Verfahren zur Herstellung von Proteinhydrolysaten
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Hydrolysaten aus proteinhaltigen pflanzlichen und tierischen Rohstoffen.
Proteinhaltige pflanzliche und tierische Natur- und Abprodukte können in vielfältiger Weise für eine stoffliche Verwertung aufbereitet werden. In der Regel ist es dafür notwendig, die Makromoleküle (Proteine) in Aminosäuren einerseits und Peptide, die aus mehreren Aminosäuren bestehen, anderseits aufzuspalten.
Bekannt ist die Protein-Hydrolyse, die durch Zusatz von Säuren oder Basen unter Temperatureinwirkung zu einem Aminosäuregemisch führt. Nach Aufspaltung des Proteins muss die Lösung neutralisiert werden. Allerdings wird bei der Säurehydrolyse die wichtige und wirtschaftlich interessante Aminosäure Tryptophan zerstört.
Die Proteinspaltung kann auch enzymatisch mit Hilfe von Proteasen mikrobiellen Ursprungs durchgeführt werden. Dabei werden sowohl Endopeptidasen, die Peptidketten in unterschiedliche Fragmente entsprechend ihrer Spaltungsspezifität zerlegen, als auch Exopeptidasen, die Aminosäuren liefern, eingesetzt. Methoden und Verfahren der ph-Wert-abhängigen und der enzyma- tischen Proteinhydrolyse werden u. a. in GB 846682, RU 2132142 und US 6221423 dargelegt.
Makromoleküle komplexer Materialien aus tierischen und pflanzlichen Abfällen, wie Kohlenhydrate, Fette und Proteine, können auch unter Einwirkung von erhöhtem Druck und erhöhter Temperatur gespalten werden. Die entstehenden Bruchstücke werden so einer mikrobiell gestützten energetischen Verwertung, z.B. der Methanbildung, zugänglich gemacht.
In US 6365047, ES 2162462T und DE 10117321 wird der Stand der Technik der Druck-Temperatur-Hydrolyse hinsichtlich der verfahrenstechnischen Lösungen dargestellt.
In DE 10113537 ist die Druck-Temperaturbehandlung für Tiermehl beschrieben. Vorwiegend unter dem Aspekt der Inaktivierung des BSE-Erregers von infiziertem Tiermehl und Fleischbrei wirken im basischen Milieu ein Druck von 2,5 bar und eine Temperatur von 150 0C mindestens 15 min auf die wässrige Tiermehlsuspension ein.
Nach EP 1406508 wird BSE-freies Tiermehl durch Totalhydrolyse des Proteins des Tiermehls zu Aminosäuren unter Zugabe von Säuren/Laugen und ggf. nachfolgender Behandlung mit Proteasen gespalten. Dem Spaltprozess muss sich eine Neutralisation anschließen.
All diese Verfahren sind jedoch nicht dazu geeignet, Hydroly- sate in definierten Molekulargewichtsgrenzen herzustellen.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren anzubieten, mit dem es möglich ist, Proteinhydrolysate mit definierten Molekulargewichtsgrenzen ohne pH-Wert einstellende und ohne enzymatische Verfahrensschritte herzustellen.
Die Lösung der Aufgabe erfolgt mit den Merkmalen des Anspruches 1.
Danach ist das Verfahren zur Herstellung von Proteinhydrolysaten aus proteinhaltigen pflanzlichen und tierischen Rohstoffen dadurch gekennzeichnet, die Rohstoffe im wässrigen Medium durch eine anhand einer Systemkennlinie gesteuerte Temperatur- und Reaktionszeiteinwirkung und unter gezieltem Druckaufbau in einem Reaktionsraum gespalten werden und dass die Suspension
nach dem Spaltprozess in ein Sediment, das die unlöslichen Bestandteile des Ausgangsmaterials enthält, und einen wässrigen Überstand, in dem die Spaltprodukte der Rohstoffe gelöst sind, getrennt wird, wobei die Spaltprodukte Proteinhydrolysate wie Peptide und Aminosäuren sind.
Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
In einer Ausgestaltung der Erfindung ist das erfindungsgemäße Verfahren dadurch gekennzeichnet, dass die Spaltung vorzugsweise im Temperaturbereich von 1400C bis 2500C, bei einem Druck von 5 bar bis 220 bar und Reaktionszeiten bis 120 min durchgeführt wird. Hierbei werden gezielt Moleküle mit definierten unterschiedlichen Molekulargewichten in der Größenordnung von 10 - 50 kDa als Spaltprodukte erhalten.
In einer weiteren Ausgestaltung ist das erfindungsgemäße Verfahren dadurch gekennzeichnet, dass die Spaltung der Proteinmoleküle vorzugsweise im Temperaturbereich zwischen 180 0C und 220 0C und mit einem Druck zwischen 50 und 75 bar und Reaktionszeiten von 25 bis 40 min durchgeführt wird. Vorteilhafterweise erhält man hier Proteinhydrolysate mit einem Molekulargewicht < 20 kDa.
In einer weiteren Ausgestaltung erfolgt die Spaltung in Rohrreaktoren kontinuierlich (Fig.l) oder nach dem Batch-Prinzip unter gleichzeitiger Vermeidung von Nebenprodukten.
In einer weiteren Ausgestaltung wird der Spaltprozess durch eine Analyse der Molekülgröße der Peptide im wässrigen Überstand kontrolliert.
In einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens wird der Spalt- prozess durch laufende Ermittlungen (Analysen) der Molekülgröße der Peptide im wässrigen Überstand kontrolliert.
In einer weiteren Ausgestaltung ist vorgesehen, dass vor dem Eintrag in den Reaktor der Rohstoff mit Wasser durch eine Kolloid-Mühle mit bestimmter Spaltgröße und bestimmter Dauer, vorzugsweise 15 bis 60 min, zu einer förderfähigen Suspension verarbeitet wird. Vorteilhafterweise wird dadurch bereits ein VoraufSchluss der Moleküle erreicht.
Eine weitere Ausgestaltung sieht vor, dass der Temperaturbereich der Spaltung zwischen 140°C und 2500C gewählt wird und ein gezielter Druck zwischen dem 1,1- und dem 10-fachen des Dampfdruckes der jeweiligen Temperatur eingestellt wird. Damit wird vorteilhafterweise ein einheitlich flüssiger Phasenzustand innerhalb des Systems sichergestellt. Durch den permanent flüssigen Zustand der Suspension ist deren kontinuierliche und störungsfreie Förderung gewährleistet.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird die Spaltung bei einer Temperatur von > 1500C und einem Druck > 45 bar durchgeführt. Hierbei wird ein Spaltproduktprofil mit Aminosäuren und Peptiden < 20 kDa erhalten.
Eine weitere Ausgestaltung sieht vor, dass .als Rohstoffe vorzugsweise durch Reinigungs- bzw. Extraktionsschritte vorbehan- delte pflanzliche und tierische Materialien wie Weizenschrot oder Tiermehl zur Proteinspaltung eingesetzt werden.
Eine weitere Ausgestaltung sieht vor, dass der Rohstoff zur Einstellung einer bestimmten Korngröße, vorzugsweise < 2 mm, gesiebt wird.
In einer weiteren Ausgestaltung werden Konzentrationen von 5 bis 40% wässriger Maische direkt behandelt, oder nach Sedimentation der ungelösten Bestandteile wird lediglich der Überstand verarbeitet.
Eine weitere Ausgestaltung sieht vor, dass die Suspension mittels einer Pumpe im Kreislauf geführt wird. Insbesondere eignet sich eine Booster-Pumpe, um die Suspension im Kreislauf zu fördern. Die Prozesspumpe wird suspensionsgerecht angeschlossen.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass nach Entspannung des Reaktionsproduktes die festen von den wasserlöslichen Bestandteilen getrennt werden.
