20.12.2007
ROBERT BOSCH GMBH, 70442 Stuttgart
Kraftstoffinjektor
Technisches Gebiet
Derzeitige Kraftfahrzeuge besitzen regelmäßig Verbrennungsmotoren mit
Kraftstoffeinspritzung. Bei Motoren, insbesondere Dieselmotoren, mit Direkteinspritzung ist jedem Zylinder bzw. Brennraum des Motors ein Kraftstoffinjektor mit einer Injektordüsenanordnung zum Einspritzen von Kraftstoff in den jeweiligen Brennraum zugeordnet. Diese Kraftstoffinjektoren besitzen jeweils einen in einem Kolbenarbeitsraum hubbeweglichen Steuerkolben zur
Betätigung eines Verschlusselementes der Injektordüsenanordnung sowie eine sitzgesteuerte Servoventilanordnung, welche den über eine Zulaufdrossel mit einer Hochdruckquelle kommunizierenden Kolbenarbeitsraum des Steuerkolbens mit einem relativ drucklosen Abströmraum zu verbinden gestattet, so dass der bei Druckbeaufschlagung durch die Hochdruckquelle in Richtung der der
Schließlage des Verschlusselementes der Injektordüsenanordnung zugeordneten Schließendlage beaufschlagte Steuerkolben einen das Verschlusselement in seine Offenlage führenden Hub in Richtung seiner Offenendlage ausführt, wobei die in einem Injektorkörper angeordnete Servoventilanordnung einen Ventilsitzkörper sowie einen durch einen
Elektromagnet gegen eine Schließkraft in seine Offenlage verstellbaren hülsenförmigen Schließkörper aufweist, der mit einem ringförmigen Sitz am Ventilsitzkörper zusammenwirkt und auf einem am Ventilsitzkörper zentrisch zum ringförmigen Sitz angeordneten Axialfortsatz verschiebbar geführt ist, und wobei in Offenlage des hülsenförmigen Schließkörpers ein innerhalb des
Schließkörpers am Axialfortsatz ausgebildeter und mit dem Kolbenarbeitsraum des Steuerkolbens kommunizierender Ventilraum unter Druckentlastung mit dem Abströmraum verbunden wird.
Ein solcher Kraftstoffinjektor wird beispielhaft in der EP 1612403 Al beschrieben.
Bei diesem bekannten Kraftstoffinjektor durchsetzt der am Ventilsitzkörper angeordnete Axialfortsatz axial den gesamten Innenraum des hülsenförmigen Schließkörpers der Servoventilanordnung, wobei an einem am ventilsitzfernen Ende des hülsenförmigen Schließkörpers herausragenden Teil des Axialfortsatzes ein Anschlag zur Begrenzung des Axialhubes des hülsenförmigen
Ventilschließkörpers angeordnet ist. Nahe des Ventilsitzes ist am Axialfortsatz eine ringnutförmige Vertiefung ausgebildet, so dass innerhalb des Ventilschließkörpers der dementsprechend ringförmig ausgebildete Ventilraum geschaffen wird, der über eine mit einer Ablaufdrossel versehene Bohrung, die im Ventilsitzkörper angeordnet ist, mit dem Kolbenarbeitsraum des
Steuerkolbens kommuniziert und mit dem außenseitig des hülsenförmigen Schließkörpers angeordneten Abströmraum verbunden wird, sobald der hülsenförmige Schließkörper von seinem Sitz am Ventilsitzkörper abhebt.
Die Abdichtung des Ringspaltes zwischen dem Innenumfang des hülsenförmigen
Schließkörpers und dem Außenumfang des Axialfortsatzes auf der vom Ventilsitz abgewandten Seite des ringförmigen Ventilraumes innerhalb des hülsenförmigen Schließkörpers erfolgt durch hochdruckfeste Dichtungen.
Dieser bekannte Kraftstoffinjektor besitzt eine herstellungsmäßig aufwendige
Konstruktion. Zur hydraulischen Verbindung des Kolbenarbeitsraums des Steuerkolbens mit dem Ventilraum innerhalb des hülsenförmigen Schließkörpers der Servoventilanordnung ist innerhalb des Axialfortsatzes eine axiale Sackbohrung vorgesehen, die im Bereich der den vorgenannten Ventilraum bildenden ringnutförmigen Einschnürung des Axialfortsatzes von
Radialbohrungen mit in den Ventilraum führenden Mündungen durchdrungen wird. Entsprechend dem Takt der Öffnungs- bzw. Schließhübe der Servoventilanordnung werden diese Bohrungen von extremen Druckpulsationen beaufschlagt, so dass an das den Ventilsitzkörper sowie den Axialfortsatz
bildende Material hohe Ansprüche gestellt werden müssen, um die Standfestigkeit des bekannten Kraftstoffinjektors zu gewährleisten.
