Titrationssystem
Die Erfindung betrifft ein modulares Titrationssystem.
Automatisierte Titratoren oder Titrationssysteme werden vor allem in chemischen Laboratorien zur einfachen und effizienten titri metrischen Analyse von meist flüssigen Proben eingesetzt.
Die bekannten Titrationssysteme weisen im Allgemeinen eine oder mehrere mit einer Steuer- und/oder Regeleinheit verbundene Dosiereinheiten auf. Jede Dosiereinheit weist im Allgemeinen eine darin angeordnete Bürette auf und ist an eine Vorratsflasche angeschlossen, welche ein Titrationsmittel wie beispielsweise eine Base oder eine Säure in einer bekannten Konzentration enthält. Eine zu untersuchenden Probe befindet sich in einem geeigneten Probengefäss und wird schrittweise mit vorgegebenen Mengen eines Titrationsmittels versetzt. Zur Überwachung von Änderungen, welche durch die Zugabe von Titrationsmittel auftreten, sind ein oder auch mehrere Sensoren in Kontakt mit der Probe. Es können beispielsweise Temperaturfühler, pH-Sensoren, Leitfähigkeitssensoren, Sensoren für die Karl-Fischer-Titration oder andere bekannte Sensoren eingesetzt werden.
Die bekannten Titrationssysteme sind im Allgemeinen für den Einbau einer vorbestimmten Anzahl von Dosiereinheiten in ein Grundgerät, welches nur begrenzt erweiterbar ist, ausgelegt. In der DE 39 13 632 A1 wird beispielsweise ein Titrationssystem offenbart, bei dem mehrere Dosiereinheiten auf einem Grundgerät angeordnet werden können.
Die EP 1 103 793 A1 offenbart eine Dosiereinrichtung mit einer Dosiereinheit, welche mit einem Vorratsgefäss verbunden ist. Das Vorratsgefäss weist ein elektronisches Etikett in Form einer eines Schreib-/Lesespeichers auf, welcher Angaben zum Inhalt und zum Restvolumen des Vorratsgefässes enthält, wobei diese Angaben bei jedem Wechsel des Vorratsgefässes erneut eingegeben bzw. zurückgesetzt werden müssen.
Die EP 0994350 A1 offenbart eine Mess- oder Dosiervorrichtung mit einem Sensor und einem Vorratsgefäss mit einer Kalibrierlösung, wobei der Sensor und das Gefäss Kalibrierdaten mit einem Grundgerät austauschen können.
Ein Titrationssystem sollte vor allem besonders leicht, einfach und trotzdem sicher zu bedienen sein und gleichzeitig eine einfache Umsetzung der gesetzlich geforderten Normen ermöglichen. Für einen Benutzer ist es daher vorteilhaft, wenn ein Titrationssystem jederzeit schnell und einfach verändert und individuell an seine Bedürfnisse angepasst werden kann. Ein besonders benutzerfreundliches Titrationssystem stellt das Titrationssystem nach Anspruch 1 sowie das Verfahren zu dessen Betrieb nach Anspruch 13 dar.
Ein Titrationssystem weist ein Grundmodul, eine Steuer- und/oder Regeleinheit, welche einen Prozessor mit einem Betriebsprogramm aufweist, eine austauschbaren ersten Dosiereinheit und mindestens eine elektronisch mit der Steuer- und/oder Regeleinheit lösbar verbundene Komponente auf. Eine derartige Komponente kann insbesondere eine weitere Dosiereinheit, ein Sensor, eine Steckkarte und/oder ein Titrationsmodul sein. Sowohl die erste Dosiereinheit als auch die Komponente weisen je ein Erkennungsmittel mit einer eindeutigen Identifikation auf, welche an die Steuer- und/oder Regeleinheit übertragbar ist. Das Titrationssystem ist derart ausgestaltet, dass im betriebsbereiten Zustand des Titrationssystems und insbesondere während einer Analyse das Hinzufügen und/oder das Entfernen der ersten Dosiereinheit und/oder der Komponente automatisch registrierbar ist und eine im Betriebsprogramm hinterlegte Konfiguration des Titrationssystems automatisch aktualisierbar ist.
Ein solches Titrationssystem ist sehr benutzerfreundlich, da der Benutzer das System nicht nur im ausgeschalteten Zustand, sondern sowohl im betriebsbereiten Zustand und sogar während der Durchführung einer Analyse durch das Hinzufügen und/oder Entfernen einer Dosiereinheit und/oder einer Komponente zum Beispiel für eine folgende Analyse umrüsten kann. Das Hinzufügen und/oder das Entfernen einer Dosiereinheit und/oder einer Komponente ist von der Steuer- und/oder Regeleinheit registrierbar und kann eine Aktualisierung der im Betriebsprogramm hinterlegten Konfiguration des Titrationssystems auslösen, ohne dass eine laufende Analyse beeinträchtigt wird oder gestoppt werden muss. Aufgrund der mittels der
Erkennungsmittel übertragenen Informationen kann nicht nur das Entfernen und/oder das Hinzufügen einer Komponenten und/oder einer Dosiereinheit registriert werden, sondern auch die Anordnung der verschiedenen Teile des Titrationssystems untereinander. Das Erkennungsmittel dient somit dazu die dieses tragende Komponente und/oder Dosiereinheit eindeutig zu identifizieren und auch zu lokalisieren, also deren Position im Titrationssystem zu ermitteln.
Jedes der Erkennungsmittel weist eine eindeutige, unveränderbare Identifikation auf, beispielsweise in Form einer Seriennummer, an Hand derer die Dosiereinheit und/oder die Komponente eindeutig identifiziert werden kann.
Das Titrationssystem ist vorzugsweise modular ausgestaltet, wodurch es dem
Anwender ermöglicht wird, sich ein individuelles, an seine persönlichen Bedürfnisse angepasstes Titrationssystem zusammenzustellen und bei Bedarf das System entsprechend zu erweitern, indem er das Titrationssystem um eine individuelle Anzahl von Komponenten und/oder Dosiereinheiten ergänzt. Die Komponenten sowie auch die Dosiereinheiten sind so ausgestaltet, dass sie im laufenden Betrieb an die Steuer- und/oder Regeleinheit anschliessbar und/oder von dieser entfernbar sind. Die Komponenten und/oder die Dosiereinheiten können nach dem Anschliessen und/oder Entfernen automatisch von der Steuer- und/oder Regeleinheit erkannt und initialisiert werden.
Die Steuer- und/oder Regeleinheit weist mindestens einen Prozessor, ein Mainboard, eine Schnittstelle, einen Speicher und ein Bussystem, vorzugsweise ein CAN- Bussystem (CAN; Controller area network), auf.
Eine Komponente kann beispielsweise ein Rührer, ein Probenwechsler, ein Vorratsgefäss, eine externe Auswerteeinheit und/oder ein Analyse- oder Peripheriegerät, wie eine Waage oder ein Drucker, sein, wobei das Titrationssystem so ausgelegt ist, dass es ein oder mehrere gleichartige und/oder verschiedenartige Komponenten und/oder Dosiereinheiten aufweisen sowie ansteuern kann. Der Begriff Peripheriegerät steht hier für ein beliebiges an das Titrationssystem anschliessbares Gerät.
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Die Erkennungsmittel der Dosiereinheit und/oder der Komponente weisen einen nichtflüchtigen Schreib-/Lesespeicher auf, in welchen systemspezifische und/oder anwenderspezifische Daten einschreibbar sind. Das Einschreiben der Daten kann entweder werksseitig und/oder durch den Benutzer geschehen. Vorzugsweise weist der Speicher zumindest einen geschützten, beispielsweise einen Passwortgeschützten und/oder schreibgeschützten Bereich auf, welcher durch den Benutzer nicht verändert werden kann. Die systemspezifischen Daten können beispielsweise neben einer eindeutigen Seriennummer zusätzlich Informationen über die Parameter der Dosiereinheit und/oder der Komponente, wie das Volumen, ein Ablaufdatum, die zugehörige Messtoleranz einer Dosiereinheit bzw. der darin angeordneten Bürette und/oder Informationen zur Zertifizierung der Dosiereinheit und/oder der Komponente umfassen. Die anwenderspezifischen Daten können unter anderem Information zum verwendeten Titrationsmittel, wie dessen chemische Zusammensetzung, Chargennummer, Titerkonzentration und/oder den Zeitpunkt der letzten Titerüberprüfung, sowie auch andere für den Anwender relevante Informationen und Daten umfassen. Sowohl die System- als auch die anwenderspezifischen Daten können zwischen dem Erkennungsmittel und der Steuer- und/oder Regeleinheit ausgetauscht und gegebenenfalls angepasst werden.