Die löslichen Spaltprodukte können in flüssiger oder getrockneter Form für chemische Verfahren eingesetzt werden. Sie eignen sich weiter dazu, als Nährmedien zur Kultivierung von Mikroorganismen eingesetzt zu werden.
Erfindungsgemäß wird durch die Parameter Temperatur, Druck und Reaktionszeit in einem Reaktor das Spaltungsmuster der Proteine festgelegt. Dabei liegt insbesondere der Druck beständig oberhalb des Dampfeigendrucks von Wasser, so dass die Einhaltung eines Einphasensystems im Reaktionsverlauf durchgängig gesichert wird.
Überraschenderweise wurde gefunden, dass durch die gesteuerte Druck-Temperatureinwirkung und die Reaktionszeit auch ohne pH- Veränderung und ohne Enzymzusatz ein definiertes Peptid- Aminosäuregemisch aus proteinhaltigen Rohstoffen gewonnen werden kann. Unter strikter Einhaltung von vorgegebenen Systemkennlinien (Fig. 2) wird mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ein Material gewonnen, das als Grundstoff für biotechnologische und chemische Synthesen und Prozesse geeignet ist.
Über die Analyse der Molekülgrößen der Peptide und der mikro- biellen Verwertbarkeit der Spaltprodukte wird der Prozess kontrolliert. Durch die Verwendung von Schutzgas können unerwünschte Nebenreaktionen ausgeschlossen werden.
Die vorliegende Erfindung liefert ein Verfahren zur stofflichen Verwertung von Tiermehl, das variabel an die benötigten produktbezogenen Prozessbedingungen anpassungsfähig ist.
Das der Erfindung zugrunde liegende Verfahren ist geeignet, zugleich die Zerstörung des BSE-Erregers zu gewährleisten, wenn die Prozessführung erfinderisch so gestaltet wird, dass das Aminosäure-Peptid-Gemisch Molekulargewichte der Einzelkom- ponenten unter 20 kDa aufweist. Bekannt ist, dass das Molekulargewicht des BSE-Erregers 27 kDa bis 30 kDa beträgt (Prusi- ner, St. B. (1996) TIBS 21, 482 - 481: Molecular biology and pathogenesis of prion diseases) .
Das Verfahren kann sowohl in kontinuierlich arbeitenden Rohrreaktoren als auch in Batch-Reaktoren ausgeführt werden. Rohrreaktoren bieten den großen Vorteil, dass das Reaktorvolumen jederzeit sich ändernden Qualitäten des Ausgangsmaterials an- gepasst werden kann.
Die Erfindung wird anhand von Figuren beispielhaft erläutert.
Es zeigen
Fig. 1 eine schematische Darstellung des Verfahrensablaufes,
Fig. 2 eine beispielhafte Darstellung von Systemkennlinien (Temperatur-Reaktionszeit) im kontinuierlichen Reaktor,
Fig. 3 eine beispielhafte Darstellung der Abhängigkeit des erfindungsgemäßen Verfahrens von Reaktionszeit und Temperatur und
Fig. 4 eine Darstellung der Ausführungsbeispiele Rl bis R5.
In Fig. 1 ist beispielhaft der Ablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens dargestellt.
Vor dem Eintrag der Rohstoffe in ein Silo 1 wird der Rohstoff gesiebt, um Fremdbestandteile und das Überkorn zu entfernen. Dann wird der Rohstoff durch eine an sich bekannte Austrags- vorrichtung 2 aus dem Silo 1 ausgetragen und in einem Rührbehälter 3 mit Wasser gemischt und anschließend durch eine Kolloidmühle 4 mit definierter Spaltweite zerkleinert und suspendiert. Durch die Zerkleinerung in der Kolloidmühle 4 wird die Suspension homogenisiert, und durch den mechanischen Auf- schluss der Biomasse wird eine bessere hydrothermale Spaltung der Proteine erreicht. Um ein Sedimentieren und Absetzen zu verhindern, wird die Suspension im Rührbehälter 3 gerührt. Nach dem Suspendieren saugt eine Boosterpumpe 5 handelsüblichen Typs die Suspension an und fördert diese im Kreislauf in den Rührbehälter 3 zurück. Der Behälter wird weiterhin gerührt.
