Beschreibung
Berührungsempfindlicher Bildschirm mit haptischer Rückmeldung
Die Erfindung betrifft einen berührungsempfindlichen Bildschirm mit einer haptischen Rückmeldung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Berührungsempfindliche Bildschirme, die auch unter der Be- Zeichnung Touchscreen bekannt sind, bestehen aus einer Kombination einer Anzeigevorrichtung mit einer darüber angeordneten lichtdurchlässigen, berührungsempfindlichen Bedienvorrichtung. Die berührungsempfindliche Bedienvorrichtung, die auch unter der Bezeichnung Touchpad bekannt ist, erzeugt bei Berührung mit einem Finger oder einem Stift ein elektrisches Signal, das in einen Befehl umgesetzt werden kann, beispiels¬ weise zur Verschiebung eines Cursors auf der Anzeigevorrichtung oder zur Auswahl eines Menüpunktes. Derartige Touch- screens und Touchpanels sind hinreichend bekannt.
Da berührungsempfindliche Bildschirme im Gegensatz zu her¬ kömmlichen Tasten keinen Druckpunkt aufweisen, ist es für den Bediener häufig unklar, ob die von ihm vorgenommene Betäti¬ gung erkannt wurde. Um dem Bediener eine diesbezügliche Rück- meidung zu geben, sind bereits berührungsempfindliche Bild¬ schirme mit haptischer Rückmeldung bekannt. So ist in der DE 101 54 643 Al eine Bedienvorrichtung für einen bildschirmgesteuerten Prozess beschrieben, die ein berührungsempfindli¬ ches Eingabefeld aufweist. Für die Rückmeldung weist die Be- dienvorrichtung einen Elektromotor auf, der mit einem Exenter verbunden ist. Alternativ kann das Eingabefeld auch mittels Ultraschall in Vibrationen versetzt werden. In der Ausgestal¬ tung als Touchscreen bilden der Anzeigebereich und der Eingabebereich eine bauliche Einheit.
Aus der US 2003/0184574 Al ist ein berührungsempfindlicher Bildschirm bekannt, bei dem eine berührungsempfindliche An-
Ordnung in Abstand zu einer Anzeigevorrichtung auf einer Platte angeordnet ist. Ein oder mehrere Aktuatoren sind mit der Platte verbunden und dienen zur Erzeugung einer hapti- schen Rückmeldung bei Berühren der Platte. Die haptische Rückmeldung erfolgt in Form von Vibrationen oder Pulsen.
Bei einem derartigen berührungsempfindlichen Bildschirm wird somit ein lichtdurchlässiges, das heißt durchsichtiges, Touchpanel so vor der Anzeigevorrichtung platziert, dass die auf der Bildseite der Anzeigevorrichtung dargestellten grafischen Elemente oder alphanumerischen Zeichen direkt hinter den Schaltflächen der berührungsempfindlichen Anordnung liegen und durch diese hindurch sichtbar sind. Hierbei ist ein geringer Abstand zwischen der berührungsempfindlichen Anord- nung und der Bildseite der Anzeigevorrichtung erforderlich, um negative optische Effekte zu vermeiden, wobei es sich bei¬ spielsweise um einen Versatz der optischen Achse (Paralaxe- fehler) oder eine Bildunschärfe handeln kann. In den Zwischenraum zwischen der Bildseite der Anzeigevorrichtung und der berührungsempfindlichen Anordnung kann nun Staub oder
Schmutz eindringen, der das optische Erscheinungsbild beein¬ trächtigt. Auch das Eindringen von Feuchtigkeit mit einem daraus resultierenden Beschlagen der Anzeigevorrichtung kann insbesondere bei Verwendung in Kraftfahrzeugen eintreten.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen berührungsempfind¬ lichen Bildschirm mit haptischer Rückmeldung derart weiterzuentwickeln, dass die oben genannten Nachteile vermieden werden und der berührungsempfindliche Bildschirm auch im AIl- tagseinsatz durch Umwelteinflüsse möglichst wenig beeinflusst wird.
