Handwerkzeugmaschinengehäuseeinheit
Stand der Technik
Die Erfindung geht insbesondere aus von einer Handwerkzeugmaschine mit einer Handwerkzeugmaschinengehäuseeinheit nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Aus der DE 100 66 115 Al ist eine Handwerkzeugmaschine mit einer Handwerkzeugmaschinengehäuseeinheit bekannt, welche alle Komponenten der Handwerkzeugmaschine umgreift. Die Gehäuseeinheit umfasst ein erstes Gehäuseteil, welches als Maschinengehäuse ausgebildet ist, und ein zweites Gehäuseteil, welches als Handgriff ausgebildet ist. Zusätzlich weist die Handwerkzeugmaschine einen zweiten Handgriff auf, welcher insbesondere zum Führen bzw. Halten von schwingenden Vorrichtungen ausgebildet ist, indem der Handgriff eine Schwingungs- dämpfungseinrichtung aufweist. Hierzu weist der Handgriff ein Griffelement auf, in das die Dämpfungseinrichtung integriert ist.
Vorteile der Erfindung
Die Erfindung geht insbesondere aus von einer Handwerkzeugma- schinengehäuseeinheit, welche mindestens eine Komponente der Handwerkzeugmaschine umgreift, mit einem ersten Gehäuseteil, mit einem zweiten Gehäuseteil und mit einer Dämpfungseinrichtung.
Es wird vorgeschlagen, dass die Dämpfungseinrichtung ein wei- teres Gehäuseteil ausbildet. Unter „Dämpfungseinrichtung" soll insbesondere eine Einrichtung zur Dämpfung von Schwingungen, Vibrationen, Stößen und/oder Schlägen verstanden werden. Die Ausführung führt dazu, dass die Dämpfungseinrichtung bauraumsparend und bauteilsparend in die Gehäuseeinheit in- tegriert ist. Hierdurch kann auf die Verwendung zusätzlicher Elemente für eine Dämpfungseinrichtung und von Befestigungsmitteln für die zusätzlichen Elemente verzichtet werden. Somit ist eine kostengünstige Herstellung einer Handwerkzeugma- schinengehäuseeinheit aus verschiedenen Werkstoffen mit un- terschiedlichen Eigenschaften und Funktionen ohne Verwendung zusätzlicher Elemente möglich.
Als Handwerkzeugmaschinengehäuseeinheiten kommen neben Gehäusen von Handwerkzeugmaschinen, insbesondere von Elektrohand- Werkzeugmaschinen, auch Zubehörgeräte für Handwerkzeugmaschinen, beispielsweise Ladegeräte, oder deren Gehäuse in Betracht. Als Handwerkzeugmaschinen können insbesondere Bohrhämmer, Meißelhämmer, Bohrmaschinen, Schleifmaschinen, Schrauber, Sägen, Fräsen, Hobel usw. in Frage kommen.
Vorteilhafterweise ist die als Gehäuseteil ausgebildete Dämpfungseinrichtung zwischen dem ersten Gehäuseteil und dem zweiten Gehäuseteil angeordnet. Somit kann mit dieser Ausführung konstruktiv einfach und kostengünstig eine Übertragung von Schwingungen, Vibrationen und/oder Schlägen vom ersten Gehäuseteil auf das zweite Gehäuseteil mindestens reduziert und eine Integration der Dämpfungseinrichtung in die Gehäuseeinheit vorgenommen werden. Ferner kompensiert die Dämpfungseinrichtung auch eventuelle zwischen erstem und zweitem Ge- häuseteil auftretende Bewegungen.
Vorteilhafterweise ist die Dämpfungseinrichtung stoffschlüssig mit dem Maschinengehäuse und mit dem mindestens einen Handgriff verbunden. Als „Stoffschlüssige Verbindungen" sol- len hierbei alle Verbindungen verstanden werden, bei denen die Verbindungspartner durch atomare oder molekulare Kräfte zusammengehalten werden. Sie sind gleichzeitig nicht lösbare Verbindungen, wie beispielsweise Löten, Schweißen, Kleben, Vulkanisieren, Pressen usw., die sich nur durch Zerstörung der Verbindungsmittel trennen lassen. Durch diese sichere
Verbindung kann ein Lösen beispielsweise des Handgriffs vom Maschinengehäuse vermieden und stets eine Kontrolle der Handwerkzeugmaschine über den Handgriff sichergestellt werden. Ferner kann mit einer stoffschlüssigen Verbindung eine beson- ders einfache und kostengünstige Herstellung erreicht werden, ohne Verwendung zusätzlicher Befestigungsmittel.
