Haushaltsgerät, insbesondere Geschirrspülmaschine
Die Erfindung betrifft ein Haushaltsgerät, insbesondere eine Geschirrspülmaschine, nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Geschirrspülmaschinen weisen üblicherweise eine frontseitige Gerätetür auf, die um eine horizontale bodenseitige Schwenkachse aufklappbar ist. Die Gerätetür kann zum Öffnen bzw. zum Schließen der Geschirrspülmaschine mit einer Griffmulde versehen sein.
Aus der DE 199 07 233 A1 ist eine gattungsgemäße Geschirrspülmaschine bekannt, in deren Gerätetür eine Bedienblende vorgesehen ist, in der eine Griffschale ausgebildet ist. Die Griffschale weist ein Griffschalenunterteil auf, das einstückig an der Bedienblende angeformt ist, und einen rückseitig an der Bedienblende angeordneten Griffschalendeckel auf, mit dem ein von der Griffschale bereitgestellter Eingriffsbereich umschlossen ist.
Der von der Griffmulde bereitgestellte Eingriffsbereich ist teilweise unmittelbar von der Rückseite der Bedienblende begrenzt, wodurch das Erscheinungsbild der Gerätetür sowie die Haptik bei der Türbetätigung beeinträchtigt ist. Zusätzlich können im Bereich der Griffschale die Rückseite der Bedienblende nicht zur Anordnung von Steuerelektronik für die Anzeige- und Bedienelemente der Bedienblende genutzt werden.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Haushaltsgerät mit einer Gerätetür bereitzustellen, deren Griffschale stabil sowie optisch und haptisch günstig ausgeführt ist.
Die Aufgabe ist durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen offenbart.
Die Erfindung geht aus von einem Haushaltsgerät, insbesondere Geschirrspülmaschine, mit einer Gerätetür, die eine Bedienblende mit einer Griffschale aufweist, die mindestens aus einem Griffschalenunterteil und einem Griffschalendeckel gebildet ist.
Gemäß dem kennzeichnenden Teil des Patentanspruches 1 weist der Griffschalendeckel eine der Bedienblende zugewandte Seitenwand auf, die zusammen mit der Bedienblende eine Doppelwandstruktur mit zwischengeordnetem freien Montageraum bildet. Mit der Doppelwandstruktur ergibt sich benutzerseitig beim Eingreifen in die Griffschale ein solider, wertiger Eindruck. Vorteilhaft kann daher ein Hintergreifen von lediglich einer einfachen Kunststoffmaterialstärke, wie es im Stand der Technik der Fall ist, vermieden werden.
Zusätzlich kann in dem freien Montageraum zwischen der Bedienblende und der Griffschalendeckel-Seitenwand ein Elektronikmodul für die von der Bedienblende getragenen Bedien- oder Anzeigeelemente angeordnet werden. Auf diese Weise kann unmittelbar oberhalb der Eingriffsöffnung der Griffschale in der Frontwand der Bedienblende ein Anzeigefenster für ein Display vorgesehen werden, das in einer Gerätetür-Hochrichtung zumindest teilweise die Eingriffsöffnung überragt.
Die vollständige zusammengebaute Gerätetür weist ein, einem Nutzraum des Haushaltsgerätes zugewandtes, flächiges Innentürelement auf, das mit einem tragenden Türrahmen verschraubt sein kann. Die Bedienblende kann am oberen Rand der Gerätetür auf den Türrahmen aufgesetzt sein und ebenfalls mit dem Innentürelement verschraubt sein.
Für eine bauraumgünstige Nutzung der Rückseite der Bedienblende kann der Montageraum in der Doppelwandstruktur in einer Türseitenrichtung parallel zur Griffschalendeckel- Seitenwand bzw. zur Bedienblende offen gestaltet, so dass über nahezu der gesamten Gerätetür-Breite ein leistenförmiges Steuermodul einteilig durch den Montagezwischenraum führbar ist.
Die in der Frontwand der Bedienblende vorgesehene Eingriffsöffnung der Griffschale kann in Tür-Hochrichtung von einem oberen Griffsteg und einem unteren schalenförmig hochgezogenen Wandabschnitt der Bedienblende begrenzt sein. Der Griffsteg und der Wandabschnitt bilden das Griffschalenunterteil. Der Griffsteg kann in Bautiefenrichtung der Gerätetür in das Türinnere einragen und die Bedienblenden-Frontwand mit der Seitenwand des Griffschalendeckels verbinden. Die Länge des Griffsteges bestimmt daher die Größe des Montageraums der Doppelwandstruktur.
