Patientenverwaltungssystem mit intelligenter Schnittstelleneinrichtung zur Übertragung medizinischer Daten
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Patientenverwaltungssystem und -verfahren, sowie einer zugehörigen Schnittstelleneinrichtung zur verbesserten Kommunikation mit ei- ner Patientenverwaltungssoftware.
Hintergrund der Erfindung
In Krankenhäusern, Kliniken oder Arztpraxen kommen sogenannte Patientenverwaltungs- systemβ zum Einsatz, die auf einem Computer implementiert sind. Diese Patientenverwaltungssysteme dienen zur Erfassung personenbezogener Grund-Daten, wie Name, Vorna- me(n), Geburtsdatum, Geschlecht, Krankenkasse sowie einer eindeutigen Patientennummer. Des Weiteren können Anamnesen, Befunde, Diagnosen, Therapien und weitere Pro- zedere erfasst werden. Darüber hinaus ist es möglich, aus diesen Patientenverwaltungssystemen beispielsweise Rezepte und Überweisungen zu erzeugen und auszudrucken.
Zum Datenaustausch zwischen einem medizinischen Gerät, wie beispielsweise ein Rönt- gen- oder Ultraschallgerät, gibt es hierfür entworfene Datenschnittstellen. Anfänglich dienten physische Datenträger wie beispielsweise Disketten dazu, die Daten von einem Gerät zu einem anderen zu transportieren, diese wurden aber dann durch andere Kommunikationsmedien, wie beispielsweise kabelgebundene oder kabellose Kommunikation über Netzwerkverbindungen, verdrängt. Diese Datenschnittstellen basieren auf einem definierten Standard, wie beispielsweise dem ADT-, GDT-, BDT- oder HL7-Standard. Diese Schnittstellen sind bei der jeweiligen Endbenutzersoftware, d.h. bei dem jeweiligen Patientβnver- waltungssystβm-Programm, unterschiedlich implementiert, da nur wenige der Schnittstβl- lenparametβr verbindlich definiert sind (sogenannte Muss-Felder). So ist bei der GDT- Schnittstelle lediglich die Übergabe des Patientennamens, Vornamens, Geburtsdatum, Ge- schlecht, Krankenkasse und Patientennummer zwingend erforderlich. Darüber hinaus sind in der Regel noch sehr viele weitere optionale Felder definiert oder definierbar. Ein Beispiel für ein solches optionales Feld ist ein Feld für die Übergabe von Blutdruckwerten.
Da sich der jeweilige Programmierer bei dem Entwerfen und Programmieren eines Patientenverwaltungsprogramms in der Regel nur an die zwingend erforderlichen Muss-Fβlder hält und optionale Felder (sogenannte Kann-Felder) nach Belieben oder Notwendigkeit de-
finiert und auch wieder um-definiert, ist der Datenaustausch zwischen Patientenvβrwal- tungssystemen von unterschiedlichen Anbietern schwierig bis unmöglich.
Ein solches Patientenverwaltungssystem ist aus der DE 100 50 087 A1 bekannt. Auf einem Zentralrechner wird hier eine Datenbank bereitgestellt, auf dem bereits erfasste Daten gespeichert werden, darunter auch Daten, die durch medizinische Messgeräte gewonnen wurden. An diesen Zentralrechner angeschlossene Ärzte können diese Daten dann auf ihrem PC abrufen. Das Ziel der in diesem Dokument beschriebenen Technik liegt in der Verbesserung der Organisation und Kommunikation zwischen verstreut liegenden Arztpraxen.
Um die zuvor beschriebene Hürde beim Datenaustausch zu überwinden, gibt es bereits zahlreiche Kooperationen, die sich das Ziel gesetzt haben, eine einheitliche Definition der Schnittstelle zum direkten Datenaustausch zu erarbeiten. Aber die einheitliche Definition solch einer Schnittstelle ist mit der Schwierigkeit verbunden, dass, sobald sich die Struktur einer der Schnittstellen im Rahmen einer Aktualisierung ändert oder gar neu gestaltet wird, jegliche Änderungen übereinstimmend in allen Schnittstellen implementiert und auf Kompatibilität überprüft werden müssen. Dies hat den Nachteil, dass ein Großteil des Aufwandes nicht auf die Weiterentwicklung der Schnittstelle abzielen kann, sondern auf eine Prüfung und Sichβrstellung der Schnittstellen untereinander verwendet werden muss.
Übersicht über die Erfindung
Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, den Datenaustausch mit einem Patientenverwaltungssystem, insbesondere die Dateneingabe in ein solches Patieπtenverwaltungs- system, zu verbessern.
Diese Aufgabe wird durch die Gegenstände der unabhängige Ansprüche gelöst.
Bevorzugte Ausführungsformen werden in den abhängigen Ansprüchen beschrieben.
Ein erfindungsgemäßes Patientenverwaltungssystem umfasst ein Gerät, welches ein Pati- βntenverwaltungssystem-Programm ausführt, eine Datenquelle zum Bereitstellen von me- dizinischen Daten sowie eine Schnittstelleneinrichtung, die zwischen dem Gerät und der Datenquelle eingebunden ist und Daten von der Datenquelle empfängt, in Tastatur-Scan- Codes umwandelt, die für das Patientenverwaltungssystem-Programm spezifisch sind, und diese Tastatur-Scan-Codes an das Gerät ausgibt.
Eine erfindungsgemäße Schnittstelleneinrichtung ist eingerichtet, um zwischen einem Gerät, welches ein Patientenverwaltungssystem-Programm ausführt, und einer Datenquelle zum Bereitstellen medizinischer Daten eingebunden zu werden und empfängt die Daten von der Datenquelle, wandelt diese in Tastatur-Scan-Codes, die für das verwendetet Pati- entenverwaltungssystem-Programm spezifisch sind, um, und gibt diese Tastatur-Scan- Codes an das Gerät aus.