In einer Ausführungsvariante wird vorgeschlagen, dass die Dämpfungseinrichtung durch ein Spritzgießverfahren stoff- schlüssig mit dem ersten Gehäuseteil und mit dem zweiten Gehäuseteil verbunden ist. Hierdurch lässt sich auf einfache
und preiswerte Weise eine Handwerkzeugmaschinengehäuseeinheit vorzugsweise aus mehreren Materialien herstellen. Die Befestigung der Gehäuseteile kann hierbei ohne zusätzliche Befestigungselemente erfolgen, da die Gehäuseteile allein durch das Spritzgießverfahren schon fest und haltbar miteinander verbunden sind.
In einer weiteren Ausgestaltung weist die Handwerkzeugmaschi- nengehäuseeinheit ein Drehgelenk auf, über welches das erste Gehäuseteil mit dem zweiten Gehäuseteil verbunden ist. Dieses Drehgelenk ermöglicht eine Drehbewegung zwischen dem ersten Gehäuseteil und dem zweiten Gehäuseteil und dient somit auch zur Bewegungskompensation zwischen erstem und zweitem Gehäuseteil .
Vorteilhafterweise ist die Dämpfungseinrichtung faltenbalgar- tig aufgebaut. Unter „Faltenbalg" soll hierbei ein elastischer, sich „ziehharmonikaartig" zusammenfaltender Schlauch verstanden werden, der aus Dämpfungsgründen zwischen dem ers- ten Gehäuseteil und dem zweiten Gehäuseteil angebracht wird. Durch die aufgrund des Faltenbalgs bewegliche Ausgestaltung der Dämpfungseinrichtung kann in einem bestimmungsgemäßen Betrieb der Handwerkzeugmaschine die Schwingungsübertragung vom ersten Gehäuseteil auf das zweite Gehäuseteil vermindert bzw. gedämpft werden. Zusätzlich werden aufgrund des faltenbalgar- tigen Aufbaus der Dämpfungseinrichtung bei einer Kippbewegung zwischen erstem und zweitem Gehäuseteil unerwünschte Zugspannungen und eine damit verbundene Schwingungsübertragung in der Dämpfungseinrichtung vermieden. Eine Überdehnung der Dämpfungseinrichtung wird durch den faltenbalgartigen Aufbau
vermieden, wodurch eine Verlängerung der Lebensdauer der Handwerkzeugmaschine erzielbar ist.
Eine vorteilhaft robuste und einfache Bauweise sowie eine da- durch vereinfachte Montage der Handwerkzeugmaschine können erreicht werden, wenn das erste Gehäuseteil und/oder das zweite Gehäuseteil jeweils mindestens zwei Schalen aufweisen, Die Schalen können nach ihrer Herstellung mit Komponenten gefüllt und nach der Befüllung miteinander verbunden werden.
Eine weitere vorteilhafte Reduktion des Montageaufwands kann dadurch erzielt werden, indem auch die Dämpfungseinrichtung mindestens zweiteilig ausgebildet ist.
Es wird vorgeschlagen, dass die Dämpfungseinrichtung zur
Dämpfung elastisch verformbare Biegebalken aufweist. Die zu dämpfende Energie wird dann in der Knickarbeit der Biegebalken aufgezehrt. Zudem ist die Dämpfungseinrichtung hierdurch elastisch innerhalb der Gehäuseeinheit aufgenommen. Schwin- gungen, Vibrationen und/oder Schläge werden somit nur gedämpft bzw. reduziert vom Maschinengehäuse auf den Handgriff übertragen .
Es wird vorgeschlagen, dass das erste Gehäuse als Maschinen- gehäuse und das zweite Gehäuse als Handgriff ausgestaltet ist. Hierdurch kann konstruktiv einfach und kostengünstig eine Übertragung von Schwingungen, Vibrationen und/oder Schlägen vom Maschinengehäuse auf den Handgriff reduziert bzw. gedämpft werden. Ferner ist hierdurch neben der Dämpfung und damit einer angenehmen Führung der Handwerkzeugmaschine auch eine Geräuschreduzierung während des Betriebs der Handwerk-
zeugmaschine erreichbar. Die Handwerkzeugmaschine ist angenehm zu führen und leise.
