Verfahren und Vorrichtung zur Blasformung von Behältern
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Blasformung von Behältern, bei dem ein Vorformling nach einer thermischen Konditionierung innerhalb einer Blasform einer Blasmaschine durch Blasdruckeinwirkung in den Behälter umgeformt wird sowie bei dem ein Blasgas von einem Kompressor bereitgestellt wird.
Die Erfindung betrifft darüber hinaus eine Vorrichtung zur Blasformung von Behältern, die mindestens eine Blasstation mit einer Blasform aufweist, sowie bei der die Blasstation mit einem Kompressor verbunden ist, der eine KompressorSteuerung aufweist.
Bei einer Behälterformung durch Blasdruckeinwirkung werden Vorformlinge aus einem thermoplastischen Material, beispielsweise Vorformlinge aus PET (Polyethylente- rephthalat) , innerhalb einer Blasmaschine unterschiedlichen BearbeitungsStationen zugeführt. Typischerweise weist eine derartige Blasmaschine eine Heizeinrichtung
sowie eine Blaseinrichtung auf, in deren Bereich der zuvor temperierte Vorformling durch biaxiale Orientierung zu einem Behälter expandiert wird. Die Expansion erfolgt mit Hilfe von Druckluft, die in den zu expandierenden Vorformling eingeleitet wird. Der verfahrenstechnische Ablauf bei einer derartigen Expansion des Vorformlings wird in der DE-OS 43 40 291 erläutert. Die einleitend erwähnte Einleitung des unter Druck stehenden Gases umfaßt auch die Druckgaseinleitung in die sich entwickelnde Behälterblase sowie die Druckgas- einleitung in den Vorformling zu Beginn des Blasvorganges.
Der grundsätzliche Aufbau einer Blasstation zur Behälterformung wird in der DE-OS 42 12 583 beschrieben. Möglichkeiten zur Temperierung der Vorformlinge werden in der DE-OS 23 52 926 erläutert.
Innerhalb der Vorrichtung zur Blasformung können die Vorformlinge sowie die geblasenen Behälter mit Hilfe unterschiedlicher Handhabungseinrichtungen transportiert werden. Bewährt hat sich insbesondere die Verwendung von Transportdornen, auf die die Vorformlinge aufgesteckt werden. Die Vorformlinge können aber auch mit anderen Trageinrichtungen gehandhabt werden. Die Verwendung von Greifzangen zur Handhabung von Vorformlin- gen und die Verwendung von Spreizdornen, die zur Halte- rung in einen Mündungsbereich des Vor-formlings einführbar sind, gehören ebenfalls zu den verfügbaren Konstruktionen.
Eine Handhabung von Behältern unter Verwendung von Übergaberädern wird beispielsweise in der DE-OS 199 06 438 bei einer Anordnung des Übergaberades zwischen einem Blasrad und einer Ausgabestrecke beschrieben.
Die bereits erläuterte Handhabung der Vorformlinge erfolgt zum einen bei den sogenannten Zweistufenverfahren, bei denen die Vorformlinge zunächst in einem Spritzgußverfahren hergestellt, anschließend zwischengelagert und erst später hinsichtlich ihrer Temperatur konditioniert und zu einem Behälter aufgeblasen werden. Zum anderen erfolgt eine Anwendung bei den sogenannten Einstufenverfahren, bei denen die Vorformlinge unmittelbar nach ihrer spritzgußtechnischen Herstellung und einer ausreichenden Verfestigung geeignet temperiert und anschließend aufgeblasen werden.
Im Hinblick auf die verwendeten Blasstationen sind un- ter-schiedliche Ausführungsformen bekannt. Bei Blasstationen, die auf rotierenden Transporträdern angeordnet sind, ist eine buchartige Aufklappbarkeit der Formträger häufig anzu-treffen. Es ist aber auch möglich, relativ zueinander ver-schiebliche oder andersartig geführte Formträger einzu-setzen. Bei ortsfesten Blasstationen, die insbesondere dafür geeignet sind, mehrere Kavitäten zur Behälterformung aufzunehmen, werden typischerweise parallel zueinander angeordnete Platten als Formträger verwendet.
