Wasserdispergierbare Polyisocyanate
Beschreibung
Die vorliegende Erfindung betrifft verbesserte wasserdispergierbare Polyisocyanate insbesondere für zweikomponentige Polyurethanlacke oder wäßrige Dispersionsklebstoffe.
Wasserdispergierbare Polyisocyanate sind bereits seit langem bekannt und werden häufig als Vernetzerkomponente zusammen mit wäßrigen Polyollösungen in wäßrigen Lacksystemen eingesetzt. Dabei haben sich eine Vielzahl von wasserdispergierend wirkenden Bestandteilen solcher Polyisocyanate bewährt.
DE 4113160 A1 beschreibt wasserdispergierbare Polyisocyanate, die sowohl PoIy- ethergruppen als auch Carboxylatgruppen aufweisen.
Derartige Carboxylatgruppen als dispergieraktive Gruppen aufweisenden Polyisocyanate weisen jedoch nur eine ungenügende Lagerstabilität sowie eine unzureichende Dispergierbarkeit auf.
So beschreibt EP 198343 A2 carbodiimidgruppenhaltige Polyisocyanate, die mit Hilfe von Sulfonatgruppen und gegebenenfalls Polyethergruppen wasserdispergierbar ausgerüstet werden. Als sulfonatgruppentragende Aufbaukomponenten werden alkoxylier- te Sulfonate explizit offenbart und sulfonierte Diisocyanate, die speziell hergestellt wer- den müssen.
Weiterhin verweist EP 198343 A2 auf N-(ω-Aminoalkyl)-ω'-aminoalkylsulfonate gemäß der CA 928323 A1 als sulfonatgruppentragende Aufbaukomponenten.
EP 703255 A1 beschreibt ebenfalls wasserdispergierbare Polyisocyanate mit Sulfonatgruppen. Explizit offenbart werden Hydroxyalkylsulfonate zur Verbesserung der Wasserdispergierbarkeit, nicht jedoch Polyether.
WO 2004/101638 (= US 2006/211815) beschreibt selbstemulgierende Polyurethan- dispersionen, die Polyethylenoxidketten tragen und weitere ionische dispergieraktive Gruppen tragen können.
EP 1287052 B1 offenbart Polyisocyanate, die mit 2-
(Cyclohexylamino)ethansulfonsäure oder 3-(Cyclohexylamino)propansulfonsäure was- serdispergierbar ausgestaltet sind. Optional können Polyethergruppen als Aufbaukomponenten anwesend sein.
Derartige wasserdispergierbare Polyisocyanate zeigen eine unbefriedigende Trocknungszeit.
EP 1704928 A2 beschreibt wäßrige Beschichtungsmassen, die neben einem Polyiso- cyanat als Vernetzer und einem Bindemittel noch nach Einbau wasserdispergierbar wirkende Aufbaukomponenten enthalten, deren reaktive Gruppe ausgewählt sein kann aus der Gruppe bestehend aus primären und sekundären Aminogruppen und deren dispergierend wirkende Gruppen ausgewählt sein können aus der Gruppe bestehend aus Sulfonsäure- und Phosphonsäuregruppen.
Als Beispiele werden eine Vielzahl von aliphatischen und aromatischen Sulfon- und Phosphonsäuren mit einer oder mehreren gegenüber Isocyanat reaktiven Gruppen aufgeführt.
Die aufgeführten Verbindungen zeigen jedoch eine nicht-ausreichende Dispergierbar- keit und Trocknung (siehe Vergleichsbeispiele).
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand darin, wasserdispergierbare Polyisocyanate zur Verfügung zu stellen, die sowohl eine gute Einarbeitbarkeit als auch gute Trocknungseigenschaften aufweisen.
Die Aufgabe wurde gelöst durch wasserdispergierbare Polyisocyanate (A), enthaltend als Aufbaukomponenten
(a) mindestens ein Di- oder Polyisocyanat,
(b) mindestens eine substituierte aromatische Sulfonsäure, die genau eine primäre oder sekundäre, bevorzugt primäre Aminogruppe trägt, wobei die Positionen am aromatischen Ring in ortho-Stellung zur Aminogruppe unsubstituiert sind,
(c) mindestens ein monofunktionelles Polyalkylenglykol, (d) optional mindestens ein höhermolekulares Di- oder Polyol und (e) optional mindestens ein niedermolekulares Di- oder Polyol.
Derartige erfindungsgemäße Polyisocyanate (A) weisen sowohl eine gute Einarbeitbarkeit in wäßrige Polyollösungen als auch gute Trocknungseigenschaften auf. Zudem ergeben sie Beschichtungen mit guter Härte, die sich beispielsweise in einem guten Glanz zeigt.
Bei der Aufbaukomponente (a) handelt es sich um mindestens ein, beispielsweise ein bis drei, bevorzugt ein bis zwei und besonders bevorzugt genau ein Di- oder Polyiso- cyanat.
Die eingesetzten monomeren Isocyanate können aromatisch, aliphatisch oder cycloa- liphatisch sein, bevorzugt aliphatisch oder cycloaliphatisch, was in dieser Schrift kurz
als (cyclo)aliphatisch bezeichnet wird. Besonders bevorzugt sind aliphatische Isocya- nate.
Aromatische Isocyanate sind solche, die mindestens ein aromatisches Ringsystem enthalten, also sowohl rein aromatische wie auch araliphatische Verbindungen.
Cycloaliphatische Isocyanate sind solche, die mindestens ein cycloaliphatisches Ringsystem enthalten.
Aliphatische Isocyanate sind solche, die ausschließlich gerade oder verzweigte Ketten enthalten, also acyclische Verbindungen.
Bei den monomeren Isocyanaten handelt es sich bevorzugt um Diisocyanate, die genau zwei Isocyanatgruppen tragen. Es kann sich aber prinzipiell auch um Monoisocya- nate mit einer Isocyanatgruppe handeln.
Es kommen prinzipiell auch höhere Isocyanate mit im Mittel mehr als 2 Isocyanatgruppen in betracht. Dafür eignen sich beispielsweise Triisocyanate wie Triisocyanatono- nan, 2,6-Diisocyanato-1 -hexansäure-2'-isocyanatoethylester, 2,4,6-Triisocyanatotoluol, Triphenylmethantriisocyanat oder 2,4,4'-Triisocyanatodiphenylether oder die Gemische aus Di-, Tri- und höheren Polyisocyanaten, die beispielsweise durch Phosgenierung von entsprechenden Anilin/Formaldehyd-Kondensaten erhalten werden und Methylenbrücken aufweisende Polyphenylpolyisocyanate und die korrespondierenden kernhydrierten Isocyanate darstellen.
Diese monomeren Isocyanate weisen keine wesentlichen Umsetzungsprodukte der Isocyanatgruppen mit sich selbst auf.
Bei den monomeren Isocyanaten handelt es sich bevorzugt um Isocyanate mit 4 bis 20 C-Atomen. Beispiele für übliche Diisocyanate sind aliphatische Diisocyanate wie Te- tramethylendiisocyanat, 1 ,5-Pentamethylendiisocyanat, Hexamethylendiisocyanat (1 ,6- Diisocyanatohexan), Octamethylendiisocyanat, Decamethylendiisocyanat, Dodeca- methylendiisocyanat, Tetradecamethylendiisocyanat, Derivate des Lysindiisocyanates (z.B. Lysinmethylesterdiisocyanat, Lysinethylesterdiisocyanat), Trimethylhexandiisocy- anat oder Tetramethylhexandiisocyanat, cycloaliphatische Diisocyanate wie 1 ,4-, 1 ,3- oder 1 ,2-Diisocyanatocyclohexan, 4,4'- oder 2,4'-Di(isocyanatocyclohexyl)methan, 1- lsocyanato-3,3,5-trimethyl-5-(isocyanatomethyl)cyclohexan (Isophorondiisocyanat), 1 ,3- oder 1 ,4-Bis(isocyanatomethyl)cyclohexan oder 2,4-, oder 2,6-Diisocyanato-1- methylcyclohexan sowie 3 (bzw. 4), 8 (bzw. 9)-Bis(isocyanatomethyl)- tricyclo[5.2.1.026]decan-lsomerengemische, sowie aromatische Diisocyanate wie 2,4- oder 2,6-Toluylendiisocyanat und deren Isomerengemische, m- oder p- Xylylendiisocyanat, 2,4'- oder 4,4'-Diisocyanatodiphenylmethan und deren Isomerengemische, 1 ,3- oder 1 ,4-Phenylendiisocyanat, 1-Chlor-2,4-phenylendiisocyanat, 1 ,5-
Naphthylendiisocyanat, Diphenylen-4,4'-diisocyanat, 4,4'-Diisocyanato-3,3'- dimethyldiphenyl, 3-Methyldi-phenylmethan-4,4'-diisocyanat, Tetramethylxylylendiiso- cyanat, 1 ,4-Diisocyanatobenzol oder Diphenylether-4,4'-diisocyanat.
Besonders bevorzugt sind 1 ,6-Hexamethylendiisocyanat, 1 ,3-
Bis(isocyanatomethyl)cyclo-hexan, Isophorondiisocyanat und 4,4'- oder 2,4'- Di(isocyanatocyclohexyl)methan, ganz besonders bevorzugt sind Isophorondiisocyanat und 1 ,6-Hexamethylendiisocyanat, insbesondere bevorzugt ist 1 ,6- Hexamethylendiisocyanat.
Es können auch Gemische der genannten Isocyanate vorliegen.
Isophorondiisocyanat liegt zumeist als ein Gemisch, und zwar der eis- und transisomere vor, in der Regel im Verhältnis von ca. 60:40 bis 80:20 (w/w), bevorzugt im Verhältnis von ca. 70:30 bis 75:25 und besonders bevorzugt im Verhältnis von ca. 75:25.
Dicyclohexylmethan-4,4'-diisocyanat kann ebenfalls als Gemisch der verschiedenen eis- und trans-lsomere vorliegen.
Für die vorliegende Erfindung können sowohl solche Diisocyanate eingesetzt werden, die durch Phosgenierung der korrespondierenden Amine erhalten werden, als auch solche, die ohne die Verwendung von Phosgen, d. h. nach phosgenfreien Verfahren, hergestellt werden. Nach Angaben der EP-A-O 126 299 (US 4 596 678), EP-A-126 300 (US 4 596 679) und EP-A-355 443 (US 5 087 739) beispielsweise können (cyc- lo)aliphatische Diisocyanate, z.B. wie 1 ,6-Hexamethylendiisocyanat (HDI), isomere aliphatische Diisocyanate mit 6 Kohlenstoffatomen im Alkylenrest, 4,4'- oder 2,4'- Di(isocyanatocyclohexyl)methan und 1 -Isocyanato-S-isocyanato-methyl-S^^-trimethyl- cyclohexan (Isophorondiisocyanat bzw. IPDI) hergestellt werden durch Umsetzung der (cyclo)aliphatischen Diamine mit beispielsweise Harnstoff und Alkoholen zu (cyc- lo)aliphatischen Biscarbaminsäureestern und deren thermische Spaltung in die entsprechenden Diisocyanate und Alkohole. Die Synthese erfolgt meist kontinuierlich in einem Kreislaufverfahren und gegebenenfalls in Gegenwart von N-unsubstituierten Carbaminsäureestern, Dialkylcarbonaten und anderen aus dem Reaktionsprozeß zu- rückgeführten Nebenprodukten. So erhaltene Diisocyanate weisen in der Regel einen sehr geringen oder sogar nicht meßbaren Anteil an chlorierten Verbindungen auf, was beispielsweise in Anwendungen in der Elektronikindustrie vorteilhaft ist.
In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weisen die eingesetzten Isocya- nate einen Gesamtgehalt an hydrolysierbarem Chlor von weniger als 200 ppm auf, bevorzugt von weniger als 120 ppm, besonders bevorzugt weniger als 80 ppm, ganz besonders bevorzugt weniger als 50 ppm, insbesondere weniger als 15 ppm und speziell weniger als 10 ppm. Dies kann beispielsweise gemessen werden durch die ASTM-
Vorschrift D4663-98. Es können aber selbstverständlich auch monomere Isocyanate mit einem höheren Chlorgehalt eingesetzt werden, beispielsweise bis zu 500 ppm.
Selbstverständlich können auch Gemische aus solchen monomeren Isocyanaten, die durch Umsetzung der (cyclo)aliphatischen Diamine mit beispielsweise Harnstoff und Alkoholen und Spaltung der erhaltenen (cyclo)aliphatischen Biscarbaminsäureester erhalten worden sind, mit solchen Diisocyanaten, die durch Phosgenierung der korrespondierenden Amine erhalten worden sind, eingesetzt werden.
