Titel: Leistungsverstärker zum Verstärken von Hochfrequenz (HF) -Signalen
Beschreibung
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Leistungsverstärker zum Verstärken von Hochfrequenz (HF) -Signalen umfassend:
mehrere Verstärkerelemente jeweils mit einem
Verstärkungskanal und einem Gate-Anschluss zum Steuern des Verstärkungskanals, wobei die Verstärkungskanäle der Verstärkerelemente in einer Serienschaltung geschaltet sind; eine Versorgungsspannung für die Verstärkerelemente, die an der Serienschaltung anliegt; ein vorgebbares Potential, das an einem Gate-Anschluss des ersten Verstärkerelements der Serienschaltung anliegt; einen HF-Eingang, der über ein erstes
Anpassungsnetzwerk an den Gate-Anschluss des ersten
Verstärkerelements der Serienschaltung angeschlossen ist; einen HF-Ausgang, der über ein zweites
Anpassungsnetzwerk an einen Drain-Anschluss des letzten
Verstärkerelements der Serienschaltung angeschlossen ist; mindestens einen an einem Massepotential anliegenden
Kondensator jeweils an dem Gate-Anschluss des zweiten
Verstärkerelements bis zum letzten Verstärkerelement; und mindestens einen Widerstand jeweils zwischen den
Steueranschlüssen benachbarter Verstärkerelemente, und mindestens einen Widerstand zwischen dem Gate-Anschluss und dem Drain-Anschluss des letzten Verstärkerelements.
Ein derart ausgestalteter Leistungsverstärker ist aus der US 6,137,367 bekannt. Er kann in Mikrowellenbauteilen zur Leistungsverstärkung eingesetzt werden, genauer gesagt in Hochleistungshalbleiterverstärkern. Insbesondere kann der Leistungsverstärker dort eingesetzt werden, wo es besondere Anforderungen hinsichtlich der Ausgangsimpedanz eines Bauteiles, beispielsweise in Satellitenübertragern, und/oder hinsichtlich der verfügbaren Spannung gibt, beispielsweise in batteriebetriebenen Mobiltelefonen oder Ähnlichem.
In der Praxis werden die meisten Bauteile eines Mobiltelefons in der sogenannten CMOS-Technologie realisiert, da diese eine deutlich günstigere Fertigung und kleinbauendere und kompaktere Bauteile ermöglicht, als dies mit der GaAs- Technologie möglich wäre. Aufgrund der besonderen elektrischen Anforderungen mancher Bauteile in einem Mobiltelefon, insbesondere hinsichtlich Spannungs- und Leistungsfestigkeit, müssen nach dem derzeitigen Stand der Technik diese Bauteile jedoch in der GaAs-Technologie realisiert werden. In der GaAs-Technologie realisierte Halbleiter können derzeit Durchbruchspannungen von mehr als 8 Volt standhalten. Außerdem ermöglichen in dieser Technologie gefertigte Bauteile einen wesentlich schnelleren Fluss der Elektronen. Das bedeutet, dass bisher aufgrund der besonderen elektrischen Anforderungen insbesondere HF- Leistungsverstärker für Mobiltelefone in der GaAs-Technologie realisiert werden. Das bedeutet jedoch, abgesehen von dem höheren Fertigungsaufwand und den höheren Fertigungskosten der in der GaAs-Technologie gefertigten Bauteile, dass in einem Mobiltelefon Bauteile unterschiedlicher Technologien verwendet werden müssen, deren Integration einen erheblichen Aufwand bedeutet. Insgesamt ergibt sich also ein großer Bedarf an einem kleinbauenden und kostengünstigen HF- Verstärker, der in CMOS-Technologie realisiert werden kann.
Um eine hohe Leistung in CMOS-Technologie zu erreichen ist eine hohe Durchbruchspannung erforderlich, die jedoch eine große Länge der Steuerelektrode (des Kanals) benötigt. Eine große Gate-Länge bedeutet jedoch eine geringe Grenzfrequenz . Um die gewünschte Grenzfrequenz für einen Leistungsschalter zu erreichen, müssen Gate-Längen von z.B. lediglich 0,13 μm und weniger verwendet werden, wodurch jedoch die Durchbruchspannung auf lediglich etwa 1,5 Volt reduziert ist.
Bei dem aus dem US-Patent 6,137,367 bekannten Leistungsverstärker wird die an der Serienschaltung anliegende Spannung auf die einzelnen Verstärkerelemente (diese können auch als Halbleiterschalter oder Halbleiterelemente bezeichnet werden und sind bspw. als Transistoren ausgebildet) der Serienschaltung aufgeteilt, so dass die an jedem Verstärkerelement zwischen Drain-Anschluss und Source-Anschluss anliegende Spannung UDS nur einen Bruchteil der an der Serienschaltung anliegenden VersorgungsSpannung Ud beträgt. Auf diese Weise wird versucht, die zwischen Drain und Source anliegende Spannung UDS unterhalb einer Durchbruchspannung des Verstärkerelements zu halten, um eine Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit oder gar eine Beschädigung des Verstärkerelements zu vermeiden.
Bei dem aus dem Stand der Technik bekannten Leistungsverstärker werden die Widerstände derart gewählt, dass an jedem Verstärkerelement in etwa die gleiche Drain- Source-Spannung UDS anliegt. Das heißt, dass jedes Verstärkerelement in dem gleichen Arbeitspunkt betrieben wird und dass durch alle Verstärkerelemente der gleiche Strom fließt. Im Arbeitspunkt der Verstärkerelemente ist zwar die zwischen Drain und Source anliegende Spannung UDS bei allen Verstärkerelementen in etwa gleich groß. Allerdings hat dies in der Praxis den negativen Nebeneffekt, dass insbesondere die zwischen dem Gate-Anschluss und dem Drain-Anschluss
anliegenden HF-Spannungen UGD aber auch die zwischen dem Gate-Anschluss und dem Source-Anschluss anliegenden HF- Spannungen UGS an den Verstärkerelementen ungleichmäßig verteilt sind und daher an einem oder mehreren der Verstärkerelemente die Durchbruchspannung überschritten wird.