Eine Versorgung der Blasstation mit Blasgas, insbesondere mit Druckluft, erfolgt in der Regel über einen oder mehrere Kompressoren. Typischerweise ist der verwendete Kompressor mit einer Kompressorsteuerung versehen und zwischen dem Kompressor und der Blasmaschine ist ein Druckluftspeicher installiert. Die Kompressorsteuerung steuert den Kompressor derart, daß ein vorgegebenes Druckniveau im Bereich des Druckluftspeichers eingehalten wird. Typischerweise ist die Kompressorsteuerung derart eingestellt, daß im Bereich des
Druckluftspeichers ein Druckniveau von etwa 38 bar bereitgestellt wird. Die Blasmaschine ist mit einer Drucksteuereinrichtung versehen, die den vom Druckluft- Speicher bereitgestellten Druck auf ein konkret zur Formung des Behälters benötigtes Druckniveau reduziert.
Typischerweise werden auf üblichen Blasmaschinen Flaschen mit sehr unterschiedlichen Größen geblasen. Die Volumeninhalte der geblasenen Flaschen schwanken in einem Bereich von 0,15 bis 3,0 Liter. In Abhängigkeit vom jeweiligen Flaschenvolumen und der vorgesehenen Flaschengeometrie variieren auch die zur Behälterformung verwendeten Blasdrücke relativ stark. Ein typischer Blasdruck liegt im Bereich zwischen 22 bis 38 bar.
Ein wesentlicher Anteil der laufenden Betriebskosten für die blastechnische Herstellung der Behälter resultiert aus der Bereitstellung der erforderlichen Blas- luft. Zur Reduzierung dieser Kosten ist es beispielsweise bekannt, die verwendete Blasluft mehrfach zu verwenden und verbrauchte Blasluft eines hohen Druckniveaus auf einem niedrigeren Druckniveau erneut der Behälterformung zuzuführen. Da ein derartiges Recycling von Blasluft nicht in jedem Fall umfangreich einsetzbar ist, können allein durch die Realisierung eines derartigen Recycling die Anforderungen an eine deutliche Reduzierung der Betriebskosten noch nicht in völlig zufriedenstellender Weise erfüllt werden.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren der einleitend genannten Art derart zu verbessern, daß eine Reduzierung der Betriebskosten unterstützt wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß eine Kompressorsteuerung mit einer Steuerung der Blas- maschine derart verbunden wird, daß die Steuerung der Blasmaschine einen Sollwert für den vom Kompressor bereitgestellten Ausgangsdruck generiert.
Weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung der einleitend genannten Art derart zu konstruieren, daß verringerte Betriebskosten erreicht werden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Kompressorsteuerung mit einer Steuerung der Blasmaschine verbunden ist und daß ein Ausgang der Steuerung der Blasmaschine an einen Sollwerteingang der Kompressorsteuerung angeschlossen ist.
Durch die Kopplung der Kompressorsteuerung mit der Steuerung der Blasmaschine ist es möglich, den Kompressor energetisch optimal zu betreiben. Der Ausgangsdruck des Kompressors wird hierdurch nicht auf ein unnötig hohes Niveau gesteigert, das anschließend wieder reduziert wird, sondern der Kompressor generiert lediglich das für den jeweiligen Anwendungsfall erforderliche Druckniveau.
Durch die Kopplung der Kompressorsteuerung und der Steuerung der Blasmaschine wird ein Verbundsystem zwischen der Blasmaschine und der Kompressoranlage bereitgestellt, daß die elektrische Leistungsaufnahme der Kompressoranlage reduziert und hierdurch zu einer Betriebskosteneinsparung führt.
Zur Berücksichtigung unterschiedlicher Anwendungsanforderungen ist vorgesehen, daß der Kompressor in Abhän-
gigkeit von der Kompressorsteuerung mit unterschiedlichen vorgebbaren Ausgangsdrücken betrieben wird.
