über eine geeignete Kühlvorrichtung verfügen, um die bei der exothermen Reaktion entstehende Wärme
quantitativ abzuführen und somit die Reaktor- bzw. Reaktionstemperatur kleiner 4O0C zu halten. Geeignete Kühlaggregate sind z.B. innenliegende Kühlschlangen, Röhren¬ oder Plattenwärmetauscher im Loopkreislauf, etc.
Alternativ bzw. unterstützend zur Wärmeabfuhr aus dem Reaktor kann ein Edukt oder alle Edukte bei dem kontinuierlichen Verfahren durch geeignete Wärmetauscher vorgekühlt werden, vorzugsweise auf Temperaturen von -200C bis 300C, bevorzugt 00C bis 150C. Geeignete Wärmetauscher sind wiederum Platten- oder Röhrenwärmetauscher, etc., und Mikrowärmetauscher mit einem Kanalquerschnitt von 1 Mikrometer bis 10 Millimeter.
Bei der Reihenfolge der Dosierung der Reaktionskomponenten sind prinzipiell alle denkbaren Kombinationen möglich, insbesondere können die Komponenten teilweise vorgemischt in den Reaktor eingebracht werden.
Bevorzugt ist hierbei die Vorabmischung des Iridium- Katalysators mit dem Cokatalysator und dem Alken der Formel (III) . Vorzugsweise liegt der Iridium-Katalysator nicht in einer Umgebung von Überschuss an Silan der Formel (II) gegenüber dem Alken der Formel (III) vor, da der Iridium- Katalysator sonst Deaktivierung zeigen kann. Eine weitere Möglichkeit besteht in einer gegebenenfalls temperierten Vormischung aller Komponenten in einem kontinuierlichen aktiven oder statischen Mischaggregat, wie Statikmischelemente, Pentax- oder Planetenmischer oder Mikromischelementen mit anschließender Überführung dieses Reaktionsgemisches in eine nachgelagerte Reaktionsstrecke, die wiederum kontinuierlich ausgelegt ist, z. B. als Rohrreaktor, Loop-Reaktor, etc.
Beispielsweise werden bei dem kontinuierlichen Verfahren die Silane der Formel (II) und gegebenenfalls im Gemisch mit dem Cokatalysator über eine Leitung und eine Mischung aus Alkenen der Formel (III) , Iridium-Katalysator und Cokatalysator über eine andere Leitung kontinuierlich in einen Reaktor, wie z.B. Schleifenreaktor oder kontinuierlicher Rührkessel, zudosiert. Dabei wird die Temperatur vorzugsweise von anfänglich 350C kontinuierlich bis auf 3O0C gesenkt. In einer anderen Ausführungsform wird zum Einfahren des Reaktors das Zielprodukt der Formel (I) oder ein aprotisches Lösungsmittel zusammen mit dem Iridium-Katalysator und dem Cokatalysator bei 350C vorgelegt und eine Mischung aus Alken der Formel (III) und gegebenenfalls Cokatalysator über eine Leitung sowie das Silan der Formel (II) über eine ander Leitung kontinuierlich zudosiert. Nach dem Anspringen der Reaktion wird die Reaktionsmischung auf 250C abgekühlt.
Bei dem kontinuierlichen Verfahren wird das nach der Umsetzung gebildete Silan der allgemeinen Formel (I) kontinuierlich aus dem Reaktor ausgeführt.
Die gemittelten Verweilzeiten der Reaktorinhalte liegen vorzugsweise bei 0,5 bis 60 Minuten und sind von der jeweiligen Reaktionstemperatur abhängig.
In den folgenden Beispielen sind, falls jeweils nicht anders angegeben, alle Mengen- und Prozentangaben auf das Gewicht bezogen, alle Drücke 0,10 MPa (abs.) und alle Temperaturen 2O0C.
