Haftklebstoff, enthaltend n-Butylacrylat und Hydroxybutyl(meth)acrylat
Beschreibung
Die Erfindung betrifft einen Haftklebstoff, der eine durch Emulsionspolymerisation hergestellte wässrige Polymerdispersion enthält, dadurch gekennzeichnet, dass das Polymer n-Butyl(meth)acrylat und Hydroxybutyl(meth)acrylat enthält.
Weiterhin betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung des Haftklebstoffs und die Verwendung des Haftklebstoffs.
Bei Haftklebstoffen ist sowohl eine gute Haftung (Adhäsion) zum Substrat gewünscht als auch eine ausreichende innere Festigkeit in der Klebstoffschicht (Kohäsion). Bei Adhäsion und Kohäsion handelt es sich um entgegengesetzte anwendungstechnische Eigenschaften. Maßnahmen, die eine Verbesserung der Adhäsion bewirken, führen im allgemeinen gleichzeitig zu einer Verschlechterung der Kohäsion und umgekehrt.
Haftklebstoffe auf Basis von wässrigen Polymerdispersionen, welche durch Emulsionspolymerisation erhältlich sind, sind lange bekannt. Insbesondere handelt es sich dabei um Polyacrylate. Eine Verbesserung der Adhäsion und Kohäsion wurde bei derartigen Emulsionspolymerisaten bisher durch Auswahl geeigneter Comonomere oder Additive erreicht. Exemplarisch sei auf DE-A 103 23 048 verwiesen, wonach durch Zusatz von Siliziumverbindungen zur Polymerdispersion positive Effekte erzielt werden. Aus EP-A 625 557 sind Haftklebstoffe bekannt, die Hydroxyalkylacrylate enthal- ten.
Selbstklebende Artikel bestehen im wesentlichen aus einem Träger und einer darauf aufgebrachten Haftklebstoffschicht. Der Träger ist für viele Anwendungen transparent. Bei Einwirkung von Wasser kommt es häufig zum sogenannten „Weißanlaufen" darun- ter ist eine Trübung in der Klebstoffschicht zu verstehen, die durch das Eindringen von Wasser verursacht wird. Durch das Weißanlaufen werden die anwendungstechnischen Eigenschaften verschlechtert; naturgemäß beeinträchtigt die Trübung insbesondere bei transparenten Folienetiketten das optische Erscheinungsbild.
Bekannt ist z. B. aus EP-A 1 378 527 oder WO 98/44064, das Weißanlaufen bei wässrigen Polymerdispersionen durch spezielle Aufbaukomponenten des dispergierten Polymeren zu vermindern. Das erreichte Ergebnis ist noch nicht in vollem Umfang zufriedenstellend.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung waren daher ein geringes Weißanlaufen und gute anwendungstechnische Eigenschaften des Haftklebstoffs. Insbesondere sollen die Haftklebstoffe eine gute Adhäsion und/oder Kohäsion haben.
Demgemäss wurde der eingangs definierte Haftklebstoff gefunden. Gefunden wurde auch ein Verfahren zu seiner Herstellung.
Der erfindungsgemäße Haftklebstoff enthält als wesentlichen Bestandteil eine wässrige Polymerdispersion, welche durch Emulsionspolymerisation hergestellt wird; bei dem dispergierten Polymer handelt es sich daher um ein Emulsionspolymerisat.
Das Emulsionspolymerisat besteht vorzugsweise zu mindestens 40 Gew.-%, bevorzugt zu mindestens 50 Gew.-%, besonders bevorzugt zu mindestens 60 Gew.-% aus n-Butylacrylat oder n-Butylmethacrylat (kurz n-Butyl(meth)acrylat); bevorzugt ist n-Butylacrylat.
Insbesondere beträgt der Gehalt an n-Butyl(meth)acrylat maximal 99,9 Gew. %, insbesondere maximal 99 Gew. %.
Neben n-Butyl(meth)acrylat kann das Emulsionspolymerisat weitere sogenannte Hauptmonomere ausgewählt aus C1 bis C20 Alkyl(meth)acrylaten, Vinylestern von bis zu 20 C-Atome enthaltenden Carbonsäuren, Vinylaromaten mit bis zu 20 C-Atomen, ethylenisch ungesättigten Nitrilen, Vinylhalogeniden, Vinylethern von 1 bis 10 C Atome enthaltenden Alkoholen, aliphatischen Kohlenwasserstoffen mit 2 bis 8 C Atomen und ein oder zwei Doppelbindungen oder Mischungen dieser Monomeren, enthalten.
Zu nennen sind z. B. (Meth)acrylsäurealkylester mit einem C1-C10-Alkylrest, wie Me- thyl-methacrylat, Methylacrylat, Ethylacrylat und 2-Ethylhexylacrylat.