Geringe zeitliche Verzögerungen bei einem Produktionsstart der Blasmaschine können dadurch erreicht werden, daß die Kompressorsteuerung ohne Vorgabe eines Sollwertes durch die Steuerung der Blasmaschine den Kompressor zur Generierung eines maximal vorgesehenen Ausgangs- druckes ansteuert .
Zur Bereitstellung der erforderlichen Kommunikationswe- ge wird vorgeschlagen, daß eine Kopplung zwischen der Blasmaschine und dem Kompressor mindestens eine unidi- rektionale Datenübertragung durchführt. Vorteilhaft ist auch eine bidirektionale Datenübertragung.
Ein geringer Implementierungsaufwand wird dadurch unterstützt, daß Sollwertvorgaben für den vom Kompressor zu generierenden Ausgangsdruck über ein Bedienprogramm der Blasmaschine vorgegeben werden.
Eine Berücksichtigung technisch bedingter Druckverluste erfolgt dadurch, daß ein Ausgangsdruck des Kompressors durch die Addition eines von der Blasmaschine benötigten Blasdruckes und eines zusätzlichen Differenzdruckes bestimmt wird.
Insbesondere ist daran gedacht, daß der Differenzdruck durch die Summierung eines Differenzdruckes eines Druckreglers der Blasmaschine, Druckverlusten der Verbindungsleitungen sowie einer Hysterese der Kompressorsteuerung ermittelt wird.
Gemäß einer Ausführungsvariante ist daran gedacht, daß mindestens zwei Blasmaschinen an mindestens einen Kompressor angeschlossen werden.
Ebenfalls ist es möglich, daß mindestens zwei Kompressoren an mindestens eine Blasmaschine angeschlossen werden.
Zur Bereitstellung eines stabilen Versorgungsdruckes bei zeitlich variierenden Verbrauchsmengen an Druckluft wird vorgeschlagen, daß mindestens ein Teil der vom Kompressor bereitgestellten Druckluft von einem Druckspeicher gespeichert wird.
In den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele der Erfindung schematisch dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 Eine perspektivische Darstellung einer Blasstation zur Herstellung von Behältern aus Vor- formlingen,
Fig. 2 einen Längsschnitt durch eine Blasform, in der ein Vorformling gereckt und expandiert wird,
Fig. 3 eine Skizze zur Veranschaulichung eines grundsätzlichen Aufbaus einer Vorrichtung zur Blas- formung von Behältern,
Fig. 4 eine modifizierte Heizstrecke mit vergrößerter Heizkapazität,
Fig. 5 ein Blockschaltbild zur Veranschaulichung einer Gesamtanlage aus Kompressor, Druckspeicher und Blasmaschine,
Fig. 6 eine gegenüber der Darstellung in Fig. 5 modifizierte Darstellung und
Fig. 7 eine Darstellung zur Veranschaulichung eines Systems aus mehreren Kompressoren und mehreren Blasmaschinen.
Der prinzipielle Aufbau einer Vorrichtung zur Umformung von Vorformlingen (1) in Behälter (2) ist in Fig. 1 und in Fig. 2 dargestellt.
Die Vorrichtung zur Formung des Behälters (2) besteht im wesentlichen aus einer Blasstation (3) , die mit einer Blasform (4) versehen ist, in die ein Vorformling (1) einsetzbar ist. Der Vorformling (1) kann ein spritzgegossenes Teil aus Polyethylenterephthalat sein. Zur Ermöglichung eines Einsetzens des Vorformlings (1) in die Blasform (4) und zur Ermöglichung eines Herausnehmens des fertigen Behälters (2) besteht die Blasform (4) aus Formhälften (5, 6) und einem Bodenteil (7), das von einer Hubvorrichtung (8) positionierbar ist. Der Vorformling (1) kann im Bereich der Blasstation (3) von einem Transportdorn (9) gehalten sein, der gemeinsam mit dem Vorformling (1) eine Mehrzahl von Behandlungsstationen innerhalb der Vorrichtung durchläuft. Es ist aber auch möglich, den Vorformling (1) beispielsweise über Zangen oder andere Handhabungsmittel direkt in die Blasform (4) einzusetzen.
