Trocknungswaage
Beschreibung:
Die Erfindung bezieht sich auf eine Trocknungswaage mit einer Waagschale, die sich auf einem Wägesystem abstützt, und mit einer Heizquelle zur Erwärmung und Trocknung einer Probe auf der Waagschale. Die Erfindung bezieht sich weiterhin auf ein Verfahren zum Betrieb dieser Trocknungswaage.
Trocknungswaagen dieser Art sind allgemein bekannt und zum Beispiel in der DE 36 15 660 C2 oder der DE 199 56372 C2 beschrieben.
Diese Trocknungswaagen sind zwar relativ schnell im Vergleich zur Trockenschrankmethode, benötigen aber doch einige Minuten zur Bestimmung des Feuchtegehaltes der Probe. In der industriellen Fertigung, wo bei kontinuierlich ablaufenden Produktionsvorgängen eine
Materialfeuchtebestimmung mit einer Messzeit von höchstens einigen Sekunden erforderlich ist, sind Trocknungswaagen dieser Art deshalb nicht einsetzbar. In diesen Fällen werden häufig indirekte Messverfahren, wie zum Beispiel die Messung der optischen Absorption, eingesetzt. Die Kalibrierkurven dieser indirekt messenden Feuchtemessgeräte werden dann üblicherweise Punkt für Punkt aufgenommen, indem Proben mit verschiedenem Feuchtegehalt sowohl mit dem indirekt messenden Feuchtemess6erät als auch mit der bekannten Trocknungswaage gemessen werden und aus den so ermittelten Wertepaaren die
Kalibrierkurve ermittelt wird. Diese Vorgehensweise erfordert aber die Herstellung einer Vielzahl von Proben und ist daher umständlich und zeitaufwändig.
Ferner ist aus dem Gebrauchsmuster DE 88 02 378 Ul eine Trocknungswaage mit einem eingebauten Temperaturfühler zur Überwachung und Regelung der Leistung der Heizquelle bekannt, bei der eine Temperatureichscheibe mit einem weiteren Temperaturfühler anschließbar ist. Die Temperatureichscheibe erhält durch das Auftragen einer dünnen Schicht des Probenmaterials dessen Absorptionskoeffizienten. In einem Eichzyklus kann dann der in die Trocknungswaage eingebaute Temperaturfühler relativ zum weiteren Temperaturfühler in der Temperatureichscheibe kalibriert werden. Diese so erhaltene Kalibrierkurve wird dann in den nachfolgenden Messzyklen mit wirklichen Proben benutzt, um die Heizquelle so zu regeln, dass die vorgesehene Trocknungstemperatur der Probe eingehalten wird. - In der DE 88 02 378 Ul ist außerdem vorgesehen, eine einfacher handhabbare Temperatureichscheibe als Sekundärnormal zu benutzen, bei der der Absorptionskoeffizient des Probenmaterials durch stark und schwach absorbierende Flächen im richtigen Flächenverhältnis nachgebildet wird. Das richtige Flächenverhältnis muss dabei durch eine einmalige Messung relativ zur Temperatureichscheibe mit Probensubstanz ermittelt werden.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Trocknungswaage der eingangs genannten Art so weiterzubilden, dass mit ihrer Hilfe eine vereinfachte Kalibrierung von indirekt messenden Feuchtemessgeräten möglich ist.
Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, dass zusätzlich zum Wägesystem zur Messung des feuchteabhängigen Gewichtes der Probe ein Sensor zur gleichzeitigen Messung des feuchteabhängigen Absorptions-, Transmissions- oder Reflexionskoeffizienten der Probe in mindestens einem vorgegebenen Spektralbereich oder ein Sensor zur gleichzeitigen Messung der feuchteabhängigen Dielektrizitätskonstanten der Probe zumindest teilweise in die Trocknungswaage integriert ist.