Ein erfindungsgemäßes Verfahren umfasst das Empfangen von medizinischen Daten von einer Datenquelle zum Bereitstellen medizinischer Daten, das Umwandeln der medizinischen Daten in Tastatur-Scan-Codes, die für das Patientenverwaltungssystem-Programm spezifisch sind und das Ausgeben der Tastatur-Scan-Codes an das Gerät.
Kurze Beschreibung der Figuren
Fig. 1 zeigt eine schematische Übersicht des Aufbaus der Datenschnittstelle.
Fig. 2 zeigt den schematischen Aufbau des erfindungsgemäßen Patientenverwaltungssystems.
Fig. 3A und 3B zeigen ein Ablaufdiagramm des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Detaillierte Beschreibung erfindungsgemäßer Ausgestaltungen
Wie zuvor beschrieben betrifft die Erfindung ein Patientenverwaltungssystem, bei dem eine Schnittstelleneinrichtung zwischen einem Gerät, welches ein Patientenverwaltungssystem- Programm ausführt, und einer Datenquelle zum Bereitstellen von medizinischen Daten eingebunden ist und die Daten von der Datenquelle empfängt, diese in für das Patientenver- waltungssystem-Programm spezifische Tastatur-Scan-Codes umwandelt, und diese Tastatur-Scan-Codes an das Gerät ausgibt.
Das Gerät, welches die Patientenverwaltungssystem-Software ausführt, kann ein handelsüblicher Personal Computer sein, denkbar ist es aber auch, dass wesentlich leistungsfähigere Servercomputer zum Einsatz kommen. Der Einsatz von leistungsfähigeren Server- Computern hat den Vorteil, dass diese einem erhöhten Datenaufkommen gerecht werden, in dem Fall, dass das Patientenverwaltungssystem-Programm in einem Krankenhaus, Klinikum oder einer sehr großen Arztpraxis zum Einsatz kommt.
Als Patientenverwaltungssystem-Programme Können beispielsweise Programme wie MEDISTAR oder PDE-TOP zum Einsatz kommen. Solche Computerprogramme, die auch unter dem Begriff Arztsoftwarβ bekannt sind, unterstützen die Verwaltung, die Organisation und den Betrieb von Arztpraxen. Die Funktionalität solcher Arztsoftware umfasst die Patientenverwaltung, Karteiführung, Dokumenten-Management bis hin zur Abrechnung mit den Krankenkassen. Die Anbindung von elektronischen Geräten an diese Software ist möglich, beispielsweise um die Daten, die auf einer Versichertenkarte gespeichert sind, über ein Kartenlesegerät in diese Software einzugeben. Ebenso ist es möglich, Befunde elektronisch zu übermitteln.
Die Schnittstelleneinrichtung oder auch Datenschnittstelle DS ist zwischen dem Gerät, wel- ches die Patientenverwaltungssoftware ausführt und einer Datenquelle eingebunden und empfängt Daten, insbesondere Patientendaten von der Datenquelle. In einer Ausführungsform können die Daten von der Datenquelle an die Schnittstelleneinrichtung über eine definierte GDT-Schnittstelle übertragen werden, dies hat den Vorteil, dass im Bereich der Medizininformatik solche Schnittstellen häufig anzutreffen sind und demnach sehr viele Daten- quellen über diese Schnittstelle verfügen. Beispielsweise sind Ultraschallgerätβ oder Röntgengeräte mit einer GDT-Schnittstelle ausgestattet, die einen schnellen und effizienten Da- tβntransfβr, zumindest der Grunddaten, ermöglicht. In der Regel werden im Fall eines Röntgengeräts die Patientengrunddaten über GDT übertragen, das Bilddaten über eine Schnittstelle gemäß dem Dicom- (Digital Imaging and Communications in Mediane) Standard gβ- sendet werden. Des Weiteren können in manchen Ausführungsformen die medizinischen Daten über ein Eingabegerät, welches speziell zum Eingeben von medizinischen Daten eingerichtet ist, eingegeben werden. Solch ein Eingabegerät kann ein Personal Computer oder ein Laptop oder ein Tablet-PC sein, welcher über eine grafische Eingabeschnittstelle verfügt, was den Vorteil hat, dass über eine grafische Eingabeschnittstelle die Eingabe zeit- sparend erfolgen kann, da die auf einer grafischen Schnittstelle vorhandenen grafischen Buttons leicht erkennbar und anklickbar sind, was die Eingabegeschwindigkeit erhöht. Insbesondere, wenn das Eingabegerät mit einem TouchScreen ausgestattet ist, kann die Eingabe nicht nur mittels Maus und Tastatur erfolgen, sondern durch die Verwendung des Fingers oder eines hierfür vorgesehenen Eingabestiftes, was eine noch schnellere und intuiti- vere Bedienung der Eingabe ermöglicht.
Die derart eingegebenen Daten werden, wie zuvor beschrieben, über eine hierfür vorgesehen Schnittstelle an die Schnittstelleneinrichtung übergeben. Die Schnittstelleneinrichtung
wandelt diese Daten in Tastatur-Scan-Codes um, welche an das angeschlossene Gerät ausgegeben werden, um in das Patientenverwaltungssystem-Programm eingegeben zu werden. Tastatur-Scan-Codes sind in der Computertechnik Daten, die von der Tastatur eines Rechners an diesen gesendet wird, wenn eine Taste gedrückt oder losgelassen wird. Die zu verwendenden Tastatur-Scan-Codes sind in der Regel abhängig von der eingesetz- ten Patiβntenverwaltungssystem-Software. Der Schnittstelleneinrichtung wird die verwendete Software mitgeteilt, und die Schnittstelleneinrichtung kann aus einer Tabelle ermitteln, welcher Satz von Tastatur-Scan-Codes für diese Software benötigt werden, und kann diese dann entsprechend verwenden. Dies hat den Vorteil, dass die Schnittstelleneinrichtung schnell auf eine geänderte Patientenverwaltungssystem-Software angepasst werden kann. Dies hat darüber hinaus den weiteren Vorteil, dass die Eingangsschnittstelle der Schnittstelleneinrichtung, nämlich die zuvor beschriebene GDT-Schnittstelle, davon unberührt bleibt, wenn sich die verwendete Patientenverwaltungssystem-Software ändert. Dies ermöglicht es dem Anwender, die Eingabe in das Patientenverwaltungssystem in gewohnter Weise auszuführen, im idealen Fall bleibt es für den Verwender des Patientenvβrwaltungssystems unmerkbar, welche Patientenverwaltungssystem-Software verwendet wird. Deshalb fallen bei einem Wechsel des Patientenverwaltungssystem-Programms keine Umschulungen an, um mit dem neuen Programm umgehen zu können.