Bei dem bekannten Leistungsverstärker liegen jedoch zwischen dem Gate-Anschluss und dem Drain-Anschluss einiger der Verstärkerelemente, insbesondere des ersten und des vorletzten Verstärkerelements der Serienschaltung, HF- Spannungen UGD an, die deutlich oberhalb der Durchbruchspannung liegen. Das führt zu einer Beeinträchtigung der Funktion oder gar zu einer Beschädigung der Verstärkerelemente und damit des gesamten Leistungsverstärkers.
Der vorliegenden Erfindung liegt also die Aufgabe zugrunde, einen HF-Leistungsverstärker der eingangs genannten Art dahingehend auszugestalten und weiterzubilden, dass er unter Erfüllung der an ihn gestellten elektrischen Anforderungen auch in der CMOS-Technologie mit geringen Gate-Längen realisiert werden kann.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein Leistungsverstärker der eingangs genannten Art vorgeschlagen, der gekennzeichnet ist durch mindestens einen Begrenzungspfad, der zwischen dem Drain-Anschluss und dem Gate-Anschluss von mindestens einem Verstärkerelement der Serienschaltung von dem ersten bis zum vorletzten Verstärkerelement geschaltet ist, wobei der Begrenzungspfad in Abhängigkeit von der zwischen dem Drain- Anschluss und dem Gate-Anschluss des Verstärkerelements anliegenden Spannung zwischen einem Durchlasszustand und einem Sperrzustand umschaltbar ist.
Erfindungsgemäß wird also die Schaltung des HF- Leistungsverstärkers durch einen Begrenzungspfad zwischen
Drain und Gate von mindestens einem der Verstärkerelemente (außer dem letzten Verstärkerelement) ergänzt. Sollte während des Betriebs des Leistungsverstärkers die zwischen Gate und Drain anliegende Spannung UGD einen vorgebbaren Spannungswert, vorzugsweise einen Wert gleich oder geringfügig unterhalb der Durchbruchspannung, übersteigen, wird der Begrenzungspfad in einen Durchlasszustand geschaltet, so dass die maximale Gate-Drain-Spannung UGD begrenzt wird (d.h. die Gate-Spannung hochgezogen wird) , um eine gleichmäßige Spannungsverteilung auf die Verstärkerelemente des Verstärkers zu erzielen und eine Beschädigung des Verstärkerelements wirksam zu verhindern.
Der Begrenzungspfad muss zum einen in irgendeiner Weise schaltbar sein, so dass er zwischen dem Durchlasszustand und dem Sperrzustand umgeschaltet werden kann. Zu diesem Zweck kann ein beliebig ausgestaltetes Schaltelement eingesetzt werden, das beispielsweise als ein Transistor oder als eine Diode ausgebildet ist. Außerdem muss der Begrenzungspfad einen bestimmten Widerstandswert aufweisen, durch den zusammen mit der Schwellenspannung des Begrenzungspfades die Schwellenspannung des Schaltelements eingestellt werden kann.
Sobald im Betrieb des erfindungsgemäßen Leistungsverstärkers die WechselSpannung zwischen dem Drain-Anschluss und dem Gate-Anschluss größer als die eingestellte Schwellenspannung des Begrenzungspfades ist, wird der Pfad eingeschaltet. Die Gate-Spannung wird dann von der Drain-Spannung hochgezogen. Durch den Pfad kann eine gleichmäßige Spannungsverteilung über alle Verstärkerelemente des Leistungsverstärkers erzielt werden. In dem Pfad sind keinerlei schützende Bauelemente, wie bspw. Schutzdioden, angeordnet, um die Verstärkerelemente vor zu hoher Spannung zu schützen. Dies wird erfindungsgemäße auf besonders einfache Weise allein durch die gleichmäßige Spannungsverteilung auf die Verstärkerelemente und das
Hochziehen der Gate-Spannung durch die Drain-Spannung erzielt.
Bei dieser ersten Lösung der vorliegenden Erfindung umfasst der HF-Leistungsverstärker lediglich einen Zweig mit einer Serienschaltung mehrerer Verstärkerelemente. Damit der Leistungsverstärker jedoch größere Ströme verarbeiten kann, ist es denkbar, mehrere Zweige, von denen jeder eine Serienschaltung mehrerer Verstärkerelemente umfasst, in einer Parallelschaltung zu schalten. In diesem Sinne wird als eine weitere Lösung der Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Leistungsverstärker der eingangs genannten Art vorgeschlagen, der mehrere parallel zueinander geschaltete Zweige umfasst, wovon mindestens ein Zweig ein Eingangszweig und mindestens ein anderer Zweig ein Ausgangszweig ist, wobei
jeder der Zweige mehrere Verstärkerelemente jeweils mit einem Verstärkungskanal und einem Gate-Anschluss zum Steuern des Verstärkungskanals umfasst, wobei die Verstärkungskanäle der Verstärkerelemente innerhalb eines Zweiges in einer Serienschaltung geschaltet sind; der Leistungsverstärker einen HF-Eingang umfasst, der über ein erstes Anpassungsnetzwerk an den Gate-Anschϊuss des ersten Verstärkerelements der Serienschaltungen der Zweige angeschlossen ist;
- der Leistungsverstärker einen HF-Ausgang umfasst, der über ein zweites Anpassungsnetzwerk an einen Drain- Anschluss der letzten Verstärkerelemente der Serienschaltungen der Zweige angeschlossen ist; jeder der Zweige mindestens einen an einem Massepotential anliegenden Kondensator jeweils an dem Gate-Anschluss des zweiten Verstärkerelements bis zum letzten Verstärkerelement umfasst; jeder der Zweige mindestens einen Widerstand jeweils zwischen den Steueranschlüssen benachbarter
Verstärkerelemente und mindestens einen Widerstand zwischen dem Gate-Anschluss und dem Drain-Anschluss des letzten Verstärkerelements umfasst; und jeder der Zweige mindestens einen Begrenzungspfad umfasst, der zwischen dem Drain-Anschluss und dem Gate- Anschluss von mindestens einem der Verstärkerelemente der Serienschaltung der Zweige von dem ersten Verstärkerelement bis zum vorletzten Verstärkerelement geschaltet ist, wobei der Begrenzungspfad in Abhängigkeit von einer zwischen dem Darain-Anschluss und dem Gate-Anschluss des Verstärkerelements anliegenden Spannung zwischen einem Durchlasszustand und einem Sperrzustand umschaltbar ist.
