Verfahren zur Erhöhung der Laserzerstörschwelle von
Beugungsgittern
Beschreibung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erhöhung der Laserzerstörschwelle (Laser Damage Threshold; LDT) optischer Komponenten, insbesondere von dielektrisch beschichteten (Multi-Layer Dielectric; MLD) Beugungsgittern, sowie entsprechend verbesserte optische Komponenten.
Zur Erforschung der Kernfusion sowie fundamentaler Prozesse beispielsweise in der Plasma-, Astro- und Atomphysik werden heute Hochenergie-Laser im Tera- und Petawatt-Bereich zur Erzeugung ultraintensiver Laserpulse eingesetzt. Die erreichbare Leistung ultraintensiver Laserpulse ist im wesentlichen durch die Eigenschaften der verwendeten optischen Komponenten und insbesondere durch deren Laserzerstörschwelle begrenzt.
Durch eine als CPA-Verfahren (Chirped Pulse Amplification; CPA) bekannte Methode kann die Belastung der optischen Komponenten bei der Erzeugung ultraintensiver Pulse reduziert werden. Beim CPA-Verfahren wird ein optischer Puls großer spektraler Bandbreite zunächst zeitlich gestreckt, verstärkt und nach Verstärkung wieder komprimiert. Dadurch kann die Intensität eines Hochenergie- Lasers während der Verstärkung typischerweise um mehrere Größenordnungen reduziert werden. Das Risiko der Zerstörung optischer Komponenten am Ausgang des optischen Kompressors kann durch das CPA-Verfahren jedoch nicht eliminiert
BESTÄTIGUNGSKOPfE
werden. Zu diesen kritischen optischen Komponenten gehören insbesondere die im Kompressor verwendeten Beugungsgitter.
Beugungsgitter mit den höchsten Laserzerstörschwellen werden heute durch holographische Abbildung auf Fotolack und nachfolgendes Ätzen der obersten Schicht eines dielektrischen Mehrschichtstapels (Multi-Layer Dielectric; MLD) hergestellt, um ein hocheffizientes Reflexionsgitter zu erhalten.
Dies wird beispielsweise beschrieben in Optics Letters, 20, S. 1349 ff, 1995 (L. Li and J. Hirsh, "All-dielectric, high-efficiency reflection gratings made with multilayer thin-film coatings") , J. Opt . Soc. Am. A 14, 1124 (1997) (B. W. Shore, M. D. Perry, J. A. Britten, R. D. Boyd, M. D.
Feit, H. T. Nguyen, R. Chow, G. E. Loomis and L. Li "Design of High-Efficiency Dielectric Reflection Gratings") , Applied Optics, October 20, 1999 (K. Hehl, et.al., "High- efficiency dielectric reflection gratings: design, fabrication, and analysis") , Proc. SPIE V5273, 1, (2004) ( J.A. Britten, W.A. Molander, A. M. Komashko and C. P. J. Barty) und Nucl . Fusion 44 S266 (2004) ( C. P. J. Barty, M. Key, J. Britten, R. Beach, G. Beer, C. Brown, S. Bryan, J. Caird, T. Carlson, J. Crane, J. Dawson, A.C. Erlandson, D. Fittinghoff, M. Hermann, C. Hoaglan, A. Iyer, L. Jones II, I. Jovanovic, A. Komashko, O. Landen, Z. Liao, W. Molander, S. Mitchell, E. Moses, N. Nielsen, H-H. Nguyen, J. Nissen, S. Payne, D. Pennington, L. Risinger, M. Rushford, K. Skulina, M. Spaeth, B. Stuart, G. Tietbohl and B. Wattellier) .
Der Offenbarungsgehalt der zitierten Artikel wird durch Bezugnahme in den Offenbarungsgehalt dieser Patentanmeldung inkorporiert .
Die in den zitierten Artikeln beschriebenen Beugungsgitter können eine Laserzerstörschwelle für Pulsdauern von 10 ps- erreichen, die fast zehnmal so hoch sind, wie die von konventionellen Goldgittern. Bei Pulsdauern von 500 fs wird eine Verbesserung um den Faktor 2 gegenüber Goldgittern mit einer maximalen Laserzerstörschwelle von 0,6 J/cm2 erreicht. Weltweit werden Anstrengungen unternommen, die Laserzerstörschwelle von MLD-Gittern weiter zu verbessern, da diese als eine der größten technologischen
Herausforderungen und kritischen Komponenten im Design von Hochenergie Petawatt (HEPW) -Lasersystemen, wie beispielsweise der am Lawrence Livermore National Laboratory im Bau befindlichen NIF (National Ignition Facility) -Anlage, angesehen wird.