Zeichnung
Weitere Vorteile ergeben sich aus der folgenden Zeichnungsbeschreibung. In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Die Zeichnung, die Beschreibung und die Ansprüche enthalten zahlreiche Merkmale in Kombination.
Der Fachmann wird die Merkmale zweckmäßigerweise auch einzeln betrachten und zu sinnvollen weiteren Kombinationen zusammenfassen .
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
Die Figur zeigt in einer vereinfachten Darstellung eine erfindungsgemäße Handwerkzeugmaschine mit einer Handwerkzeugma- schinengehäuseeinheit . Die Gehäuseeinheit kann eine oder mehrere Komponenten der Handwerkzeugmaschine umgreifen. Die Komponente kann beispielsweise der Maschinenteil der Handwerkzeugmaschine mit insbesondere einem Elektromotor, einer Lüftungseinrichtung, einer Getriebeeinheit usw. sein, ein Akku- pack der Handwerkzeugmaschine, ein Ladegerät für den Akkupack der Handwerkzeugmaschine usw. Es ist jedoch ebenso gut möglich, dass die Gehäuseeinheit alle Komponenten der Handwerkzeugmaschine, abgesehen von notwendigen Öffnungen und Durchlässen, vollständig umschließt. Im vorliegenden Ausführungs- beispiel ist stellvertretend für weitere Komponenten ein
Elektromotor 10 dargestellt, welcher von der Gehäuseeinheit
der Handwerkzeugmaschine umgriffen wird. Die Handwerkzeugma- schinengehäuseeinheit umfasst ein erstes Gehäuseteil 12, ein zweites Gehäuseteil 14, und eine Dämpfungseinrichtung 16. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist das erste Gehäuseteil als Maschinengehäuse 12 und das zweite Gehäuseteil als Handgriff 14 ausgestaltet.
Erfindungsgemäß bildet die Dämpfungseinrichtung 16 ein weiteres Gehäuseteil der Handwerkzeugmaschineneinheit aus. Im vor- liegenden Ausführungsbeispiel besteht die Handwerkzeugmaschineneinheit aus drei, die Komponenten 10 umfassenden Gehäuseteilen 12, 14 und 16, wobei jede einem Fachmann als sinnvoll erscheinende Anzahl an Gehäuseteilen denkbar ist. Vorteilhafterweise ist die Dämpfungseinrichtung 16 zwischen dem ers- ten, als Maschinengehäuse ausgebildeten Gehäuseteil 12 und dem zweiten, als Handgriff ausgebildeten Gehäuseteil 14 angeordnet, wodurch das Maschinengehäuse 12 zumindest teilweise über die Dämpfungseinrichtung 16 mit dem Handgriff 14 verbunden ist.
Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist die Dämpfungseinrichtung 16 stoffschlüssig mit dem ersten Gehäuseteil 12 und mit dem zweiten Gehäuseteil 14 verbunden. Vorzugsweise erfolgt die stoffschlüssige Verbindung der Gehäuseteile 12, 14, 16 durch ein Spritzgießverfahren. Beim Spritzgießen wird die
Dämpfungseinrichtung 16 einstückig an das als Handgriff ausgebildete Gehäuseteil 14 und an das als Maschinengehäuse ausgebildete Gehäuseteil 12 angeformt.
Das erste Gehäuseteil 12 und das zweite Gehäuseteil 14 sind zusätzlich über ein Drehgelenk 18 miteinander verbunden, wo-
bei in der Figur das Drehgelenk 18 nicht montiert ist. Das Drehgelenk 18 ist im Wesentlichen in Richtung einer Hochachse 24 der Handwerkzeugmaschine unterhalb der Dämpfungseinrichtung 16 angeordnet. Das Drehgelenk 18 ist in den beiden Ge- häuseteilen 12, 14 integriert bzw. an die Gehäuseteile 12, 14 angeformt, indem das erste Gehäuseteil 12 eine Ausnehmung 26 und das zweite Gehäuseteil 14 eine Nase 28 aufweist, welche in die Ausnehmung 26 des ersten Gehäuseteils 12 einclipsbar ist. Das Drehgelenk 18 in Verbindung mit der Dämpfungsein- richtung 16 ermöglicht eine Relativbewegung bzw. Drehbewegung des Maschinengehäuses 12 gegenüber dem Handgriff 14.