Zur Ermöglichung einer Druckluftzuleitung ist unterhalb des Transportdornes (9) ein Anschlußkolben (10) angeordnet, der dem Vorformling (1) Druckluft zuführt und gleichzeitig eine Abdichtung relativ zum Transportdorn (9) vornimmt. Bei einer abgewandelten Konstruktion ist
es grundsätzlich aber auch denkbar, feste Druckluftzuleitungen zu verwenden.
Eine Reckung des Vorformlings (1) erfolgt bei diesem Ausführungsbeispiel mit Hilfe einer Reckstange (11) , die von einem Zylinder (12) positioniert wird. Gemäß einer anderen Ausführungsform wird eine mechanische Positionierung der Reckstange (11) über Kurvensegmente durchgeführt, die von Abgriffrollen beaufschlagt sind. Die Verwendung von Kurvensegmenten ist insbesondere dann zweckmäßig, wenn eine Mehrzahl von Blasstationen (3) auf einem rotierenden Blasrad angeordnet sind
Bei der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform ist das Recksystem derart ausgebildet, daß eine Tandem- Anordnung von zwei Zylindern (12) bereitgestellt ist. Von einem Primärzylinder (13) wird die Reckstange (11) zunächst vor Beginn des eigentlichen Reckvorganges bis in den Bereich eines Bodens (14) des Vorformlings (1) gefahren. Während des eigentlichen Reckvorganges wird der Primärzylinder (13) mit ausgefahrener Reckstange gemeinsam mit einem den Primärzylinder (13) tragenden Schlitten (15) von einem Sekundärzylinder (16) oder über eine Kurvensteuerung positioniert. Insbesondere ist daran gedacht, den Sekundärzylinder (16) derart kurvengesteuert einzusetzen, daß von einer Führungsrolle (17) , die während der Durchführung des Reckvorganges an einer Kurvenbahn entlang gleitet, eine aktuelle Reckposition vorgegeben wird. Die Führungsrolle (17) wird vom Sekundärzylinder (16) gegen die Führungsbahn gedrückt. Der Schlitten (15) gleitet entlang von zwei Führungselementen (18) .
Nach einem Schließen der im Bereich von Trägern (19, 20) angeordneten Formhälften (5, 6) erfolgt eine Ver-
riegelung der Träger (19, 20) relativ zueinander mit Hilfe einer Verriegelungseinrichtung (40) .
Zur Anpassung an unterschiedliche Formen eines Mündungsabschnittes (21) des Vorformlings (1) ist gemäß Fig. 2 die Verwendung separater Gewindeeinsätze (22) im Bereich der Blasform (4) vorgesehen.
Fig. 2 zeigt zusätzlich zum geblasenen Behälter (2) auch gestrichelt eingezeichnet den Vorformling (1) und schematisch eine sich entwickelnde Behälterblase (23) .
Fig. 3 zeigt den grundsätzlichen Aufbau einer Blasmaschine, die mit einer Heizstrecke (24) sowie einem rotierenden Blasrad (25) versehen ist. Ausgehend von einer Vorformlingseingäbe (26) werden die Vorformlinge
(1) von Übergaberädern (27, 28, 29) in den Bereich der Heizstrecke (24) transportiert. Entlang der Heizstrecke
(24) sind Heizstrahler (30) sowie Gebläse (31) angeordnet, um die Vorformlinge (1) zu temperieren. Nach einer ausreichenden Temperierung der Vorformlinge (1) werden diese an das Blasrad (25) übergeben, in dessen Bereich die Blasstationen (3) angeordnet sind. Die fertig geblasenen Behälter (2) werden von weiteren Übergaberädern einer Ausgabestrecke (32) zugeführt.
