Beschreibung
Titel: Durchstoßvorrichtung und Verfahren zum Entnehmen einer Flüssigkeit aus einem Beutel oder Zufuhren einer Substanz in einen Beutel
Gebiet der Erfindung
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Durchstoßvorrichtung, d.h. einen so genannten Transfer-Spike zum Öffnen und anschließendem Entnehmen einer Flüssigkeit aus einem Beutel oder Zuführen einer pulverartigen oder flüssigen Substanz zu der Flüssigkeit in dem Beutel über die Durchstoß Vorrichtung. Der Beutel kann beispielsweise mit einer Infusionslösung für einen Patienten gefüllt sein und verfügt an seinem Öffhungs- und Entnahmebereich über einen entsprechend ausgebildeten Verschluss. Die Durchstoßvorrichtung wird nach dem Öffnen des Beutels durch den Verschluss in das Innere des Beutels eingeführt. Die Durchstoßvorrichtung weist zur Befestigung an dem Verschluss des Beutels einen Schnappverschluss auf. Nach dem die Durchstoßvorrichtung am Beutel befestigt ist, wird ein Abschnitt der Durchstoßvorrichtung innerhalb des Beutels teilweise ab- bzw. aufgebrochen, um einen Durchlaufkanal für die Entnahme der Flüssigkeit des Beutels oder für die Vermischung der Flüssigkeit in dem Beutel mit einer weiteren Substanz zu schaf- fen.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Aus dem Stand der Technik sind bereits Systeme zur Öffnung und Entnahme von Flüssigkeiten aus Beuteln bekannt. Es handelt sich dabei häufig um spitze, hohle und längliche Gegenstände in Form von Durchstoßröhrchen. Die Durchstoßröhrchen werden manuell an einer bestimmten Stelle des Beutels angesetzt. Da die Beutel häufig aus Kunststofffolienlagen bestehen, die miteinander verschweißt sind, sind die bestimmten Stellen, d.h. die Auffüll- und Entnahmebereiche speziell ausgebildete Kunststoffelemente. Die Kunststoffelemente werden auch als Ports bezeichnet. Ein Beispiel eines Beutels mit Kunststoffelementen ist z.B. aus der Patentanmeldung Nr. EPl 814 504 bekannt. Die Durchstoßröhrchen werden nach dem Anstechen des Beutels an der Außenfläche des Kunststoffelements anschließend in das Innere des Beutels durch das Kunststoffelement
eingeführt, um dann anschließend die Flüssigkeit entnehmen zu können. Die Flüssigkeit gelangt durch eine Durchgangsbohrung des Durchstoßröhrchens aus dem Beutel.
[0003] Derartige Systeme werden vor allem im medizinischen Bereich eingesetzt, bei- spielsweise bei der Verabreichung einer Infusionslösung für einen Patienten. Hierbei ist an dem anderen Ende des Durchstoßröhrchens, welches sich nicht im Inneren des Beutels befindet, ein Schlauch an dem Durchstoßröhrchen angebracht. Wie bereits gesagt, besteht der Beutel mit der Infusionslösung aus einem Kunststoffelement (Port) und aus Kunststofffolienlagen, die entsprechend miteinander verschweißt sind.
[0004] Das Kunststoffelement bildet den Flüssigkeitsentnahmeabschnitt des Beutels, ist häufig zylindrisch ausgebildet und besitzt an seiner Außenfläche eine Gummimembran und ggfs. ein Siegel aus Aluminium. Der Beutel wird durch ein Durchstechen des Siegels mittels des spitzen Durchstoßröhrchens geöffnet. Das Durchstoßröhrchen wird anschließend durch den Port in das Innere des Beutels geführt. Ein Spalt zwischen der Außenfläche des Durchstoßröhrchens und dem Siegel an der Einstichstelle wird durch die Gummimembran abgedichtet, um ein Austreten der Flüssigkeit zu vermeiden.
[0005] Häufig ist es jedoch bei derartigen Öffnungs- und Entnahmesystemen so, dass das Durchstoßröhrchen nach dem Einstechen und Einführen in den Beutel keinen festen Sitz bzw. Halt hat und sich daher in lateraler Richtung, d.h. entlang des Ports hin und her bewegen kann oder innerhalb des Ports bzw. Beutels rotieren kann. Es besteht daher beispielsweise die Gefahr, dass während der Vorbereitung und/oder Durchführung einer Infusion das Durchstoßröhrchen infolge einer Unachtsamkeit von medizinischem Personal oder des Patienten aus dem Beutel herausgezogen wird und Flüssigkeit austritt und das Durchstoßröhrchen bzw. die Durchgangsbohrung des Durchstoßröhrchens Keimen ausgesetzt wird. Zur Vermeidung solcher Ereignisse sind verschiedene Lösungen aus dem Stand der Technik vorbekannt.
Stand der Technik
[0006] So beschreibt beispielsweise die Europäische Patentschrift Nr. 0 820 777 Bl von Haemopharm Industry AG ein Infusionssystem mit einer röhrenförmigen Durchstoßvorrichtung mit einer Spitze, wobei die Durchstoßvorrichtung nach der Spitze zur Befestigung in einem durchdrungenen, elastischen Stopfen eines Beutels zur Bildung einer Schraubver- bindung mit einem Außengewinde versehen ist. Diese vorbekannte Durchstoßvorrichtung wird daher durch Drehen in den Stopfen integriert, wobei sich das selbstschneidende Außengewinde der Durchstoßvorrichtung in das Material des Stopfens hineinschneidet.
[0007] Die aus dem Stand der Technik angegebenen Systeme sind umständlich zu handhaben und erfordern daher besondere Sorgsamkeit, insbesondere in Fällen, in denen Eile geboten ist, z.B. bei einer Bluttransfusion nach einem Unfall. Um diese sowie die oben genannten und anderen Defizite zu vermeiden, wird nun eine Durchstoßvorrichtung für einen bzw. mit einem Beutel sowie ein Verfahren zum Öffnen des Beutels und Entnehmen einer Flüssigkeit aus dem Beutel bereitgestellt, welches durch die Merkmale in den unabhängigen Ansprüchen definiert ist. Ferner sind weitere Ausgestaltungen der Erfindung in den abhängigen Ansprüchen hinterlegt.
