Vorrichtung für die Montage von Taschenfederschlangen
Gegenstand der Erfindung ist eine Vorrichtung für die Montage von Taschenfederschlangen gemäss Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Schlangenförmig angeordnete Taschenfedern werden durch paralleles Nebeinandersetzen und Verbinden zu einem Federkern geformt. Das Verbinden der nebeneinanderliegenden Taschenfederschlangen erfolgt durch einen Kleber, der vor dem Zusammenfügen seitlich auf die Taschenfederschlange aufgebracht worden ist .
Aus der EP 0421496 Bl ist es beispielsweise bekannt, entweder beim Einziehen einer Federschlange, deren Federachsen horizontal liegen, von oben einen Kleber aufzubringen oder den Kleber bei bereits eingezogener Federschlange durch Verfahren des Kleberspenders über die
Federschlange aufzubringen. Danach wird die Federschlange um 90° gekippt und an die vorangehenden, bereits in der Vorrichtung stehenden zusammengeklebten Federschlangen gepresst. Eine solche Vorrichtung eignet sich für den vollautomatischen Betrieb; eine einfache Ausführung und damit kostengünstige Herstellung ist nicht möglich.
Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht nun darin, eine Vorrichtung für die Montage von Taschenfederschlangen zu schaffen, welche halb- oder vollautomatisch bedienbar ist.
Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Vorrichtung gemäss den Merkmalen des Patentanspruchs 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen umschrieben.
Es gelingt mit der erfindungsgemässen Vorrichtung, eine halbautomatische Montage von Taschenfederschlangen zu Federkernen auf einfache und kostengünstige Weise zu realisieren. Mit der der Federaufnahme für die ganz oder teilweise zusammengefügte Matratze vorgeschalteten Trommel, kann ein fehlerfreier Montagebetrieb aufrechterhalten werden und die Bedienungsperson benötigt keinerlei technische Vorbildung. Mit geringem zusätzlichen Aufwand kann diese Maschine nachträglich automatisiert werden.
Anhand einer illustrierten Ausführungsbeispiels wird die Erfindung näher erläutert. Es zeigen
Figur 1 eine perspektivische Darstellung einer halbautomatischen Vorrichtung mit manueller
Beschickung für die Montage von
Taschenfederschlangen, Figur 2 einen Vertikalschnitt durch die Vorrichtung gemäss Figur 1, Figur 3 eine perspektivische Ansicht der
Beschickungstrommel des Montagetisches und einer automatischen Zuführung der Federschlagen und Figur 4 einen Schnitt durch die Vorrichtung entlang Linie
IV-IV in Figur 2.
Mit Bezugszeichen 1 ist eine Vorrichtung für die Montage von Taschenfederschlangen 3 zu einem Federkern für eine Federkernmatratze bezeichnet. Die Vorrichtung 1 umfasst ein Gestell 5 mit zwei Seitenwänden 7, die durch horizontal verlaufende Streben 9 miteinander verbunden sind. Auf einer Welle 11, die an den Seitenwänden 7 befestigt ist, ist eine Trommel 13 drehbar gelagert. Diese umfasst stirnseitig zwei Scheiben 15, zwischen denen parallel nebeneinander an der Peripherie der Scheiben 15 befestigte Träger 17 mit gegenseitigem Abstand montiert sind. Die Abstände zwischen den Trägern 17 können durch
- A -
paralleles Verschieben mindestens des jeweils einen Trägers 17 bezüglich des benachbarten Trägers 17 eingestellt werden. Die Vorrichtung zum Verschieben und Festsetzen der Träger 17 an den Scheiben 15 ist nicht näher beschrieben und dargestellt.
Jeweils zwei nebeneinander liegende Träger 17 bilden dazwischen eine Aufnahme 19 für je eine
Taschenfederschlange 3. Der Abstand h zwischen den Trägern 17 ist derart bemessen, dass die Taschenfederschlangen 3, wenn sie in die Aufnahme 19 eingelegt sind, leicht zusammengedrückt werden und damit reibschlüssig von den Trägern 17 gehalten werden.
