Werkzeug zur elektro-chemischen Bearbeitung einer Kraftstoff-EinspritzVorrichtung
Stand der Technik
Die Erfindung betrifft ein Werkzeug zur elektro-chemischen Bearbeitung einer Kraftstoff-Einspritzvorrichtung, entsprechend dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Kraftstoff-Einspritzvorrichtungen sind Komponenten von Kraftstoff-Einspritzsystemen. Mit diesen Systemen kann
Kraftstoff aus einem Vorratsbehälter den Brennräumen einer Brennkraftmaschine zugeführt werden. Hierbei können Pumpen, insbesondere Hochdruckpumpen, zum Einsatz kommen, die den Kraftstoff mit Druck beaufschlagen und den Kraftstoff- Einspritzvorrichtungen zuführen. Letztere weisen üblicherweise ein Gehäuse auf, in dem mehrere Räume zur Leitung und/oder Aufnahme von Kraftstoff vorgesehen sind. Zwischen diesen Räumen können scharfkantige
Übergangsbereiche ausgebildet sein, insbesondere dann, wenn die einzelnen Räume spanend hergestellt sind. In den Bereichen der scharfkantigen Übergänge können Grate ausgebildet sein, die vor Inbetriebnahme der Kraftstoff- Einspritzvorrichtung entfernt werden müssen.
Neben mechanischen Verfahren besteht die Möglichkeit, diese
Grate im Wege der elektro-chemischen Bearbeitung zu entfernen. Ein solches Verfahren sieht vor, dass eine als Kathode geschaltete Elektrode einem zu entgratenden Bearbeitungsbereich einer Kraftstoff-Einspritzvorrichtung zugeführt wird, wobei letztere als Anode geschaltet wird. Dem Bearbeitungsbereich kann eine Elektrolytflüssigkeit zugeführt werden, wodurch an der als Kathode geschalteten Elektrode und an dem als Anode geschalteten Werkstück elektro-chemische Reaktionen ablaufen. An der Anode werden positiv geladene Kationen abgetragen, die zusammen mit Hydroxidionen zu einem Metallhydroxid reagieren und als Schlamm ausfallen. An der Kathode finden verschiedene chemische Reduktionsreaktionen statt.
Das beschriebene Verfahren eignet sich gut, um eine genau definierte Materialmenge von dem Gehäuse einer Kraftstoff- Einspritzvorrichtung abtragen zu können. Es kann jedoch, insbesondere in Hinterschnittbereichen des Gehäuses, schwierig sein, die Elektrode in der Kraftstoff- Einspritzvorrichtung so zu positionieren, dass ein optimaler Arbeitsspalt zwischen Elektrode und Arbeitsbereich gebildet ist.
Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Werkzeug zur elektro-chemischen Bearbeitung einer Kraftstoff-Einspritzvorrichtung dahingehend weiterzuentwickeln, dass eine Entgratung auch in Hinterschnittbereichen der Kraftstoff- Einspritzvorrichtung mit guten Materialabtragsraten ermöglicht ist.
Diese Aufgabe wird durch ein Werkzeug mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen angegeben. Vorteile der Erfindung
Dadurch dass das Elektrodenelement relativ zum Elektrodenhalter beweglich angeordnet ist, kann das Elektrodenelement unabhängig vom Elektrodenhalter bewegt werden. Somit kann der Elektrodenhalter in die Kraftstoff- Einspritzvorrichtung eingeführt und das Elektrodenelement unabhängig vom Elektrodenhalter beispielsweise mit Hilfe eines Betätigungselements in ihrer Lage relativ zum Bearbeitungsbereich eingestellt werden. Über das Betätigungselement kann also insbesondere die Breite des Arbeitsspalts zwischen Elektrodenelement und dem Bearbeitungsbereich eingestellt werden. Somit können auch sehr schwierig zugängliche Bearbeitungsbereiche mit hohen Materialabtragsraten bearbeitet werden. Durch den guten Materialabtrag wird auch erreicht, dass Vor- und Nacharbeitsschritte, die gegebenenfalls manuell durchgeführt werden müssen, entfallen können. Dies trägt dazu bei, dass die Kraftstoff-Einspritzvorrichtung in hohen Stückzahlen und hoher Qualität herstellbar ist.
