Pneumatischer Bremskraftverstärker
Die Erfindung betrifft einen pneumatischen Bremskraftverstärker mit einem Verstärkergehäuse, welches durch mindestens eine mit einem pneumatischen Differenzdruck beaufschlagbare axial bewegliche Wand in mindestens eine Arbeitskammer und mindestens eine Unterdruckkammer unterteilt ist, einem betätigbaren Eingangsglied umfassend einen Ventilkolben, einem Ausgangsglied zur Beaufschlagung eines Hauptbremszylinders mit einer Ausgangskraft, einem in einem Steuergehäuse angeordneten, durch den Ventilkolben betätigbaren Steuerventil, welches den Differenzdruck steuert, und einem elastischen Reaktionselement, welches in einer Steuergehäuseausnehmung angeordnet ist und an welchem ein Kopfflansch des Ausgangsgliedes anliegt, wobei das Eingangsglied mit einer Eingangswirkfläche und das Ausgangsglied mit einer Ausgangswirkfläche auf das Reaktionselement einwirkt und das Verhältnis Ausgangswirkfläche zu Eingangswirkfläche das Kraftübersetzungsverhältnis des Bremskraftverstärkers bestimmt.
Ein gattungsgemäßer Bremskraftverstärker ist beispielsweise aus der DE 42 27 879 Al bekannt.
Von der Automobilindustrie werden hohe Anforderungen bezüglich der Bremskraftverstärkerkennlinie gestellt, d.h. die Toleranzen des Kraftübersetzungsverhältnisses, die sich durch die Toleranzen der Bauteile und der Federn sowie durch die Shorehärte des Reaktionselementes und durch Reibungen ergeben, sollen möglichst gering sein. Bekannte Bremskraftverstärker genügen diesen hohen Anforderungen jedoch nicht.
Demgemäß ist es Aufgabe der Erfindung, einen gattungsgemaßen Bremskraftverstarker mit sehr geringen bzw. genauen Toleranzen des Übersetzungsverhältnisses bereitzustellen.
Die Aufgabe wird dadurch gelost, dass Mittel zum Einstellen der Ausgangswirkflache bei zusammengebautem Bremskraftverstarkers vorgesehen sind. Dadurch können die Toleranzen der Bauteile und der Federn sowie die unterschiedlichen Shoreharten des Reaktionselementes sowie die Reibung ausgeglichen werden und die Übersetzung des Bremskraftverstarkers kann nach den Vorgaben der Automobilindustrie eingestellt und die geforderten Toleranzen können eingehalten werden. Ein weiterer Vorteil ergibt sich daraus, dass das Einstellen bzw. Andern der Ausgangswirkflache ebenso eine Änderung des Kraftubersetzungsverhaltnisses des Bremskraftverstarkers ermöglicht .
Vorzugsweise ermöglichen die Mittel zum Einstellen der Ausgangswirkflache eine Veränderung eines Kammervolumens des Reaktionselements, wobei das Kammervolumen des Reaktionselements durch das Ausgangsglied und direkt oder indirekt durch die Steuergehauseausnehmung bestimmt ist. Es wird somit die Tatsache genutzt, dass sich das Fließverhalten des Reaktionselementes mit Veränderung des Kammervolumens ändert, da das Reaktionselement den Raum nicht gleichmaßig füllt.
In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung weist das Ausgangsglied auf einer, dem Reaktionselement zugewandten Seite eine Gewindebohrung auf, in welche ein Einstellelement einschraubbar ist, wobei das Einstellelement ein Einstellen der Ausgangswirkflache ermöglicht. Das Ausgangsglied ist damit mehrteilig aufgebaut und kann als vormontierte Einheit
vorgesehen werden. Der Montageaufwand des Bremskraftverstärkers erhöht sich dadurch nicht.
Zur einfachen Einstellung der Ausgangswirkfläche weist das Ausgangsglied eine Durchgangsbohrung auf, welche in die Gewindebohrung mündet und durch welche ein Verstellwerkzeug zur Verdrehung des Einstellelementes einführbar ist.
Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass das Einstellelement einteilig ausgebildet ist und einen Gewindeabschnitt sowie einen schreibenförmigen Abschnitt aufweist, wobei das Ausgangsglied auf der dem Reaktionsglied zugewandten Seite eine Ausnehmung mit einem Durchmesser aufweist, in welcher der scheibenförmige Abschnitt des Einstellelementes geführt angeordnet ist. Das Einstellelement ist hierdurch im Ausgangsglied fixiert und ein Herausfallen ist nicht möglich.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist das Einstellelement zweiteilig ausgebildet und umfasst eine Madenschraube und eine separate Scheibe, wobei das Ausgangsglied auf der dem Reaktionsglied zugewandten Seite eine Ausnehmung mit einem Durchmesser aufweist, in welcher die Scheibe angeordnet ist. Dadurch kann das Einstellelement kostengünstig aus genormten Einzelteilen bereitgestellt werden.
Zur einfachen Herstellung des Ausgangsgliedes ist der Durchmesser der Ausnehmung des Ausgangsgliedes größer vorgesehen ist als ein Durchmesser der Gewindebohrung des Ausgangsgliedes .
Um eine Verdrehung des Einstellelementes während des Betriebes des Bremskraftverstärkers zu verhindern, sind gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung Mittel zur
Verdrehsicherung des Einstellelementes vorgesehen sind.
Gemäß vorteilhaften Ausführungen der Erfindung sind die Mittel zur Verdrehsicherung des Einstellelementes entweder an der Gewindebohrung des Ausgangsgliedes oder an dem Gewindeabschnitt des Einstellelementes vorgesehen. Mit anderen Worten kann die Verdrehsicherung in Form eines hemmenden Gewindes vorgesehen sein .
Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass das Einstellelement an einer dem Reaktionselement zugewandten Stirnseite eine aufgeraute Oberfläche aufweist. Vorteilhaft dabei ist, dass die Stirnseite des Einstellelementes zur Bearbeitung leicht zugänglich ist.
Ferner sieht eine weitere vorteilhafte Ausführungsform vor, dass das Einstellelement an einer dem Reaktionsglied zugewandten Stirnseite Ausnehmungen aufweist, welche vorzugsweise nutenförmig ausgebildet und an der Stirnseite gleichmäßig verteilt angeordnet sind. Die Ausnehmungen sind einfach und kostengünstig herstellbar.
Vorzugsweise ist das Ausgangsglied zweiteilig mit einem ersten und einen zweiten Bauteil ausgebildet, wobei das erste Bauteil den Kopfflansch und einen sich daran anschließenden ersten zylindrischen Abschnitt aufweist und das zweite Bauteil einen zweiten zylindrischen Abschnitt mit einem ersten, dem ersten Bauteil abgewandten, kugeligen Ende umfasst, und die zylindrischen Abschnitte sind miteinander verliersicher verbindbar. Damit ist die Einstellung des so genannten Funktionsmaßes des Bremskraftverstärkers in einfacher und kostengünstiger Weise möglich. Ferner ist es dadurch möglich, das erste Bauteil für unterschiedliche Ausführungen des Bremskraftverstärkers einzusetzen und lediglich das zweite
Bauteil an die Maße des Bremskraftverstärkers anzupassen.
Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform weist das zweite Bauteil an seinem zweiten Ende einen topfförmigen Abschnitt auf, mittels welchem das zweite Bauteil mit dem ersten Bauteil verliersicher verbindbar ist.
Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform sieht vor, dass das zweite Bauteil an seinem zweiten Ende einen Zapfen aufweist, welcher zur verliersicheren Verbindung mit dem ersten Bauteil in eine Durchgangsbohrung hineinragt.
Vorzugsweise ist die Verliersicherung mittels eines Rändeis auf dem ersten Bauteil oder auf dem zweiten Bauteil oder mittels einer Gewindeverbindung zwischen dem ersten Bauteil und dem zweiten Bauteil vorgesehen.