Beim Türöffnen oder beim Anheben des Haushaltsgerätes über die Griffschale, etwa aus Transportgründen, wird die Bedienblende mit Verwindungskräften beansprucht. Eine formstabile steife Ausbildung der Bedienblende ist daher von Bedeutung. Vor diesem Hintergrund kann die Bedienblende-Geometrie in etwa kastenförmig oder haubenartig gestaltet sein, mit einer benutzerseitigen Frontwand mit darin integrierten Anzeige- und/oder Bedienelementen, die in einen in Bautiefenrichtung flanschartig abgewinkelten Blendenmantel übergeht.
Bevorzugt kann der Griffschalendeckel am oberseitig verlaufenden Blendenmantel bzw. dem Blendendach abgestützt sein. Hierzu kann der Griffschalendeckel in der Gerätehoch- richtung mit zumindest einem Stützelement verlängert sein, über das der Griffschalendeckel am Blendendach abstützbar ist. Der Griffschalendeckel bzw. dessen Stützelement kann so bemessen sein, dass er in Einbaulage zwischen dem Blendendach und dem Griffschalenunterteil spielfrei verspannt ist. Mit der erfindungsgemäßen Deckel-Halterung zwischen dem Griffschalenunterteil und dem Blendendach kann die Bedienblenden- Frontwand rückseitig frei von Befestigungselementen bleiben. Solche Elemente können erfindungsgemäß dagegen am Blendendach und am Griffschalenunterteil vorgesehen werden. Der Montageraum der Doppelwandstruktur bleibt daher ebenfalls frei von solchen Befestigungselementen.
Montagetechnisch einfach ist es, wenn der Griffschalendeckel in einer Schwenkbewegung in seine Konstruktionslage bringbar ist. Hierzu kann am Griffschalenunterteil zumindest ein Anlenkpunkt vorgesehen sein, etwa eine offene Nut oder ein Durchbruch, in den der Griffschalendeckel mittels Einhängehaken eingehängt und anschließend in die Konstruktionslage geschwenkt werden kann.
Zur Sicherung des in seiner Konstruktionslage befindlichen Griffschalendeckels kann die Bedienblende ein Sicherungselement aufweisen, um ein unbeabsichtigtes Lösen des Griffschalendeckels aus seiner Konstruktionslage zu vermeiden. Bevorzugt kann das Sicherungselement am Blendendach der Bedienblende vorgesehen sein. Das Sich- erungselement kann bevorzugt eine Rastrippe sein, die nach einem Einschenken des Griffschalendeckels das Stützelement in einer Demontagerichtung hintergreift.
Für den Fall, dass das Haushaltsgerät über die Griffschale angehoben wird, wirkt das Stützelement des Griffschalendeckels als eine Kraftübertragungsbrücke, über die Kräfte unmittelbar in das Blendendach der Bedienblende eingeleitet werden, ohne Befestigungselemente des Griffschalendeckels zu belasten.
Eine weitere Montagevereinfachung ergibt sich, wenn der Griffschalendeckel zusätzliche seitliche Führungswände aufweist, die beim Einbau entlang von korrespondierenden Außenwänden des Griffschalenunterteils geführt werden können, wodurch der Griffschalendeckel beim Einbau vorzentriert wird.
Nachfolgend ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der beigefügten Figuren gezeigt.
Es zeigen:
Fig. 1 in einer perspektivischen Teilansicht eine Gerätetür einer Geschirrspülmaschine;
Fig. 2 in einer Alleinstellung eine rückseitige Ansicht der Bedienblende der Gerätetür;
Fig. 3 in einer Schnittdarstellung entlang der Schnittebene l-l aus der Fig. 2 die Bedienblende;
Fig. 4 eine der Fig. 2 entsprechende Ansicht zur Veranschaulichung der Montage der Griffschalendeckels; und
Fig. 5 in einer Abwandlung einen Anlenkpunkt am Griffschalenunterteil zur Montage des Griffschalendeckels.
