Betrachtungsvorrichtung
Die Erfindung betrifft eine Betrachtungsvorrichtung mit einem eine Vorderwand und eine Rückwand aufweisenden Gehäuse, wobei die Vorderwand mindestens eine Sichtöffnung zum Betrachten eines im Inneren des Gehäuses auf einem Objektträger befindlichen flachen Objektes aufweist.
Eine derartige Betrachtungsvorrichtung ist beispielsweise aus der nicht vorveröffentlichten deutschen Patentanmeldung Nr. 10 2005 056 873.4 bekannt. Bei der in dieser Patentanmeldung offenbarten Betrachtungsvorrichtung sind die Vorder- und Rückwand entlang zweier gegenüberliegender Verbindungslinien miteinander verbunden und weisen jeweils in einem vorgegebenen Abstand von den Verbindungslinien eine Knicklinie auf, derart, daß das Gehäuse von einer Ruheposition, bei welcher die Vorder- und Rückwand flach aneinander anliegen, in eine Betrachtungsposition, bei welcher die Vorder- und Rückwand voneinander beabstandbar angeordnet sind, aufrichtbar ist. Dadurch weist das Gehäuse in der Betrachtungsposition eine kastenförmige Form mit im wesentlichen rechteckförmigem Querschnitt auf und wird durch eine vordere Wand, eine hintere Wand und zwei Seitenwänden umschlossen. Der Objektträger ist mit einem ersten Ende fest mit einer Seitenwand des Gehäuses verbunden, während sein gegenüberliegendes zweites Ende in der Ruheposition des Gehäuses frei in dieses hineinragt. Außerdem besitzt der Objektträger eine Breite, die größer ist als die Breite der vorderen Wand, aber kleiner als die
Breite der Vorderwand, so daß er in der Betrachtungsposition des Gehäuses eine zur hinteren Wand hin gewölbte Oberfläche aufweist.
Als nachteilig hat es sich bei der vorstehend erwähnten ' Betrachtungsvorrichtung erwiesen, daß bei der Verbindung des Objektträgers mit der Seitenwand des Gehäuses dieses in der Betrachtungsposition nicht in einer stabilen Lage verharrt, es sei denn, die bei dieser Vorrichtung vorgesehene Öffnungshilfe wird in einer nach außen gerichteten Stellung gehalten oder mit der Rückwand des Gehäuses, beispielsweise mittels eines Klettverschlusses, verbunden.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Betrachtungsvorrichtung anzugeben, die in ihrer Ruheposition einen möglichst flachen Aufbau besitzt und auf einfache Weise in eine reproduzierbare Betrachtungsposition veränderbar ist, wobei die Betrachtungsvorrichtung in dieser Position ohne Verwendung zusätzlicher Teile verbleibt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Weitere, besonders vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung offenbaren die Unteransprüche.
Der Erfindung liegt im wesentlichen der Gedanke zugrunde, den Objektträger nicht mit einer Seitenwand des Gehäuses, sondern im Bereich einer Verbindungslinie zwischen Vorder- und/oder Rückwand mit dem Gehäuse fest zu verbinden, und zwar im Bereich derjenigen Verbindungslinie, welche in der Betrachtungsposition die vordere Wand seitlich begrenzt.
Durch diese Maßnahme wird erreicht, daß beim Aufrichten des Gehäuses durch Ausübung eines seitlichen Druckes auf die Verbindungslinien der dem zweiten Ende zugewandte Bereich des Objektträgers sich zunächst innenseitig an die hintere Wand anlegt, um dann mit seinem freien zweiten
Ende entlang der benachbarten Seitenwand in die in der Vorderwand vorgesehene und die entsprechende Seitenwand begrenzende Knicklinie zu gleiten. Dabei stützt sich der Objektträger mit seinem mittleren Bereich an dem mittleren Wandbereich der hinteren Wand ab und hält das Gehäuse in seiner Betrachtungsposition (entsprechende Steifigkeit des Objektträgers vorausgesetzt), ohne daß zur Fixierung des Gehäuses in seiner Betrachtungsposition eine zusätzliche Öffnungshilfe erforderlich ist.