Die Polyisocyanate (a), zu denen die monomeren Isocyanate oligomerisiert werden können, sind in der Regel wie folgt charakterisiert:
Die mittlere NCO Funktionalität solcher Verbindungen beträgt in der Regel mindestens 1 ,8 und kann bis zu 8 betragen, bevorzugt 2 bis 5 und besonders bevorzugt 2,4 bis 4.
Der Gehalt an Isocyanatgruppen nach der Oligomerisierung, berechnet als NCO = 42 g/mol, beträgt, wenn nicht anders angegeben, in der Regel von 5 bis 25 Gew%.
Bevorzugt handelt es sich bei den Polyisocyanaten (a) um folgende Verbindungen:
1 ) Isocyanuratgruppen aufweisende Polyisocyanate von aromatischen, aliphati- schen und/oder cycloaliphatischen Diisocyanaten. Besonders bevorzugt sind hierbei die entsprechenden aliphatischen und/oder cycloaliphatischen Isocyana- to-lsocyanurate und insbesondere die auf Basis von Hexamethylendiisocyanat und Isophorondiisocyanat. Bei den dabei vorliegenden Isocyanuraten handelt es sich insbesondere um Tris-isocyanatoalkyl- bzw. Tris-isocyanatocycloalkyl- Isocyanurate, welche cyclische Trimere der Diisocyanate darstellen, oder um Gemische mit ihren höheren, mehr als einen Isocyanuratring aufweisenden Homologen. Die Isocyanato-Isocyanurate haben im allgemeinen einen NCO-Gehalt von 10 bis 30 Gew.-%, insbesondere 15 bis 25 Gew.-% und eine mittlere NCO-
Funktionalität von 2,6 bis 8.
2) Uretdiongruppen aufweisende Polyisocyanate mit aromatisch, aliphatisch und/oder cycloaliphatisch gebundenen Isocyanatgruppen, vorzugsweise alipha- tisch und/oder cycloaliphatisch gebundenen und insbesondere die von Hexamethylendiisocyanat oder Isophorondiisocyanat abgeleiteten. Bei Uretdiondiiso- cyanaten handelt es sich um cyclische Dimerisierungsprodukte von Diisocyanaten. Die Uretdiongruppen aufweisenden Polyisocyanate werden im Rahmen dieser Erfindung im Gemisch mit anderen Polyisocyanaten, insbesondere den unter 1 ) genannten, erhalten. Dazu können die Diisocyanate unter Reaktionsbedingungen umgesetzt werden, unter denen sowohl Uretdiongruppen als auch die anderen Polyisocyanate gebildet werden, oder zunächst die Uretdiongruppen gebildet und
diese anschließend zu den anderen Polyisocyanaten umgesetzt werden oder die Diisocyanate zunächst zu den anderen Polyisocyanaten und diese anschließend zu Uretdiongruppen-haltigen Produkten umgesetzt werden.
3) Biuretgruppen aufweisende Polyisocyanate mit aromatisch, cycloaliphatisch oder aliphatisch gebundenen, bevorzugt cycloaliphatisch oder aliphatisch gebundenen Isocyanatgruppen, insbesondere Tris-(6-isocyanatohexyl)-biuret oder dessen Gemische mit seinen höheren Homologen. Diese Biuretgruppen aufweisenden Polyisocyanate weisen im allgemeinen einen NCO-Gehalt von 18 bis 22 Gew.-% und eine mittlere NCO-Funktionalität von 2,8 bis 6 auf.
4) Urethan- und/oder Allophanatgruppen aufweisende Polyisocyanate mit aromatisch, aliphatisch oder cycloaliphatisch gebundenen, bevorzugt aliphatisch oder cycloaliphatisch gebundenen Isocyanatgruppen, wie sie beispielsweise durch Umsetzung von überschüssigen Mengen an Diisocyanat, beispielsweise Hexa- methylendiisocyanat oder Isophorondiisocyanat, mit ein- oder mehrwertigen Alkoholen (a). Diese Urethan- und/oder Allophanatgruppen aufweisenden Polyisocyanate haben im allgemeinen einen NCO-Gehalt von 12 bis 24 Gew.-% und eine mittlere NCO-Funktionalität von 2,1 bis 4,5. Solche Urethan- und/oder Al- lophanatgruppen aufweisenden Polyisocyanate können unkatalysiert oder bevorzugt in Gegenwart von Katalysatoren, wie beispielsweise Ammoniumcarboxyla- ten oder -hydroxiden, oder Allophanatisierungskatalysatoren, z.B. Zn-(II)- Verbindungen, jeweils in Anwesenheit von ein-, zwei- oder mehrwertigen, bevorzugt einwertigen Alkoholen, hergestellt werden. Die Urethan- und/oder Allopha- natgruppen aufweisenden Polyisocyanate können auch im Gemisch mit anderen
Polyisocyanaten, insbesondere den unter 1) genannten, hergestellt werden.
5) Oxadiazintriongruppen enthaltende Polyisocyanate, vorzugsweise von Hexa- methylendiisocyanat oder Isophorondiisocyanat abgeleitet. Solche Oxadiazintri- ongruppen enthaltenden Polyisocyanate sind aus Diisocyanat und Kohlendioxid zugänglich.
6) Iminooxadiazindiongruppen enthaltende Polyisocyanate, vorzugsweise von He- xamethylendiisocyanat oder Isophorondiisocyanat abgeleitet. Solche Iminooxadi- azin-diongruppen enthaltenden Polyisocyanate sind aus Diisocyanaten mittels spezieller Katalysatoren herstellbar.
7) Uretonimin-modifizierte Polyisocyanate.
8) Carbodiimid-modifizierte Polyisocyanate.
9) Hyperverzweigte Polyisocyanate, wie sie beispielsweise bekannt sind aus der DE-A1 10013186 oder DE-A1 10013187.
10) Polyurethan-Polyisocyanat-Präpolymere, aus Di- und/oder Polyisocyanaten mit Alkoholen.
1 1 ) Polyharnstoff-Polyisocyanat-Präpolymere.
12) Die Polyisocyanate 1 )-1 1), bevorzugt 1), 3), 4) und 6) können nach deren Herstellung in Biuretgruppen- oder Urethan-/Allophanat-Gruppen aufweisende Polyisocyanate mit aromatisch, cycloaliphatisch oder aliphatisch gebundenen, bevor- zugt (cyclo)aliphatisch gebundenen Isocyanatgruppen, überführt werden. Die Bildung von Biuretgruppen erfolgt beispielsweise durch Zugabe von Wasser, Wasser freisetzenden Verbindungen (z.B. tert.-Butanol) oder durch Umsetzung mit Aminen. Die Bildung von Urethan- und/oder Allophanatgruppen erfolgt durch Umsetzung mit ein-, zwei- oder mehrwertigen, bevorzugt einwertigen Alkoholen, gegebenenfalls in Gegenwart von geeigneten Katalysatoren. Diese Biuret- oder
Urethan-/Allophanatgruppen aufweisenden Polyisocyanate weisen im allgemeinen einen NCO-Gehalt von 18 bis 22 Gew.-% und eine mittlere NCO- Funktionalität von 2,8 bis 6 auf.
13) Hydrophil modifizierte Polyisocyanate, d.h. Polyisocyanate, die neben den unter 1-12 beschriebenen Gruppen solche enthalten, die formal durch Addition von Molekülen mit NCO-reaktiven Gruppen und hydrophilierenden Gruppen an die Isocyanatgruppen obiger Moleküle entstehen. Bei letzteren handelt es sich um nichtionische Gruppen wie Alkyl-Polyethylenoxid und/oder ionische, welche von Phosphorsäure, Phosphonsäure, Schwefelsäure oder Sulfonsäure, bzw. ihren
Salzen abgeleitet sind.
14) Modifizierte Polyisocyanate für Dual Cure Anwendungen, d.h. Polyisocyanate, die neben den unter 1-12 beschriebenen Gruppen solche enthalten, die formal durch Addition von Molekülen mit NCO-reaktiven Gruppen und durch UV- oder aktinische Strahlung vernetzbare Gruppen an die Isocyanatgruppen obiger Moleküle entstehen. Bei diesen Moleküle handelt es sich beispielsweise um Hydro- xyallkyl(meth)acrylate und andere Hydroxy-Vinylverbindungen.
Die oben aufgeführten Diisocyanate oder Polyisocyanate können auch zumindest teilweise in blockierter Form vorliegen.
Zur Blockierung eingesetzte Verbindungsklassen sind beschrieben in D. A. Wicks, Z. W. Wicks, Progress in Organic Coatings, 36, 148-172 (1999), 41 , 1-83 (2001 ) sowie 43, 131-140 (2001 ).
Beispiele für zur Blockierung eingesetzte Verbindungsklassen sind Phenole, Imidazole, Triazole, Pyrazole, Oxime, N-Hydroxyimide, Hydroxybenzoesäureester, sekundäre Amine, Lactame, CH-acide cyclische Ketone, Malonsäureester oder Alkylacetoacetate.
In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist das Polyisocya- nat (a) ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Isocyanuraten, Biureten, Urethanen und Allophanaten, bevorzugt aus der Gruppe bestehend aus Isocyanuraten, Urethanen und Allophanaten, besonders bevorzugt aus der Gruppe bestehend aus Isocyanuraten und Allophanaten, insbesondere handelt es sich um ein isocyanuratgruppenhaltiges Polyisocyanat.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei dem Polyisocyanat (a) um Isocyanuratgruppen enthaltende Polyisocyanate von 1 ,6- Hexamethylendiisocyanat.
In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei dem Polyisocyanat (a) um ein Gemisch von Isocyanuratgruppen enthaltenden Polyisocya- naten von 1 ,6-Hexamethylendiisocyanat und von Isophorondiisocyanat.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei dem Polyisocyanat (a) um ein Gemisch enthaltend niedrigviskose Polysiocyanate, bevorzugt Isocyanuratgruppen enthaltende Polyisocyanate, mit einer Viskosität von 600-1500 mPa*s, insbesondere unter 1200 mPa*s, niederviskose Urethane und/oder Allophanate mit einer Viskosität von 200-1600 mPa*s, insbesondere 600-1500 mPa*s, und/oder Iminooxadi- azindiongruppen enthaltende Polyisocyanate.
In dieser Schrift wird die Viskosität bei 23 0C gemäß DIN EN ISO 3219/A.3 in einem Kegel-Platte-System mit einem Geschwindigkeitsgefälle von 250 S"1 angegeben, falls nicht anders vermerkt.
Bei der Aufbaukomponente (b) handelt es sich um mindestens eine, beispielsweise ein bis drei, bevorzugt ein bis zwei und besonders bevorzugt genau eine substituierte aromatische Sulfonsäure, die genau eine primäre oder sekundäre, bevorzugt primäre A- minogruppe trägt, wobei die Positionen am aromatischen Ring in ortho-Stellung zur Aminogruppe unsubstituiert sind.
Diese Aufbaukomponenten (b) können mindestens eine, beispielsweise ein bis drei, bevorzugt ein bis zwei und besonders bevorzugt genau eine Sulfonsäuregruppe tragen.
Bevorzugt sind solche substituierten aromatischen Sulfonsäuren der Formel (I)
worin
R1, R2 und R3 unabhängig voneinander Wasserstoff, Alkyl, Cycloalkyl oder Aryl, wobei die genannten Reste jeweils durch Aryl, Alkyl, Aryloxy, Alkyloxy, Heteroatome und/oder Heterocyclen substituiert sein können, bedeuten, wobei R2 und R3 auch zusammen einen Ring, bevorzugt einen annellierten aromatischen Ring ausbilden können, mit der Maßgabe, daß mindestens einer der Reste R2 und R3 ungleich Wasserstoff ist.