Um einen Führungsteller einzusparen, weist der Kopfflansch gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung am Umfang einen umlaufenden Bund zur Führung des Ausgangsliedes in der Steuergehäuseausnehmung auf.
Weiter sieht ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Einstellen des Kraftübersetzungsverhältnisses eines Bremskraftverstärkers vor, dass das Einstellen der Ausgangswirkfläche in einem zusammengebauten Zustand des Bremskraftverstärkers erfolgt. Ein aufwendiges Austauschen von Bauteilen kann somit entfallen.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung gehen aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung hervor. Es zeigt jeweils stark schematisiert sowie im Schnitt:
Figur 1 eine Teilansicht eines bekannten
Bremskraftverstärkers im Längsschnitt;
Figur 2 einen Ausschnitt eines ersten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Bremskraftverstärkers im Längsschnitt;
Figur 3 einen Ausschnitt eines zweiten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Bremskraftverstärkers im Längsschnitt;
Figur 4 ein Einstellelement des zweiten Ausführungsbeispiels gemäß Fig. 3 in räumlicher Darstellung;
Figur 5 einen Ausschnitt eines dritten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Bremskraftverstärkers im Längsschnitt;
Figur 6 einen Ausschnitt eines vierten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Bremskraftverstärkers im Längsschnitt;
Figur 7 einen Ausschnitt eines fünften Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Bremskraftverstärkers im Längsschnitt;
Figur 8 einen Ausschnitt eines sechsten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Bremskraftverstärkers im Längsschnitt und
Figur 9 einen Ausschnitt eines siebten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Bremskraftverstärkers im Längsschnitt .
Das lediglich schematisch angedeutete Verstärkergehäuse 1 eines
in Fig. 1 gezeigten bekannten pneumatischen
Bremskraftverstärkers einer Kraftfahrzeugbremsanlage ist durch eine axial bewegliche Wand 2 in eine Arbeitskammer 3 und eine Unterdruckkammer 4 unterteilt. Die axial bewegliche Wand 2 besteht aus einem aus Blech tiefgezogenen Membranteller 8 und einer daran anliegenden flexiblen Membran 18, die nicht näher dargestellt zwischen dem äußeren Umfang des Membrantellers 8 und dem Verstärkergehäuse 1 eine Membran als Abdichtung bildet.
Ein durch ein Eingangsglied 7 betätigbares Steuerventil 12 ist in einem im Verstärkergehäuse 1 abgedichtet geführten, die bewegliche Wand 2 tragenden Steuergehäuse 5 untergebracht und besteht aus einem am Steuergehäuse 5 ausgebildeten ersten Dichtsitz 15, einem an einem mit dem Eingangsglied 7 verbundenen Ventilkolben 9 ausgebildeten zweiten Dichtsitz 16 sowie einem mit beiden Dichtsitzen 15,16 zusammenwirkenden Ventilkörper 10, der mittels einer sich an einem Haltering 21 abstützenden Ventilfeder 22 gegen die Ventilsitze 15,16 gedrückt wird. Die Arbeitskammer 3 ist mit der Unterdruckkammer 4 über einen seitlich im Steuergehäuse 5 verlaufenden Kanal 28 verbindbar. Das Eingangsglied 7 ist mit einem nicht dargestellten Bremspedal verbunden.
Die Bremskraft wird über ein stirnseitig am Steuergehäuse 5 anliegendes gummi-elastisches Reaktionselement 6 sowie ein einen Kopfflansch 23 aufweisendes Ausgangsglied 14 auf einen Betätigungskolben eines nicht dargestellten Hauptzylinders der Bremsanlage übertragen, der am unterdruckseitigen Ende des Bremskraftverstärkers angebracht ist. Die an dem Eingangsglied 7 eingeleitete Eingangskraft wird auf das Reaktionselement 6 mittels des Ventilkolbens 9 übertragen.