Die Aufgabe wird durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Der berührungsempfindliche Bildschirm weist eine Anzeigevor¬ richtung und eine lichtdurchlässige, berührungsempfindliche
Anordnung auf. Die berührungsempfindliche Anordnung ist vor einer Bildseite der Anzeigevorrichtung und in Abstand zu der Anzeigevorrichtung angeordnet und zur Erzeugung einer hapti- schen Rückmeldung relativ zur Anzeigevorrichtung bewegbar. Weiterhin ist die berührungsempfindliche Anordnung Bestand¬ teil eines die Anzeigevorrichtung umschließenden Gehäuses, wobei das Gehäuse mit der berührungsempfindlichen Anordnung relativ zur Anzeigevorrichtung bewegbar ist.
Hierdurch wird ein robuster berührungsempfindlicher Bildschirm zur Verfügung gestellt, der für den Alltagseinsatz, insbesondere bei Verwendung als Kraftfahrzeugkomponente, ge¬ eignet ist, wobei das Eindringen von Staub oder Schmutz zwischen die Bildseite der Anzeigevorrichtung und die berüh- rungsempfindliche Anordnung zumindest weitgehend vermieden wird.
Vorzugsweise ist das Gehäuse staubdicht ausgebildet. Dies kann erreicht werden, indem zum Beispiel Öffnungen, die zur Herausführung von Anschlusskabeln oder von Befestigungselementen erforderlich sind, mit elastischen Manschetten versehen werden, die eng an den Kabeln bzw. Herausführungen und am Gehäuse anliegen.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Gehäuse in einer parallel zur Bildseite der Anzeigevorrichtung verlaufenden Ebene linear bewegbar. Da bei dieser Ausgestaltung der Abstand zwischen der berührungsempfindlichen Anordnung und der Anzeigevorrichtung auch bei der haptischen Rückmeldung stets unverändert bleibt, kann ein besonders enger Spalt zwischen der Anzeigevorrichtung und der berührungsempfindlichen Anordnung realisiert werden. Dies wiederum wirkt sich vorteilhaft auf das optische Erscheinungsbild aus. Zusätzlich wird ein versehentlicher Kontakt zwischen der berührungsempfindlichen Anordnung und der Anzeigevorrichtung, wie er bei haptischer Rückmeldung durch Vibration oder einer Bewegung der berührungsempfindlichen Anordnung in Richtung der Anzeigevorrich-
tung auftreten kann, sicher vermieden. Weiterhin hat sich gezeigt, dass eine solche seitliche Bewegung der berührungsemp¬ findlichen Anordnung relativ zur Anzeigevorrichtung vom Bediener sehr gut wahrgenommen wird.
In einer Ausführungsform ist das Gehäuse eindimensional line¬ ar relativ zur Anzeigevorrichtung bewegbar. Eine eindimensionale Bewegung ist als haptische Rückmeldung völlig ausrei¬ chend und kann einfacher realisiert werden als eine zweidi- mensionale Bewegung.
In einer Ausführungsform ist das Gehäuse linear beweglich auf einem Trägerelement angeordnet, wobei insbesondere Mittel zum Führen einer Bewegung des Gehäuses relativ zum Trägerelement vorhanden sind. Durch die Führungsmittel ist eine sichere und definierte Bewegung des Gehäuses gewährleistet. Auch bei Er¬ schütterungen, wie sie insbesondere bei Verwendung des berührungsempfindlichen Bildschirms als Kraftfahrzeugkomponente im Betrieb laufend auftreten, wird durch die Führung eine stabi- Ie Anordnung des Gehäuses gewährleistet, jedoch gleichzeitig eine Linearbewegung für die haptische Rückmeldung ermöglicht.