Um einen Vorformling (1) derart in einen Behälter (2) umformen zu können, daß der Behälter (2) Materialeigenschaften aufweist, die eine lange Verwendungsfähigkeit von innerhalb des Behälters (2) abgefüllten Lebensmitteln, insbesondere von Getränken, gewährleisten, müssen spezielle Verfahrensschritte bei der Beheizung und Orientierung der Vorformlinge (1) eingehalten werden. Darüber hinaus können vorteilhafte Wirkungen durch Einhai-
tung spezieller Dimen-sionierungsvorschriften erzielt werden.
Als thermoplastisches Material können unterschiedliche Kunststoffe verwendet werden. Einsatzfähig sind beispielsweise PET, PEN oder PP.
Die Expansion des Vorformlings (1) während des Orientierungsvorganges erfolgt durch Druckluftzuführung. Die Druckluftzuführung ist in eine Vorblasphase, in der Gas, zum Beispiel Preßluft, mit einem niedrigen Druckniveau zugeführt wird und in eine sich anschließende Haupt-blasphase unterteilt, in der Gas mit einem höheren Druck-niveau zugeführt wird. Während der Vorblas- phase wird typischerweise Druckluft mit einem Druck im Intervall von 10 bar bis 25 bar verwendet und während der Hauptblasphase wird Druckluft mit einem Druck im Intervall von 25 bar bis 40 bar zugeführt.
Aus Fig. 3 ist ebenfalls erkennbar, daß bei der dargestellten Ausführungsform die Heizstrecke (24) aus einer Vielzahl umlaufender Transportelemente (33) ausgebildet ist, die kettenartig aneinandergereiht und entlang von Umlenkrädern (34) geführt sind. Insbesondere ist daran gedacht, durch die kettenartige Anordnung eine im wesentlichen rechteckförmige Grundkontur aufzuspannen. Bei der dargestellten Ausführungsform werden im Bereich der dem Übergaberad (29) und einem Eingaberad (35) zugewandten Ausdehnung der Heizstrecke (24) ein einzelnes relativ groß dimensioniertes Umlenkrad (34) und im Bereich von benachbarten Umlenkungen zwei vergleichsweise kleiner dimensionierte Umlenkräder (36) verwendet. Grundsätzlich sind aber auch beliebige andere Führungen denkbar.
Zur Ermöglichung einer möglichst dichten Anordnung des Übergaberades (29) und des Eingaberades (35) relativ zueinander erweist sich die dargestellte Anordnung als besonders zweckmäßig, da im Bereich der entsprechenden Ausdehnung der Heizstrecke (24) drei Umlenkräder (34, 36) positioniert sind, und zwar jeweils die kleineren Umlenkräder (36) im Bereich der Überleitung zu den linearen Verläufen der Heiz-strecke (24) und das größere Umlenkrad (34) im unmittel-baren Übergabebereich zum Übergaberad (29) und zum Eingaberad (35) . Alternativ zur Verwendung von kettenartigen Transportelementen (33) ist es beispielsweise auch möglich, ein rotierendes Heizrad zu verwenden.
Nach einem fertigen Blasen der Behälter (2) werden diese von einem Entnahmerad (37) aus dem Bereich der Blasstationen (3) herausgeführt und über das Übergaberad (28) und ein Ausgaberad (38) zur Ausgabestrecke (32) transportiert .
In der in Fig. 4 dargestellten modifizierten Heizstrek- ke (24) können durch die größere Anzahl von Heizstrahlern (30) eine größere Menge von Vorformlingen (1) je Zeiteinheit temperiert werden. Die Gebläse (31) leiten hier Kühlluft in den Bereich von Kühlluftkanälen (39) ein, die den zugeordneten Heizstrahlern (30) jeweils gegenüberliegen und über Ausströmöffnungen die Kühlluft abgeben. Durch die Anordnung der Ausströmrichtungen wird eine Strömungsrichtung für die Kühlluft im wesentlichen quer zu einer Transportrichtung der Vorformlinge (1) realisiert. Die Kühlluftkanäle (39) können im Bereich von den Heizstrahlern (30) gegenüberliegenden Oberflächen Reflektoren für die Heizstrahlung bereitstellen, ebenfalls ist es möglich, über die abgegebene
Kühlluft auch eine Kühlung der Heizstrahler (30) zu realisieren.