Vorzugsweise sind die erste Dosiereinheit und/oder die Komponente sowohl elektronisch als auch mechanisch mit dem Titrationssystem verbunden, wobei die elektronische Verbindung derart angelegt ist, dass die Dosiereinheit und/oder die Komponente mit der Steuer- und/oder Regeleinheit kommunizieren können. Es kann sich dabei sowohl um einen monodirektionale als auch um eine bidirektionale Kommunikation handeln, wobei in der Regel eine bidirektionale Kommunikation möglich ist.
In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst das Erkennungsmittel ein erstes mit der ersten Dosiereinheit oder der Komponente verbundenes Erkennungselement auf, welches zur drahtlosen Übertragung der eindeutigen Identifikation an ein zweites mit dem Titrationssystem verbundenen Erkennungselement ausgestaltet ist. Eine drahtlose Kommunikation zwischen dem Titrationssystem und der Dosiereinheit und/oder der Komponente kann beispielsweise mit der RFID Technik (RFID, radio frequency identification) realisiert werden, indem ein Erkennungselement als RFID
Transponder und das andere als RFID Empfänger ausgestaltet ist. RFID-Transponder, welche auch als RFID-Tags bezeichnet werden, zeichnen sich häufig bereits herstellerseitig durch eine eindeutige Identifikation in Form einer Seriennummer sowie einen im Allgemeinen nicht-flüchtigen Schreib-/Lesespeicher aus. Es sind aktive und passive RFID-Transponder bekannt, wobei vorzugsweise passive Transponder, welche keine separate Stromversorgung benötigen, in Kombination mit einer aktiven Sender- und/oder Empfängereinheit eingesetzt werden.
In einem bevorzugten Ausfühgrungsbeispiel ist das Erkennungsmittel ein aktives Erkennungsmittel welches neben einem Schreib-/Lesespeicher und der eindeutigen Identifikation einen MikroController aufweist und in der Lage ist, aktiv mit der Steuer- und/oder Regeleinheit zu kommunizieren.
Die Konfiguration eines erfindungsgemässen modularen Titrationssystems ist extrem flexibel, wodurch es ermöglicht wird die erste Dosiereinheit und/oder die Komponente direkt und/oder über mindestens eine weitere Komponente elektronisch mit der Steuer- und/oder Regeleinheit zu verbinden. Mindestens eine Dosiereinheit und/oder mindestens eine Komponente können sozusagen in Reihe oder parallel an die Steuer- und/oder Regeleinheit angeschlossen werden.
Die Steuer- und/oder Regeleinheit weist mindestens eine Schnittstelle zur Daten- und/oder Energieübertragung auf. Die Dosiereinheit und/oder die Komponente können über eine geeignete Schnittstelle elektronisch mit der Steuer- und/oder Regeleinheit verbunden werden. Je nach anzusteuernder Dosiereinheit und/oder Komponente kann die mindestens eine Schnittstelle als RS232-Schnittstelle, USB-Schnittstelle, Ethemetanschluss, TTL-Schnittstelle, CAN-Bus-Anschluss, Strom- und/oder Spannungsanschluss, paralleler Port, serieller Port und/oder einen spezifischen Anschluss für einen Sensor, einen Messfühler und/oder ein Peripheriegerät ausgestaltet sein. Diese Aufzählung stellt nur einen kleinen Teil der möglichen Schnittstellen und/oder Anschlüsse dar. Prinzipiell können alle bekannten Schnittstellen und elektronischen Anschlüsse realisiert werden. In der Regel weist ein erfindunsgemässes Titrationssystem mehrere verschiedenartige Schnittstellen auf.
Das Grundmodul des Titrationssystems ist mit der Steuer- und/oder Regeleinheit verbunden, welche entweder einen Teil des Grundmoduls darstellt oder auch als getrenntes Gerät realisiert sein kann. Die Steuer- und/oder Regeleinheit, das Grundmodul sowie die mindestens eine Komponente, insbesondere ein Titrationsmodul, sind so ausgestaltet, dass Daten und/oder Energie in beliebiger Richtung zwischen ihnen übertragen werden können, wobei die Kommunikation vorzugsweise mittels eines Bussystems erfolgt. Besonders vorteilhaft sind CAN- Bussysteme. Ein CAN-Bussystem ist ein bekanntes Bussystem, welches sowohl einen Daten- als auch einen Energietransfer ermöglicht, sowie eine automatische Erkennung der über dieses Bussystem angeschlossenen Komponenten. Über ein CAN- Bussystem kann beispielsweise ein Titrationsmodul somit im laufenden Betrieb an das Titrationssystem angeschlossen, erkannt und initialisiert werden, ohne dass das Titrationssystem, die Steuer- und/oder Regeleinheit und/oder eine das Titrationssystem steuernde Software oder Betriebsprogramm neu gestartet und/oder neu initialisiert werden muss. Das Titrationssystem kann im Betrieb um weitere Komponenten, wie Titrationsmodule und/oder andere Peripheriegeräte erweitert werden, welche in Abhängigkeit des verwendeten Anschlusses automatisch erkannt werden können. Die Titrationsmodule verfügen vorzugsweise über keine separate Energieversorgung sondern werden über ein geeignetes, für den Daten- und Energietransfer ausgestaltetes Bussystem, über die Steuer- und/oder Regeleinheit mit Energie versorgt und auch über diese angesteuert.
In einer bevorzugten Ausführungsform weist das Titrationsmodul und/oder das Grundmodul eine Aufnahmevorrichtung und einen Antrieb für eine Dosiereinheit auf, wobei insbesondere das Grundmodul eine oder mehrere Aufnahmevorrichtungen sowie einen oder mehrere Antriebe für eine oder mehrere Dosiereinheiten aufweisen kann. Diese Anordnung ist vorteilhaft, da so bereits das Grundmodul allein ein funktionsfähiges Titrationssystem darstellt, welches mit einem oder mehreren Titrationsmodulen oder anderen Komponenten kombiniert und/oder erweitert werden kann.
Die Dosiereinheit weist vorzugsweise eine bekannte Kolbenhub-Bürette mit einem Glaszylinder mit einem definierten Volumen auf. Der Kolben einer derartigen Bürette wird über einen Antrieb in dem Glaszylinder kontrolliert bewegt, so dass die Bürette
bzw. der Glaszylinder ein bestimmtes Volumen des Titrationsmittels aufnehmen und/oder wieder abgeben kann.
In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel weist das Titrationsmodul mindestens zwei nebeneinander angeordnete Titrationsmodule auf, welche elektronisch mit der Steuer- und/oder Regeleinheit verbunden sind. Die Titrationsmodule sind derart mechanisch miteinander verbunden, dass ihre Aufnahmevorrichtungen einen gemeinsamen Kanal zur Aufnahme und/oder zum Hindurch bewegen mindestens einer Dosiereinheit ausbilden. Der gemeinsame Kanal ermöglicht das einfache Einsetzen und/oder Entfernen einer Dosiereinheit. Vorzugsweise weist ein für den Betrieb mehrerer Dosiereinheiten ausgelegtes Titrationssystem zudem mindestens eine als Parkposition und/oder Austauschposition ausgestaltete Aufnahmevorrichtung auf.
Ein erfindungsgemässes Titrationssystem weist eine elektronisch mit der Steuer und/oder Regeleinheit verbundene Anzeige auf, welche je nach Ausgestaltung auch als Eingabeeinheit dienen kann. Mittels der Anzeige kann beispielsweise die Konfiguration des Titrationssystems angezeigt werden, wie auch Analyseroutinen und/oder Analyseergebnisse. Über eine kombinierte Anzeige- und Eingabeeinheit können beispielsweise System- und/oder benutzerspezifische Daten, Analyseroutinen und/oder Steuerbefehle eingeben werden.
In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist die Steuer- und/oder Regeleinheit im Grundmodul angeordnet, wobei ein Titrationssystem auch mit einer externen Steuer- und/oder Regeleinheit zusammenwirken kann, welche gegebenenfalls auch die Anzeige- und/oder Eingabeeinheit bereitstellt.
