Schnittstelleneinheit und Kommunikationssystem mit einer Mas- ter-Slave-Struktur
Die Erfindung betrifft eine Schnittstelleneinheit für ein Kommunikationssystem mit einer Master-Slave-Struktur, bei der die Schnittstelleneinheit eine Mehrzahl von Slave-Einheiten über eine gegenläufig arbeitende Doppelringstruktur miteinander verbindet und ein solches Kommunikationssystem mit einer Master-Slave-Struktur.
In der Fertigungs- und Automatisierungstechnik werden zunehmend serielle Bussysteme eingesetzt, bei denen die dezentral angeordneten Geräte einer Maschinenperipherie wie E/A-Module, Messumformer, Antriebe, Ventile und Bedienerterminals über ein leistungsfähiges Echtzeit-Kommunikationssystem mit Auto- matisierungs-, Engineering- oder Visualisierungssystemen kommunizieren. Alle Teilnehmer sind dabei über einen seriellen Bus, vorzugsweise über einen Feldbus miteinander vernetzt, wobei der Datenaustausch über den Bus in der Regel auf der Grundlage des Master-Slave-Prinzips ausgeführt wird.
Die aktiven Busteilnehmer am Bussystem, in der Regel die Steuergeräte, sind im Besitz einer Buszugriffsberechtigung und bestimmen den Datentransfer auf dem Bus. Die aktiven Bus- teilnehmer werden als die Master-Einheiten im seriellen Bussystem bezeichnet. Passive Busteilnehmer sind dagegen in der Regel Maschinenperipheriegeräte. Sie erhalten keine Buszugriffsberechtigung, d.h. sie dürfen nur empfangene Informationssignale quittieren oder auf Anfrage einer Master-Einheit Informationssignale an diese übermitteln. Die passiven Busteilnehmer werden als Slave-Einheiten im seriellen Bussystem bezeichnet.
Feldbussysteme mit einer Master-Slave-Struktur werden im AIl- gemeinen, um eine aufwändige Verkabelung zu vermeiden, in
Ringtopologie ausgeführt, wobei alle Busteilnehmer an einen ringförmigen Übertragungsweg angeschlossen sind. Ein von der
Master-Einheit erzeugtes Informationssignal wird von der Master-Einheit in den ringförmigen Übertragungsweg eingespeist und durchläuft nacheinander die seriell an den ringförmigen Übertragungsweg angeschlossenen Slave-Einheiten, um dann wie- der von der Master-Einheit empfangen und ausgewertet zu werden. Master-Slave-Systeme können dabei auch als MuIti- Mastersysteme ausgelegt sein.
Die Informationssignale werden von der Master-Einheit in der Regel in Datenpakete organisiert, die sich aus Steuerdaten und Nutzdaten zusammensetzen, wobei vorzugsweise der Ether- net-Standard verwendet wird, der Datenpakete mit einer Länge von bis zu 1500 Byte bei einer gleichzeitig hohen Übertragungsgeschwindigkeit von 100 Mbit/sec ermöglicht. Jede der an den ringförmigen Übertragungsweg angeschlossenen Slave- Einheiten tauscht beim Durchlauf des von der Master-Einheit eingespeisten Ethernet-Telegramms auf dem ringförmigen Übertragungsweg die für ihn bestimmten Nutzdaten mit dem Ether- net-Telegramm aus.
Die Master-Slave-Kommunikationssysteme mit Ringstruktur sind in der Regel so aufgebaut, dass die Master-Einheit eine Sendeeinheit als Dateneinkoppelstelle und eine Empfangseinheit als Datenauskoppelstelle aufweist. Die einzelnen Slave- Einheiten sind dann am Übertragungsweg zu einer Kette zusammengeschlossen, wobei jeder Teilnehmer mit zwei Nachbarn, der erste und der letzte Teilnehmer in der Kette dabei mit der Master-Einheit verbunden ist. Die Übertragung der Datenpakete erfolgt dabei in eine Richtung ausgehend von der Master- Einheit über deren Sendeeinheit zur ersten angeschlossenen
Slave-Einheit und von dort zur nächsten, bis die letzte SIa- ve-Einheit in der Kette erreicht ist, und dann zurück zur Empfangseinheit der Master-Einheit. Jede Slave-Einheit weist zum Empfang der umlaufenden Datenpakete vom vorherigen Teil- nehmer eine Schnittstelle mit einer Empfangseinheit und zur Weitergabe an den nachfolgenden Teilnehmer eine Schnittstelle mit einer Sendeeinheit auf, wobei zwischen Empfangs- und Sen-
deeinheit eine Verarbeitungseinheit angeordnet ist, um die durch die Slave-Einheit durchlaufenden Datenpakete zu verarbeiten, d.h. mit den Datenpaketen die der Slave-Einheit zugeordneten Nutzdaten auszutauschen.
Die ringförmigen Kommunikationssysteme mit Master-Slave- Struktur sind dabei oft so ausgelegt, dass die Master-Einheit mit den daran angeordneten Slave-Einheiten eine physikalische Linie bildet, wobei das Übertragungsmedium eine Doppellei- tungsstruktur und jede Slave-Einheit zwei Ports mit einer kombinierten Sende-Empfangseinheit aufweist, wobei im Ausgangsport der letzten Slave-Einheit in der Übertragungskette Sende- und Empfangseinheit kurzgeschlossen sind. Die von der Master-Einheit über deren Empfangseinheit in die erste Lei- tung eingekoppelten Datenpakete werden von den Slave- Einheiten auf dem Hinweg bearbeitet und auf dem Rückweg über die zweite Leitung dann einfach nur an die Empfangseinheit der Master-Einheit weitergeleitet.
Eine zentrale Anforderung an Master-Slave-Kommunikationssys- teme, insbesondere beim Einsatz in der Fertigungs- und Prozessautomatisierung, ist eine hohe Fehlertoleranz, also die Fähigkeit des Kommunikationssystems, trotz des Auftretens von Fehlern die geforderte Funktion, d.h. zum Beispiel die Her- Stellung eines Werkstücks aufrecht zu erhalten. Fehler im
Kommunikationssystem, die ohne Beeinträchtigung des Prozesses überstanden werden müssen, sind dabei neben Fehlern in den Datenpaketen insbesondere auch der Ausfall ganzer Übertragungsstrecken, beispielsweise durch physikalisches Durchtren- nen des Übertragungsmediums.