Der Zustrom zu einer Prozesspumpe 6 erfolgt aus der Druckleitung der Booster-Pumpe 5. Durch die Prozesspumpe 6 wird anla- genseitig ein Druck von 5 - 220 bar, vorzugsweise 40 - 100 bar, eingestellt. Die Suspension gelangt dann zunächst in einen Wärmeübertrager 7, in dem sie durch das aus dem Reaktor 8 austretende Spaltprodukt im Gegenstrom erwärmt wird. Dabei wird die Suspension von ca. 20 0C auf 120 0C - 140 0C erwärmt. Das Spaltprodukt kühlt sich dabei von ca. 140 0C - 250 0C auf 30 0C - 60 0C ab.
Nach dem Wärmeübertrager 7 wird die Suspension in den Reaktor 8 geleitet. Der Reaktionsraum besteht aus mehreren Rohrreaktoren, die in Reihe geschaltet sind. Der Reaktor 8 wird von außen beheizt und die Suspension auf Temperaturen von 140 0C - 250 0C erwärmt. Nach dem Eintritt in den Reaktor 8 werden, unter Druck- und Temperatureinfluss die Proteine aus dem Rohstoff zu Peptiden und Aminosäuren gespalten.
Durch statische Mischeinrichtungen im Wärmeübertrager 7 und/oder vor dem Reaktor 8 und/oder im Reaktor 8 besteht die Möglichkeit, eine Durchmischung des StoffStromes vorzunehmen. Nachdem das Spaltprodukt den Reaktor 8 verlassen hat und im Wärmeüberträger 7 abgekühlt ist, wird es mittels eines Druckreduzierventils 9 auf Umgebungsbedingungen entspannt. Diese Entspannung kann einstufig und/oder zweistufig, vorzugsweise jedoch einstufig erfolgen. Die in einem Entspannungsbehälter 10 anfallenden Gase werden in einen externen Abgaswäscher 15 geleitet, um eventuell enthaltene Geruchsstoffe abzuscheiden. Das im Entspannungsbehälter 10 gesammelte Hydrolysat wird anschließend durch eine Zentrifuge/einen Dekanter 11 so weiterbehandelt, dass dabei das vorhandene Sediment abgetrennt wird. Das Sediment wird in einem Sammelbehälter 12 gesammelt. Nachfolgend wird die so gewonnene lösliche Phase (Überstand) durch eine Filtration 13, vorzugsweise eine ültrafiltration, weiter aufgetrennt. Das daraus erhaltene Filtrat kann in einer Trocknung 14 getrocknet werden und so oder in flüssiger Form zum Einsatz kommen.
Fig. 2 zeigt Temperatur-Reaktionszeit-Kennlinien bei kontinuierlicher Durchführung des Verfahrens. Bei Einhaltung eines bestimmten Profils der Parameter Reaktionstemperatur und Reaktionszeit wird bei einem vorgegebenen Reaktionsdruck mit dem Temperatur-Druck-Hydrolyseverfahren ein definiertes durchschnittliches Molekulargewicht der Proteine erreicht. Als zusätzliche Einflussgrößen kommen Anlagenparameter und Trockensubstanzgehalt in der Suspension in Betracht. Zu erkennen ist ein deutlicher Einfluss von Reaktionszeit und Temperatur. Um gleiche Produkte zu erreichen, muss bei geringerer Reaktionszeit die Temperatur erhöht werden bzw. bei geringerer Temperatur längere Reaktionszeiten gewählt werden. Bei Verfahrensführung gemäß oberer Linie entstehen im Durchschnitt Moleküle mit einem Molekulargewicht von 10 kDa. Bei Verfahrensführung gemäß mittlerer Linie entstehen im Durchschnitt Moleküle mit einem
Molekulargewicht von 15 kDa und bei Verfahrensführung gemäß unterer Linie im Durchschnitt solche von 25 kDa.