Zeichnungen
Nachfolgend werden besonders bevorzugte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung unter Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung näher erläutert. In der Zeichnung zeigen:
Figur 1 eine geschnittene Darstellung eines Werkzeugs gemäß einer ersten Ausführungsform, wobei ein Elektrodenelement eine erste Lage einnimmt;
Figur 2 eine der Figur 1 entsprechende Darstellung, wobei das Elektrodenelement eine zweite Lage einnimmt;
Figur 3 eine geschnittene Darstellung eines Werkzeugs gemäß einer zweiten Ausführungsform der Erfindung, wobei ein Elektrodenelement eine erste Lage einnimmt; und
Figur 4 eine der Figur 3 entsprechende Darstellung, wobei das Elektrodenelement eine zweite Lage einnimmt.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
In Figur 1 trägt das Gehäuse einer Kraftstoff- Einspritzvorrichtung das Bezugszeichen 10 und ein Werkzeug zur Bearbeitung der Einspritzvorrichtung das Bezugszeichen 12.
In der Einspritzvorrichtung 10 ist eine Bohrung 14 vorgesehen, die in den in den Figuren 1 und 2 gewählten Schnittebenen in unterschiedlichen Abschnitten dargestellt ist. Die Bohrung 14 mündet in einen im Wesentlichen rotationssymmetrischen Raum 16, in dem das Werkzeug 12 teilweise aufgenommen ist. Die Räume 14 und 16 grenzen aneinander an und bilden dort einen Bearbeitungsbereich 18, von dem Gratmaterial mit Hilfe des Werkzeugs 12 abgetragen werden soll.
Der Bearbeitungsbereich 18 ist benachbart zu einem Vorsprung 20 vorgesehen, der sich in den Raum 16 hineinerstreckt, so dass aus Sicht des Werkzeugs 12 der Bearbeitungsbereich 18 in einem Hinterschnittbereich liegt und daher schwer zugänglich ist.
Das Werkzeug 12 weist einen vollständig im Raum 16 der Einspritzvorrichtung 10 aufgenommenen Elektrodenhalter 22 aus elektrisch isolierendem Material auf, ferner ein Elektrodenelement 24, das schwenkbar an dem
Elektrodenhalter 22 gelagert ist und ein Betätigungselement 26, das länglich ausgebildet ist und aus dem Raum 16 der Einspritzvorrichtung 10 herausragt.
Das Betätigungselement 26 ist im Wesentlichen zylindrisch ausgebildet und in einem Aufnahmeelement 28 verschieblich gelagert. Mit Hilfe einer Stiftschraube 30, die im Aufnahmeelement 28 gelagert ist und sich radial zum Betätigungselement 26 erstreckt, kann dieses in einer definierten Lage innerhalb des Aufnahmeelements 28 fixiert werden.
Das Aufnahmeelement 28 weist einen nach radial außen weisenden Vorsprung 32 auf, der an einen Kragen 34 grenzt, der an einem Führungselement 36 ausgebildet ist. In dem
Führungselement 36 ist das Betätigungselement 26 geführt. Der Vorsprung 32 des Aufnahmeelements 28 und der Kragen 34 des Führungselements 36 sind in einem Innenraum 38 eines Spannelements 40 aufgenommen. Das Spannelement 40 begrenzt den Innenraum 38 mit einem Innengewinde 42. Über einen den Kragen 34 des Führungselements 36 hintergreifenden Kopf 44 kann das Spannelement 40 und somit das Aufnahmeelement 28 sowie das Führungselement 36 an einer nicht dargestellten Maschine festgespannt werden, so dass das Werkzeug 12 mit elektrischer Energie und mit Elektrolytflüssigkeit versorgt werden kann. Der Innenraum 38 des Spannelements 40 ist dabei gegenüber der nicht dargestellten Maschine mit Hilfe einer Dichtung 46 abgedichtet. Das Aufnahmeelement 28 weist an seinem der Einspritzvorrichtung 10 abgewandten Ende einen Stift 48 auf, mit dem die radiale Lage des Werkzeugs 12 relativ zur Maschine definiert ist.
Das Aufnahmeelement 28 weist ferner an seinem der Einspritzvorrichtung abgewandten Ende einen Führungsstift 50 auf, der in eine Nut 51 des Betätigungselements 26
greift, so dass die Drehlage des Betätigungselements 26 relativ zu dem Aufnahmeelement 28 definiert ist.
Das Betätigungselement 26 weist in seinem Inneren eine Leitung 52 auf, die an dem der Einspritzvorrichtung 10 zugewandten Ende an einer Bohrung 54 mündet. Die Bohrung 54 führt zu einem Fluidraum 56, der von einer Hülse 58 begrenzt ist, die einstückig mit dem Führungselement 36 ausgebildet ist.
In die Hülse 58 taucht der Elektrodenhalter 22 mit einem Wandabschnitt 60 ein und begrenzt mit diesem Wandabschnitt 60 einen Elektrodenraum 62.
Der Elektrodenhalter 22 weist einen Bolzen 64 auf, an dem das Elektrodenelement 24 schwenkbar gelagert ist. Das Elektrodenelement 24 weist ferner eine Kulisse 66 auf, in der ein Kulissenstift 68 aufgenommen ist, der Teil des Betätigungselements 26 ist.