Um ein fehlertolerantes Master-Slave-Kommunikationssystem, insbesondere bei Streckenfehlern, d.h. beim Ausfall ganzer Übertragungsabschnitte, zu erreichen, werden oft gegenläufig arbeitende Doppelringstrukturen eingesetzt. So ist in der US 4,663,748 ein Kommunikationssystem mit einer Master-Slave- Struktur beschrieben, bei dem die Master-Einheit mit einer
Mehrzahl von Slave-Einheiten seriell über zwei gegenläufig arbeitende Koinmunikationspfade verbunden ist, wobei die Master-Einheit die Datenpakete gleichzeitig über beide Kommunikationspfade versendet. Die Slave-Einheit besitzt dann zwei Verarbeitungseinheiten, die jeweils zwischen die beiden Kommunikationspfade geschaltet sind, um die durchlaufenden Datentelegramme zu verarbeiten. Weiterhin sind in den Teilnehmern aktivierbare Kopplungseinheiten angeordnet, um bei Auftreten eines Streckenfehlers, z.B. dem Bruch einer Kommunika- tionsleitung, durch Signalüberwachung der Signale auf beiden Übertragungsringen und entsprechendes Umschalten das Kommunikationssystem so zu rekonfigurieren, dass ein durch den Streckenfehler bedingter Ausfall eines größeren Abschnitts des Kommunikationssystems oder sogar ein Gesamtausfall vermieden wird.
In der DE 103 12 907 Al ist weiterhin vorgeschlagen, die Slave-Einheit so auszubilden, dass in jedem Kommunikationspfad in Datenübertragungsrichtung zuerst eine Verarbeitungseinheit und dann ein Multiplexer mit zwei Eingängen und einem Ausgang angeordnet ist. Der Multiplexer ist dabei mit seinen Eingängen jeweils mit den beiden Verarbeitungseinheiten der Slave- Einheit verbunden und mit seinem Ausgang an den zugeordneten Kommunikationspfad angeschlossen. Im störungsfreien Normalbe- trieb schaltet jeder der beiden Multiplexer die im zugeordneten Kommunikationspfad angeordnete Verarbeitungseinheit durch. Im Störbetrieb, bei Auftreten eines Streckenfehlers im zugeordneten Kommunikationspfad, wird dann jedoch die Verarbeitungseinheit im anderen Kommunikationspfad durchgeschal- tet. Diese Auslegung der Slave-Einheit ermöglicht es, im
Störfall im Wesentlichen in Echtzeit das Kommunikationssystem zu rekonfigurieren.
Fehlertolerante Master-Slave-Kommunikationssysteme mit einer Doppelringstruktur, bei denen die Master-Einheit jeweils zwei Sende- und Empfangseinrichtungen mit entsprechenden Sendern bzw. Empfängern und zugehörigen Steuerungen, um Datenpakete
auf die beiden Kommunikationspfade auszugeben, aufweisen, sorgt für einen hohen Hardware- und Schaltaufwand der Master- Einheit und erhöht somit wesentlich die Kosten. Dies gilt auch für die Slave-Einheiten, die jeweils zwei Verarbeitungs- einheiten zur Verarbeitung der durchlaufenden Datenpakete enthalten. Jede Slave-Einheit muss darüber hinaus im Normalbetrieb entscheiden, welche der beiden durch die zwei Verarbeitungseinheiten durchlaufenden Datenpakete zur Gerätesteuerung genutzt werden soll, was bei den geforderten hohen Da- tenübertragungsraten den Einsatz solcher Kommunikationssysteme stark beschränkt. Darüber hinaus ist es bei den bekannten fehlertoleranten Kommunikationssystemen mit Doppelringtopolo- gie erforderlich, dass die Master-Einheit auf jeden Streckenfehler gesondert reagiert und vom Normalbetrieb in einen Störmodus umschaltet.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Schnittstelle für ein Kommunikationssystem mit einer Master-Slave-Struktur zum Verbinden einer Master-Einheit seriell mit einer Mehrzahl von Slave-Einheiten über eine Doppelringstruktur und ein entsprechendes Kommunikationssystem bereitzustellen, die sich durch einen minimalen Hardware- und Schaltaufwand und die Möglichkeit einer Rekonfiguration in Echtzeit bei Auftreten von Streckenfehlern in der Doppelringtopologie auszeichnen.
Diese Aufgabe wird durch eine Schnittstelleneinheit gemäß Anspruch 1, ein Kommunikationssystem gemäß Anspruch 7 und ein Kommunikationssystem gemäß Anspruch 10 gelöst. Bevorzugte Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
Erfindungsgemäß ist eine Schnittstelle für ein Kommunikationssystem mit einer Master-Slave-Struktur, die eine Master- Einheit seriell mit einer Mehrzahl von Slave-Einheiten über eine aus einem ersten Kommunikationspfad und einem zweiten Kommunikationspfad gebildete gegenläufig arbeitende Doppelringstruktur verbindet, vorgesehen. Die Schnittstelleneinheit weist dabei eine erste Schalteinheit auf, deren Eingang mit
einer Sendeeinheit der Master-Einheit, deren erster Ausgang mit dem ersten Kommunikationspfad und deren zweiter Ausgang mit dem zweiten Kommunikationspfad verbunden ist und die ausgelegt ist, ein von der Sendeeinheit der Master-Einheit emp- fangenes Informationssignal zum getrennten gegenläufigen Senden auf den ersten Kommunikationspfad und den zweiten Kommunikationspfad auszugeben. Ferner ist eine zweite Schalteinheit in der Schnittstelleneinheit vorgesehen, deren erster Eingang mit dem ersten Kommunikationspfad, deren zweiter Ein- gang mit dem zweiten Kommunikationspfad und deren Ausgang mit einer Empfangseinheit der Master-Einheit verbunden ist und die ausgelegt ist, die beiden auf dem ersten Kommunikationspfad und dem zweiten Kommunikationspfad gegenläufig umlaufenden Informationssignale an die Empfangseinheit der Master- Einheit weiterzuleiten.
Mit dieser erfindungsgemäßen Auslegung der Schnittstelle zwischen der Master-Einheit und den Slave-Einheiten in einem fehlertoleranten Kommunikationssystem mit einer Doppelringto- pologie können der Hard- und Softwareaufwand und damit die Kosten wesentlich reduziert werden. Durch den Einsatz einer in der erfindungsgemäßen Weise ausgebildeten Schnittstelleneinheit ist es möglich, auch in einer Doppelringstruktur eine herkömmliche Master-Einheit zu verwenden, wie sie in einer Einfachringarchitektur eingesetzt wird und die nur eine Sende- und Empfangseinheit aufweist. Die erfindungsgemäße Schnittstelleneinheit sorgt dafür, dass auch mit einer für eine Einfachringstruktur konzipierten Master-Einheit Datenpakete auf den beiden gegenläufig arbeitenden Kommunikations- pfaden der Doppelringstruktur umlaufen können.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die Schnittstelleneinheit dabei intelligent ausgelegt, und zwar so, dass sie ein von der Sendeeinheit der Master-Einheit empfangenes In- formationssignal zum getrennten gegenläufigen Senden auf den ersten und zweiten Kommunikationspfaden der Doppelringstruktur dupliziert. Durch das Senden zweier identischer Datenpa-
kete auf den beiden gegenläufigen Kommunikationspfaden wird eine hohe Fehlertoleranz gegenüber Streckenfehlern in der Doppelringstruktur erreicht.
