Verfahren und Anordnung zum Speichern und Wiedergeben von TV- Sendungen
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine An- Ordnung zum Speichern und Wiedergeben von TV-Sendungen. Insbesondere liefert die vorliegende Erfindung ein verbessertes Verfahren und eine verbesserte Anordnung für den Betrieb ei¬ nes Netzwerk-PVR.
Nachdem bandbasierte analoge Videoaufzeichnungsgeräte über Jahrzehnte hinweg für Heimanwender die einzige Möglichkeit darstellten, über Antennen-, Kabel- oder Satellitenfernsehen ausgestrahlte Sendungen aufzuzeichnen und komfortabel aufzu¬ bewahren, gibt es nach dem Verfügbarwerden schneller und gleichzeitig preiswerter Videoprozessoren und leistungsfähiger Videocodecs wie etwa MPEG2 (1994) und MPEG4 (1998) seit einigen Jahren eine Reihe von meist festplattenbasierten digitalen Geräten, die neben der reinen Videoaufzeichnung eine Reihe von Komfortfunktionen bieten.
Diese neue Gerätegeneration wird häufig als persönlicher Videorekorder (PVR) , mitunter auch als digitaler Videorecorder (DVR) bezeichnet. Während diese modernen Geräte natürlich auch wie klassische Geräte zum einfachen Aufzeichnen und spä- teren Wiedergeben von Sendungen genutzt werden können, gehen deren Fähigkeiten darüber bei weitem hinaus . Ein häufig genutztes Merkmal eines PVR ist beispielsweise das sogenannte zeitversetzte Fernsehen (Time Shifting) , bei dem der Nutzer mit dem Wiedergeben einer Sendung bereits beginnt, während die Aufzeichnung noch läuft. Dank der leistungsfähigen Hardware eines modernen PVR ist die dabei erreichte Bildqualität besser als die eines herkömmlichen VHS oder SVHS Bandgeräts.
Das zeitversetzte Fernsehen erlaubt es dem Nutzer auch, eine zunächst live angesehene Sendung zu "pausieren", etwa um ei¬ nen Anruf entgegenzunehmen, und die Wiedergabe später fortzu¬ setzen, wobei es sich für den Nutzer so darstellt, als habe er tatsächlich die Live-Ausstrahlung pausiert und später
fortgesetzt. Im Hintergrund hat jedoch der Druck des Nutzers auf die "Pause"-Taste seinen PVR veranlaßt, das laufende Pro¬ gramm aufzuzeichnen, und der erneute Druck auf die "Pause"- Taste führt dazu, daß die aufgezeichnete Sendung einerseits weiter aufgezeichnet und andererseits bereits wiedergegeben wird.
Großer Beliebtheit erfreut sich auch die Fähigkeit eines PVR, mit minimaler Verzögerung größere Abschnitte in einer Auf- Zeichnung überspringen zu können. Häufig wird dies benutzt, um in der Aufzeichnung enthaltene Werbeblöcke bei der Wiedergabe zu überspringen. Um diese Fähigkeit hat sich eine Reihe von Diensten etabliert, die das Auffinden der Grenzen der Werbeblöcke erleichtern, etwa indem der Beginn und das Ende eines Werbeblocks als auf den Beginn einer Sendung bezogene
Zeitpunkte als Index zur Aufzeichnung abgelegt werden und so¬ mit bei der Wiedergabe ein automatisches Überspringen der Werbung möglich wird.
Neben speziell angepaßten Unterhaltungselektronikgeräten werden zunehmend auch multimedia-fähige PCs mit geeigneter Soft¬ ware als PVR genutzt (bekannt als Home Theater PC, HTPC) . Technisch unterscheidet sich ein spezieller PVR von einem PC- PVR kaum; beide weisen einen großen (Platten-) Speicher auf, ausreichend Prozessorleistung und geeignete Videocodecs.