Zusammenfassung der Erfindung
[0008] Nach Maßgabe der vorliegenden Erfindung wird eine Durchstoßvorrichtung für einen Port, d.h. ein Verschluss, eines Beutels zum Entnehmen einer Flüssigkeit aus dem Beutel oder zum Zuführen einer weiteren Substanz zu der Flüssigkeit in dem Beutel bereitgestellt. Die Durchstoßvorrichtung umfasst einen Schnapp verschluss zur Befestigung der Durchstoß Vorrichtung am Beutel. Durch die Befestigung der Durchstoß Vorrichtung am Port (Kunststoffelement) bzw. am Beutel wird beispielsweise ein unerwünschtes Herausziehen vor der Entnahme der Flüssigkeit in dem Beutel vermieden. Der Schnappverschluss an der Durchstoßvorrichtung kann ferner beispielsweise eine einfache und schnellere Handhabung beim Vermischen der Flüssigkeit im Inneren des Beutels mit einer weiteren, zugeführten Substanz gewährleisten. Der Schnappverschluss bildet zusammen mit dem Verschluss bzw. Port des Beutels eine sichere Einheit. Zudem kann der Schnappverschluss beispielsweise ebenso auch bei Ports unterschiedlicher Größe bzw. Gestalt angewendet
werden. Dies lässt beispielsweise die Verwendung von Beuteln unterschiedlicher Größe und mit unterschiedlichen Flüssigkeitsfüllungen zu.
[0009] Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung kann der Schnapp- verschluss zumindest einen ersten Klammerbügel umfassen. Der zumindest eine Klammerbügel kann beispielsweise elastisch ausgeführt werden, indem entweder elastisches Material verwendet wird und/oder der Klammerbügel hinsichtlich seiner geometrischen Eigenschaften bzw. seiner Struktur derart ausgebildet ist, dass eine gewisse Elastizität gegeben ist. Unter Elastizität wird hier beispielsweise auch geometrisch-nichtlineare Elastizi- tat verstanden. Hierbei sind die möglichen bzw. reversiblen Verformungen des zumindest einen Klammerbügels hinsichtlich seiner Abmessungen relativ groß, beispielsweise größer als 5%.
[00010] Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung kann der Schnapp- verschluss zumindest einen zweiten Klammerbügel umfassen. Ein zumindest zweiter Klammerbügel kann beispielsweise für eine verbesserte Befestigung der Durchstoßvorrichtung an dem Beutel sorgen. Alternativ kann, je nach Bedarf und Dimensionierung der Durchstoßvorrichtung und des Ports bzw. des Beutels, die Durchstoßvorrichtung gemäß vorliegender Erfindung auch über einen dritten und vierten Klammerbügel verfügen.
[00011] Nach einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung kann der zumindest erste Klammerbügel und/oder der zumindest zweite Klammerbügel ein erstes und/oder ein zweites Griffelement aufweisen. Das erste und/oder zweite Griffelement kann beispielsweise an den Außenflächen angeordnet sein, so dass die Handhabung der Durchstoßvor- richtung mit dem Beutel hinsichtlich Ergonomie verbessert ist. Das erste Griffelement und/oder das zweite Griffelement kann auch zum Aufmachen der Durchstoßvorrichtung bzw. des Beutels verwendet werden. Die Durchstoßvorrichtung ist dabei bereits in den Beutel durch den Verschluss bzw. Port eingeführt und es werden einzelne Abschnitte der Durchstoßvorrichtung zur Bildung einer Öffnung mittels des ersten und/oder zweiten Griffelements gegeneinander verdreht. Dieser Aspekt wird im jedoch Folgenden noch näher erläutert.
[00012] Nach einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung kann der zumindest erste Klammerbügel und/oder der zumindest zweite Klammerbügel hakenförmig ausgebildet ist. Mit anderen Worten kann der erste und/oder Klammerbügel L-förmig ausgebildet sein und im Sinne eines Arms von der Durchstoßvorrichtung weg nach Außen hin erstre- cken. Alternativ oder additiv dazu kann der zumindest erste Klammerbügel dem zumindest zweiten Klammerbügel gegenüberliegend an der Durchstoßvorrichtung angeordnet sein.
[00013] In Anbetracht eines weiteren Aspekts der vorliegenden Erfindung kann die Durchstoßvorrichtung einen Kontaktierabschnitt umfassen, wobei der Kontaktierabschnitt derart angeordnet ist, einen Behälter mit einer weiteren Substanz zu kontaktieren und/oder die weitere Substanz des Behälters mit der Flüssigkeit in dem Beutel zu verbinden. Der Behälter mit der weiteren Substanz kann beispielsweise ein Glasvial, d.h. eine kleine Glasflasche sein oder beispielsweise ein weiterer Beutel. Die weitere Substanz kann beispielsweise eine pulverartige Substanz oder eine weitere Flüssigkeit umfassen, die über die Durchstoßvorrichtung mit der Flüssigkeit desjenigen Beutels, an welchem die Durchstoßvorrichtung mittels des Schnappverschlusses befestigt ist, vermischt werden soll. Dadurch kann die Durchstoßvorrichtung zusammen mit dem Beutel, an welchem die Durchstoßvorrichtung befestigt ist, beispielsweise bei Infusionen verwendet werden.
[00014] In einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung kann die Durchstoß Vorrichtung einen Beutelabschnitt umfassen. Der Beutelabschnitt ist derart angeordnet, durch den Port des Beutels in den Beutel gesteckt zu werden. Nach dem Hineinstecken bzw. Einführen des Beutelabschnitts der Durchstoßvorrichtung in den Beutel kann die Durchstoßvorrichtung sicher mittels des Schnappverschlusses am Port des Beutels befestigt werden. Die funktionelle Trennung der Durchstoßvorrichtung in einen Kontaktierabschnitt und einen Beutelabschnitt, wobei diese Abschnitte hinsichtlich ihrer Struktur unterschiedlich ausgeführt sind, führt beispielsweise zu keinerlei Fehlern in der Handhabung der Durchstoßvorrichtung, wenn bei Anwendung der Durchstoßvorrichtung beispielsweise für medizinisches Personal Eile geboten ist.
