Beschreibung
Alkoxylierte Phosphorsäuretriester mit hohem Alkoxylierungsgrad
Die Erfindung betrifft Phosphorsäuretriester, die sich von alkoxylierten Fettalkoholen mit mehr als 50 Alkoxygruppen ableiten.
Phosphorsäureester sind toxikologisch und ökotoxikologisch unbedenklich, aufgrund ihrer neutralen pH-Werte hautfreundlich und für die Verwendung in kosmetischen Formulierungen gut geeignet.
Alkyl- bzw. Alkenylphosphosphorsäureester werden üblicherweise durch Kondensation von Fettalkoholen mit Diphosphorpentoxid oder Orthophosphorsäure hergestellt, wobei Gemische aus Mono-/Di-/Triester erhalten werden mit einem Hauptanteil an Mono- und Diester.
In JP 09-268193 wird eine Methode zur Herstellung von Phosphorsäuretriestern beschrieben, wobei Phosphoroxychlorid mit einem Fettalkohol oder einem alkoxylierten Fettalkohol in Gegenwart eines Katalysators ausgewählt aus TiCU, MgCI2 oder AICI3 umgesetzt wird. Es werden Phosphorsäuretriester erhalten, die bis zu 50 -CH2CH2O-Einheiten (EO) tragen können. Diese ethoxylierten Phosphorsäureester können vorteilhaft als Verdicker eingesetzt werden. Nachteilig ist jedoch deren geringe Wasserlöslichkeit und schwere Verarbeitbarkeit zu wässrigen Formulierungen. Zudem werden Phosphorsäuretriester gesucht, die keinerlei herstellungsbedingte Chlor-haltige Verunreinigungen aufweisen.
Es bestand daher die Aufgabe, Phosphorsäuretriester bereitzustellen, die sowohl gute verdickende Eigenschaften zeigen und zugleich leicht in Zusammensetzungen auf wässriger Basis eingearbeitet werden können und gute Kompatibilitäten mit kosmetischen Inhaltsstoffen haben.
Es wurde überraschend gefunden, dass diese Aufgabe gelöst wird durch Phosphorsäuretriester mit einem Alkoxylierungsgrad > 50. Diese zeichnen sich durch eine gute verdickende Wirkung in wässrigen Zusammensetzungen aus, sind gut wasserlöslich und können in einfacher Weise zu wässrigen Formulierungen verarbeitet werden.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind daher Phosphorsäuretriester der Formel (I)
(A2O)yR2
O
R1-(OAOx-O-P=O (l)
O
(A3O)2R3
worin
Ri, R2 und R3 gleich oder verschieden sein können und für eine lineare oder verzweigte, gesättigte Alkylgruppe mit 6 bis 30, vorzugsweise 8 bis 22 und besonders bevorzugt 12 bis 18 Kohlenstoffatomen, für eine lineare oder verzweigte, ein- oder mehrfach ungesättigte Alkenylgruppe mit 6 bis 30, vorzugsweise 8 bis 22 und besonders bevorzugt 12 bis 18 Kohlenstoffatomen, oder für eine Arylgruppe, insbesondere eine Phenylgruppe, die mit 1 bis 3 verzweigten Alkylgruppen, die jeweils unabhängig voneinander 3 bis 18 und vorzugsweise 4 bis 12 Kohlenstoffatome enthalten, substituiert sein kann, steht, die einzelnen Gruppen (OAi)x, (A2θ)y und (A3O)Z jeweils unabhängig voneinander aus Einheiten ausgewählt aus CH2CH2O, C3H6O und C4HeO bestehen und wobei die Einheiten CH2CH2O, C3H6O und C4HeO innerhalb der einzelnen Gruppen (OAi)x, (A2O )y und (A3O)2 blockartig oder statistisch verteilt angeordnet sein können, und
x, y und z jeweils unabhängig voneinander eine Zahl von 51 bis 200, bevorzugt von 55 bis 150 und besonders bevorzugt von 60 bis 100, bedeuten.
Vorzugsweise stehen die Reste R1, R2 und R3 der Phosphorsäureester der Formel (I), welche gleich oder verschieden sein können, für eine lineare oder verzweigte, gesättigte Alkylgruppe mit 6 bis 30, vorzugsweise 8 bis 22 und besonders bevorzugt 12 bis 18 Kohlenstoffatomen, oder für eine lineare oder verzweigte, ein- oder mehrfach ungesättigte Alkenylgruppe mit 6 bis 30, vorzugsweise 8 bis 22 und besonders bevorzugt 12 bis 18 Kohlenstoffatomen.