Bei dieser erfindungsgemäßen Lösung verteilt sich der durch den Leistungsverstärker fließende Strom auf die verschiedenen Transistorzweige, so dass der Leistungsverstärker in der Summe ein Mehrfaches des Stromes verarbeiten kann, der durch einen der Zweige fließt beziehungsweise fließen kann. Auch bei der zweiten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist jedoch in jedem der Transistorzweige mindestens ein Begrenzungspfad angeordnet, so dass bei Bedarf die an dem dem Begrenzungspfad zugeordneten Verstärkerelement anliegende Gate-Drain-Spannung beschränkt werden kann.
Selbstverständlich kann der erfindungsgemäß zwischen dem Drain-Anschluss und dem Gate-Anschluss eines Verstärkerelements angeordnete Begrenzungspfad alternativ oder zusätzlich auch zwischen einem Source-Anschluss und dem Gate-Anschluss eines Halbleiterleiterschalters angeordnet werden. Über einen derart angeordnete Begrenzungspfad könnte dann eine Source-Gate-Spannung beschränkt werden, sobald sie einen vorgebbaren Schwellwert übersteigt, durch den der Begrenzungspfad in einen Durchlasszustand geschaltet wird.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der vorliegenden Erfindung wird vorgeschlagen, dass in dem Begrenzungspfad ein Schaltelement zum Schalten des Begrenzungspfads zwischen dem Durchlasszustand und dem Sperrzustand angeordnet ist. Das Schaltelement ist vorzugsweise als ein Halbleiterschalter ausgebildet. Dabei ist insbesondere daran gedacht, den Halbleiterschalter als eine Diode auszubilden.
Um jedoch das Layout und die Herstellung der Schaltung des erfindungsgemäßen Leistungsverstärkers zu vereinheitlichen, wird alternativ vorgeschlagen, dass der Halbleiterschalter eine Schaltstrecke und einen Gate-Anschluss zum Schalten der Schaltstrecke aufweist, wobei der Gate-Anschluss mit einem Drain-Anschluss des Halbleiterschalters kurzgeschlossen ist. Mit anderen Worten, kann der Halbleiterschalter auch als ein Transistor ausgebildet sein, bei dem der Gate-Anschluss mit dem Drain-Anschluss kurzgeschlossen ist. Ein derart verschalteter Transistor arbeitet wie eine Diode.
Des Weiteren wird vorgeschlagen, dass in dem Begrenzungspfad ein Widerstandselement angeordnet ist. Dieses Widerstandselement ist beispielsweise als ein ohmscher Widerstand ausgebildet, kann jedoch auch beliebig anders ausgebildet sein. Durch Variation des Widerstandswertes des Widerstandselements und der elektrischen Eigenschaften der Diode kann die SchwellSpannung eingestellt werden, nach deren Überschreiten der Begrenzungspfad in den Durchlasszustand geschaltet und die an dem Verstärkerelement anliegende Gate- Spannung durch den Begrenzungspfad hochgezogen wird.
Der Begrenzungspfad kann zwischen dem Drain-Anschluss und dem Gate-Anschluss beliebiger Verstärkerelemente der Serienschaltung geschaltet sein. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird jedoch vorgeschlagen, dass ein Begrenzungspfad nur zwischen dem Drain-Anschluss und dem Gate-Anschluss des vorletzten Verstärkerelements der
Serienschaltung geschaltet ist. Es lässt sich mathematisch nachweisen und durch praktische Versuche belegen, dass bei einer Reihenschaltung der Verstärkungskanäle mehrerer Verstärkerelemente des erfindungsgemäßen Leistungsverstärkers die Drain-Gate-Spannung an dem vorletzten Verstärkerelement größere Werte annimmt als an den übrigen Verstärkerelementen der Serienschaltung. Die sich zwischen dem Gate-Anschluss und dem Drain-Anschluss des vorletzten Verstärkerelements aufbauende Spannung kann ohne Weiteres größer 1,5 Volt, also oberhalb der Durchbruchspannung eines CMOS-
Verstärkerelements mit einer Gate-Länge von kleiner 0,13 μm, liegen. Das vorletzte Verstärkerelement einer Serienschaltung ist also dasjenige Verstärkerelement der Serienschaltung, das am gefährdetsten ist. Wenn nun ein Begrenzungspfad zwischen dem Drain-Anschluss und dem Gate-Anschluss genau dieses gefährdetsten Verstärkerelements der Serienschaltung geschaltet ist, kann eine Beeinträchtigung der Funktion oder gar Beschädigung dieses Verstärkerelements und damit in den meisten Fällen auch des gesamten Leistungsverstärkers zuverlässig vermieden werden.
Gemäß einer anderen bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird vorgeschlagen, dass ein erster Begrenzungspfad zwischen dem Drain-Anschluss und dem Gate- Anschluss des vorletzten Verstärkerelements und ein weiterer Begrenzungspfad zwischen dem Drain-Anschluss und dem Gate- Anschluss des ersten Verstärkerelements der Serienschaltung geschaltet ist. Es lässt sich theoretisch nachweisen und in praktischen Versuchen belegen, dass nach dem vorletzten Verstärkerelement das erste Verstärkerelement der Serienschaltung besonders gefährdet für eine erhöhte Gate- Drain-Spannung ist. Durch die vorgeschlagene Ausführungsform wird an den beiden gefährdetsten Verstärkerelementen, nämlich dem vorletzten und dem ersten Verstärkerelement der Serienschaltung, ein Begrenzungspfad geschaltet, so dass die an diesen Verstärkerelementen anliegende Gate-Drain-Spannung
im Bedarfsfall wirksam beschränkt und eine Beeinträchtigung der Funktion oder gar eine Beschädigung dieser Verstärkerelemente und damit des gesamten Leistungsverstärkers vermieden werden kann.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird vorgeschlagen, dass von dem ersten Verstärkerelement bis zu dem vorletzten Verstärkerelement der Serienschaltung jeweils zwischen dem Drain-Anschluss und dem Gate-Anschluss ein Begrenzungspfad geschaltet ist. Gemäß dieser Ausführungsform ist also zwischen Gate und Drain mit Ausnahme des letzten Verstärkerelements zwischen allen Verstärkerelementen der Serienschaltung ein Begrenzungspfad vorgesehen, so dass in jedem Fall und unter allen Bedingungen eine Beschädigung der Verstärkerelemente und damit des gesamten Leistungsverstärkers aufgrund überhöhter Drain-Gate- Spannungen zuverlässig verhindert werden kann.