Um ein sicheres Gleiten des freien Endes des Objektträgers entlang des benachbarten Seitenwand bereiches bei dem Öffnungs- und Schließvorgang der Betrachtungsvorrichtung zu gewährleisten, hat es sich als zweckmäßig erwiesen, wenn das freie zweite Ende des Objektträgers entsprechend gut gleitend ausgebildet ist.
Dieses kann beispielsweise durch eine Abrundung des zweiten Endes des Objektträgers, durch eine Kunststoffbeschichtung oder durch eine Biegekante erfolgen. Sofern die Biegekante derart gewählt wird, daß der umgebogene Bereich zur vorderen Wand hin zeigt, kann die Biegekante gleichzeitig zum Führen und Halten des von dem Objektträger zu tragenden Objektes dienen.
Als Material für das Gehäuse und/oder den Objektträger kann sowohl Pappe (Karton) als auch Kunststoff, aber auch ein entsprechend geeignetes Metall verwendet werden. Auch Materialkombinationen aus starren und flexiblen, nicht transparenten und transparenten Werkstoffen (z.B. mit Klarsichtfolie kaschiertem Karton), die beispielsweise durch Verkleben miteinander verbunden werden, sind möglich.
Bei dem Objektträger kann es sich auch um das Objekt selber handeln. Dabei kommen als Objekte nicht nur Bilder (Fotografien etc.) in Betracht, sondern es kann sich auch um ein aus LCD-Elementen bestehendes Display, um ein organisches Display oder ein aus elektronischem Papier bestehendes Display handeln.
Bei einer Betrachtungsvorrichtung, die beispielsweise als Handy verwendet werden kann, hat es sich als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn die vordere und/oder hintere Wand der Betrachtungsvorrichtung eine nach außen gewölbte Oberfläche aufweist, so daß die Vorrichtung von dem jeweiligen Benutzer sowohl in der Ruheposition als auch in der Betrachtungsposition des Gehäuses gut umgriffen werden kann.
Insbesondere für Werbemaßnahmen ist es außerdem möglich, die Betrachtungsvorrichtung derart auszugestalten, daß die Rückwand als Verpackungsbehälter ausgebildet ist, der ausreichend Platz für einen zusätzlichen flachen Gegenstand (z. B. eine CD oder ein weiteres Bild) aufweist.
Selbstverständlich kann zusätzlich zur Vorderwand auch die Rückwand mindestens eine Sichtöffnung enthalten und der Objektträger sowohl auf seiner der Vorderwand zugewandten Seite als auch auf seiner der Rückwand zugewandten Seite zur Anordnung eines Objektes dienen.
Zum schnelleren Öffnen und/oder zum Aufstellen der Betrachtungsvorrichtung in seiner Betrachtungsposition kann an dem die Seitenwand bildenden Wandbereich der Vorderwand eine Öffnungshilfe befestigt sein, welche von einer geschlossenen Position, bei der sie die Vorderwand außenseitig mindestens teilweise überdeckt, in eine geöffnete Position, bei der die Seitenwand aufgerichtet wird, verschwenkbar ist.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den folgenden anhand von Figuren erläuterten Ausführungsbeispielen. Es zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht eines ersten
Ausführungsbeispieles einer erfindungsgemäßen
Betrachtungsvoπϊchtung, bei der sich das Gehäuse in seiner Betrachtungsposition befindet;
Fig. 2 - 5 Draufsichten auf das in Fig.1 dargestellte Ausführungsbeispiel, wobei das Gehäuse manuell von seiner Ruheposition (Fig.2) über Zwischenpositionen (Fig.3 und 4) in seine Betrachtungsposition gedrückt wird;
Fig. 6 eine Fig.5 entsprechende Draufsicht auf ein zweites Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Betrachtungsvorrichtung;
Fig. 7 einen Querschnitt durch ein drittes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Betrachtungsvorrichtung und
Fig. 8 und 9 zwei perspektivische Ansichten eines vierten Ausführungsbeispieles der Erfindung, wobei die Betrachtungsvorrichtung mit einer Öffnungshilfe versehen ist.