Das Reaktionselement 6 ist scheibenförmig aus Kunststoff- oder Gummiwerkstoff ausgebildet und verhält sich unter
Druckbeanspruchung nach den Gesetzen der Hydrostatik wie ein inkompressibles Fluid. Das heißt es fungiert gewissermaßen als Summierer zwischen den, vom Ventilkolben 9 eingeleiteten Fußkräften, den über das Steuergehäuse 1 eingebrachten Verstärkungskräften sowie den Bremsreaktionskräften, welche über das Ausgangsglied 14 auf den Fahrzeugführer rück übertragen werden sollen. Folglich herrscht bei jeder Bremsbetätigungsstellung ein Kraftgleichgewicht an dem Reaktionselement 6. Ein Kammervolumen des Reaktionselements 6 wird wie ersichtlich durch eine Steuergehäuseausnehmung 25 bzw. einem darin angeordneten Ringelement 30 oder einer in Fig. 2 dargestellten ringförmigen Scheibe 31 und das Ausgangsglied 14 bestimmt. Die Anordnung des Ringelementes 30 ist nicht zwingend notwendig.
Eine in der Zeichnung schematisch dargestellte Rückstellfeder 26, die sich an der unterdruckseitigen Stirnwand des Verstärkergehäuses 1 an einem nicht gezeigten Flansch abstützt, hält die bewegliche Wand 2 in der gezeigten Ausgangsstellung. Ferner stützt sich die Rückstellfeder 26 an einem Führungsteller 46 ab, welcher am Steuergehäuse 5 anliegt bzw. an diesem befestigt ist und welcher zum einen der Abstützung der Rückstellfeder 26 und zum anderen der Führung des Ausgangsgliedes 14 dient. Außerdem ist eine Rückholfeder 27 vorgesehen, die zwischen dem Eingangsglied 7 und einem am Haltering 21 anliegenden, den Ventilkörper 10 am Haltering 21 sichernden Abstützring 40 angeordnet ist und deren Kraft für eine Vorspannung des Ventilkolbens 9 bzw. seines Ventilsitzes 16 gegenüber dem Ventilkörper 10 sorgt.
Um die Arbeitskammer 3 bei der Betätigung des Steuerventils 12 mit der Atmosphäre verbinden zu können, ist schließlich im Steuergehäuse 5 ein annähernd radial verlaufender Kanal 29 ausgebildet. Die Rückkehrbewegung des Ventilkolbens 9 am Ende
eines Bremsvorganges wird dabei durch ein Querglied 11 begrenzt, das in der in der Zeichnung gezeigten Losestellung des Unterdruckbremskraftverstarkers an einem das Steuergehause 5 im Verstarkergehause 1 abgedichtet fuhrenden Gleitdichtring 13 anliegt.
Der Ventilkorper 10 weist eine mit den beiden Dichtsitzen 15,16 zusammenwirkende ringförmige Dichtflache 42 auf, die mittels einer metallischen Versteifungsscheibe 41 versteift ist und mit mehreren axialen Durchlassen 19 versehen ist.
Im Steuergehause 5 ist ein pneumatischer Raum 17 begrenzt. In dem Ventilkorper 10 ist ein im Querschnitt U-formig ausgebildetes, ringförmiges Versteifungselement 35 angeordnet, an dem die Ventilfeder 22 abgestutzt ist und das mehrere, den Durchlassen 19 des Ventilkorpers 10 gegenüberliegend ausgebildete Offnungen 20 aufweist. Die durch die Durchlasse 19 und die Offnungen 20 gebildeten, naher nicht bezeichneten Stromungskanale verbinden den pneumatischen Raum 17 mit einem durch die Dichtsitze 15,16 begrenzten Ringraum 24, in dem der oben erwähnte pneumatische Kanal 29 mundet, so dass der auf der der Dichtflache 42 abgewandten Seite des Ventilkorpers 10 ausgebildete pneumatische Raum 17 standig mit der Arbeitskammer 3 in Verbindung steht und am Ventilkorper 10 ein Druckausgleich stattfindet .