Um eine Zerstörung der Kompressionsgitter in einem CPA- System zu vermeiden, wird der Strahl vor der Kompression typischerweise aufgeweitet. Durch die StrahlaufWeitung erhöhen sich jedoch nachteiligerweise die erforderlichen
Abmessungen der eingesetzten optischen Komponenten. Mit den Abmessungen steigen jedoch auch die Kosten in erheblichem Maße und zudem lassen sich optische Komponenten schon allein aus Erwägungen der mechanischen Stabilität nicht in beliebiger Größe herstellen.
Aus US 6,620,333 ist ein Verfahren bekannt, mit dem ein Ausbreiten durch Lasereinstrahlung zerstörter Oberflächenbereiche optischer Komponenten durch lokalen Materialabtrag, beispielsweise durch Plasmabehandlung, verhindert werden kann. In US 6,518,539 B2 wird ein Verfahren zur Behandlung optischer Komponenten aus Quarzglas beschrieben, wobei durch Laserbestrahlung
Zerstörstellen generiert werden, deren Ausbreitung durch eine weitere Laserbestrahlung begrenzt wird.
US 6,705,125 B2 beschreibt ein Verfahren zur Behandlung von Quarzglas-Optiken zum Einsatz bei Wellenlängen von 360 nm und darunter, bei dem die Optiken durch Laserbestrahlung steigender Fluenz behandelt werden, um eine Zerstörung der Optiken im späteren Einsatz zu reduzieren. Ferner ist aus US 5,472,748 ein Verfahren zur Erhöhung der Laserzerstörschwelle dünner optischer Schichten durch
Laserbestrahlung bekannt, wobei die Laserbestrahlung bei der gleichen Wellenlänge erfolgt, für die die Laserzerstörschwelle reduziert werden soll.
Der Offenbarungsgehalt der Patentschriften US 5,472,748, US 6,518,539, US 6,620,333 und US 6,705,125 wird durch Bezugnahme in den Offenbarungsgehalt dieser Patentanmeldung inkorporiert .
Keine der zitierten Patentschriften betrifft die Behandlung von Beugungsgittern zur Erhöhung der Laserzerstörschwelle.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Weg aufzuzeigen, wie die Qualität und insbesondere die Laserzerstörschwelle von Beugungsgittern, insbesondere von MLD-Gittern, verbessert werden kann.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1, ein Beugungsgitter gemäß Anspruch 21, sowie ein Lasersystem gemäß Anspruch 25 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen sind in den jeweiligen Unteransprüchen beschrieben.
Dementsprechend umfasst ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Behandlung eines Beugungsgitters zum Einsatz in einer einen ersten Laser aufweisenden Hochenergielaservorrichtung das Bereitstellen des Beugungsgitters, das Bereitstellen eines zweiten Behandlungs-Lasers, und das Bestrahlen des
Beugungsgitters mit Laserlicht des zweiten Behandlungs- Lasers, bis sich die Laserzerstörschwelle des Beugungsgitters erhöht hat.
Die Erfinder haben festgestellt, dass die Laserzerstörschwelle eines Beugungsgitters, insbesondere eines MLD- Beugungsgitters, dadurch erhöht wird, dass das Gitter mit einem intensiven Laserstrahl eines Behandlungslasers in der Nähe und unterhalb der Laserzerstörschwelle, oder bei rampenfÖrmigen Erhöhung der Ausgangsleistung des
Behandlungslasers sogar über die Laserzerstörschwelle des Behandlungslasers hinaus, bestrahlt wird.
Dementsprechend umfasst das Bestrahlen des Beugungsgitters vorteilhaft ein rampenförmiges Erhöhen der Ausgangsleistung des zweiten Behandlungs-Lasers über die Laserzerstörschwelle für den zweiten Behandlungs-Laser hinaus. Besonders vorteilhaft wird die Ausgangsleistung des zweiten Behandlungs-Lasers rampenförmig von unter 80% auf bis zu wenigstens 120% der Laserzerstörschwelle erhöht.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist besonders vorteilhaft zur Erhöhung der Laserzerstörschwelle für Femto- und Pikosekunden-Laserpulse von MLD-Beugungsgittern, wie sie in Terawatt (TW) - und Petawatt (PW) -Pulskompressoren eingesetzt werden.