In der Fig. 1 ist in einer Teilansicht eine Gerätetür 1 einer Geschirrspülmaschine gezeigt. Die Gerätetür 1 ist in bekannter Weise über eine nicht dargestellte, horizontale boden- seitige Schwenkachse betätigbar und weist am oberen Rand eine aus Kunststoffmaterial gefertigte Bedienblende 3 auf. Die Bedienblende 3 begrenzt mit einem flanschartig abgewickelten Blendenmantel 13 oberseitig die Gerätetür 1 und ist über seitliche, nach unten ragende Verbindungszapfen 5 in nicht näher dargestellter Weise mit einem
Türaufbau der Gerätetür 1 verbunden. Die Bedienblende 3 weist an ihrer Frontwand 7 in Reihe angeordnete Bedienelemente 9 sowie ein zentral gelegenes Anzeigedisplay 11 zur Anzeige von Betriebszuständen oder dergleichen auf.
Die dem Benutzer zugewandte Frontwand 7 der Bedienblende 3 geht an ihren in der Türseitenrichtung x gegenüberliegenden Seitenrändern sowie an ihren oberen Seitenrand in den Blendenmantel 13 über. Dieser bildet am oberen Türrand ein Blendendach.
Unterhalb des in der Fig. 1 dargestellten Anzeigedisplays 11 ist eine in etwa rechteck- förmig gestaltete Eingriffsöffnung 15 für eine in der Bedienblende 3 integrierte Griffschale 17 vorgesehen. Die Griffschale 17 ist gemäß der Fig. 3 zweiteilig mit einem Schalenunterteil 19 und einem Griffschalendeckel 21 ausgeführt. Das Griffschalenunterteil 19 begrenzt mit einem unteren schalenförmig hochgezogenen Wandabschnitt 23 und einem gegenüberliegenden oberen, horizontal verlaufenden Griffsteg 25 die Einführöffnung 15 der Griffschale 17. Das Griffschalenunterteil 19 ist zusammen mit seinem Griffsteg 25 sowie dem unteren Wandabschnitt 23 einstückig im Spritzgussverfahren an der Bedienblende 3 integriert. Die Geometrie der Bedienblende 3 sowie des Griffschalenunterteils 19 ist so gewählt, dass in der Entformungsrichtung E der Spritzgusswerkzeuge keine Hinter- schneidungen vorhanden sind.
Wie aus der Fig. 3 weiter hervorgeht, ist in Horizontalrichtung zwischen dem Griffsteg 25 und dem nach oben gezogenen Wandabschnitt 23 ein freier Ausschnitt gebildet, der von einem umlaufenden Anlagekante 27 begrenzt ist. Auf der Anlagekante 27 sitzt der Griffschalendeckel 21. Dieser ist in der Seitenschnittdarstellung der Fig. 3 in etwa trapezförmig mit einer vorderen Seitenflanke 29 und einer hinteren Seitenflanke 31 dargestellt, die jeweils in Anlage mit dem Griffsteg 25 bzw. dem hochgezogenen Wandabschnitt 23 des Griffschalenunterteiles 19 sind. Die Seitenflanke 29 des Griffschalendeckels 21 bildet zusammen mit der Bedienblenden-Frontwand 7 im Bereich oberhalb der Eingriffsöffnung 15 eine Doppelwandstruktur 16 mit quer verlaufendem Griffsteg 25. Dieser verbindet die beiden Wände, d. h. Frontwand 7 und Seitenflanke 29, miteinander. Zwischen der Seitenflanke 29 des Griffschalendeckels 21 und der Frontwand 7 der Bedienblende 3 ist ein freier Montagezwischenraum 33 vorhanden, durch den gemäß den Figuren ein nur gestrichelt angedeutetes Elektronikmodul 35 entlang der Rückseite der Bedienblende 3
geführt ist. Die Größe des Montageraums 33 in der Bautiefenrichtung 4 wird durch die Länge des Griffsteges 25 festgelegt.
Das Elektronikmodul 35 ist den Bedien- und Anzeigeelementen 9, 1 1 der Bedienblende 3 zugeordnet. Gemäß der Fig. 2 ist das Elektronikmodul 35 leistenförmig ausgeführt und durch den Montageraum 33 der Doppelwandstruktur 16 geführt. Das Elektronikmodul 35 erstreckt sich somit nahezu über die gesamte Breite der Gerätetür 1.