Die Funktionalität der Schnittstelleneinrichtung kann in manchen Ausführungsformen in einer betriebssystemunabhängigen Programmiersprache, beispielsweise TCL, programmiert sein, so dass die Schnittstelleneinrichtung unabhängig von dem gewählten Betriebssystem ist, was insbesondere dann von Vorteil ist, wenn in einer Praxis unterschiedliche Betriebssysteme, wie Windows, Linux und Mac OS zum Einsatz kommen. Durch die Unabhängigkeit der Datenschnittstellθ vom gewählten Betriebssystem ist dann die Bedienung und das Look-and-Feel, d.h. das Benutzerempfinden, immer das gleiche, was Eingewöhnungspha- sen zur Bedienung der Software wegfallen lässt.
Die erfindungsgemäße Schnittstelleneinrichtung ist unabhängig von Datenstrukturänderun- gen, die sich bei Aktualisierungen/Updates der Endbenutzer-Software ergeben können. Würde die Kommunikation zwischen der Schnittstelleneinrichtung und dem Patientenverwaltungssystem-Programm mittels einer vordefinierten Schnittstelle, wie beispielsweise der GDT-Schnittstelle, erfolgen, würde sich in der Regel bei einem Programm-Update die Eingangsschnittstelle des Patientenverwaltungssystems ändern und eine Aktualisierung der Schnittstelleneinrichtung wäre notwendig. Da in der Regel der Anbieter des Patientenver-
waltungssystem-Programms die Datenstruktur der Eingangsschnittstelle nicht offenlegt, um es der Konkurrenz zu erschweren, sich auf eine geänderte Datenstruktur anzupassen, müsste eine geänderte Datenstruktur der Geräteschnittstelle beispielsweise durch ein sogenanntes Reverse-Engineering rekonstruiert werden, was einen sehr großen zeitlichen Aufwand mit sich bringt. Da in der Regel aber, die grafische Eingabemaske des Patienten- vβrwaltungssystem-Programms sich nicht ändert, um eine Kontinuität in der Bedienung des Programms zu sichern, hat die Verbindung von Tastatur-Scan-Codes zur Übermittlung der Eingabe in das PVS-Programm den Vorteil, dass man gerade diese Konstanz der Strukturierung der grafischen Eingabemaske ausnutzen kann.
Die Schnittstelleneinrichtung weist in manchen Ausführungsformen noch eine gewisse Ei- genintelligenz auf, d.h. die Datenschnittstelle ist in der Lage, die unterschiedlichen empfangenen Daten einzuordnen und in der Endbenutzer-Software richtig einzutragen. Hierzu ist die Schnittstelleneinrichtung in der Lage, die empfangenen Daten in Grundkategorien einzuordnen, wobei die Grundkategorien Anamnesen, Befunde, Diagnosen, ICD-Codes, Therapien, Prozederβ, Abrechnungsziffem und Formulare umfassen können. Die Aufzäh- lung der Grundkategorien ist nicht abschließend und kann noch beliebig erweitert werden. Dies hat den Vorteil, dass eine dynamische Anpassung an die jeweiligen Ansprüche des Benutzers möglich ist. Beispielsweise hat ein Facharzt für Orthopädie andere Ansprüche an die verwendeten Kategorien als ein Kardiologe oder ein Hautarzt.
Um die Kategorie der jeweiligen Untermenge der von der Datenquelle bereitgestellten me- dizinischen Daten zu ermitteln, greift in manchen Ausführungsformβn die erfindungsgemä- ße Schnittstelleneinrichtung auf Information zurück, die zusammen mit den Daten übertragen werden. Beispielsweise kann die Grundkategorie durch einen den eigentlichen Patientendaten vorangestaltenen Präfix definiert sein. Beispielsweise kann ein Blutdruckwert, der von der Datenquelle bereitgestellt wird, durch einen Präfix "RR" gekennzeichnet sein. Das Kürzel "RR" ist lediglich als beispielhaft anzusehen. Es ist üblich, Blutdruckwerte derart anzugeben, so dass zuerst der systolische und dann der diastolische Druckwert angegeben wird. Der systolische Wert entspricht dem Gefäß-Innendruck beim Ausdehnen des Gefäßes, der diastolische Wert entspricht dem Gefäß-Innendruck beim Zusammensziehen, weshalb der systolische immer größer ist als der diastolische Wert. Sind die gemessenen Werte beispielsweise 140 und 90, können diese über die Datenschnittstelle übergeben werden unter Verwendung der Zeichenfolge "RR 140/90". "RR" ist die übliche Abkürzung für Riva-Rocci, ein italienischer Arzt, der erstmalig die Armmanschettβ zur Messung des
Blutdrucks beschrieben hat und zu dessen Andenken die Abkürzung "RR" eingeführt wurde. Alternativ könnte auch die Abkürzung "BD" für "Blutdruck" oder "BP" für "Blood Pressure" verwendet werden. Stellt die Schnittstelleneinrichtung fest, dass eine Zeichenkettβ bereitgestellt wird, die mit "RR" beginnt, kann diese somit als Blutdruckwert erkannt werden. Da dem Bediener des PVS-Programms bekannt ist, in welchem Teil der Eingabemaske Blutdruckwertθ eingegeben werden sollen, ist es möglich, durch den Einsatz der Tastatur- Scan-Codes das richtige Eingabefeld anzusteuern und dort die Blutdruckwerte einzugeben.