In den Fig.1-5 ist mit 1 eine erfindungsgemäße Betrachtungsvorrichtung bezeichnet, die im wesentlichen aus einem eine Vorderwand 2 und eine Rückwand 3 aufweisenden Gehäuse 4 (Fig.2) besteht, wobei die Vorderwand 2 eine Sichtöffnung 5 zum Betrachten eines im Inneren des Gehäuses 4 auf einem separaten Objektträger 6 befindlichen Bild (nicht dargestellt) aufweist.
Die Vorder- und Rückwand 2 und 3 sind entlang zweier gegenüberliegender Verbindungslinien 7, 8 miteinander verbunden. Außerdem sind jeweils in einem vorgegebenen Abstand von den Verbindungslinien 7, 8 Knicklinien 9, 10 angeordnet, derart, daß das Gehäuse 4 von einer Ruheposition, bei welcher die Vorder- und Rückwand 2, 3 flach aneinander anliegen (Fig.2), in eine Betrachtungsposition, bei welcher die Vorder- und Rückwand 2, 3 voneinander beabstandbar angeordnet sind, aufrichtbar ist, so daß das
Gehäuse 4 kastenförmig mit im wesentlichen rechteckigem Querschnitt ausgestaltet ist und von einer vorderen Wand 11 , einer hinteren Wand 12 und zwei Seitenwänden 13, 14 umschlossen wird.
Die Breite des Objektträgers 6 ist derart gewählt, daß sie zwar größer ist als die Breite der vorderen Wand 11 , aber etwas kleiner ist als die Breite der Vorderwand 2, so daß der Objektträger 6 in der Betrachtungsposition des Gehäuses 4 eine zur hinteren Wand 12 hin gewölbte Oberfläche aufweist. Dadurch wird auch das auf dem Objektträger 6 befindliche Bild entsprechend gewölbt und vermittelt einem durch die Sichtöffnung 5 der vorderen Wand 11 sehenden Betrachter einen räumlichen Eindruck.
Erfindungsgemäß ist nun vorgesehen, daß das erste Ende 15 des Objektträgers 6 im Bereich der Verbindungslinie 7 fest mit der Vorderwand 2 und/oder der Rückwand 3 der Betrachtungsvorrichtung 1 verbunden ist, die in der Betrachtungsposition die vordere Wand 11 seitlich begrenzt. Das zweite Ende 16 des Objektträgers 6 ragt hingegen in der Ruheposition des Gehäuses 4 frei in dieses hinein.
Aus den Fig.2-5 läßt sich der Aufrichtvorgang der erfindungsgemäßen Betrachtungsvorrichtung 1 unmittelbar entnehmen: Auf das zunächst in seiner Ruheposition befindliche Gehäuse 4 (Fig.2) wird beispielsweise durch zwei Finger einer Hand Druck auf die Verbindungslinien 7 und 8 ausgeübt, was in den Fig.2-4 durch entsprechende Pfeile angedeutet ist.
Dadurch kommt es zu einem Aufrichten der Seitenwände 13, 14 und zur Ausbildung des kastenförmigen Gehäuses 4. Der Objektträger 6 wird dabei zunächst an die sich ausbildende hintere Wand 12 angedrückt (Fig.3).
Drückt man nun die Seitenwände 13, 14 etwas über ihre senkrechte Position gegenüber der vorderen und hinteren Wand 11 , 12 hinaus (Fig.4), so gleitet das freie zweite Ende 16 des Objektträgers 6 entlang der Seitenwand 14 in die durch die Knicklinie 10 definierte vordere linke Ecke des Gehäuses 4
(Betrachtungsposition des Objektträgers). Gleichzeitig stützt sich der Objektträger 6 mit seinem mittleren Bereich 18 an der hinteren Wand 12 ab.