Als besonders vorteilhaft hat sich eine Laserbestrahlung durch den zweiten Behandlungs-Lasers mit einer
Wiederholrate zwischen 1 und 1000 Hz und für eine Dauer von wenigstens 10 Sekunden erwiesen.
Mit besonderem Vorteil ist das Beugungsgitter zum Einsatz in einer Terawatt- oder Petawatt-Hochenergielaser- vorrichtung ausgebildet. Die Hochenergielaservorrichtung, in welcher das Beugungsgitter eingesetzt wird, ist vorzugsweise zur Erzeugung von Laserlicht im sichtbaren oder infraroten Frequenzbereich geeignet. Insbesondere ist das Beugungsgitter vorzugsweise zum Einsatz in einer
Hochenergielaservorrichtung mit einer Laserwellenlänge von 1054 nm +/- 30% ausgebildet. Ferner ist die Hochenergielaservorrichtung bevorzugt dazu geeignet, ultrakurze Laserpulse, insbesondere mit einer Pulsdauer unterhalb von 20 ps, zu erzeugen.
In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung liegt die bevorzugte Wellenlänge des zweiten Behandlungs-Lasers, welcher sich von dem typischerweise als Terawatt- oder Petawatt-Laser ausgebildeten Hochenergielaservorrichtung unterscheidet, im UV-Bereich, vorzugsweise bei 355nm, 308nm, 248nm, 193nm oder 157 nm. Geeignete Wellenlängen des zweiten Behandlungs-Lasers umfassen ferner Wellenlängen von 1064 nm, 557 nm und 532 nm, sowie andere Wellenlängen unterhalb von 550 nm. Ein Beispiel eines geeigneten Behandlungs-Lasers ist ein Excimer-Laser, andere Laserausführungen liegen aber ebenso im Rahmen der Erfindung.
Ferner wird in einer bevorzugten Ausführungsform der
Erfindung als Material des Mehrschicht-Stapels und des Substrates des MLD-Beugungsgitters ein Material mit niedriger Absorption bei der Wellenlänge des Behandlungs- Lasers gewählt, beispielsweise Quarzglas als
Substratmaterial bei Verwendung eines Behandlungs-Lasers im UV-Bereich. Die Verwendung von Material mit niedriger Absorption erlaubt eine maximale Auftreff-Fluenz des Behandlungs-Lasers, ohne bereits durch die Laserbehandlung eine Zerstörung zu verursachen, wodurch die Effizienz des erfindungsgemäßen Verfahrens erhöht wird.
Insbesondere ist bekannt, dass UV-Licht geeignet ist, die Materialeigenschaften verschiedener Materialien zu verändern. Insofern ist davon auszugehen, dass durch UV- Bestrahlung nicht nur die Oberflächenqualität des Beugungsgitters beeinflusst werden, sondern auch das Schichtsystem des MLD-Stapels und das darunter liegende Material .
Vorzugsweise erfolgt die Laserbestrahlung mit dem zweiten Behandlungs-Laser mit einer Fluenz, welche unterhalb von 90% der UV-Zerstörfluez des Beugungsgitters liegt.
Mit besonderem Vorteil weist der zweite Behandlungs-Laser eine andere Wellenlänge als die von der Hochenergielaservorrichtung erzeugte Laserstrahlung auf. Innerhalb einer Hochenergielaservorrichtung kann ein Beugungsgitter auch mit Laserstrahlung einer anderen Wellenlänge als der Ausgangswellenlänge der Hochenergielaservorrichtung bestrahlt werden, wenn beispielsweise Frequenzvervielfacher in der Hochenergielaservorrichtung vorgesehen sind. Dementsprechend weist der zweite Behandlungs-Laser ferner vorteilhaft eine andere Wellenlänge auf als die Laserstrahlung, mit der das Beugungsgitter im Einsatz bestrahlt wird.
Da das erfindungsgemäße Verfahren gegenüber Verunreinigungen aus der Umgebung sensitiv ist, erfolgt das Bestrahlen des Beugungsgitters vorteilhaft im Vakuum.