Weiter ist ersichtlich, dass das Eingangsglied 7 bzw. der mit dem Eingangsglied 7 verbundene Ventilkolben 9 mit einer Eingangswirkflache Al und das Ausgangsglied 14 mit einer Ausgangswirkflache A2 auf das Reaktionselement 6 einwirkt und das Verhältnis Ausgangswirkflache A2 zu Eingangswirkflache Al das Kraftubersetzungsverhaltnis des Bremskraftverstarkers bestimmt. Allerdings ergeben sich durch die Toleranzen der Bauteile und der Federn sowie durch die Shoreharte des
Reaktionselementes 6 und durch Reibungen Toleranzen des Kraftubersetzungsverhaltnisses, welche den heutigen Anforderungen nicht mehr genügen. Daher ist es bei einem bekannten Bremskraftverstarker gemäß Fig. 1 notwendig, verschiedene Bauteile auszutauschen, um sehr enge Toleranzband beim Kraftubersetzungsverhaltnisses, wie es die Automobilindustrie heutzutage fordert, einhalten zu können.
Die Funktionsweise und der grundsatzliche Aufbau des nachfolgend beschriebenen ersten Ausfuhrungsbeispiels der Erfindung unterscheiden sich nicht von der Funktionsweise und von dem grundsatzlichen Aufbau dem gemäß Fig. 1 beschriebenen bekannten Bremskraftverstarkers, so dass lediglich die für die Erfindung wesentlichen Teile im Folgenden dargestellt und beschrieben werden. Gleiche Bauteile sind dabei mit gleichen Bezugszeichen versehen und werden nachstehend nicht mehr beschrieben. Ferner kann die beschriebene Erfindung in Bremskraftverstarkern in Single- sowie Tandem-Ausfuhrung Verwendung finden.
Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, ist zwischen dem Ventilkolben 9 und dem Reaktionselement 6 eine Vorrichtung 32 zur Änderung der Eingangswirkflache Al bei einer vorgegebenen Eingangskraft vorgesehen, mittels welcher der Ventilkolben 9 in kraftubertragender Verbindung mit dem Reaktionselement 6 steht. Eine derartige Vorrichtung 32 zur Änderung der
Eingangswirkflache Al ist bereits aus einer alteren Anmeldung der Anmelderin DE 101 44 619 Al bekannt und für die Erfindung nicht wesentlich, so dass auf eine eingehende Beschreibung verzichtet wird. Die Eingangswirkflache Al bei der gezeigten Ausfuhrungsform der Erfindung wird durch die Vorrichtung 32 gebildet, sie kann jedoch auch, wie gemäß Fig. 1, direkt am Ventilkolben 9 oder an einem zwischen Ventilkolben 9 und Reaktionselement 6 vorgesehenen Druckstuck ausgebildet sein.
Fig. 2 zeigt eine Teilansicht eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen pneumatischen Bremskraftverstärkers einer Kraftfahrzeugbremsanlage im Längsschnitt, wobei die Teilansicht lediglich die für die Erfindung wesentlichen Teile des Bremskraftverstärkers zeigt.
Von der Automobilindustrie werden hohe Anforderungen bezüglich der Bremskraftverstärkerkennlinie gestellt, d.h. die Toleranzen des Kraftübersetzungsverhältnisses, die sich durch die Toleranzen der Bauteile und der Federn sowie durch die Shorehärte des Reaktionselementes und durch Reibungen ergeben, sollen möglichst genau sein, d.h. das Toleranzband soll möglichst eng sein.
Wie ersichtlich ist, ist das Ausgangsglied 14 mehrteilig ausgeführt und weist auf einer, dem Reaktionselement 6 zugewandten Seite 33 eine Gewindebohrung 34 auf, in welche ein Einstellelement 36 eingeschraubt ist.