Darin bedeuten
gegebenenfalls durch Aryl, Alkyl, Aryloxy, Alkyloxy, Heteroatome und/oder Heterocyc- len substituiertes Ci - Cis-Alkyl beispielsweise Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl, n-Butyl, sec-Butyl, tert.-Butyl, Pentyl, Hexyl, Heptyl, Octyl, 2-Etylhexyl, 2,4,4-Trimethylpentyl, Decyl, Dodecyl, Tetradecyl, Hetadecyl, Octadecyl, 1 ,1-Dimethylpropyl, 1 ,1- Dimethylbutyl, 1 ,1 ,3,3-Tetramethylbutyl, Benzyl, 1-Phenylethyl, 2-Phenylethyl, α,α- Dimethylbenzyl, Benzhydryl, p-Tolylmethyl,1-(p-Butylphenyl)-ethyl, p-Chlorbenzyl, 2,4- Dichlorbenzyl, p-Methoxybenzyl, m-Ethoxybenzyl, 2-Cyanoethyl, 2-Cyanopropyl, 2- Methoxycarbonethyl, 2-Ethoxycarbonylethyl, 2-Butoxycarbonylpropyl, 1 ,2-Di- (methoxycarbonyl)-ethyl, 2-Methoxyethyl, 2-Ethoxyethyl, 2-Butoxyethyl, Diethoxy- methyl, Diethoxyethyl, 1 ,3-Dioxolan-2-yl, 1 ,3-Dioxan-2-yl, 2-Methyl-1 ,3-dioxolan-2-yl, 4- Methyl-1 ,3-dioxolan-2-yl, 2-lsopropoxyethyl, 2-Butoxypropyl, 2-Octyloxyethyl, Chlorme- thyl, 2-Chlorethyl, Trichlormethyl, Trifluormethyl, 1 ,1-Dimethyl-2-chlorethyl, 2- Methoxyisopropyl, 2-Ethoxyethyl, Butylthiomethyl, 2-Dodecylthioethyl, 2- Phenylthioethyl, 2,2,2-Trifluorethyl, 2-Phenoxyethyl, 2-Phenoxypropyl, 3- Phenoxypropyl, 4-Phenoxybutyl, 6-Phenoxyhexyl, 2-Methoxyethyl, 2-Methoxypropyl, 3- Methoxypropyl, 4-Methoxybutyl, 6-Methoxyhexyl, 2-Ethoxyethyl, 2-Ethoxypropyl, 3- Ethoxypropyl, 4-Ethoxybutyl oder 6-Ethoxyhexyl,
gegebenenfalls durch Aryl, Alkyl, Aryloxy, Alkyloxy, Heteroatome und/oder Heterocyclen substituiertes Cβ - Ci2-Aryl beispielsweise Phenyl, ToIyI, XyIyI, α-Naphthyl, ß- Naphthyl, 4-Diphenylyl, Chlorphenyl, Dichlorphenyl, Trichlorphenyl, Difluorphenyl, Me- thylphenyl, Dimethylphenyl, Trimethylphenyl, Ethylphenyl, Diethylphenyl, iso-
Propylphenyl, tert.-Butylphenyl, Dodecylphenyl, Methoxyphenyl, Dimethoxyphenyl, Ethoxyphenyl, Hexyloxyphenyl, Methylnaphthyl, Isopropylnaphthyl, Chlornaphthyl, E- thoxynaphthyl, 2,6-Dimethylphenyl, 2,4,6-Trimethylphenyl, 2,6-Dimethoxyphenyl, 2,6- Dichlorphenyl, 4-Bromphenyl, 2- oder 4-Nitrophenyl, 2,4- oder 2,6-Dinitrophenyl, 4-
Dimethylaminophenyl, 4-Acetylphenyl, Methoxyethylphenyl oder Ethoxymethylphenyl, und
gegebenenfalls durch Aryl, Alkyl, Aryloxy, Alkyloxy, Heteroatome und/oder Heterocyc- len substituiertes Cs - Ci2-Cycloalkyl beispielsweise Cyclopentyl, Cyclohexyl, Cyclooc- tyl, Cyclododecyl, Methylcyclopentyl, Dimethylcyclopentyl, Methylcyclohexyl, Dimethyl- cyclohexyl, Diethylcyclohexyl, Butylcyclohexyl, Methoxycyclohexyl, Dimethoxycyclohe- xyl, Diethoxycyclohexyl, Butylthiocyclohexyl, Chlorcyclohexyl, Dichlorcyclohexyl, Dich- lorcyclopentyl sowie ein gesättigtes oder ungesättigtes bicyclisches System wie z.B. Norbornyl oder Norbornenyl.
Bevorzugt kann es sich bei R1 um Wasserstoff, unsubstituiertes Alkyl oder unsubstitu- iertes Cycloalkyl handeln, besonders bevorzugt um Wasserstoff, Methyl, Ethyl, n- Propyl, iso-Propyl, tert-Butyl, Cyclopentyl und Cyclohexyl, ganz besonders bevorzugt um Wasserstoff und Methyl und insbesondere um Wasserstoff.
Bevorzugt kann es sich bei R2 und R3 unabhängig voneinander um Wasserstoff, unsubstituiertes Alkyl oder unsubstituiertes Aryl handeln, besonders bevorzugt um Wasserstoff, Methyl, Ethyl, iso-Propyl, tert-Butyl, Hexyl, Octyl, Nonyl, Decyl, Dodecyl, Phe- nyl oder Naphthyl, ganz besonders bevorzugt um Wasserstoff, Methyl, Ethyl, iso- Propyl, Phenyl und insbesondere um Wasserstoff und Methyl.
Bilden R2 und R3 gemeinsam einen Ring, so können R2 und R3 eine Butyl-1 ,4-ylenkette oder bevorzugt eine 1 ,3-Butadien-1 ,4-ylenkette bilden, so daß sich als aromatischer Ring ein Tetrahydronaphthalin bzw. Naphthalinring bildet.
Bevorzugt ist einer der Reste R2 und R3 Wasserstoff und der andere ungleich Wasserstoff.
Die Sulfonsäuregruppe befindet sich in para- oder meta-Stellung relativ zur primären oder sekundären Aminogruppe am aromatischen Ring, bevorzugt in meta-Stellung.
Die Substituenten R2 und R3 befinden sich ebenfalls in para- oder meta-Stellung relativ zur primären oder sekundären Aminogruppe am aromatischen Ring, abhängig von der Stellung der Sulfonsäuregruppe. Für den bevorzugten Fall, daß einer der Reste R2 und R3 Wasserstoff und der andere ungleich Wasserstoff ist, befindet sich derjenige der Reste, der ungleich Wasserstoff ist, bevorzugt in para-Position am aromatischen Ring relativ zur primären oder sekundären Aminogruppe.
Somit stellt es eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung dar, daß sich die Sulfonsäuregruppe Position 4 relativ zur primären oder sekundären Aminogruppe am a- romatischen Ring befindet und derjenige der Reste R2 und R3, der ungleich Wasserstoff ist, Position 3 relativ zur primären oder sekundären Aminogruppe.
Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung stellt es dar, daß sich die SuI- fonsäuregruppe Position 3 relativ zur primären oder sekundären Aminogruppe am a- romatischen Ring befindet und derjenige der Reste R2 und R3, der ungleich Wasser- stoff ist, Position 5 relativ zur primären oder sekundären Aminogruppe.
Eine besonders bevorzugte Ausführungsform der Erfindung stellt es dar, daß sich die Sulfonsäuregruppe Position 3 relativ zur primären oder sekundären Aminogruppe am aromatischen Ring befindet und derjenige der Reste R2 und R3, der ungleich Wasser- stoff ist, Position 4 relativ zur primären oder sekundären Aminogruppe.
Die beiden ortho-Positionen beiderseits der primären oder sekundären Aminogruppe am aromatischen Ring sind erfindungsgemäß unsubstituiert.
Bevorzugt handelt es sich bei den Verbindungen (b) um 4-Aminotoluol-2-sulfonsäure, 5-Aminotoluol-2-sulfonsäure oder 2-Aminonaphthalin-4-sulfonsäure, besonders bevorzugt um 4-Aminotoluol-2-sulfonsäure.
Bei der Komponente (c) handelt es sich um monofunktionelle Polyalkylenoxidpolyethe- ralkohole, die Umsetzungsprodukte von geeigneten Startermolekülen mit Polyalkyleno- xiden sind.
Geeignete Startermoleküle zur Herstellung einwertiger Polyalkylenoxidpolyetheralkoho- Ie sind Thiolverbindungen, Monohydroxyverbindungen der allgemeinen Formel
R4-O-H
oder sekundäre Monoamine der allgemeinen Formel
R5R6N-H,
in welchen
R4, R5 und R6 unabhängig voneinander jeweils Ci - C2o-Alkyl, gegebenenfalls durch ein oder mehrere Sauerstoff- und/oder Schwefelatome und/oder ein oder mehrere substi- tuierte oder unsubstituierte Iminogruppen unterbrochenes C2 - C2o-Alkyl, Cβ - Ci2-Aryl, C5 - Ci2-Cycloalkyl oder einen fünf- bis sechsgliedrigen, Sauerstoff-, Stickstoff- und/oder Schwefelatome aufweisenden Heterocyclus bedeuten oder R5 und R6 gemeinsam einen ungesättigten, gesättigten oder aromatischen und gegebenenfalls durch ein oder mehrere Sauerstoff- und/oder Schwefelatome und/oder ein oder mehre- re substituierte oder unsubstituierte Iminogruppen unterbrochenen Ring bilden, wobei die genannten Reste jeweils durch funktionelle Gruppen, Aryl, Alkyl, Aryloxy, Alkyloxy, Halogen, Heteroatome und/oder Heterocyclen substituiert sein können.
Bevorzugt sind R4, R5 und R6 unabhängig voneinander Ci- bis C4-AIkVl, d.h. Methyl, Ethyl, iso-Propyl, n-Propyl, n-Butyl, iso-Butyl, sek-Butyl oder tert-Butyl, besonders bevorzugt sind R4, R5 und R6 Methyl.
Beispielsweise geeignete einwertige Startermoleküle sind gesättigte Monoalkohole wie Methanol, Ethanol, n-Propanol, Isopropanol, n-Butanol, Isobutanol, sec-Butanol, die isomeren Pentanole, Hexanole, Octanole und Nonanole, n-Decanol, n-Dodecanol, n-Tetradecanol, n-Hexadecanol, n-Octadecanol, Cyclohexanol, Cyclopentanol, die isomeren Methylcyclohexanole oder Hydroxymethylcyclohexan, 3-Ethyl-3-hydroxy- methyloxetan, oder Tetrahydrofurfurylalkohol; ungesättigte Alkohole wie Allylalkohol, 1 ,1-Dimethyl-allylalkohol oder Oleinalkohol, aromatische Alkohole wie Phenol, die isomeren Kresole oder Methoxyphenole, araliphatische Alkohole wie Benzylalkohol, Anisalkohol oder Zimtalkohol; sekundäre Monoamine wie Dimethylamin, Diethylamin, Di- propylamin, Diisopropylamin, Di-n-butylamin, Diisobutylamin, Bis-(2-ethylhexyl)-amin, N-Methyl- und N-Ethylcyclohexylamin oder Dicyclohexylamin, heterocylische sekundäre Amine wie Morpholin, Pyrrolidin, Piperidin oder 1 H-Pyrazol, sowie Aminoalkohole wie 2-Dimethylaminoethanol, 2-Diethylaminoethanol, 2-Diisopropylaminoethanol, 2-Dibutylaminoethanol, 3-(Dimethylamino)-1-propanol oder 1-(Dimethylamino)-2-pro- panol.
Beispiele für die auf Aminen gestarteten Polyether sind die sogenannten Jeffamine® M-Serien, die methylgekappte Polyalkylenoxide mit einer Aminofunktion darstellen, wie M-600 (XTJ-505), mit einem Propylenoxid (PO)/Ethylenoxid (EO)-Verhältnis von ca. 9:1 und einer Molmasse von ca. 600, M-1000 (XTJ-506): PO/EO-Verhältnis 3:19, MoI- masse ca. 1000, M-2005 (XTJ-507): PO/EO-Verhältnis 29:6, Molmasse ca. 2000 oder M-2070: PO/EO-Verhältnis 10:31 , Molmasse ca. 2000.
Für die Alkoxylierungsreaktion geeignete Alkylenoxide sind Ethylenoxid, Propylenoxid, iso-Butylenoxid, Vinyloxiran und/oder Styroloxid, die in beliebiger Reihenfolge oder auch im Gemisch bei der Alkoxylierungsreaktion eingesetzt werden können.
Bevorzugte Alkylenoxide sind Ethylenoxid, Propylenoxid und deren Gemische, besonders bevorzugt ist Ethylenoxid.
Bevorzugte Polyetheralkohole sind solche auf Basis von Polyalkylenoxidpolyetheralko- holen, bei deren Herstellung gesättigte aliphatische oder cycloaliphatische Alkohole der oben genannten Art als Startermoleküle eingesetzt wurden. Ganz besonders bevorzugt sind solche auf Basis von Polyalkylenoxidpolyetheralkoholen, die unter Verwendung von gesättigten aliphatischen Alkoholen mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen im Alkylrest hergestellt wurden. Insbesondere bevorzugt sind auf Methanol gestartete Polyalkyle- noxidpolyetheralkohole.
Die einwertigen Polyalkylenoxidpolyetheralkohole weisen im statistischen Mittel in der
Regel mindestens 2 Alkylenoxideinheiten, bevorzugt mindestens 5 Alkylenoxideinhei- ten, pro Molekül auf, besonders bevorzugt mindestens 7 und ganz besonders bevorzugt mindestens 10 Alkylenoxideinheiten, insbesondere Ethylenoxideinheiten.