Gemäß älteren, nicht vorveröffentlichten Patentanmeldungen (R.316364, R.314516) kann vorgesehen sein, dass der im hülsenförmigen Schließkörper ausgebildete Ventilraum am ventilsitzfernen Ende des Schließkörpers durch eine in den Schließkörper nach Art eines Plungers hineinragende Führungsstange abgeschlossen wird, die vom Druck im Ventilraum gegen eine Bodenfläche des Injektorkörpers gepresst und damit in eine zur Bodenfläche senkrechten Lage gedrängt wird und den Schließkörper entsprechend ausrichtet. Der Schließkörper wirkt mit einem zur Bodenfläche parallelen Flachsitz zusammen, der eine in den Ventilraum führende Mündung eines den Kolbenarbeitsraum mit dem Ventilraum verbindenden Kanals im Ventilsitzkörper ringförmig umschließt. Derartige Injektoren bieten den Vorteil einer sehr hohen Druckbelastbarkeit. Jedoch kann sich die Längsachse des Schließkörpers etwas in Seitwärtsrichtung verlagern, weil die Führungsstange eine entsprechende Beweglichkeit aufweist. Dies hat zur Folge, dass der Schließkörper mit einer entsprechend versetzten Ringzone des Sitzes dichtend zusammenwirken muss. Damit kann sich ein kritisches Schließverhalten der Servoventilanordnung ergeben. Dies gilt grundsätzlich auch dann, wenn der Ventilsitz gemäß einer älteren nicht vorveröffentlichten
Patentanmeldung die Form der Oberfläche eines Kugelabschnittes aufweist.
Aufgabe der Erfindung ist es nun, Kraftstoffinjektoren mit einer gegenüber Druckpulsationen prinzipiell vergleichsweise unempfindlichen Konstruktion sowie mit einfacher Herstellbarkeit und gutem Schließverhalten der
Servoventilanordnung zu schaffen.
Diese Aufgabe wird bei einem Kraftstoffinjektor der eingangs angegebenen Art durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches 1 gelöst.
Die Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, für den Verschluss des vom Ventilsitzkörper abgewandten Endes des hülsenförmigen Schließkörpers des Servoventils ein vom Ventilsitzkörper separates Teil vorzusehen. Dadurch wird die Ausgestaltung und Herstellung des Ventilsitzkörpers vereinfacht, desweiteren wird die Notwendigkeit der Anordnung einer gegenüber starken
Wechselbeanspruchungen empfindlichen Zone am Axialfortsatz des Ventilsitzkörpers vermieden.
Außerdem ist erfindungsgemäß vorgesehen, den Schließkörper ventilsitzseitig zu führen, so dass die ventilsitzseitige Ringzone, mit der der Schließkörper dichtend zusammenwirkt, eine prinzipiell unveränderbare stationäre Lage hat. Indem bei der Erfindung einerseits eine ventilsitzseitige Führung des Schließkörpers und andererseits ein vom Ventilsitz separates Teil zur Abdichtung des vom Ventilsitz abgewandten Endes des Schließkörpers vorgesehen ist, lassen sich eine hohe Standfestigkeit des Injektors gegenüber Druckpulsationen und ein exzellentes
Schließverhalten der Servoventilanordnung des Injektors verwirklichen. Gleichzeitig wird eine einfache Herstellbarkeit gewährleistet, weil der den Ventilraum mit dem Kolbenarbeitsraum verbindende Kanal als Axialkanal im Axialfortsatz ausgebildet ist.
Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung kann das vom Ventilsitzkörper abgewandte Ende der Plungerstange mit einem daran fest angeordneten scheibenförmigen Fußstück flächig auf einem Boden des Injektorkörpers aufliegen, wobei zweckmäßig zusätzlich vorgesehen sein kann, dass das Fußstück auf dem Boden mit radialem Spiel angeordnet ist und der hülsenförmige Schließkörper auf dem Axialfortsatz des Ventilsitzkörpers zumindest begrenzt taumelfähig geführt ist. Beim Betrieb des Kraftstoffinjektors wird die Plungerstange mit ihrem Fußstück durch den hydraulischen Druck in der Ventilkammer innerhalb des hülsenförmigen Schließelementes des Servoventils gegen den Boden des Injektorkörpers gespannt. Damit nimmt die Plungerstange eine zum Boden orthogonale Lage ein und führt den hülsenförmigen Schließkörper in zum Boden orthogonaler Richtung. Die Zentrierung des Schließkörpers relativ zum Sitz am Ventilsitzkörper wird bei dieser Ausführungsform vom Axialfortsatz des Ventilsitzkörpers übernommen. Im Ergebnis wird also eine selbstjustierende Anordnung erreicht.
Gemäß einer alternativen Ausführungsform kann die Plungerstange mit ihren vom Ventilsitzkörper abgewandten Ende auch radial beweglich und taumelbar auf einem zugewandten Boden des Injektorkörpers abgestützt und der hülsenförmige Schließkörper untaumelbar auf dem Axialfortsatz des
Ventilsitzkörpers hubbeweglich geführt sein. Hier werden also die exakte Hubrichtung des hülsenförmigen Schließkörpers sowie dessen radiale Ausrichtung durch den Ventilsitzkörper bzw. daran angeordnete Führungselemente vorgegeben, während die Plungerstange im wesentlichen nur die Aufgabe Verschlusses des vom Ventilsitzkörper abgewandten Endes des hülsenförmigen Schließkörpers übernimmt.
Der Ringspalt zwischen dem Innenumfang des hülsenförmigen Schließkörpers und dem Außenumfang der Plungerstange kann in grundsätzlich herkömmlicher Weise durch hochdruckfeste Dichtungen, beispielsweise durch in Ringnuten am
Außenumfang der Plungerstange eingesetzte Dichtringe erfolgen. Dies gilt für alle Ausführungsformen der Erfindung. Statt dessen ist es auch möglich und vorteilhaft, den genannten Ringspalt als hochdruckdichten Drosselspalt auszubilden, d.h. das Radialmaß des Ringspaltes wird so klein und das Axialmaß so groß bemessen, dass auch in den Betriebsphasen, in denen im
Ventilraum innerhalb des hülsenförmigen Schließkörpers maximaler Hochdruck vorliegt, nur ein verschwindender Leckstrom zu erwarten ist. Eine solche Ausführungsform bietet den Vorteil, dass der hülsenförmige Schließkörper auf der Plungerstange beim Betrieb des Kraftstoffinjektors hydraulisch gelagert wird und damit keine unmittelbare Berührung zwischen dem Innenumfang des
Schließkörpers und dem Außenumfang der Plungerstange auftreten kann. Desweiteren wird die Montage vereinfacht, weil gesonderte Dichtelemente entfallen.
Im übrigen wird hinsichtlich bevorzugter Merkmale der Erfindung auf die
Ansprüche sowie die nachfolgende Erläuterung der Zeichnung verwiesen.
Schutz wird nicht nur für ausdrücklich angegebene oder dargestellte Merkmalskombinationen sondern auch für prinzipiell beliebige Kombinationen der angegebenen oder dargestellten Merkmale beansprucht.
In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 einen Axialschnitt einer ersten Ausführungsform eines
Kraftstoffinjektors und
Fig. 2 einen Axialschnitt einer weiteren Ausführungsform.
Gemäß Fig. 1 besitzt der dort im Axialschnitt dargestellte Kraftstoffinjektor einen Injektorkörper 1 mit einer gestuften Axialbohrung 2. Auf einer in Fig. 1 unteren Stufe der Axialbohrung 2 ist ein Ventilsitzkörper 3 mit einem an ihm angeformten
Kragen 3' axial gelagert. Zur Fixierung des Ventilsitzkörpers 3 in der Axialbohrung 2 dient ein Außengewindering 4, der in einen Innengewindeabschnitt der Axialbohrung 2 eingedreht und durch Schraubverstellung gegen die zugewandte Stirnseite des Kragens 3' gespannt ist. Durch den Ventilsitzkörper 3 bzw. dessen Kragen 3' wird innerhalb der
Axialbohrung 2 ein Hochdruckbereich 2', der durch nicht näher dargestellte Leitungen ständig mit einer Hochdruckquelle für Kraftstoff kommuniziert, von einem Abstrom- bzw. Niederdruckbereich 2" abgetrennt, der über nicht näher dargestellte Rücklaufleitungen mit einem relativ drucklosen Kraftstoffreservoir verbunden ist.