Bei dem Beugungsgitter handelt es sich vorzugsweise um ein dielektrisches Mehrschicht (MLD) -Beugungsgitter (Multi- layer dielectric; MLD) . Eine besonders bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht für ein solches Beugungsgitter vor, in einem ersten Schritt ein Spiegel des Beugungsgitters mit dem Behandlungs-Laser zu bestrahlen, bevor das Beugungsgitter geätzt wird und in einem zweiten Schritt das Gitterraster des Beugungsgitters zu ätzen. Vorteilhaft kann zusätzlich nach dem Ätzen des Gitterrasters das MLD-Beugungsgitters in einem dritten Schritt ein erneutes Bestrahlen mit dem zweiten Behandlungs-Laser vorgesehen sein.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist das Beugungsgitter im Strahlengang eines Lasersystems angeordnet, welches die Hochenergielaservorrichtung umfasst, wobei die Hochenergielaservorrichtung in einer Position angeordnet ist, so dass von ihr erzeugte Laserpulse auf das Beugungsgitter lenkbar sind, um vom Beugungsgitter zur weiteren Verwendung in eine andere Richtung reflektiert zu werden.
Die Erfindung umfasst ferner ein Beugungsgitter, welches mit dem beschriebenen Verfahren behandelt wurde. Ein erfindungsgemäßes Beugungsgitter weist vorzugsweise eine Laserzerstörschwelle für einen 500 fs Laserpuls von wenigstens 0,7 J/cm2 auf. Besonders vorteilhaft ist ein erfindungsgemäßes Beugungsgitter ferner als geätztes MLD- Beugungsgitter ausgebildet. Das Gitterraster des
Beugungsgitters weist vorteilhaft 1740 Linien/mm +/- 50% auf .
Ein erfindungsgemäßes Lasersystem umfasst eine Hochenergielaservorrichtung, eine Strahlführung, um
Laserlicht von der Hochenergielaservorrichtung zu einer Zielvorrichtung zu führen, und wenigstens ein oben beschriebenes Beugungsgitter, wobei Laserlicht von der Hochenergielaservorrichtung zum Beugungsgitter geführt und vom Beugungsgitter so reflektiert wird, dass es zu der Zielvorrichtung geführt wird.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand bevorzugter Ausführungsformen und unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher beschrieben. Dabei bezeichnen gleiche Bezugszeichen in den Zeichnungen gleiche oder ähnliche Teile.
Es zeigen: Fig. 1 eine Vorrichtung zum Durchführen eines CPA-
Verfahrens, Fig. 2 eine schematische Darstellung eines
Beugungsgitters,
Fig. 3a eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens,
Fig. 3b eine weitere bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens,
Fig. 4 Ergebnisse von Messungen der Laserzerstörschwelle eines erfindungsgemäß behandelten Beugungsgitters.
Fig. 1 zeigt schematisch eine Hochenergielaservorrichtung zum Erzeugen eines hochenergetischen Laserpulses auf der Grundlage des CPA-Verfahrens . Der Puls eines
Laseroszillators 210 mit einer Pulsdauer von beispielsweise 100 fs und mit Energien von wenigen Nanojoule und ausreichend großer spektraler Bandbreite wird zunächst mittels einer optischen Verzögerungsstrecke zeitlich gestreckt. Die optische Verzögerungsstrecke weist zwei antiparallel angeordnete MLD-Beugungsgitter 10 auf. Die Strahlführung erfolgt mit Hilfe von Spiegeln 230 und 240.
Mittels entsprechender Optiken wird das erste Gitter invertiert hinter das zweite Gitter abgebildet, so dass die einzelnen Wellenlängen, aus der sich der kurze Puls zusammensetzt, zwischen den Gittern verschieden lange Wegstrecken zurücklegen und den Pulsstrecker somit in unterschiedlich langen Zeiten passieren.
Der zeitlich gestreckte Puls wird nun mittels eines Leistungsverstärkers 220 um mehrere Größenordnungen verstärkt, bevor er mit Hilfe eines aus zwei parallel angeordneten Beugungsgittern 10 bestehenden Gitterpaares rekomprimiert wird.
Insbesondere die im optischen Kompressor eingesetzten Beugungsgitter 10 sind einer besonders hohen Laserleistung ausgesetzt. Die Laserzerstörschwelle insbesondere solcher Beugungsgitter wird mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens erhöht.
Fig. 2 zeigt eine schematische Darstellung eines solchen Beugungsgitters 10, welches ein Substrat 140 umfasst, auf dem ein dielektrisches Mehrschichtsystem 100 angeordnet ist, das Schichten 120 und 130 mit unterschiedlichem Brechungsindex aufweist. In die oberste Schicht 110 ist ein Gitterraster geätzt. Die Gitterparameter, beispielhaft mit a, b und h bezeichnet, können für maximale Effizienz und
optimale Laserzerstörschwelle angepasst werden. Die Form des Gitterrasters, insbesondere der Nuten und Erhöhungen, kann erfindungsgemäß auch von der dargestellten Rechteckform abweichen.