Vinylester von Carbonsäuren mit 1 bis 20 C-Atomen sind z. B. Vinyllaurat, -stearat, Vinylpropionat, Versaticsäurevinylester und Vinylacetat.
Als vinylaromatische Verbindungen kommen Vinyltoluol, a- und p-Methylstyrol, a-Butyl- styrol, 4-n-Butylstyrol, 4-n-Decylstyrol und vorzugsweise Styrol in Betracht. Beispiele für Nitrile sind Acrylnitril und Methacrylnitril.
Die Vinylhalogenide sind mit Chlor, Fluor oder Brom substituierte ethylenisch ungesättigte Verbindungen, bevorzugt Vinylchlorid und Vinylidenchlorid.
Als Vinylether zu nennen sind z. B. Vinylmethylether oder Vinylisobutylether. Bevorzugt wird Vinylether von 1 bis 4 C-Atome enthaltenden Alkoholen.
Als Kohlenwasserstoffe mit 2 bis 8 C-Atomen und ein oder zwei olefinischen Doppel- bindungen seien Ethylen, Propylen, Butadien, Isopren und Chloropren genannt.
Als Hauptmonomere bevorzugt sind die C1- bis C10-Alkylacrylate und -methacrylate, insbesondere C1- bis C8-Alkylacrylate und -methacrylate und Vinylaromaten, insbesondere Styrol und deren Mischungen.
Als weitere Hauptmonomere besonders bevorzugt sind Methylacrylat, Methylmethacry- lat, Ethylacrylat, 2-Ethylhexylacrylat, n-Hexylacrylat, Styrol sowie Mischungen dieser Monomere.
Das Emulsionspolymerisat kann z. B. zu 0 bis 40, insbesondere 0 bis 30 Gew. % aus derartigen weiteren Hauptmonomeren bestehen.
Erfindungsgemäß enthält das Polymer neben dem n-Butyl(meth)acrylat zwingend auch Hydroxybutylacrylat oder Hydroxybutylmethacrylat (kurz Hydroxybutyl(meth)acrylat). Die Butylkette des Hydroxybutyl(meth)acrylat ist vorzugsweise unverzweigt, es handelt sich um eine n-Butylkette. Die OH - Gruppe steht vorzugsweise am endständigen C- Atom, es handelt sich daher um 4 Hydroxy-n-butyl (meth)acrylat. Besonders bevorzugt sind die Acrylate gegenüber den Methacrylaten, ganz besonders bevorzugt ist das 4 Hydroxy-n-butylacrylat
Die Menge des im Polymeren enthaltenen Hydroxybutyl(meth)acrylat beträgt vorzugsweise mindestens 0,1 Gew. %, besonders bevorzugt mindestens 0,3 Gew. %, ganz besonders bevorzugt mindestens 0,5 Gew. % und insbesondere mindestens 1 Gew. %. Die Menge des im Polymeren enthaltenen Hydroxybutyl(meth)acrylat ist im allgemeinen nicht größer als 5 Gew. %, besonders bevorzugt nicht größer als 4,5 Gew. % und insbesondere nicht größer als 3 Gew. %. Alle Gewichtsangaben sind dabei auf das Polymer bezogen.
Neben dem n-Butyl(meth)acrylat, dem Hydroxybutyl(meth)acrylat und gegebenenfalls den obigen Hauptmonomeren kann das Polymer sog. Hilfsmonomere enthalten, z. B. Monomere mit Säuregruppen (Säure-Monomere, siehe oben), z. B. Carbonsäure, SuI- fonsäure oder Phosphonsäuregruppen. Bevorzugt sind Carbonsäuregruppen. Genannt seien z. B. Acrylsäure, Methacrylsäure, Itacon-säure, Maleinsäure oder Fumarsäure.
Weitere Hilfsmonomere sind z. B. auch sonstige Hydroxylgruppen enthaltende Mono- mere, insbesondere C1-C10-Hydroxyalkyl(meth)acrylate, oder (Meth)acrylamid.
Als Hilfsmonomere seien darüber hinaus Phenyloxyethylglykolmono-(meth-)acrylat, Glycidylacrylat, Glycidylmethacrylat, Amino- (meth-)acrylate wie 2-Aminoethyl-(meth-) acrylat genannt.
Als Hilfsmonomere seien auch vernetzende Monomere genannt.
Insbesondere kann das Polymer Säure-Monomere enthalten, vorzugsweise in Mengen von 0,1 bis 5, besonders bevorzugt 0,2 bis 4, ganz besonders bevorzugt 0,5 bis 3 Gew. %, bezogen auf das Polymer.
