Beschreibung
Elektrische Maschine in hoher Schutzart mit verbesserter Läuferkühlung
Die vorliegende Erfindung betrifft eine elektrische Maschine
- wobei die elektrische Maschine einen Ständer und eine Läuferwelle aufweist,
- wobei die Läuferwelle relativ zum Ständer um eine Wellen- achse drehbar gelagert ist, so dass die Wellenachse eine
Axialrichtung, eine Radialrichtung und eine Tangentialrich- tung definiert,
- wobei auf der Läuferwelle ein Läufer angeordnet ist, der mit dem Ständer elektrisch zusammenwirkt, - wobei der Läufer mindestens einen axial durchgehenden Läuferaxialkanal aufweist,
- wobei der Ständer ein Ständerblechpaket aufweist, das sich in Axialrichtung gesehen über den Läufer erstreckt,
- wobei das Ständerblechpaket in einer zur Axialrichtung or- thogonalen Schnittebene gesehen den Läufer vollständig umgibt, so dass in der Schnittebene gesehen ein geschlossener Läuferinnenraum gebildet ist,
- wobei auf das Ständerblechpaket axial beidseitig jeweils eine Abdeckung aufgesetzt ist, - wobei mindestens eine der Abdeckungen eine Mittenausnehmung für den Durchtritt der Läuferwelle aufweist,
- wobei das Ständerblechpaket mindestens einen in Axialrichtung gesehen durchgehenden Ständeraxialkanal aufweist, der in der Schnittebene gesehen vollständig geschlossen ist.
Derartige elektrische Maschinen werden unter anderem in der Schutzart IP 55 angeboten. In dieser Ausgestaltung sind die elektrischen Maschinen in der Regel gehäuselos ausgebildet.
Durch die Ständeraxialkanäle fließt im Stand der Technik ein Kühlmedium, meistens Luft. Mittels des Kühlmediums wird der Ständer gekühlt.
Abwärme entsteht jedoch nicht nur im Ständer, sondern auch im Läufer. Im Stand der Technik ist es nicht möglich, den Läufer direkt zu kühlen. Die im Läufer entstehende Abwärme muss daher über den Luftspalt zwischen Ständer und Läufer sowie die Ständergeometrie abgeführt werden. Im Ergebnis kann die im
Läufer entstehende Abwärme daher nur in begrenztem Umfang abgeführt werden. Auf Grund dieses Umstands kann die elektrische Maschine gegenüber einer vergleichbaren elektrischen Maschine, bei welcher der Läufer direkt gekühlt wird, nur mit erheblich reduzierter Maschinenleistung betrieben werden. Die Reduktion in der Maschinenleistung beträgt bis zu 60%.
Im Stand der Technik wird die schlechte Kühlung oftmals in Kauf genommen, da keine Lösung bekannt ist, auf einfache Wei- se eine bessere Kühlung des Läufers zu realisieren, ohne die hohe Schutzart IP55 aufgeben zu müssen.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine elektrische Maschine der eingangs genannten Art derart auszu- gestalten, dass der Läufer auf einfache Weise besser gekühlt werden kann.
Die Aufgabe wird durch eine elektrische Maschine mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltun- gen der elektrischen Maschine sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche 2 bis 9.
Erfindungsgemäß ist vorgesehen, eine elektrische Maschine der eingangs genannten Art dadurch auszugestalten, - dass die Abdeckungen derart ausgebildet sind, dass sie im
Zusammenwirken mit dem Ständerblechpaket jeweils mindestens einen in Radialrichtung verlaufenden Radialkanal bilden,
- dass die Radialkanäle den mindestens einen Ständeraxialkanal strömungstechnisch mit dem Läuferinnenraum verbinden, im Übrigen aber geschlossen sind und
- dass zum Erzwingen einer Zwangskonvektion auf der Läuferwelle axial innerhalb der Abdeckungen mindestens ein als Lüfter wirkendes Element angeordnet ist.
Minimal kann es im Einzelfall ausreichen, dass ein einziger Ständeraxialkanal vorhanden ist. In der Regel sind jedoch mehrere Ständeraxialkanäle vorhanden. Insbesondere kann in dem üblichen Fall, dass das Ständerblechpaket in der Schnitt- ebene gesehen eine quadratische Außenkontur aufweist, in der Nähe jeder Ecke der quadratischen Außenkontur jeweils mindestens ein Ständeraxialkanal angeordnet sein. Die Ständeraxialkanäle können hierbei insbesondere auf den Diagonalen der quadratischen Außenkontur angeordnet sein.