Durch die Integration des Sensors zur Messung des Absorptions-, Transmissions¬ oder Reflexionskoeffizienten oder der Dielektrizitätskonstanten in die Trocknungswaage kann während des Trocknungsvorganges kontinuierlich der Absorptions-, Transmissions- oder Reflexionskoeffizient beziehungsweise die Dielektrizitätskonstante bestimmt werden; aus dem ebenfalls kontinuierlich vom Wägesystem bestimmten Gewichtswert der Probe kann zum Abschluss des Trocknungsvorganges der Feuchtegehalt der Probe berechnet werden; damit stehen nach dem Ende des Trocknungsvorganges Wertepaare für den Feuchtegehalt der Probe und für den zugehörigen Absorptions-, Transmissions- oder Reflexionskoeffizienten beziehungsweise die zugehörige
Dielektrizitätskonstante zur Verfügung, die direkt die Kalibrierkurve ergeben. Wird diese Messung gemäß dem Verfahrensanspruch mit einer Probe mit maximalem Feuchtegehalt durchgeführt, so kann in einem einzigen Trocknungsvorgang einer Probe die gesamte Kalibrierkurve ermittelt werden.
Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Die Erfindung wird im Folgenden anhand der schematischen Figuren beschrieben. Dabei zeigt: Fig. 1 ein Blockschaltbild einer ersten Ausgestaltung der Trocknungswaage, Fig.2 ein Blockschaltbild einer zweiten Ausgestaltung der Trocknungswaage, Fig. 3 ein Blockschaltbild einer dritten Ausgestaltung der Trocknungswaage,
Fig. 4 ein Blockschaltbild einer vierten Ausgestaltung der Trocknungswaage, Fig. 5 ein Blockschaltbild einer fünften Ausgestaltung der Trocknungswaage und Fig. 6 eine perspektivische Ansicht der ersten Ausgestaltung der
Trocknungswaage.
In Fig. 1 ist in Form eines Blockschaltbildes eine erste Ausgestaltung der Trocknungswaage 1 dargestellt. Sie besteht aus einem Wägesystem 2 mit einer Waagschale 3, auf der sich eine Probe 4 befindet, die getrocknet werden soll und deren Feuchtegehalt gemessen werden soll. Als Heizquelle 5 zur Erwärmung und Trocknung der Probe ist ein ringförmiger Heizstrahler angedeutet, es ist jedoch auch die Benutzung beliebiger anderer bekannter Heizquellen möglich. Die Leistung der Heizquelle 5 wird durch eine Steuerelektronik 6 gesteuert, wobei die Sollgröße für die Heizleistung durch eine zentrale Elektronik 7 vorgegeben wird. Das Ausgangssignal des Wägesystems 2 - also die momentane Masse der Probe 4 - wird durch einen Analog/Digital- Wandler 8 digitalisiert und der zentralen Elektronik zugeführt. Während des Trocknungsvorganges wird zum Beispiel die momentane Masse der Probe im Verhältnis zur Anfangsmasse der Probe in einer Anzeige 9 angezeigt; nach Abschluss des Trocknungsvorganges wird der ermittelte Feuchtegehalt angezeigt. Die Bedienung der Trocknungswaage erfolgt über eine Tastatur 10. - Die bisher beschriebenen Teile der Trocknungswaage 1 sind in ihrem Aufbau und ihrer Funktion allgemein bekannt, sodass hier auf eine detaillierte Beschreibung verzichtet werden kann. Eine detaillierte Beschreibung findet man zum Beispiel in den schon zitierten Schriften DE 36 15660 C2 und DE 199 56372 C2.