Die einwertigen Polyalkylenoxidpolyetheralkohole weisen im statistischen Mittel in der Regel bis zu 50 Alkylenoxideinheiten pro Molekül auf, bevorzugt bis zu 45, besonders bevorzugt bis zu 40 und ganz besonders bevorzugt bis zu 30 Alkylenoxideinheiten, insbesondere Ethylenoxideinheiten.
Das Molgewicht der einwertigen Polyalkylenoxidpolyetheralkohole beträgt bevorzugt bis zu 4000, besonders bevorzugt nicht über 2000 g/mol, ganz besonders bevorzugt nicht unter 250 und insbesondere 500 ± 100 g/mol.
Bevorzugte Polyetheralkohole sind somit Verbindungen der Formel
worin
R4 die oben genannten Bedeutungen hat, k für eine ganze Zahl von 5 bis 40, bevorzugt 7 bis 20 und besonders bevorzugt 10 bis
15 steht und jedes X, für i = 1 bis k unabhängig voneinander ausgewählt sein kann aus der Gruppe
-CH2-CH2-O-, -CH2-CH(CHs)-O-, -CH(CHs)-CH2-O-, -CH2-C(CHs)2-O-, -C(CHs)2-CH2-O-, -CH2-CHVin-O-, -CHVin-CH2-O-, -CH2-CHPh-O- und -CHPh-CH2-O-, bevorzugt aus der Gruppe -CH2-CH2-O-, -CH2-CH(CHs)-O- und -CH(CHs)-CH2-O-, und besonders bevorzugt -CH2-CH2-O- worin Ph für Phenyl und Vin für Vinyl steht.
Die Herstellung der Polyalkylenoxidpolyetheralkohole erfolgt in der Regel durch Alkoxy- lierung der Startverbindungen in Gegenwart eine Katalysators, beispielsweise eines Alkali- oder Erdalkalihydroxids, -oxids, -carbonats oder -hydrogencarbonats.
Die Herstellung der Polyalkylenoxidpolyetheralkohole kann auch mit Hilfe von Multime- tallcyanidverbindungen, häufig auch als DMC-Katalysatoren bezeichnet, erfolgen, die seit langem bekannt und vielfach in der Literatur beschrieben sind, beispielsweise in US 3,278,457 und in US 5,783,513.
Die DMC-Katalysatoren werden üblicherweise hergestellt, indem ein Metallsalz mit einer Cyanometallatverbindung umgesetzt wird. Zur Verbesserung der Eigenschaften der DMC-Katalysatoren ist es üblich, während und/oder nach der Umsetzung organische Liganden zuzusetzen. Eine Beschreibung der Herstellung von DMC-Katalysatoren findet sich beispielsweise in US-A 3,278,457.
Typische DMC-Katalysatoren weisen die folgende allgemeine Formel auf:
M1a[M2(CN)b]d • f MV<k • h(H2O) eL • zP
worin
M1 ein Metallion, ausgewählt aus der Gruppe, enthaltend Zn2+, Fe2+, Fe3+, Co2+, Co3+, Ni2+, Mn2+, Sn2+, Sn4+, Pb2+, Al3+, Sr2+, Cr3+, Cd2+, Cu2+, La3+, Ce3+, Ce4+, Eu3+, Mg2+, Ti4+, Ag+, Rh2+, Ru2+, Ru3+, Pd2+
M2 ein Metallion, ausgewählt aus der Gruppe, enthaltend Fe2+, Fe3+, Co2+, Co3+, Mn2+, Mn3+, Ni2+, Cr2+, Cr3+, Rh3+, Ru2+, Ir3+
bedeuten und M1 und M2 gleich oder verschieden sind,
X ein Anion, ausgewählt aus der Gruppe, enthaltend Halogenid, Hydroxid, Sulfat, Hydrogensulfat, Carbonat, Hydrogencarbonat, Cyanid, Thiocyanat, Isocyanat, Cyanat, Carboxylat, Oxalat, Nitrat oder Nitrit (NO2") oder eine Mischung von zwei oder mehr der voranstehend genannten Anionen oder eine Mischung von einem oder mehreren der voranstehend genannten Anionen mit einer der ungeladenen Spezies ausgewählt aus CO, H2O und NO,
Y ein von X verschiedenes Anion, ausgewählt aus der Gruppe, enthaltend, HaIo- genid, Sulfat, Hydrogensulfat, Disulfat, Sulfit, Sulfonat (=RSO3- mit R=C1-C20-Alkyl, Aryl, C1-C20-Alkylaryl), Carbonat, Hydrogencarbonat, Cyanid, Thiocyanat, Isocyanat, Isothiocyanat, Cyanat, Carboxylat, Oxalat, Nitrat, Nitrit, Phosphat, Hydrogenphosphat, Dihydrogenphosphat, Diphosphat, Borat, Tetraborat, Perchlorat, Tetrafluoroborat, He- xafluorophosphat, Tetraphenylborat ist,
L ein mit Wasser mischbarer Ligand, ausgewählt aus der Gruppe, enthaltend Alkohole Aldehyde, Ketone, Ether, Polyether, Ester, Polyester, Polycarbonat, Harnstoffe, Amide, Nitrile, und Sulfide oder deren Mischungen,
P ein organischer Zusatzstoff, ausgewählt aus der Gruppe, enthaltend Polyether, Polyester, Polycarbonate, Polyalkylenglykolsorbitanester, Polyalkylenglykolglycidy- lether, Polyacrylamid, Poly(acrylamid-co-acrylsäure), Polyacrylsäure, Poly(acrylamid- co-maleinsäure), Polyacrylnitril, Polyalkylacrylate, Polyalkylmethacrylate, Polyvinylme- thylether, Polyvinylethylether, Polyvinylacetat, Polyvinylalkohol, Poly-N-vinylpyrrolidon, Poly(N-vinylpyrrolidon-co-acrylsäure), Polyvinylmethylketon, Poly(4-vinylphenol), Po- ly(acrylsäure-co-styrol), Oxazolinpolymere, Polyalkylenimine, Maleinsäure und Malein- säureanhydridcopolymer, Hydroxyethylcellulose, Polyacetate, ionische Oberflächen und grenzflächenaktive Verbindungen, Gallensäure oder deren Salze, Ester oder Amide,
Carbonsäureester mehrwertiger Alkohole und Glycoside.
sowie
a, b, d, g, n, r, s, j, k und t ganze oder gebrochene Zahlen größer null, e, f, h und z ganze oder gebrochene Zahlen größer gleich null sind,
wobei
a, b, d, g, n, j, k und r sowie s und t so ausgewählt sind, dass die Elektroneutralität gewährleistet ist,
M3 Wasserstoff oder ein Alkali- oder Erdalkalimetall bedeuten, sowie
M4 Alkalimetallionen oder ein Ammoniumion (NH4 +) oder Alkylammoniumion (R4N+, R3NH+, R2NH2 +, RNH3 + mit R= C1-C20-Alkyl) bedeuten.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist M1 Zn2+ und M2 Co3+ oder Co2+.
Die Metalle M1 und M2 sind insbesondere dann gleich, wenn sie Kobalt, Mangan oder Eisen sind.
Die Reste des Katalysators können im erhaltenen Produkt verbleiben, oder mit einer Säure, bevorzugt Salzsäure, Schwefelsäure oder Essigsäure, neutralisiert werden, wobei die Salze anschließend bevorzugt durch beispielsweise eine Wäsche oder per lonentauscher entfernt werden können. Gegebenenfalls kann eine Teilneutralisation erfolgen und das Produkt ohne weitere Abtrennung der Salze weiterverwendet werden.
Bei der optionalen Aufbaukomponente (d) handelt es sich um höhermolekulare Di- o- der Polyole, worunter ein zahlenmittleres Molekulargewicht von mindestens 400, bevorzugt 400 bis 6000 verstanden wird.
Insbesondere handelt es sich dabei um zwei- oder mehrwertige Polyesterpolyole und Polyetherpolyole, wobei die zweiwertigen bevorzugt sind.
Als Polyesterpolyole kommen vor allem die an sich bekannten Umsetzungsprodukte von mehrwertigen Alkoholen mit mehrbasischen Carbonsäuren in Betracht, wobei die alkoholische Komponente im Überschuß eingesetzt wird. Die mehrbasischen Carbon- säuren können aliphatischer, cycloaliphatischer, aromatischer, heterocyclischer oder ethylenisch ungesättigter Natur sein sowie gegebenenfalls Halogenatome als Substi- tuenten tragen. Anstelle der mehrbasischen Carbonsäuren können auch deren Anhydride verestert werden. Als Beispiele für geeignete mehrbasische Ausgangscarbon-
säuren seien genannt: Bernsteinsäure, Adipinsäure, Sebacinsäure, Phthalsäure, I- sophthalsäure, Trimellithsäure, Phthalsäureanhydrid, Tetrahydrophthalsäureanhydrid, Hexahydrophthalsäureanhydrid, Tetrachlorphthalsäureanhydrid, Endomethylentetra- hydrophthalsäureanhydrid, Glutarsäureanhydrid, Maleinsäure, Maleinsäureanhydrid oder Fumarsäure.
Als im Überschuss einzusetzende mehrwertige Alkohole seien genannt: Ethandi- ol-(1 ,2), Propandiol-(1 ,2), Propandiol-(1 ,3), Butandiol-(1 ,2), Butandiol-(1 ,3), Butandi- ol-(1 ,4), Butendiol-(1 ,4), Butindiol-(1 ,4), Pentandiol-(1 ,5) und seine Stellungsisomeren, Hexandiol-(1 ,6), Octandiol-(1 ,8), 1 ,4-Bishydroxymethylcyclohexan,
2,2-Bis-(4-hydroxycyclohexyl)propan, 2-Methyl-1 ,3-propandiol, Glycerin, Trimethy- lolpropan, Trimethylolethan, Hexantriol-(1 ,2,6), Butantriol-(1 ,2,4), Diethylenglycol, Triethylenglycol, Tetraethylenglycol, Polyethylenglycol mit einer Molmasse von 378 bis 900, bevorzugt von 378 bis 678, Poly-1 ,2-propylenglycol oder Poly-1 ,3-propandiol mit einer Molmasse von 134 bis 1 178, bevorzugt 134 bis 888, PoIy-THF mit einer Molmasse von 162 bis 2000, bevorzugt zwischen 378 und 1458, besonders bevorzugt 378 bis 678.
Bevorzugt sind Polyesterpolyole aus Diolen und Dicarbonsäuren.
Ferner eignen sich als Polyesterpolyole die Anlagerungsprodukte von Lactonen bzw.
Lactongemischen an als Startermoleküle eingesetzte zweiwertige Alkohole. Beispiele für bevorzugte Lactone sind ε-Caprolacton, ß-Propiolacton, γ-Butyrolacton oder Me- thyl-ε-caprolacton.
Geeignete Startermoleküle sind insbesondere die bereits als Aufbaukomponenten für die Polyesterpolyole genannten niedermolekularen zweiwertigen Alkohole.
Selbstverständlich eignen sich auch Polyester aus Hydroxycarbonsäuren als Aufbau- komponenten. Ferner sind auch Polycarbonate, wie sie z. B. aus Phosgen oder Diphe- nylcarbonat und den als Aufbaukomponenten für die Polyesterpolyole genannten niedermolekularen zweiwertigen Alkoholen im Überschuss erhältlich sind, als Polyester geeignete Aufbaukomponenten (d).
Als Polyetherpolyole geeignete Aufbaukomponenten (d) kommen vorzugsweise Polye- therdiole in Betracht, wie sie z. B. durch Bortrifluorid katalysierte Verknüpfung von E- thylenoxid, Propylenoxid, Butylenoxid, Tetrahydrofuran, Styroloxid oder Epichlorhydrin mit sich selbst oder untereinander, oder durch Anlagerung dieser Verbindungen, einzeln oder im Gemisch, an Starterkomponenten mit reaktionsfähigen Wasserstoffato- men wie Wasser, mehrwertigen Alkoholen oder Aminen wie Ethandiol-(1 ,2), Propandi- ol-(1 ,3), 1 ,2- oder 2,2-Bis-(4-hydroxyphenyl)propan oder Anilin erhältlich sind, in Betracht. Weiterhin sind Polether-1 ,3-diole, z. B. das an einer OH-Gruppe alkoxylierte
Trimethylolpropan, dessen Alkylenoxidkette mit einem 1 bis 18 C-Atome enthaltenden Alkylrest abgeschlossen ist, vorzugsweise eingesetzte Aufbaukomponenten (d).
Optionale Aufbaukomponenten (e) können niedermolekulare zwei- oder mehrwertige Alkohole sein, unter denen die zweiwertigen bevorzugt sind. Niedermolekular bedeutet hier ein zahlenmittleres Molekulargewicht von 62 bis 399.