Bei einem erfindungsgemäßen Leistungsverstärker mit mehreren Zweigen ist es besonders vorteilhaft, wenn mit Ausnahme des Ausgangszweiges mindestens einer der Zweige in Abhängigkeit von einer gewünschten Ausgangsleistung des
Leistungsverstärkers zuschaltbaf und abschaltbar ist. Durch gezieltes Zu- und Abschalten einzelner Zweige der Schaltung des Leistungsverstärkers kann die Ausgangsleistung des Leistungsverstärkers variiert werden. Eine solche Variation der Ausgangsleistung ist beispielsweise bei Mobiltelefonen erforderlich, um selbst bei einer schlechten Verbindung, beispielsweise in engen Häuserschluchten oder in einem Gebäude, zu einer Empfangsantenne einer Basisstation eine sichere und zuverlässige Signalübertragung gewährleisten zu können. In solchen Fällen wird dann mit einer höheren Ausgangsleistung gesendet. Diese geht aber mit einem erhöhten Energieverbrauch einher, so dass bei besseren Empfangsbedingungen die Ausgangsleistung wieder verringert
wird, um so die Betriebsdauer des Energiespeichers zu verlängern. Eine Variation der Ausgangsleistung ist durch das vorgeschlagene Zu- und Abschalten einzelner Zweige der Schaltung des erfindungsgemäßen Leistungsverstärkers auf besonders einfache Weise möglich.
Ein weiterer Vorteil der Variation der Ausgangsleistung des Leistungsverstärkers durch Zu- und Abschalten einzelner Zweige besteht darin, dass der erfindungsgemäße Leistungsverstärker unabhängig von der Zahl der zugeschalteten Zweige, das heißt unabhängig von der vorliegenden Ausgangsleistung, stets mit einem guten, im Idealfall sogar mit einem optimalen Wirkungsgrad betrieben wird. Das liegt daran, dass der gesamte Gleichstrom mit der Zahl der aktiven Zweige skaliert wird, wodurch der Wirkungsgrad in etwa konstant bleibt. Das ist bei den aus dem Stand der Technik bekannten Leistungsverstärkern anders. Die Verstärkung eines bekannten Leistungsverstärkers bleibt aufgrund seiner konstanten Gate-Weite immer konstant. Die Variation der Ausgangsleistung kommt nur von den verschiedenen Eingangsleistungen, welche gleich den Ausgangsleistungen eines variierbaren Vorverstärkers sind. Ein typischer variierbarer Vorverstärker ist z. B. ein Programmable Gain Amplifier (PGA) oder ein Variable Gain Amplifier (VGA) . Deshalb kann der Leistungsverstärker nicht immer mit optimalem Wirkungsgrad arbeiten, wenn seine Ausgangsleistung über den Vorverstärker variiert wird. Bei den bekannten LeistungsVerstärkern muss eine Verringerung der Ausgangsleistung stets mit einer Verschlechterung des Wirkungsgrades erkauft werden.
Schließlich wird vorgeschlagen, dass die gesamte Schaltung des Leistungsverstärkers in einer CMOS (Complementary Metal Oxide Semiconductor) -Technologie ausgebildet ist. CMOS wird auch als Metalloxidhalbleiter mit komplementären Anschlüssen bezeichnet. Erst durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung des
Leistungsverstärkers, insbesondere durch den Einsatz der Begrenzungspfade, kann der Leistungsverstärker mit sehr hoher Ausgangsleistung in CMOS-Technologie mit sehr geringer Gate- Länge ausgebildet werden, ohne dass es zu einer Funktionsbeeinträchtigung oder gar Beschädigung der Verstärkerelemente und damit des gesamten Leistungsverstärkers kommt. Auch das Zu- und Abschalten einzelner Zweige des erfindungsgemäßen Leistungsverstärkers kann in der CMOS-Technologie auf eine besonders einfache Weise realisiert werden, indem an einem CMOS-Gatter die anliegenden Polaritäten einfach umgekehrt oder auf Null reduziert werden. Auf diese Weise können die Zweige mittels Spannungsumkehr oder Spannungsabschaltung einfach zu- oder abgeschaltet werden.
Dadurch dass es mit der vorliegenden Erfindung nun erstmals möglich ist, einen HF-Leistungsverstärker mit sehr hoher Ausgangsleistung in CMOS-Technologie mit sehr geringer Gate- Länge herzustellen, ist es nunmehr möglich, sämtliche Bauteile eines Gesamtsystems, z. B. eines Mobiltelefons, einschließlich des HF-Leistungsverstärkers, auf einem einzigen Halbleiterbaustein (Chip) hochintegriert zu fertigen. Abgesehen von den deutlich geringeren Fertigungskosten und dem geringeren Platzbedarf, hat dies auch den Vorteil, dass der eine Chip im Rahmen der Produktion der Mobiltelefone wesentlich besser handhabbar ist als vorher die verschiedenen, in unterschiedlichen Technologien hergestellten Bausteine.