Beide Plattformvarianten sind durch konfigurierbare Software bzw. Firmware in der Lage, dem Nutzer weitere Funktionen zu bieten, etwa die Suche nach Sendungen, die thematisch zu sei- nen Lieblingssendungen passen. Beiden Plattformvarianten ist gemein, daß die Aufzeichnung lokal beim Nutzer erfolgt und die Menge aufzeichenbarer Sendungen durch den lokalen Plattenspeicher begrenzt ist. Häufig ist es deshalb möglich, auf¬ gezeichnete Sendungen vom internen Speicher des Geräts auf beschreibbare Medien wie (wieder) beschreibbare CD oder DVD zu transferieren. Dies ist aber mit Aufwand verbunden, und nicht zuletzt ist auch der Preis eines PVR erheblich. Und auch PVR leiden unter dem Problem, daß zum parallelen Aufzeichnen meh-
rer Sendungen auch mehrere PVR benötigt werden. Teurere MuI- tituner-Geräte lösen dieses Problem nur bedingt, da stets we¬ niger Tuner als TV Stationen vorliegen werden und außerdem die - für einen Kanal ausreichend leistungsfähige - Hardware des PVR bei der parallelen Aufzeichnung mehrerer Kanäle an ihre Grenzen stößt.
Um Nutzern alle Vorteile eines PVR bieten zu können, ohne daß diese die Investition in einen PVR tätigen müssen, wurde in dem Whitepaper "Network PVR: Everything on Demand", Jay
Schiller, nCube Corporation, erhältlich im Internet unter http : //www.ncube . com/pressroom/downloads/nvpr-whitepaper .pdf ein Netzwerk-PVR vorgeschlagen, bei dem Speicher, Kodierlogik und Codecs durch einen Anbieter im Kabelnetz vorgehalten wer- den. Der Nutzer erhält ein Gerät, mit dem er Sendungen zur Speicherung auswählen und gespeicherte Sendungen abrufen kann, die dann mittels breitbandiger Verbindung in Echtzeit an den Nutzer übertragen werden. Ein solches Gerät kann im Vergleich zu einem PVR oder einem HTPC wesentlich weniger leistungsfähig sein. Gleichzeitig kann der Nutzer praktisch unbegrenzt Speicherplatz auf dem zentralen PVR-Server mieten, während der Betreiber des PVR-Servers nur eine Kopie jeder Sendung vorhalten muß, die dann bei Bedarf an jene Nutzer verteilt wird, die diese Sendung in ihrem (virtuellen) Spei- eher abgelegt haben.
In einer Fortbildung kann ein solcher Netzwerk-PVR so ausgestaltet sein, daß das "Programmieren" des Netzwerk-PVR durch den Nutzer entfällt und der Nutzer statt dessen auf alle Sen- düngen seines Programm-Bouquets etwa der letzten 4 Wochen Zugriff hat.
In beiden Fällen muß der Nutzer jedoch für jede Sendung gesondert entscheiden, ob er sie programmieren möchte bzw. aus dem Vorrat aller aufgezeichneten Sendungen die ihn interessierenden zur Wiedergabe auswählen. Bei einem großen Senderangebot ist dies jedoch sehr aufwendig.
Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren und eine Anordnung zum Speichern und Wiedergeben von TV-Sendungen anzugeben, welche dem Nutzer die Wiedergabe interessanter TV- Sendungen oder anderer Video-Inhalte erleichtern.
Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Anordnung zum Speichern und Wiedergeben von TV-Sendungen, welche folgendes aufweist:
- einen PVR Server mit Mitteln zum Empfang einer Vielzahl digital kodierter TV-Kanäle, Mitteln zum Versorgen einer Vielzahl von Endgeräten sowie Mitteln zum Aufzeichnen zu speichernder TV-Sendungen;
- zumindest ein Endgerät mit Mitteln zum Auswählen zu spei¬ chernder TV-Sendungen und Mitteln zum Übertragen der Auswahl an den PVR Server; und - Mittel zum Wiedergeben der durch das Endgerät zur Spei¬ cherung ausgewählten aufgezeichneten TV-Sendungen als kontinuierliches TV-Programm am Endgerät.
Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Speichern und Wiedergeben von TV-Sendungen, mit folgenden Schritten:
- Empfangen einer Vielzahl digital kodierter TV-Kanäle durch einen PVR Server, der eine Vielzahl von Endgeräten versorgt und zu speichernde TV-Sendungen aufzeichnet;
- Auswählen zu speichernder TV-Sendungen durch ein Endgerät und Übertragen der Auswahl an den PVR Server; und
- Wiedergeben der durch das Endgerät zur Speicherung ausgewählten aufgezeichneten TV-Sendungen als kontinuierliches TV-Programm am Endgerät.
Die Auswahl interessanter TV-Sendungen wird dem Nutzer durch die Erfindung vorteilhaft erleichtert, indem der Nutzer eine Auswahl an seinem Endgerät festlegt und die aufgezeichneten Sendungen dann als ein kontinuierliches, persönliches TV- Programm wiedergegeben werden können, wobei dieses persönli- che Programm dann keiner weiteren Nutzerinteraktion bedarf, um ablaufen zu können. Die Auswahl kann dabei parallel ausgestrahlte Sendungen umfassen, die dann in einer vom Nutzer o- der vom PVR Server gewählten Reihenfolge zur Wiedergabe vor-
gesehen werden. Natürlich kann der Nutzer bei der Wiedergabe Sendungen oder Teile davon überspringen, wenn diese im Einzelfall oder generell für ihn nicht interessant sind. Aus dem regelmäßigen Überspringen von Sendungen oder Teilen davon können Nutzer-Präferenzen automatisch gebildet werden, etwa daß von einer bestimmten, regelmäßig ausgestrahlten Sendung nur die ersten 30 Minuten für den Nutzer interessant sind.
Die Auswahl der Sendungen kann erfolgen, indem der Nutzer ei- nen elektronischen Programmführer EPG (EPG = Electronic Program Guide) nutzt. Dabei kann eine einzige Auswahl beispiels¬ weise automatisch alle Folgen einer Serie, alle Nachrichtensendungen eines bestimmten Kanals oder auch die turnusgemäß zu einer bestimmten Zeit auf einem Kanal ausgestrahlte Sen- düng (z.B. den wöchentlich wechselnden, jedoch stets am gleichen Sendeplatz ausgestrahlten Film) zur Aufzeichnung vorsehen .
Die Auswahl der Sendungen kann ferner erfolgen, indem der Nutzer Präferenzen vorgibt, etwa die Hauptnachrichten aller regionalen Sender; alle Filme/Serien mit einem bestimmten Schauspieler/Regisseur; und/oder alle Reportagen, Dokumentationen und/oder Filme zu einem bestimmten Thema. Die Präferenzen können, wie oben angedeutet, zumindest teilweise auto- matisch ermittelt und/oder angepaßt werden, indem ausgewertet wird, welche der als persönliches TV-Programm wiedergegebenen Sendungen der Nutzer überspringt. Voraussetzung dafür ist, daß beispielsweise der PVR Server aus dem Videotext der Sen¬ destationen oder aus dem Internet oder durch Eingabe durch Bedienpersonal des PVR Servers zu jeder ausgestrahlten Sen¬ dung Metadaten ermitteln kann, die einen Abgleich mit den Nutzerpräferenzen erlauben.
Schließlich kann die Auswahl der Sendungen durch eine Nutzer- gruppe vorgenommen werden, deren Mitglieder beispielsweise voneinander wissen, daß sie ähnliche Interessen bei der Auswahl von TV-Sendungen haben. Ein oder mehrere Nutzer innerhalb der Nutzergruppe können eine Sendung zur Aufzeichnung
vorschlagen, und alle anderen Nutzer sind dann aufgefordert, diesem Vorschlag zuzustimmen oder ihn abzulehnen. Ist beispielsweise die Mehrheit der abgegebenen Stimmen für die Auf¬ zeichnung, wird die Sendung für alle Nutzer aufgezeichnet und später innerhalb deren persönlichen TV-Programm wiedergegeben werden. Wiederum kann vorgesehen werden, zusätzlich persönliche Präferenzen für jeden Nutzer der Nutzergruppe zu verwalten, so daß eine von einem Nutzer abgelehnte Sendung nicht in dessen persönlichen TV-Programm erscheint und/oder eine von einem Nutzer entgegen der mehrheitlichen Ablehnung gewünschte Sendung in seinem persönlichen TV-Programm enthalten ist.