Fig. 5 veranschaulicht schematisch die Versorgung einer Blasmaschine (41) mit Druckluft unter Verwendung eines Kompressors (42) sowie eines Druckspeichers (43) . Der Druckspeicher (43) ist typischerweise als ein Kessel ausgebildet. Der Kompressor (42) weist eine Kompressorsteuerung (44) auf und die Blasmaschine (41) ist mit einer Steuerung (45) versehen. Der Druckspeicher (43) ist mit einer Druckmeßeinrichtung (46) versehen, die einen Istwert für den vom Kompressor (42) bereitgestellten Ausgangsdruck an die Kompressorsteuerung (44) liefert.
Die Kompressorsteuerung (44) und die Steuerung (45) der Blasmaschine (41) sind über eine Kopplung (47) miteinander verbunden. Die Kopplung (47) kann in Abhängigkeit von den jeweiligen Anwendungsanforderungen einen unidi- rektionalen oder einen bidirektionalen Datentransfer unterstützen. Technisch kann die Kopplung (47) in unterschiedlichen Varianten realisiert werden. Beispielsweise ist an eine kabelgebundene Verbindung oder eine drahtlose Verbindung gedacht. Bei einer kabelgebundenen Verbindung kann der Datentransfer beispielsweise elektrisch oder optisch erfolgen. Drahtlose Verbindungen können über Funkstrecken, Infrarotstrecken oder andere berührungslose Kommunikationswege bereitgestellt werden.
Aus der gegenüber Fig. 5 abgewandelten Darstellung in Fig. 6 ist erkennbar, daß die Steuerung (45) der Blasmaschine (41) einen Vorgabewert für die Kompressorsteuerung (44) im Bereich eines Sollwerteinganges (48) bereitstellt. Die Kompressorsteuerung (44) weist
darüber hinaus eine Eingabe (49) für einen Basissollwert auf. Der Sollwerteingang (48) und die Eingabe (49) können mit einer Prioritätsteuerung verknüpft sein. Dies bedeutet, daß der Kompressor bei Vorliegen eines Führungswertes von der Blasmaschine (41) diesen als Sollwert berücksichtigt, bei Fehlen eines derartigen externen Steuerwertes aber den von der Eingabe (49) bereitgestellten Sollwert berücksichtigt.
Unter Berücksichtigung der vorstehend skizzierten Prioritätensteuerung ist es beispielsweise möglich, ohne eingeschaltete Blasmaschine (41) im Bereich des Druckspeichers (43) einen Grunddruck bereitzustellen. Dies kann beispielsweise der maximale vom Kompressor generierte Ausgangsdruck, beispielsweise ein Druck von 38 bar sein. Hierdurch ist gewährleistet, daß unabhängig von einem konkret von der Blasmaschine (41) benötigten Blasdruck ohne Zeitverzögerung der benötigte Blasdruck bereitgestellt wird. Nach einem Einschalten der Blasmaschine (41) liegt dann ein Sollwert für den tatsächlich benötigten Blasdruck am Sollwerteingang (48) an und der Kompressor (42) stellt einen zugeordneten Ausgangsdruck im Bereich des Druckspeichers (43) bereit.
Für eine optimierte Steuerung des Kompressors (42) wird berücksichtigt, daß nicht der volle vom Kompressor (42) bereitgestellte Ausgangsdruck den Blasstationen (3) zugeführt wird, sondern daß mit Druckverlusten zu rechnen ist. Vorteilhafterweise stellt der Kompressor (42) deshalb den tatsächlich von den Blasstationen (3) benötigten Blasdruck zuzüglich eines Differenzdruckes bereit.