Das Ermitteln der mit den bereitgestellten Daten verbundenen Kategorie ermöglicht es der Schnittstelleneinrichtung, diese Daten zu überprüfen. Beispielsweise kann, erneut unter Verwendung des vorher beschriebenen Blutdruckwertes, die Datenschnittstelle überprüfen, ob der erste Wert, der dem systolischen Blutdruckwert entspricht, größer ist als der nachfolgende diastolische Wert. Ist dies nicht der Fall, ist davon auszugehen, dass die bereitgestellten Daten fehlerhaft sind, und es ist dann möglich, an den Benutzer des PVS-Systems eine entsprechende Warnmeldung auszugeben. Dies hat den Vorteil, dass Fehleingaben zeitnah entdeckt werden können, in der Regel unmittelbar nach der Untersuchung des Pa- tienten. Fiele eine Dateninkonsistenz zwischen der Diagnose und den Abrechnungsziffern erst beispielsweise bei der Abrechnung mit der Krankenkasse auf, was einige Tage oder Wochen nach der Untersuchung des Patienten sein kann, ist es in der Regel nicht mehr möglich, diesen Fehler zu korrigieren.
Des Weiteren ist es der Schnittstelleneinrichtung möglich, die Plausibilität der Daten an- hand eines Regelwerks zu überprüfen.
Bei einer solchen Plausibilitätsprüfung überprüft die Schnittstelleneinrichtung die Daten anhand eines Regelwerks, bevor diese Daten an die Endbenutzer-Softwarβ weitergeleitet werden, beispielsweise wird überprüft, ob die erhobenen ICD-Codes der Diagnose zu den Medikamenten passen oder ob die Seitenlokalisationen in den Diagnosen (z.B. rechtes oder linkes Knie) zu den Seitenlokalisationen der bei den Ziffern gewählten OPS- Schlüsseln passt. Dies hat den Vorteil, dass eine derartige Inkonsistenz innerhalb des Datensatzes rechtzeitig entdeckt werden kann, insbesondere im Hinblick darauf, dass so ärztliche Kunstfehler vermieden werden können. Wurde beispielsweise eine Diagnose aufgrund eines Röntgenbilds von dem rechten Knie angefertigt, erfolgt aber eine spätere Operations- planung für das linke Knie, kann das βrfindungsgemäße Patientenverwaltungssystem rechtzeitig eine entsprechende Warnung oder Fehlermeldung ausgeben.
Des Weiteren bietet sich der Vorteil, dass es bei dem erfindungsgemäßβn Patientenverwal- tungssystem nicht notwendig ist, die eigentliche Schnittstelle zur Dateneingabe des PVS- Programms zu nutzen. Diese Schnittstelle des PVS-Programms ist in der Regel eine grafische Eingabemaske, die eine Vielzahl von Eingabefeldem aufweist und in die der Benutzer die Patienteninformation eingeben kann. Der Großteil der derzeit verfügbaren PVS-Pro- gramme ist werbungsfinanziert, d.h. dass während der Eingabe der Daten in die Programm- eingabeschnittstelle im Grunde unerwünschte Werbefenster geöffnet werden oder andere Werbeeinblendungen erfolgen. In bestimmten Fällen, z.B., wenn bei dem Patienten eine Migräne-Erkrankung diagnostiziert wurde, könnte eine Werbeeinblendung erfolgen, die dem Arzt ein bestimmtes Migräne-Medikament empfiehlt.
Da bei dem erfindungsgemäßen PVS-System die Eingabe der medizinischen Daten in manchen Ausführungsformen über eine weitere Datenquelle erfolgt, umgeht man so die werbungsbehaftetβ Schnittstelle. Jedoch hat eine Werbeeinblendung in Form eine zusätzlich sich öffnenden Fensters zur Folge, dass sich der Eingabefokus ändert, d.h. nach dem öffnen des Werbefensters ist der Eingangsfokus nicht mehr das zuvor angesteuerte Einga- befeld der Schnittstelle, sondern ist das Werbungsfenster mit einer entsprechenden Taste zum Quittieren dieses Werbβfenstβrs. Deshalb ist in manchen Ausführungsformen die erfindungsgemäße Datenschnittstelle oder Schnittstelleneinrichtung eingerichtet, um einen solchen Fokuswechsel festzustellen und entsprechend darauf zu reagieren. Eine solche entsprechende Reaktion auf eine Werbeeinblendung könnte beispielsweise das Quittieren des Werbefensters und danach Rücksetzen des Eingabefokus in das zuletzt besuchte Eingabefeld umfassen. Des Weiteren führt nicht nur das öffnen des Werbefensters zu einer ungewollten Fokusänderung, sondern auch vom Betriebssystem erzeugte Fehlermeldungen oder Benachrichtigungen, öffnet sich beispielsweise ein Benachrichtigungsfenster, das den Benutzer dazu auffordert, die Festplatte aufzuräumen, was unter den Windows- Betriebssystemen üblicherweise dann passiert, wenn die Kapazität der Festplatte weitgehend erschöpft ist, muss dieses Fenster ebenso quittiert werden und der Eingabefokus zurückgesetzt werden. Solche Systemfehlermeldungen können über die entsprechende Pro- grammierschnittstellθ (application programming interface - API) abgefragt werden.