Als Aufbaukomponenten (e) kommen Ethandiol-(1 ,2), Propandiol-(1 ,2), Propandi- ol-(1 ,3), Butandiol-(1 ,2), Butandiol-(1 ,3), Butandiol-(1 ,4), Butendiol-(1 ,4), Butindi- ol-(1 ,4), Pentandiol-(1 ,5) und seine Stellungsisomeren, Hexandiol-(1 ,6), Octandi- ol-(1 ,8), 1 ,4-Bishydroxymethylcyclohexan, 2,2-Bis-(4-hydroxycyclohexyl)propan, 2-Methyl-1 ,3-propandiol, Glycerin, Trimethylolpropan, Trimethylolethan, Hexantri- ol-(1 ,2,6), Butantriol-(1 ,2,4), Diethylenglycol, Triethylenglycol, Tetraethylenglycol, niedermolekulares Polyethylenglycol Poly-1 ,2-propylenglycol, Poly-1 ,3-propandiol oder PoIy-THF in Betracht, sowie mehrwertige Alkohole wie Trimethylolbutan, Trimethylolpropan, Trimethylolethan, Neopentylglykol, Hydroxypivalinsäureneopentylglykolester, Pentaerythrit, 2-Ethyl-1 ,3-Propandiol, 2-Methyl-1 ,3-Propandiol, 2-Ethyl-1 ,3-Hexandiol, Glycerin, Ditrimethylolpropan, Dipentaerythrit, Hydrochinon, Bisphenol A, Bisphenol F, Bisphenol B, Bisphenol S, 2,2-Bis(4-hydroxycyclohexyl)propan, 1 ,1-, 1 ,2-, 1 ,3- und 1 ,4- Cyclohexandimethanol, 1 ,2-, 1 ,3- oder 1 ,4-Cyclohexandiol oder Zuckeralkohole wie Sorbit, Mannit, Diglycerol, Threit, Erythrit, Adonit (Ribit), Arabit (Lyxit), XyNt, Dulcit (Ga- lactit), Maltit oder Isomalt in Betracht. Vorzugsweise werden lineare 1 ,ω-Dihydroxyalkane, besonders bevorzugt Butandiol-(1 ,4) und Hexandiol-(1 ,6) eingesetzt.
Die Polyisocyanate (A) sind in der Regel wie folgt aufgebaut, bezogen auf Isocya- natgruppen (berechnet als NCO mit einem Molekulargewicht von 42 g/mol) in Aufbaukomponente (a)
(b) 0,5 bis 30 mol% primäre oder sekundäre Aminogruppen, bevorzugt 0,8 bis 25 mol% und besonders bevorzugt 1 ,0 bis 20 mol%,
(c) mindestens 0,3 mol%, bevorzugt mindestens 0,5, besonders bevorzugt mindestens 1 ,0 und ganz besonders bevorzugt mindestens 1 ,2 mol% sowie bis zu 25 mol%, be- vorzugt bis 20, besonders bevorzugt bis 15 und ganz besonders bevorzugt bis 10 mol% bezogen auf gegenüber Isocyanat reaktive Gruppen in (c),
(d) 0 bis 15 mol%, bevorzugt 0 bis 10 mol%, besonders bevorzugt 0 bis 5 mol% und ganz besonders bevorzugt 0 mol% bezogen auf gegenüber Isocyanat reaktive Grup- pen in (d), und
(e) 0 bis 15 mol%, bevorzugt 0 bis 10 mol%, besonders bevorzugt 0 bis 5 mol% und
ganz besonders bevorzugt 0 mol% bezogen auf gegenüber Isocyanat reaktive Gruppen in (e).
Der NCO-Gehalt der erfindungsgemäßen Polyisocyanate (A) beträgt in der Regel 13 Gew% oder mehr, bevorzugt 14 Gew% oder mehr, besonders bevorzugt 15 Gew% oder mehr und ganz besonders bevorzugt 16 Gew% oder mehr bei gleichzeitig sehr guter Wasserdispergierbarkeit. Zumeist werden 22 Gew% nicht überschritten.
Der Gehalt an in das Polyisocyanat (A) eingebauten Sulfonatgruppen (berechnet als SO3H mit einem Mw von 81 ,07 g/mol, potentiometrisch gemessen als Säurezahl gemäß DIN 53402) beträgt mindestens 1 , bevorzugt mindestens 1 ,5, besonders bevorzugt mindestens 2 und ganz besonders bevorzugt mindestens 2,5 mg KOH/g und kann bis zu 200, bevorzugt bis zu 180, besonders bevorzugt bis zu 150 und ganz besonders bevorzugt bis zu 130 mg KOH/g betragen.
Bevorzugte Polyisocyanate (A) weisen einen Anteil der Struktureinheiten -[-CH2-CH2- O-]-, berechnet mit 44 g/mol, an der Summe der Komponenten a) + b) + c) + d) + e) von mindestens 1 Gew%, bevorzugt mindestens 1 ,5 Gew% und besonders bevorzugt mindestens 2 Gew% auf. In der Regel beträgt der Anteil nicht mehr als 20 Gew%, be- vorzugt nicht mehr als 12 und besonders bevorzugt nicht mehr als 10 Gew%.
Das zahlenmittlere Molgewicht Mn (bestimmt per Gelpermeationschromatographie mit THF als Lösungsmittel und Polystyrol als Standard) der erfindungsgemäßen Polyisocyanate beträgt in der Regel von mindestens 400, bevorzugt mindestens 500, beson- ders bevorzugt mindestens 700 und ganz besonders bevorzugt mindestens 1000 und bis zu 5000, bevorzugt bis zu 3000, besonders bevorzugt bis zu 2000 und ganz besonders bevorzugt bis zu 1500.
In der Regel liegt die Viskosität der erfindungsgemäßen wasseremulgierbaren Polyiso- cyanate unter 10000 mPa*s, bevorzugt unter 9000 mPa*s, besonders bevorzugt unter 8000 mPa*s, ganz besonders bevorzugt unter 7000 mPa*s und insbesondere zwischen 800 und 6000 mPa*s, so daß eine Verdünnung mit Lösungsmittel nicht erforderlich ist.
Die erfindungsgemäßen Polyisocyanate (A) werden häufig mit mindestens einer Base (B) zumindest teilweise neutralisiert.
Dabei kann es sich um basische Alkalimetall-, Erdalkalimetall- oder Ammoniumsalze handeln, insbesondere die Natrium-, Kalium-, Cäsium-, Magnesium-, Calcium-, Bari- umsalze, besonders Natrium- Kalium- und Calciumsalze in Form von Hydroxiden, Oxiden, Hydrogencarbonaten oder Carbonaten, bevorzugt in Form der Hydroxide.
Bevorzugte Verbindungen (B) sind jedoch Ammoniak oder Amine, bevorzugt tertiäre Amine. Bevorzugt handelt es sich dabei um tertiäre Amine, die ausschließlich alkyl- und/oder cycloalkylsubstituiert sind.
Beispiele dafür sind Trimethylamin, Triethylamin, Tri-n-butylamin, Ethyl- diisopropylamin, Dimethylbenzylamin, Dimethylphenylamin, Triethanolamin, Cyclopen- tyldimethylamin, Cyclopentyldiethylamin, Cyclohexyldimethylamin und Cyclohexyl- diethylamin.
Denkbar, wenn auch weniger bevorzugt, sind aber auch heterocyclische Amine, wie Pyridin, Imidazol, N-alkyliertes Morpholin, Piperidin, Piperazin oder Pyrrolidon.
In der Regel werden mit der Base (B) 10 bis 100 mol% der in (A) befindlichen Säuregruppen neutralisiert, bevorzugt 20 bis 100 mol%, besonders bevorzugt 40 bis 100 mol%, ganz besonders bevorzugt 50 bis 100 mol% und insbesondere 70 bis 100 mol%.
Die zumindest teilweise Neutralisierung der Komponente (b) im Polyisocyanat (A) kann vor, während oder nach der Herstellung des Polyisocyanats (A) erfolgen.
Die Herstellung der Polyisocyanate (A) erfolgt in der Regel durch Vermischung und Umsetzung der Aufbaukomponenten in beliebiger Reihenfolge. Bevorzugt wird das Dioder Polyisocyanat (a) vorgelegt, die Aufbaukomponenten (b) und/oder (c) gemeinsam oder nacheinander zugegeben und bis zur Umsetzung der reaktiven Gruppen in (b) und (c) reagieren gelassen. Falls gewünscht können anschließend noch die Verbindungen (d) und/oder (e) zugegeben werden.
Denkbar ist auch eine Reaktionsführung, in der monomere Diisocyanate als Komponenten (a) in Gegenwart der Verbindungen (b) und/oder (c) miteinander umgesetzt werden. Eine derartige Reaktionsführung ist beschrieben in der unveröffentlichten Europäischen Patentanmeldung mit dem Aktenzeichen 07104873.0 und dem Anmeldetag 26.03.2007, auf die hiermit im Rahmen dieser Offenbarung vollständig Bezug genommen wird.
Die Reaktion wird in der Regel bei einer Temperatur zwischen 40 0C und 170 0C, bevorzugt zwischen 45 0C und 160 0C, besonders bevorzugt zwischen 50 und 150 0C und ganz besonders bevorzugt zwischen 60 und 140 0C durchgeführt.
Zur Beschleunigung der Reaktion können die üblichen Katalysatoren (C) zugegeben werden, die die Umsetzung von Isocyanatgruppen mit gegenüber Isocyanat reaktiven Gruppen katalysieren. Dafür kommen prinzipiell alle in der Polyurethanchemie üblicherweise verwendeten Katalysatoren in Betracht.
Diese sind beispielsweise organische Amine, insbesondere tertiäre aliphatische, cyclo- aliphatische oder aromatische Amine, und/oder Lewis-saure organische Metallverbindungen. Als Lewis-saure organische Metallverbindungen kommen z.B. Zinnverbindungen in Frage, wie beispielsweise Zinn-(ll)-salze von organischen Carbonsäuren, z.B. Zinn(ll)-acetat, Zinn(ll)-octoat, Zinn(ll)-ethylhexoat und Zinn(ll)-Iaurat und die Dialkyl- zinn(IV)-salze von organischen Carbonsäuren, z.B.Dimethylzinn-diacetat, Dibutylzinn- diacetat, Dibutylzinn-dibutyrat, Dibutylzinn-bis(2-ethylhexanoat), Dibutylzinn-dilaurat, Dibutylzinn-maleat, Dioctylzinn-dilaurat und Dioctylzinn-diacetat. Auch Metallkomplexe wie Acetylacetonate des Eisens, Titans, Aluminiums, Zirkons, Mangans, Nickels und Cobalts sind möglich. Weitere Metallkatalysatoren werden von Blank et al. in Progress in Organic Coatings, 1999, Vol. 35, Seiten 19-29 beschrieben.
Bevorzugte Lewis-saure organische Metallverbindungen sind Dimethylzinn-diacetat, Dibutylzinn-dibutyrat, Dibutylzinn-bis(2-ethylhexanoat), Dibutylzinn-dilaurat, Diocytzinn- dilaurat, Zirkon-Acetylacetonat und Zirkon-2,2,6,6-tetramethyl-3,5-heptandionat.
Auch Wismut-und Cobaltkatalysatoren sowie Cäsiumsalze können als Katalysatoren eingesetzt werden. Als Cäsiumsalze kommen dabei solche Verbindungen in Betracht, in denen folgende Anionen eingesetzt werden: F-, Ch, CIO", CIO3-, CI(V, Br, J-, JO3-, CN-, OCN-, NO2-, NO3-, HCO3 ", CO3 2", S2", SH", HSO3-, SO3 2", HSO4 ", SO4 2", S2O2 2", S2O4 2", S2O5 2-, S2O6 2", S2O7 2", S2O8 2", H2PO2-, H2PO4-, HPO4 2", PO4 3", P2O7 4", (OCnH2n+-I)-, (CnH2n_i02)-, (CnH2n_3O2)- sowie (Cn+iH2n_2O4)2-, wobei n für die Zahlen 1 bis 20 steht.
Bevorzugt sind dabei Cäsiumcarboxylate, bei denen das Anion den Formeln
(CnH2n_i02)- sowie (Cn+iH2n_2O4)2- mit n gleich 1 bis 20, gehorcht. Besonders bevorzugte Cäsiumsalze weisen als Anionen Monocarboxylate der allgemeinen Formel (CnH2n_i02)- auf, wobei n für die Zahlen 1 bis 20 steht. Hierbei sind insbesondere zu erwähnen Formiat, Acetat, Propionat, Hexanoat und 2-Ethylhexanoat.
Die so erhaltenen Polyisocyanate (A) enthaltenden Reaktionsgemische werden in der Regel als solche weiterverwendet.