In den Figuren sind bevorzugte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung dargestellt. Diese werden anhand der nachfolgenden Figurenbeschreibung näher erläutert. Im einzelnen zeigen:
Figur 1 eine Schaltung eines erfindungsgemäßen
Leistungsverstärkers gemäß einer ersten bevorzugten Ausführungsform;
Figur 2 eine Schaltung eines erfindungsgemäßen
Leistungsverstärkers gemäß einer zweiten bevorzugten Ausführungsform;
Figur 3 eine Schaltung eines erfindungsgemäßen
Leistungsverstärkers gemäß einer dritten bevorzugten Ausführungsform;
Figur 4 eine Schaltung eines erfindungsgemäßen
Leistungsverstärkers gemäß einer vierten bevorzugten Ausführungsform,-
Figur 5 eine Schaltung eines aus dem Stand der Technik bekannten Leistungsverstärkers; und
Figur 6 Spannungsverläufe an Gate und Drain der
Verstärkerelemente des aus dem Stand der Technik bekannten Leistungsverstärkers gemäß Figur 5.
In Figur 5 ist eine Schaltung eines Leistungsverstärkers, wie er beispielsweise aus der US 6,137,367 bekannt ist, gezeigt. Der Leistungsverstärker dient zum Verstärken von Hochfrequenz (HF) -Signalen, beispielsweise von Sendesignalen in Mobiltelefonen. Der bekannte Leistungsverstärker umfasst mehrere Verstärkerelemente Tl bis T4, die jeweils einen Verstärkungskanal und einen Gate-Anschluss zum Steuern des Verstärkungskanals aufweisen. Die Verstärkerelemente sind beispielsweise als Halbleiterschalter, vorzugsweise als Transistoren ausgebildet. Die Verstärkungskanäle der Transistoren Tl bis T4 befinden sich zwischen dem Drain- Anschluss D und dem Source-Anschluss S der Transistoren. Die
Verstärkungskanäle der Transistoren Tl bis T4 sind in einer Serienschaltung geschaltet.
An einem Ende der Serienschaltung liegt über eine Spule Ld an einem ersten Anschluss 1 eine VersorgungsSpannung Ud für die Verstärkerelemente Tl bis T4 an. Mit Hilfe der Drosselspule Ld kann der Gleichanteil eines Stromes in den Leistungsverstärker hineinfließen, wobei ein hochfrequentes Eingangssignal in der Gegenrichtung nicht durchgelassen wird. Der Source-Anschluss S des ersten Transistors Tl am anderen Ende der Serienschaltung liegt an einem Massepotential.
Der bekannte Leistungsverstärker weist außerdem einen HF- Eingang 2 auf, der über ein erstes Anpassungsnetzwerk 3 an den Gate-Anschluss G des ersten Verstärkerelements Ti der Serienschaltung angeschlossen ist. An dem Gate-Anschluss G des ersten Transistors Ti liegt über eine zweite Drosselspule L9 an einem zweiten Anschluss 4 ein vorgebbares festes Potential U9 an. Die Drosselspulen Ld und L9 dienen insbesondere dazu, einen Verlust an HF-Energie zu vermeiden. Die Schaltung umfasst außerdem einen HF-Ausgang 5, der über ein zweites Anpassungsnetzwerk 6 an einen Drain-Anschluss D des letzten Verstärkerelements T4 der Serienschaltung angeschlossen ist. Die Anpassungsnetzwerke 3, 6 dienen in erster Linie dazu, die Impedanz der dargestellten Schaltung an die Eingangsimpedanz am HF-Eingang 2 und an die Ausgangsimpedanz am HF-Ausgang 5 anzupassen.
Der bekannte Leistungsverstärker umfasst außerdem drei Kondensatoren C2 bis Cj. Bei dem zweiten Verstärkerelement T2 bis zum letzten Verstärkerelement T4 der Serienschaltung liegen die Steueranschlüsse G jeweils über einen der Kondensatoren C2 bis C4 an dem Massepotential an.
Schließlich umfasst die Schaltung auch drei Widerstände R2 bis R4, wobei zwischen den Steueranschlüssen G von in der
Serienschaltung aufeinanderfolgenden Verstärkerelementen Ti, T2; T2, T3; T3, T4 jeweils einer der Widerstände R2 bis R4 geschaltet ist.
Bei dem letzten Transistor T4 ist der Drain-Anschluss D über einen weiteren Widerstand R5 als Rückkopplung an den Gate- Anschluss G angeschlossen. Der weitere Widerstand R5 ist jedoch im Vergleich zu den Widerständen R2 bis R4 klein, unter Umständen sogar vernachlässigbar klein. In diesem Fall kann der Widerstand R5 durch eine elektrische Leitung ersetzt werden.
Die in Figur 5 dargestellte Schaltung eines bekannten Leistungsverstärkers ist in GaAs-Technologie ausgebildet. Die zwischen dem Drain-Anschluss D und dem Source-Anschluss S von einem der in der Serienschaltung eingesetztem Verstärkerelement Ti bis T4 ist auf Werte bis etwa 10 Volt beschränkt. Dem gemäß wird die Versorgungsspannung Ud durch die miteinander seriell verbundenen Widerstände R2 bis R5 aufgeteilt, so dass eine geeignete Drain-Source-Spannung UDS an jedem der Transistoren Ti bis T4 anliegt. Das bedeutet, dass die Widerstände R2 bis R5 als Spannungsteiler arbeiten.
Die Widerstände R2 bis R5 werden so eingestellt, dass die Transistoren Ti bis T4 in ihrem jeweiligen Arbeitspunkt arbeiten. Das bedeutet, dass die Drain-Source-Spannungen UDS/ die an den Transistoren Ti bis T4 der Serienschaltung anliegen, und damit auch die durch die Transistoren Ti bis T4 fließenden Ströme gleich groß sind.
Durch die Kondensatoren C2 bis C4 werden unterschiedliche Source-Impedanzen der Transistoren T2 bis T4 eingestellt, damit die Transistoren verschiedene HF-Drain-Spannungen haben. Mit anderen Worten, durch die Variation der Kapazität der Kondensatoren C2 bis C4 wird die große HF-Drain-Spannung von Transitor T4 auf alle Transistoren Ti bis T4 verteilt.