Im unteren Ende des Ventilsitzkörpers 3 ist eine als Kolbenarbeitsraum 5 für einen Steuerkolben 6 dienende Sackbohrung angeordnet.
Der Steuerkolben 6 ist mit einer Düsennadel oder einem sonstigen
Verschlusselement der nicht näher dargestellten Injektordüsenanordnung des Kraftstoffinjektors verbunden. In der dargestellten unteren Endlage des Steuerkolbens 6 ist die Injektordüsenanordnung verschlossen. Wird der Steuerkolben 6 in Fig. 1 nach oben verschoben, wird die Injektordüsenanordnung geöffnet, so dass Kraftstoff in den zugeordneten
Brennraum einer Brennkraftmaschine eingespritzt wird.
Über eine als Radialbohrung des Ventilsitzkörpers 3 ausgebildete Zulaufdrossel 7 kommuniziert der Kolbenarbeitsraum 5 mit dem Hochdruckbereich 2' der Axialbohrung 2. Über eine zum Kolbenarbeitsraum 5 gleichachsige Axialbohrung
8, die im Ventilsitzkörper 3 angeordnet und mit einer Ablaufdrossel 9 versehen ist, kommuniziert der Kolbenarbeitsraum 5 mit einem Ventilraum 10, der axial vor dem Stirnende eines am Ventilsitzkörper 3 angeordneten Axialfortsatzes 11 innerhalb eines hülsenförmigen Schließkörpers 12 einer Servoventilanordnung 13 angeordnet ist und an dem vom Ventilsitzkörper 3 abgewandten Ende des
hülsenförmigen Schließkörpers 12 durch eine in den hülsenförmigen Schließkörper 12 hineinragende Plungerstange 14 abgeschlossen wird. Gegen den im Ventilraum 10 ggf. auftretenden hydraulischen Druck ist die Plungerstange 14 mittels eines an ihrem in Fig. 1 oberen Ende fest angeordneten scheibenförmigen Fußstückes 15 auf einem Boden 16 des
Injektorkörpers 1 vergleichsweise großflächig abgestützt. Das Fußstück 15 dient als Widerlager für eine als Schraubendruckfeder ausgebildete Schließfeder 17, die den hülsenförmigen Schließkörper 12 mit seinem in Fig. 1 unterem Ende gegen einen am Ventilsitzkörper 3 ausgebildeten, zur Achse des Axialfortsatzes 11 gleichachsigen kegelförmigen Ventilsitz 18 zu spannen sucht. Gegen die
Schließkraft der Schließfeder 17 kann der hülsenförmige Schließkörper 12 aus der in Fig. 1 dargestellten Schließlage mittels eines ringförmigen Elektromagnetes 19 ausgehoben werden, der mit am Schließkörper 12 sternförmig angeordneten radialen Ankerstegen 20 zusammenwirkt. In Offenlage des Schließkörpers 12 der Servoventilanordnung 13 kommuniziert der
Ventilraum 10 mit dem Abstrom- bzw. Niederdruckbereich 2" der Axialbohrung 2. Dabei ist eine weitestgehend drosselfreie Verbindung zwischen dem Ventilraum 10 und dem Niederdruckbereich 2" der Axialbohrung 2 gegeben, weil der Querschnitt des Axialfortsatzes 11 des Ventilsitzkörpers 3 im wesentlichen sternförmig ausgebildet ist, derart, dass der Axialfortsatz 11 mit sternförmig angeordneten Axialstegen am Innenumfang des hülsenförmigen Schließkörpers gleitverschiebbar anliegt. In Umfangsrichtung zwischen den Axialstegen verbleiben größere Freiräume, über die der Ventilraum 10 bei vom Sitz 18 abgehobenem Schließkörper 12 mit dem Niederdruckbereich 2" der Axialbohrung 2 kommuniziert.
Anstelle des mit sternförmig angeordneten Axialstegen versehenen Axialfortsatzes 11 kann auch ein als Dreiflach, Vierflach oder Vielflach ausgebildeter Axialfortsatz vorgesehen sein.