Ein bevorzugtes Polymere ist z. B. wie folgt aufgebaut aus:
40 bis 98 Gew. % n-Butyl(meth)acrylat (BA) 0,1 bis 5 Gew. % Hydroxybutyl(meth)acrylat (HBA) 1 bis 30 Gew. % weitere Hauptmonomere (siehe oben) 0 bis 5 Gew. % Hilfsmonomere, insbesondere Säure-Monomere
Ein besonders bevorzugtes Polymere ist z. B. wie folgt aufgebaut aus:
50 bis 95 Gew. % n-Butyl(meth)acrylat (BA) 0,2 bis 4 Gew. % Hydroxybutyl(meth)acrylat (HBA)
4 bis 30 Gew. % weitere Hauptmonomere (siehe oben)
0,2 bis 5 Gew. % Hilfsmonomere, insbesondere Säure-Monomere
Ein ganz besonders bevorzugtes Polymere ist z. B. wie folgt aufgebaut aus:
60 bis 90 Gew. % n-Butyl(meth)acrylat (BA)
0,5 bis 4 Gew. % Hydroxybutyl(meth)acrylat (HBA)
5 bis 30 Gew. % weitere Hauptmonomere (siehe oben)
0,2 bis 5 Gew. % Hilfsmonomere, insbesondere Säure-Monomere
Die Glasübergangstemperatur des Polymeren beträgt vorzugsweise -60 bis O0C, besonders bevorzugt -60 bis -1O0C und ganz besonders bevorzugt -60 bis -2O0C.
Die Glasübergangstemperatur lässt sich nach üblichen Methoden wie Differentialther- moanalyse oder Differentail Scanning Calorimetrie (s. z. B. ASTM 3418/82, sog. "mid- point temperature") bestimmen.
Die Herstellung der Polymere erfolgt durch Emulsionspolymerisation, es handelt sich daher um ein Emulsionspolymerisat.
Bei der Emulsionspolymerisation werden ethylenisch ungesättigte Verbindungen (Monomere) in Wasser polymerisiert, wobei ionische und/oder nicht -ionische Emulgatoren und/oder Schutzkolloide bzw. Stabilisatoren als grenzflächenaktive Verbindungen zur Stabilisierung der Momer-tröpfchen und der später aus den Monomeren gebildeten Polymerteilchen verwendet werden.
Eine ausführliche Beschreibung geeigneter Schutzkolloide findet sich in Houben-Weyl, Methoden der organischen Chemie, Band XIV/1 , Makromolekulare Stoffe, Georg- Thieme-Verlag, Stuttgart, 1961 , S. 41 1 bis 420. Als Emulgatoren kommen sowohl anionische, kationische als auch nichtionische Emulgatoren in Betracht. Vorzugsweise werden als grenzflächenaktive Substanzen Emulgatoren eingesetzt, deren Molekulargewicht im Unterschied zu den Schutzkolloiden üblicherweise unter 2000 g/mol liegen. Selbstverständlich müssen im Falle der Verwendung von Gemischen grenzflächenaktiver Substanzen die Einzelkomponenten miteinander verträglich sein, was im Zweifelsfall an Hand weniger Vorversuche überprüft werden kann. Vorzugsweise werden anio- nische und nichtionische Emulgatoren als grenz-flächenaktive Substanzen verwendet. Gebräuchliche begleitende Emulgatoren sind z. B. ethoxylierte Fettalkohole (EO-Grad: 3 bis 50, Alkylrest: Cs- bis C36), ethoxylierte Mono-, Di- und Tri-Alkylphenole (EO-Grad: 3 bis 50, Alkylrest: C4- bis Cg), Alkalimetallsalze von Dialkylestern der Sulfobernstein- säure sowie Alkali- und Ammoniumsalze von Alkylsulfaten (Alkylrest: Cs- bis C12), von ethoxylierten Alkanolen (EO-Grad: 4 bis 30, Alkylrest: C12- bis Cis), von ethoxylierten Alkylphenolen (EO-Grad: 3 bis 50, Alkylrest: C4- bis Cg), von Alkylsulfonsäuren (Alkylrest: C12- bis Cis) und von Alkylarylsulfonsäuren (Alkylrest: Cg- bis Cis).
Weitere geeignete Emulgatoren sind Verbindungen der allgemeinen Formel Il
worin R5 und R6 Wasserstoff oder C4- bis C14-Alkyl bedeuten und nicht gleichzeitig Wasserstoff sind, und X und Y Alkalimetallionen und/oder Ammoniumionen sein kön- nen. Vorzugsweise bedeuten R5, R6 lineare oder verzweigte Alkylreste mit 6 bis 18 C- Atomen oder Wasserstoff und insbesondere mit 6, 12 und 16 C-Atomen, wobei R5 und R6 nicht beide gleichzeitig Wasserstoff sind. X und Y sind bevorzugt Natrium, Kalium oder Ammoniumionen, wobei Natrium besonders bevorzugt ist. Besonders vorteilhaft sind Verbindungen Il in denen X und Y Natrium, R5 ein verzweigter Alkylrest mit 12 C- Atomen und R6 Wasserstoff oder R5 ist. Häufig werden technische Gemische verwendet, die einen Anteil von 50 bis 90 Gew.-% des monoalkylierten Produktes aufweisen, beispielsweise Dowfax 2A1 (Warenzeichen der Dow Chemical Company).