Fig. 3 zeigt die Abhängigkeit des erfindungsgemäßen Verfahrens (Proteinspaltung) von der Reaktionszeit und der Spaltungstemperatur. Zu erkennen sind folgende Abhängigkeiten:
1. Mit steigender Temperatur sinkt .das durchschnittliche Peptid-Molekulargewicht. Somit wird mehr Protein gespalten und man erhält kleinere Proteinfragmente (Peptide und Aminosäuren) .
2. Mit steigender Reaktionszeit sinkt das durchschnittliche Molekulargewicht bei gleicher Temperatur. Eine längere Reaktionszeit bewirkt demnach eine weitere Spaltung der Proteine in kleinere Fragmente.
3. Die Daten sind anlagenspezifisch bei bestimmten Druckeinstellungen aufgenommen worden. Veränderungen dieser Einflussgrößen bewirken abweichende Spaltungsergebnisse der Hochdruckhydrolyse.
In Fig. 4 sind die Ausführungsbeispiele Rl, R2, R3, R4 und R5 dargestellt. Es werden unterschiedliche Verfahrensparameter (Druck, Temperatur, Reaktionszeit) dargestellt. Es wird beispielhaft belegt, dass durch spezifische Einstellung von Druck, Temperatur und Reaktionszeit in der Anlage verschiedene durchschnittliche Molekulargewichte erhalten werden.
Die Erfindung wird anhand weiterer Ausführungsbeispiele näher erläutert.
Beispiel 1
Als Rohprodukt wird in Verarbeitungsbetrieben für Schlachtnebenprodukte hergestelltes Tiermehl eingesetzt. Das Tiermehl wird gesiebt, um Fremdbestandteile und Überkörn (> 2 mm) zu entfernen. In einem Rührbehälter 3 wird unter Rühren mit Hilfe
einer Kolloidiαühle 4 eine 30%-ige Tiermehl-Wasser-Suspension hergestellt. Die Prozesspumpe 6 fördert die Suspension aus dem Vorlagebehälter und verdichtet diese auf einen Druck von > 50 bar (Ü) . Die Temperatur im Reaktor 8 beträgt > 2000C, die Reaktionszeit 30 min und der Durchsatz 100 kg/h. Nach der Spaltung wird die Hydrolysat-Suspension einstufig vom Prozessdruck auf Umgebungsdruck entspannt.
Das gesammelte Hydrolysat wird anschließend durch Separation und Filtration vom Sediment getrennt. Nachfolgend wird eine Ultrafiltration 13 mit einem cut off von 20 kDa durchgeführt. Das Filtrat wird vorzugsweise in einem Sprühtrockner 14 getrocknet. Bei 3000C Zuluft- und 950C Ablufttemperatur wird ein trockenes, rieselfähiges Pulver gewonnen.
Die Ausbeute an Trockenpulver beträgt 35 % bezogen auf die Trockensubstanz des Ausgangsmaterials. Die proteinogenen Verbindungen (Peptide, Aminosäuren) liegen bei 89 % der Trockensubstanz des Produktes. Die Gelchromatographie des Produktes zeigt, dass das durchschnittliche Molekulargewicht der Probe bei 7 kDa liegt.
Beispiel 2
Als Rohprodukt wird durch Verarbeitungsbetriebe für Schlachtnebenprodukte hergestelltes Tiermehl der Kategorie II eingesetzt. Es wird eine Maische aus 70 g Tiermehl in 350 ml Wasser hergestellt. Diese Maische wird in einem Batch-Reaktor vorgelegt. Unter Rühren wird eine Temperatur von 200 0C eingestellt. Unter Stickstoffatmosphäre wird ein Druck von 100 bar aufgebaut. Die Reaktionszeit beträgt 120 min.
Die Probe wird in der Zentrifuge 20 min bei 3.000 g separiert. Die unlöslichen Bestandteile (Sediment) werden abgetrennt und der Überstand als Reaktionsprodukt für die weitere Analytik verwendet. Das Produkt hat eine Ausbeute von 58 % bezogen auf
die Trockensubstanz des Ausgangsmaterials. Die proteinogenen Verbindungen liegen bei 81 % der Trockensubstanz des Produktes. Die Gelchromatographie des Produktes zeigt, dass 100 % der Probe ein Molekulargewicht < 20 kDa hat.