In manchen Ausführungsformen ist die Schnittstelleneinrichtung eingerichtet, um vom dem Gerät abzufragen, an welcher Stelle in dem aktuellen Fokus-Fenster zur Zeit die Eingabe erfolgen kann. Das aktuelle Fokus-Fenster verfügt in der Regel über mehrere Eingabefelder, in die beispielsweise der Patienten-Name, -Vorname sowie dessen gemessener Blut-
druck eingegeben werden kann. Jedes dieser Eingabefelder verfügt zur Kennzeichnung über eine einzigartige ID, und eben dies ID kann abgefragt werden, um zu bestimmen, welches Eingabefeld aktuell aktiv ist. Wurde beispielsweise bei der Eingabe der Patienten- grunddaten eine Fehlermeldung erzeugt und die Eingabe somit unterbrochen, ist nicht direkt nachvollziehbar bei welchem Eingabefeld die Unterbrechung aufgetreten ist. Durch Abfrage der ID des Eingabefelds kann bestimmt werden, wo die Eingabe fortgesetzt werden kann. Dies hat den Vorteil, dass somit nicht die Eingabemaske zurückgesetzt werden muss um diese in einen definierten Zustand zu versetzen um dann die Daten noch einmal komplett zu senden, sondern dass die Eingabe der Daten unter Reduzierung der erforderlichen Datenübertragungsbandbreite fortgesetzt werden kann. Darüber hinaus kann das Eingabefeld auch inhaltlich geprüft werden, so kann zum Beispiel das Eingabefeld, in welches das Datum einer Untersuchung eingefügt wird, darauf geprüft werden, ob das Datum dem aktuellen Datum oder dem Datum der Untersuchung entspricht.
Darüber hinaus ist die Schnittstelleneinrichtung in bestimmten Ausführungsformen dazu eingerichtet, die übergebenen Daten in eine beliebige, modular ansteuerbare Datenbank abzuspeichern. Dies hat den Vorteil, dass, wenn es nach einer der zuvor diskutierten Abbruche oder Fehlermeldungen notwendig ist, die Daten noch einmal zu versenden, kann auf diese Daten zurückgegriffen werden. Des Weiteren können durch die Speicherung der Patientendaten eventuelle Unverträglichkeiten zwischen den aktuell verordneten Medikamenten und zuvor verordneten Medikamenten berücksichtigt werden. Wird beispielsweise festgestellt, dass dem Patient zuvor ein Blutverdünnungsmittel verschrieben wurde, und wurde dem gleichen Patienten aktuell ein Schmerzmittel verschrieben, das ebenso eine Blutverdünnung bewirken kann, kann eine entsprechende Warnung ausgegeben werden, dass sich die Wirkungen dieser beiden Medikamente verstärken. In anderen Fällen könnte berücksichtigt werden, dass die Wirksamkeit mancher Antibiotika die Wirksamkeit von man- chen Kontrazeptiva unerwünscht beeinflusst, und eine entsprechende Warnung kann ausgegeben werden. Als eine solche Datenbank kann in manchen Ausführungsformen eine SQL-Datenbank zum Einsatz kommen.
Im Folgenden werden bevorzugte Ausgestaltungen noch einmal unter besonderer Berücksichtigung der beigefügten Zeichnungen erläutert.
Fig. 1 zeigt eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Datenschnittstelle 100. Die Datenschnittstelle empfängt medizinische Daten über ein hierfür vorgesehene Schnittstelle 105, welche in bestimmten Ausführungsformen eine GDT-Schnittstelle ist. Des Weiteren
umfasst die Datenschnittstellβ ein Datθnübβφrüfungsmodul 110. Dieses Datenüberprü- fungsmodul ist eingerichtet, um die empfangenen medizinischen Daten kategorienweisβ zu übθφrtjfen. Hierbei findet eine Überprüfung bezüglich der Syntax statt. Entspricht der Aufbau der empfangenen Daten nicht der erwarteten Syntax, kann eine entsprechende Fehlermeldung ausgegeben werden und der Benutzer kann die Eingabe korrigieren. In anderen Ausführungsbeispielen kann das Datenüberprüfungsmodul Syntaxfehler selbständig korrigieren, beispielsweise wird ein Blutdruckwert "RR 90/140" empfangen, aber die anzuwendende Syntax verlangt, dass der erste Wert der größere ist, kann das Datenüberprüfungs- modul die beiden Zahlenwerte austauschen. Das Datenüberprüfungsmodul bezieht die Information betreffend die Syntax und weitere Regeln von einer Tabelle 115. In dieser Tabelle sind zu erwartende Kategorien und Ziffern abgelegt und damit verknüpfte Regeln, sowie die zugrundeliegende Syntax sind in Tabellen abgelegt. Ebenso befinden sich ICD-Codes in der Tabelle 115.
Die Schnittstelleneinrichtung umfasst des Weiteren ein Datenspeicherungsmodul 120. Dieses Datenspeicherungsmodul speichert die empfangenen Patientendaten in einer hierfür vorgesehenen Speichereinheit ab. In bestimmten Ausführungsformen ist diese hierfür vorgesehene Speichereinheit eine Datenbank 130. Diese Datenbank kann von der Schnittstel- leneinrichtung getrennt sein, beispielsweise kann diese sich auf einen Datenbankserver befinden. Insbesondere kann in bestimmten Ausführungsformen diese Datenbank eine SQL-Datenbank sein, welche für diese Zwecke geeignet ist.
Die Schnittstelleneinrichtung der Fig. 1 zeigt des Weiteren ein Datenbewertungsmodul, das in bestimmten Ausführungsformen in der Schnittstelleneinrichtung ausgeführt ist. Dieses optionale Datenbewertungsmodul 140 ist in der Lage, anhand einer Wertetabelle 145 und unter Berücksichtigung der vorhandenen Patientendaten ein Patienteπ-Score zu bilden. Dieser Patienten-Score stellt ein Maß dafür dar, wie wahrscheinlich eine bestimmte Erkran- kung des Patienten ist. Beispielsweise fließt in den Patienten-Score das Alter, das Geschlecht, das Körpergewicht, der Blutdruckverlauf über einen bestimmten Zeitraum, bestehende Diagnosen sowie aktuelle Befunde ein. Alle diese Faktoren werden mit Gewichtungswerten, welche empirisch ermittelt sein können, versehen, und diese Gewichtungsfaktoren werden aufsummiert. Dieser Patienten-Score kann mit einem oder mehreren vordefi- nierten Werten verglichen werden. Liegt der Patienten-Score beispielsweise über einem ersten Grenzwert, kann eine Nachricht erzeugt werden, die empfiehlt, diesen Patienten ein bestimmtes Medikament zu verschreiben oder eine bestimmte Therapie anzuraten. Liegt
der Patiβntβn-Score über einem weiteren, größeren Wert, kann empfohlen werden, den Patienten direkt in ein Krankenhaus zu überweisen. In manchen Ausführungsformen wird der Patienten-Score nicht von der Schnittstelleneinrichtung gebildet, sondern kann von außen, beispielsweise von der zuvor erwähnten Care-Engine, in die Schnittstelleneinrichtung eingegeben werden.