Geeignete Emulgatoren finden sich auch in Houben-Weyl, Methoden der organischen Chemie, Band 14/1 , Makromolekulare Stoffe, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 1961 , Seiten 192 bis 208.
Handelsnamen von Emulgatoren sind z. B. Dowfax 2 A1 , Emulan NP 50, Dextrol OC 50, Emulgator 825, Emulgator 825 S, Emulan OG, Texapon NSO, Nekanil 904 S, Lumiten I-RA, Lumiten E 3065, Disponil FES 77, Lutensol AT 18, Steinapol VSL, Emulphor NPS 25.
Die grenzflächenaktive Substanz wird üblicherweise in Mengen von 0,1 bis 10 Gew.-%, bezogen auf die zu polymerisierenden Monomeren verwendet.
Bei der Emusionspolymerisation werden üblicherweise wasserlösliche Initiatoren für die radikalische Polymerisation der Monomere verwendet.
Wasserlösliche Initiatoren für die Emulsionspolymerisation sind z. B. Ammonium- und Alkalimetallsalze der Peroxidischwefelsäure, z. B. Natriumperoxodisulfat, Wasserstoffperoxid oder organische Peroxide, z. B. tert-Butylhydroperoxid.
Geeignet sind auch sogenannte Reduktions-Oxidations(Red-Ox)-lnitiator Systeme.
Die Red-Ox-Initiator-Systeme bestehen aus mindestens einem meist anorganischen Reduktionsmittel und einem anorganischen oder organischen Oxidationsmittel.
Bei der Oxidationskomponente handelt es sich z. B. um die bereits vorstehend genannten Initiatoren für die Emulsionspolymerisation.
Bei der Reduktionskomponenten handelt es sich z. B. um Alkalimetallsalze der schwef- ligen Säure, wie z.B. Natriumsulfit, Natriumhydrogensulfit, Alkalisalze der Dischwef- ligen Säure wie Natriumdisulfit, Bisulfitadditionsverbindungen aliphatischer Aldehyde und Ketone, wie Acetonbisulfit oder Reduktionsmittel wie Hydroxymethansulfinsäure und deren Salze, oder Ascorbinsäure. Die Red-Ox-Initiator-Systeme können unter Mitverwendung löslicher Metallverbindungen, deren metallische Komponente in mehreren Wertigkeitsstufen auftreten kann, verwendet werden.
Übliche Red-Ox-Initiator-Systeme sind z. B. Ascorbinsäure/Eisen(ll)sulfat/Natrium- peroxidisulfat, tert-Butylhydroperoxid/Natriumdisulfit, tert-Butylhydroperoxid/Na- Hydroxymethansulfinsäure. Die einzelnen Komponenten, z.B. die Reduktionskompo- nente, können auch Mischungen sein z. B. eine Mischung aus dem Natriumsalz der Hydroxymethansulfinsäure und Natriumdisulfit.
Die genannten Verbindungen werden meist in Form wässriger Lösungen eingesetzt, wobei die untere Konzentration durch die in der Dispersion vertretbare Wassermenge und die obere Konzentration durch die Löslichkeit der betreffenden Verbindung in Wasser bestimmt ist. Im allgemeinen beträgt die Konzentration 0,1 bis 30 Gew.-%,
bevorzugt 0,5 bis 20 Gew.-%, besonders bevorzugt 1 ,0 bis 10 Gew.-%, bezogen auf die Lösung.
Die Menge der Initiatoren beträgt im allgemeinen 0,1 bis 10 Gew.-%, bevorzugt 0,5 bis 5 Gew.-%, bezogen auf die zu polymerisierenden Monomeren. Es können auch mehrere, verschiedene Initiatoren bei der Emulsionspolymerisation Verwendung finden.
Bei der Polymerisation können auch Polymerisationsregler, kurz Regler, eingesetzt werden. Regler bewirken eine Kettenabbruchsreaktion und verringern somit das MoI- gewicht des Polymeren. Die Regler werden dabei an das Polymer gebunden, im allgemeinen an das Kettenende.