[00015] Sowohl der Beutelabschnitt als auch der Kontaktierabschnitt der Durchstoß Vorrichtung können vor dem Einsatz der Durchstoßvorrichtung mit Schutzkappen versehen bzw. abgedeckt sein.
[00016] Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung kann der Beutelabschnitt einen Beuteldurchstoßabschnitt und einen Beutelzuführ-/Beutelentnahmeabschnitt umfassen. Damit ist beispielsweise noch eine weitere Unterteilung struktureller und funktioneller Art gegeben. Der Beuteldurchstoßabschnitt kann zum Öffnen des Beutels am Port und Einführen der Durchstoßvorrichtung in den Beutel durch die Struktur des Ports ausge- bildet sein. Der Beutelzuführ-/Beutelentnahmeabschnitt des Beutelabschnitts der Durchstoßvorrichtung kann zum Entnehmen der Flüssigkeit aus dem Beutel ausgebildet sein. Der Beutelzuführ-/Beutelentnahmeabschnitt kann jedoch auch alternativ zum Zuführen einer weiteren Substanz zu der Flüssigkeit im Inneren des Beutels dienen. Es kann dann eine Vermischung der Flüssigkeit in dem Beutel mit der zugeführten weiteren Substanz statt- finden. Durch die Trennung des Beutelabschnitts in zumindest zwei Funktionsträger bzw. Funktionsabschnitte, wie beschrieben, kann vor allem eine definierte Handhabung der Durchstoßvorrichtung erreicht werden. Ferner kann die Durchstoßvorrichtung bereits in den Beutel eingeführt sein ohne dass die Flüssigkeit aus dem Beutel austritt. Im Falle einer medizinischen Anwendung bei Infusionen können somit Beutel und Durchstoßvorrichtung bereits im Vorfeld einer Behandlung vorbereitet werden.
[00017] Nach einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung kann sich zwischen dem Beuteldurchstoßabschnitt und dem Beutelzuführ-/Beutelentnahmeabschnitt eine Sollbruchstelle befinden. Der Beuteldurchstoßabschnitt kann daher als abtrennbar gestaltet sein. Alternativ kann der Beuteldurchstoßabschnitt nur zumindest teilweise von dem Beu- telzuführ-/Beutelentnahmeabschnitt trennbar sein. Der Beuteldurchstoßabschnitt verbleibt nach seiner vollständigen Abtrennung oder nur teilweisen Trennung vom Beutelzuführ- /Beutelentnahmeabschnitt an der Sollbruchstelle in jedem Fall im Inneren des Beutels.
[00018] Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung kann ein Kontaktie- rabschnittsende des Kontaktierabschnitts und/oder ein Beutelabschnittsende des Beutelabschnitts bzw. des Beuteldurchstoßabschnitts pfeilartig ausgebildet sein. Alternativ kann das
Kontaktierabschnittsende und/oder das Beutelabschnittsende widerhakenartig ausgebildet sein. Dadurch kann beispielsweise ein schnelles und einfaches Öffnen des Beutels über das Kunststoffelement mittels Einstechen bzw. Durchstechen des Beutelabschnittendes durch das Kunststoffelement erreicht werden. Ferner wird, nachdem die Durchstoßvorrichtung durch das Kunststoffelement bzw. den Port in das Innere des Beutels eingeführt wurde, die Möglichkeit des Herausziehens der Durchstoßvorrichtung aus dem Beutel zusätzlich zur Befestigung der Durchstoßvorrichtung an dem Beutel mittels des Schnappverschlusses vermieden.
[00019] Nach einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung kann die Durchstoßvorrichtung zumindest abschnittsweise einen Kanal, beispielsweise eine Bohrung aufweisen. Der Kanal kann die Flüssigkeit im Inneren des Beutels nach Außen führen oder eine weitere Substanz, wie im Folgenden näher beschrieben, zum Vermischen mit der Flüssigkeit in den Beutel führen. Der Kanal bzw. die Bohrung kann dabei als Durchgangsbohrung im Inneren der Durchstoßvorrichtung ausgeführt sein. Sowohl der Beutelzuführ- /Beutelentnahmeabschnitt als auch der Kontaktierabschnitt kann den Kanal aufweisen. Alternativ kann, wie bereits angedeutet, ein in dem Kontaktierabschnitt und dem Beutelabschnitt entsprechend ausgebildeter Kanal dazu dienen, eine pulverartige Substanz oder weitere Flüssigkeit mit der Flüssigkeit in dem Beutel zu verbinden bzw. zusammen zu bringen und zu vermischen. Die pulverartige Substanz oder weitere Flüssigkeit befindet sich in solch einem Fall in einem Behälter, der mit dem Kontaktierabschnitt der Durchstoßvorrichtung kontaktiert bzw. verbunden ist. Der Behälter kann beispielsweise, wie bereits beschrieben, eine Glasflasche oder ein weiterer Beutel sein.
[00020] Nach einem weiteren Gesichtspunkt bei der vorliegenden Erfindung kann der Kanal, welcher beispielsweise als Bohrung ausgeführt ist, bezüglich einer Längsachse und/oder einer Symmetrieachse der Durchstoßvorrichtung versetzt sein. Dadurch kann beispielsweise erreicht werden, dass das Kontaktierabschnittsende mit einer Spitze ausgebildet ist.
[00021] Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung kann die Durchstoßvorrichtung im Wesentlichen, d.h. bezüglich wesentlicher Teile und Abschnitte aus Kunst-
stoff mittels Druckguss, Spritzguss, etc. hergestellt sein. Dadurch ist zum Beispiel eine einfache und kostengünstige Herstellung gewährleistet. Alternativ können einzelne Abschnitte der Durchstoßvorrichtung auch Metallstrukturen aufweisen. Beispielsweise können der Schnappverschluss, das Beutelabschnittsende und/oder das Kontaktierabschnitt- sende mit einem Metallblech bzw. einer integrierten Metallschicht ausgebildet sein.