Die Erfindung sieht vor, die Laserzerstörschwelle solcher MLD-Beugungsgitter durch Bestrahlen der Gitteroberfläche und des Mehrschichtstapels mit einem Laserstrahl zu erhöhen. Die Erfinder gehen davon aus, dass durch die Laserbestrahlung unter anderem vom Herstellungsprozess des Gitters stammende Rückstände, sowie Staub und andere, eine Zerstörung verursachende, absorbierende Defekte entfernt werden. Ferner wird angenommen, dass scharfe Kanten mit geringerer Laserzerstörschwelle ebenfalls entfernt werden.
Vorteilhaft wird die Wellenlänge des Behandlungs-Lasers so gewählt, dass eine minimale Absorption im Mehrschicht- System und dem darunter liegenden Substrat des Beugungsgitters erzielt wird.
Fig. 3a zeigt eine erste bevorzugte Ausführungsform der Erfindung, in der das Beugungsgitter 10 mit einem Behandlungs-Laser 300, beispielsweise als UV-Laser ausgebildet, bestrahlt wird.
Eine weitere bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor, in einem ersten Schritt das MLD-Beugungsgitter 10' vor Ätzen des Gitterrasters mit dem Behandlungs-Laser 300 zu bestrahlen, wie in Fig. 3b dargestellt, und anschließend das Gitterraster in die oberste Schicht des MLD-Beugungsgitters zu ätzen. Hierbei kann nach dem Ätzvorgang vorteilhaft eine weitere Bestrahlung mit dem Behandlungs-Laser erfolgen.
Fig. 4 zeigt Ergebnisse von Messungen der Laserzerstörschwelle eines erfindungsgemäß behandelten Beugungsgitters . Dabei wurde ein KrF-Excimerlaser mit einer Wellenlänge von 248 nm bei 70% seiner UV-Zerstör-Fluenz verwendet, um die Laseerzerstörschwelle eines MLD-Beugungsgitters mit 1740
Linien/mm auf einem Quarzglas-Substrat zu erhöhen. Das Ziel war, die Laserzerstörschwelle des Beugungsgitters für Laserpulse mit einer Pulsdauer von 500 fs bei einer Wellenlänge von 1054 nm zu erhöhen.
Die maximale gemessene Laserzerstörschwelle ohne erfindungsgemäße Laserbehandlung lag bei etwa 0,4 J/cm2. Nach UV-Laserbestrahlung wurde die Laserzerstörschwelle bei 500 fs mit einem Teststrahl mit 300 μm Durchmesser gemessen. Die Ergebnisse für die bestrahlten Gebiete 1, 2,3 und 4 innerhalb des Bereiches 410 des Beugungsgitters 400 sind in Fig. 4 dargestellt.
Der Strahl des als Behandlungs-Laser eingesetzten KrF- Excimerlasers wurde mittels eines Strahlhomogenisierers homogenisiert und die Bestrahlung erfolgte bevorzugt bei einer Wiederholrate von 50 Hz für etwa eine Minute.
In Fig. 4 gibt jeweils der Wert in der ersten Zeile die „Nicht-Zerstör^-Fluenz auf der Gitteroberfläche in J/cm2 an, bei der nach einigen Laserschüssen mit dieser Fluenz ein „Strahlabdruck" auf der Gitteroberfläche erkennbar ist. Der Wert in der dritten Zeile gibt jeweils die maximale Zerstör-Fluenz auf der Gitteroberfläche in J/cm2 an, und der Wert in der zweiten Zeile gibt jeweils die Anzahl der Laserschüsse an, ab der eine Zerstörung mit der in der entsprechenden dritten Zeile angegebenen Fluenz auftritt.
Aus Fig. 4 sind für die bestrahlten Gebiete 1,2,3 und 4 Meßergebnisse für die Laserzerstörschwelle von etwa 0,8 J/cm2 (Bezugszeichen 440), etwa 0,7 J/cm2 (Bezugszeichen 430) und etwa 0,6 J/cm2 (Bezugszeichen 420) zu entnehmen. Damit zeigt Fig. 4 den klaren Effekt einer Erhöhung der Laserzerstörschwelle für das erfindungsgemäße Verfahren. Dargestellt sind die Ergebnisse erster Messungen, die bezüglich der statistischen Signifikanz und der Homogenität noch weiter optimiert werden können.