Zur Eingabe der anwenderspezifischen Daten und/oder zur Eingabe von Steuerbefehlen und/oder Steuerprogrammen weist das Titrationssystem eine Ein- und/oder Ausgabeeinheit auf. Die Ein- und/oder Ausgabeeinheit kann beispielsweise ein mit der Steuer- und/oder Regeleinheit verbundenes Terminal, eine Tastatur und/oder einen externen Computers aufweisen. Die Ein- und/oder Ausgabeeinheit kann sowohl als Touchscreen, als auch als Monitor mit integrierter Tastatur oder als Teil eines externen Computers ausgestaltet sein. Zusätzlich kann das Titrationssystem z. B. einen Drucker, einen internen Speicher oder einen externen Speicher zur
Ausgabe bzw. zum Speichern der Daten aufweisen. Die Steuer- und/oder Regeleinheit kann in einer externen Ein- und/oder Ausgabeeinheit beispielsweise einem externen Computer angeordnet sein, welcher sowohl direkt als auch über eine beliebige Datenschnittstelle, beispielsweise über USB; CAN-Bus oder Ethernet, mit dem Titrationssystem verbunden sein kann. Im letzteren Fall ist es vorteilhaft, wenn das Grundmodul zumindest einen Teil der Steuer- und/oder Regeleinheit umfasst, welche dann von dem externen Computer ferngesteuert werden kann.
Ein Verfahren zum Betrieb eines Titrationssystems mit einem Grundmodul, einer Steuer- und/oder Regeleinheit, welche einen Prozessor mit einem Betriebsprogramm aufweist, einer austauschbaren ersten Dosiereinheit, und mindestens einer elektronisch mit der Steuer- und/oder Regeleinheit lösbar verbundenen Komponente, welche insbesondere eine weitere Dosiereinheit, ein Sensor, eine Steckkarte, ein Titrationsmodul, ein Rührer, ein Probenwechsler, ein Vorratsgefäss, eine externe Auswerteeinheit und/oder eine Analyse- oder Peripheriegerät ist, und wobei die erste Dosiereinheit und die Komponente je ein Erkennungsmittel mit einer eindeutigen Identifikation aufweisen, zeichnet sich dadurch aus, dass die Steuer- und/oder Regeleinheit nach einer Veränderung einer bestehenden Konfiguration des Titrationssystems im betriebsbereiten Zustand und/oder während einer Analyse eine Aktualisierung einer im Betriebsprogramm hinterlegten Konfiguration des Titrationssystems auslöst. Das Titrationssystem kann durch das Hinzufügen und/oder das Entfernen der ersten Dosiereinheit und/oder durch Hinzufügen und/oder Entfernen der Komponente verändert werden. Die erste Dosiereinheit und die Komponente weisen jeweils ein Erkennungsmittel auf, dessen eindeutige Identifikation an die Steuer- und/oder Regeleinheit übertragen werden kann. Weiterhin kann die Steuer- und/oder Regeleinheit das Vorhandensein und/oder das Fehlen der ersten Dosiereinheit und/oder der Komponente abfragen. Aufgrund der übermittelten und/oder abgefragte Identifikation sowie aufgrund einer positiven und/oder eine negative Abfrage, insbesondere aufgrund einer mehrfachen positiven und/oder negativen Abfrage, kann die Steuer- und/oder Regeleinheit die hinzugefügte und/oder entfernte erste Dosiereinheit und/oder die Komponente registrieren und eine eine Aktualisierung einer im Betriebsprogramm hinterlegten Konfiguration des Titrationssystems auslösen.
Die Steuer- und/oder Regeleinheit wird sowohl über das Fehlen als auch über das Hinzufügen einer Dosiereinheit und/oder einer Komponente informiert und löst aufgrund dieser Information eine Aktualisierung der im Betriebsprogramm hinterlegten Konfiguration des Titrationssystems aus. Die benötigte Identifikation sowie die benötigten Informationen können sowohl aktiv vom jeweiligen Erkennungsmittel an die Steuer- und/oder Regeleinheit übertragen werden, als auch als positive oder negative Antwort auf eine Abfrage der Steuer- und/oder Regeleinheit von dieser registriert werden.
Vor der tatsächlichen Aktualisierung der im Betriebsprogramm hinterlegten Konfiguration des Titrationssystems und damit nachdem die Steuer- und/oder
Regeleinheit ein Fehlen und/oder ein Hinzufügen einer Dosiereinheit und/oder einer Komponente registriert hat, wird eine Mitteilung mit einer Entscheidungsabfrage über die bevorstehende Änderung der Konfiguration erstellt und einem Benutzer mittels einer Anzeige angezeigt. Der Benutzer kann der Änderung der Konfiguration zustimmen oder diese ablehnen, zum Beispiel wenn die Komponente und/oder die Dosiereinheit an einer falschen Position hinzugefügt wurde. Die Aktualisierung der Betriebsprogramm hinterlegten Konfiguration des Titrationssystems wird nach einer positiven Bestätigung der Entscheidungsabfrage durchgeführt, wobei sowohl das Hinzufügen und/oder Entfernen einer Dosiereinheit und/oder einer Komponenten als auch die Aktualisierung sowohl im betriebsbereiten Zustand des Titrationsmoduls als auch während einer Analyse durchgeführt werden kann, ohne dass ein Neustart des Titrationssystem und/oder der Steuer- und/oder Regeleinheit erforderlich ist. Der Versuch eines Entfemens der für eine laufende Analyse erforderlichen Dosiereinheit und/oder Komponente löst eine akustische und/oder optische Fehlermeldung aus, wobei das Entfernen einer erforderlichen Dosiereinheit und/oder Komponente durch geeignete mechanische Sperren erschwert und/oder verhindert wird. Die eindeutige Identifikation kann drahtgebunden und/oder drahtlos zwischen der Steuer- und/oder Regeleinheit und der ersten Dosiereinheit und/oder der Komponente übertragen werden.
Zur Kontrolle kann die Steuer- und/oder Regeleinheit die Konfiguration des
Titrationssystems in vorgegeben zeitlichen Abständen wiederholen. Sobald eine Änderung der Konfiguration erkannt wird, wird dem Benutzer eine entsprechende
Entscheidungsabfrage übermittelt, wobei es vorteilhaft eine Entscheidungsabfrage erst nach einer gewissen Anzahl von Abfragen der Steuer- und/oder Regeleinheit mit gleichem Ergebnis zu erzeugen.
Das Betriebsprogramm ist so ausgelegt, dass es die Betriebsabläufe des Titrationssystems steuern und/oder regeln kann. Unter Betriebsablauf werden hier beispielsweise unterschiedliche Steuerbefehle, Steuerprogramme, aber auch die Erfassung und Verarbeitung von Messdaten verstanden.
Verschiedene Ausführungsbeispiele des erfindungsgemässen Titrationssystems werden im Folgenden anhand der Figuren beispielhaft beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 Eine vereinfachte dreidimensionale Darstellung eines Titrationssystems mit einem Grundmodul, zwei Titrationsmodulen, drei Dosiereinheiten mit angeschlossenen Vorratsgefässen, einer Ein- und/oder Ausgabeeinheit und einem Titrationsarm mit Probengefäss, Rührer, Sensoren und Zuleitungen;
Fig. 2 eine vereinfachte dreidimensionale Darstellung eines Titrationssystems mit einem Grundmodul, einem Titrationsmodul und zwei Dosiereinheiten;
Fig. 3 eine schematische Rückseitenansicht eines Titrationssystems mit einem Grundmodul, vier Titrationsmodulen, insgesamt vier Dosiereinheiten und zwei Titrationsarmen;
Fig. 4 eine Aufsicht auf eine detailvergrösserte Aufnahmevorrichtung mit teilweise eingeschobener Dosiereinheit, zur besseren Übersicht sind die
Aufnahmevorrichtung und die Dosiereinheit teilweise aufgeschnitten, wie es durch die Handlinien angezeigt ist, dargestellt;
Fig. 5a bis 5e stark schematisierte Aufsichten auf ein Tritrationsmodul und/oder ein
Grundmodul mit unterschiedlich ausgestalteten Aufnahmevorrichtungen.
Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel eines modularen Titrationssystems ist in Figur 1 gezeigt. Das Titrationssystem weist ein Grundmodul 1 und eine Steuer- und/oder Regeleinheit 28 auf, welche im Inneren des Grundmoduls 1 angeordnet und in Figur 1 nur angedeutet ist. Die Steuer- und/oder Regeleinheit 28 weist mindestens einen Prozessor 5, einen Schreib/Lesespeicher 6 sowie ein Betriebsprogramm auf. An die Steuer- und/oder Regeleinheit 28 ist eine Ein- und/oder Ausgabeeinheit 2 für Daten und Informationen angeschlossen, welche vorzugsweise einen Touchscreen aufweist. Weiterhin weist das Grundmodul 1 einen Titrationsarm 3 und eine Anschlussmöglichkeit 4 für einen weiteren Titrationsarm, eine Aufnahmevorrichtung 7 (s. Figur 4 im Detail) für eine Dosiereinheit 8, sowie eine drehbare Arretierung 9 für die jeweilige Dosiereinheit 8 auf. Die mechanische Arretierung 9 wird vorzugsweise manuell betätigt und blockiert den Schlitten der Dosiereinheit 8 in der Aufnahmeeinrichtung 7, wodurch ein versehentliches Entfernen der Dosiereinheit beispielsweise während einer Analyse verhindert wird. Unter Analyse wird hier beispielsweise eine Titration verstanden.
Der Titrationsarm 3 weist in diesem Ausführungsbeispiel ein austauschbares Probengefäss 18 auf, in das mehrere Sensoren 10 (es sind drei gezeigt) und ein Rührer 11 hineinragen. Die Sensoren 10 sind beispielsweise jeweils über geeignete Kabel 12 und Schnittstellen mit der im Grundmodul 1 angeordneten Steuer- und/oder Regeleinheit 28 verbunden und werden vom Titrationsarm 3 gehalten. Die Sensoren 10 weisen wie auch der Rührer 11 je ein Erkennungsmittel (hier nicht zu sehen) auf, welches eine eindeutige Identifikation sowie weitere Informationen zum Rührer 11 oder den einzelnen Sensoren 10 enthält.
Die Dosiereinheit 8 ist lösbar mit der Aufnahmevorrichtung 7 verbunden und mittels der Arretierung 9 in einer Betriebsposition arretierbar. Die Arretierung 9 wird vorzugsweise manuell betätigt, in dem diese durch Drehung von einer geöffneten in eine geschlossene Position überführt wird (s. a. Figur 2). Die Dosiereinheit 8 weist eine hier nicht explizit dargestellte, auswechselbare Bürette auf, welche durch einen im Grundmodul 1 angeordneten, von der Steuer- und/oder Regeleinheit 28 gesteuerten Antrieb (s. a. Figur 4) angetrieben wird. Bei der von der Dosiereinheit 8 umfassten Bürette handelt es sich vorzugsweise um eine Kolbenhub-Bürette. Es können Dosiereinheiten mit Büretten mit unterschiedlichen Volumina verwendet werden.
Sowohl die Dosiereinheit als auch der Antrieb sind bekannt und werden hier nicht näher beschrieben.
Die Aufnahmeeinrichtung 7 ist eine im Grundmodul 1 ausgestaltete kanalartige Vertiefung, welche eine Dosiereinheit 8 aufnehmen und in Kontakt mit dem Antrieb bringen kann. Die Aufnahmevorrichtung 7 ist derart ausgestaltet, dass sie zusätzlich als Parkposition und/oder Austauschposition für eine Dosiereinheit dienen kann (s. a. Figur 5e). Aus diesem Grund ist die Aufnahmevorrichtung 7 mehr als doppelt so lang wie der Schlitten der Dosiereinheit 8.
An einer Seite (s. Figur 1 ) ist das Grundmodul 1 mit einem ersten Titrationsmodul 13 verbunden. Diese Verbindung kann eine permanente oder eine lösbare Verbindung sein. Eine permanente Verbindung liegt vor, wenn das Grundmodul 1 und das erste Titrationsmodul 13 beispielsweise ein gemeinsames Gehäuse aufweisen oder die Gehäuse durch geeignete Verbindungsmittel wie Schrauben, Nieten und/oder durch Kleben fest miteinander verbunden sind.
Eine lösbare Verbindung zwischen dem Grundmodul 1 und dem Titrationsmodul 13 kann beispielsweise durch eine beliebige Steckverbindung erreicht werden. Bevorzugt wird eine lösbare magnetische Verbindung des Grundmoduls 1 mit dem Titrationsmodul 13, insbesondere in Kombination mit ineinander greifenden Ausbuchtungen bzw. Einbuchtungen in den Gehäusen des Grundmoduls 1 und des Titrationsmoduls 13. Für eine lösbare magnetische Verbindung wird sowohl das Grundmodul 1 als auch das Titrationsmodul 13 mit mindestens einem Permanentmagneten versehen, welche sich anziehen, wenn das Grundmodul 1 und das Titrationsmodul 13 einen bestimmten Abstand zueinander unterschreiten. Die Stärke der Magnete ist so ausgelegt, dass das Titrationsmodul 13 am Grundmodul 1 haftet, jedoch auch wieder ohne Hilfsmittel entfernt werden kann.
Die Magnet-Verbindung dient jedoch nur für den mechanischen Halt bzw. die mechanische Stabilität des Titrationssystems. Für die Daten- und/oder Energieübertragung zwischen der Steuer- und/oder Regeleinheit 28 im Grundmodul 1 und dem Titrationsmodul 13 wird das Titrationsmodul 13 zusätzlich mittels geeigneter
Kabel über ein Bussystem mit dem Grundmodul verbunden. Vorzugsweise wird zur Daten- und/oder Energieübertragung ein CAN-Bussystem verwendet (s. a. Figur 3).
Im Titrationsmodul 13 ist ein Erkennungsmittel 40 angeordnet, welches mit dem Bussystem zusammenwirkt und darüber eine eindeutige Identifikation und weitere das Titrationsmodul 13 betreffende Informationen sowie dessen Position an die Steuer- und/oder Regeleinheit 28 übermitteln kann.
Das Titrationsmodul 13 weist wie auch das Grundmodul 1 eine in einer Aufnahmevorrichtung angeordnete Dosiereinheit 108, eine Arretierung 9 und einen Antrieb für die in der Dosiereinheit 108 angeordnete Bürette auf. Die Aufnahmevorrichtung des Titrationsmoduls 13 wird in dieser Ansicht von der Dosiereinheit 108 verdeckt, wobei die Aufnahmevorrichtung bezogen auf die Darstellung die gesamte Länge des Titrationsmoduls 13 einnimmt.
Das Titrationsmodul 13 ist zum Grundmodul 1 so ausgerichtet, dass die Aufnahmevorrichtung des Titrationsmoduls 13 direkt an die Aufnahmevorrichtung 7 des Grundmoduls 1 angrenzt und mit dieser einen gemeinsamen Kanal ausbildet, so dass eine Dosiereinheit 8, 108 entweder bezogen auf die Zeichnung von links in die Aufnahmevorrichtung des Titrationsmoduls 13 oder durch diese hindurch in die Aufnahmevorrichtung 7 des Grundmoduls 1 geschoben werden kann und auch auf entgegen gesetztem Wege wieder aus dem Titrationssystem entfernt werden kann.
Jede Dosiereinheit 8, 108 trägt ein erstes Erkennungselement, hier einen RFID Tag, welches mit einem zweiten Erkennungselement, hier ein RFID Empfänger, wechselwirkt, von denen je eines mit jeder Aufnahmevorrichtung verbunden ist. Die Ausgestaltung, Anordnung und Funktionsweise der Erkennungselemente wird weiter unten an Hand der Figur 4 näher erläutert werden. Die Erkennungselemente bewirken, dass eine Dosiereinheit 8, 108, wenn sie mit einer Aufnahmevorrichtung in Kontakt steht, automatisch von einer in der Steuer- und/oder Regeleinheit 28 implementierten Software erkannt und initialisiert wird, ohne dass die Software, die Steuer- und/oder Regeleinheit 28 und/oder das gesamte Titrationssystem neu gestartet und/oder initialisiert werden müssen. Die Dosiereinheiten können im laufenden Betrieb an das Titrationssystem angeschlossen und/oder davon entfernt werden.
Am Titrationsmodul 13 ist auf der dem Grundmodul 1 gegenüberliegenden Seite ein weiteres Titrationsmodul 113 angeordnet. Das Titrationsmodul 113 ist mit dem Titrationsmodul 13 ebenfalls vorzugsweise lösbar verbunden. Jedes Titrationsmodul 13, 113 weist dazu auf zwei gegenüberliegenden Seiten mindestens einen Permanentmagneten 19 zur Bildung dieser lösbaren, magnetischen Verbindung auf.