Das Einstellelement 36 kann, wie in Fig. 2 dargestellt, entweder einteilig ausgebildet sein und einen Gewindeabschnitt 37 sowie einen scheibenförmigen Abschnitt 38 aufweisen oder es kann zweiteilig mit einer Madenschraube und einer separaten Scheibe ausgestaltet sein. Die Ausgangswirkfläche A2 ergibt sich aus der Fläche, mit welcher das Reaktionselement 6 an dem Ausgangselement 14 und dem Einstellelement 36 anliegt.
Zur Einstellung des Kammervolumens des Reaktionselementes 6 und somit zur Einstellung der Ausgangswirkfläche A2, weist das Ausgangsglied 14 eine Durchgangsbohrung 39 auf, welche in die Gewindebohrung 34 mündet und durch welche ein Verstellwerkzeug zur Verdrehung des Einstellelementes 36 einführbar ist. Hierzu weist das Einstellelement 36 an einer dem Reaktionselement 6
abgewandten Seite 44 beispielsweise einen Innensechskant 45 auf .
Weiter ist Fig. 2 zu entnehmen, dass das Ausgangsglied 14 auf der dem Reaktionselement 6 zugewandten Seite 33 eine Ausnehmung 43 mit einem Durchmesser Dl aufweist, in welcher der scheibenförmige Abschnitt 38 bzw. die separate Scheibe des Einstellelementes 36 gefuhrt angeordnet ist. Der Durchmesser Dl der Ausnehmung 43 ist großer vorgesehen als ein Durchmesser D2 der Gewindebohrung 34, um die Herstellung des Ausgangsgliedes 14 zu vereinfachen.
Durch die Einstellung der Ausgangswirkflache A2 können die Toleranzen der Bauteile und der Federn sowie die unterschiedlichen Shoreharten des Reaktionselementes 6 sowie die Reibungen ausgeglichen werden und die Übersetzung des Bremskraftverstarkers kann exakt nach den Vorgaben der Automobilindustrie eingestellt werden. Somit können einerseits die geforderten Toleranzen ohne hohe Kosten und auf einfache Weise eingehalten werden, andererseits ist es jedoch auch möglich, das Kraftubersetzungsverhaltnis des
Bremskraftverstarkers durch Änderung der Ausgangswirkflache A2 zu verandern.
Die Einstellung der Ausgangswirkflache A2 erfolgt durch Anschließen des Bremskraftverstarkers an eine nicht gezeigte Unterdruckquelle, so dass im Verstarkergehause 1 ein bestimmter Betriebsdruck herrscht. Weiter wird der Bremskraftverstarker mit einer bestimmten Eingangskraft FE, beispielsweise 200N beaufschlagt. Als Folge des anliegenden Vakuums und der genannten Einflüsse stellt sich eine bestimmte Ausgangskraft FA ein und in dem Reaktionselement 6 stellt sich adäquat zu den herrschenden Kräften ein kraftrelevanter spezifischer Druck ein .
Das Einstellelement 36 wird bei der Montage mit einer bestimmten Tiefe t in das Ausgangsglied 14 eingeschraubt. Durch Verdrehen des Einstellelementes 36 wird das Kammervolumen des Reaktionselementes 6 verändert. Das Fließverhalten des Reaktionselementes 6 verändert sich bei unterschiedlichem Kammervolumen, da das Reaktionselement 6 den Raum nicht gleichmäßig füllt. Dadurch wird eine Veränderung der Ausgangswirkfläche A2 erzielt.
Fig. 3 und Fig. 4 zeigen ein zweites Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Bremskraftverstärkers, wobei in Fig. 3 lediglich ein Ausschnitt des Bremskraftverstärkers im Längsschnitt dargestellt ist und Fig. 4 ein Einstellelement dieser Ausführungsform in räumlicher Darstellung zeigt. Das zweite Ausführungsbeispiel unterscheidet sich zum ersten Ausführungsbeispiel in der Ausgestaltung des Einstellelementes 36, so dass auf eine wiederholte Beschreibung der gleichen Bauteile verzichtet werden kann.