[00022] Nach einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung ist ein Beutel mit einem Port (Verschluss) und einer Durchstoßvorrichtung zum Entnehmen einer Flüssigkeit aus dem Beutel vorgesehen. Die Durchstoßvorrichtung kann dabei Eigenschaften und Merkmale aufweisen, die wie oben beschrieben sind.
[00023] Bei der vorliegenden Erfindung ist ferner auch ein Verfahren zum Entnehmen einer Flüssigkeit aus einem Beutel oder Zuführen einer weiteren Substanz, beispielsweise eines Pulvers oder einer weiteren Flüssigkeit, in den Beutel mittels einer Durchstoßvorrich- tung vorgesehen. Die Durchstoßvorrichtung kann dabei die oben beschriebenen Merkmale und Eigenschaften aufweisen. Das Verfahren umfasst, neben weiteren nicht näher beschriebenen Verfahrensabschnitten, Anbringen eines Beutelabschnittendes eines Beutelabschnitts bzw. eines Beuteldurchstoßabschnitts der Durchstoßvorrichtung an einen Port des Beutels; Öffnen des Ports mittels des Beutelabschnittendes und Einführen des Beute- labschnittendes durch den Port in den Beutel sowie Aufmachen des Beutelabschnitts der Durchstoßvorrichtung und Bilden einer Beutelentnahmeabschnittsöffnung. Öffnen des Ports mittels des Beutelabschnittendes kann dabei beispielsweise ein Durchstechen, Durchstoßen oder Einstechen des Beutelabschnittendes in ein Siegel am Port umfassen. Das Siegel kann dabei aus einem Gummimaterial bestehen und/oder integraler Bestandteil des Ports sein.
[00024] Gemäß einem weiteren Aspekt kann Aufmachen des Beutelabschnitts der Durchstoßvorrichtung beispielsweise ein Abtrennen oder zumindest teilweises Trennen bzw. Abtrennen eine s B eute l durchstoß abschnitts von einem Beutelzuführ- /Beutelentnahmeabschnitt an einer Sollbruchstelle umfassen. Das Abtrennen oder zumindest teilweise Trennen kann ein Verdrehen und/oder Knicken des Beuteldurchstoßabschnitts gegenüber dem Beutelzuführ-/Beutelentnahmeabschnitt der Durchstoßvorrichtung
beinhalten. Das Verdrehen kann beispielsweise mittels dem ersten Griffelement und/oder dem zweiten Griffelement bewerkstelligt werden. Ferner kann dann ein Entnehmen oder Zuführen der Flüssigkeit aus oder in dem Beutel über die gebildete Beutelzuführ- /Beutelentnahmeabschnittsöffhung vorgesehen sein. Es ist jedoch zu Beachten, dass nach dem Öffnen und Einführen der Durchstoßvorrichtung in den Beutel für die Flüssigkeit in dem Beutel vor dem Aufmachen noch keinerlei Möglichkeit besteht, aus dem Beutel nach außen zu gelangen oder das von außen eine Substanz, beispielsweise ein Pulver oder eine weitere Flüssigkeit, noch nicht in den Beutel über die Durchstoßvorrichtung gelangen kann, wenn die Durchstoß Vorrichtung noch nicht aufgemacht worden ist.
[00025] Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung kann alternativ zu dem Entnehmen der Flüssigkeit aus dem Beutel mittels der Durchstoßvorrichtung ein Anbringen eines Behälters an ein Kontaktierabschnittsende eines Kontaktierabschnitts der Durchstoßvorrichtung und ein Verbinden des Behälters mit der Durchstoßvorrichtung bzw. dem Beutel über den Kontaktierabschnitt vorgesehen sein. Der Behälter kann eine weitere Substanz, wie beispielsweise ein Pulver oder eine weitere Flüssigkeit, beinhalten. Das Pulver oder die weitere Flüssigkeit kann sodann, nach dem Aufmachen der Durchstoßvorrichtung wie oben beschrieben, in das Innere des Beutels mit der Flüssigkeit gelangen und mit dieser vermischt werden. Dies ist vor allem beispielsweise im medizinischen Bereich, ins- besondere beim Durchführen und Verabreichen von Infusionen von Relevanz.
[00026] Gemäß eines weiteren Aspekts der vorliegenden Erfindung kann das Aufmachen des Beutelabschnitts ein Verdrehen des Beuteldurchstoßabschnitts zumindest gegenüber dem Beutelzuführ-/Beutelentnahmeabschnitt der Durchstoßvorrichtung umfassen.
[00027] Durch die Erfindung wird eine Durchstoßvorrichtung für einen Beutel sowie ein Verfahren zum Entnehmen einer Flüssigkeit aus dem Beutel oder Zuführen einer Substanz zu der Flüssigkeit in dem Beutel bereitgestellt, welches die obig beschriebenen Defizite aus dem Stand der Technik vermeidet.
[00028] Es ist ferner selbstverständlich, dass die oben genannten offenbarten Merkmale zur Erzielung weiterer Gestaltungen des erfindungsgemäßen Beutels beliebig miteinander kombiniert werden können.
[00029] Weitere Eigenschaften und Merkmale der Erfindung ergeben sich unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren aus der folgenden detaillierten Beschreibung von Beispielen der Erfindung. Diese sind rein beispielhaft und in keinster Weise ein- bzw. beschränkend zu verstehen. Die detaillierte Beschreibung dient lediglich dazu, dem Fachmann eine Lehre zum Nacharbeiten der vorliegenden Erfindung bereitzustellen.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
Fig. 1 ist eine schematische Darstellung eines Beispiels der erfmdungsgemäßen Durchstoßvorrichtung in einer Draufsicht (unten dargestellt in Figur 1), Vorderansicht (mittig dargestellt in Figur 1) und einer Unteransicht (oben dargestellt in Figur 1);
Fig. 2 ist eine schematische Darstellung der Durchstoßvorrichtung aus Figur 1 in einer
Seitenansicht;
Fig. 3 ist eine schematische Darstellung der Durchstoßvorrichtung aus den Figuren 1 bzw.