Das Titrationsmodul 113 ist identisch mit dem Titrationsmodul 13, wobei hier die Aufnahmevorrichtung 207 mit der darin angeordneten Dosiereinheit 208 zu erkennen ist. Das Titrationsmodul 113 ist in diesem Ausführungsbeispiel derart mit dem Titrationsmodul 13 verbunden, dass die Aufnahmevorrichtungen 7, 207 des Grundmoduls 1 und die der Titrationsmodule 13, 113 einen zusammenhängenden Kanal bilden. Mindestens eine Dosiereinheit kann somit bezogen auf die Zeichnung von links in die Aufnahmevorrichtung 207 geschoben, zu einer beliebigen in einem der Titrationsmodule 13, 113 oder dem Grundmodul 1 angeordneten Aufnahmevorrichtung 7, 207 bewegt und dort arretiert werden. Die Dosiereinheit kann auf umgekehrtem Weg und/oder über das eine auch als Parkposition und/oder Austauschposition ausgestaltete Aufnahmevorrichtung 7 aufweisende Grundmodul 1 vom Titrationssystem getrennt werden kann.
Die Dosiereinheit 208 weist ebenfalls eine austauschbare Bürette auf und ist über geeignete Schläuche 14 oder Leitungen aus einem chemikalienresistenten Material, mit einem zur Dosiereinheit 208 gehörigen Verteiler 15 verbunden. Dieser Verteiler 15 weist mehrere Schlauchanschlüsse 16 auf, von denen hier drei gezeigt sind, und ist mit jeweils getrennten Schläuchen 14 mit einem ein Titrationsmittel aufweisendem Vorratsgefäss 17, der in der Dosiereinheit 208 angeordneten Bürette und dem Probengefäss 18 verbunden. Der Verteiler 15 mit den hier dargestellten drei Leitungen 14 erfüllt die Aufgabe eines Mehr-Wege-Hahns und kann entweder so geschaltet werden, dass die Bürette mit dem Vorratsgefäss 17 oder mit dem Probengefäss 18 verbunden ist, so dass die Bürette Titrationsmittel aufnehmen und abgeben kann. Als Büretten werden vorzugsweise Kolbenhub-Büretten mit einem Glaszylinder mit einem definierten Volumen verwendet, welche mit einem im Titrationsmodul 113 angeordneten Antrieb wechselwirken. Zur besseren Übersicht sind diese Merkmale in Figur 1 nur für die Dosiereinheit 208 mit Bezugszeichen versehen, wobei die weiteren Dosiereinheiten 8, 108 analog aufgebaut sind.
Die Modularität des Titrationssystems wird anhand des in Figur 2 gezeigten Ausführungsbeispiels näher erläutert. In dieser Darstellung sind einige Elemente des Titrationssystems zur besseren Übersicht noch nicht mit demselben verbunden, sondern in einer Art Explosionszeichnung dargestellt.
Das Titrationssystem besteht aus dem Grundmodul 1 und einem Titrationsmodul 13, welche jeweils eine Aufnahmevorrichtung 7, 107 und eine Dosiereinheit 8, 108 aufweisen. Das Grundmodul 1 weist einen Titrationsarm 3 auf, welcher hier ohne Sensoren, Probengefäss oder Rührer dargestellt und noch nicht mit dem Titrationssystem verbunden ist, so dass ein abgedeckter Anschluss 4 sowie ein offener Anschluss 104 für einen Titrationsarm zu erkennen sind. Anstelle eines Titrationsarms 3 kann auch ein bekannter stationärer Titrationsständer mit einem Probengefäss und/oder einem Probenwechsler mit dem Grundmodul 1 verbunden werden. Für die Beschreibung des Grundmoduls 1 und des Titrationsarms 3 sei hier auf die Beschreibung der Figur 1 verwiesen.
In Figur 2 ist das Grundmodul 1 vom Titrationsmodul 13 getrennt, so dass ein Teil der Positionen der Magnete 19 sichtbar ist. Die Magnete 19 sind auf einer Seite innerhalb des Gehäuses des Grundmoduls 1 bzw. auf zwei sich gegenüberliegenden Seiten des Gehäuses des Titrationsmoduls 13 angeordnet und gestrichelt gezeichnet, wobei hier nur eine mögliche Position der Magnete 19 gezeigt ist, es ist auch möglich die Magnete 19 bzw. andere mechanische Verbindungsmittel an einer anderen Position am oder im Gehäuse anzuordnen.
Die Dosiereinheit 108 ist noch nicht mit dem Titrationsmodul 13 verbunden, so dass sowohl die kanalartige Aufnahmevorrichtung 107, als auch eine Führungssäule 20 mit einer darin ausgebildeten Führungsnut 24 zu erkennen sind.
Die Dosiereinheit 108 besteht aus einem Schlitten 22, welcher mit der
Aufnahmevorrichtung 107 zusammenwirken und in bzw. durch diese hindurch geschoben werden kann, einem zylinderartigen Gehäuse 21 , welches eine austauschbare Bürette aufweist und einer Halterung 32, welche das Bürettengehäuse 21 mit dem Verteiler 15 verbindet. In Inneren jeder Dosiereinheit 8, 108 ist ein erstes Erkennungselement angeordnet, welches mit einem zweiten in jeder
Aufnahmevorrichtung 7, 107 enthaltenen Erkennungselement derart wechselwirkt, dass eine Dosiereinheit 8, 108 automatisch erkannt wird, wenn sie in eine Aufnahmevorrichtung 7, 107 bewegt wird (s. a. Figur 4).
Die Aufnahmevorrichtung 107 ist so ausgestaltet, dass eine Dosiereinheit 8, 108 von zwei Seiten in dieselbe geschoben werden kann, die Aufnahmevorrichtung 107 nimmt somit bezogen auf die Zeichnung die gesamte Länge des Titrationsmoduls 13 ein. Etwa in der Mitte weist die Aufnahmevorrichtung 107 eine Antriebswelle 23 auf, welche mit dem im Titrationsmodul 13 angeordneten Antrieb zusammenwirkt. Ein identischer Antrieb mit Antriebswelle ist auch im Grundmodul 1 angeordnet, welche in dieser Ansicht jedoch von der Dosiereinheit 8 verdeckt wird. Die Antriebswelle 23 wirkt mit der in der Dosiereinheit 108 angeordneten Bürette zusammen, wenn sich die Dosiereinheit 108 in der Aufnahmevorrichtung 107 befindet und die Dosiereinheit 108 mit der Arretierung 109 in der Aufnahmevorrichtung 107 gesichert ist. Die am Grundmodul 1 angeordnete Arretierung 9 ist in der Sicherungsstellung und die am Titrationsmodul 13 angeordnete Arretierung 109 in der Offenstellung gezeigt.
Neben der Aufnahmevorrichtung 107 wird die Dosiereinheit 108 auch noch von einer drehbaren Führungssäule 20 in ihrer Bewegung geführt bzw. von der Führungssäule 20 in der Betriebsposition arretiert. Die Führungssäule 20 weist eine Nut 24 auf, welche mit einem an der Halterung 32 der Dosiereinheit 108 angeordneten Vorsprung 25 zusammenwirken kann.
Jede Dosiereinheit 8, 108 wird einerseits durch die manuell auslösbare Arretierung 9, 109, sowie durch die drehbare Führungssäule 20 gesichert. Eine Verwendung der Dosiereinheit 8, 108 ist nur möglich, wenn diese in Kontakt mit der Arretierung 9, 109 und mit der Führungssäule 20 steht. Im Betrieb wird die Führungssäule 20 in Bezug auf ihre in Figur 2 dargestellten Anordnung um 90° gedreht, so dass die Nut 24 dann senkrecht zur Aufnahmevorrichtung 107 steht. Die Drehung der Führungssäule 20 bedingt eine Drehung des Vorsprungs 25, wodurch die Leitungen 14 vom Verteiler 15 freigegeben werden und das Titrationsmittel vom Vorratsgefäss zur Dosiereinheit und zu einer Probe weiter geleitet werden kann.