Bestimmte Ausführungsformen der Schnittstelleneinrichtung weisen ein Fehlerbehandlungsmodul 160 auf. Dieses Fehlerbehandlungsmodul fragt entsprechende Programmier- schnittstellen des Betriebssystems ab, ob eine Fehlermeldung erzeugt wurde. Wenn eine solche Fehlermeldung erzeugt wurde, kann abgeklärt werden, ob das PVS-Programm die Fehlermeldung erzeugt hat, oder ob die Fehlermeldung von dem Betriebssystem erzeugt wurde. Handelt es sich um eine von dem Betriebssystem erzeugte Fehlermeldung, kann diese dem Benutzer angezeigt werden, damit dieser den betriebssystemspezifischen Fehler entsprechend behandeln kann. Ist jedoch die Fehlermeldung von dem PVS-Programm erzeugt worden, bedarf es einer weiteren Analyse durch die Schnittstelleneinrichtung, denn eine Fehlermeldung des PVS-Programms kann beispielsweise durch eine unvollständige oder fehlerhafte Dateneingabe hervorgerufen sein. In diesem Fall wird der zusammen mit der Fehlermeldung ausgegebene Fehlercode ausgewertet. Zeigt der Fehlercode an, dass die an das PVS-Programm übergebene Daten nicht den erwarteten Daten entsprechen, können sämtliche Daten, die zu der derzeitig übertragenen Kategorie gehören, erneut versendet werden.
Hierzu greift die Schnittstelleneinrichtung auf einen Pufferspeicher 125 zurück. Dieser Pufferspeicher ist mit dem Datenspeichβrungsmodul 120 verbunden. In diesem Pufferspeicher können die zur Ausgabe bestimmten Daten in ihrer Gesamtheit gespeichert sein, können aber auch kategorienweise gespeichert sein, oder es kann sich lediglich eine Kategorie der Daten in dem Pufferspeicher befinden. Dies hat den Vorteil, dass eine erneute manuelle Eingabe der Daten nicht erforderlich ist, sondern es kann auch die in den Pufferspeicher befindenden Daten zurückgegriffen werden.
Des Weiteren umfasst die Datenschnittstelle ein Datenumwandlungsmodul 150. Dieses Datenumwandlungsmodul wandelt die empfangenen medizinischen Daten in Tastatur- Scan-Codes um. Hierzu wird anhand der zu der jeweiligen Daten zugehörigen Kategorie festgestellt, in welchen Teil der Eingabeschnittstelle des PVS-Programms diese Daten eingegeben werden müssen, und entsprechende Steuercodes werden erzeugt. Beispielsweise ist es möglich, zwischen den einzelnen Eingabebereichβn mittels einer Tabulatortaste zu
wechseln, deshalb Können beispielsweise ein oder mehrere Tastatur-Scan-Codes, die der Eingabe einer Tabulatortaste entsprechen, eingefügt werden. Diese Angaben können einer Zuordnungstabelle 155 entnommen werden.
Diese Zuordnungstabelle oder Tastatur-Scan-Code-Tabelle weist auszugebenden Zeichen einen Tastatur-Scan-Code zu, das heißt dass Zeichen und auch Steuerzeichen unter Ver- wendung der Tastatur-Scan-Codes kodiert ausgegeben werden. Darüber hinaus weist die Tastatur-Scan-Code-Tabelle in manchen Ausgestaltungen noch die zuvor besprochenen einzigartigen IDs auf, die zur Kennzeichnung und Abfrage der Eingabefelder dienen. Diese IDs sind in der Tastatur-Scan-Code-Tabelle mit den jeweiligen, zugehörigen Kategorien verknüpft. Dies hat den Vorteil, dass die IDs der Eingabefelder, die bei der Übertragung der Daten einer bestimmten Kategorie angesteuert werden sollen, unmittelbar zur Verfügung stehen.
Das Datenumwandlungsmodul wandelt die empfangenen medizinischen Daten in bestimmten Ausführuπgsformen kategorieweise in Tastatur-Scan-Codes um, dies hat den Vorteil, dass, wenn die Datenübertragung fehlschlägt, muss lediglich die zuletzt übertragene Kate- gorie erneut übertragen werden/wodurch Übertragungsbandbreite eingespart werden kann. Die kategorieweise erzeugten Tastatur-Scan-Codes werden in bestimmten Ausführungs- formen kategorieweise in den Pufferspeicher 125 abgelegt.
Die erfindungsgemäße Schnittstelleneinrichtung umfasst in bestimmten Ausführungsformen des Weiteren ein Datenexportmodul 190, welches dazu eingerichtet ist, die in der Daten- bank 130 abgelegten Daten aus dieser Datenbank zu extrahieren, diese Daten in Gänze oder teilweise für den Export vorzubereiten und diese Daten dann in Form von Exportdaten 180 auszugeben. Die Aufarbeitung der Daten aus der Datenbank erfolgt unter Einhaltung bestimmter Exportregeln 195. Beispielsweise kann in den Exportregelπ festgelegt sein, dass die Daten nur anullisiert ausgegeben werden dürfen, in diesem Fall werden die Daten ohne Angaben von Patientennamen ausgegeben, und anstelle des Patientennamens könnte beispielsweise lediglich eine willkürlich gewählte Nummer ausgegeben werden, anhand derer es nicht möglich ist, auf den jeweiligen Patienten zurückzuschließen. Solch exportierte Daten könnten an eine entsprechende API des Gerätes, das das Patientenverwaltungssystem-Programm ausführt, weitergegeben werden, so dass dieses Gerät dann diese Da- ten per eMail an eine sogenannte Carβ Engine versendet.