2 in einer Seitenquerschnittsansicht; Fig. 4 ist eine schematische Darstellung des Äußeren Teils des Beuteldurchstoßabschnitts, wie in Figur 2 gezeigt, in einer vergrößerten Seitenansicht;
Fig. 5 ist eine schematische Darstellung des äußeren Teils des Kontaktierabschnitts, wie in Figur 2 gezeigt, in einer vergrößerten Seitenansicht; Fig. 6 ist eine schematische Darstellung der Sollbruchstelle zwischen dem Beutelzuführ- /Beutelentnahmeabschnitt und dem Beuteldurchstoßabschnitt, wie in Figur 3 gezeigt, in einer vergrößerten Seitenquerschnittsansicht;
Fig. 7 ist eine schematische Darstellung der Durchstoßvorrichtung mit einem Port in einer Vorderansicht, wobei bei die Durchstoßvorrichtung an dem Port mittels des Schnappverschlusses befestigt ist.
Detaillierte Beschreibung
[00030] Im Folgenden wird nun ein Beispiel der Durchstoß Vorrichtung 100 anhand der Darstellungen der Durchstoßvorrichtung 100 in Figur 1 beschrieben. Die Durchstoßvorrichtung 100 ist in einer Draufsicht, einer Seitenansicht und einer Unteransicht dargestellt. Die Durchstoßvorrichtung 100 weist entlang ihrer Längsachse X-X abschnittsweise eine zylindrische Gestalt auf. Die Lage der Längsachse X-X ist dabei durch die spitzen Enden der Durchstoßvorrichtung 100 definiert, welche im Folgenden noch näher beschrieben werden. Aus der Seitenansicht (mittig in Figur 1 dargestellt) ist ferner zu entnehmen, dass die Durchstoß Vorrichtung 100 einen Beutelabschnitt 20 und einen Kontaktierabschnitt 30 umfasst. Zur Befestigung der Durchstoßvorrichtung 100 an einem Beutel (nicht in Figur 1 dargestellt), umfasst die Durchstoßvorrichtung 100 des Weiteren einen Schnappverschluss 10.
[00031] Der Schnappverschluss 10 weist einen ersten Klammerbügel 11 und einen zweiten Klammerbügel 12 auf. Der erste Klammerbügel 11 und der zweite Klammerbügel 12 ist zwischen dem Beutelabschnitt 20 und dem Kontaktierabschnitt 30 an der Durchstoßvorrichtung 100 integral mit der Durchstoßvorrichtung 100 ausgebildet. Alternativ kann der Beutelabschnitt 20 zusammen mit dem Kontaktierabschnitt 30 und dem Schnappverschluss 10 auch form- und/oder reibschlüssig verbunden sein (beispielsweise durch Verschrauben oder Verpressen des Beutelabschnitts 20 mit dem Kontaktierabschnitt 30 und dem Schnappverschluss 10).
[00032] Sowohl der erste Klammerbügel 11 als auch der zweite Klammerbügel 12 des Schnapp verschlusses 10 haben eine L-förmige, d.h. abgewinkelte Gestalt und ragen von der Längsachse X-X der Durchstoßvorrichtung 100 wie ausgestreckte, abgewinkelte Arme weg. Bezüglich der Längsachse X-X liegt der erste Klammerbügel 11 dem zweiten Klammerbügel 12 in einer Ebene spiegelbildlich gegenüber. Die Durchstoßvorrichtung 100 weist somit bezüglich einer Ebene eine symmetrische Gestalt auf.
[00033] Das freie erste Ende 11.1 des ersten Klammerbügels 11 und das freie zweite En- de 12.1 des zweiten Klammerbügels 12 im Bereich des Beutelabschnitts 20 ist hakenförmig mit einem entsprechenden Einrastvorsprung ausgebildet. Mit anderen Worten befindet sich an diesen Stellen 11.1 und 12.1 ein Absatz. Zusammen mit der L-förmigen Gestalt des
ersten Klammerbügels 11 und des zweiten Klammerbügels 12 ist ein Schnappverschluss 10 an der Durchstoßvorrichtung 100 realisiert, welcher mit einem entsprechend ausgebildeten Verschluss (Kunststoffelement) bzw. Port 200 eines Beutels (nicht in Figur 1 gezeigt) nach dem Einführen der Durchstoßvorrichtung 100 in den Beutel einrastet, so dass eine sichere Befestigung der Durchstoß Vorrichtung 100 an dem Beutel (nicht in Figur 1 gezeigt) gegeben ist.
[00034] Zum besseren bzw. manuell einfacheren Einführen der Durchstoßvorrichtung 100 durch den Port 200 (siehe Figur 7) in das Innere des Beutels und Aufmachen des Beu- tels (nicht in Figur 1 gezeigt) weist der erste Klammerbügel 11 ein erstes Griffelement 13 und der zweite Klammerbügel 12 ein zweites Griffelement 14 in Gestalt eines nach außen gerichteten, flachen Abschnitts auf, welcher an seinen Ecken und Kanten abgerundet ist.
[00035] Mit anderen Worten wird bei Anwendung der Durchstoß Vorrichtung 100 die Durchstoßvorrichtung 100 bzw. der Beutelabschnitt 20 der Durchstoßvorrichtung 100 vorzugsweise durch eine lineare, nicht-rotatorische Bewegung durch den Port 200 (siehe Figur 7) in das Innere des Beutels geführt. Das Aufmachen des Beutels und somit der Durchstoßvorrichtung 100 geschieht durch Bildung einer Öffnung an einer Sollbruchstelle 23 am Beutelabschnitt 20 vorzugsweise mittels Verdrehens eines Beuteldurchstoßabschnitts 21 des Beutelabschnitts 20 gegenüber den übrigen Abschnitten der Durchstoßvorrichtung 100 unter Zuhilfenahme des ersten Griffelements 13 und des zweiten Griffelements 14. Der Beuteldurchstoßabschnitt 21 im Inneren des Beutels wird dabei entweder von dem Port 200 und/oder manuell von außen festgehalten. Dieser Aspekt wird jedoch im Folgenden noch eingehender beschrieben.