Dies gilt auch für eine zweite bevorzugte Ausführungsform, bei der die erste Schalteinheit der Schnittstelleneinheit so ausgelegt ist, dass eine Adresseninformation im von der Sendeeinheit der Master-Einheit empfangenen Informationssignal ausgewertet wird, um das Informationssignal wechselweise auf dem ersten Kommunikationspfad und dem zweiten Kommunikationspfad zu versenden. Diese Auslegung ermöglicht es, zwei identische und damit redundante Informationssignale gegenläufig über die Doppelringstruktur umlaufen zu lassen, was eine hohe Fehlertoleranz gewährleistet.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die zweite Schalteinheit der Schnittstelleneinheit ausgelegt, die beiden im ersten und zweiten Kommunikationspfad gegenläufig umlaufenden Informationssignale auszuwerten. Hierdurch kann die Funktionsfähigkeit des Kommunikationssystems auf einfache Weise, insbesondere auch im redundanten Fall, also dann, wenn die Kommunikationssysteme aufgrund eines Streckenfehlers rekonfiguriert sind und einzelne Slave-Einheiten auf den Fehlerbetrieb umgeschaltet haben, gewährleistet werden.
Alternativ kann die zweite Schalteinheit der Schnittstelleneinheit aber auch so ausgelegt sein, dass die beiden auf dem ersten und dem zweiten Kommunikationspfad empfangenen Datenpakete nacheinander an die Empfangseinheit der Master-Einheit zum Auswerten weitergeleitet werden. Die Redundanz beim Auftreten des Fehlerfalls wird dann statt durch Auswerten in der Schnittstelleneinheit durch Auswerten in der Master-Einheit erreicht werden. Bevorzugt ist es dabei, dass die zweite Schalteinheit der Schnittstelleneinheit einen FIFO- Mechanismus aufweist, um so Kollisionen der nacheinander zur Master-Einheit rückgekoppelten Informationssignale zu verhindern.
Erfindungsgemäß ist die Kommunikation mit der Master-Slave- Struktur so ausgelegt, dass die Master-Einheit eine Sendesteuereinheit aufweist, die über die Sendeeinheit der Master- Einheit zwei Informationssignale mit einem identischen Datenfeld, das für jede angeschlossene Slave-Einheit einen zugeordneten Datenbereich aufweisen kann, und mit einem unterschiedlichen Adressenfeld an die erste Schalteinheit der Schnittstelleneinheit sendet. Die erste Schalteinheit der Schnittstelleneinheit ist dann weiter so ausgelegt, dass auf der Grundlage des Inhalts des Adressenfeldes das eine Informationssignal auf dem ersten Kommunikationspfad und das andere Informationssignal auf dem zweiten Kommunikationspfad ausgegeben wird. In jeder in der Doppelringstruktur angeordneten Slave-Einheit ist eine aktivierbare Kopplungseinrichtung vorgesehen, die im Normalbetrieb den Eingang einer Verarbeitungseinheit mit einer ersten Empfangseinrichtung, den Ausgang der Verarbeitungseinheit mit einer ersten Sendeeinheit und eine zweite Empfangseinheit mit einer zweiten Sendeein- heit verbindet. Im Fehlerfall der ersten Sendeeinheit und/oder der zweiten Empfangseinheit wird dann der Eingang der Verarbeitungseinheit mit der ersten Empfangseinheit und der Ausgang der Verarbeitungseinheit mit der zweiten Empfangseinheit verbunden. Im Fehlerfall der ersten Empfangsein- heit und/oder der zweiten Sendeeinheit wird dagegen der Eingang der Verarbeitungseinheit mit der zweiten Empfangseinheit und der Ausgang der Verarbeitungseinheit mit der ersten Sendeeinheit verbunden. Die Verarbeitungseinheit jeder Slave- Einheit ist weiterhin so ausgelegt, dass beim Verarbeiten des durchlaufenden Informationssignals der der Slave-Einheit zugeordnete Datenbereich verarbeitet wird. In der zweiten Schalteinheit der Schnittstelleneinheit werden dann die beiden gegenläufig umlaufenden Informationssignale nacheinander an die Empfangseinheit der Master-Einheit weitergeleitet, wo- bei eine Empfangssteuereinheit der Master-Einheit ausgelegt ist, die Datenfelder der beiden von der Empfangseinheit empfangenen Informationssignale zu überlagern. Durch diese Aus-
legung wird ein hoch fehlertolerantes KommunikationsSystem auf einfache Weise gebildet, da sich bei Streckenfehlern durch Verändern des Datenpaketweges in den angrenzenden SIa- ve-Einheiten das Kommunikationssystem schnell rekonfigurieren lässt, wobei die beiden redundant umlaufenden Datenpakete in der Empfangssteuereinheit der Master-Einheit überlagert werden, um zuverlässig einen Informationsverlust auch im Fehlerbetrieb zu vermeiden.
Alternativ kann eine solche Fehlertoleranz im Kommunikationssystem auch erreicht werden, indem eine intelligente Schnittstelle eingesetzt wird, die ein von der Sendeeinheit der Master-Einheit empfangenes Informationssignal dupliziert, wobei dann die beiden umlaufenden Datenpakete nach dem Empfang von der Schnittstelleneinheit überlagert werden, um so im Fehlerbetrieb der Slave-Einheiten zuverlässig einen Verlust von Daten zu verhindern.
Um die Störungsfreiheit im Kommunikationssystem zu überwa- chen, insbesondere auch bei einer Rekonfiguration des Kommunikationssystems nach Auftreten eines Streckenfehlers, weisen gemäß einer bevorzugten Ausführungsform die Informationssignale ein zusätzliches, auf einen vorgegebenen Wert gesetztes Zählerfeld auf, das von der Verarbeitungseinheit der Slave- Einheit jeweils beim Durchlauf um einen vorgegebenen Wert verändert wird. Die zweite Schalteinheit der Schnittstelleneinheit oder alternativ die Empfangssteuereinheit der Master- Einheit addieren den Wert der Zählerfelder der beiden gegenläufig umgelaufenen Informationssignale auf. Durch Auswerten dieses Wertes kann dann festgestellt werden, ob Streckenfehler im Kommunikationssystem aufgetreten sind, bzw. ob eine Slave-Einheit ausgefallen ist.