Oftmals weist das Ständerblechpaket weitere, in Axialrichtung gesehen durchgehende Ständeraxialkanäle auf, die strömungstechnisch von dem Läuferinnenraum getrennt sind. Diese Ständeraxialkanäle können, falls sie vorhanden sind, zum Kühlen des Ständerblechpakets mit Außenluft (oder einem anderen Kühlmedium, beispielsweise Wasser) verwendet werden. Eine Zwangskonvektion ist möglich, aber nicht zwingend.
Wenn die weiteren Ständeraxialkanäle vorhanden sind, sind sie vorzugsweise nicht direkt auf den Diagonalen der quadratischen Außenkontur angeordnet.
In der Regel kapseln die Abdeckungen und das Ständerblechpaket den Läuferinnenraum in der Schutzart IP55 oder besser. In Einzelfällen ist jedoch auch eine geringere Schutzart möglich.
Es ist möglich, die Lagerung der Läuferwelle unabhängig von den Abdeckungen vorzunehmen. Vorzugsweise jedoch ist die Läu- ferwelle in den Abdeckungen gelagert.
Der Läufer kann nach Bedarf ausgebildet sein. Beispielsweise kann der Läufer ein Läuferblechpaket aufweisen, das seinerseits eine Läuferwicklung oder Permanentmagnete trägt.
Vorzugsweise ist das als Lüfter wirkende Element mit der Läuferwelle oder dem Läufer stoffschlüssig verbunden. Dadurch kann eine besonders stabile und im Dauerbetrieb zuverlässige
Verbindung erreicht werden. Beispielsweise kann das Element an den Läufer angegossen sein.
Weitere Vorteile und Einzelheiten ergeben sich aus der nach- folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit den Zeichnungen. Es zeigen in Prinzipdarstellung:
FIG 1 eine elektrische Maschine des Standes der
Technik im Längsschnitt, FIG 2 einen Querschnitt durch die elektrische Maschine von FIG 1 entlang einer Linie II-II in FIG 1,
FIG 3 eine erfindungsgemäße elektrische Maschine im
Längsschnitt, FIG 4 bis 7 verschiedene perspektivische Darstellungen einer Abdeckung für die elektrische Maschine von FIG 3 und
FIG 8 ein Detail von FIG 3 aus einer Richtung VIII-
VIII in FIG 3 gesehen.
Gemäß den FIG 1 und 2 weist eine elektrische Maschine einen
Ständer 1 auf. Der Ständer 1 trägt eine Ständerwicklung 2.
Die elektrische Maschine weist weiterhin eine Läuferwelle 3 auf. Die Läuferwelle 3 ist in Wellenlagern 4 gelagert. Auf
Grund der Lagerung in den Wellenlagern 4 ist die Läuferwelle 3 um eine Wellenachse 5 relativ zum Ständer 1 drehbar.
Die Wellenachse 5 definiert eine Axialrichtung, eine Radial- richtung und eine Tangentialrichtung. Der Begriff „axial" bedeutet hierbei eine Richtung parallel zur Wellenachse 5. Der Begriff „radial" bedeutet eine Richtung orthogonal zur Axialrichtung, und zwar auf die Wellenachse 5 zu bzw. von der Wellenachse 5 weg. Der Begriff „tangential" bezeichnet eine Richtung orthogonal zur Axialrichtung und orthogonal zur Radialrichtung, also in einem radialen Abstand von der Wellenachse 5 um die Wellenachse 5 herum.
Auf der Läuferwelle 3 ist ein Läufer 6 angeordnet. Der Läufer 6 wirkt mit dem Ständer 1 elektrisch zusammen. Beispielsweise kann der Läufer 6 ein Läuferblechpaket 7 aufweisen, das seinerseits eine Läuferwicklung 7a oder Permanentmagnete trägt. Die Permanentmagnete sind in den FIG 1 und 2 nicht dargestellt.
Der Läufer 6 weist mindestens einen Läuferaxialkanal 8 auf. Der Läuferaxialkanal 8 ist hierbei axial durchgehend. Gemäß FIG 2 sind sogar mehrere derartige Läuferaxialkanäle 8 vorhanden. Die Anzahl von Läuferaxialkanälen 8 kann nach Bedarf gewählt werden. Beispielsweise können acht derartiger Läuferaxialkanäle 8 vorhanden sein.