Beispiele 1 bis 14 (B1-B14) und Vergleichsversuche 1 bis 4 (Vl-V4)
In einem 250ml-Kolben mit Rückflußkühleraufsatz wurden 43 g (0,562 raol) Allylchlorid, die in der Tabelle 1 angegebene Menge an [(COD) IrCl]2 = Di-μ-chloro-bis- [ (cycloocta-lc, 5c-dien) - Iridium(I)] vorgelegt und für 10 Minuten bei Raumtemperatur (= 250C) unter Stickstoffatmosphäre gerührt. Danach wird der in der Tabelle 1 angegebene Cokatalysator mit der ersten Hälfte der Menge, die in der Tabelle 1 angegebene ist, zu der
Eduktmischung zugegeben. Anschließend wird unter Rühren die in der Tabelle 1 angegebene Menge an Dimethylchlorsilan (HM2), die die zweite Hälfte der Menge an Cokatalysator enthält, innerhalb von 20 Minuten zugetropft. Dabei steigt die Reaktionstemperatur bis auf 90°C an. Nach beendeter Zugabe wird noch für 30 Minuten ohne äußere Temperaturzufuhr gerührt.
Im Vergleichsversuch 1 wird kein Cokatalysator zugegeben. Im Vergleichsversuch 2 wird als Cokatalysator ein Dien, COD (= 1,5 Cyclooctadien) , eingesetzt. Im Vergleichsversuch 3 und 4 wird als Cokatalysator Aceton in Mengen von ca. 10 Gew.-% bzw. 15 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht an Silan (HM2) und Allylchlorid, eingesetzt.
Die Ausbeuten in den Vergleichsversuchen sind deutlich schlechter als in den erfindungsgemäßen Beispielen.
Tabelle 1:
*Flächenprozent aus GC-Analysen
Beispiele 14 bis 19 (B14 - B19) und Vergleichsversuche 5 und 6 (V5 und V6)
In einen auf 350C temperierten kontinuierlichen Rührkessel mit einem Reaktorvolumen von 5 1 werden über eine Dosierpumpe Dimethylchlorsilan (HM2) mit 1 Gew.-% des in der Tabelle 2 angegebenen Cokatalysators einerseits und über eine andere Dosierpumpe eine Mischung von 2,7xlO~3 mol-% Di-μ-chloro-bis- [ (cycloocta-lc, 5c-dien) -iridium(I) ] in Allylchlorid und 0,5 Gew.-% des in der Tabelle 2 angegebenen Cokatalysators andererseits im molaren Verhältnis Silan zu Allylchlorid von 1:1,05 mit einer Geschwindigkeit von 2 l/h (bezogen auf das Gesamt-Volumen der dosierten Komponenten) zudosiert. Nach dem exothermen Anspringen der Reaktion wird der Reaktorinhalt innerhalb von 30 Minuten auf die in der Tabelle 2 angegebene Zieltemperatur abgekühlt.
Die Ausbeuten des erhaltenen Zielproduktes Chlorpropyldimethylchlorsilan (=ZP) sowie die Menge der entstandenen Nebenprodukte Dimethyldichlorsilan (=M2) und
Dimethylpropylchlorsilan (=NP1) sind der Tabelle 2 angegeben.
Die Vergleichsversuche V5 und V6, bei denen nach dem exothermen Anspringen der Reaktion der Reaktorinhalt nicht abgekühlt wurde und die Reaktion bei 800C bzw. 6O0C ablief, zeigen eine deutlich geringere Ausbeute des Zielproduktes und eine Erhöhung des Anteils an unerwünschten Nebenprodukten.
Tabelle 2:
* Angaben beziehen sich auf die Flächenprozent aus GC-Analysen und sind normiert auf den gesamten Chlorsilan Anteil 3^ ZP = Chlorpropyldimethylchlorsilan
2) M2 = Dimethyldichlorsilan
3) NPl= Dimethylpropylchlorsilan
4) MIBK = Methylisobuthylketon