Die Menge der Regler kann insbesondere 0,05 bis 4 Gew. Teile, besonders bevorzugt 0,05 bis 0,8 Gew.-Teile und ganz besonders bevorzugt 0,1 bis 0,6 Gew. Teile, bezogen auf 100 Gew.-Teile der zu polymerisierenden Monomeren betragen. Geeignete Regler sind insbesondere Verbindungen mit einer Mercaptogruppe wie tert.-Butylmercaptan, Thioglycolsäureethylacrylester, Mercaptoethynol, Mercaptopropyltrimethoxysilan oder tert.-Dodecylmercaptan. Bei den Reglern handelt es sich im allgemeinen um niedermolekulare Verbindungen mit einem Molgewicht kleiner 2000, insbesondere kleiner 1000 g/mol.
Die Emulsionspolymerisation erfolgt in der Regel bei 30 bis 130, vorzugsweise 50 bis 90 °C. Das Polymerisationsmedium kann sowohl nur aus Wasser, als auch aus Mischungen aus Wasser und damit mischbaren Flüssigkeiten wie Methanol bestehen. Vorzugsweise wird nur Wasser verwendet. Das Zulaufverfahren kann in Stufen- oder Gradientenfahrweise, durchgeführt werden. Bevorzugt ist das Zulaufverfahren, bei dem man einen Teil des Polymerisationsansatzes vorlegt, auf die Polymerisationstemperatur erhitzt, anpolymerisiert und anschließend den Rest des Polymerisationsansatzes, üblicherweise über mehrere räumlich getrennte Zuläufe, von denen einer oder mehrere die Monomeren in reiner oder in emulgierter Form enthalten, kontinuierlich, stufenweise oder unter Überlagerung eines Konzentrationsgefälles unter Aufrechterhaltung der Polymerisation der Polymerisationszone zuführt. Bei der Polymerisation kann auch z. B. zur besseren Einstellung der Teilchengröße eine Polymersaat vorgelegt werden.
Die Art und Weise, in der der Initiator im Verlauf der radikalischen wässrigen Emulsionspolymerisation dem Polymerisationsgefäß zugegeben wird, ist dem Durchschnittsfachmann bekannt. Es kann sowohl vollständig in das Polymerisationsgefäß vorgelegt, als auch nach Maßgabe seines Verbrauchs im Verlauf der radikalischen wässrigen Emulsionspolymerisation kontinuierlich oder stufenweise eingesetzt werden. Im einzel- nen hängt dies von der chemischen Natur des Initiatorsystems als auch von der Polymerisationstemperatur ab. Vorzugsweise wird ein Teil vorgelegt und der Rest nach Maßgabe des Verbrauchs der Polymerisationszone zugeführt.
Ein Teilmenge der Monomere kann, wenn gewünscht, zu Beginn der Polymerisation im Polymerisationsgefäß vorgelegt werden, die übrigen Monomere, bzw alle Monomere, wenn keine Monomere vorgelegt werden, werden beim Zulaufverfahren im Laufe der Polymerisation zugegeben.
Auch der Regler kann zum Teil vorgelegt werden, ganz oder teilweise während der Polymerisation oder gegen Ende der Polymerisation zugegeben werden.
Für eine hohe Raum/Zeitausbeute des Reaktors sind Dispersionen mit einem mög- liehst hohen Feststoffgehalt bevorzugt. Um Feststoffgehalte > 60 Gew.-% erreichen zu können, sollte man eine bi- oder polymodale Teilchengröße einstellen, da sonst die Viskosität zu hoch wird, und die Dispersion nicht mehr handhabbar ist. Die Erzeugung einer neuen Teilchengeneration kann beispielsweise durch Zusatz von Saat (EP 81 083), durch Zugabe überschüssiger Emulgatormengen oder durch Zugabe von Miniemulsionen erfolgen. Ein weiterer Vorteil, der mit der niedrigen Viskosität bei hohem Feststoffgehalt einhergeht, ist das verbesserte Beschichtungsverhalten bei hohen Feststoffgehalten. Die Erzeugung einer neuen/neuer Teilchengeneration/en kann zu einem beliebigen Zeitpunkt erfolgen. Er richtet sich nach den für eine niedrige Viskosität angestrebten Teilchengrößenverteilung.
Die Monomeren werden zumindest teilweise während der Polymerisation kontinuierlich zugegeben. Zum Teil können Monomere auch im Polymerisationsgefäß vor Beginn der Polymerisation vorgelegt werden.
Vorzugsweise wird maximal 30 Gew. % der Gesamtmenge der Monomeren, besonders bevorzugt maximal 20 Gew. %, ganz besonders bevorzugt maximal 10 Gew. % der Monomeren im Polymerisationsgefäß vorgelegt. Die übrigen Monomeren, d.h. vorzugsweise mindestens 70 Gew. %, besonders bevorzugt mindestens 80 Gew. %, ganz besonders bevorzugt mindestens 90 Gew. % werden während der Polymerisation kontinuierlich zugegeben. In einer besonderen Ausführungsform werden keine Monomeren vorgelegt, d. h. die Gesamtmenge der Monomere wird während der Polymerisation zugefahren.