In einer weiteren Ausgestaltung kann mit weiteren Details ermittelt werden, welche Sendungen ein Nutzer für sein persön- liches TV-Programm auswählt und welche er tatsächlich ansieht. Anhand des so ermittelten Konsumverhaltens können dem Nutzer dann gezielt Angebote aus einem Abruf-Videoarchiv VoD (VoD = Video on Demand) gemacht werden; außerdem ist es mög¬ lich, die Preisgestaltung darauf abzustimmen, indem bei- spielsweise Filme, die für einen Nutzer erwartungsgemäß be¬ sonders interessant sind (etwa der dritte Teil einer Trilo- gie) , teurer angeboten werden und Filme, die ihn bislang nicht interessierten (etwa der erste Teil einer anderen Tri- logie) , preiswerter oder kostenlos angeboten werden.
Im folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der vor¬ liegenden Erfindung im Zusammenhang mit einer Zeichnung näher erläutert .
Die einzige Figur zeigt eine Anordnung 100 mit einem Netz- werk-PVR bzw. PVR Server 102 und von diesem versorgten Endgeräten 104A..104N. Der PVR Server 102 empfängt von einem Encoder 120 digital kodierte TV-Kanäle. Der Encoder wiederum emp¬ fängt die TV-Kanäle von einem Receiver 122, welcher über ter- restrische Antenne 124 und/oder Satellitenantenne 126 und/oder TV-Kabel 128 geeignete TV-Signale empfängt. Der En¬ coder 120 und der Receiver 122 können dabei als ein Gerät konstruiert sein. Der Encoder 120 nutzt einen Codec wie etwa
MPEG2 oder MPEG4 oder davon abgeleitete Codecs, um die zunächst in analoger Form vorliegenden TV-Signale in ein effizientes digitales Datenformat zu überführen. Liegt ein TV- Kanal bereits als digitaler Datenstrom vor, beispielsweise als Digital Video Broadcast DVB (terrestrisch als DVB-T, via Kabel als DVB-C oder via Satellit als DVB-S empfangen) , kann der Encoder 120 diesen Datenstrom unmodifiziert an den PVR Server 102 weiterleiten oder vor Weiterleitung modifizieren, beispielsweise durch Anpassen der Bandbreite des Datenstroms an die Bandbreite der Verbindung zu den Endgeräten 104.
Der PVR Server ist mit einem Massenspeicher 108 gekoppelt, beispielsweise mit einem Festplatten-Array bzw. HDD Array. In der Technik sind zahlreiche Methoden bekannt, aus Festplatten redundante Massenspeicher-Arrays aufzubauen, die beim Ausfall einzelner Festplatten dennoch die gespeicherten Daten vollständig ausliefern können. Der Einsatz eines solchen redundanten Arrays, z.B. eines redundanten Arrays aus unabhängigen Festplatten (RAID) , ist im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung von Vorteil, da ein PVR Server 102 und der angeschlossene Massenspeicher 108 sämtliche oder zumindest einen großen Anteil an den Daten der TV-Aufzeichnungen zahlreicher Nutzer speichert.
Die Nutzer-Endgeräte 104 sind mit dem PVR Server 102 bei¬ spielsweise über das TV-Kabelnetz oder über eine DSL-Verbindung verbunden. Moderne Codecs erlauben eine akzeptable Vi¬ deoqualität mit Übertragungsraten ab wenigen hundert kbit/s. Mit den technisch über DSL-Verbindungen möglichen Bandbreiten von mehreren Mbit/s sind zwei oder mehr parallele Videoströme (für verschiedene Wiedergabegeräte im Haushalt des Nutzers) oder ein einzelner Videostrom mit hoher Qualität denkbar.