Die Reaktion kann optional in einem inerten Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemisch (E) durchgeführt werden. Dieses wird bevorzugt nach der Reaktion nicht entfernt, sondern das Polyisocyanat mit Lösungsmittel direkt verwendet.
Bevorzugt sind polare, nicht protische Lösungsmittel wie Ester, Ether; Glycolether und - ester, bevorzugt von Propylenglykol, besonders bevorzugt von Ethylenglykol, sowie Carbonate.
Ester sind beispielsweise n-Butylacetat, Ethylacetat, 1 -Methoxypropylacetat-2 und 2- Methoxyethylacetat, gamma-Butyrolacton, sowie die Mono- und Diacetylester von E-
thylenglykol, Diethylenglykol, Triethylenglykol, Propylenglykol, Dipropylenglykol oder Tripropylenglykol, beispielsweise Butylglykolacetat und Butyldiglycolacetat.
Weiterhin denkbar sind Poly-(C2 bis C3) alkylenglykol-(Ci bis C4)monoalkylether aceta- te wie beispielsweise Essigsäureester von Mono- oder Dipropylengylkol monomethyl- ether.
Weitere Beispiele sind Carbonate, bevorzugt 1 ,2-Ethylencarbonat, besonders bevorzugt 1 ,2-Propylencarbonat oder 1 ,3-Propylencarbonat.
Ether sind beispielsweise Tetra hydrofu ran (THF), Dioxan sowie die Dimethyl-, -ethyl- oder -n-butylether von Ethylenglykol, Diethylenglykol, Triethylenglykol, Propylenglykol, Dipropylenglykol oder Tripropylenglykol, bevorzugt Dipropylenglykol dimethylether, das als Isomerengemisch beispielsweise unter dem Handelsnamen Proglyde® DMM von der Fa. Dow Chemical Company erhältlich ist.
Besonders bevorzugt sind n-Butylacetat, 1-Methoxypropylacetat-2, 2-Me- thoxyethylacetat, N-Methyl-pyrrolidon, gamma-Butyrolacton, Propylencarbonat (Solve- non® PC; 4-Methyl-1 ,3-dioxolan-2-on), Butoxyl (3-Methoxy-n-butylacetat), Butylglyco- lacetat, Butyldiglycolacetat, Dipropylenglycol-dimethylether, Propylenglycoldiacetat, Ethyl-3-ethoxy-propionat sowie Dicarbonsäureester und deren Mischungen, sowie Gemische der genannten Lösungsmittel.
Ganz besonders bevorzugt sind n-Butylacetat, 1 ,2-Propylencarbonat, Butylglykolace- tat, Butyldiglykolacetat, Dipropylenglykol-dimethylether und 3-Methoxy-n-butylacetat.
Ein Lösungsmittel (E) kann auch nach Abschluß der Reaktion vor Dispergieren in das Bindemittel dem Reaktionsgemisch hinzugegeben werden.
Dem Gemisch kann ferner optional ein weiteres Di- oder bevorzugt Polyisocyanat (F) beigemengt werden, bei dem es sich prinzipiell um die gleichen Di- oder Polyisocyana- te handeln kann, wie oben unter (a) aufgeführt, das jedoch von dieser Komponente (a) verschieden sein kann.
Die Komponente (F) kann dabei, bezogen auf Isocyanatgruppen, in der 0 bis zwanzigfachen Menge des Polyisocyanats (A) eingesetzt werden, bevorzugt in der 0 bis zehnfachen Menge.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Herstellung zweikompo- nentiger Polyurethanlacke oder wäßriger Dispersionsklebstoffe. Dazu werden die PoIy- isocyanate (A) mit einer wäßrigen Polyolkomponente (D) vermischt, bevorzugt in diese eingetragen. Dies erfolgt in der Regel unter leichtem bis kräftigem Rühren zu Disper- gierung der Polyisocyanate. Es stellt einen Vorteil der erfindungsgemäßen Polyisocya-
nate dar, daß sie leicht in solchen wäßrigen Lösungen oder Dispersionen von Polyolen als Bindemitteln dispergierbar sind.
Optional können die erfindungsgemäßen dispergierbaren Polyisocyanate (A) noch mit weiteren, nicht dispergierbar-modifizierten Polyisocyanaten, beispielsweise solchen wie unter (a) aufgeführt, abgemischt und mit den Bindemitteln umgesetzt werden. Dabei ist darauf zu achten, daß dann die erfindungsgemäßen Polyisocyanate (A) so mit den dispergieraktiven Komponenten (b) und (c) ausgestattet sein müssen, daß sie ausreichend dispergierbar sind um die gesamten Polyisocyanate (Polyisocyanat (A) und nicht dispergierbar-modifizierte Polyisocyanate) zu dispergieren.
Die Herstellung von Beschichtungsmassen aus den erfindungsgemäß hergestellten wasseremulgierbaren isocyanuratgruppenhaltigen Polyisocyanaten erfolgt durch Umsetzung mit wässrigen Lösungen, Emulsionen oder Dispersionen von Polyolen: Polyac- rylatol-, Polyesterol-, Polyurethanol-, Polyetherol-, Polycarbonatol-Dispersionen, sowie deren Hybriden und/oder Mischungen der genannten Polyole. Hybride meint Pfropfco- polymere und andere chemische Reaktionsprodukte, die chemisch gebundene Molekülteile mit unterschiedlichen (oder auch gleichen) der genannten Gruppen beinhalten. Bevorzugt sind Polyacrylat-Polyol-Dispersionen, Polyester-Polyol-Dispersionen, PoIy- ether-Polyol-Dispersionen, Polyurethan-Polyol-Dispersionen, Polycarbonat-Polyol- Dispersionen und deren Hybride.
Polyacrylatole können als primäre oder sekundäre Dispersionen, Emulsionen, Lösungen hergestellt werden. Diese werden hergestellt aus olefinisch ungesättigten Mono- meren. Dies sind erstens Säuregruppen aufweisende Comonomere mit z.B. Carboxyl-, Sulfonsäure- und/oder Phosphonsäure-Gruppen oder deren Salze wie z.B. (Meth)acrylsäure, Vinylsulfonsäure oder Vinylphosphonsäure. Dies sind zweitens Hydroxylgruppen aufweisende Comonomere wie Hydroxyalkylester oder -amide der (Meth)acrylsäure wie z.B. 2-Hydroxyethyl- und 2- oder 3-Hydroxypropyl-(meth)acrylat. Dies sind drittens ungesättigte Comonomere, die weder saure noch Hydroxylgruppen aufweisen wie Alkylester der (Meth)acrylsäure, Styrol und Derivate, (Meth)acrylnitril, Vinylester, Vinylhalogenide, Vinylimidazol und andere. Die Eigenschaften können z.B. über die Zusammensetzung des Polymeren, bzw. z.B. über die Glasübergangstemperaturen der Comonomere (mit unterschiedlicher Härte) beeinflusst werden.
Polyacrylatole für wässrige Anwendungen werden beispielsweise beschrieben in EP 358979 (US 5075370), EP 557844 (US 6376602), EP 1 141066 (US 6528573) oder 496210 (US 5304400). Ein Beispiel für eine kommerziell erhältliche Polyacrylat- Sekundäremulsion ist Bayhydrol® A 145 (ein Produkt der Fa. Bayer MaterialScience). Beispiele für eine Polyacrylat-Primäremulsion sind Bayhydrol® VP LS 2318 (ein Produkt der Fa. Bayer MaterialScience) und Luhydran®-Typen der BASF AG. Andere Beispiele sind Macrynal® VSM 6299w/42WA der Firma Cytec, und Setalux® AQ-Typen der Firma Nuplex Resins wie Setalux® 6510 AQ-42, Setalux® 651 1 AQ-47,
Setalux® 6520 AQ-45, Setalux® 6801 AQ-24, Setalux® 6802 AQ-24, und Joncryl® der BASF Resins.
Polyacrylatole können auch eine heterogene Struktur aufweisen, wie dies bei Kern- Schale-Strukturen der Fall ist.
Polyesterole für wässrige Anwendungen werden beispielsweise beschrieben unter EP 537568 (US 5344873), EP 610450 (US 6319981 , Polykondensationsharz) und EP 751197 (US 5741849, Polyester-Polyurethan-Gemisch). Polyesterole für wässrige An- Wendungen sind beispielsweise WorleePol-Typen der Worlee-Chemie GmbH, Neco- wel®-Typen der Ashland-Südchemie-Kernfest GmbH, und Setalux® 6306 SS-60 der Fa. Nuplex Resins.
Polyurethanpolyol-Dispersionen für wässrige Anwendungen werden beispielsweise beschrieben unter EP 469389 (US 559805). Sie werden z.B. unter dem Markennamen Daotan® der DSM NV vermarktet.
Polyetherole für wässrige Anwendungen werden beispielsweise beschrieben unter EP 758007.
Hybride und Mischungen der verschiedenen Polyole werden beispielsweise beschrieben unter EP 424705 (US 417998), EP 496205 (US 5387642), EP 542085 (5308912, Polyacrylat/Polyether-Gemisch), EP 542105 (US 5331039), EP 543228 (US 533671 1 , Polyester/Polyacrylat-Hybride), EP 578940 (US 5349041 , Polyester/-urethan/- carbonat), EP 758007 (US 5750613, Polyacrylat-Polyether-Gemisch), EP 751197 (US 5741849), EP 1 141065 (US 6590028).
Polyester/Polyacrylate werden beispielsweise beschrieben unter EP 678536 (US 5654391 ). Ein Beispiele für ein Polyester/Polyacrylat-Sekundäremulsion ist Bayhydrol® VP LS 2139/2 (ein Produkt der Fa. Bayer MaterialScience).
Zur Einarbeitung der erfindungsgemäßen wasseremulgierbaren Polyisocyanate reicht in der Regel ein Verteilen des erfindungsgemäß erhaltenen Polyisocyanats in der wäßrigen Dispersion des Polyols. Zur Erzeugung der Emulsion ist in der Regel ein Ener- gieeintrag von 0 bis nicht mehr als 108 W/m3 erforderlich.
Die Dispersionen haben im allgemeinen einen Feststoffgehalt von 10 bis 85, bevorzugt von 20 bis 70 Gew.-% und eine Viskosität von 10 bis 500 mPa*s.
Zur Herstellung einer Beschichtungsmasse werden Polyisocyanat (A) sowie optional (F) und Bindemittel in einem Molverhältnis von Isocyanatgruppen zu gegenüber Isocy- anat reaktiven Gruppen von 0,1 :1 bis 10:1 , bevorzugt 0,2:1 bis 5:1 , besonders bevorzugt 0,3:1 bis 3:1 und ganz besonders bevorzugt 0,5:1 bis 2,5:1 miteinander vermischt,
wobei gegebenenfalls noch weitere lacktypische Bestandteile eingemischt werden können, und auf das Substrat aufgetragen.
In einer Ausführungsform der Erfindung liegt beim Einsatz einer (Polyacrylat)- Primärdispersion ein Verhältnis von NCO zu gegenüber NCO-reaktiven Gruppen von 1 :8 bis 2:1 , bevorzugt von 1 :2 bis 1 :3 und besonders bevorzugt von etwa 1 :2,5 vor.
In einer anderen Ausführungsform der Erfindung liegt beim Einsatz einer (Polyacrylat)- Sekundärdispersion ein Verhältnis von NCO zu gegenüber NCO-reaktiven Gruppen von 1 ,3:1 bis 2:1 , insbesondere von 1 ,4:1 bis 1 ,8 zu 1 vor.
Die Härtung erfolgt üblicherweise solange bis die gehärteten Materialien weiter gehandhabt werden können. Die damit verbundenen Eigenschaften sind z.B. Staubtrocknung, Durchtrocknung, Blockfestigkeit oder Verpackungsfähigkeit.
In einer bevorzugten Ausführungsform erfolgt die Härtung bei Raumtemperatur erfordert innerhalb von nicht mehr 12 Stunden, bevorzugt bis zu 8 Stunden, besonders bevorzugt bis zu 6, ganz besonders bevorzugt bis zu 4 und insbesondere bis zu 3 Stunden.
In einer andere bevorzugten Variante erfolgt die Härtung z.B. eine halbe Stunde bei Temperaturen bis 80 0C. Nach Abkühlen ist gegebenenfalls noch eine Nachhärtung bei Raumtemperatur nötig.
Die Beschichtung der Substrate erfolgt nach üblichen, dem Fachmann bekannten Verfahren, wobei man wenigstens eine Beschichtungsmasse auf das zu beschichtende Substrat in der gewünschten Stärke aufbringt und die gegebenenfalls enthaltenen flüchtigen Bestandteile der Beschichtungsmasse, gegebenenfalls unter Erhitzen, entfernt. Dieser Vorgang kann gewünschten falls ein- oder mehrfach wiederholt werden. Das Aufbringen auf das Substrat kann in bekannter Weise, z. B. durch Spritzen,
Spachteln, Rakeln, Bürsten, Rollen, Walzen, Gießen, Laminieren, Hinterspritzen oder Coextrudieren erfolgen.