Die Trocknungswaage 1 weist nun zusätzlich einen Sensor 11 zur Messung des Absorptions-, Transmissions- oder Reflexionskoeffizienten der Probe 4 auf. Die Messung des Absorptions-, Transmissions- oder Reflexionskoeffizienten erfolgt dabei zum Beispiel im nahen Infrarot. Der Sensor 11 besteht im gezeichneten Beispiel aus einer Strahlungsquelle 12 in Form einer Infrarot-LED, einem oder mehreren Lichtwellenleiter(n) 13, die die Strahlung der Strahlungsquelle 12 zur Probe übertragen. Das probenseitige Ende der Lichtwellenleiter 13 ist dabei in einem rohrförmigen Endstück 14 fixiert. Die Probe 4 wird also durch das Infrarot- Licht der Strahlungsquelle 12 beleuchtet. Das von der Probe reflektierte Licht wird durch einen oder mehrere Lichtwellenleiter 13', deren Enden ebenfalls im Endstück 14 fixiert sind, aufgefangen und zu einem Strahlungsdetektor 15 in Form
eines Infrarot-Fotoelementes übertragen. Der Infrarot-Spektralbereich, in dem die Reflexionsmessung erfolgt, wird dabei entweder durch die Strahlungsquelle bestimmt (schmalbandige Strahlungsquelle und breitbandiger Strahlungsdetektor) oder durch den Strahlungsdetektor (breitbandige Strahlungsquelle und schmalbandiger Strahlungsdetektor) oder durch zwischengeschaltete Filter (breitbandige Strahlungsquelle und breitbandiger Strahlungsdetektor und zwischengeschaltetes schmalbandiges Filter), wobei zum Beispiel schon die Lichtwellenleiter 13, 13' bei entsprechender Glasart als schmalbandiges Filter wirken können. In einer besonders flexiblen Ausgestaltung kann auch ein Spektrometer mit einem nachgeschalteten ortsempfindlichen Fotodetektor als spektralbereichbestimmendes Filterelement benutzt werden. In dieser Ausgestaltung besteht die Möglichkeit, durch Auswerten verschiedener Bereiche des ortsempfindlichen Fotodetektors den vorgegebenen Spektralbereich zu variieren. Dadurch können zum Beispiel zwei verschiedene Spektralbereiche unmittelbar nacheinander zur Messung benutzt werden oder es kann der benutzte Spektralbereich zum Beispiel in Abhängigkeit von der Temperatur der Probe 4 verschoben werden. Diese Verschiebung des benutzten Spektralbereiches kann zum Beispiel softwaregesteuert durch die zentrale Elektronik 7 erfolgen. - Die Abhängigkeit des Reflexionskoeffizienten vom Feuchtegehalt der Probe ist zum Beispiel im Wellenlängenbereich um 1,4 μm und im Wellenlängenbereich um 1,9 μm besonders groß, sodass diese Spektralbereiche bevorzugt genutzt werden.
Im Vorstehenden ist davon ausgegangen, dass das an der Oberfläche der Probe 4 reflektierte Infrarot-Licht gemessen wird und damit also der Reflexionskoeffizient des Probenmaterials. Dies trifft auf stark absorbierende Probenmaterialen zu, bei denen die Eindringtiefe der Strahlung gering ist. Es gibt jedoch auch Materialien, die die Strahlung im vorgegebenen Spektralbereich nur gering absorbieren. Für diese Materialien ist die Eindringtiefe der Strahlung größer als die Schichtdicke der Probe 4. Gibt man dann der Waagschale 3 eine stark reflektierende (= spiegelnde) Oberfläche, so gelangt auch der nicht absorbierte Teil der Strahlung wieder in die Lichtwellenleiter 13' und wird gemessen. In diesem Fall kann man also in der Geometrie gemäß Fig. 1 bei vorgegebener Schichtdicke auch die Überlagerung des Reflexionskoeffizienten und des Transmissionskoeffizienten messen. Für die Messung des reinen Transmissionskoeffizienten ist selbstverständlich eine Geometrie notwendig, bei der der Strahlungsdetektor (beziehungsweise das Ende der zugehörigen Lichtwellenleiter)
unterhalb der (strahlungsdurchlässigen) Waagschale mit der Probe angeordnet ist (nicht gezeichnet). Der Absorptionskoeffizient wird im Allgemeinen indirekt ermittelt über den bekannten mathematischen Zusammenhang zwischen Absorptions-, Transmissions- und Reflexionskoeffizient.