Der an die Axialbohrung des Schließkörpers 12 stirnseitig radial anschließende Rand ist als Innenkonus ausgebildet, dessen Öffnungswinkel größer ist als der Kegelwinkel des kegelförmigen Ventilsitzes 18. Damit ist einerseits eine ringlinienförmige Berührung zwischen Schließkörper 12 und Ventilsitz 18 bei in Schließlage befindlichem Schließkörper 12 gewährleistet. Andererseits wird bei
in Offenlage befindlichem Schließkörper 12 ein ringförmiger Öffnungsspalt geschaffen, dessen axialer Querschnitt nach radial außen zunimmt.
Der Kraftstoffinjektor der Fig. 1 funktioniert wie folgt:
Solange der Schließkörper 12 des Servoventils 13 die dargestellte Schließlage einnimmt, liegt im Kolbenarbeitsraum 5 des Steuerkolbens 6 der im Hochdruckbereich 2' der Axialbohrung 2 herrschende Druck der damit kommunizierenden Kraftstoff-Hochdruckquelle vor. Durch Bestromung der Elektrospule 19' des Elektromagnetes 19 kann nun der Elektromagnet 19 aktiviert werden, so dass die damit magnetisch zusammenwirkenden Ankerstege 20 angezogen und der Schließkörper 12 gegen die Kraft der Schließfeder 17 aus der in Fig. 1 dargestellten Schließlage ausgehoben wird. Damit wird der Kolbenarbeitsraum 5 des Steuerkolbens 6 über den Ventilraum 10 mit dem an das relativ drucklose Kraftstoffreservoir angeschlossenen Abstrom- bzw.
Niederdruckbereich 2" der Axialbohrung 2 verbunden, so dass der Druck im Kolbenarbeitsraum 5 entsprechend abfällt, wobei der Zeitverlauf des Druckabfalls im wesentlichen durch die Bemessungen der Zulaufdrossel 7 und der Ablaufdrossel 9, deren Drosselwiderstand geringer als der Drosselwiderstand der Zulaufdrossel 7 ist, vorgegeben wird. Aufgrund dieses Druckabfalls wird der
Steuerkolben 6 durch hydraulische Kräfte angehoben, die auf das mit dem Steuerkolben 6 verbundene, in der Regel nadeiförmige Verschlusselement der nicht dargestellten Injektordüsenanordnung in Öffnungsrichtung einwirken. Dies hat gleichzeitig zur Folge, dass der Hochdruckbereich 2' der Axialbohrung über die nunmehr geöffnete Injektordüsenanordnung mit dem zugeordneten
Brennraum der Brennkraftmaschine verbunden und Kraftstoff in den Brennraum eingespritzt wird.
Bei seinen Hubbewegungen wird der Schließkörper 12 durch den Axialfortsatz 11 bzw. dessen gleitverschiebbar am Innenumfang des Schließkörpers 12 anliegende Axialstege relativ zum kegelförmigen Ventilsitz 18 radial zentriert gehalten. Die Plungerstange 14 nimmt dabei eine entsprechend zentrierte, d.h. zum Axialfortsatz 11 gleichachsige Position ein, weil das kreisscheibenförmige Fußstück 15 innerhalb des ringförmigen Elektromagnetes 19 mit hinreichendem radialen Spiel angeordnet ist und flächig auf dem zur Achse des Axialfortsatzes
11 senkrechten Boden 16 aufliegt. Um auf den Schließkörper 12 einwirkende unerwünschte Zwangskräfte möglichst gering zu halten, kann gemäß einer bevorzugten Ausführungsform vorgesehen sein, dass der Schließkörper 12 am Axialfortsatz 11 taumelbar geführt und die Hubrichtung des Schließkörpers 12 allein durch die Plungerstange 14 vorgegeben wird, welche mittels des
Fußstückes 15, welches flächig auf dem Boden 16 aufliegt, in einer zum Boden 16 orthogonalen Ausrichtung gehalten wird.
Die in Fig. 2 dargestellte Ausführungsform unterscheidet sich von der Ausführungsform der Fig. 1 zunächst darin, dass die Plungerstange 14 taumelbar auf dem Boden 16 des Injektorkörpers 1 abgestützt ist, wobei das abgestützte Ende der Plungerstange 14 innerhalb einer Ringscheibe 21 oder die Ringscheibe 21 innerhalb des ringförmigen Elektromagnetes 19 mit einem gewissen radialen Spiel angeordnet sind, so dass sich der Abstützpunkt der Plungerstange 14 auf dem Boden 16 radial zur Stangenachse verlagern kann.