Weiterhin bevorzugt bedeuten die EinheitenOA^ OA2 und OA3 in den Phosphorsäureestern der Formel (I) CH2CH2O.
Besonders bevorzugt sind die Reste Rr(OAi)x, R2-(OA2)y und R3-(OA3)Z in den Phosphorsäureestem der Formel (I) abgeleitet von Fettalkoholethoxylaten ausgewählt aus Fettalkoholethoxylaten mit 51 bis 200 EO-Einheiten (EO = CH2CH2O), bevorzugt mit 55 bis 150 EO-Einheiten und besonders bevorzugt mit 60 bis 100 EO-Einheiten, wobei der jeweilige Fettalkoholrest RiO-, R2O- und R3O- abgeleitet ist von Alkoholen ausgewählt aus Octanol, Decanol, Dodecanol, Tetradecanol, Hexadecanol, Octadecanol, Eicosanol, Behenylalkohol, Fettalkoholen mit C-Ketten-Schnitten zwischen 8 und 22, vorzugsweise Ci0/Ci2-Fettalkohol, C12/Ci4-Fettalkohol, Ci2/Ci5-Fettalkohol und Ci6/C-i8-Fettalkohol, besonders bevorzugt Ci6/18-Fettalkoholethoxylat mit 80 Ethylenoxid-Einheiten (z.B. Genapol® T 800), verzweigten Fettalkoholen, vorzugsweise Guerbetalkoholen und einfach ungesättigten Fettalkoholen, vorzugsweise Delta-9-cis-Hexadecanol, Delta-9-cis-Octadecanol, trans-9- Octadecanol und cis-Delta-11 -Octadecanol.
Weiterhin bevorzugt sind die Gruppen (OAi)x, (OA2)y und (OA3)Z in den Phosphorsäuretriestern der Formel (I) jeweils aus CH2CH2O- und C3HeO-Einheiten aufgebaut, wobei die CH2CH2O- und C3H6O-Einheiten innerhalb der einzelnen Gruppen (OAi)x, (OA2)y und (OA3)Z blockartig oder statistisch verteilt angeordnet sein können, und enthalten jeweils 51 bis 199, bevorzugt 55 bis 150 und
besonders bevorzugt 60 bis 100 CH2CH2O-Einheiten und 1 bis 20, bevorzugt 1 bis 10 und besonders bevorzugt 2 bis 5 C3H6θ-Einheiten.
Die Phosphorsäuretriester der Formel (I) können vorzugsweise hergestellt werden durch Umsetzung von Phosphorsäure oder Phosphorsäurederivaten mit alkoxylierten Fettalkoholen, wobei die alkoxylierten Fettalkohole mindestens 51 Alkoxygruppen tragen.
Die Darstellung der Phosphorsäureester der Formel (I) erfolgt besonders bevorzugt durch Umsetzung von Phosphorsäure oder einem Phosphorsäurederivat ausgewählt aus Orthophosphorsäure, Tetraphosphordecaoxid, Polyphosphorsäure, Phosphoroxychlorid oder Phosphorpentachlorid mit Fettalkoholalkoxylaten bei Temperaturen zwischen 150 und 250 0C, bevorzugt zwischen 180 und 240 0C und insbesondere bevorzugt zwischen 200 und 230 0C.
Die Darstellung der Phosphorsäureester der Formel (I) erfolgt insbesondere bevorzugt durch Umsetzung von Orthophosphorsäure, Polyphosphorsäure oder Tetraphosphordecaoxid und außerordentlich bevorzugt durch Umsetzung von Orthophosphorsäure mit Fettalkoholalkoxylaten. Gemäß dieser Ausführungsform des Verfahrens werden Phosphorsäuretriester der Formel (I) erhalten, die chlorfrei sind. Dies bedeutet insbesondere, dass sie keine Chlorverunreinigungen enthalten.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sind die Phosphorsäureester der Formel (I) chlorfrei.
Die Phosphorsäuretriester der Formel (I) können vorteilhafter weise auch zusammen mit anderen Phosphorsäureestern in Mischungen vorliegen.
Weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind daher Mischungen enthaltend einen oder mehrere Phosphorsäuretriester der Formel (I) und einen oder mehrere Phosphorsäureester der Formel (II)
(A2O)WR5
O
R1-(OA1Jx-O-P=O (H)
O
I R.
worin
Ri für eine lineare oder verzweigte, gesättigte Alkylgruppe mit 6 bis 30, vorzugsweise 8 bis 22 und besonders bevorzugt 12 bis 18 Kohlenstoffatomen, für eine lineare oder verzweigte, ein- oder mehrfach ungesättigte Alkenylgruppe mit 6 bis 30, vorzugsweise 8 bis 22 und besonders bevorzugt 12 bis 18 Kohlenstoffatomen, oder für eine Arylgruppe, insbesondere eine Phenylgruppe, die mit 1 bis 3 verzweigten Alkylgruppen, die jeweils unabhängig voneinander 3 bis 18 und vorzugsweise 4 bis 12 Kohlenstoffatome enthalten, substituiert sein kann, steht,
R4 für H, Li+, Na+, K+, Mg++, Ca++, Al+++, NH4 + oder quaternäre
Ammoniumionen [HNRaRbRc]+ steht, worin Ra, Rb und Rc unabhängig voneinander Wasserstoff, eine lineare oder verzweigte Alkylgruppe mit 1 bis 22 Kohlenstoffatomen, eine lineare oder verzweigte, einfach oder mehrfach ungesättigte Alkenylgruppe mit 2 bis 22 Kohlenstoffatomen, eine lineare Mono- Hydroxyalkylgruppe mit 2 bis 10 Kohlenstoffatomen, bevorzugt eine Mono-
Hydroxyethyl- oder Mono-Hydroxypropylgruppe, oder eine lineare oder verzweigte Di-Hydroxyalkylgruppe mit 3 bis 10 Kohlenstoffatomen, bedeuten,
R5 die Bedeutung von Ri oder R4 besitzt,
die einzelnen Gruppen (OAi)x und (A2O)w jeweils unabhängig voneinander aus Einheiten ausgewählt aus CH2CH2O, C3H6O und C4H8O bestehen und wobei die Einheiten CH2CH2O, C3H6O und C4H8O innerhalb der einzelnen Gruppen (OAi)x und (A2O )w blockartig oder statistisch verteilt angeordnet sein können,
x für eine Zahl von 51 bis 200, bevorzugt von 55 bis 150 und besonders bevorzugt von 60 bis 100, steht, und
w für O oder für eine Zahl von 51 bis 200, bevorzugt von 55 bis 150 und besonders bevorzugt von 60 bis 100, steht.
Bevorzugte erfindungsgemäße Mischungen bestehen aus den Verbindungen der Formel (I) und (II).
In den erfindungsgemäßen Mischungen enthaltend Phosphorsäureester der Formel (I) und (II) ist die Menge der Phosphorsäuretriester gemäß Formel (I) vorzugsweise größer 80,0 Gew.-%, besonders bevorzugt von 82,0 bis 95,0 Gew.-% und insbesondere bevorzugt von 85,0 bis 89,0 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Phosphorsäureester gemäß Formel (I) und Formel (II).
Der Neutralisationsgrad der nicht veresterten Phosphorvalenzen (P-OH) in den Phosphorsäureestern gemäß Formel (II) kann zwischen 0 und 100 % betragen.
Die übrigen freien Valenzen am Phosphoratom können Säuregruppen sein, aber auch Gegenionen, gewählt aus Li+, Na+, K+, Mg++, Ca++, Al+++, NH4 +, quaternären Ammoniumionen [HNRaRbRc]+, worin Ra, Rb und Rc unabhängig voneinander Wasserstoff, eine lineare oder verzweigte Alkylgruppe mit 1 bis 22 Kohlenstoffatomen, eine lineare oder verzweigte, einfach oder mehrfach ungesättigte Alkenylgruppe mit 2 bis 22 Kohlenstoffatomen, eine lineare Mono- Hydroxyalkylgruppe mit 2 bis 10 Kohlenstoffatomen, bevorzugt eine Mono- Hydroxyethyl- oder Mono-Hydroxypropylgruppe, sowie eine lineare oder verzweigte Di-Hydroxyalkylgruppe mit 3 bis 10 Kohlenstoffatomen, sein können.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind die Phosphorsäureester gemäß der Formel (II) mit einem Neutralisationsgrad von 0 - 20,0 % neutralisiert.
In einer anderen bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind die
Phosphorsäureester gemäß der Formel (II) mit einem Neutralisationsgrad von 20,1 - 100 % neutralisiert.