Die Erfindung wird anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigt
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Kommunikationssystems mit einer Master-Slave-Struktur, bei der eine Schnittstelleneinheit zwischen der Master-Einheit und dem seriell in einer Doppelringstruktur verbundenen SIa- ve-Einheit vorgesehen ist, wobei
Fig. IA den Normalbetrieb,
Fig. IB einen ersten Kommunikationssystem-
Rekonfigurationsbetrieb bei Auftreten eines Streckenfehlers,
Fig. IC einen zweiten Kommunikationssystem-
Rekonfigurationsbetrieb bei Ausfall einer Slave-Einheit dar- stellt; und
Fig. 2 eine schematische Darstellung einer Slave-Einheit gemäß der Erfindung.
In der Automatisierungstechnik werden zunehmend Feldbussysteme eingesetzt, bei denen verteilt angeordnete Geräte der Maschinenperipherie mit Automatisierungs-, Engineerings- und Visualisierungssystemen über einen Feldbus kommunizieren. Das Feldbussystem weist in der Regel einen seriellen Bus auf, welcher beispielsweise eine elektrische Leitung, ein Lichtleiter oder ein Radiokabel sein kann. An diesen Feldbus sind dann alle Busteilnehmer angeschlossen, wobei zwischen aktiven und passiven Busteilnehmern unterschieden wird. Die aktiven Busteilnehmer am Feldbussystem sind die Master-Einheiten, die den Datenverkehr auf dem Bus bestimmen. Eine solche Master- Einheit ist zum Beispiel ein Industrie-PC, der als Prozess- leitrechner in einem Fertigungsverfahren dient. Diese Master- Einheit besitzt eine Buszugriffsberechtigung und kann Daten ohne externe Aufforderung auf den Feldbus ausgeben. Die pas- siven Busteilnehmer am Bussystem sind Maschinenperipheriege- räte, beispielsweise E/A-Geräte, Ventile, Antriebe und Messumformer. Sie dienen als Slave-Einheiten und erhalten keine
Buszugriffsberechtigung, d.h. sie dürfen nur empfangene Informationssignale quittieren oder auf Anfrage einer Master- Einheit Informationssignale an diese übermitteln.
Als Kommunikationsstandard zur Datenübertragung im Master- Slave-System wird vorzugsweise das Ethernet-Konzept eingesetzt. Bei Ethernet-Kommunikationssystemen werden die zu ü- bermittelnden Daten als Informationssignale in Datenpaketen, im weiteren auch als Telegramme bezeichnet, mit einem vorge- gebenen Format verkapselt. Die Ethernet-Telegramme können dabei eine Datenlänge von bis zu 1500 Bytes aufweisen, wobei zusätzlich zu den Nutzdaten Steuerdaten, die eine Anfangsken- nung, eine Ziel- und Quelladresse, den Datenpaket-Typ und einen Fehlermechanismus aufweisen, enthalten sind.
Ethernet-Kommunikationssysteme mit einer Master-Slave- Struktur sind bevorzugt so ausgelegt, dass die einzelnen SIa- ve-Einheiten über das Übertragungsmedium zu einer Kette zusammengeschlossen sind, wobei jede Slave-Einheit mit zwei Nachbarn, der erste und der letzte Teilnehmer in der Kette dabei mit der Master-Einheit verbunden ist, so dass sich eine Ringstruktur ergibt. Die Datenübertragung erfolgt dabei in eine Richtung ausgehend von der Master-Einheit zur ersten benachbarten Slave-Einheit und von dort zur nächsten bis zur letzten Slave-Einheit und dann zurück zur Master-Einheit.
Um eine hohe Fehlertoleranz insbesondere bei einem Streckenfehler im Kommunikationssystem, d.h. dem Ausfall ganzer Übertragungsabschnitte mit Slave-Einheiten, z.B. durch Kabel- bruch, zu gewährleisten, weisen die Kommunikationssysteme mit einer Master-Slave-Struktur oft zwei Kommunikationspfade auf, die gegenläufig zueinander arbeiten. Durch die gegenläufig arbeitende Doppelringstruktur besteht bei Streckenfehlern die Möglichkeit, Rekonfigurationsmaßnahmen im Kommunikationssys- tem auszuführen, um die Funktionsfähigkeit des Kommunikationssystems trotz Streckenfehler aufrecht zu erhalten.
Fig. 1 zeigt in einem Prinzipschaltbild ein solches fehlertolerantes Kommunikationssystem einer erfindungsgemäßen Ausführungsform. Das Kommunikationssystem weist eine Master-Einheit 1 auf, die über eine Schnittstelleneinheit 4 mit einer Dop- pelringstruktur 2, in die N Slave-Einheiten 3 seriell eingebunden sind. Die Doppelringstruktur 2 umfasst zwei unidirek- tionale Kommunikationspfade 21, 22, die die angeschlossenen Slave-Einheiten 3 gegenläufig durchlaufen.
Die Schnittstelleneinheit 4 weist eine erste Schalteinheit 41 und eine zweite Schalteinheit 42 auf. Die erste Schalteinheit 41 ist mit einem Eingang 411 mit einer Sendeeinheit TXlI der Master-Einheit 1 verbunden. Ein erster Ausgang 412 der ersten Schalteinheit 41 ist an den ersten Kommunikationspfad 21 und ein zweiter Ausgang 413 der ersten Schalteinheit 41 an den zweiten Kommunikationspfad 22 angeschlossen. Die zweite Schalteinheit 42 der Schnittstelleneinheit 41 ist über einen ersten Eingang 421 mit dem ersten Kommunikationspfad 21 und über einen zweiten Eingang 422 mit dem zweiten Kommunikati- onspfad 22 verbunden. Der Ausgang 423 der zweiten Schalteinheit 42 der Schnittstelleneinheit 4 ist an eine Empfangseinheit RX 12 der Master-Einheit 1 angeschlossen. Die Sendeeinheit 11 der Master-Einheit 1 ist über eine erste Steuerleitung 15 mit einer Sendesteuereinheit 16 verbunden. Die Emp- fangseinheit 12 ist über eine zweite Steuerleitung 17 an eine Empfangssteuereinheit 18 angeschlossen.
Jede Slave-Einheit 3 weist zum Empfang von Ethernet- Telegrammen von einem vorherigen Teilnehmer über den ersten Kommunikationspfad 21 eine Schnittstelle mit einer ersten
Empfangseinheit RX31 und zur Weitergabe an den nächsten Teilnehmer über den ersten Kommunikationspfad 21 eine Schnittstelle mit einer ersten Sendeeinheit TX32 auf. Weiterhin weist jede Slave-Einheit 3 zum Empfang eines umlaufenden E- thernet-Telegramms über den zweiten Kommunikationspfad 22 von einem vorherigen Teilnehmer eine Schnittstelle mit einer zweiten Empfangseinheit RX33 und zur Weitergabe an den nach-
folgenden Teilnehmer eine Schnittstelle mit einer zweiten Sendeeinheit TX34 auf. Zwischen die erste Empfangseinheit RX31, die zweite Empfangseinheit RX32, die erste Sendeeinheit TX33 und die zweite Sendeeinheit TX34 ist in jeder Slave- Einheit 3 weiterhin eine Verarbeitungseinheit 35 und eine aktivierbare Kopplungseinrichtung 37 geschaltet.