Allerdings können bei den Transistoren Ti bis T4 die zwischen Gate und Drain bzw. die zwischen Gate und Source anliegenden Spannungen UGD bzw. UGS relativ große Werte von mehreren Volt annehmen, wenn die Ausgangsleistung sehr groß ist. Dies stellt insbesondere dann ein Problem dar, wenn man versucht, die aus dem Stand der Technik bekannte Schaltung in CMOS- Technologie auszubilden. Das Problem wird noch dadurch verschärft, wenn man versucht, kleinbauendere Transistoren Ti bis T4, d.h. Transistoren mit einer geringeren Gate-Länge im Bereich von unter 0,15 um, und damit auch einer dünneren Oxidschicht des Gates G einsetzt. Bei Transistoren mit einer Gate-Länge von 0,12 μm liegt die Durchbruchspannung bei etwa 1,5 V.
In Figur 6 sind verschiedene Spannungsverläufe aus der Schaltung in 0,12 μm CMOS-Technologie gemäß der Ausführungsform aus Figur 5 dargestellt. Die Spannungsverläufe wurden über einen Zeitraum 2 Nanosekunden (ns) aufgetragen. Die Spannung ist in Volt (V) aufgetragen. In Figur 6 ist zunächst die am HF-Eingang 2 anliegende EingangsSpannung Uin, sowie die am HF-Ausgang 5 resultierende AusgangsSpannung Uout dargestellt. Darüber hinaus sind für die vier Transistoren Ti bis T4 jeweils die an den Gates G anliegenden Gate-Potentiale Ugi (i = 1 ... 4 für die Transistoren Ti bis T4) , sowie die an dem Drain-Anschluss D anliegenden Drain-Potentiale Udi aufgetragen. Es ist in Figur 6 deutlich zu erkennen, dass die Gate-Drain-Spannung UGD/ die sich aus der Differenz des Gate-Potentials Ugi und des Drain- Potentials Udi ergibt, am vorletzten Transistor T3 von allen Transistoren Ti bis T4 am größten ist. In dem vorliegenden Ausführungsbeispiel erreicht die Gate-Drain-Spannung UGD am vorletzten Transistor T3 einen Wert von 2,2 V, d.h. die Spannung UGD überschreitet die zulässige Durchbruchspannung von etwa 1,5 V bei weitem. Auch die Gate-Drain-Spannung UGD am ersten Transistor Ti liegt mit 1,65 V deutlich oberhalb
der zulässigen Durchbruchspannung eines in 0,12 μm CMOS- Technologie realisierten Transistors.
Aus Figur 6 ergibt sich somit, dass die aus dem Stand der Technik bekannte Schaltung wegen der ungleichmäßigen Spannungsverteilung für einen HF-Leistungsverstärker nicht geeignet ist, in CMOS-Technologie mit geringer Gate-Länge realisiert zu werden. Da jedoch ein großer Bedarf an einem HF-Leistungsverstärker besteht, der einerseits sicher und zuverlässig arbeitet und der andererseits aber einfach aufgebaut und kostengünstig gefertigt werden kann, ist es wünschenswert, die in Figur 5 dargestellte bekannte Schaltung eines HF-Leistungsverstärkers derart auszugestalten und weiterzubilden, dass eine Realisierung in der CMOS- Technologie mit sehr geringer Gate-Länge ohne Einbußen in der Funktionalität möglich ist. Zur Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, einen Begrenzungspfad 7 zwischen dem Drain-Anschluss D und dem Gate-Anschluss G von mindestens einem der Verstärkerelemente von dem ersten Verstärkerelement Ti bis zum vorletzten Verstärkerelement T3 (das heißt nicht beim letzten Verstärkerelement T4) zu schalten.
Eine Schaltung eines erfindungsgemäßen HF- Leistungsverstärkers gemäß einer ersten bevorzugten Ausführungsform ist in Figur 1 dargestellt. Für gleiche Bauteile werden die gleichen Bezugszeichen wie in Figur 5 verwendet. Bei der in Figur 1 dargestellten Erfindung ist nur ein Begrenzungspfad 7 zwischen dem Drain-Anschluss D und dem Gate-Anschluss G des vorletzten Transistors T3 geschaltet. Der Begrenzungspfad 7 kann in Abhängigkeit von der zwischen dem Gate-Anschluss G und dem Drain-Anschluss D des Transistors T3 anliegenden Gate-Drain-Spannung UGD zwischen einem Durchlasszustand und einem Sperrzustand umgeschaltet werden.
Zum Schalten des Begrenzungspfads 7 ist ein Schaltelement 8 in der Leitung 7 angeordnet, das beispielsweise als ein Halbleiterschalter, vorzugsweise als eine Diode ausgebildet sein kann. Bei dem in Figur 1 dargestellten Ausführungsbeispiel ist das Schaltelement 8 als ein Halbleiterschalter, vorzugsweise als ein Transistor Td ausgebildet, bei dem ein Drain-Anschluss D mit dem Gate- Anschluss G kurzgeschlossen ist. Ein derart beschalteter Transistor T<j arbeitet wie eine Diode.
Darüber hinaus ist in dem Begrenzungspfad 7 ein weiteres Widerstandselement 9 angeordnet, das den Widerstandswert Rd hat. Das Widerstandselement 9 ist vorzugsweise als ein ohmscher Widerstand ausgebildet. Über das Widerstandselement 9 und das Schaltelement 8 kann der maximale Wert der an dem vorletzten Transistor T3 anliegenden Gate-Drain-Spannung UGD im Bedarfsfall beschränkt werden. Der abgebaute Spannungsanteil wird auf die anderen Transistoren Ti, T2 und T4 verteilt.
Durch eine geeignete Dimensionierung des Widerstandswertes Rd des Widerstandselements 9 und der Dimension (Gate-Länge und Dicke der Gate-Oxidschicht) des Transistors Td kann die Schwellenspannung, ab der der Begrenzungspfad 7 von dem Sperrzustand in den Durchlasszustand geschaltet wird, eingestellt werden. Als Schwellenspannung des Begrenzungspfads 7 wird vorzugsweise die Durchbruchspannung der Transistoren Ti bis T4 bzw. ein Spannungswert, der etwas kleiner als die Durchbruchspannung ist, gewählt, um sicher zu stellen, dass der Begrenzungspfad 7 rechtzeitig vor dem Erreichen der Durchbruchspannung in den Durchlasszustand schaltet.