Wie insbesondere Fig. 4 zu entnehmen ist, weist der scheibenförmige Abschnitt 38 des Einstellelementes 36 auf einer dem Reaktionselement 6 zugewandten Stirnseite 47 zur Verdrehsicherung des Einstellelementes 36 nuten- bzw. kerbenförmige Ausnehmungen 48 auf. Dabei sind beispielsweise vier Ausnehmungen 48 vorgesehen, welche gleichmäßig verteilt an der Stirnseite 47 angeordnet sind. Die Ausnehmungen 48 verhindern ein Verdrehen des Einstellelementes 36 nach der oben beschriebenen Einstellung der Ausgangswirkfläche A2, da der Werkstoff des Reaktionselementes 6 durch den Druck, welcher sich im Reaktionselement 6 bei Betätigung des
Bremskraftverstärkers einstellt, in die Ausnehmungen 48 fließt und so das Einstellelement 36 kontert. Somit erhöht sich mit Vergrößerung des Druckes im Reaktionselement 6 das
erforderliche Drehmoment zum Verdrehen des Einstellelementes 36.
Die Ausnehmungen 48 sind derart ausgelegt, dass ein Verdrehen des Einstellelementes 36 während des beschriebenen Einstellvorganges noch möglich ist. Die Ausgestaltung der Ausnehmungen 48 als Nuten oder Kerben ist dabei nicht zwingend notwendig. Es ist ebenso denkbar, an der Stirnseite 47 eine aufgeraute Oberfläche vorzusehen.
Ferner ist es im Rahmen der Erfindung auch möglich, die Verdrehsicherung in Form eines hemmenden Gewindes vorzusehen, entweder an der Gewindebohrung 34 des Ausgangselementes oder an dem Gewindeabschnitt 37 des Einstellelementes 36.
Die nachfolgend beschriebenen Ausführungsbeispiele unterscheiden sich zu den ersten beiden Ausführungsbeispielen in der Ausgestaltung des Ausgangsgliedes 14, so dass lediglich jeweils das Ausgangsglied 14 beschrieben wird. Die restlichen Bauteile sind weitgehend gleich und sind daher mit den gleichen Bezugszeichen versehen. Zur Beschreibung wird auf die ersten beiden Ausführungsbeispiele verwiesen.
Fig. 5 zeigt einen Ausschnitt eines dritten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen
Bremskraftverstärkers im Längsschnitt. Wie ersichtlich ist, ist das Ausgangsglied 14 zweitteilig mit einem ersten und einen zweiten Bauteil 49, 50 ausgebildet.
Das erste Bauteil 49 weist den weiter oben beschriebenen Kopfflansch 23 und einen sich daran anschließenden ersten zylindrischen Abschnitt 51 auf. Weiter umfasst das zweite Bauteil 50 des Ausgangsgliedes 14 einen zweiten zylindrischen Abschnitt 52 mit einem ersten, dem ersten Bauteil 49
abgewandten, kugeligen Ende 53 und einem zweiten Ende 54 mit einem topfförmigen Abschnitt 55.
Wie aus Fig. 5 hervorgeht, weist der erste zylindrische Abschnitt 51 auf seiner Außenseite 57 ein Rändel 56 auf, mittels welchem die zylindrischen Abschnitte 51,52 der beiden Bauteile 49,50 verliersicher miteinander verbindbar sind.
Zur Montageerleichterung weist der topfförmige Abschnitt 55 auf seiner Innenseite eine Einführschräge 64 auf.
Ferner können zur Einstellung eines so genannten Funktionsmaßes x des Bremskraftverstärkers zwischen den beiden Bauteilen 49,50 eine oder mehrere Distanzscheiben 58 eingelegt werden.