Hinter der Trommel 13 ist eine Montagevorrichtung 25 für die Aufnahme der Taschenfederschlangen 3 angebracht . Auf der Montagevorrichtung 25 werden die Taschenfederschlangen 3 mit vertikal liegenden Achsen zusammengefügt und gehalten.
Über der Trommel 13 ist weiter eine sich zwischen den beiden Seitenwänden 7 erstreckende Auftragsvorrichtung 21 zum Auftragen eines Klebers auf die Taschenfederschlangen 3 angeordnet. Auf der Auftragsvorrichtung 21 ist ein Auftragskopf 23 mit einer oder mehreren Auftragsdüsen parallel zur Achse 11 der Trommel 13 verfahrbar angebracht .
Die Montagevorrichtung 25 lässt sich entlang von vertikal liegenden Führungen 27 mittels eines Handrades 29 oder einem entsprechenden Elektroantrieb vertikal verstellen und an die Höhe der Taschenfederschlangen 3 anpassen, welche verarbeitet werden.
Innerhalb der Trommel 13 oder in diese eingreifend ist ein Einschieber 31 angeordnet, mit welchem diejenige Taschenfederschlange 3, welche sich auf der Höhe des Tisches 25 befindet, aus der Aufnahme 19 hinausgeschoben oder zur Montagevorrichtung hingezogen und an die letzte auf der Montagevorrichtung 25 stehende Taschenfederschlange 3 anpressen lässt.
Nachfolgend wird die Funktionsweise der halbautomatischen Vorrichtung 1 zur Montage von Taschenfederschlangen 3 erläutert. Eine Bedienungsperson B entnimmt einem in den Figuren nicht dargestellten Magazin zusammengestellte Taschenfederschlangen 3 und legt diese an der Stelle a in die dort befindliche Aufnahme 19 ein. Dabei werden die Federn in der Schlange axial leicht zusammengedrückt, da die Aufnahme 19 bildenden Träger 17 einen kleineren Abstand aufweisen als die Höhe der Federn. Nun dreht die Bedienungsperson B von Hand die Trommel 13 bis sich die eingelegte Taschenfederschlange 3 in der Position b befindet. Diese Drehbewegung kann selbstverständlich auch
durch ein Fusspedal oder einen Antriebsraotor erfolgen. Nun liegt vor der Bedienungsperson B an der Position a wieder eine leere Aufnahme 19, in die sie die nächste Taschenfederschlange 3 einlegt. Gleichzeitig wird die zuvor von Position a zur Position b geführte Taschenfederschlange 3 von der Auftragsvorrichtung 21 bzw. dem Auftragskopf 23, welcher sich axial über die Taschenfederschlange 3 bewegt, mit einem Kleber, z.B. einem Hotmelt oder dergleichen, beaufschlagt.
Nach dem Einlegen der Taschenfederschlange 3 in die Aufnahme 19 und gleichzeitigem Beaufschlagen der vorangehenden Taschenfederschlange 3 mit einem Kleber erfolgt wiederum eine Drehbewegung der Trommel 13. Nach dieser Drehbewegung befindet sich die zuerst eingelegte Taschenfederschlange 3 in der Position c und die Achsen der Federn in der Taschenfederschlange 3 liegen nun vertikal, so dass sie vom Einschieber 31 aus der Aufnahme 19 hinaus auf die Montagevorrichtung 25 geschoben und dort an die hinterste Federschlange 3 angepresst und mit dieser verklebt werden können. Die Bedienungsperson B legt in diesem Zeitraum wiederum eine Taschenfederschlange 3 in die Aufnahme 19 an der Position a ein. Gleichzeitig wird die zuvor eingelegte Taschenfederschlange 3 von der Auftragsvorrichtung 21 mit einem Kleber beaufschlagt usw.
Es finden also stets gleichzeitig drei Handlungen statt,
nämlich Einlegen (a) einer Taschenfederschlange 3 in die Aufnahme 19, (b) Beaufschlagen der Taschenfederschlange 3 mit einem Kleber und (c) Überführen der mit einem Kleber beaufschlagten Taschenfederschlange 3 in die Montagevorrichtung 25 und gleichzeitiges Anpressen an die vorangegangene Taschenfederschlange 3.