Die Endgeräte 104 können mit lokalem Speicher 110 ausgestat- tet oder gekoppelt sein, der beispielsweise als herkömmliche Festplatte und/oder als Flash-Speicher und/oder als RAM ausgebildet sein kann. Natürlich sind auch Sonderformen wie im Flash-Speicherkartenformat vorliegende Kleinstfestplatten
denkbar. Flash-Speicher hat dabei den Vorteil, daß eine Spei¬ cherung der Daten unabhängig vom Anliegen einer Versorgungsspannung möglich ist und gleichzeitig besonders leise Endge¬ räte 104 ermöglicht werden, da Flash-Speicher keine rotieren- den oder andere mechanische Teile aufweist.
Der Speicher 110 kann dabei fest mit dem Endgerät 104 gekop¬ pelt oder auswechselbar gestaltet sein. An den Speicher 110 der Endgeräte 104 bestehen geringere Anforderungen als an den Massenspeicher 108 hinsichtlich Redundanz und Ausfallsicherheit .
Bei dem Endgerät bzw. CPE 104 kann es sich um eine Set-Top- Box handeln, die an ein Bildwiedergabegerät 116 angeschlossen wird. Alternativ kann das Endgerät 104 in das Bildwiedergabe¬ gerät 116 integriert sein. Das Bildwiedergabegerät 116 kann ein herkömmlicher Fernseher sein. Alternativ kann es sich um einen Monitor handeln, der selbst keinen TV-Tuner aufweist. Das Endgerät 104 weist eine Benutzerschnittstelle 106 auf, die dem Nutzer beispielsweise dazu dient, sein Archiv aufge¬ zeichneter TV-Sendungen zu verwalten. Diese Benutzerschnittstelle kann, wie auf dem Gebiet der Set-Top-Boxen üblich, so realisiert sein, daß der Nutzer Eingaben über eine Fernbedie¬ nung macht und Ausgaben über das Bildwiedergabegerät 116 an- gezeigt bekommt.
Gemäß eines Ausführungsbeispiels der vorliegenden Erfindung dient die Benutzerschnittstelle 106 dazu, einen EPG anzuzei¬ gen und dem Nutzer die Navigation darin zu ermöglichen. Wie weiter oben bereits dargelegt, kann die EPG-gestützte Auswahl von Sendungen neben einzelnen Sendungen beispielsweise auch alle Folgen einer Serie, alle Nachrichtensendungen eines bestimmten Kanals oder auch die wöchentlich oder täglich am gleichen Sendeplatz ausgestrahlte Sendung umfassen.
Alternativ oder zusätzlich ist es möglich, mittels der Nutzerschnittstelle 106 Präferenzen vorzugeben, etwa die Haupt¬ nachrichten aller regionalen Sender; alle Filme/Serien mit
einem bestimmten Schauspieler/Regisseur; und/oder alle Reportagen, Dokumentationen und/oder Filme zu einem bestimmten Thema. Die Präferenzen können zumindest teilweise automatisch ermittelt und/oder angepaßt werden, indem ausgewertet wird, welche der als persönliches TV-Programm wiedergegebenen Sendungen der Nutzer überspringt oder welche Sendungen/welchen Sendungstyp er zusätzlich stets wieder programmiert. Voraus¬ setzung für das Auswählen von Sendungen anhand der Nutzerpräferenzen zur Aufzeichnung durch den PVR Server 102 ist, daß beispielsweise der PVR Server aus dem Videotext der Sendesta¬ tionen oder aus dem Internet oder durch Eingabe durch Bedienpersonal des PVR Servers zu jeder ausgestrahlten Sendung Metadaten ermitteln kann, die einen Abgleich mit den Nutzerpräferenzen erlauben.