Das Prinzipschaltbild einer Slave-Einheit 3 ist in Figur 2 genauer dargestellt. In der Slave-Einheit 3 sind die erste Empfangseinheit RX31, die an den ersten Kommunikationspfad 21 angeschlossen ist, und die zweite Sendeeinheit TX34, die an den zweiten Kommunikationspfad 22 angeschlossen ist, als Port 0 gruppiert. Die zweite Empfangseinheit RX33, die an einen zweiten Kommunikationspfad 22 angeschlossen ist, und die ers- te Sendeeinheit TX32, die an den ersten Kommunikationspfad 21 angeschlossen ist, sind als Port 1 organisiert.
Die aktivierbare Kopplungseinrichtung 37 weist einen ersten Umschalter 38 und einen zweiten Umschalter 39 auf, die je- weils als 2-1-Multiplexer ausgelegt sind. Die Empfangs- und Sendeeinheiten 31, 32, 33, 34, die Multiplexer 38, 39 der aktivierbaren Kopplungseinrichtung 37 und die Verarbeitungseinheit 35 sind dabei in der durch Pfeile in Figur 2 gezeigten Weise über ein Leitungsnetz 40 miteinander verschaltet.
Der Ausgang der ersten Empfangseinheit RX31 ist mit dem ersten Eingang des ersten Multiplexers 38 verbunden. Der zweite Eingang des ersten Multiplexers 38 ist an die zweite Empfangseinheit RX33 angeschlossen. Der Ausgang des ersten MuI- tiplexers 38 ist weiterhin mit der Verarbeitungseinheit 35 verbunden. Der zweite Multiplexer 39 ist wiederum mit seinem ersten Eingang an die zweite Empfangseinheit RX33 und mit seinem zweiten Eingang an den Ausgang der Verarbeitungseinheit 35 angeschlossen. Der Ausgang des zweiten Multiplexers 39 ist mit der zweiten Sendeeinheit TX34 verbunden. Außerdem ist der Ausgang der Verarbeitungseinheit 35 noch über das Leitungsnetz 40 mit der ersten Sendeeinheit TX32 verbunden.
Beim störungsfreien Normalbetrieb des Kommunikationssystems, wie er in Figur IA gezeigt ist, wird jeweils ein identisches Ethernet-Telegramm auf dem ersten Kommunikationspfad 21 und den zweiten Kommunikationspfad 22 ausgegeben. Die Telegramme durchlaufen dabei die angeschlossenen Slave-Einheiten 3 gegenläufig, wobei alle aktivierbaren Kopplungseinrichtungen 37 in den Slave-Einheiten 3 so geschaltet sind, dass der Eingang der Verarbeitungseinheit 35 mit der ersten Empfangseinheit RX31, der Ausgang der Verarbeitungseinheit 35 mit der ersten Sendeeinheit TX32 und die zweite Empfangseinheit RX33 mit der zweiten Sendeeinheit TX34 verbunden sind.
In diesem Betriebsmodus der Slave-Einheiten 3 sorgt die akti- vierbare Kopplungseinrichtung 37 dafür, dass die beiden gegenläufig im ersten Kommunikationspfad 21 und im zweiten Kommunikationspfad 22 zirkulierenden identischen Telegramme die Slave-Einheit immer so durchlaufen, dass nur die über den ersten Kommunikationspfad 21 übertragenen Telegramme durch die Verarbeitungseinheit 35 verarbeitet werden. Das auf dem zweiten Kommunikationspfad 22 umlaufende Telegramm wird dagegen in den Slave-Einheiten 3 nur durchgereicht.
Bei der erfindungsgemäßen Auslegung wird also beim störungs- freien Normalbetrieb die aus den beiden 2-1-Multiplexern 38, 39 bestehende aktivierbare Kopplungseinrichtung 37 so gesteuert, dass von den beiden identischen Telegrammen die auf den beiden Kommunikationspfaden 21, 22 gleichzeitig, jedoch in entgegengesetzte Richtung zirkulieren, immer nur das TeIe- gramm auf dem ersten Kommunikationspfad 21 durch die Verarbeitungseinheit 35 der Slave-Einheiten 3 zum Verarbeiten geleitet wird. Das auf dem zweiten Kommunikationspfad 22 umlaufende Telegramm dient zur Redundanz und wird unverändert rückgekoppelt .
Das erfindungsgemäße Kommunikationssystem mit einer Master- Slave-Struktur, bei der die Slave-Einheiten seriell mit der
Master-Einheit über ein Schnittstellenelement und zwei gegenläufig arbeitende Doppelringstrukturen verbunden sind, wobei nur eine einzelne Verarbeitungseinheit 35 in jeder Slave- Einheit 3 vorgesehen ist, besitzt weiterhin im Störfall, d.h. bei Auftreten eines Streckenfehlers, die Fähigkeit zur Rekon- figuration der Kommunikationspfade in den einzelnen Slave- Einheiten, um so die Funktionsfähigkeit des Gesamtkommunika- tionssystems aufrecht zu erhalten.
Figur IB zeigt einen Streckendoppelfehler zwischen der Slave- Einheit M und der Slave-Einheit M+l. Figur IC stellt einen Komplettausfall der Slave-Einheit M dar, was gleichbedeutend mit dem Auftreten von zwei Streckendoppelfehlern zwischen der Slave-Einheit M-I und der Slave-Einheit M und zwischen der Slave-Einheit M+l und der Slave-Einheit M ist. Beim Auftreten solcher Streckendoppelfehler wird die aktivierbare Kopplungseinrichtung 37 der Slave-Einheiten 3 so angesteuert, dass das entweder auf dem ersten Kommunikationspfad 21 oder dem zweiten Kommunikationspfad 22 eintreffende Telegramm auf dem je- weils anderen Kommunikationspfad rückgekoppelt wird, wobei das Telegramm vorher immer die Verarbeitungseinheit 35 der Slave-Einheit 3 durchläuft.
Bei dem in Figur IB gezeigten Streckendoppelfehler zwischen der Slave-Einheit M und der Slave-Einheit M+l erfolgt dies so, dass die Slave-Einheiten 1 bis M-I und M+2 bis M sich im Normalbetrieb befinden, die Slave-Einheiten M und M+l dagegen rekonfiguriert werden. Bei dem in Figur IC gezeigten Fehlerfall, bei dem Slave-Einheit M ausfällt, befinden sich die Slave-Einheiten 1 bis M-2 und die Slave-Einheiten M+2 bis M im Normalbetrieb. Die Slave-Einheiten M-I und M+l dagegen werden rekonfiguriert.