In einer Ausführungsform ist auch die Anzeigevorrichtung auf dem Trägerelement befestigt. Die Anzeigevorrichtung ist hier- bei starr oder weitgehend starr auf dem Trägerelement befes¬ tigt, so dass eine Verschiebung der Anzeigerichtung vermieden wird. Zur Befestigung der Anzeigevorrichtung auf dem Trägerelement sind vorzugsweise Befestigungselemente vorgesehen, die durch Öffnungen des Gehäuses hindurch gehen. Um die Staubdichtigkeit des Gehäuses zu gewährleisten sind diese
Öffnungen, wie oben bereits ausgeführt, wiederum vorzugsweise mit elastischen Manschetten, die die Befestigungselemente um¬ geben, verschlossen.
Bei der Anzeigevorrichtung handelt es sich insbesondere um eine Flüssigkristallanzeige. Derartige Flüssigkristallanzei¬ gen sind hinreichend bekannt und haben sich auch für die Ver-
wendung in Kraftfahrzeugen hinreichend bewährt. Insbesondere eine plane Oberfläche der Bildseite der Flüssigkristallanzei¬ ge ist für die Verwendung in dem erfindungsgemäßen berührungsempfindlichen Bildschirm von Vorteil.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbei¬ spiels und der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1 einen Schnitt durch einen erfindungsgemäßen berüh- rungsempfindlichen Bildschirm,
Figur 2 eine perspektivische Ansicht eines berührungsemp¬ findlichen Bildschirms mit der die berührungsempfindliche Anordnung aufweisende Vorderseite,
Figur 3 eine perspektivische Ansicht der Rückseite eines berührungsempfindlichen Bildschirms mit Führungs¬ und Befestigungselementen.
Figur 1 zeigt einen schematischen Querschnitt durch einen berührungsempfindlichen Bildschirm gemäß der Erfindung. Der berührungsempfindliche Bildschirm 1 weist eine Anzeigevorrich¬ tung 2 auf, die von einem Gehäuse 3 umgeben ist. Das Gehäuse 3 besteht aus einer Wanne 4 und einer als Deckel dienenden Platte 5, die eine berührungsempfindliche Anordnung 6 ent¬ hält. Als berührungsempfindliche Anordnung 6 können alle be¬ kannten derartigen lichtdurchlässigen Anordnungen, unabhängig von ihrer speziellen Ausgestaltung, eingesetzt werden. Derartige Anordnungen sind auch hinreichend bekannt und müssen da- her hier nicht näher beschrieben werden.
Die Platte 5 mit der berührungsempfindlichen Anordnung 6 ist mit Abstand zu der Anzeigevorrichtung 2 angeordnet, so dass zwischen der Anzeigevorrichtung 2 und der Platte 5 ein Spalt 7 entsteht.
Die Anzeigevorrichtung ist als Flüssigkristallanzeige (LCD) ausgebildet. Flüssigkristallanzeigen sind ebenfalls hinrei¬ chend bekannt und müssen nicht näher beschrieben werden. Insbesondere kommen hier kommerziell erhältliche Flüssigkeitsan- zeigen zum Einsatz. Die Anzeigevorrichtung 2 weist eine Bildseite 8 auf, die der Platte 5 mit der berührungsempfindlichen Anordnung 6 zugewandt ist. Durch die lichtdurchlässig ausge¬ bildete Platte 5 mit ebenfalls lichtdurchlässig ausgebildeter berührungsempfindlicher Anordnung 6 kann ein Betrachter die auf der Bildseite 8 der Anzeigevorrichtung 2 dargestellten
Symbole und/oder alphanumerischen Zeichen betrachten und beispielsweise durch Berühren der berührungsempfindlichen Anordnung 6 eines der dargestellten Symbole auswählen, wodurch beispielsweise ein bestimmter Befehl umgesetzt wird.
Die Anzeigevorrichtung 2 ist durch Befestigungselemente 9 starr mit einem Trägerelement 10 verbunden. Die Befestigungs¬ elemente 9 ragen hierbei durch Öffnungen 21 in dem Gehäuse 3 hindurch.