Die einzelnen Komponenten können dem Reaktor beim Zulaufverfahren von oben, in der Seite oder von unten durch den Reaktorboden zugegeben werden.
In einer bevorzugten Ausführungsform wird das Hydroxybutyl(meth)acrylat dem Polymerisationsgemisch vollständig oder zumindest teilweise erst gegen Ende der Emulsionspolymerisation zugesetzt.
Insbesondere werden mehr als 60 Gew. % des Hydroxybutyl(meth)acrylats (im nachfolgenden kurz Restmenge HBA genannt) bei der Emulsionspolymerisation erst dann zugeführt, wenn das Polymerisationsgemisch (im Polymerisationsgefäß vorliegende Mischung aus Monomeren und bereits entstandenem Polymer) bereits mehr als 50 Gew. %, besonders bevorzugt mehr als 60 Gew. %, ganz besonders bevorzugt mehr als 75 Gew. % der Gesamtmenge der Monomeren enthält.
Bei allen Angaben, welche auf das Polymerisationsgemisch bezogen sind sollen unter dem Begriff Monomer sowohl noch nicht polymerisierte Monomere als auch Monomer- einheiten des Polymeren, d.h. die einpolymerisierten Monomere, verstanden werden.
Bei der vorstehenden Restmenge HBA handelt es sich insbesondere um mindestens 70 Gew. %, besonders bevorzugt um mindestens 80 Gew. % und ganz besonders bevorzugt um mindestens 90Gew. %, bzw. um 100 Gew. % des Hydroxybutyl(meth)a- crylats.
Ganz besonders bevorzugt wird die Restmenge HBA am Ende der Emulsionspolymerisation zugeführt, also nachdem alle anderen Monomeren dem Polymerisationsgemisch bereits zugeführt worden sind.
Bei Beginn der Zugabe de Restmenge HBA sind die dem Polymerisationsgemisch zugegebenen Monomeren vorzugsweise bereits überwiegend polymerisiert, d.h. das Polymerisationsgemisch besteht bei Beginn der Zugabe der Restmenge HBA zu mindestens 40 Gew. %, aus bereits entstandenem Polymer.
Zur Entfernung der Restmonomeren kann auch nach dem Ende der eigentlichen Emulsionspolymerisation, d.h. nach einem Umsatz aller Monomeren und nach Einpolymeri- sieren der Restmenge HBA weiterer Initiator zugesetzt werden (chemische Desodorierung).
Bei der Emulsionspolymerisation werden wässrige Dispersionen des Polymeren in der Regel mit Feststoffgehalten von 15 bis 75 Gew.-%, bevorzugt von 40 bis 75 Gew.-% erhalten.
Das so hergestellte Polymer wird vorzugsweise in Form seiner wässrigen Dispersion verwendet.
Das Polymer wird vorzugsweise als oder in Haftklebstoffen verwendet.
Der Haftklebstoff enthält das Polymer vorzugsweise in Form der wässrigen Polymerdispersion, wie sie durch die Emulsionspolymerisation erhalten wurde oder erhältlich ist.
Der Haftklebstoff kann ausschließlich aus dem Polymeren, bzw. der wässrigen Dispersion des Polymeren bestehen.
Der Haftklebstoff kann jedoch auch noch weitere Zusatzstoffe enthalten.
In Betracht kommt z. B. ein Tackifier, d.h. ein klebrigmachendes Harz. Tackifier sind z. B. aus Adhesive Age, Juli 1987, Seite 19-23 oder Polym. Mater. Sei. Eng. 61 (1989), Seite 588-592 bekannt.
Tackifier sind z. B. Naturharze, wie Kolophoniumharze und deren durch Disproportio- nierung oder Isomerisierung, Polymerisation, Dimerisation, Hydrierung entstehenden Derivate. Diese können in ihrer Salzform (mit z.B. ein- oder mehrwertigen Gegenionen (Kationen) oder bevorzugt in ihrer veresterten Form vorliegen. Alkohole, die zur Veresterung verwendet werden, können ein- oder mehrwertig sein. Beispiele sind Metha- nol, Ethandiol, Diethylenglykol, Triethylenglykol, 1 ,2,3-Propanthiol, Pentaerythrit.
Des weiteren finden auch Kohlenwasserstoffharze, z.B. Cumaron-Inden-Harze, PoIy- terpen-Harze, Kohlenwasserstoffharze auf Basis ungesättigter CH-Verbindungen, wie Butadien, Penten, Methylbuten, Isopren, Piperylen, Divinylmethan, Pentadien, Cyclo- penten, Cyclopentadien, Cyclohexadien, Styrol, a-Methylstyrol, Vinyltoluol Verwendung.