Die Rekonfiguration wird dabei vorzugsweise durch die beiden Ports 0 und 1 in den Slave-Einheiten 3 ausgelöst. Diese beiden Ports 0 und 1 erkennen durch ein bekanntes Erkennungsverfahren, ob die Slave-Einheit mit einer angrenzenden Slave-
Einheit kommunizieren kann. Wenn ein Streckenfehler vom Port 0 oder Port 1 erkannt ist, wird dann ein entsprechender Fehlerbetrieb durchgeführt und die aktivierbare Kopplungseinrichtung 34 der Slave-Einheit in der gewünschten Weise ange- steuert.
Beim Fehlerbetrieb des Ports 1, wie er beim in Figur IB gezeigten Streckendoppelfehler in der Slave-Einheit M bzw. beim in Figur IC gezeigten Geräteausfall in der Slave-Einheit M-I auftritt, wird die aktivierbare Kopplungseinrichtung 37 so angesteuert, dass der Eingang der Verarbeitungseinheit 35 mit der ersten Empfangseinheit RX31 und der Ausgang der Verarbeitungseinheit 35 mit der zweiten Sendeeinheit TX34 verbunden ist. Das auf dem ersten Kommunikationspfad 21 umlaufende Te- legramm wird so über die Verarbeitungseinheit 35 auf den zweiten Kommunikationspfad 22 rückgekoppelt. Bei der in Figur
2 gezeigten Auslegung der aktivierbaren Kopplungseinrichtung 37 in der Slave-Einheit 3 mit dem ersten Multiplexer 38 und dem zweiten Multiplexer 39 erfolgt dies so, dass der zweite Eingang des zweiten Multiplexers 39 auf seinen Ausgang geschaltet wird. Der erste Multiplexer 38 dagegen verbleibt im Normalbetrieb.
Beim Fehlerbetrieb des Ports 0 in der Slave-Einheit 3, d.h. dann, wenn die erste Empfangseinheit RX31 und/oder die zweite Sendeeinheit TX34 eine Unterbrechung des Kommunikationspfads zur benachbarten Slave-Einheit erkennt, was bei dem in Figur IB gezeigten Streckendoppelfehler im Slave M+l und bei dem in Figur IC gezeigten Geräteausfall im Slave M+l auftritt, wird die aktivierbare Kopplungseinrichtung 37 in der Slave-Einheit
3 so angesteuert, dass der Eingang der Verarbeitungseinheit 35 mit der zweiten Empfangseinheit RX33 und der Ausgang der Verarbeitungseinheit 35 mit der ersten Sendeeinheit TX32 verbunden wird, so dass das auf dem zweiten Kommunikationspfad 22 durchlaufende Telegramm nach Verarbeitung in der Verarbeitungseinheit 35 auf dem ersten Kommunikationspfad 21 rückgekoppelt wird. Bei der in Figur 2 gezeigten Ausführung der ak-
tivierbaren Kopplungseinrichtung 35 erfolgt dies so, dass der erste Multiplexer 38 seinen zweiten Eingang auf seinen Ausgang aufschaltet, wohingegen der zweite Multiplexer 39 im Normalbetrieb verbleibt.
Mit der erfindungsgemäßen Vorgehensweise ist es somit möglich, auf einfache Weise bei einer Slave-Einheit mit nur einer Verarbeitungseinheit mithilfe einer Doppelringstruktur und einer aktivierbarer Kopplungseinrichtung Rekonfigurati- onsmaßnahmen im Kommunikationssystem vorzunehmen, um bei
Streckenfehler die Funktionsfähigkeit des Kommunikationssys- tems zu gewährleisten, wobei das Verhalten der Slave- Einheiten bezogen auf die Telegrammverarbeitung im Redundanzfall sich nicht von der im Normalbetrieb unterscheidet.
Die erfindungsgemäße Vorgehensweise ermöglicht es neben dem in den Figuren IB und IC gezeigten Streckendoppelfehler, bei dem die beiden Kommunikationspfade zum benachbarten Teilnehmer unterbrochen sind, auch Streckeneinfachfehler, bei dem nur ein Kommunikationspfad unterbrochen ist, zu erkennen und durch entsprechendes Rekonfigurieren der an die Fehlerstelle angrenzenden Teilnehmer die Funktionsfähigkeit des Kommunikationssystems aufrecht zu erhalten.
In den Slave-Einheiten 3 ist auch immer nur eine Verarbeitungseinheit 35 vorgesehen, so dass im Vergleich zu Slave- Einheiten mit zwei Verarbeitungseinheit keine Entscheidung getroffen werden muss, welche Verarbeitungseinheit für die Telegrammverarbeitung zuständig ist.
Um eine hohe Fehlertoleranz des Kommunikationssystems bei niedrigem Hardware-Aufwand insbesondere auch in der Master- Einheit 1 zu erreichen, wird die Verarbeitung der gegenläufig auf dem ersten Kommunikationspfad 21 und dem zweiten Kommuni- kationspfad 22 umlaufenden Telegramme so ausgeführt, dass sich die Verarbeitung beim störungsfreien Normalbetrieb von der beim Fehlerbetrieb, bei dem die Funktionsfähigkeit des
Kommunikationssystems bei Streckenfehlern durch Rekonfigura- tion von einzelnen Slave-Einheiten aufrecht erhalten wird, nicht wesentlich unterscheidet. Die Slave-Einheit kann in der erfindungsgemäßen Weise ausgelegt sein. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit Slave-Einheiten mit einem anderen
Schaltaufbau, der sich im Rahmen eines Master-Slave-Systems mit einer Doppelringstruktur verwenden lässt, einzusetzen.
Weiterhin besteht erfindungsgemäß die Möglichkeit zur Steue- rung der fehlertoleranten Doppelringstruktur eine Master- Slave-Einheit 1 mit nur einer Sendeeinheit TXIl und einer Empfangseinheit RX12 zu nutzen, wie sie auch beim Betrieb einer Einfachringstruktur eingesetzt wird. Dies wird durch Zwischenschaltung der erfindungsgemäßen Schnittstelleneinheit 4 erreicht, deren erste Schalteinheit 41 ausgelegt ist, ein ü- ber den Eingang 411 von der Sendeeinheit TXIl der Master- Einheit 1 empfangenes Telegramm gegenläufig über den ersten Ausgang 412 und den zweiten Ausgang 413 auf den ersten Kommunikationspfad 21 bzw. den zweiten Kommunikationspfad 22 aus- zugeben. Die zweite Schalteinheit 42 der Schnittstelleneinheit 4 ist wiederum so ausgelegt, dass die über den ersten Eingang 421 vom ersten Kommunikationspfad 21 und über den zweiten Eingang 422 vom zweiten Kommunikationspfad 22 empfangenen gegenläufig umlaufenden Telegramme über den Ausgang 423 an die Empfangseinheit RX12 der Master-Einheit 1 weitergeleitet werden.