Auf dem Trägerelement 10 sind weiterhin Führungsstangen 11 mittels weiterer Befestigungselemente 12 in Abstand zu dem Trägerelement 10 angeordnet. Die Führungs Stangen 11 greifen in Ösen 13 und Haken 14 des Gehäuses 3 ein. Das Gehäuse 3 mit der die berührungsempfindliche Anordnung 6 aufweisenden Plat¬ te 5 ist somit in Längsrichtung der Führungsstangen 11, das heißt senkrecht zur Zeichenebene, linear bewegbar, und zwar relativ zu dem Trägerelement 10 und der mit dem Trägerelement 10 starr verbundenen Anzeigevorrichtung 2.
Durch eine hier nicht gezeigte Antriebsvorrichtung kann eine solche Linearbewegung erfolgen. Bei der Antriebsvorrichtung kann es sich insbesondere um einen konventionellen Rotationsmotor mit entsprechender Ansteuerung, um einen Linearmotor oder auch einen Schrittmotor handeln, oder auch um piezoelektrische Verstellelemente. Die erforderlichen Amplituden sind mit üblicherweise wenigen Millimetern dabei sehr gering.
Im Ausführungsbeispiel beträgt die Amplitude lediglich lmm, entsprechend einer Auslenkung von ±0,5mm aus der Ruhelage.
Über hier nicht dargestellte elektrische Anschlusselemente sind die berührungsempfindliche Anordnung und die Anzeigevor¬ richtung mit einer Auswerte- bzw. Steuereinrichtung verbunden.
Figur 2 zeigt den berührungsempfindlichen Bildschirm 1 in ei- ner perspektivischen Ansicht. Die Platte 5 mit der berührungsempfindlichen Anordnung 6 und der in geringem Abstand darunter angeordneten Bildseite 8 der Anzeigevorrichtung 2 sind einem Bediener zugewandt. Die Platte 5 wird von einem Rahmen 15 gehalten und mit diesem an der Wanne 4 befestigt. Die Verbindung des Rahmens 15 mit der Wanne 4 erfolgt mittels Rastverbindungen 16. Durch ein elastisches Dichtelement wird das Eindringen von Staub zwischen dem Rahmen 15 und der Wanne 4 vermieden.
Figur 3 zeigt eine weitere perspektivische Ansicht des berüh¬ rungsempfindlichen Bildschirms von einer Rückseite betrachtet. Die Wanne 4 des Gehäuses 3 weist Ösen 13 und Haken 14 auf, in denen Führungs Stangen 11 befestigt sind. Die Führungsstangen 11 werden, wie in Figur 1 gezeigt, durch Befes- tigungselemente 12 an dem Trägerelement 10 befestigt. Vier
Befestigungselemente 9 der im Inneren des Gehäuses 3 angeord¬ neten Anzeigevorrichtung 2 ragen durch Öffnungen 21 des Gehäuses 3 hindurch und sind zur starren Befestigung der Anzeigevorrichtung 2 auf dem hier nicht dargestellten Trägerele- ment vorgesehen. Weiterhin sind in den Öffnungen 21 Dichtelemente 17 vorgesehen, die das Gehäuse 3 gegen die Befesti¬ gungselemente 9 abdichten.
In einer weiteren Öffnung 18 des Gehäuses 3 ist eine Leiter- platte 19 angeordnet, wobei auch hier der verbleibende Raum in der Öffnung 18 durch ein weiteres Dichtelement 20 ge¬ schlossen wird.
Wird nun die Anzeigevorrichtung mittels der Befestigungsele¬ mente 9 starr mit einem Trägerelement verbunden, so kann das Gehäuse 3 mittels einer nicht dargestellten Antriebsvorrich- tung relativ zu der Anzeigevorrichtung 2 entlang der Führungsstangen 11 zur Erzeugung einer haptischen Rückmeldung bewegt werden. Die Bewegung wird dabei vorzugsweise als Hin- und Herbewegung entlang der Führungsstangen 11 erfolgen, die ihrerseits fest an einem Trägerelement angeordnet sind.
Mit der Erfindung wird ein berührungsempfindlicher Bildschirm zur Verfügung gestellt, der eine haptische Rückmeldung auf¬ weist und zudem für den Alltagsbetrieb geeignet ist.