Wie aus den Fig. 2 und 3 weiter hervorgeht, ist der Griffschalendeckel 21 über seitliche Stützelemente 37 an Stützrippen 39 abgestützt. Die in etwa schachtartig ausgeführten Stützelemente 37 sind so bemessen, dass in der gezeigten Einbaulage der Griffschalendeckel 21 spielfrei zwischen den Stützrippen 42 und der Anlagekante 27 des Griffschalenunterteiles 19 verspannt sind. Die Stützrippen 42 sind gemäß den Figuren rückseitig an dem Blendendach 13 angeformt.
Gemäß der Fig. 2 weist jedes der Stützelemente 37 zwei Schachtwände 38 auf, die stirnseitig über eine elastisch nachgiebige Rastwand 39 miteinander verbunden sind.
Die Schachtwände 38 der Stützelemente 37 liegen gemäß der Fig. 3 in der Konstruktionslage formschlüssig auf einer Anlageschulter der Stützrippen 42 auf. Beim Einschwenken des Griffschalendeckels 21 gemäß der Fig. 4 werden die elastisch nachgiebigen Rastwände 39 der Stützelemente 37 an Rastrippen 41 vorbeigeführt. Die Rastwände 39 werden dabei elastisch aus ihrer Ruhelage gebogen. In Konstruktionslage des Griffschalendeckels 21 springen die Rastwände 39 in ihre Ruhelage zurück, wodurch die Rastrippe 41 die Rastwände 39 hintergreifen. Auf diese Weise ist der Griffschalen-Deckel 21 lagesicher in der gezeigten Konstruktionslage festgehalten.
Anhand der Fig. 4 ist nachfolgend die Montage des Griffschalendeckels 21 an der Bedienblende 3 beschrieben. Demzufolge wird der Griffschalendeckel 21 in einer Schwenkbewegung I in seine Konstruktionslage geschwenkt, die in der Fig. 2 gezeigt ist. Zur Ausführung der Schwenkbewegung weist der Griffschalendeckel 21 seitliche Einhängehaken 43 auf. Diese werden gemäß der Fig. 4 durch die seitlichen Durchbrüche 45 am Griffschalenunterteil 19 geführt, wodurch ein Gelenkpunkt gebildet ist, über den der Griffschalendeckel 21 in die Konstruktionslage schwenkbar ist.
In der Fig. 5 ist in einer Abwandlung eine alternative Ausführung des Griffschalenunterteiles 19 gezeigt. Demzufolge weist das Griffschalenunterteil 19 keine seitlichen Durchbrüche 45 auf, in die die Einhängehaken 43 von oben einsteckbar ist. Im Unterschied zu den vorangegangenen Figuren ist der Gelenkpunkt über eine in Bautiefenrichtung offene Führungsnut 47 sowie eine darin einschiebbare T-förmige Einhängelasche 49 ausgeführt, die am Griffschalendeckel 21 angeformt ist.
Gemäß den Fig. 2 und 4 sind die jeweils seitlich äußeren Schachtwände 38 der Stützelemente 37 nach unten verlängert, so dass diese seitlich äußere Wände 40 des Griffschalenunterteiles 19 überlappen. Die seitlich nach unten verlängerten Schachtwände 38 dienen somit als Führungswände, mit denen der Einschwenkvorgang in Geräteseitenrichtung geführt ist.
BEZUGSZEICHENLISTE
1 Gerätetür I Schwenkbewegungsrichtung
3 Bedienblende X Geräteseitenrichtung
5 Verbindungszapfen y Bautiefenrichtung
7 Frontwand der Bedienblende 3 Z Vertikalrichtung
9 Bedienelemente
11 Anzeigedisplay
13 Blendendach
15 Eingriffsöffnung
17 Griffschale
19 Griffschalenunterteil
21 Griffschalendeckel
23 hochgezogener Wandabschnitt
25 Griff steg
27 Anlagekante
29 vordere Seitenflanke
31 hintere Seitenflanke
33 Montageraum
35 Elektronikmodul
37 Stützelemente
38 Stützwände
39 Rastwand
41 Rastrippen
42 Stützrippen
43 Einhängehaken
45 Durchbruch
47 Führungsnut
49 T-förmige Einhängelasche
40 Seitenwände der Griffschale 17
E Entformungsrichtung