P Ein Lieferdruck κ~s im Kompressorspeichersystem kann durch die Auswertung der folgenden Formel bestimmt werden:
p _ p i Λ p + A P + AP rK-S — rBd + iλrBr + L1JrDV + iXrK-S-H hierin sind:
P B1d - Blasdruck, der in der Maschine benötigt wird.
1^Br = Druckdifferenz, die der Blasdruckregler an der Blasmaschine für eine Regelung benötigt.
AD
DV = Druckverluste durch Strömung zwischen Speicher und Blasdruckregler.
ΛP
K-s-H _ Kompressor-Speichersystem-Hysterese, die sich durch die Zu- und Absehaltdrücke des Kompressors ergibt.
Eine Auswertung der vorstehenden Formel wird am nachfolgenden Beispiel erläutert. Es ergibt sich hieraus, wie die Bedarfssteuerung der Druckluft sich auf den Speicherdruck und somit auch auf die Leistungsaufnahme des Kompressors auswirkt.
Flasche A Flasche B pBd 36 bar 24 bar wBr 2 bar 2 bar
"κ-s 39,5 bar 27,5 bar
Die Auswertung der vorstehenden Tabelle ergibt, daß bei einer blastechnischen Herstellung der Flasche (B) statt der Flasche (A) ein um etwa 12 bar niedrigerer Ausgangsdruck des Kompressors (42) benötigt wird. Durch die Reduzierung des Ausgangsdruckes des Kompressors braucht dieser die bereitgestellte Luft nicht auf das unnötig hohe Druckniveau zu verdichten. Bei typischen Druckluftverbräuchen von etwa 1000 bis 3000 Normkubikmetern je Stunde ergibt sich hieraus ein erhebliches Energieeinsparpotential .
Fig. 7 zeigt eine komplexere Produktionsanlage, die aus zwei Kompressoren (42) und zwei Blasmaschinen (41) besteht, die über einen gemeinsamen Druckspeicher (43) miteinander gekoppelt sind. Die beiden Kompressoren (42) werden bei einer derartigen Anordnung vorzugsweise mit gleichen Sollwerten betrieben. Die Blasmaschinen (41) stellen jeweils Sollwerte für die Kompressorsteue- rung (44) bereit, die aus den individuell zu produzierenden Behältern (42) resultieren. Die Kompressorsteuerung (44) stellt das höhere der benötigten Druckniveaus zur Verfügung.
Grundsätzlich können in Abhängigkeit von den konkreten Anwendungsanforderungen beliebige Anzahlen von Kompressoren (42) und Blasmaschinen (21) miteinander gekoppelt werden. Es ist dabei lediglich dafür Sorge zu tragen, daß der benötigte Gesamtbedarf an Druckluft der Blasmaschinen (41) von den Kompressoren (42) bereitgestellt wird und daß die den höchsten Blasdruck benötigende Blasmaschine (41) mit mindestens diesem Druckniveau versorgt wird.
Typischerweise umfaßt die Steuerung (45) der Blasmaschine (41) eine Bedieneinrichtung, die eine Abspeiche-
rung und Veränderung vorgegebener Rezepturen für die Herstellung der Behälter (3) umfaßt. Die Rezepturen enthalten als einen Produktionsparameter den erforderlichen Blasdruck. In Abhängigkeit von diesem Blasdruckparameter wird eine Druckregeleinrichtung der Blasmaschine (41) gesteuert. Dieser Blasdruckparameter kann somit ohne wesentlichen Aufwand auch der Kompressorsteuerung (44) zur Verfügung gestellt werden. Der konkret erforderliche Differenzdruck, um den der Ausgangsdruck des Kompressors (42) höher als der konkret benötigte Blasdruck zu sein hat, kann sowohl im Bereich der Steuerung (45) der Blasmaschine (41) als auch im Bereich der Kompressorsteuerung (44) berechnet werden. Bevorzugt erfolgt die Berechnung im Bereich der Steuerung (45) der Blasmaschine (41) , da hier alle erforderlichen Informationen verfügbar sind und Modifikationen der Kompressorsteuerung (44) vermieden werden.