[00036] Der Beutelabschnitt 20 ist derjenige Abschnitt der Durchstoßvorrichtung 100, welcher derart angeordnet ist, dass er sich nach dem Öffnen des Beutels am Port 200 (siehe Figur 7) und dem Einführen der Durchstoßvorrichtung 100 in den Beutel im Inneren des Beutels befindet (nicht in Figur 1 dargestellt). Der Beutelabschnitt 20 kann, wie bereits angedeutet, ferner unterteilt werden in einen Beuteldurchstoßabschnitt 21 und einen Beutelentnahmeabschnitt 22. Beim Übergang vom Beuteldurchstoß abschnitt 21 auf den Beu- telzuführ-/Beutelentnahmeabschnitt 22 befindet sich eine Sollbruchstelle 23, welche
zugleich eine Beutelzuführ-ZBeutelentnahmeabschnittsöffhung 23 beinhaltet. Die Sollbruchstelle 23 stellt einen Bereich mit einer Querschnitts- und eine Materialverjüngung dar. Dieser Aspekt wird im Rahmen der noch folgenden detaillierten Beschreibung noch eingehender erläutert.
[00037] Sowohl der Beuteldurchstoßabschnitt 21 als auch der Beutelzuführ- /Beutelentnahmeabschnitt 22 der Durchstoßvorrichtung 100 weisen eine im Wesentlichen zylindrische Gestalt auf. Mit anderen Worten ist der Querschnitt des Beuteldurchstoßabschnitts 21 als auch des Beute lzuführ-/Beutelentnahmeabschnitts 22 bezüglich einer Ebene, die die Längsachse X-X senkrecht schneidet, im Wesentlichen kreisrund ausgebildet. Alternativ wäre auch eine ovale, d.h. elliptische oder mehreckige Querschnittsfläche denkbar.
[00038] Der Beutelabschnitt 20 bzw. der Beuteldurchstoßabschnitt 21 umfasst an seinem äußeren Ende ein Beutelabschnittsende 29 bzw. Beuteldurchstoßabschnittsende 29. Das Beutelabschnittsende 29 ist in dem in Figur 1 gezeigten Beispiel der erfindungsgemäßen Durchstoßvorrichtung 100 pfeilartig bzw. widerhakenartig ausgebildet. Das Beutelabschnittsende 29 umfasst eine scharfe Beuteldurchstoßspitze 29.1 und um den Umfang herum abschnittsweise angeordnete, nach außen ragende Vorsprünge 29.2. Mit anderen Worten ist der Beutelabschnitt 20 derart angeordnet und/oder ausgebildet, durch den Port 200 (siehe Figur 7) des Beutels in den Beutel (nicht in Figur 1 dargestellt) gesteckt zu werden.
[00039] Der Kontaktierabschnitt 30 umfasst, ebenso wie der Beutelabschnitt 20 bzw. der Beuteldurchstoßabschnitt 21, ein Kontaktierabschnittsende 39. Das Kontaktierabschnitt- sende 39 ist pfeilartig bzw. widerhakenartig ausgebildet und umfasst daher eine scharfe Kontaktier durchstoß spitze 39.1 und um den Umfang herum abschnittsweise angeordnete, nach außen ragende Vorsprünge 39.2. Das Kontaktierabschnittsende 39 hat in dem in Figur 1 gezeigten Beispiel eine Gestalt, welche abschnittsweise ähnlich zu einem Kegel ist. Mit anderen Worten ist der Kontaktierabschnitt 30 derart angeordnet und/oder ausgebildet, einen Behälter (nicht in den Figuren 1 bis 7 dargestellt) mit einer weiteren Substanz zu kontaktieren und/oder die weitere Substanz in dem Behälter mit der Flüssigkeit in dem Beutel zu verbinden bzw. zusammen zu bringen. Der Behälter kann dazu einen Behälter-
port bzw. Behälterverschluss beliebiger Gestalt aufweisen. Die stoffliche Verbindung des Beutels mit dem Behälter über die Durchstoßvorrichtung 100 geschieht dabei über einen Kanal bzw. eine Bohrung 40, welche im Folgenden noch näher beschrieben wird.
[00040] Der Behälter mit der weiteren Substanz kann beispielsweise ein Glasvial, d.h. eine kleine Glasflasche sein oder beispielsweise ein weiterer Beutel. Die weitere Substanz in dem Behälter kann beispielsweise eine pulverartige Substanz oder eine weitere Flüssigkeit umfassen, die über die Durchstoßvorrichtung 100 mit der Flüssigkeit desjenigen Beutels, an welchem die Durchstoßvorrichtung 100 mittels des Schnappverschlusses 10 befes- tigt ist, vermischt werden soll. Dadurch kann die Durchstoß Vorrichtung 100 zusammen mit dem Beutel, an welchem die Durchstoßvorrichtung 100 befestigt ist, beispielsweise bei Infusionen optimal verwendet werden.
[00041] Aus der Draufsicht der Durchstoßvorrichtung 100 (unten in Figur 1 dargestellt) kann entnommen werden, dass sich am Kontaktierabschnittsende 39 eine Bohrung 40 befindet. Die Bohrung 40 ist dabei zur Längsachse X-X versetzt angeordnet bzw. ausgebildet und kann sich in Richtung der Durchstoßvorrichtung 10, entlang der Längsachse X-X zumindest abschnittsweise erstrecken. Die Bohrung 40 bildet einen Kanal zum Entnehmen einer Flüssigkeit aus dem Beutel oder zum Zuführen einer weiteren Substanz zu einer Flüssigkeit in dem Beutel.