Eine solche Carβ Engine dient dazu, anhand der Patientendaten eine Behandlungsempfeh- lung auszusprechen, um es dem behandelnden Arzt zu erleichtern, einen Behandlungsplan auszuarbeiten. Insbesondere im Falle von multimorbiden Patienten bedeutet es für den behandelnden Arzt eine deutliche Mehrbelastung, alle Wechselwirkungen der für die einzelnen Erkrankungen zu verschreibenden Medikamente in ihrer Gesamtheit zu berücksichti- gen. Diese Arbeit kann zeitsparend von einer hierfür eingerichteten Care Engine übernommen werden, die dann ihrerseits eine Behandlungsempfehlung ausgibt. Wie zuvor beschrieben, kann eine Care-Engine dazu eingerichtet sein, um alternativ oder zusätzlich zur Behandlungsempfehlung einen Patienten-Score an die Schnittstelleneinrichtung zu senden.
Die Exportdaten 180 können in bestimmten Ausführungsformen anstatt an eine Care Engi- ne an ein System zur Versorgungsforschung versendet werden. Solche Versorgungsfor- schungssysteme benutzen anonymisierte Daten, um die Wirksamkeit von unterschiedlichen Medikamenten anhand einer großen Gesamtheit von Patienten statisch zu untersuchen. Nimmt ein Arzt an solch einem Programm zur Versorgungsforschung teil, ist dies mit einer Doppelerfassung der Daten verbunden, da die Patientendaten einerseits in ein PVS-Pro- gramm eingepflegt werden müssen, es aber keine praktikable Möglichkeit gibt, diese Daten wieder aus dem PVS-Programm zu extrahieren. Deshalb müssen die Patientendaten doppelt eingegeben werden, so dass diese nicht nur in das PVS-Programm, sondern auch noch in ein Programm zur Versorgungsforschung eingegeben werden. Diese doppelte Dateneingabe schreckt in der Regel von der Teilnahme an einem solchen Versorgungsfor- schungsprogramm ab. Die erftndungsgemäße Schnittstelleneinrichtung bietet in bestimmten Ausführungsformen den Vorteil, dass eine solche doppelte Datenerfassung nicht mehr notwendig ist, und bietet darüber hinaus den Vorteil, dass über das optionale Datenexport- modul ein solcher Datenexport ohne merklichen Mehraufwand bewerkstelligt werden kann.
Die Datenschnittstelle verfügt über eine Ausgabeschnittstelle 170, welche die in Tastatur- Scan-Codes konvertierte Daten an das Gerät, welches das PVS-Programm ausführt, ausgibt. Bei der Ausgabe dieser Daten werden die erzeugten Tastatur-Scan-Codes in eine API des Zielrechners injiziert, dies bedeutet, dass der Zielrechner die injizierten Daten als Tas- tβnanschläge interpretiert
Des Weiteren ist das Fehlerbehandlungsmodul in der Lage, die Datenerfassung des PVS- Programms in einen definierten Zustand zurückzusetzen. Das heißt, es werden die entsprechenden Tastatur-Scan-Codes, d.h. Tastaturbefehle, an die Endbenutzer-Software ge-
schickt, die das PVS-Programm veranlassen, die Eingabeschnittstelle in einen definierten Ausgangszustand zurückzusetzen, von dem aus die Dateneingabe erfolgen kann.
Fig. 2 zeigt eine schematische Übersicht über das erfindungsgemäßβ Patientenverwal- tungssystem. Das Computergerät 230, d.h. das Gerät, welches die PVS-Software ausführt, umfasst ein Betriebssystem 232, die PVS-Software 234 sowie eine Programmierschnittstel- Ie API 237. Das System umfasst des Weiteren die Schnittstelleneinrichtung oder Datenschnittstelle DS 220 sowie die Datenquelle 210. Die Datenquelle ist mit der Schnittstelleneinrichtung 220 kommunikativ verbunden, so dass die Schnittstelleneinrichtung von der Datenquelle Daten empfangen kann, und so dass in bestimmten Ausführungsformen die Datenquelle Fehlermeldungen, die von der Schnittstelleneinrichtung erzeugt oder weitergβ- geben werden, empfangen kann. Die Datenquelle kann beispielsweise ein medizinisches Gerät mit einer GDT-Schnittstellβ sein oder auch eine grafische Eingabeeinrichtung, wie beispielsweise ein medizinischer Tablet-PC. Die Eingabeschnittstelle behandelt die von der Datenquelle bereitgestellten Daten, wie zuvor in Zusammenhang mit Fig. 1 beschrieben. Danach gibt die Eingabeschnittstelle die Daten an, die Programmierschnittstelle 237 des Computergeräts 230 aus. Das Computergerät 230 kann des Weiteren verbunden sein mit einer Tastatur 240, einer Maus 242 und einem Kartenlesegerät 245. In manchen Ausführungsformen ist das Kartenlesegerät 245 in der Tastatur 240 integriert. In bestimmten Ausführungsformen weist das Computergerät eine weiter Schnittstelle 239 auf, die es dem Computergerät ermöglicht, mit anderen Computern zu kommunizieren. Beispielsweise kann die Schnittstelle 239 eine Netzwerkschnittstelle sein, welche es ermöglicht, dass Daten über Kommunikationsprotokolle, wie beispielsweise TCP/IP, übertragen werden. Das Computergerät kann über diese Netzwerkschnittstelle mit dem zuvor erwähnten Versäumungs- forschungsserver verbunden sein, oder aber auch mit einer Care Engine oder im einfachsten Fall mit weiteren Computergeräten, die Bestandteil eines Computernetzwerkes bei- spielsweise in einer Praxis oder einem Krankenhaus sind.