Der Ständer 1 weist ein Ständerblechpaket 10 auf. Das Ständerblechpaket 10 erstreckt sich in Axialrichtung gesehen über den gesamten Läufer 6, also insbesondere über das Läuferblechpaket 7. Die einzelnen Ständerbleche des Ständerblechpakets 10 weisen hierbei in der Regel - siehe FIG 2 - in einer zur Axialrichtung orthogonalen Schnittebene gesehen eine quadratische Außenkontur auf. Diese Ausgestaltung ist üblich, jedoch nicht zwingend erforderlich.
Gemäß FIG 2 umgibt das Ständerblechpaket 10 in der Schnitt- ebene gesehen den Läufer 6 vollständig. In der Schnittebene gesehen ergibt sich somit ein geschlossener Läuferinnenraum 11.
Das Ständerblechpaket 10 weist eine Vielzahl von Ständeraxi- alkanälen 12 auf. In Axialrichtung gesehen sind die Ständeraxialkanäle 12 durchgehend. In der Schnittebene gesehen sind sie vollständig geschlossen. Die Ständeraxialkanäle 12 werden im Betrieb der elektrischen Maschine von einem Kühlmedium - beispielsweise Kühlluft - durchströmt und kühlen so den Stän- der 1 der elektrischen Maschine.
Die elektrische Maschine der FIG 1 und 2 weist weiterhin in den Ecken der Außenkontur Befestigungsausnehmungen 13 auf.
Die Befestigungsausnehmungen 13 dienen der Aufnahme von Axialbolzen, mittels derer die einzelnen Bleche des Ständerblechpakets 10 miteinander verbunden werden. Die Axialbolzen sind in den FIG 1 und 2 nicht dargestellt.
Gemäß FIG 1 sind auf das Ständerblechpaket 10 weiterhin axial beidseitig Abdeckungen 14 aufgesetzt. Mindestens eine der Abdeckungen 14 weist eine Mittenausnehmung 15 auf, so dass die Läuferwelle 3 durch die Mittenausnehmung 15 durchtreten kann. Mittels der Abdeckungen 14 und des Ständerblechpakets 10 wird der Läuferinnenraum 11 hermetisch gekapselt. Die Kapselung entspricht in der Regel der Schutzart IP55 oder besser.
Gemäß FIG 1 sind die Wellenlager 4, in denen die Läuferwelle 3 gelagert ist, in den Abdeckungen 14 angeordnet. Die Läuferwelle 3 ist daher in den Abdeckungen 14 gelagert. Diese Ausgestaltung ist jedoch nicht zwingend.
Die erfindungsgemäße elektrische Maschine, die nachfolgend in Verbindung mit den FIG 3 bis 8 erläutert wird, ist vom Ansatz her ebenso aufgebaut, wie dies obenstehend für die elektrische Maschine des Standes der Technik erläutert wurde. Nachfolgend werden daher für die gleichen Elemente der erfindungsgemäßen elektrischen Maschine die gleichen Bezugszeichen verwendet. Lediglich für die Ständeraxialkanäle werden anstelle des Bezugszeichens 12 die Bezugszeichen 12' und 12" verwendet. Mit dem Bezugszeichen 12' werden hierbei erste Ständeraxialkanäle bezeichnet, mit dem Bezugszeichen 12" zweite Ständeraxialkanäle. Der Grund für diese Unterscheidung wird aus den nachfolgenden Ausführungen ersichtlich werden.
Gemäß den FIG 3 bis 8 sind die Abdeckungen 14 derart ausgebildet, dass sie im Zusammenwirken mit dem Ständerblechpaket 10 jeweils mindestens einen Radialkanal 16 bilden, der in Ra- dialrichtung verläuft. In dem üblichen Fall, dass das Ständerblechpaket 10 in der Schnittebene gesehen eine quadratische Außenkontur aufweist, verläuft vorzugsweise in Richtung jeder Ecke der quadratischen Außenkontur jeweils ein Radial-
kanal 16. Die Radialkanäle 16 verbinden die ersten Ständeraxialkanäle 12' strömungstechnisch mit dem Läuferinnenraum 11. Im Falle der quadratischen Außenkontur des Ständerblechpakets 10, in dem die Radialkanäle 16 in Richtung der Diago- nalen der quadratischen Außenkontur verlaufen, sind dementsprechend die ersten Ständeraxialkanäle 12' vorzugsweise in der Nähe der Ecken der quadratischen Außenkontur angeordnet, und zwar vorzugsweise auf den Diagonalen der quadratischen Außenkontur .