Als Tackifier werden zunehmend auch Polyacrylate, welche ein geringes Molgewicht aufweisen, verwendet. Vorzugsweise haben diese Polyacrylate ein gewichtsmittleres Molekulargewicht Mw unter 30 000. Die Polyacrylate bestehen bevorzugt zu mindestens 60, insbesondere mindestens 80 Gew.-% aus Ci-C8-Alkyl(meth)acrylaten.
Bevorzugte Tackifier sind natürliche oder chemisch modifizierte Kolophoniumharze. Kolophoniumharze bestehen zum überwiegenden Teil aus Abietinsäure oder Abietin- säurederivaten.
Die Tackifier können in einfacher Weise den erfindungsgemäßen Polymerisaten, bevorzugt den wässrigen Dispersionen der Polymerisate zugesetzt werden. Vorzugsweise liegen die Tackifier dabei selber in Form einer wässrigen Dispersion vor.
Die Gewichtsmenge der Tackifier beträgt vorzugsweise 5 bis 100 Gew.-Teile. besonders bevorzugt 10 bis 50 Gew.-Teile. bezogen auf 100 Gew.-Teile Polymerisat, (fest/fest).
Neben Tackifiern können z. B. noch weitere Additive z. B. Verdickungsmittel, vorzugsweise Assoziativverdicker, Entschäumer, Weichmacher, Pigmente, Netzmittel oder Füllstoffe bei der Verwendung als Haftklebstoff Verwendung finden.
Die erfindungsgemäßen Haftklebstoffe enthalten daher neben der wässrigen Polymerdispersion gegebenenfalls noch Tackifier und/oder die vorstehenden Additive.
Für eine bessere Benetzung von Oberflächen können die Haftklebstoffe insbesondere Benetzungshilfsmittel, z. B. Fettalkoholethoxylate, Alkylphenolethoxylate, Sulfobern- steinsäureester, Nonylphenolethoxylate, Polyoxyethylene/-propylene oder Natriumdo- decylsulfonate enthalten. Die Menge beträgt im allgemeinen 0,05 bis 5 Gew.-Teile, insbesondere 0,1 bis 3 Gew.-Teile auf 100 Gew.-Teile Polymer (fest).
Die Haftklebstoffe eignen sich zur Herstellung selbstklebender Artikel wie Etiketten, Folien oder Klebebänder. Der Haftklebstoff kann durch übliche Methoden, z. B. durch Rollen, Rakeln, Streichen etc. auf Träger, z. B. Papier oder Polymer-Folien, bevorzugt bestehend aus Polyethylen, Polypropylen, das biaxial oder monoaxial verstreckt sein kann, Polyethylenterephthalat, Polyvinylchlorid, Polystyrol, Polyamid oder Metall auf- gebracht werden. Insbesondere eignen sich auch Träger mit unpolaren Oberflächen, z.B. aus Polyolefinen, insbesondere Polyethylen oder Polypropylen, da die erfindungsgemäßen Dispersionen darauf gut haften.
Insbesondere kommen auch transparente Träger, z. B. transparente Polymerfolien, in Betracht. Selbstklebende Artikel mit transparenten Polymerfolien sind z. B. Folienetiketten.
Das Wasser kann bevorzugt durch Trocknung bei 50 bis 15O0C entfernt werden. Die Träger können vor oder nach dem Aufbringen des Klebstoffs zu Klebebändern, Etiket- ten oder Folien geschnitten werden. Zur späteren Verwendung kann die mit Haftklebstoff beschichtete Seite der Substrate, mit einem Releasepapier, z B. mit einem siliko- nisierten Papier, abgedeckt werden.
Die erfindungsgemäßen selbstklebenden Artikel haben sehr gute Klebeeigenschaften, insbesondere eine gute Adhäsion zu den Substraten und eine hohe Kohäsion (innere Festigkeit in der Klebstoffschicht). Sie haben auch eine gute Haftung auf unpolaren Oberflächen und eignen sich daher auch besonders für Substrate mit unpolaren Oberflächen, z. B. Polyolefinoberflächen, z. B. Polyethylen (HDPE oder LDPE) oder Polypropylen.
Insbesondere eignen sich die erfindungsgemäßen Haftklebstoffe auch für transparente Träger, insbesondere auch für Folienetiketten, da das bei Einwirkung von Wasser häufig auftretende sog. „Weißanlaufen" nicht auftritt, zumindest aber vermindert ist. Die anwendungstechnischen Eigenschaften bleiben daher auch bei Einwirkung von Was- ser gut, eine Trübung oder sonstige Verschlechterung des optischen Erscheinungsbildes ist nicht oder kaum zu beobachten.