Die Dicke einer solchen zu härtenden Schicht kann von 0,1 μm bis mehrere mm betra- gen, bevorzugt von 1 bis 2.000 μm, besonders bevorzugt 5 bis 200 μm, ganz besonders bevorzugt von 10 bis 60 μm (bezogen auf den Lack im Zustand in dem das Lösungsmittel aus dem Lack entfernt ist).
Weiterhin sind auch Substrate, beschichtet mit einer erfindungsgemäßen Mehrschicht- lackierung Gegenstand der vorliegenden Erfindung.
Besonders geeignet sind solche Polyurethanlacke für Anwendungen, in denen eine besonders hohe Applikationssicherheit, Außenwitterungsbeständigkeit, Optik, Lösemittel-, Chemikalien- und Wasserfestigkeit gefordert werden.
Die erhaltenen Beschichtungsmassen und Lackformulierungen eignen sich zum Beschichten von Substraten wie Holz, Holzfurnier, Papier, Pappe, Karton, Textil, Folie, Leder, Vlies, Kunststoffoberflächen, Glas, Keramik, mineralischen Baustoffen, wie Zement-Formsteine und Faserzementplatten oder Metallen, die jeweils optional vorbeschichtet bzw. vorbehandelt sein können, insbesondere für Kunststoffoberflächen.
Derartige Beschichtungsmassen eignen sich als oder in Innen- oder Außenbeschich- tungen, also solche Anwendungen, die dem Tageslicht ausgesetzt sind, bevorzugt von Gebäudeteilen, Beschichtungen auf (Groß-)Fahrzeugen und Flugzeugen und industriellen Anwendungen, Dekolackierungen, Brücken, Gebäuden, Strommasten, Tanks, Containern, Pipelines, Kraftwerken, chemischen Anlagen, Schiffen, Kränen, Pfählen, Spundwänden, Armaturen, Rohren, Fittings, Flanschen, Kupplungen, Hallen, Dächern und Baustahl, Möbeln, Fenstern, Türen, Parkett, Can-Coating und Coil-Coating, für Bodenbeläge, wie bei Parkdecks oder in Krankenhäusern in Automobillacken als OEM und refinish-Anwendung.
Bevorzugt werden derartige Beschichtungsmassen bei Temperaturen zwischen Umgebungstemperatur bis 80 0C, bevorzugt bis 60 0C, besonders bevorzugt bis 40 0C eingesetzt. Bevorzugt handelt es sich dabei um solche Gegenstände, die nicht bei hohen Temperaturen gehärtet werden können, wie große Maschinen, Flugzeuge, Großraum- fahrzeuge und refinish-Anwendungen.
Insbesondere werden die erfindungsgemäßen Beschichtungsmassen als Klar-, Basis- und Decklacke(n), Primern und Füllern eingesetzt.
Derartige Polyisocyanatzusammensetzungen können als Härter für die Herstellung von Lacken, Klebstoffen und Dichtungsmassen eingesetzt werden.
Somit sind Lacke, Klebstoffe und Dichtungsmassen, enthaltend mindestens eine erfindungsgemäße Polyisocyanatzusammensetzung ebenfalls Gegenstand der vorliegen- den Erfindung, sowie Substrate, die mit diesen beschichtet, verklebt bzw. abgedichtet sind.
In dieser Schrift verwendete ppm- und Prozentangaben beziehen sich, falls nicht anders angegeben, auf Gewichtsprozente und -ppm.
Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung erläutern, aber nicht auf diese Beispiele einschränken.
Beispiele
Polyisocyanat PI 1
Durch Trimerisierung eines Teiles der Isocyanatgruppen von 1 ,6-Diisocyanatohexan (HDI) hergestelltes, Isocyanuratgruppen aufweisendes Polyisocyanat, welches im we- sentlichen aus Tris-(6-isocyanatohexyl)-isocyanurat und dessen höheren Homologen besteht, mit einem NCO-Gehalt von 22,2%, einem Gehalt an monomerem Diisocyanat von weniger als 0,3%, einer Viskosität bei 23°C von 1900 mPa*s und einer mittleren NCO-Funktionalität von ca. 3,3.
Polyisocyanat PI 2
Durch Trimerisierung eines Teiles der Isocyanatgruppen von 1 ,6-Diisocyanatohexan (HDI) hergestelltes Isocyanuratgruppen aufweisendes niedervoskoses Polyisocyanat, welches im wesentlichen aus Tris-(6-isocyanatohexyl)-isocyanurat und dessen höheren Homologen besteht, mit einem NCO-Gehalt von 23,5%, einem Gehalt an monome- rem Diisocyanat von weniger als 0,3%, einer Viskosität bei 23°C von 1330 mPa*s und einer mittleren NCO-Funktionalität von ca. 3,45. Dieses Produkt ist unter dem Handelsnamen Basonat® LR 9046 erhältlich von der BASF Aktiengesellschaft, Ludwigshafen, Deutschland.
Polyisocyanat PI 3
Durch Trimerisierung eines Teiles der Isocyanatgruppen von 1-lsocyanato-3,3,5- trimethyl-5-(isocyanatomethyl)cyclohexan (Isophorondiisocyanat; IPDI) hergestelltes Isocyanuratgruppen aufweisendes Polyisocyanat, welches im wesentlichen aus Tris-(6- isocyanatohexyl)-isocyanurat und dessen höheren Homologen besteht, mit einem NCO-Gehalt von 12,0 Gew%, einem Gehalt an monomerem Diisocyanat von weniger als 0,5 Gew%, einer Viskosität bei 23°C von 600 mPa*s und einer mittleren NCO- Funktionalität von ca. 3,0. Dieses Produkt ist unter dem Handelsnamen Basonat IT 170 B erhältlich von der BASF Aktiengesellschaft, Ludwigshafen, Deutschland.
Polyisocyanat PI 4
Durch Allophanatisierung eines Teiles der Isocyanatgruppen von 1 ,6- Diisocyanatohexan (HDI) hergestelltes Allophanatgruppen aufweisendes Polyisocyanat, mit einem NCO-Gehalt von 22,0 Gew%, einem Gehalt an monomerem Diisocyanat von weniger als 0,3%, einer Viskosität bei 23°C von 1100 mPa*s und einer mittleren NCO-Funktionalität von ca. 4,9. Dieses Produkt ist unter dem Handelsnamen Basonat HA 100 erhältlich von der BASF Aktiengesellschaft, Ludwigshafen, Deutschland.
Polyisocyanat PI 5
Durch Allophanatisierung eines Teiles der Isocyanatgruppen von 1 ,6- Diisocyanatohexan (HDI) hergestelltes Allophanatgruppen aufweisendes Polyisocyanat, mit einem NCO-Gehalt von 19,5%, einem Gehalt an monomerem Diisocyanat von weniger als 0,3%, einer Viskosität bei 23°C von 350 mPa*s und einer mittleren NCO-
Funktionalität von ca. 2,8. Dieses Produkt ist unter dem Handelsnamen Basonat HA300 erhältlich von der BASF Aktiengesellschaft, Ludwigshafen, Deutschland.
Polyetherole
Polyetherol PEO 1
Auf Methanol gestartetes, unter Kaliumhydroxidkatalyse hergestelltes, monofunktionelles Polyethylenoxid mit einer mittleren OH-Zahl von 1 12 mg KOH/g, gemessen nach DIN 53 240, entsprechend einem Molekulargewicht von 500 g/mol. Die noch anwesenden Katalysatorreste wurden anschließend mit Essigsäure neutralisiert. Die Basizität wurde durch Titration mit HCl zu 10,6 mmol/kg bestimmt.
Polyetherol PEO 2
Auf Methanol gestartetes, unter Kaliumhydroxidkatalyse hergestelltes, monofunktionelles Polyethylenoxid mit einer mittleren OH-Zahl von 1 12 mg KOH/g, gemessen nach DIN 53 240, entsprechend einem Molekulargewicht von 500 g/mol. Die noch anwesenden Katalysatorreste wurden anschließend mit Essigsäure neutralisiert und das Produkt entsalzt. Hierbei wurde auch gebildetes Kaliumacetat entfernt.
Beispiel 1
250 g Polyisocyanat PI 1 wurden mit 6,25 g (33,4 mmol) 4-Aminotoluol-2-sulfonsäure und 4,25 g (33,4 mmol) Dimethylcyclohexylamin, sowie 20 g Polyetherol PEO 1 versetzt und 30 min bei 1000C gerührt. Die Reaktion wurde durch Zugabe von 0,15 g pa- ra-Toluolsulfonsäure gestoppt. Das sehr gut wasserdispergierbare Produkt hatte einen NCO-Gehalt von 18,1 %, eine Viskosität von 5370 mPa*s bei 23°C und einen Gehalt an Sulfonatgruppen von 122 mmol Sulfonat/kg.
Beispiel 2
250 g Polyisocyanat PI 1 wurden mit 3,13 g (16,7 mmol) 4-Aminotoluol-2-sulfonsäure und 2,13 g (16,7 mmol) Dimethylcyclohexylamin, sowie 10 g Polyetherol PEO 1 versetzt und 1 h bei 1000C gerührt. Die Reaktion wurde durch Zugabe von 0,15 g para-
Toluolsulfonsäure gestoppt. Das sehr gut wasserdispergierbare Produkt hatte einen NCO-Gehalt von 19,95 %, eine Viskosität von 4250 mPa*s bei 23°C und einen Gehalt an Sulfonatgruppen von 66 mmol/kg.
Beispiel 3
250 g Polyisocyanat PI 1 wurden mit 4,7 g (25,1 mmol) 4-Aminotoluol-2-sulfonsäure und 3,19 g (25,1 mmol) Dimethylcyclohexylamin, sowie 5 g Polyetherol PEO 1 versetzt und 1 h bei 1000C gerührt. Die Reaktion wurde durch Zugabe von 0,05 g para- Toluolsulfonsäure gestoppt. Das gut wasserdispergierbare Produkt hatte einen NCO- Gehalt von 20,2 %, eine Viskosität von 6630 mPa*s bei 23°C und einen Gehalt an Sulfonatgruppen von 96 mmol/kg.
Beispiel 4
250 g Polyisocyanat PI 2 wurden mit 3,13 g (16,7 mmol) 4-Aminotoluol-2-sulfonsäure und 2,13 g (16,7 mmol) Dimethylcyclohexylamin, sowie 10 g Polyetherol PEO 1 versetzt und 30 min bei 1000C gerührt. Die Reaktion wurde durch Zugabe von 0,15 g pa- ra-Toluolsulfonsäure gestoppt. Das sehr gut wasserdispergierbare Produkt hatte einen NCO-Gehalt von 20,3%, eine Viskosität von 3962 mPa*s bei 23°C und einen Gehalt an Sulfonatgruppen von 66 mmol/kg.
Beispiel 5
250 g Polyisocyanat PI 4 wurden mit 3,13 g (16,7 mmol) 4-Aminotoluol-2-sulfonsäure und 2,13 g (16,7 mmol) Dimethylcyclohexylamin, sowie 10 g Polyetherol PEO 1 versetzt und 30 min bei 100
0C gerührt. Die Reaktion wurde durch Zugabe von 0,15 g pa- ra-Toluolsulfonsäure gestoppt. Das sehr gut wasserdispergierbare Produkt hatte einen NCO-Gehalt von 20,3%, eine Viskosität von 1977 mPa
*s bei 23°C und einen Gehalt an Sulfonatgruppen von 66 mmol/kg.
Beispiel 6
250 g Polyisocyanat PI 5 wurden mit 3,13 g (16,7 mmol) 4-Aminotoluol-2-sulfonsäure und 2,13 g (16,7 mmol) Dimethylcyclohexylamin, sowie 10 g Polyetherol PEO 1 versetzt und 30 min bei 1000C gerührt. Die Reaktion wurde durch Zugabe von 0,15 g pa- ra-Toluolsulfonsäure gestoppt. Das sehr gut wasserdispergierbare Produkt hatte einen NCO-Gehalt von 16,7%, eine Viskosität von 933 mPa*s bei 23°C und einen Gehalt an Sulfonatgruppen von 66 mmol/kg.