Figur 3 zeigt eine schematische Rückseitenansicht eines weiteren Ausführungsbeispiels eines Titrationssystems, welches ein Grundmodul 1 mit zwei Titrationsarmen 3, eine als Computer ausgestaltete externe Ein- und/oder Ausgabeeinheit 31 , sowie vier Titrationsmodule 13, 113, 213, 313 mit jeweils einer Dosiereinheit 8, 108, 208, 308 aufweist. Das Grundmodul 1 ist über geeignete Mittel, wie Magnete, mit dem ersten Titrationsmodul 13 verbunden, welches wiederum über das Titrationsmodul 113 mit dem Titrationsmodul 213 verbunden ist. Das Titrationsmodul 313 ist räumlich von den anderen Titrationsmodulen getrennt und nur elektrisch über die Titrationsmodule 13, 113, 213 mit dem Grundmodul 1 verbunden.
In diesem Ausführungsbeispiel weisen nur die Titrationsmodule 13, 113, 213, 313 nicht jedoch das Grundmodul 1 Aufnahmevorrichtungen für Dosiereinheiten 8, 108, 208, 308 auf. Das Titrationssystem ist mit einem externen Computer verbunden, der als Ein- und/oder Ausgabeeinheit 31 dient. Die externe Ein- und/oder Ausgabeeinheit 31 ist über ein Kabel direkt mit dem Titrationssystem verbunden, wobei die Steuer- und/oder Regeleinheit in diesem Beispiel in die externe Ein- und/oder Ausgabeeinheit 31 integriert ist.
Die Dosiereinheiten 8, 108, 208, 308, die Titrationsmodule 13, 113, 213, 313 und das Grundmodul 1 entsprechen im Wesentlichen den bereits in den Figuren 1 und 2 dargestellten und werden hier nicht nochmals erläutert.
Das Grundmodul 1 weist mindestens eine Ausgangsbuchse 26 und jedes Titrationsmodul 13, 113, 213 weist eine Eingangsbuchse 27 sowie eine Ausgangsbuchse 126 auf. Die Buchsen 26, 126, 27 sind vorzugsweise als CAN- Bussystem ausgestaltet. CAN-Bussysteme ermöglichen sowohl den Daten- und/oder Energietransfer, sowie die automatische Erkennung und Initialisierung eines im laufenden Betrieb an das Titrationssystem angefügten und/oder entfernten Titrationsmoduls 13, 113, 213, 313. Zur automatischen Erkennung weist jedes Titrationsmodul 13, 113, 213, 313 ein Erkennungsmittel 40 mit einer eindeutigen Identifikation auf. Das Erkennungsmittel 40 weist neben einer eindeutigen Identifikation, beispielsweise in Form einer Seriennummer oder eines Identifikations- Chips, einen nicht-flüchtigen Schreib-/Lesespeicher sowie einen MikroController auf.
Für den Daten- und/oder Energietransfer von der im Grundmodul 1 angeordneten Steuer- und/oder Regeleinheit zu den vier Titrationsmodulen 13, 113, 213, 313 und insbesondere zum in jedem Titrationsmodul 13, 113, 213, 313 angeordneten Antrieb wird jeweils eine Ausgangsbuchse 26, 126 mit einer Eingangsbuchse 27 so verbunden, dass das Grundmodul 1 und die Titrationsmodule 13, 113, 213, 313 in Reihe geschaltet sind. Die Schaltung ist derart ausgelegt, dass die Daten- und/oder Energieverbindung durch die Titrationsmodule 13, 113, 213 hindurch geschleift werden. Das CAN-Bussystem dient nicht nur zum Daten- und/oder Energietransfer von der Steuer- und/oder Regeleinheit zu den Titrationsmodulen 13, 113, 213, 313, sondern auch zum Datentransfer von den Titrationsmodulen 13, 113, 213, 313 zurück zur Steuer- und/oder Regeleinheit.
Die Steuer- und/oder Regeleinheit weist mehrere Steckplätze für verschiedene Steckkarten auf. Einer der Steckplätze ist für ein Mainboard mit dem Prozessor vorgesehen, die weiteren Steckplätze können für den Einbau verschiedener Steckkarten verwendet werden, die beispielsweise Sensoren, Probenwechsler, Rührer, Pumpen, Waagen, die Ein- und/oder Ausgabeeinheit, einen Drucker oder andere Peripheriegeräte steuern. Die Steckkarten können beispielsweise ein RS232- Schnittstelle, USB-Anschlüsse, CAN-Bussysteme, Parallel-Ports, serielle Ports sowie spezielle Prozessanschlüsse und andere bekannte Anschlüsse aufweisen.
Die Verwendung eines CAN-Bussystems zur Verbindung der Titrationsmodule 13, 113, 213, 313 mit dem Grundmodul 1 und miteinander in Kombination mit einem zu jeder Komponente gehörigen Erkennungselement gewährleistet eine besonders anwenderfreundliche Zusammenstellung von individuellen Titrationssystemen.
Aufgrund der jeder Komponente und/oder jeder Dosiereinheit zugeordneten Erkennungsmitteln, kann beispielsweise eine Dosiereinheit während des Betriebs des Titrationssystems und sogar während einer Analyse mit einer beliebigen Aufnahmevorrichtung verbunden und automatisch erkannt werden, wobei sowohl die Art der Dosiereinheit als auch deren Position im Titrationssystem registrierbar sind.
Figur 4 stellt als Teilansicht eine Aufsicht auf eine Aufnahmevorrichtung und eine Dosiereinheit eines Grundmoduls oder eines Titrationsmoduls dar. In Figur 4 befindet
sich die Dosiereinheit 8 nur teilweise in der Aufnahmevorrichtung 7 und die Arretierung 9 ist geöffnet. Die Elemente sind teilweise gebrochen dargestellt, so dass ein Einblick ins Innere möglich ist.
Die dargestellte Aufnahmevorrichtung 7 stellt einen Teil eines Grundmoduls 1 dar, von dem hier nur ein Teil des Gehäuses zu erkennen ist. Es ist zu beachten, dass die Aufnahmevorrichtung 7 des Grundmoduls 1 im Wesentlichen baugleich mit der eines beliebigen Titrationsmoduls ist.
Von der Dosiereinheit 8 sind in dieser Darstellung vor allem das Bürettengehäuse 21 und der mit der Aufnahmevorrichtung 7 zusammenwirkende Schlitten 22 zu erkennen. Im Inneren des Schlittens 22 ist ein erstes Erkennungselement 29 angeordnet und unterhalb der Aufnahmevorrichtung 7 ist im Inneren des Gehäuse des Grundmoduls 1 ein zweites Erkennungselement 30 angeordnet, wobei die Anordnung von erstem und zweitem Erkennungselement 29, 30 auch vertauscht werden kann. Vorzugsweise ist das erste Erkennungselement 29 als passives und das zweite Erkennungselement 30 als aktives Element ausgestaltet, so dass zumindest das erste Erkennungselement 29 keine eigene Stromversorgung benötigt. Dies ist besonders vorteilhaft, da eine mit einer Kolbenhub-Bürette ausgestattete Dosiereinheit mittels einer in der Aufnahmevorrichtung 7 angeordneten Antriebswelle 23 zusammenwirken kann und daher keine eigene Stromversorgung benötigt.
Ein Erkennungselement, vorzugsweise das mit der Dosiereinheit 8 verbundene erste Erkennungselement 29, weist einen nicht-flüchtigen Schreib-/Lesespeicher auf, in dem unter anderem eine eindeutige Identifikationsnummer abgespeichert ist. Der Schreib- /Lesespeicher kann zusätzlich noch mit für die Dosiereinheit 8 spezifischen Daten sowie mit anwenderspezifischen Daten beschrieben werden. Die Daten der Dosiereinheit 8 werden in einem speziell abgesicherten Bereich des Speichers gespeichert, für den ein Anwender nur eine Leseberechtigung hat. Diese Daten, welche Informationen wie beispielsweise das Bürettenvolumen und dessen Toleranz, die Seriennummer der Bürette, den Zeitpunkt der letzten und/oder der nächsten Zertifizierung umfassen, können dann nur von Personen mit Lese- und Schreibrechten beispielsweise im Rahmen einer Wartung oder Zertifizierung verändert werden. Für einen weiteren Speicherbereich werden dem Anwender Schreib- und Leserechte
eingeräumt, so dass der Anwender dort für seine Applikation spezifische Informationen speichern kann. Zu diesen anwenderspezifischen Informationen zählen beispielsweise der Name, die Konzentration, die Chargennummer, das Verfallsdatum und der Titer des verwendeten Titrationsmittels, der Zeitpunkt der letzten und/oder der nächste Titerüberprüfung, sowie die bevorzugte Füllgeschwindigkeit und u. U. auch Regeln und Fristen, welche z. B. die Verwendung des Titrationsmittels über dessen Verfallsdatum hinaus unterbinden.