Außerdem ist der Schließkörper 12 in Fig. 2 untaumelbar auf dem Axialfortsatz 11 des Ventilsitzkörpers 3 axial verschiebbar geführt, d.h. die Lage des Schließkörpers 12 radial zur Achse des Ventilsitzkörpers 3 und die Hubrichtung des Schließkörpers 12 werden ausschließlich durch den Axialfortsatz 11 vorgegeben, der dazu eine hinreichende axiale Länge sowie eine hinreichende axiale Überlappung mit dem Schließkörper 12 aufweist. Die Position der Plungerstange 14 sowie deren axiale Ausrichtung werden dann vom Schließkörper 12 und dementsprechend mittelbar vom Axialfortsatz 11 bestimmt. Außerdem ist bei der Ausführungsform der Fig. 2 ein ringscheibenförmiger, planer Ventilsitz 18 vorgesehen, auf den der Schließkörper 12 in seiner
Schließlage mit ringlinienförmiger Berührung aufsitzt. Zu diesem Zweck ist die dem Ventilsitz 18 zugewandte Stirnseite des Schließkörpers 12 leicht kegelig ausgebildet, so dass am Übergang zwischen der ventilsitzseitigen Stirnseite des Schließkörpers 12 und dessen Axialbohrung eine spitzwinklige Ringkante, die mit dem Ventilsitz 18 zusammenwirkt, gebildet wird.
Funktionsmäßig entspricht die Ausführungsform der Fig. 2 der Ausführungsform der Fig. 1, so dass auf die entsprechenden obigen Ausführungen verwiesen werden kann.
Sowohl bei der Ausführungsform der Fig. 1 als auch bei der Ausführungsform der Fig. 2 kann der Ringspalt zwischen dem Außenumfang der Plungerstange 14 und dem Innenumfang des Schließkörpers 12 durch Dichtringe hochdruckfest abgedichtet sein, die nach Art von Kolbenringen ähnlich den Dichtringen 22 des Steuerkolbens 6 in Umfangsnuten der Plungerstange 14 angeordnet sein können.
Statt dessen ist es auch möglich und gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung vorgesehen, diesen Ringspalt als hochdruckdichten Drosselspalt auszubilden, derart, dass auch bei hohen hydraulischen Druckdifferenzen zwischen den axialen Enden des genannten Ringspaltes praktisch nur verschwindende Leckströme auftreten können. Dies kann durch ein extrem enges radiales Spaltmaß und eine hinreichend große axiale Überlappung zwischen Schließkörper 12 und Plungerstange 14 gewährleistet werden. Der besondere Vorzug einer solchen Ausbildung liegt darin, dass bei
Hubbewegungen des Schließkörpers 12 relativ zur Plungerstange 14 keine mechanische Berührung bzw. Reibung zwischen diesen Teilen auftritt, vielmehr wird der Schließkörper 12 auf der Plungerstange unter Zwischenschaltung einer hydraulischen Schicht hydrodynamisch gelagert.
Ggf. kann auch der Steuerkolben 6 in der den Kolbenarbeitsraum 5 bildenden Axialbohrung des Ventilsitzkörpers 3 mit hochdruckdichtem Drosselspalt angeordnet sein.
Ein derartiger Drosselspalt bietet den weiteren Vorteil, dass bei ihrer Montage vorsichtig zu handhabende Dichtringe entfallen.
Abweichend von der in Fig. 2 zeichnerisch dargestellten Ausführungsform kann das auf dem Boden 16 abgestützte ballige Ende der Plungerstange 14 unter Wegfall der Ringscheibe 21 auch als Pilzkopf ausgebildet sein, der mit seiner balligen Seite auf den Boden 16 abgestützt ist und mit seiner vom Boden 16 abgewandten Seite eine Widerlagerfläche für die Schließfeder 17 bildet. Der Durchmesser des Pilzkopfes ist dabei zweckmäßig so bemessen, dass innerhalb des ringförmigen Elektromagnetes 19 noch ein gewisses radiales Spiel für eine zwangskraftfreie Ausrichtung der Plungerstange 14 verbleibt, d.h. die
Plungerstange 14 kann zwangskraftfrei ihre zum Schließkörper 12 gleichachsige Lage einnehmen.