Wenn die Gate-Drain-Spannung UGD größer als diese Schwellenspannung ist, wird der Begrenzungspfad 7 automatisch in den Durchlasszustand geschaltet. Das hat zur Folge, dass
das Gate-Potential Ug von dem Drain-Potential Ud hochgezogen wird (sogenanntes boosting) . Es ist aber auch denkbar, dass der Gate-Anschluss G des Transistors T3 positiv vorgespannt wird. In diesem Fall wird die Gate-Drain-Spannung UGD des vorletzten Transistors T3 reduziert.
Bei der in Figur 1 dargestellten Schaltung umfasst die Serienschaltung vier Transistoren Ti bis T4. Selbstverständlich kann die vorliegende Erfindung auch mit mehr oder weniger als vier Transistoren realisiert werden. Des weiteren wäre es möglich, alternativ oder zusätzlich zu dem Begrenzungspfad 7 zwischen dem Drain-Anschluss D und dem Gate-Anschluss G eines oder mehrerer der Verstärkerelemente T2 bis T4, einen oder mehrere weitere Begrenzungspfade zwischen dem Source-Anschluss S und dem Gate-Anschluss G der Verstärkerelemente T2 bis T4 zu schalten. Auch diese weiteren Begrenzungspfade hätten ein Schaltelement zum Umschalten der Begrenzungspfade zwischen einem Durchlasszustand und einem Sperrzustand und ein Widerstandselement, über das zusammen mit der Dimension des Schaltelements die Schwellenspannung des Begrenzungspfads eingestellt werden kann.
Bei der in Figur 1 dargestellten Schaltung ist der Begrenzungspfad 7 zwischen dem Gate-Anschluss G und dem Drain-Anschluss D des vorletzten Transistors T3 geschaltet. Stattdessen könnte der Begrenzungspfad 7 auch zwischen dem Gate-Anschluss G und dem Drain-Anschluss D des zweiten Transistors T2 oder des ersten Transistors Ti geschaltet sein. Es macht jedoch Sinn, für den Begrenzungspfad 7 den vorletzten Transistor T3 zu wählen, da die während des Betriebs des HF-Leistungsverstärkers auftretende Gate-Drain- Spannung UGD bei dem vorletzten Transistor T3 größer ist als bei allen anderen Transistoren Ti, T2 und T4 (vgl. Figur 6) . Das ist auch dann der Fall, wenn die Serienschaltung lediglich drei Transistoren oder aber fünf oder noch mehr Transistoren umfasste.
In Figur 2 ist eine Schaltung eines erfindungsgemäßen HF- Leistungsverstärkers gemäß einer zweiten bevorzugten Ausführungsform dargestellt, wobei zusätzlich zu dem ersten Begrenzungspfad 7 ' zwischen dem Gate-Anschluss G und dem Drain-Anschluss D des vorletzten Transistors T3 ein weiterer Begrenzungspfad 7" zwischen dem Gate-Anschluss G und dem Drain-Anschluss D des ersten Transistors Ti geschaltet ist. Auch in dem weiteren Begrenzungspfad 7" ist ein Schaltelement 8" und ein Widerstandselement 9" mit einem Widerstandswert Rd angeordnet. Das Anordnen des weiteren Begrenzungspfads 7" zwischen Gate G und Drain D des ersten Transistors Ti macht Sinn, da der erste Transistor Ti nach dem vorletzten Transistor T3 derjenige Transistor ist, an dem während des Betriebs des HF-Leistungsverstärkers die größte Gate-Drain- Spannung UGD anliegt (vgl. Figur 6) . Durch den weiteren Begrenzungspfad 7" wird verhindert, dass die Gate-Drain- Spannung UGD an dem ersten Transistor Ti die Durchbruchspannung des Transistors übersteigt und dessen Funktionsfähigkeit beeinträchtigt oder diesen gar beschädigt.
In Figur 3 ist eine Schaltung eines erfindungsgemäßen HF- Leistungsverstärkers gemäß einer dritten bevorzugten Ausführungsform dargestellt. Zusätzlich zu dem ersten Begrenzungspfad 7' und dem zweiten Begrenzungspfad 7" ist in der Schaltung aus Figur 3 noch ein dritter Begrenzungspfad 7 ' " zwischen dem Gate-Anschluss G und dem Drain-Anschluss D des zweiten Transistors T2 geschaltet. Auch in dem dritten Begrenzungspfad 7 ' " ist ein Schaltelement 8 ' " und ein Widerstandselement 9' " mit dem Widerstandswert Rd angeordnet. Durch den dritten Begrenzungspfad 7'" wird verhindert, dass die an dem zweiten Transistor T2 anliegende Gate-Drain- Spannung UGD die Durchbruchspannung des Transistors übersteigt. Bei der in Figur 3 dargestellten Schaltung des HF-Leistungsverstärkers verfügen bis auf den letzten Transistor T4 sämtliche Transistoren der Serienschaltung vom
ersten Transistor Ti bis zum vorletzten Transistor T3 über einen Begrenzungspfad 7.
Bei den in den Figuren 1 bis 3 dargestellten Ausführungsbeispielen verfügt der dargestellte HF- Leistungsverstärker lediglich über einen Zweig mit mehreren in Serie geschalteten Transistoren Ti bis T4. Zum Erhöhen des Stroms, der durch den Leistungsverstärker fließen kann, sind verschiedene Maßnahmen denkbar. Zum einen ist es möglich, die Breite der Transistoren, genauer gesagt die Weite des Gate- Anschlusses G zu erhöhen, so dass mehr Elektronen parallel über den Gate-Anschluss G fließen können. Dabei bleiben die Gate-Länge und die Dicke der Gate-Oxidschicht gleich, so dass die Durchbruchspannung ebenfalls gleich bleibt. Herkömmliche Transistoren in CMOS-Technologie weisen eine Gate-Weite von typischerweise weniger als 500 um auf. Für den Einsatz in Mobiltelefonen ist es beispielsweise erforderlich, dass der erfindungsgemäße HF-Leistungsverstärker Ströme von etwa 1 A verarbeiten kann, so dass Ausgangsleistungen von etwa 2 W möglich sind. Es ist notwendig, die Gate-Weite bis auf mehrere Millimeter zu steigern. Denkbar ist beispielsweise eine Gate-Weite von 3,4 mm.