Beispiel 3
Als Rohprodukt wird durch Verarbeitungsbetriebe für 'Schlachtnebenprodukte hergestelltes Tiermehl der Kategorie III eingesetzt. Es wurde eine Maische aus 70 g Tiermehl in 350 ml Wasser hergestellt. Diese Maische wird in einem Batch-Reaktor vorgelegt. Unter Rühren wird eine Temperatur von 140 0C eingestellt. Unter Stickstoffatmosphäre wird ein Druck von 100 bar aufgebaut. Die Reaktionszeit beträgt 120 min.
Die Probe wird in der Zentrifuge 20 min bei 3.000 g separiert. Die unlöslichen Bestandteile (Sediment) werden abgetrennt und der Überstand als Reaktionsprodukt für die weitere Analytik verwendet. Das Produkt hat eine Ausbeute von 40 % bezogen auf die Trockensubstanz des Ausgangsmaterials. Der Anteil an proteinogenen Substanzen (Peptiden/Aminosäuren) des Produktes liegt bei 84 % der Trockensubstanz des Spaltproduktes. Die Gelchromatographie des Produktes zeigt, dass 56,2 % der Probe ein Molekulargewicht < 20 kDa hat.
Beispiel 4
Als Rohprodukt wird Weizenschrot eingesetzt. Es wird eine Maische aus 87,5 g Weizenschrot in 350 ml Wasser hergestellt. Diese Maische wird in einem Batch-Reaktor vorgelegt. Unter Rühren wird eine Temperatur von 1800C eingestellt. Unter Stickstoffatmosphäre wird ein Druck von 50 bar aufgebaut. Die Reaktionszeit beträgt 30 min.
Die Probe wird in der Zentrifuge 20 min bei 3.000 g separiert. Die unlöslichen Bestandteile (Sediment) werden abgetrennt und
der Überstand als Reaktionsprodukt mit einem 0,45 μm Filter filtriert und für die weitere Analytik verwendet. Das Produkt hat eine Ausbeute von 79,5 % bezogen auf die Trockensubstanz des Ausgangsmaterials. Der Anteil an proteinogenen Verbindungen liegt bei 6 % der Trockensubstanz des Spaltproduktes. Die Gelchromatographie des Produktes zeigt, dass 99,5 % der Probe ein Molekulargewicht < 20 kDa hat.
Die genannten Beispiele werden durch folgende Methoden analytisch begleitet und kontrolliert:
Bestimmung der Trockensubstanz zur Ermittlung der Produktausbeute
Das Trockengewicht umfasst die gelösten und ungelösten Inhaltsstoffe einer Probe, welche nach der Trocknung bei 1030C zurückbleiben. Die Trocknung erfolgt solange bis ein konstantes Gewicht erreicht ist. Zur Auswertung wird das Gewicht auf das eingesetzte Volumen bezogen.
Für die Bestimmung des Trockengewichtes wird das Standardver- fahre.n nach DIN 38409 - H 1 - 1 eingesetzt. Das Trockengewicht wird sowohl von 20 ml Überstand als auch vom Sediment von 80 ml gespaltener Tiermehlsuspension ermittelt.
Bestimmung der proteinogenen Verbindungen
Anorganisch und organisch gebundener Stickstoff wird im alkalischen Milieu durch einen Aufschluss mit Peroxodisulfat zu Nitrat oxidiert. Die Nitrationen reagieren in schwefel- und phosphorsaurer Lösung mit 2,6 - Dimethylphenol zu einem Nitro- phenol. Es wird analog DIN EN ISO 11905-1 mit einem Küvetten- test (Fa. Dr. Lange, LCK 338) gearbeitet. Aus dem Gesamtstickstoffgehalt kann nach Abzug der anorganischen Stickstofffrak- tionen die Menge an proteinogenen Verbindungen (Peptide, Aminosäuren) berechnet werden.