Fig. 3 zeigt schematisch ein Verfahren, nach dem Ausführungsformen des erfindungsgβ- mälien Patientenverwaltungssystems betrieben werden kann. Wie aus der vorherigen Beschreibung klar, sind nicht alle Schritte des beschriebenen Verfahrens erfindungswesentlich und sind daher als optional anzusehen.
In Schritt 305 erfolgt die Übergabe von Patientengrunddaten an die Eingabeschnittstelle. In Schritt 310 werden diese Patientengrunddaten überprüft, beispielsweise darauf, ob der Patient schon vorhanden ist in Schritt 315. Ist der Patient noch nicht vorhanden, wird dieser in
Schritt 318 neu angelegt. Danach werden in Schritt 320 neue Patientendaten empfangen. Dies geschieht beispielsweise über die zuvor diskutierte GDT-Schnittstelle. In Schritt 325 werden die Kategorien der empfangenen Daten geprüft, beispielsweise anhand einer Kate- gorientabelle oder einer Ziffemtabelle.
Danach wird in Schritt 330 die Syntax der empfangenen Daten überprüft, beispielsweise anhand einer ICD-Codetabelle.
In Schritt 335 werden in bestimmten Ausführungsformen die Wertebereichβ der empfangenen Daten anhand einer Wertebereichstabelle überprüft, und eventuell korrigiert. In Schritt 340 erfolgt eine Plausibilitätsprüfung der empfangenen Daten anhand einer Vergleichs der ICD-Codβs, der OPS-Schlüssel, Ziffern oder Medikamentenlistβn. Beispielsweise kann hier ein Vergleich von Seitenlokalisierungen in den ICD-Codes und den Abrechnungsziffern durchgeführt werden.
In Schritt 345 wird ein Patienten-Score ermittelt, in Schritt 350 wird dieser Patienten-Score mit einem Grenzwert verglichen. Obwohl hier nur der Vergleich mit einem Grenzwert gezeigt ist, ist in manchen Ausführungsformen auch der Vergleich mit mehreren Grenzwerten möglich. Übersteigt der Patienten-Score diesen Grenzwert, wird eine Empfθhlungsmeldung erzeugt, die eine bestimmte Behandlung des Patienten empfiehlt. Das Ermitteln des Patienten-Score erfolgt in der Regel durch Aufsummieren einzelner Gewichtungsfaktoren, die beispielsweise vom Geschlecht, Alter oder auch dem Blutdruck abhängen.
Danach werden in Schritt 360 die Daten in einer Datenbank abgespeichert.
Im Nachfolgenden werden die Patientendaten kategorienweisβ an eine Zielsoftware übergeben. In Schritt 365 werden die Daten einer Kategorie zur Übergabe an eine Patienten- verwaftungssoftware vorbereitet. Hierzu werden die Daten in Tastatur-Scan-Codes unter Benutzung einer Scan-Codβ-Tabelle umgewandelt. Schritt 365 umfasst in manchen Ausführungsformen, obwohl dies in der Figur nicht gezeigt ist, auch das Zwischenpuffem der Tastatur-Scan-Codes in einem Zwischenpufferspeicher. In manchen Ausführungsformen fließt in Schritt 365 des weiteren die ID des Eingabefelds, in das die Eingabe erfolgen soll, mit ein, um sicherzustellen zu können, dass die Eingabe unter Verwendung des richtigen Eingabefelds erfolgt. Diese ID wird hierzu von der Tastatur-Scan-Code-Tabelle abgefragt. Dies kann beispielsweise dadurch erreicht werden, dass die ID in der Tastatur-Scan-Code- Tabelle mit der ID des aktuellen Eingabefeldes verglichen wird.
In Schritt 370 findet die Übergabe der vorbereiteten Daten statt. In Schritt 375 wird überprüft, ob während der Übergabe der Daten ein Fehler aufgetreten ist. Ist dies der Fall, wird überprüft in Schritt 380, ob eine Fokusänderung aufgetreten ist. Wenn dies der Fall war, wird in Schritt 385 der Fokus korrigiert oder zurückgesetzt. Wenn dies nicht der Fall war, werden die Daten erneut übergeben. Für den Fall, dass kein Fehler aufgetreten ist, werden die Schritte 380, 385, 390 nicht ausgeführt. In Schritt 395 wird überprüft, ob die Daten aller Kategorien übergeben wurden. Ist dies nicht der Fall, wiederholen sich die Schritte 365 bis 395 entsprechend. Nachdem alle Daten ausgegeben sind, endet das Verfahren.
Um die Sicherheit der Übergabe der Daten zu steigern, können die Daten in dem Zwischenspeicher mit einer Markierung versehen werden, die ergibt, dass die Daten noch nicht über- tragen wurden. Solange diese Markierung vorhanden ist, ist ersichtlich, dass die Übergabe noch nicht erfolgreich war, und diese Markierung kann erst nach erfolgreicher Übergabe der Daten wieder entfernt werden. Anhand einer solchen Markierung ist die Übergabe der Daten sowie die Konsistenz der Daten sowohl in der Schnittstelleneinrichtung als auch in dem PVS-Programm gewährleistet. Dies hat den Vorteil, dass bei einem eventuellen Stromaus- fall mit einer einhergehenden Unterbrechung der Datenübertragung die Schnittstelleneinrichtung in der Lage ist, nachzuvollziehen, welche Daten vollständig übertragen wurden, und bei welchem Datensatz einer bestimmten Kategorie der Fehler aufgetreten ist. Dieser Vorteil bezieht sich nicht nur auf Stromausfälle, sondern auch auf einfachere Übertragungs- fβhler, beispielsweise durch eine fehlerhafte Kabelverbindung zwischen der Eingabe- Schnittstelle und der Programmschnittstelle API des Computergerätes, welches die PVS- Software ausführt.