Beispiel 7
250 g Polyisocyanat PI 1 wurden mit 10 g Polyetherol PEO 2 versetzt und 30 min bei 100
0C gerührt , dann wurden 3,13 g (16,7 mmol) 4-Aminotoluol-2-sulfonsäure und 2,13 g (16,7 mmol) Dimethylcyclohexylaminzugegeben und weitere 30 min bei 80
0C reagiert.. Das sehr gut wasserdispergierbare Produkt hat einen NCO-Gehalt von 20,15 %, eine Viskosität von 3450 mPa
*s bei 23°C und einen Gehalt an Sulfonatgruppen von 63 mmol/kg.
Beispiel 8
142,9 g Polyisocyanat PI 1 und 153 g Polyisocyanat PI 3 wurden mit 10 g Polyetherol PEO 2 versetzt und 1 h bei 1000C reagiert. Dann wurden 3,13 g (16,7 mmol) 4- Aminotoluol-2-sulfonsäure und 2,13 g (16,7 mmol) Dimethylcyclohexylaminzugegeben und eine weitere Stunde bei bei 800C gerührt. Das sehr gut wasserdispergierbare Produkt hat einen NCO-Gehalt von 16,5 %, eine Viskosität von 8707 mPa*s bei 23°C und einen Gehalt an Sulfonatgruppen von 91 mmol/kg.
Beispiel 9 (Vergleich) 250 g Polyisocyanat PI 1 wurden mit 12,5 g (72,2 mmol) 4-Aminobenzolsulfonsäure (Sulfanilsäure) und 9,17 g (72,2 mmol) Dimethylcyclohexylamin versetzt und zunächst 5 h bei 800C, dann 1 h bei 100°C gerührt. Die Sulfanilsäure löste sich nicht.
Beispiel 10 (Vergleich) 250 g Polyisocyanat PI 1 wurden mit 12,5 g (72,6 mmol) 3-Aminobenzolsulfonsäure (Metanilsäure) und 9,17 g (72,2 mmol) Dimethylcyclohexylamin versetzt und zunächst 5 h bei 800C, dann 1 h bei 1000C gerührt. Die Metanilsäure löste sich nicht.
Beispiel 1 1 (Vergleich)
250 g Polyisocyanat PI 1 wurden mit 12,5 g (66,8 mmol) 2-Aminotoluol-5-sulfonsäure und 8,5 g (66,8 mmol) Dimethylcyclohexylamin versetzt und zunächst 3 h bei 1000C gerührt. Die 2-Aminotoluol-5-sulfonsäure löste sich nicht.
Beispiel 12 (Vergleich)
250 g Polyisocyanat PI 1 wurden mit 12,5 g (66,8 mmol) 5-Aminotoluol-2-sulfonsäure und 8,5 g (66,8 mmol) Dimethylcyclohexylamin versetzt und zunächst 3 h bei 1000C gerührt. Die 5-Aminotoluol-2-sulfonsäure löste sich, das Produkt war allerdings nicht gut wasserdispergierbar.
Beispiel 13 (Vergleich)
250 g Polyisocyanat PI 1 wurden mit 12,5 g (49,5 mmol) 3-(4-(2-Hydroxyethyl)-1- piperazinyl)propansulfonsäure (HEPPS) und 6,3 g (49,5 mmol) Dimethylcyclohexyla- min versetzt und zunächst 4 h bei 1000C gerührt. HEPPS löste sich nicht.
Beispiel 14 (Vergleich, analog Beispiel 1 , DE 199 58 170)
500 g von Polyisocyanat PI 1 wurden bei 100°C innerhalb von 30 Minuten mit 88g des Polyetherols PEO 2 versetzt und ca. 2h bei dieser Temperatur gerührt bis der theoreti- sehe NCO-Wert von 17,6% erreicht hat. Dann wurde durch Zugabe von 0,01 g Zink (I I)- ethylhexanoat allophanatisiert und nach Erreichen eines NCO-Wertes von 16,2% die Reaktion durch Zugabe von 0,01 g Benzoylchlorid gestoppt. Das erhaltene Isocyanat hatte eine Viskosität von 6800 mPa*s.
Beispiel 15 (Vergleich, analog Beispiel 3, EP 1 287 052)
Zu 500 g Polyisocyanat PI 1 gab man 15,4 g (0,07 mol) 3-(Cyclohexylamino) propan- sulfonsäure und 9,0 g (0,07 mol) Dimethylcylclohexylamin. Man setzte 2h bei 800C um und erhielt ein wasserdispergierbares Polyisocyanat mit NCO-Gehalt 20,5 % und einer
Viskosität von 6000 mPa*s.
Beispiel 16 (Vergleich)
Basonat® HW 100 der BASF AG Ludwigshafen mit einem NCO-Gehalt von 17 % und einer Viskosität (23 "C) von 4000 mPa*s.
Beispiel 17 (Vergleich)
Rhodocoat® WT 2102 der Fa. Rhodia, mit einem NCO-Gehalt von 18,76 %.
Anwendungsbeispiel A
Verwendung als Vernetzer in wäßrigen 2K Polyurethansystemen (Einarbeitung von Hand)
Hydroxyfunktionelle Kompontente A (Polyol A):
100 Teile einer wäßrigen ca. 45%igen Dispersion des hydroxyfunktionellen Polyacry- latharzes Luhydran® S 937 T der BASF AG Ludwigshafen mit einer mittleren OH-Zahl von 100 mg KOH/g (auf Feststoff) wurden versetzt mit 2,4 Teilen Butyldiglycolacetat, 6,5 Teilen Butylglycolacetat, 6,4 Teilen vollensalztem Wasser, 1 ,46 Teilen Dimethy- lethylamin (1 :1 in Wasser), 3,75 Teilen vollensalztem Wasser, 0,38 Teilen des Entschäumers Agitan® 299 der Fa. Münzing Chemie GmbH Heilbronn und 0,63 Teilen des Netz- und Fließmittels Fluorad® FC 4430, 10%ig in Wasser, der Fa. 3M. Die hy- droxyfunktionelle Komponente wird unter Rühren mit einem Dispermaten homogenisiert. Der pH-Wert der Lösung soll vor Einsatz in dem empfohlenen pH-Bereich von 8,0 - 8,5 liegen.
Isocyanatfunktionelle Komponenten:
Die Isocyanate aus den obigen Beispielen wurden soweit in Tabelle 1 nicht anders beschrieben mit Dipropylenglykoldimethylether (Proglyde® DMM der Fa. DOW) auf einen Feststoffgehalt von 80 % verdünnt.
Die Emulgierung des Polyols A, des Polyisocyanats und einer weiteren Menge Wasser (s. Tabelle 1) wurde wie folgt per Hand durchgeführt: Die hydroxyfunktionelle Komponente wurde in einem 100 ml Glas vorgelegt und die Polyisocyanat-Komponente zuge- geben. Nach 30 Sekunden wurde mit einem Holzspatel von Hand ca. 30 Sekunden gerührt. Die fehlende Wassermenge, um den Gesamtlack auf einen Festkörpergehalt von 37 % einzustellen, wurde zugegeben und nochmals 20 Sekunden gerührt. Danach ließ man die Mischung 10 Minuten zum Entgasen stehen. Die Mischungsverhältnisse der Komponenten sind in der Tabelle 1 angegeben. Tabelle 1 : Verwendung der Polyisocyanate in wässrigen 2K PUR-Lacken. Mischungsverhältnisse der Komponenten
Danach wurden die Filme mit einem Filmziehrahmen (Kastenrakel) in einer Schichtdicke von 150 μm nass appliziert. Die Untersuchungen erfolgen in einem Klimaraum bei 50 ± 10 % Luftfeuchtigkeit und 23 ± 2 0C. Folgende Tests wurden durchgeführt: Filmeindruck auf einer Glasplatte.
Pendelhärte nach König nach DIN 53157 in Anzahl der Schwingungen (Glasplatte). Glanz (Bonderblech).
Besandungstest: Beim Besandungstest (Glasplatte; Doppelbestimmung) wird die Durchtrocknung.
Für die Messung der Durchtrocknung laufen zwei Rädchen über den Lack. Diese ha- ben einen Durchmesser von 19-29 mm und eine Breite von 3 mm. Durch die Auflage eines Trichters (107-1 17 g Eigengewicht mit 60-80 g Sand) auf den Rädchen und damit den nassen Lackfilm, entsteht eine breite Vertiefung im Lackfilm. Die Messung beginnt in der Mitte dieser Vertiefung. Der Lack wird direkt nach Aufziehen mit einer Geschwindigkeit von 1 cm/h unter den Rädchen entlang gezogen. Der Lackfilm hat die Durchtrocknung erreicht, sobald keine deutliche Spur mehr zu erkennen ist bzw. die Spur für mehrere Zentimeter unterbrochen ist.
Es wurden Filme mit den folgenden Eigenschaften erhalten:
Der Glanz wird nach Trocknung bei der angegeben Temperatur für die angegebene Zeit in den angegebenen Winkel gemessen.
Die Pendelhärte wird nach Trocknung bei der angegeben Temperatur (RT=Raumtemperatur) für die angegebene Zeit (d=Tag) gemessen.
Die Vergleiche zeigen, dass die erfindungsgemäßen Polyisocyanate leicht von Hand in die hydroxyfunktionelle Komponente einarbeitbar sind, gleichzeitig aber gut trocknende Lacke liefern.
Anwendungsbeispiel B
Verwendung als Vernetzer in wäßrigen 2K Polyurethan-Lacken (bei Einrühren mit hoher Scherenergie)
Hydroxyfunktionelle Kompontente B (Polyol B): 100 Teile einer wäßrigen, ca. 42%igen Dispersion des hydroxyfunktionellen Polyacry- latharzes Macrynal® VSM 6299w /42 WA der Fa. Cytec mit einer mittleren OH-Zahl von 135 mg KOH/g (auf Feststoff) wurden mit 2,09 Teilen Surfynol® 104 (ca. 50 % in Butylglykol, Fa. Biesterfeld) versetzt und 15 min bei 1800 U/min gerührt. Dazu wurden 0,38 Teile Additol® XW 390 der Fa. Vianova Resins gegeben und weitere 5 min bei 1800 U/min gerührt. Dazu wurden 14,48 Teile vollensalztes Wasser gegeben und gerührt
Isocyanatfunktionelle Komponenten:
Die Isocyanate aus den obigen Beispielen wurden mit Butoxyl® (3-Methoxy-n- butylacetat der Firma Biesterfeld), auf einen Feststoffgehalt von 80 % verdünnt.
Die Emulgierung erfolgte mit einem Dispermat über 5 min bei 2000 U/min. Dazu wurde die hydroxyfunktionelle Komponente vorgelegt und die Polyisocyanat-Komponente zugegeben. Nach 30 Sekunden wurde mit einem Holzspatel von Hand ca. 30 Sekun- den gerührt. Die fehlende Wassermenge, um den Gesamtlack auf einen Festkörpergehalt von 37 % einzustellen, wurde zugegeben und nochmals 20 Sekunden gerührt. Danach ließ man die Mischung 10 Minuten stehen zum Entgasen. Die Mischungsverhältnisse der Komponenten sind in der Tabelle 2 angegeben.
Tabelle 2: Verwendung der Polyisocyanate in wässrigen 2K PUR-Lacken (ca. 34 %-ig). Mischungsverhältnisse der Komponenten
Danach wurden die Filme mit einem Filmziehrahmen (Kastenrakel) in einer Schichtdicke von 150 μm nass appliziert. Es wurden Filme mit den folgenden Eigenschaften erhalten:
Der Vergleich zeigt, dass die erfindungsgemäßen Polyisocyanate auch bei höheren Scherenergien einen gut trocknenden Lack liefern.
Anwendungsbeispiel C
Verwendung als Vernetzer in wäßrigen 2K Polyurethansystemen (Einarbeitung mit Disper- mat)
Die Versuche erfolgten analog Anwendungsbeispielen A mit der hydroxyfunktionellen Kompontente A (Polyol A). Die 100%igen Polyisocyanat-Komponenten wurden mit Pro- glyde® DMM auf 80 % verdünnt. Polyisocyanat und Wasser wurden jeweils mit einem Dispermaten eingerührt, so dass sich die Komponenten homogen lösten und die Bildung von Mikroschaum gering gehalten wurde.
Verwendung der Polyisocyanate in wässrigen 2K PUR-Lacken. Mischungsverhältnisse der Komponenten
Die Untersuchungen erfolgten entsprechend der Anwendungsbeispiele A. Es wurden Filme mit den folgenden Eigenschaften erhalten:
Die Vergleiche zeigen, dass das erfindungsgemäße Polyisocyanat bei Einrührung mit dem Dispermaten in der Durchtrocknung bei Raumtemperatur, sowie nach 30 Minuten Härtung bei 60 0C und nachfolgender Nachhärtung von 24 h bei Raumtemperatur in der Pendelhärte und im Glanz, sowie durch eine verkürzte Durchtrocknung Vorteile gegenüber dem Vergleichsbeispiel 15 aufweisen.