Beispiele
Herstellung der Polymerdispersionen
In einem 2-Liter-Polymerisationsreaktor mit Ankerrühren und Heiz-/Kühleinrichtung wurde ein Gemisch aus 102,61 g entionisiertem Wasser und 8,33 g eines 33 gew.- %igen wässrigen Polymerlatex (hergestellt durch radikalisch initiierte Emulsionspolymerisation von Styrol) mit einem gewichtsmittleren Teilchendurchmesser Dw50 von 30 nm unter Stickstoffatmosphäre auf 85°C erhitzt. Dazu wird bei vorgenannter Tempera- tur 4,71 g einer 7 gew.-%igen wässrigen Lösung von Natriumperoxodisulfat gegeben. Nach 2 min wird Zulauf 1 und Zulauf 2 gestartet und werden gleichmäßig über 3 h zudosiert.
Zulauf 1 war eine wässrige Emulsion hergestellt aus 271 ,84 g entionisiertem Wasser
18,33 g einer 30 gew.-%igen wässrigen Lösung von Disponil FES 77 (ethoxylier- tes C12-C14 Na-sulfat)
1 ,9 g einer 58 gew.-%igen wässrigen Lösung von Lumiten I-SC (Bernsteinsäureester) 364,38 g n-Butylacrylat
122,38 g Ethylacrylat
12,38 g Styrol
27,5 g Methylacrylat.
1 1 ,00g Acrylsäure
Zulauf 2 war 47,14 g einer 7 gew.-%igen wässrigen Lösung von Natriumperoxodisulfat.
Nach 120 Minute wird Zulauf 3 gestartet und über 60 Minute zudosiert.
Zulauf 3 war 12,38g von entweder 2-Hydroxyethylacrylat oder 2-Hydroxypropylacrylat oder 4-Hydroxybutylacrylat.
Nach Ende der Zuläufe 1 , 2 und 3 30 min. gerührt. Danach wurde Zulauf 4 und Zulauf 5 gestartet und gleichmäßig über 60 min. zudosiert.
Zulauf 4 war 5,5 g eine 10 gew.-%ige wässrige Lösung von t-Butylhydroperoxid.
Zulauf 5 war 7,33 g eine 12 gew.-%ige wässrige Lösung von Natrium-Acetonbisulfit.
Nach Ende der Zuläufe 5 und 6 wurde die Reaktorinnentemperatur auf 25°C abgesenkt. Die erhaltene wässrige Polymerdispersion wies einen Feststoffgehalt von 53,5 Gew.-% auf. Die mittlere Teilchengröße betrug 200 nm.
Tabelle 1 : Zusammensetzung der Polymere
Anwendungstechnische Prüfung
Zu den Polymerdispersionen wurde noch weiteres Lumiten zugesetzt, so dass die Menge Lumiten 1 ,2 Gew. Teile auf 100 Gew. Teile Polymer (fest) betrug.
Die Haftklebstoffe wurden mit einer Auftragsmenge von 19 g/m2 auf Polyethylenfolie als Träger beschichtet (im Transferverfahren, Beschichtung zunächst von Silikonpapier und Transfer auf Polyethylen) und 3 Minuten bei 9O0C getrocknet.
Anschließend wurde der Schiingenwert (loop tack, Adhäsion) und Scherfestigkeit (Ko- häsion) bestimmt.
Der mit Haftklebstoff beschichtete Träger wurde in 25 mm breite Prüfstreifen geschnitten. Zur Bestimmung der Scherfestigkeit wurden die Prüfstreifen mit einer verklebten Fläche von 6,25 cm2 auf Stahl geklebt, mit einer 1 kg schweren Rolle 1 mal angerollt, 10 min gelagert (im Normklima, 50 % rel. Luftfeuchtigkeit 1 bar, 230C) und anschlie- ßend hängend mit einem 1 kg Gewicht belastet (im Normklima). Das Maß für die Scherfestigkeit war die Zeit in Stunden bis zum Abfallen des Gewichts; es wurde jeweils der Durchschnitt aus 5 Messungen berechnet.
Bei der Bestimmung des Schiingenwertes wurde aus einem 17,5 cm langen und 2,5 cm breitem Prüfstreifen durch Einspannen beider Enden in die Klemmbacken einer Zugprüfmaschine eine Schlaufe gebildet, die dann mit einer Polyethylenoberfläche mit einer Geschwindigkeit von 300 mm/min (Herabsenken der Schlaufe auf die Oberfläche) in Kontakt gebracht wird. Nach vollflächigem Kontakt wird die Schlaufe nach einer
Kontaktzeit von 1 Minute wieder abgezogen und die dabei ermittelte Maximalkraft in N / 2,5 cm bestimmt.
Tabelle 2: Ergebnisse