In Fig. 1 ist weiter durch einen Pfeil 16 angedeutet, dass das Endstück 14 der Lichtwellenleiter vertikal verschiebbar angeordnet ist. Dadurch kann sich das Endstück 14 während der Messung des Absorptions-, Transmissions- oder Reflexionskoeffizienten dicht oberhalb der Oberfläche der Probe 4 befinden, um eine gute Strahlungsausbeute für den Strahlungsdetektor zu erreichen; zwischen den einzelnen Messungen kann sich das Endstück 14 höher befinden, damit es keine Abschattung der Probe für die Strahlung der Heizquelle 5 erzeugt und damit die Gleichmäßigkeit der Heizung der Probe nicht verschlechtert. In Fig. 1 ist das Endstück 14 in einer mittleren Stellung gezeichnet. - Bei der Messung des Transmissionskoeffizienten, bei dem es auf eine vorgegebene Schichtdicke der Probe ankommt., ist es auch denkbar, die untere Endstellung des Endstückes 14 zur Einstellung der vorgegebenen Schichtdicke zu benutzen.
Ist die Heizquelle 5 eine Strahlungsheizung, die im selben Spektralbereich (Heiz-)Strahlung aussendet, in dem auch die (Mess-)Strahlungsquelle 12 (Mess-)Strahlung aussendet, so kann in bekannter Weise durch einen getakteten Betrieb der (Mess-)Strahlungsquelle 12 eine störungsfreie Messung erreicht werden (Chopper-Betrieb).
Soll der Messwert für den Absorptions-, Transmissions- oder Reflexionskoeffizienten über einen größeren Flächenbereich der Probe 4 gemittelt gemessen werden, so ist dies leicht durch eine drehbare Waagschale mit Drehantrieb und eine etwas ausmittige Anordnung des Endstückes 14 möglich.
In Fig. 2 ist eine zweite Ausgestaltung der Trocknungswaage als Blockschaltbild gezeigt. Gleiche Teile wie in Fig. 1 sind mit den gleichen Bezugszahlen bezeichnet und werden nicht noch einmal erläutert. Die Trocknungswaage 1' in Fig. 2 besitzt statt der Lichtwellenleiter-Optik eine Freistrahl-Optik. Dementsprechend besteht der Sensor 11' zur Messung des Absorptions-, Transmissions- oder Reflexionskoeffizienten aus der Strahlungsquelle 12, einer Fokussieroptik 21 und einem Umlenkspiegel 22. Dadurch wird die Strahlung der Strahlungsquelle 12 auf
die Oberfläche der Probe 4 gebündelt und die von der Oberfläche der Probe reflektierte Strahlung in entsprechender Weise auf den Strahlungsdetektor 15 gebündelt. Die Fokussieroptik 21 ist selbstverständlich nur ganz schematisch angedeutet, beispielsweise könnte auch der Umlenkspiegl 22 konkav ausgebildet sein und die Fokussierung übernehmen. Diese in Fig. 2 gezeigte Freistrahl-Optik arbeitet genauso wie die in Fig. 1 gezeigte Lichtwellenleiter-Optik und erlaubt alle dort erwähnten Varianten.
In Fig. 3 ist eine dritte Ausgestaltung der Trocknungswaage als Blockschaltbild gezeigt. Diese Ausgestaltung ähnelt der Ausgestaltung aus Fig. 2; gleiche Teile wie in Fig. 2 sind mit den gleichen Bezugszahlen bezeichnet und werden nicht noch einmal erläutert. Bei der Trocknungswaage 1" in Fig. 3 sind die
Strahlungsquelle 32 und der Strahlungsdetektor 35 getrennt angeordnet und bestrahlen die Probe 4 unter 45° und messen das reflektierte Infrarot-Licht ebenfalls unter 45°. Ansonsten arbeiten sie genauso wie die Ausgestaltungen gemäß
Fig. 1 und 2.