Das erste Gehäuseteil 12 und das zweite Gehäuseteil 14 bestehen vorzugsweise aus einem formbeständigen Werkstoff, insbe- sondere aus einem formbeständigen Kunststoff. Üblicherweise nimmt eine aus unterschiedlichen Gehäuseteilen bestehende Gehäuseeinheit unterschiedliche Aufgaben wahr. Das Maschinengehäuse 12 dient beispielsweise zum Schutz der in ihr angeordneten Komponenten und ist daher meist aus einem formbeständi- gen Material gefertigt, wobei das formbeständige Material insbesondere stoß- und schlagfeste Eigenschaften aufweist. Der Handgriff 14 dient zum Führen bzw. Halten der üblicherweise schwingenden Handwerkzeugmaschine und ist daher ebenfalls vorzugsweise aus einem formbeständigen Werkstoff mit vorzugsweise ebenfalls stoß- und schlagfesten Eigenschaften gefertigt. Die Dämpfungseinrichtung 16 weist zur Dämpfung e- lastisch verformbare Biegebalken auf. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist die Dämpfungseinrichtung 16 als Faltenbalg ausgebildet und besteht vorzugsweise aus einem elastischen Werkstoff. D.h. der Werkstoff für die Dämpfungseinrichtung 16
muss auf jeden Fall elastischer als der Werkstoff für die beiden Gehäuseteile 12, 14 sein.
Zur Erleichterung der Herstellung bestehen das erste Gehäuse- teil 12 und das zweite Gehäuseteil 14 in diesem Ausführungsbeispiel aus jeweils einem Halbschalenpaar 20, 22. Zusätzlich ist die Dämpfungseinrichtung 16 zweiteilig ausgebildet. Bei der Herstellung der Handwerkzeugmaschine werden daher jeweils zwei miteinander korrespondierende bzw. einander gegenüber- liegende Hälften bzw. Halbschalen einer Handwerkzeugmaschi- nengehäuseeinheit gefertigt, welche anschließend mit den notwendigen Komponenten der Handwerkzeugmaschine bestückt und miteinander verbunden werden.
Die als weiteres Gehäuseteil ausgebildete Dämpfungseinrichtung 16 wird an das erste Gehäuseteil 12 und das zweite Gehäuseteil 14 angespritzt, indem die Dämpfungseinrichtung 16 an jeweils zwei gleichseitige Halbschalen 20, 22 der beiden Halbschalenpaare angespritzt wird.
Die Herstellung der Handwerkzeugmaschinengehäuseeinheit erfolgt in mehreren Schritten. Zunächst werden die beiden gleichseitigen Halbschalen 20, 22 des Maschinengehäuses 12 und des Handgriffs 14 in ein Werkzeug eingelegt, wobei die Halbschalen 20, 22 voneinander beabstandet unter Bildung eines Zwischenraums im Werkzeug angeordnet sind. Anschließend wird das Werkzeug geschlossen. Nun erfolgt das Einspritzen einer Formmasse in den Zwischenraum, wodurch die Dämpfungseinrichtung 16 und gleichzeitig eine Verbindung zwischen den Halbschalen 20, 22 gebildet wird. D.h. die Hälfte der Dämpfungseinrichtung 16 wird an die Hälfte des als Handgriff aus-
gebildeten Gehäuseteils 14 und an die Hälfte des als Maschinengehäuse ausgebildeten Gehäuseteils 12 angespritzt bzw. angeformt. Danach wird das Werkzeug geöffnet und die miteinander verbundenen Hälften der Gehäuseteile 12, 14, 16 bzw. die Hälfte der Gehäuseeinheit entnommen, wobei die Hälfte des
Faltenbalgs der Dämpfungseinrichtung 16 im Wesentlichen gestreckt vorliegt. Diese Hälfte der Gehäuseeinheit wird nun mit den notwendigen Komponenten 10 der Handwerkzeugmaschine bestückt und anschließend mit der zugehörigen zweiten Hälfte der Gehäuseeinheit verbunden, indem das Drehgelenk 18 durch einclipsen der Nase 28 des zweiten Gehäuseteils 14 in die Ausnehmung 26 des ersten Gehäuseteils 12 montiert und die beiden Hälften der Gehäuseeinheit miteinander verbunden, vorzugsweise verschraubt werden. Hierdurch wird der Faltenbalg der Dämpfungseinrichtung 16 gestaucht.