Eine weitere Alternative besteht darin, daß der Betreiber des PVR Servers den Nutzern die Möglichkeit bietet, Nutzergruppen 140 einzurichten und zu verwalten (oder dies durch den Betreiber des PVR Servers vorgenommen wird) . Hierzu kann eine Datenbank 132 vorgesehen werden, in welcher die Nutzergruppen und die zu den jeweiligen Nutzergruppen gehörenden Endgeräte vermerkt sind. Die Einrichtung und Verwaltung der Nutzergrup¬ pen erfolgt vorzugsweise mittels der Nutzerschnittstelle 106, beispielsweise indem ein Nutzer weitere Nutzer "einlädt" und diese die Einladung bestätigen. Soll ein Nutzer aus der Nutzergruppe 140 entfernt werden, kann dies beispielsweise mit¬ tels Mehrheitsbeschluß der anderen Nutzer erfolgen - ebenfalls gestützt durch die Nutzerschnittstelle 106.
Die Mitglieder einer solchen Nutzergruppe 140, die beispiels¬ weise voneinander wissen, daß sie ähnliche Interessen bei der Auswahl von TV-Sendungen haben, wählen Sendungen aus, indem ein oder mehrere Nutzer innerhalb der Nutzergruppe eine Sen¬ dung zur Aufzeichnung vorschlagen, und alle anderen Nutzer dann aufgefordert sind, diesem Vorschlag zuzustimmen oder ihn abzulehnen. Ist beispielsweise die Mehrheit der abgegebenen Stimmen für die Aufzeichnung, wird die Sendung für alle Nut-
zer aufgezeichnet und später innerhalb deren persönlichen TV- Programm wiedergegeben werden.
Vorteilhaft kann sich ein Nutzer, der einer Nutzergruppe an- gehört, die seine eigenen Interessen gut abbildet, für die Auswahl "seines" persönlichen Programms ausschließlich auf die Auswahl der anderen Nutzer stützen. Bei hinreichend großen Gruppen muß der Nutzer hierfür nicht aktiv bei der Auswahl mitwirken; je nach Nutzergruppe kann seine Inaktivität bei der Abstimmung als Enthaltung oder Zustimmung gewertet werden .
Es kann vorgesehen werden, zusätzlich persönliche Präferenzen für jeden Nutzer der Nutzergruppe 140 zu verwalten, so daß eine von einem Nutzer abgelehnte oder bei der Wiedergabe stets übersprungene Sendung nicht in dessen persönlichen TV- Programm erscheint und/oder eine von einem Nutzer entgegen der mehrheitlichen Ablehnung gewünschte Sendung in seinem persönlichen TV-Programm enthalten ist.
Die Eingaben eines Nutzers oder der Nutzer einer Nutzergruppe werden an den PVR Server 102 gesendet, der aus den empfangenen Daten (Einzelsendung, Sendungsgruppen, Nutzerpräferenzen, Abstimmungen der Nutzer einer Nutzergruppe 140) Datensätze erzeugt, welche alle aufzuzeichnenden TV-Sendungen kennzeichnen. Mittels eines Schedulers werden die entsprechenden TV- Sendungen zur Aufnahme vorgesehen. Eine erste Datenbank 130, beispielsweise eine Nutzerdatenbank, verwaltet so die von ei¬ nem Nutzer zur Aufnahme vorgesehenen Sendungen und prüft Be- rechtigungen des Nutzers, etwa ob der Nutzer den entsprechenden TV-Kanal abonniert hat .