Die erfindungsgemäßen Mischungen können einen oder mehrere Phosphorsäureester der Formel (II) enthalten, worin R5 die Bedeutung von R4 besitzt, und w für 0 steht. Bei diesen Verbindungen handelt es sich um Mono- Phosphorsäureester. Diese liegen in den erfindungsgemäßen Mischungen vorzugsweise in einer Menge < 3,0 Gew.-%, besonders bevorzugt < 1 ,0 Gew.-% und insbesondere bevorzugt < 0,1 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Phosphorsäureester gemäß Formel (I) und (II), vor. In den Mono-
Phosphorsäureestem der Formel (II) können R4 und R5 gleich oder verschieden sein.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthalten die erfindungsgemäßen Mischungen einen oder mehrere Phosphorsäureester der Formel (II), worin R5 die Bedeutung von R-i besitzt und w für eine Zahl von 51 bis 200, bevorzugt von 55 bis 150 und besonders bevorzugt von 60 bis 100, steht. Bei diesen Verbindungen handelt es sich um Di-Phosphorsäureester. Diese liegen in den erfindungsgemäßen Mischungen vorzugsweise in einer Menge von 5,0 bis 18,0 Gew.-%, besonders bevorzugt von 10,0 bis 17,0 Gew.-% und insbesondere bevorzugt von 11 ,0 bis 15,0 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Phosphorsäureester gemäß Formel (I) und (II), vor. In den Di-Phosphorsäureestern der Formel (II) können die Reste R1 und R5 gleich oder verschieden sein.
Die Darstellung von Mischungen der Phosphorsäureester der Formeln (I) und (II) erfolgt vorzugsweise durch Umsetzung von Phosphorsäure oder einem Phosphorsäurederivat ausgewählt aus Orthophosphorsäure,
Tetraphosphordecaoxid und Polyphosphorsäure und besonders bevorzugt durch Umsetzung von Orthophosphorsäure, mit Fettalkoholalkoxylaten bei Temperaturen zwischen 150 und 250 0C, bevorzugt zwischen 180 und 240 0C und insbesondere bevorzugt zwischen 200 und 230 0C.
Gemäß diesem Verfahren werden Mischungen der Phosphorsäureester der Formeln (I) und (II) erhalten, die chlorfrei sind. Dies bedeutet insbesondere, dass diese Phosphorsäureester der Formeln (I) und (II) keine Chlorverunreinigungeπ enthalten.
Weiterhin bevorzugte erfindungsgemäße Mischungen enthaltend Phosphorsäureester gemäß Formel (I) und Formel (II) sind chlorfrei.
Die nachfolgenden Beispiele und Anwendungen sollen die Erfindung näher erläutern, ohne sie jedoch darauf zu beschränken. Bei allen Prozentangaben handelt es sich um Gewichts-% (Gew.-%).
Herstellbeispiele, Allgemeine Arbeitsvorschrift:
Bei der Herstellung der erfindungsgemäßen Phosphorsäureester werden Phosphorsäure (85 %ig), und Fettalkoholethoxylat in einem bestimmten Molverhältnis eingesetzt. Hierzu werden alle Edukte in einer Rührapparatur mit Heizpilz, Auskreiser mit Kühler und Vakuumanschluss vorgelegt. Die Mischung wird auf 1000C aufgeheizt, dreimal bis 100 mbar evakuiert und anschließend mit Stickstoff wieder belüftet. Nach weiteren 4 Stunden Inertisierung (Stickstoffeinleitung von 20 Liter/Stunde) bei 100 0C wird der Ansatz unter Stickstoffeinleitung auf 230 °C aufgeheizt und verestert (Wasseraustrag). Die Reaktionszeiten betragen 24 bis 42 Stunden (ab 230 0C Veresterungstemperatur gerechnet), insbesondere 40 Stunden. Die Rest-Säurezahl liegt dann bei
< 3 mg KOH/g. Dies entspricht etwa 93 bis 96 % Umsatz (bezogen auf Start- Säurezahl). Nach beendeter Umsetzung wird das Produkt auf 80 0C gekühlt, in eine Schale ausgegossen und die erstarrte Schmelze zerkleinert.
Beispiel 1
Ester aus 11.4 g Phosphorsäure und 935.1 g Ceteareth-80 (Ci6/iβ Fettalkohol + 80 Mol Ethylenoxid) im Molverhältnis 1 : 3, Rest-Säurezahl: 0.8 mg KOH/g (96 % Umsatz), 31P-NMR: Diester/Triester = 15/85 mol-%. Es handelt sich um ein weißes Wachs mit einem Schmelzpunkt von ca. 40 0C.