Als weitere Maßnahme zum Erhöhen des von dem Leistungsverstärker zu verarbeitenden Strom ist es möglich, dass mehrere Zweige mit jeweils mehreren in Serie geschalteten Verstärkerelementen Ti bis T4 nebeneinander parallel geschaltet werden. Ein derart ausgestalteter HF- Leistungsverstärker ist beispielhaft in Figur 4 dargestellt. Der dargestellte Leistungsverstärker umfasst einen Eingangszweig 10 und einen Ausgangszweig 11. Zwischen dem Eingangszweig 10 und dem Ausgangszweig 11 ist in dem vorliegenden Ausführungsbeispiel ein weiterer Zweig 12 parallel zu den beiden anderen Zweigen 10, 11 geschaltet. Selbstverständlich ist es möglich, auch mehrere weitere Zweige 12 (angedeutet durch die gestrichelte
Verbindungslinien zwischen dem weiteren Zweig 12 und dem Ausgangszweig 11) oder nur die beiden Zweige 10, 11 vorzusehen.
Jeder der Zweige 10 bis 12 umfasst mehrere Verstärkerelemente, die beispielsweise als
Halbleiterschalter, vorzugsweise als Transistoren Ti bis T4 ausgebildet sein können. Jeder Verstärkerelement Ti bis T4 weist einen Verstärkungskanal zwischen dem Drain-Anschluss D und dem Source-Anschluss S und einen Gate-Anschluss G zum Steuern des Verstärkungskanal DS auf. Die Verstärkungskanäle DS der Verstärkerelemente Ti bis T4 innerhalb eines Zweiges
10, 11, 12 sind in einer Serienschaltung geschaltet. Der Leistungsverstärker weist den HF-Eingang 2 auf, der über das erste Anpassungsnetzwerk 3 an den Gate-Anschluss G der ersten Verstärkerelemente Ti der Serienschaltungen der Zweige 10,
11, 12 angeschlossen ist. Außerdem weist der
Leistungsverstärker den HF-Ausgang 5 auf, der über das zweite Anpassungsnetzwerk 6 an die Drain-Anschlüsse D der letzten Verstärkerelemente T4 der Serienschaltungen der Zweige 10,
11, 12 angeschlossen ist.
Jeder der Zweige 10 bis 12 umfasst mindestens einen an einem Massepotential anliegenden Kondensator C2 bis C4 jeweils an dem Gate-Anschluss G des zweiten Verstärkerelements T2 bis zum letzten Verstärkerelement T4. Darüber hinaus umfasst jeder der Zweige 10 bis 12 drei Widerstände R2 bis R4 jeweils zwischen den Steueranschlüssen G benachbarter Verstärkerelemente Ti bis T4 und einen Widerstand Rs zwischen dem Gate-Anschluss G und dem Drain-Anschluss D des letzten Verstärkerelements T4.
Jeder der Zweige 10 bis 12 umfasst mindestens einen Begrenzungspfad 7, wobei in Figur 4 der besseren Übersichtlichkeit halber lediglich für den vorletzten Verstärkerelement T3 des Ausgangszweigs ein Begrenzungspfad 7
dargestellt ist. Jeder der Zweige 10 bis 12 der in Figur 4 dargestellten Schaltung kann jedoch gemäß einer der in den Figuren 1 bis 3 dargestellten Ausführungsformen ausgebildet sein und einen, zwei oder drei Begrenzungspfade 7 aufweisen.
Bei der in Figur 4 dargestellten Ausführungsform des erfindungsgemäßen HF-Leistungsverstärkers kann die an dem HF- Ausgang 5 anliegende Ausgangsleistung auf besonders einfache Weise variiert werden. Zu diesem Zweck werden - mit Ausnahme des Ausgangszweigs 11 - einfach einzelne Zweige 10, 12 der Schaltung in Abhängigkeit von der gewünschten Ausgangsleistung des Leistungsverstärkers gezielt zugeschaltet oder abgeschaltet. In dem in Figur 4 dargestellten Ausführungsbeispiel sind der Eingangszweig 10 und der weitere Zweig 12 zu- und abschaltbar. Zum gezielten Zuschalten und Abschalten der Zweige 10, 12, ist zwischen dem ersten Anpassungsnetzwerk 3 und dem Gate-Anschluss G des ersten Verstärkerelements Ti der Zweige 10, 12 ein Schaltelement 13 angeordnet, das in Abhängigkeit von der gewünschten Ausgangsleistung des Leistungsverstärkers betätigt werden kann.
Das Schaltelement 13 kann beispielsweise als ein Halbleiterschalter, insbesondere als ein Transfer-Gatter ausgebildet sein. Durch Öffnen oder Schließen des Schaltelements 13 wird der gesamte Zweig 10 bzw. 12 ab- bzw. zugeschaltet. Wenn die Schaltelemente 13 in beiden Zweigen 10, 12 geöffnet sind, entspricht die in Figur 4 dargestellte Schaltung den in den Figuren 1 bis 3 dargestellten Schaltungen mit lediglich einem Zweig, nämlich dem Ausgangszweig 11. Die Ansteuerung der Schaltelemente 13 erfolgt beispielsweise durch eine übergeordnete Ansteuerungseinheit eines Mobiltelefons.
Mit der vorliegenden Erfindung ist es nun erstmals möglich, einen HF-Leistungsverstärker, wie er beispielsweise aus der
US 6,137,367 bekannt ist, in einer CMOS-Technologie mit sehr geringer Gate-Länge zu realisieren. Das bedeutet, dass es beispielsweise in Mobiltelefonen möglich ist, sämtliche Bauteile, insbesondere auch den HF-Leistungsverstärker, in CMOS-Technologie und damit hochintegriert auf einem einzigen Halbleiterbaustein (sog. Chip) auszubilden. Dadurch kann der Aufwand für die Fertigung und können die Kosten von HF- Leistungsverstärkern und von Mobiltelefonen insgesamt erheblich reduziert werden.