Wird eine TV-Sendung ausgestrahlt, prüft der PVR Server 102 in Zusammenwirken mit der Datenbank 130, ob ein (es genügt ein einziger) Nutzer diese Sendung zur Aufnahme vorgesehen hat. Ist dies der Fall, wird die Aufnahme vorgenommen. Dabei können die bei der Aufzeichnung anfallenden Daten vollständig im Speicher 108 des PVR Servers abgelegt werden oder in einen
lokalen und einen zentralen Teil aufgeteilt und entsprechend im Speicher 110 des Endgeräts 104 oder im Massenspeicher 108 abgelegt werden. Falls an mehreren Endgeräten 104 die Sendung zur Aufnahme programmiert wurde, kann entweder eine gemeinsa- me Kopie vorgesehen werden, die vollständig bzw. deren zent¬ raler Anteil im Speicher 108 des PVR Servers 102 abgelegt wird, oder für jedes Endgerät wird eine gesonderte Kopie er¬ stellt. In der ersten Datenbank 130 wird anschließend für je¬ des Endgerät, welches die Sendung zur Aufzeichnung vorgesehen hatte, eine Adressierungsinformation auf die gemeinsame oder die separate Kopie hinterlegt, etwa ein Dateiname oder sons¬ tige Indexinformationen. Ein solcher nutzerbezogener Eintrag kann in Form von Metadaten weitere Informationen zur Sendung enthalten, etwa ein Verfallsdatum oder die Positionen etwai- ger Werbeblöcke, um das Überspringen derselben zu ermögli¬ chen .
Falls eine Aufteilung in zentrale und lokale Aufzeichnungsda¬ ten erfolgt, werden die lokalen Daten entsprechend an alle Endgeräte 104 gesendet, an welchen die Sendung in das persönliche TV-Programm aufgenommen werden soll. Das Aufteilen der Daten kann dabei so erfolgen, daß zumindest der zentrale Da¬ tenstrom für sich genommen kein dekodierbares Videosignal (Bild und Ton) mehr liefert. Erst wenn beide Datenmengen (aus dem Speicher 110 eines Endgeräts 104 und dem Massenspeicher 108) kombiniert werden, kann die Sendung vollständig wieder¬ gegeben werden.
Eine Wiedergabe erfolgt, indem ein Nutzer mittels Nutzer- schnittsteile 106 am Endgerät 104 sein persönliches TV-Prog¬ ramm abruft, welches von der Datenbank 130 an das Endgerät 104 zur Darstellung auf dem Bildschirm 116 gesendet wird. Dabei können TV-Sendungen in auch Echtzeit angesehen werden, d.h. der PVR Server 102 reicht die vom Encoder 120 empfange- nen Video-Daten unmittelbar an das oder die Nutzerendgeräte 104 weiter, deren persönliches TV-Programm die entsprechende Sendung umfaßt . Dabei kann eine parallele Speicherung der Vi-
deo-Daten vorgesehen werden, um den Nutzern das "Pausieren" der Sendung zu ermöglichen.
Falls eine Aufteilung in zentrale und lokale Aufzeichnungsda- ten vorliegt, können die im Speicher 110 des auswählenden
Endgeräts 104 und die im Massenspeicher 108 abgelegten Teile der Aufzeichnung im PVR Server 102 kombiniert werden. Hierzu werden zunächst die im Endgerät gespeicherten Daten an den PVR Server übertragen und dort kombiniert. Anschließend wer- den die komplettierten Videodaten zur Wiedergabe als Echt- zeitdatenstrom an das Endgerät 104 gesendet.
Alternativ können die im Speicher 110 des auswählenden Endgeräts 104 und die im Massenspeicher 108 abgelegten Teile der Aufzeichnung in Echtzeit im Endgerät 104 kombiniert werden. Auf entsprechende Nutzereingabe hin werden die unvollständi¬ gen Videodaten mittels des PVR Servers 102 aus dem Massenspeicher 108 als Nahe-Echtzeitdatenstrom an das Endgerät 104 gesendet, dort um die im Endgerät 104 gespeicherten Daten er- gänzt und wiedergegeben. Nahe-Echtzeitdatenstrom bedeutet dabei, daß je nach Art der gewählten Aufteilung der Daten zwischen lokalem Speicher 110 und Massenspeicher 108 sich auch größere Datenmengen im lokalen Speicher befinden können, etwa Intro-Sequenzen, die zunächst abgespielt werden, bevor die bis dahin gegebenenfalls gepufferten Daten aus dem Massenspeicher 108 zur Wiedergabe aufbereitet werden.