[00042] In Figur 2 ist die in Figur 1 gezeigte Durchstoß einrichtung 100 in einer weiteren Seitenansicht schematisch dargestellt. Aus Figur 2 kann insbesondere entnommen werden, dass das Beutelabschnittsende 29 nicht rotationssymmetrisch ausgebildet ist. Eine kegel- förmige bzw. kegelartige Struktur verläuft beim Beutelabschnittsende 29 nur bis zur Hälfte des Umfangs. Mit anderen Worten ist das Beutelabschnittsende 29 zur Beuteldurchstoß- spitze 29.1 hin in einem Bereich abgeflacht, während das Kontaktierabschnittsende 39 in Richtung der Längsachse X-X der Durchstoßvorrichtung 100 im Wesentlichen rotationssymmetrisch ausgebildet ist.
[00043] Figur 3 zeigt in einer schematischen Darstellung die Durchstoß Vorrichtung 100 aus den Figuren 1 bzw. 2 in einer Seitenquerschnittsansicht. Wie daraus zu entnehmen ist,
verläuft die Bohrung 40 vom Kontaktierabschnitt 30 durchgehend bis in den Beutelzuführ- /Beutelentnahmeabschnitt 22 und endet an der Sollbruchstelle 23, an welche sich der Beuteldurchstoßabschnitt 21 anschließt. Zudem ist die Bohrung 40 bezüglich der Längsachse X-X versetzt, so dass, wie bereits beschrieben, eine spitze Kontaktier durchstoß spitze 39.1 realisiert werden kann.
[00044] Die Sollbruchstelle 23 ist ein Bereich mit einem sich örtlich verjüngenden Querschnitt und geringeren Wandstärken als an anderen Bereichen der Abschnitte 20 und 30. Die Sollbruchstelle 23 ist ein hinsichtlich der Position an der Durchstoßöffnung 100 defi- nierter Bereich, an welchem der Beuteldurchstoßabschnitt 22 mittels Verdrehens gegen die übrigen Abschnitte bzw. Bereiche der Durchstoßvorrichtung 100 zumindest teilweise oder ganz von der Durchstoßvorrichtung 100 getrennt werden kann. Der Beuteldurchstoßabschnitt 22 wird dabei erst nach dem Einführen der Durchstoßvorrichtung 100 in den Beutel und dem Befestigen der Durchstoßvorrichtung 100 an dem Beutel bzw. dem Port 200 (sie- h e F i g u r 7 ) m ittels des Schnappverschlusses von dem Beutelzuführ- /Beutelentnahmeabschnitt abgetrennt oder zumindest teilweise getrennt (aufgemacht). Die Sollbruchstelle 23 bildet sodann eine Beutelzuführ-/Beutelentnahmeabschnittsöffnung 23. Die Flüssigkeit im Inneren des Beutels kann anschließend über die Beutelzuführ- /Beutelentnahmeabschnittsöffnung 23 und damit verbundene Bohrung 40 aus dem Beutel entnommen werden. Der Beutel ist nach dem Öffnen und Einführen der Durchstoßvorrichtung 100 somit noch als geschlossen zu betrachten, da vor dem Aufmachen, d.h. Abtrennen und teilweisem Trennen des Beutel durchstoß abschnitts 21 vom Beutelzuführ- /Beutelentnahmeabschnitt 21 noch keine Flüssigkeit aus dem Beutel heraus fließen kann.
[00045] Der Beuteldurchstoßabschnitt 21 bleibt häufig in dem Port 200 (siehe Figur 7) „hängend" und fällt nicht in den Beutel hinein.
[00046] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung kann die Sollbruchstelle 23 durch Knicken aufgemacht werden.
[00047] Bei der entsprechenden Ausgestaltung des Beutels bzw. des Ports 200 (siehe Figur 7) ist der Beutelzuführ-/Beutelentnahmeabschnitt 22 der Durchstoßvorrichtung 100
zumindest abschnittsweise in Richtung der Längsachse X-X von den Innenflächen des Ports 200 aufgenommen (nicht in Figur 3 dargestellt). Die seitlichen und unteren Außenflächen des Ports 200 (nicht in Figur 3 dargestellt) werden dabei von dem ersten Klammerbügel 11 und dem zweiten Klammerbügel 12 zur Ausbildung einer sicheren und haltbaren Befestigung umfasst. Der Port 200 (siehe Figur 7) kann dabei abschnittsweise eine zwei- stufϊg-teleskopzylinderartige Gestalt haben. Der erste Zylinder bzw. zylindrische Abschnitt mit dem kleineren Durchmesser ragt direkt aus dem Beutel bis zu einem gewissen Abstand. Ein zweiter Zylinder bzw. zylindrischer Bereich mit größerem Durchmesser schließt sich an dem ersten Zylinder an und ist dabei so dimensioniert, dass er von dem Schnapp- verschluss 10 mittels Einrastens aufgenommen werden kann. Dadurch lässt sich die Durchstoßvorrichtung 100 fest an dem Port 200 bzw. Beutel fixieren. Dieser Aspekt wird im Folgenden noch näher anhand von Figur 7 erläutert.
[00048] In Figur 4 ist in einer schematischen Darstellung der äußere Teil des Beutel- durchstoß abschnitts 21, wie in Figur 2 gezeigt, in einer vergrößerten Seitenansicht dargestellt. Wie bereits erläutert, ist das Beutelabschnittsende 29 bzw. das Beuteldurchsto- ß ab Schnitts ende 29 mit der Beuteldurchstoßspitze 29.1 nicht symmetrisch ausgebildet, sondern bis zu einem gewissen Bereich, d.h. Tiefe in Richtung der Längsachse X-X abgeflacht.
[00049] In Figur 5 ist eine schematische Darstellung des äußeren Teils des Kontaktierabschnitts, wie in Figur 2 gezeigt, in einer vergrößerten Seitenansicht dargestellt. Das Kon- taktierabschnittsende 39 weist eine Kontaktier durchstoß spitze 39.1 auf und ist von kegelförmiger Gestalt. Um den Umfang herum befinden sind entlang der Längsachse X-X zu- mindest abschnittsweise Vorsprünge, die als Widerhaken fungieren können.