Fig. 6 zeigt einen Ausschnitt eines vierten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen
Bremskraftverstärkers im Längsschnitt. Dieses unterscheidet sich zum dritten Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 5 darin, dass das zweite Bauteil 50 an seinem zweiten Ende 54 einen Zapfen 59 mit einem Rändel 60 aufweist, welcher zur verliersicheren Verbindung mit dem ersten Bauteil 49 in die Durchgangsbohrung 39 hineinragt. An dem Zapfen 59 ist zur Montageerleichterung eine Einführschräge 65 vorgesehen.
Fig. 7 zeigt einen Ausschnitt eines fünften Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen
Bremskraftverstärkers im Längsschnitt. Dieses unterscheidet sich zum dritten Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 5 darin, dass der Kopfflansch 23 am Umfang einen umlaufenden Bund 61 zur Führung des Ausgangsliedes 14 in der Steuergehäuseausnehmung 25 aufweist. Damit kann der Führungsteller 46 entfallen und die Rückstellfeder 26 liegt direkt am Steuergehäuse 5 an.
Fig. 8 zeigt einen Ausschnitt eines sechsten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen
Bremskraftverstärkers im Längsschnitt. Dieses unterscheidet sich zum dritten Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 5 darin, dass die Verliersicherung mittels einer Gewindeverbindung 62 zwischen dem ersten Bauteil 49 und dem zweiten Bauteil 50 vorgesehen ist. Hierzu weist der topfförmige Abschnitt 55 ein Innengewinde 66 und der erste zylindrische Abschnitt 51 des ersten Bauteiles 49 ein Außengewinde 67 auf.
Fig. 9 zeigt einen Ausschnitt eines siebten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen
Bremskraftverstärkers im Längsschnitt. Dieses unterscheidet sich zum vierten Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 6 darin, dass die Verliersicherung mittels einer Gewindeverbindung 63 zwischen dem ersten Bauteil 49 und dem zweiten Bauteil 50 vorgesehen ist. Wie ersichtlich ist, ist der Zapfen 59 hierzu mit einem Außengewinde 68 versehen und die Durchgangsbohrung 39 weist ein Innengewinde 69 auf.
Die Einstellung des Funktionsmaßes kann bei den letzten beiden Ausführungsbeispielen entweder mittels Distanzscheiben zwischen den beiden Bauteilen 49,50 erfolgen oder über die Gewindeverbindung 62,63 realisiert werden. Dabei sind die Gewindeverbindungen 62,63 selbsthemmend vorzusehen oder die Gewindeverbindungen 62,63 muss verstemmt werden.
Bezugszeichenliste
1 Verstarkungsgehause
2 bewegliche Wand
3 Arbeitskämmer
4 Unterdruckkammer
5 Steuergehause
6 Reaktionselement
7 Eingangsglied
8 Membranteller
9 Ventilkolben
10 Ventilkorper
11 Querglied
12 Steuerventil
13 Gleitdichtring
14 Ausgangsglied
15 Dichtsitz
16 Dichtsitz
17 Raum
18 Membran
19 Durchlass
20 Öffnung
21 Haltering
22 Ventilfeder
23 Kopfflansch
24 Ringraum
25 Steuergehauseausnehmung
26 Ruckstellfeder
27 Ruckholfeder
28 Kanal 29 Kanal
30 Ringelement
31 Scheibe
Vorrichtung Seite Gewindebohrung Versteifungselement Einstellelement Gewindeabschnitt Abschnitt Durchgangsbohrung Abstützring Versteifungsscheibe Dichtfläche Ausnehmung Seite Innensechskant Führungsteller Stirnseite Ausnehmung Bauteil Bauteil Abschnitt Abschnitt Ende Ende Abschnitt Rändel Außenseite Distanzscheibe Zapfen Rändel Bund Gewindeverbindung Gewindeverbindung Einführschräge Einführschräge
66 Innengewinde
67 Außengewinde
68 Außengewinde
69 Innengewinde
Al Eingangswirkfläche
A2 Ausgangswirkfläche
Dl Durchmesser
D2 Durchmesser t Tiefe x Funktionsmaß