In einer weiteren Ausbildung der Erfindung kann die Bedienungsperson B durch eine automatische Zuführung ersetzt werden. Zu diesem Zweck sind vor der Trommel 13 übereinander zwei Förderbänder 33 angeordnet, deren einander gegenüberliegende Trume 35 in einem gegenseitigen Abstand liegen, der etwas kleiner ist als die Höhe der zu verarbeitenden Taschenfederschlange 3. Die
Taschenfederschlangen 3 werden von einer aus dem Stand der Technik bekannten Winde- und Eintaschvorrichtung (nicht dargestellt und beschrieben) seitlich an die Förderbänder 33 herangeführt und können mittels eines Indexrades 39 zwischen die beiden Lasttrume 35 eingeführt werden. Die beiden Trume 35 können im Einführbereich vorzugsweise nicht völlig parallel laufend geführt sein, sondern deren Abstand ist im Bereich der Indexwalzen 39 etwas grösser, so dass die Taschenfederschlangen 3 während des Einzugs zwischen die beiden Förderbänder 33 sukzessive axial leicht zusammengepresst werden (Konizität der Förderbänder 33 nicht dargestellt) . Sobald eine Taschenfederschlange 3 direkt vor der Trommel 13 liegt, wird der Antrieb der
Förderbänder 3 unterbrochen und die Taschenfederschlange 3 mit einem balkenförmigen Vorschubmittel 37 in die Aufnahme 19 an der Trommel 13 eingeschoben. Das Einschieben bzw. Einlegen der Taschenfederschlangen 3 in die Aufnahmen 19 der Trommel 13 erfolgen in diesem Falle nicht unmittelbar seitlich des Scheitels S der Trommel 13 (Position a) , sondern in dem Moment, in welchem die Aufnahme 19 an der Vorderseite der Trommel 13 liegt (Position d) .
Das Beaufschlagen mit einem Kleber kann wie in der manuell beschickten Vorrichtung 1 gemäss den Figuren 1 und 2 hinter dem Scheitel S der Trommel 13 erfolgen oder, wie in Figur 3 dargestellt, wenn die Aufnahme 19 im Scheitel liegt und die Achsen der Federn in den Taschen dort horizontal ausgerichtet sind. Sowohl das Beaufschlagen mit einem Kleber als auch das nachfolgende Herausschieben der Taschenfederschlangen 3 aus den Aufnahmen 19 der Trommel 13 erfolgen wie bei der manuell beschichteten Vorrichtung.
An einer an der Achse 11 befestigen Leiste sind in axialen Abständen im Beschickungsbereich (d bis a) Stege 41 angeordnet . Die Abstände entsprechen den Abständen der Achsen der Federn in den Federschlangen 3. Um Federschlangen 3 mit Federn, deren Durchmesser grösser oder kleiner sind, verarbeiten zu können, lassen sich die Stege 41 in axialer Richtung auf der Trommel verschieben. Das Verschieben und wieder neu Positionieren der Stege 41
kann von Hand oder mit einem geeigneten (nicht dargestellten) Antrieb erfolgen.
Die Stege 41 können, falls erwünscht, axial um einen halben Stegabstand verschoben werden. Dies ermöglicht es, die Federn in den Taschenfederschlangen 3 entweder in sogenannter Parallelmontage anzuordnen (vgl. Figur 4, obere Hälfte der Figur) oder in einer sogenannten versetzten Montage (vgl. Figur 4, untere Hälfte der Figur) . Bei in Parallelmontage angeordneten Taschenfederschlangen 3 liegen die darin befindlichen Federn jeweils in horizontaler und in vertikaler Richtung gesehen stets auf einer Linie. Bei versetzter Montage bilden die Federn in horizontaler Richtung gesehen eine Zick-Zack-Linie . Das Verschieben der Leisten mit den darauf montierten Stegen 41 kann auf Tastendruck durch einen Antrieb erfolgen oder manuell durch die Bedienungsperson B.