Die Eingabe dieser Informationen erfolgt beispielsweise über eine direkt oder über eine Ethemetverbindung mit dem Titrationssystem verbundene Ein- und/oder Ausgabeeinheit, wenn die Dosiereinheit 8 mit der Aufnahmevorrichtung 7 verbunden ist.
In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel handelt es sich beim ersten Erkennungselement 29 um einen passiven RFID-Transponder und beim zweiten Erkennungselement 30 um eine korrespondierende aktive Sender- und/oder Empfängereinheit, welche direkt oder über das CAN-Bussystem mit der im Grundmodul 1 angeordneten Steuer- und/oder Regeleinheit verbunden ist.
Passive RFID-Transponders und damit korrespondierende aktive Sender- und/oder Empfängereinheiten werden mit unterschiedlichen Reichweiten von verschiedenen Firmen wie u. a. Infineon vertrieben. Besonders günstig für dieses Ausführungsbeispiel ist der Einsatz von im Nahbereich, also in einem Frequenzbereich von etwa 100 bis etwa 150 kHz und vorzugsweise zwischen 120 und 130 kHz und mit einer Reichweite von etwa 10 bis 30 cm arbeitenden Erkennungselementen. Das als Sender- und/oder Empfängereinheit ausgestaltete zweite Erkennungselement 30 ist entweder direkt oder mittels einer Daten- und/oder Energietransferverbindung zwischen mindestens einem Titrationsmodul und dem Grundmodul 1 mit der im Grundmodul 1 angeordneten Steuer- und/oder Regeleinheit verbunden. Das zweite Erkennungselement 30 wird über diese Verbindung u. a. mit Energie versorgt und angesteuert. Das zweite Erkennungselement 30 sendet als Signal eine elektromagnetische Welle aus. Befindet sich ein passives, als RFID-Transponder ausgestaltetes erstes Erkennungselement 29 in Reichweite, so wird dieses durch das Signal der Sender-Empfänger-Einheit 30 aktiviert und induktiv mit Energie versorgt. Als Antwort auf das Signal des zweiten
Erkennungselements 30 sendet das aktivierte und induktiv mit Energie versorgte erste Erkennungselement 29 einen Datenstrom, der u. a. eine Identifikationsnummer umfasst, an das zweite Erkennungselement 30 zurück, welches die Daten an die Steuer- und/oder Regeleinheit zur automatischen Erkennung und Initialisierung der ein erstes Erkennungselement 29 aufweisenden Dosiereinheit 8 weiterleitet. Die Steuer- und/oder Regeleinheit erhält sowohl Daten über die Position der Dosiereinheit 8, also darüber in welcher Aufnahmevorrichtung sich diese befindet, wie auch System- und anwenderspezifischen Daten, welche zuvor im Schreib-/Lesespeicher des ersten Erkennungselements 29 abgespeichert wurden.
Ein erfindungsgemässes Titrationssystem ist derart ausgestaltet, dass eine
Dosiereinheit 8 mit einem ersten Erkennungselement 29 auch durch mehr als eine Aufnahmevorrichtung 8 hindurch bewegt werden kann (s. a. Figuren 1 und 2), bevor die Dosiereinheit 8 vorzugsweise manuell in einer bestimmten Aufnahmevorrichtung 7 arretiert wird, wobei jede Aufnahmevorrichtung mit jeweils einem zweiten Erkennungselement 30 verbunden ist. Daher wird das mindestens eine in der mindestens einen Aufnahmevorrichtung eines Titrationssystems angeordnete zweite Erkennungselement 30 vorzugsweise derart betrieben, dass es ein Abfragesignal nur in bestimmten Zeitabständen aussendet, so dass eine durch eine Aufnahmevorrichtung hindurch bewegte oder in der Nähe befindliche Dosiereinheit 8 nicht sofort erkannt und initialisert wird. Eine positive Reaktion eines bestimmten ersten Erkennungselements 29 auf mehr als ein Abfragesignal eines bestimmten zweiten Erkennungselements 30 weist darauf hin, dass sich die das bestimmte erste Erkennungselement 29 aufweisende Dosiereinheit 8 in der das bestimmte zweite Erkennungselement 30 aufweisenden Aufnahmevorrichtung 7 befindet und nicht nur durch diese Aufnahmevorrichtung hindurch geschoben wird. Vorzugsweise erfolgt eine Initialisierung einer ein erstes Erkennungselement 29 aufweisenden Dosiereinheit 8 erst dann, wenn mindestens zwei positive Antworten auf das Abfragesignale eines zweiten Erkennungselements 30 erfolgt sind. Das Zeitintervall für das Aussenden des Abfragesignals liegt im Allgemeinen zwischen einer Sekunde und einigen Minuten.
Die Initialisierung einer ein erstes Erkennungselement 29 aufweisenden Dosiereinheit 8 umfasst die Übertragung der Daten und Informationen vom ersten Erkennungselement 29 zum zweiten Erkennungselement 30 und weiter an die Steuer-
und/oder Regeleinheit. Die übertragenen Daten und Informationen werden von der in der Steuer- und/oder Regeleinheit implementierten Software des Titrationssystems ausgelesen und verarbeitet. Der Anwender erhält bei einer positiven Erkennung einer Dosiereinheit eine Mitteilung, dass eine neue Dosiereinheit mit dem Titrationssystem verbunden wurde und dass diese die aus den übertragenen Informationen und Daten ermittelten Eigenschaften aufweist. Zu den Eigenschaften gehören vor allem die bereits beschriebenen System- und anwenderspezifischen Informationen, welche im Speicher des ersten Erkennungselements abgelegt sind.
Der Anwender hat die Möglichkeit, diese Mitteilung zu bestätigen oder zu verneinen, falls die Dosiereinheit z. B. noch nicht mit der gewünschten Aufnahmevorrichtung verbunden ist. Nach der Initialisierung der Dosiereinheit besteht für den Anwender die Möglichkeit, die anwenderspezifischen Daten und Informationen zu modifizieren.
Eine Dosiereinheit ist derart ausgestaltet, dass sie mit jeder Aufnahmevorrichtung eines Titrationssystems verbunden und darin arretiert werden kann. Eine Verbindung zwischen einer Aufnahmevorrichtung und einer Dosiereinheit wird durch die
Wechselwirkungen zwischen dem mit der Dosiereinheit und der Aufnahmevorrichtung verbundenen ersten Erkennungselement 29 und dem zweiten Erkennungselement 30 bestätigt.
In den Figuren 5a bis 5e sind verschiedene Ausgestaltungen der in den Figuren 1 bis 4 erläuterten Aufnahmevorrichtungen stark schematisiert dargestellt. Die Figuren 5a bis 5e stellen jeweils eine Aufsicht auf ein Titrationsmodul 13 oder ein Grundmodul 1 dar, wie es anhand der Figuren 1 bis 4 beschrieben wurde, wobei das Titrationsmodul 13 sowie das Grundmodul 1 stark schematisiert und nicht massstabsgetreu dargestellt sind. Die gepunkteten Linien deuten die Anschlussmöglichkeit für weitere Titrationsmodule und/oder ein Grundmodul an.
Figur 5a zeigt eine Aufsicht auf ein Titrationsmodul 13 mit einer Aufnahmevorrichtung 34, welche sich kanalartig über die komplette Länge des Titrationsmoduls 34 erstreckt. Eine Dosiereinheit kann von beiden Seiten in die Aufnahmevorrichtung 34 geschoben werden. Wenn mehrere derart ausgestaltete Titrationsmodule aneinandergrenzen, so bilden die Aufnahmevorrichtungen einen gemeinsamen Kanal aus, so dass eine
Dosiereinheit durch ein oder mehrere Titrationsmodule hindurch in eine beliebige Aufnahmevorrichtung 34 geschoben werden kann (s. a. Figur 1 ).