Um eine hohe Fehlertoleranz zu erreichen, wird erfindungsgemäß ein identisches Telegramm sowohl auf dem ersten Kommuni- kationspfad 21 und dem zweiten Kommunikationspfad 22 ausgegeben. Gemäß einer Ausführungsform erfolgt dies, indem die Sendesteuereinheit 16 der Master-Einheit 1 über die Sendeeinheit TXlI zwei Telegramme mit einem identischen Datenfeld, das für jeden angeschlossene Slave-Einheit einen zugeordneten Daten- bereich aufweist, und mit einem unterschiedlichen Adressenfeld an die erste Schalteinheit 41 der Schnittstelleneinheit sendet. Die erste Schalteinheit 41 der Schnittstelleneinheit
4 ist dann so ausgelegt, dass auf der Grundlage des Inhalts des Adressenfeldes das eine Telegramm auf dem ersten Kommunikationspfad 21 und das andere Telegramm auf dem zweiten Kommunikationspfad 22 ausgegeben wird. Das Adressenfeld kann da- bei im einfachsten Fall ein 1-Bit-Feld sein, wobei die beiden Kommunikationspfade 21, 22 durch „0" bzw. „1" gekennzeichnet sind.
Die Verarbeitungseinheiten 35 der Slave-Einheiten 3 verarbei- ten dann beim Durchlauf des Telegramms den der jeweiligen
Slave-Einheit zugeordneten Datenbereich, wobei die Verarbeitungseinheit 35 in der vorher beschriebenen erfindungsgemäßen Weise sowohl im Normal- als auch im Fehlerbetrieb immer nur den zugeordneten Datenbereich in einem der beiden gegenläufig umlaufenden identischen Telegramm verarbeitet.
Die zweite Schalteinheit 42 der Schnittstelleneinheit 4 ist dann so ausgelegt, dass die beiden auf dem ersten Kommunikationspfad und dem zweiten Kommunikationspfad 21 gegenläufig umlaufenden Telegramme an die Empfangseinheit RX12 der Master-Einheit 1 weitergeleitet werden. Hierzu weist die zweite Schalteinheit 42 der Schnittstelleneinheit 4 vorzugsweise einen FIFO-Mechanismus auf, indem die über die beiden Eingänge 421, 422 empfangenen Telegramme einspeisen werden. Aus dem FIFO-Mechanismus werden dann die beiden Telegramme über den Ausgang 423 der Schnittstelleneinheit 4 an die Empfangseinheit RX12 der Master-Einheit 1 weitergeleitet. Durch den Einsatz des FIFO-Mechanismus wird eine mögliche Kollision bei der Rückkopplung der Telegramme auf die Master-Einheit 1 ver- hindert. In der Master-Einheit 1 werden die beiden empfangenen Telegramme an die Empfangssteuereinheit 18 weitergeleitet und dort überlagert, um so ein einzelnes Telegramm herzustellen. Dies geschieht vorzugsweise dadurch, dass die Nutzdaten der beiden Telegramme bitweise verodert werden.
Alternativ besteht auch die Möglichkeit, die Schnittstelleneinheit 4 intelligent auszulegen. In diesem Fall wird ein von
der Sendesteuereinheit 16 über die Sendeeinheit TXlI an die Schnittstelleneinheit 4 angelegtes Telegramm in der ersten Schalteinheit 41 verdoppelt und dann das eine Telegramm auf dem ersten Kommunikationspfad 21 und das andere Informations- signal auf dem zweiten Kommunikationspfad 22 ausgegeben. Die Verarbeitungseinheit 35 in den Slave-Einheiten 3 verarbeitet dann den zugeordneten Datenbereich in einem der beiden durchlaufenden Telegramme. Die beiden Telegramme werden dann über den ersten und den zweiten Eingang 421, 422 der zweiten Schalteinheit 42 der Schnittstelleneinheit 4 empfangen und überlagert. Dies geschieht wiederum vorzugsweise, indem die Nutzdaten der beiden Telegramme bitweise verodert werden. Das sich dann ergebende Telegramm wird von der zweiten Schalteinheit 42 über den Ausgang 423 an die Empfangseinheit RX12 der Master-Einheit 1 weitergeleitet, die das Telegramm wiederum an die Empfangssteuereinheit 18 zum Auswerten anlegt.
Um Störungen im Kommunikationssystem, insbesondere auch bei einer Rekonfiguration des Kommunikationssystems durch Um- schalten einzelner Slave-Einheiten auf den Fehlerbetrieb nach Auftreten eines Streckenfehlers bzw. eines Totalausfalls einer Slave-Einheit, festzustellen, weisen die umlaufenden Telegramme zusätzlich ein Zählerfeld auf, dessen Wert ausgewertet, bevorzugt aufaddiert wird, um den Betriebszustand des Kommunikationssystems zu ermitteln. Die beiden umlaufenden identischen Telegramme, die entweder, wie vorstehend erläutert, von der Sendesteuereinheit 16 der Master-Einheit 1 erzeugt und mit einem Adressenfeld versehen werden, auf dessen Grundlage die erste Schalteinheit 41 der Schnittstellenein- heit 4 das eine Telegramm dann auf den ersten Kommunikationspfad 21 und das andere Telegramm auf den zweiten Kommunikationspfad 22 ausgibt, oder die von der ersten Schalteinheit 41 der Schnittstelleneinheit 4, durch Duplizieren eines von der Master-Einheit empfangenen Telegramms erzeugt und zum ge- trennten gegenläufigen Senden auf den ersten Kommunikationspfad 21 und den zweiten Kommunikationspfad 22 ausgegeben werden, weisen im Zählerfeld einen vorgegebenen Wert auf. Die
Verarbeitungseinheit 35 der Slave-Einheiten 3 sind weiterhin jeweils so ausgelegt, dass beim Durchlauf des Telegramms der Wert des Zählerfeldes um einen vorgegebenen Wert verändert wird.