In Fig. 3 ist weiterhin ein Sensor 38 zur Messung der Temperatur der Probe 4 angedeutet. Dieser Sensor kann zum Beispiel berührungslos arbeiten. Das Signal des Sensors 38 wird in der zugehörigen Auswerteelektronik 39 ausgewertet und der zentralen Elektronik 7 zugeführt. Die zentrale Elektronik kann dann eventuell notwendige Temperaturkorrekturen vornehmen, um Temperaturabhängigkeiten einzelner Sensoren beziehungsweise eine Temperaturabhängigkeit der Absorptions-, Transmissions- oder Reflexionskoeffizienten zu korrigieren.
Die in den Fig. 1 bis 3 gezeigten Ausgestaltungen arbeiten alle im Infrarot- Spektralbereich. Selbstverständlich ist auch die Benutzung jedes anderen Spektralbereiches möglich. In Fig. 4 ist dazu eine vierte Ausgestaltung der Trocknungswaage gezeigt, bei der der Sensor 49 für den Mikrowellen- Spektralbereich ausgelegt ist. Gleiche Teile wie in den Fig. 1 bis 3 sind wieder mit den gleichen Bezugszahlen bezeichnet und werden nicht noch einmal erläutert. Die Trocknungswaage 41 gemäß Fig. 4 besitzt als Strahlungsquelle 42 ein Mikrowellen-Klystron mit vorgesetztem Hornstrahler 43 zum Abstrahlen der Mikrowellenstrahlung auf die Probe 4. Die reflektierte Mikrowellenstrahlung wird durch eine Mikrowellenantenne als Strahlungsdetektor 45 nachgewiesen. Die
Arbeitsweise ist ansonsten identisch mit der schon beschriebenen Arbeitsweise der anderen Ausgestaltungen.
In der Ausgestaltung gemäß Fig. 4 ist es selbstverständlich möglich, die Mikrowellen-Strahlungsquelle 42 mit einer so hohen Sendeleistung auszustatten, dass diese Mikrowellen-Strahlungsquelle gleichzeitig als Heizquelle dient. Die gesonderte Heizquelle 5 entfällt in diesem Fall. Mikrowellenstrahlung wird bekanntermaßen besonders von Wassermolekülen absorbiert und ist deshalb eine sehr effektive Heizquelle für feuchte Proben.
Selbstverständlich ist es auch in den Ausgestaltungen der Fig. 1 bis 3 möglich, eine Mikrowellen-Heizquelle zur Erwärmung und Trocknung der Probe einzusetzen und die Absorptions-, Transmissions- oder Reflexionskoeffizienten im infraroten Spektralbereich zu messen.
In Fig. 5 ist eine fünfte Ausgestaltung der Trocknungswaage gezeigt. Gleiche Teile wie in den Figuren 1 bis 4 sind wieder mit den gleichen Bezugszahlen bezeichnet und werden nicht noch einmal erläutert. Die Trocknungswaage 51 hat einen Sensor 52 zur Messung der Dielektrizitätskonstanten eingebaut. Der Sensor 52 besteht aus einem metallischen Drahtnetz als Elektrode 55, das oberhalb der Waagschale 53 parallel zu dieser angeordnet ist. Zusammen mit der geerdeten metallischen Waagschale 53 bildet das Drahtnetz der Elektrode 55 einen Kondensator zur Messung der Dielektrizitätskonstanten der Probe 4. Die zugehörige Kapazitätsmesselektronik 56 ist nur schematisch angedeutet, da sie allgemein bekannt ist.
Beim Einsatz der erfindungsgemäßen Trocknungswaage in einer der Ausgestaltungen wird zweckmäßigerweise eine Probe 4 mit maximalem Feuchtegehalt benutzt. Während des Trocknungsvorganges wird in kurzen Zeitabständen zum einen das Signal des Sensors 11, 11% 11", 49 oder 52 aufgenommen und in der zentralen Elektronik 7 gespeichert; zum anderen wird jeweils praktisch gleichzeitig das vom Wägesystem 2 ermittelte momentane Probengewicht aufgenommen und ebenfalls in der zentralen Elektronik 7 gespeichert. Es entstehen dort also Wertepaare für das Sensorsignal und das Probengewicht. Nach Abschluss des Trocknungsvorganges und dem damit bekannten Trockengewicht können dann die jeweiligen zwischenzeitlichen
Probengewichte auf Feuchtegehalte (oder auch auf Atro-Werte) umgerechnet werden. Die daraus dann errechenbaren Wertepaare für das Sensorsignal und den zugehörigen Feuchtegehalt ergeben direkt die einzelnen Punkte der Kalibrierkurve des Sensors. Mit einem einzigen Trocknungsvorgang kann dadurch die komplette Kalibrierkurve des jeweiligen Sensors für die jeweilige Probenart ermittelt werden.