[00050] Figur 6 ist eine schematische Darstellung der Sollbruchstelle 23 bzw. Beutelzu- führ-/Beutelentnahmeabschnittsöffhung 23 zwischen dem Beutelzuführ- /Beutelentnahmeabschnitt 22 und dem Beuteldurchstoßabschnitt 21, wie in Figur 3 gezeigt, in einer vergrößerten Seitenquerschnittsansicht. Die Bohrung 40 ragt hierbei in Richtung der Längsachse X-X über die Sollbruchstelle 23 bis zu einem bestimmten Abschnitt bzw. einer bestimmten Länge in den Beuteldurchstoßabschnitt 21.
[00051] Wie in Figur 7 gezeigt, ist die Durchstoßvorrichtung 100 zusammen mit einem Port 200 in einer Vorderansicht schematisch dargestellt. Der obere, im Wesentlichen zylindrisch ausgebildete Kopfbereich 210 des Ports 200 wird dabei von dem ersten Klam- merbügel 11 und dem zweiten Klammerbügel 12 des Schnappverschlusses 10 abschnittsweise umfasst. Der Port 200 ist ferner mit Abschnitten eines Beutels (nicht in den Figuren 1 bis 7 dargestellt) verbunden, welcher eine Flüssigkeit beinhaltet.
[00052] Mit anderen Worten ist die Höhe H210 des oberen zylindrischen Kopfbereichs 210 des Ports 200 entsprechend dimensioniert, so dass nach dem Einführen der Durchstoßvorrichtung 100 durch den Port 200 in Richtung der Portlängsachse Y-Y die Kopffläche 211 des Kopfbereichs 210 und die Bodenfläche 212 des Kopfbereichs 210 von dem ersten Klammerbügel 1 1 und dem zweiten Klammerbügel 12 umfasst wird. Dadurch ist die Durchstoß Vorrichtung 100 sicher an dem Port 200 befestigt und ein ungewolltes Bewegen der Durchstoßvorrichtung 100 gegenüber dem Port 200 wird vermieden.
[00053] Bei einem erfindungsgemäßen Verfahren zum Entnehmen einer Flüssigkeit aus einem Beutel mittels einer Durchstoßvorrichtung 100 oder zum Zuführen einer weiteren Substanz, wie beispielsweise ein Pulver oder eine weitere Flüssigkeit, zu der Flüssigkeit in dem Beutel sind unter anderem (neben weiteren nicht beschriebenen Verfahrensabschnit- ten) folgende Verfahrensabschnitte vorgesehen: Anbringen eines Beutelabschnittendes 29 eines Beutelabschnitts 20 der Durchstoßvorrichtung 100 an einen Port 200 des Beutels (nicht in den Figuren 1 bis 6 gezeigt); Öffnen des Ports 200 mittels des Beutelabschnittendes 29; Einführen des Beutelabschnittendes 29 durch den Port 200 in den Beutel; und Aufmachen des Beutelabschnitts 20 der Durchstoßvorrichtung 100 und Bilden der Beutel- zuführ-/Beutelentnahmeabschnittsöffnung 23. Das Öffnen des Ports 200 kann dabei mittels Durchstechens, Durchstoßens oder Einstechens der Durchstoßvorrichtung 100 in den Port 200 geschehen. Es kann dabei beispielsweise zuerst die Wand eines Siegels des Ports 200 durchgestochen werden, so dann folgend eine an Übergängen bzw. Spalten (zwischen der Durchstoß Vorrichtung 100 und dem Port 200) anliegende und somit dichtende Membranwand aus elastischem Material. Aufmachen des Beutelabschnitts 21 umfasst dabei ein Abtrennen oder zumindest teilweises Auftrennen des Beuteldurchstoßabschnitts 21 von dem
Beutelzuführ-/Beutelentnahmeabschnitt 22 des Beutelabschnitts 20 der Durchstoßvorrichtung 100 an der Sollbruchstelle 23 vorzugsweise durch Verdrehen des Beuteldurchstoßabschnitts 21 mit Hilfe des ersten Griffelements 13 und des zweiten Griffelements 14. Durch diesen Vorgang wird nun an der Sollbruchstelle 23 eine Beutelzuführ- /Beutelentnahmeabschnittsöffnung 23 gebildet, durch die die Flüssigkeit aus dem Beutel entnommen werden kann oder die weitere Substanz der Flüssigkeit in dem Beutel zugeführt werden kann.
[00054] Das Verfahren kann ferner ein translatorisches Einführen der Durchstoßvorrich- tung 100 in den Beutel umfassen, bis das der Schnappverschluss 10 sich mit dem Port 200 des Beutels verriegelt bzw. diesen umfasst.
[00055] Zusätzlich kann ein weiterer Verfahrensabschnitt vorgesehen sein, der ein Anbringen eines Behälters (nicht in den Figuren 1 bis 7 gezeigt) an dem Kontaktierabschnitt- sende 39 des Kontaktierabschnitts 30 der Durchstoß Vorrichtung 100 und ein Verbinden des Behälters mit der Durchstoßvorrichtung 100 und dem Beutel über den Kontaktierabschnitt 30 umfasst.
[00056] Mit der obigen Offenbarung gemäß der vorliegenden Erfindung ist somit eine Durchstoßvorrichtung 100, sowie ein Beutel mit der Durchstoßvorrichtung 100 und ein Verfahren zum Entnehmen einer Flüssigkeit aus dem Beutel oder Zuführen einer weiteren Substanz zu der Flüssigkeit in dem Beutel mittels der Durchstoßvorrichtung 100 bereitgestellt, wobei die Durchstoßvorrichtung 100 auf eine schnelle und einfache Weise mittels Einrastens und/oder Verriegeins fest an dem Beutel befestigt werden kann und wobei die Entnahme der Flüssigkeit aus dem Beutel oder die Zuführung der weiteren Substanz zu der Flüssigkeit in den Beutel erst durch Aufmachen der Durchstoßvorrichtung 100 geschehen kann.