Dann, wenn die zweite Schalteinheit 42 der Schnittstelleneinheit 4 die beiden empfangenen Telegramme nur zur Master- Einheit 1 durchleitet, wird in der Empfangssteuereinheit 18 der Master-Einheit 1 jeweils der Wert des Zählerfeldes der beiden Telegramme ausgewertet. Durch einfaches Aufaddieren der beiden Werte kann festgestellt werden, ob alle angeschlossenen Slave-Einheiten aktiv sind. Alternativ besteht auch die Möglichkeit bei einer intelligenten Auslegung der Schnittstelleneinheit 4, dann wenn die empfangenen Telegramme bereits in der zweiten Schalteinheit 42 verodert werden, die Zusammenführung der Zählerfelder der beiden Telegramme in der zweiten Schalteinheit 42 der Schnittstelleneinheit 4 vorzugsweise durch Aufaddieren vorzunehmen. Der aufaddierte Wert wird dann zusammen mit dem veroderten Telegramm zur Master- Einheit 1 zur Auswertung übertragen.
Bevorzugt wird dabei das Zählerfeld der beiden Telegramme auf den Wert 0 als Ausgangswert gesetzt. Jede Verarbeitungseinheit 35 erhöht dann den Wert beim Durchlauf des Telegramms durch die Slave-Einheit 3 um den vorgebenen Wert z. B. den Wert 1. Da durch die erfindungsgemäße Auslegung der Slave- Einheiten sowohl im Normalbetrieb als auch im Fehlerbetrieb immer nur ein Telegramm durch die Verarbeitungseinheit 35 verarbeitet wird, kann der addierte Wert der Zählerfelder die Anzahl der aktiven Slave-Einheiten angeben. Es kann somit ermittelt werden, ob alle angeschlossenen Slave-Einheiten aktiv sind oder ob ein Totalausfall einer Slave-Einheit z.B. durch zweifachen Streckendoppelfehler, wie in Fig. IC gezeigt, aufgetreten ist. Außerdem kann durch Vergleich der Werte in den beiden Zählerfeldern unter Zugrundelegen der bekannten Anzahl der angeschlossenen Slave-Einheiten die genaue Position des Streckenfehlers, z.B. das Auftreten zwischen der Slave-
Einheit M und der Slave-Einheit M+l in Fig. IB festgestellt werden.
Ein fehlertoleranter Betrieb des Kommunikationssystems insbe- sondere bei Rekonfiguration des KommunikationsSystems durch Verändern des Signallaufes in den Slave-Einheiten 3 bei Auftreten eines Streckenfehlers wird weiterhin dadurch erreicht, dass die beiden identischen, gegenläufigen auf dem ersten Kommunikationspfad 21 und dem zweiten Kommunikationspfad 22 umlaufenden Telegramme so ausgelegt sind, dass im Datenfeld jeder angeschlossenen Slave-Einheit 3 ein eigener Datenbereich zugeordnet sein kann. Die Verarbeitungseinheit 35 jeder Slave-Einheit 3 führt mit dem durchlaufenden Telegramm einen Datenaustausch in dem zugeordneten Datenbereich durch. In der zweiten Schalteinheit 42 der Schnittstelleneinheit 4 oder in der Empfangssteuereinheit 18 der Master-Einheit 1 werden dann die Datenfelder der beiden über den ersten und den zweiten Kommunikationspfad rückgekoppelten Telegramme überlagert, so dass sich ein gemeinsames Telegramm ergibt. Dieses überlager- te Telegramm ist immer gleich, unbesehen davon, ob das Kommunikationssystem sich im Normalbetrieb oder im Fehlerbetrieb nach Auftreten eines Streckenfehlers befindet, solange noch alle Slave-Einheiten aktiv sind.
Beim Lesebetrieb, dann, wenn die Slave-Einheiten 3 Daten zur Master-Einheit 1 übertragen, wird das gesamte Datenfeld der beiden gegenläufig umlaufenden Telegramme auf den Wert 0 als Ausgangswert gesetzt. Die Verarbeitungseinheiten 35 der Slave-Einheiten 3 schreiben in den zugeordneten Datenbereich die gewünschten Daten ein. Die Empfangssteuereinheit 18 der Master-Einheit 1 oder die zweite Schalteinheit 42 der Schnittstelleneinheit 4 verodert anschließend die Datenfelder der beiden empfangenen Telegramme, um ein gemeinsames Telegramm zu bilden. Unbesehen davon, ob das Kommunikationssystem sich im Normalbetrieb oder im Rekonfigurationsbetrieb befindet, enthält das veroderte Telegramm alle von der Master-Einheit 1 angeforderten Daten der angeschlossenen Slave-Einheiten 3.
Beim Schreibbetrieb dagegen, dann, wenn die Master-Einheit 1 Steuerbefehle auf die Slave-Einheiten 3 übertragen möchte, übergibt die Sendesteuereinheit 16 der Master-Einheit 1 zwei identische Telegramme mit einem Datenfeld, das die zu den
Slave-Einheiten zu übertragenden Daten enthält, zum gegenläufigen Senden auf den beiden Kommunikationspfaden. Alternativ wird das Telegramm bei einer intelligenten Schnittstelleneinheit auch erst in der ersten Schalteinheit 41 dupliziert. Die Verarbeitungseinheiten 35 der Slave-Einheiten 3 entnehmen gleichgültig, ob sie sich im Normalbetrieb oder im Rekonfigu- rationsbetrieb befindet, die zugeordneten Daten aus dem Telegramm. Ein Verodern der Datenfelder der beiden rückgekoppelten Telegramme ist prinzipiell nicht erforderlich. Ein sol- eher Veroder-Vorgang führt aber zu einem gemeinsamen Telegramm mit einem Datenfeld, das dem Datenfeld des gesendeten Telegramms entspricht, so dass sich hierdurch eine zusätzliche Kontrollmöglichkeit für einen erfolgreichen Schreibbetrieb ergibt.
Mit der erfindungsgemäßen Auslegung des Master-Slave- Kommunikationssystems mit zwischengeschalteter Schnittstelleneinheit besteht bei beliebiger Ausgestaltung der einzelnen Slave-Einheiten, insbesondere jedoch dann, wenn die Slave- Einheiten auf die erfindungsgemäße Weise aufgebaut und betrieben werden, für die Master-Einheit auf einfache Weise die Möglichkeit, die Störfreiheit im Kommunikationssystem, insbesondere bei einer Rekonfiguration des Signalverlaufes in der Doppelringstruktur nach Auftreten eines Streckenfehlers fest- zustellen. Weiterhin ist im Kommunikationssystem auch im redundanten Fall, also dann, wenn im Kommunikationssystem einzelne Slave-Einheiten auf Fehlerbetrieb umgeschaltet haben, ein zuverlässiger Lesebetrieb durch Überlagern der Datenfelder der beiden rückgekoppelten Telegramme gewährleistet. Der Einsatz der Schnittstelleneinheit ermöglicht dabei den Einsatz herkömmlicher Master-Einheiten mit nur einer Sende- bzw.
Empfangseinheit, wie sie auch in einer Einfachringstruktur genutzt werden.