Gelchromatographie
Die Gelchromatographie ist ein Verfahren, bei dem mittels porösen Gelmaterials eine Trennung von Molekülen nach ihrer Größe erfolgt. Größere Moleküle werden zuerst eluiert, später die kleineren. Auf der Grundlage eines geeigneten Standards mit definierten Molekülgrößen ist die Molekülgrößenbestimmung durch Vergleich möglich. Die Gelchromatographie wurde auf einer Pharmacia-Anlage mit einer Säule (Durchmesser: 1,6 cm, Länge: 30 cm, Säulenvolumen: 60,3 ml) durchgeführt. Die Detek- tion der Proteine und Peptide erfolgt bei 280 nm. Als stationäre Phase wird Säulenmaterial Sephadex G - 100 (Trennbereich von 4 - 150 kDa) verwendet. Als mobile Phase wird PBS-Puffer genutzt. Zur Bestimmung der Molekülgrößen wird als Markersubstanz ein Gelchromatographie-Standard der Fa. Biorad verwendet.
Bestimmung des Mikroorganismenwachstums
Zur. Überprüfung der mikrobiellen Verwertbarkeit der Proteinhydrolysate wird das Mikroorganismenwachstum mit der Probe als Nährsubstrat bestimmt. Von einer auf Nähragar befindlichen Mikroorganismenkultur wird eine einzelne Kolonie in einen Schüttelkolben mit Nährlösung angeimpft und unter entsprechenden Bedingungen 18 h kultiviert. Als Hauptkultur wird 100 ml Medium in einem 500 ml Schüttelkolben verwendet. Die einzelnen Medien werden mit je 1% der Vorkultur angeimpft. Bei entsprechender Temperatur und Belüftung (Schüttler) werden diese Hauptkulturen kultiviert. Der Verlauf der Wachstumskurve wird durch Bestimmung der Trübung im Photometer und durch die Bestimmung der Lebendkeimzahl im Stundentakt aufgenommen und anschließend ausgewertet
Bestimmung der Keimzahl durch Trübungsmessung
Die Bestimmung der Keimzahl durch Trübungsmessung im Photometer ist eine Methode zur indirekten Bestimmung der Keimzahl einer Mikroorganismensuspension. Bei der Messung einer Probe im Photometer wird sichtbares Licht- einer bestimmten Wellen-
länge (600 nm) zum Teil absorbiert und zum Teil gestreut und kann als optische Dichte (OD) auf der Photometerskala abgelesen werden. Die optische Dichte nimmt proportional zur Keimzahl zu. Es ist eine Mindestkeimzahl von 5 x 106 KBE/ml für die Messung notwendig. Da die Messung der OD nur bis ca. 0,3 linear proportional zur Zellzahl ist, muss bei einer höheren OD die Probe verdünnt werden.
Bestimmung der Lebendkeimzahl mittels Spatelverfahren Bei der Lebendkeimzahlbestimmung werden die Zellen bestimmt, die in der Lage sind, eine Kolonie zu bilden. Das Ergebnis wird in „koloniebildenden Einheiten" (KBE) angegeben. In Verdünnungen mit dem Faktor 1:10 wird von der Probe eine Verdünnungsreihe bis zur erwarteten Zellzahl (z.B. 108 Zellen/ml) hergestellt und die letzten drei Verdünnungen im Spatelverfahren ausplattiert. Die Platten werden 24 h bebrütet und die Zahl der Kolonien ausgezählt und auf KBE/ml berechnet.
Bezeichnung:
1 Silo
2 AustrageVorrichtung
3 Rührbehälter
4 Kolloidmühle
5 Booster-Pumpe
6 Prozesspumpe
7 Wärmeübertrager
8 Reaktor
9 Druckreduzierventil
10 Entspannungsbehälter
11 Zentrifuge/Dekanter
12 Sammelbehälter
13 Filtration
14 Trocknung
15 Abgaswäscher