Während die Figuren 1-5 schematische Blockschaltbilder zur Erläuterung der Funktionsweise sind, ist in Fig. 6 ein wirkliches Gerät in einer perspektivischen Ansicht dargestellt. Dieses Gerät arbeitet mit einer Glasfaser-Optik im infraroten Spektralbereich, also gemäß dem Blockschaltbild in Fig. 1. Gleiche Teile wie im Blockschaltbild von Fig. 1 sind mit den gleichen Bezugszahlen bezeichnet, auch wenn diese Teile in Fig. 6 zeichnerisch anders dargestellt sind.
Von der Trocknungswaage 1 in Fig. 6 erkennt man ein Gehäuse 61, die Anzeige 9, die Bedienungstastatur 10 und eine Libelle 62. Von der Waagschale 3 ist nur ein kleiner Teil unter dem verschiebbaren Gehäuseteil 63 erkennbar. Zum Beschicken der Waagschale kann das verschiebbare Gehäuseteil 63 nach hinten unter das Gehäuseteil 64 verschoben werden. Die Heizquelle zur Erwärmung der Probe ist direkt unter der oberen Wand des verschiebbaren Gehäuseteiles 63 befestigt und wird mit diesem zusammen verschoben. Vom Sensor 11 zur Messung des Absorptions-, Transmissions- oder Reflexionskoeffizienten der Probe erkennt man das Endstück 14 und die Lichtwellenleiter 13, 13'. Die Strahlungsquelle und der Strahlungsdetektor sind im Gehäuseteil 65 untergebracht und daher nicht erkennbar. Das Endstück 14 kann in zwei verschiedenen Höhen fixiert werden: in einer tieferen Messstellung und in einer etwas höheren Wartestellung, wie es weiter oben im Zusammenhang mit Fig. 1 bereits erläutert wurde.
Nach Abschluss des Trocknungs- und Kalibriervorganges kann das Endstück 14 aus der Öffnung im verschiebbaren Gehäuseteil 63 herausgenommen werden und in eine Öffnung 66 umgesetzt werden (Parkstellung). Das verschiebbare
Gehäuseteil 63 kann dann nach hinten verschoben werden, und die Waagschale 3 ist zum Wechsel der Probe frei zugänglich. Das Aus- und Einschalten der
Heizquelle erfolgt synchron mit dem Zurückfahren beziehungsweise Vorfahren des verschiebbaren Gehäuseteiles 63.
Bezugszeichenhste
MM" Trocknungswaage
2 Wägesystem
3 Waagschale
4 Probe
5 Heizquelle
6 Steuerelektronik
7 Elektronik
8 Analog/Digital-Wandler
9 Anzeige
10 Tastatur
11, 11', 11" Sensor
12 Strahlungsquelle
13, 13' Lichtwellenleiter
14 Endstück
15 Strahlungsdetektor
16 Pfeil für Verschiebbarkeit
21 Fokussieroptik
22 Umlenkspiegel
32 Strahlungsquelle
35 Strahlungsdetektor
38 Sensor zur Messung der Temperatur
39 Auswerteelektronik
41 Trocknungswaage
42 Strahlungsquelle
43 Hornstrahler
45 Strahlungsdetektor
49 Sensor
51 Trocknungswaage
52 Sensor zur Messung der Dielektrizitätskonstanten
53 Waagschale
55 Elektrode
56 Kapazitätsmesselektronik
Gehäuse
Libelle
Verschiebbares Gehäuseteil
Gehäuseteil
Gehäuseteil
Öffnung