Figur 5b zeigt ein Titrationsmodul 13 mit einer Aufnahmevorrichtung 35, welche nur zu einer Seite hin geöffnet ist und somit nur eine Dosiereinheit aufnehmen kann, jedoch nicht derart ausgestaltet ist, dass eine Dosiereinheit durch die Aufnahmevorrichtung 35 hindurch geschoben werden könnte. Die kanalartige Vertiefung der Aufnahmevorrichtung 35 verläuft senkrecht zu der durch die nebeneinander angeordneten Titrationsmodulen gebildeten Linie und ist als Aussparung ausgestaltet, welche von drei Seiten vom Gehäuse des Titrationsmoduls 13 begrenzt wird. Diese Ausgestaltung der Aufnahmevorrichtung 35 ist vor allem bei Titrationssystemen mit mehreren Titrationsmodulen vorteilhaft, da die Dosiereinheiten unabhängig voneinander ausgewechselt werden können.
Figur 5c zeigt ein Titrationsmodul 13 mit einer Aufnahmevorrichtung 36, welche T- förmig ausgestaltet ist und somit die Vorteile der in den Figuren 3a und 3b gezeigten Aufnahmevorrichtungen 34, 35 vereint. Insbesondere bei Titrationssystemen mit mehreren Titrationsmodulen kann ein derartiges Titrationsmodul 13 beispielsweise in der Mitte eingebaut werden, so dass ein Austausch der Dosiereinheiten an mehreren Stellen bzw. an einem nicht endständigen Titrationsmodul möglich ist, ohne dass das Durchschieben durch nebeneinander angeordnete Titrationsmodule mit derart ausgestalteten Aufnahmevorrichtung behindert wird.
Figur 5d zeigt eine Aufsicht auf ein Titrationsmodul 13 mit einer Aufnahmevorrichtung 37, welche derart ausgestaltet ist, dass eine Dosiereinheit von oben in die Aufnahmevorrichtung 37 eingesetzt werden kann. Hier handelt es sich ebenso wie in Figur 5b um eine Aufnahmevorrichtung 37 welche nicht mit den Aufnahmevorrichtungen anderer Titrationsmodule zusammenwirken kann.
Figur 5e zeigt ein Grundmodul 1 mit einer zweiteiligen Aufnahmevorrichtung. Der eine, einem weiteren anschliessbaren Titrationsmodul zugewandte Bereich 38 ist etwas schmaler ausgestaltet als der dem Titrationsmodul abgewandte Bereich 39, welcher mit dem Bereich 38 verbunden ist. Die Ausgestaltung des Bereichs 38 entspricht der Ausgestaltung der in Figur 5a dargestellten Aufnahmevorrichtung. Der Bereich 39
kann sowohl als Parkposition für eine Dosiereinheit, welche gerade nicht in Betrieb ist, als auch als Austauschposition für Dosiereinheiten dienen, da der Bereich 39 so gestaltet ist, dass eine Dosiereinheit z. B. von oben in die Aufnahmevorrichtung eingesetzt bzw. entnommen werden kann. Diese zweiteilige Ausgestaltung ist besonders vorteilhaft, wenn ein Titrationsmodul mit einer einzelnen
Aufnahmevorrichtung nacheinander mit zwei Dosiereinheiten beispielsweise für Rücktitrationen verwendet wird, da dann die gerade nicht benötigten Dosiereinheit in die Parkposition gesetzt werden kann.
Ein Titrationssystem kann ein Grundmodul und mindestens ein Titrationsmodul aufweisen, wobei das Grundmodul und/oder ein Titrationsmodul entweder gleichartige oder verschiedenartige Aufnahmevorrichtungen aufweisen können.
Ein erfindungsgemässes Titrationssystem kann individuell an die Bedürfnisse des Benutzers angepasst werden, wobei die mit dem Titrationssystem verbindbaren Komponenten und Dosiereinheiten jeweils ein Erkennungsmittel aufweisen, beispielsweise einen RFID-Tag, welche mit einem RFID Empfänger zusammenwirkt, oder ein MikroController, welcher eine eindeutige Identifikation und einen nichtflüchtigen Schreib-/Lesespeicher aufweist, an Hand dessen jede Komponente und/oder jede Dosiereinheit sowohl eindeutig identifiziert werden kann, als auch deren Position im Titrationssystem nach Anschluss an dasselbe registriert werden kann.
Derartige Erkennungsmittel können mit einer Vielzahl von Komponenten verbunden werden, beispielsweise verschiedenen Sensoren, einem Rührer, einem oder mehreren Probenwechslern, Vorratsbehältern, einer externen Auswerteeinheit, wie einem entsprechend ausgestaltetem Computer, oder auch anderen Analyse- und/oder Peripheriegeräte, zu denen sowohl eine Waage zur Bestimmung des Probengewichts als auch ein Drucker gehören.
Ein Erkennungsmittel weist einen MikroController, einen nicht-flüchtigen Speicher und eine eindeutige Identifikation in Form einer Seriennummern oder eines speziellen ID- Chips auf. Das Erkennungsmittel ist dazu ausgestaltet über eine für die Energie- und Datenübertragung geeignete Steckverbindung mit der Steuer- und/oder Regeleinheit verbunden zu werden.
Vorzugsweise werden als Erkennungselemente für die Dosiereinheit RFID- Transponder und korrespondierende Sender-Empfänger-Einheiten eingesetzt. Ein erfindungsgemässes Titrationssystem kann als Erkennungselemente beispielsweise einen Barcode und einen Barcode-Leser und/oder einen Maxicode mit entsprechendem Leser. Die Erkennungselemente können an beliebigen Stellen im Gehäuse der Dosiereinheit bzw. der Aufnahmevorrichtung angeordnet sein, solange diese in der Lage sind, mit einander zu kommunizieren.
Die Dosiereinheit und mindestens eine weitere Komponente können im laufenden Betrieb mit dem Titrationssystem verbunden, von diesem erkannt und initialisiert werden. Ebenso ist es möglich diese wieder vom Titrationssystem zu entfernen, was ebenfalls automatisch erkannt werden kann. Die automatische Erkennung erfolgt über geeignete Erkennungsmittel.
Zu den bekannten Probenwechslern zählen beispielsweise drehbare Rondelle, die mit mehreren Halterungen für Probengefässe bestückt sind, welche an einem stationären Titrationsarm vorbei geleitet werden.
Mittels eines CAN-Bussystems kann eine nahezu unbegrenzte Anzahl von Komponenten an ein Grundmodul angeschlossen werden, vorzugsweise liegt die Anzahl der Titrationsmodule in einem Titrationssystem zwischen eins und zehn.
Das Grundmodul und/oder mindestens ein Titrationsmodul können mindestens eine Aufnahmevorrichtung aufweisen, wobei auch Titrationssysteme realisierbar sind, welche ein Grundmodul und/oder mindestens ein Titrationsmodul ohne oder auch mit mehr als einer Aufnahmevorrichtung aufweisen.
Die Steuer- und/oder Regeleinheit kann sowohl im Grundmodul als auch in einer externen Ein- und/oder Ausgabeeinheit integriert sein. Weiterhin kann eine im Grundmodul angeordnete Steuer- und/oder Regeleinheit einen Ethemetanschluss aufweisen und so über eine vom Titrationssystem räumlich getrennte Ein- und/oder Ausgabeeinheit gesteuert werden.
Bezugszeichenliste
1 Grundmodul
2 Ein- und/oder Ausgabeeinheit
3 Titrationsarm
4, 104 Anschluss für einen Titrationsarm
5 Prozessor
6 Speicher 7, 107, 207 Aufnahmevorrichtung
8, 108, 208, 308 Dosiereinheit
9, 109 Arretierung
10 Sensor
11 Rührer
12 Kabel
13, 113, 213, 313 Titrationsmodul
14 Schlauch
15 Verteiler
16 Schlauchanschluss
17 Vorratsgefäss
18 Probengefäss
19 Magnet
20 Führungssäule
21 Bürettengehäuse
22 Schlitten
23 Antriebswelle
24 Nut
25 Vorsprung
26, 126 Ausgangsbuchse
27 Eingangsbuchse
28 Steuer- und/oder Regeleinheit
29 Erstes Erkennungselement
30 Zweites Erkennungselement
31 externe Ein- und/oder Ausgabeeinheit
Halterung Aufnahmevorrichtung Aufnahmevorrichtung Aufnahmevorrichtung Aufnahmevorrichtung Aufnahmevorrichtung Erster Bereich einer Aufnahmevorrichtung Zweiter Bereich einer Aufnahmevorrichtung Erkennungsmittel