Zwischen Betätigungselement 26 und Elektrodenelement 24 ist eine Kontaktfeder 70 angeordnet. Diese ist mit einem Ende fest im Material des Betätigungselements 26 verankert und drückt mit ihrem anderen Ende gegen das Elektrodenelement 24, so dass über die Kontaktfeder 70 eine elektrische Verbindung zwischen Betätigungselement und Elektrodenelement 24 hergestellt ist.
Benachbart zum Elektrodenhalter 22 ist eine Druckfeder 72 vorgesehen, die sich mit einem Ende an der Stirnfläche des Wandabschnitts 60 des Elektrodenhalters 22 abstützt. Die Druckfeder 72 stützt sich an ihrem anderen Ende an einer Schulter 74 ab, die im Führungselement 36 ausgebildet ist.
In Figur 1 ist das Elektrodenelement 24 in seinem eingefahrenen Zustand dargestellt. Um das Elektrodenelement 24 in die in Figur 2 dargestellte ausgefahrene Lage zu bringen, werden das Aufnahmeelement 28 und das Spannelement 40 über einen nicht dargestellten Antrieb in Richtung auf die Einspritzvorrichtung 10 bewegt. Durch die Verbindung zwischen Aufnahmeelement 28 und Betätigungselement 26 wird das Betätigungselement 26 entgegen der Wirkung der Druckfeder 72 in den Elektrodenraum 62 hineinbewegt. Dabei gleitet der Kulissenstift 68 innerhalb der Kulisse des
Elektrodenelements 24, so dass das Elektrodenelement 24 in mit 76 bezeichneter Schwenkrichtung in Richtung auf den Bearbeitungsbereich 18 verschwenkt wird. Somit kann ein Arbeitsspalt 78 zwischen dem Elektrodenelement 24 und dem Bearbeitungsbereich 18 optimal eingestellt werden.
Die Kontaktfeder 70 ist in der in Figur 2 dargestellten Lage des Elektrodenelements 24 gegenüber der in Figur 1 dargestellten Lage des Elektrodenelements 24 komprimiert. Sie kann somit in jeder Lage des Elektrodenelements 24 die elektrische Kontaktierung zwischen Betätigungselement 26 und Elektrodenelement 24 sicherstellen.
Die in Figuren 3 und 4 dargestellte Ausführungsform der Erfindung unterscheidet sich hinsichtlich der in den
Figuren 1 und 2 dargestellten Ausführungsform durch die Ausgestaltung der elektrischen Kontaktierung des Elektrodenelements. Mit Bezug auf Figur 3 ist eine Einspritzvorrichtung 110 vorgesehen, in die ein Werkzeug 112 abschnittsweise eintaucht. Das Werkzeug 112 entspricht in seinem wesentlichen Aufbau dem des Werkzeugs 12 gemäß Figuren 1 und 2. Auch das Werkzeug 112 weist einen Elektrodenhalter 122, ein Elektrodenelement 124 sowie ein Betätigungselement 126 auf. Das Betätigungselement 126 ist in einem Aufnahmeelement 128 aufgenommen, in einem
Führungselement 136 geführt und kann mit Hilfe eines Spannelements 140 an einer nicht dargestellten Maschine befestigt werden. Das Betätigungselement 126 weist an seinem dem Elektrodenelement 124 zugewandten Ende ein verschieblich gelagertes Bolzenelement 180 auf, das in Anlagekontakt mit dem Elektrodenelement 124 steht. Das Bolzenelement 180 weist an seinem dem Elektrodenelement 124 abgewandeten Ende einen Bolzenkopf 182 auf, der von einer Feder 184 mit Druck beaufschlagt wird, um das Bolzenelement 180 zur elektrischen Kontaktierung auf das Elektrodenelement 124 zu drücken.
In Figur 3 ist das Werkzeug 112 im eingefahrenen Zustand des Elektrodenelements 124 dargestellt. Indem das Werkzeug 112 in die Einspritzvorrichtung 110 hineinbewegt wird, wird eine Feder 172 zusammengedrückt. Das Betätigungselement 126 mit seinem Kulissenstift 168 wird in die Einspritzvorrichtung hineinbewegt, so dass das Elektrodenelement in seine ausgefahrene Lage gelangt (siehe Figur 4) . In der in Figur 4 dargestellten Lage des
Elektrodenelements 124 ist das Bolzenelement 180 gegenüber der in Figur 3 dargestellten Lage um ein Stück verschoben, wodurch die Feder 184 zusammengedrückt wird. Die Feder 184 bewirkt, dass in jeder Lage des Elektrodenelements 124 dessen elektrische Kontaktierung sichergestellt ist.