Wird anschließend auf die Seitenwände 13, 14 kein weiterer Druck mehr ausgeübt, so wird das Gehäuse 4 durch den vorgespannten Objektträger 6 in seine in Fig.3 dargestellte Position zurückgedrückt, wobei der Objektträger 6 dann in der Betrachtungsposition verbleibt (Fig.5 und 1 ).
Soll das Gehäuse 4 der Betrachtungsvorrichtung 1 wieder in seine Ruheposition gebracht werden, so ist es lediglich erforderlich, leichten Druck auf die beiden in Fig.5 durch gestrichelte Pfeile gekennzeichneten Ecken auszuüben, die durch die Knicklinien 9 und 10 definiert werden. Aufgrund der schrägen Lage der Seitenwand 14 gleitet dann das zweite Ende 16 des
Objektträgers 6 entlang der Seitenwand 14 von der durch die Knicklinie 10 definierten vorderen linken Ecke in die durch die Verbindungslinie 8 definierte hintere linke Ecke zurück und der Objektträger 6 entspannt sich bei diesem Vorgang.
Damit das freie zweite Ende 16 des Objektträgers 6 einwandfrei entlang der Seitenwand 14 gleiten kann, ist es mit einer Biegekante 21 versehen, die gleichzeitig als Halterung für ein Objekt (beispielsweise eine Fotografie) dient.
Wie den Fig.2-5 unmittelbar entnehmbar ist, kann die gesamte Betrachtungsvorrichtung 1 einschließlich des Objektträgers 6 vorteilhafterweise auf einfache Weise durch Faltung eines entsprechenden
Zuschnittes, z.B. aus Karton, einer Kunststoff-Folie etc., hergestellt werden.
Nach dem Faltvorgang ist lediglich der sich an die vordere Wand 11 anschließende (rechte) Endbereich 22 des Zuschnittes mit der Seitenwand 13 kraftschlüssig zu verbinden.
Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt. So zeigt Fig.6 ein Ausführungsbeispie! der
Erfindung, bei dem die Betrachtungsvorrichtung 1 eine einen Hohlraum 23 aufweisende Rückwand 3 besitzt, der Platz für einen zusätzlichen flachen Gegenstand (beispielsweise eine CD, eine Münze, Wertzeichen und Gutscheine etc.) 24 aufweist.
Bei einer Betrachtungsvorrichtung, die beispielsweise als Gehäuse 4 für ein Handy verwendet werden kann, hat es sich als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn die vordere und hintere Wand 11 und 12 der Betrachtungsvorrichtung 1 eine nach außen gewölbte Oberfläche aufweist, wie dieses in Fig.7 schematisch dargestellt ist, so daß die Vorrichtung von einem Benutzer gut umgriffen werden kann.
Ferner kann an dem die Seitenwand 14 bildenden Wandbereich der Vorderwand 2 eine Öffnungshilfe befestigt sein, welche von einer geschlossenen Position, bei der sie die Vorderwand außenseitig mindestens teilweise überdeckt, in eine geöffnete Position, bei der die Seitenwand aufgerichtet wird, verschwenkbar ist. Ein entsprechendes Ausführungsbeispiel zeigen die Fig.8 und 9.
Durch die Verwendung der Öffnungshilfe 25 wird sowohl ein reproduzierbares Aufrichten des Gehäuses 4 erreicht, als auch die Standsicherheit der Betrachtungsvorrichtung 1 in der Betrachtungsposition des Gehäuses 4 erhöht.
Bezugszeichenliste
1 Betrachtungsvorrichtung(en)
2 Vorderwand
3 Rückwand
4 Gehäuse
5 Sichtöffnung
6 Objektträger, Bildträger
7, 8 Verbindungslinien
9,10 Knicklinien
11 vordere Wand
12 hintere Wand
13,14 Seitenwände
15 erstes Ende
16 zweites Ende
18 mittlerer Bereich
21 Biegekante
22 Endbereich
23 Hohlraum
24 Gegenstand
25 Öffnungshilfe