In einer weiteren Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung kann mit weiteren Details ermittelt werden, welche Sendungen ein Nutzer für sein persönliches TV-Programm auswählt, welche er tatsächlich ansieht und wie er anderweitig "seinen" netzbasierten PVR nutzt. Anhand des so ermittelten Konsumverhal¬ tens können dem Nutzer dann gezielt Video on Demand Angebote gemacht werden, die von einem VoD Server 150 geliefert werden können; außerdem ist es möglich, die Preisgestaltung auf das ermittelte Konsumverhalten abzustimmen, indem beispielsweise Filme, die für einen Nutzer erwartungsgemäß besonders inte¬ ressant sind, teurer angeboten werden und Filme, die ihn bis-
lang nicht interessierten, preiswerter oder kostenlos angeboten werden.
Zur Ermittlung des Konsumverhaltens können beispielsweise au- tomatisiert ausgewertet werden:
- Genre von Filmen, Sachgebiete von Reportagen und Dokumentationen, die im persönlichen Programm oder dem Archiv eines Nutzers enthalten sind,
- die vom Nutzer fallweise eingegebenen Präferenzen, - Umschalte-, Vor- und Rückspulvorgänge des Nutzers beim Betrachten der aufgezeichneten Inhalte, und/oder
- bislang konsumierte Video on Demand Angebote.
Abhängig von geltenden Datenschutzbestimmungen kann vorgese- hen werden, daß der Nutzer zunächst in die entsprechende au¬ tomatisierte Erfassung und Verwendung personenbezogener Daten einwilligt .
Es ist offensichtlich und wurde für einzelne Kombinationen auch bereits detailliert dargestellt, wie sich die beschrie¬ benen Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung kombinieren lassen.
Es sei darauf hingewiesen, daß die Einbindung des VoD Servers 150 in die Anordnung 100 auf verschiedene Weise erfolgen kann. Beispielsweise kann, wie in der Figur dargestellt, der PVR Server 102 die Videodaten vom VoD Server 102 entgegennehmen und unverändert an das anfordernde Endgerät 104 weiter¬ reichen. Alternativ kann der PVR Server 102 eine Anpassung der Datenrate an die Datenrate der Verbindung zum anfordernden Endgerät 104 vornehmen. Es ist ferner möglich, den VoD Server so mit den Endgeräten 104 zu koppeln, daß die Daten nicht den PVR Server durchlaufen müssen - nicht dargestellt.
Wird der VoD Server 150 von einem anderen Betreiber betrieben als der PVR Server 102, kann aus Datenschutzgründen vorgesehen werden, daß das Konsumverhalten von Nutzern, die einer entsprechenden Verwendung ihrer Daten nur gegenüber dem
Betreiber des PVR Servers 102 zugestimmt haben, nur dem Betreiber des PVR Servers 102 zugänglich gemacht wird. In diesem Fall kann der VoD Server 150 eine Liste aller zum Abruf zur Verfügung stehenden Inhalte nebst inhaltsbeschreiben- der Metadaten an den PVR Server 102 liefern, welcher dann die für einen Nutzer anhand seines Konsumverhaltens infrage kom¬ menden Inhalte dem Nutzer präsentiert und ansprechend auf die Nutzerauswahl anschließend die Inhalte beim VoD Server 150 für den betreffenden Nutzer anfordert.
Gilt die Einverständniserklärung des Nutzers hingegen auch für den Betreiber des VoD Servers 150 (oder sind die Betrei¬ ber des PVR Servers 102 und des VoD Servers 150 identisch) , kann auch vom PVR Server 102 oder der Datenbank 130 ein Nut- zerprofil an den VoD Server 150 gesendet werden, welcher daraufhin unter Umgehung des PVR Server 102 Inhalte für ein Angebot auswählt und ansprechend auf eine Nutzeranforderung an¬ geforderte Inhalte an den Nutzer überträgt.