Jeder Radialkanal 16 verbindet mindestens einen der ersten Ständeraxialkanäle 12' strömungstechnisch mit dem Läuferinnenraum 11. Gemäß den FIG 5 bis 9 werden von jedem Radialkanal 16 sogar drei derartige Ständeraxialkanäle 12' überdeckt. Die überdeckten Ständeraxialkanäle 12' sind hierbei in Radialrichtung gesehen hintereinander angeordnet.
Die Schutzart, in welcher die Abdeckungen 14 den Läuferinnenraum 11 kapseln, soll erhalten bleiben. Die Radialkanäle 16 verbinden daher zwar die ersten Ständeraxialkanäle 12' strömungstechnisch mit dem Läuferinnenraum 11, sind aber im Übrigen geschlossen.
Auf Grund der bisher beschriebenen Ausgestaltung ist ein ge- schlossener Luftkreislauf möglich, der zunächst axial durch die Läuferaxialkanäle 8, sodann durch die Radialkanäle 16 der einen Abdeckung 14 nach radial außen, sodann axial durch die ersten Ständeraxialkanäle 12' und schließlich durch die Radialkanäle 16 der anderen Abdeckung 14 nach radial innen führt. Um diesen Luftkreislauf zu erzwingen, also eine Zwangskonvek- tion herbeizuführen, ist auf der Läuferwelle 3 axial innerhalb der Abdeckungen 14 mindestens ein als Lüfter wirkendes Element 17 angeordnet. In Ausnahmefällen können axial beidseits des Läuferblechpakets 7 derartige Elemente 17 angeord- net sein. Das Element 17 bzw. die Elemente 17 kann (können) hierbei insbesondere mit der Läuferwelle 3 Stoffschlüssig verbunden sein. Beispielsweise kann das Element 17 bzw. können die Elemente 17 an den Läufer 6 angegossen sein.
Im Betrieb der elektrischen Maschine, d.h. beim Rotieren der Läuferwelle 3 um ihre Wellenachse 5 wird auf Grund des Vorhandenseins des Elements 17 bzw. der Elemente 17 die obenstehend erläuterte Konvektion bewirkt. Der entsprechende Luft- ström ist in FIG 4 gestrichelt angedeutet.
Auf Grund der erfindungsgemäßen Ausgestaltung wird in erheblich besserer Weise als im Stand der Technik die im Läufer 6 entstehende Abwärme auf den Ständer 1 abgeführt. Von dort kann sie relativ leicht nach außen abgeführt werden. Auf
Grund der erfindungsgemäßen Ausgestaltung ist beispielsweise gegenüber einer vergleichbaren elektrischen Maschine des Standes der Technik eine Leistungssteigerung um 15 bis 20% möglich .
Die zweiten Ständeraxialkanäle 12" müssen bei der erfindungsgemäßen Ausgestaltung der elektrischen Maschine nicht zwangsweise vorhanden sein. Sie können jedoch vorhanden sein. Wenn sie vorhanden sind, sind sie strömungstechnisch vom Läuferin- nenraum 11 getrennt. Wie insbesondere aus FIG 8 ersichtlich ist, sind die weiteren Ständeraxialkanäle 12" in der Schnittebene gesehen vorzugsweise nicht direkt auf den Diagonalen der quadratischen Außenkontur angeordnet.
Gemäß FIG 8 sind die ersten Ständeraxialkanäle 12' in Radialrichtung gesehen hintereinander angeordnet. Demgegenüber sind die Ständeraxialkanäle 12 bei der elektrischen Maschine des Standes der Technik (siehe FIG 2) in mehreren konzentrischen Ringen angeordnet, wobei die Ständeraxialkanäle 12 von Ring zu Ring gegeneinander auf Lücke gesetzt sind. Dies ist jedoch nicht erfindungswesentlich.
Die obige Beschreibung dient ausschließlich der Erläuterung der vorliegenden Erfindung. Der Schutzumfang der vorliegenden Erfindung soll hingegen ausschließlich durch die beigefügten Ansprüche bestimmt sein.