Ansteuer- und Auswerteschaltung, Messgerät sowie Verfahren zum Messen der Konzentration eines Gases
Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet von Ansteuer- und Auswerteschaltungen der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 genannten Art, Messgeräte mit einer solchen Schaltung sowie Verfahren der im Oberbegriff des Patentanspruchs 9 genannten Art.
Die Erfindung bezieht sich auf die Bestimmung der Konzentration eines oder mehrerer Gase durch Transmissionsmessung. Insbesondere wird durch die Transmissionsmessung die Absorption einer Absorptionslinie des bzw. jedes Gases bestimmt und hieraus auf die Konzentration des beziehungsweise jedes der Gase geschlossen.
Im Stand der Technik sind verschiedene Messanordnungen und -verfahren bekannt, bei denen aufgrund der Absorption einer Absorptionslinie eines Gases auf die Konzentration des Gases in einem Messvolumen geschlossen wird. Im Prinzip können diese Verfahren auch zur Analyse von Gasgemischen verwendet werden, wobei für jedes Gas mindestens eine Messung in einer Absorptionslinie erfolgen muss und idealerweise jede Absorptionslinie in einem anderen Bereich des Lichtspektrums liegen sollte. Im folgenden werden wir uns auf die Bestimmung der Konzentration eines einzigen Gases, beispielsweise O2, CO2, He oder N2 in Luft beschränken. Bei Gasen, die natürlicherweise in nennenswerten Umfang in natürlicher Luft vorkommen, also O2 und N2, eventuell auch CO2, wird unter Konzentration die absolut vorhandene Gasmenge verstanden. Medizintechnische Messverfahren, bei denen die Konzentration der oben genannten Gase gemessen wird, sind u. a. in der EP 1772098 A1 (VM 1 P) beschrieben.
Zur Bestimmung der Absorption kann man beispielsweise in ein Messvolumen gechopptes oder pulsierendes Licht mit einem möglichst hohen Anteil im Bereich einer Absorptionslinie des zu messenden Gases einstrahlen. Durch die Absorption wird das Gas im Messvolumen periodisch erwärmt, wodurch zunächst Temperaturunterschiede, als Folge davon Druckunterschiede, und damit Schall entsteht. Je lauter der Schall, desto höher ist die Konzentration des Gases.
Bei anderen Messverfahren wird das Licht durch eine breitbandige Lichtquelle erzeugt und das durch ein Messvolumen transmittierte Licht durch eine Fotodiode gemessen. Problematisch an diesen Aufbau ist, dass auch das Licht neben der Absorptionslinie zum Quantenrauschen in der Fotodiode beiträgt. Bekanntermaßen steigt das Quantenrauschen proportional der Wurzel aus dem Fotostrom an. Deshalb funktioniert ein solcher Aufbau abgesehen von Querempfindlichkeiten zu anderen Gasen nur mit einem optischen Filter, das den Spektralbereich des Lichts auf den Bereich um eine Absorptionslinie oder ein Absorptionsband herum einschränkt. Andernfalls ist die relative Änderung des Fotodiodenstroms durch die Absorption zu gering. Je weniger Licht das optische Filter neben der Absorptionslinie durchlässt, desto besser funktioniert dieses Verfahren.
Kürzlich sind durchstimmbare Halbleiterlaser auf den Markt gekommen, deren Linienbreite deutlich schmaler als die typische Absorptionslinie eines hier interessierenden Gases von ca 1 nm ist, und deren Laserlinie um mehr als 1 nm durch die Stärke des durch den Halbleiterlaser fließenden Stromes verändert werden kann. Die Veränderung der Laserlinie ist insbesondere über eine Änderung des Brechungsindex auf eine höhere Temperatur des Halbleiterkristallszurückzuführen. Die Brechungsindexänderung hat einen ca 20- fach stärkeren Einfluss auf die Wellenlänge als die Änderung der räumlichen Ausdehnung des Halbleiterkristalls bei gleicher Temperaturänderung. Solche Halbleiterlaser werden für Analysen in der Raumfahrt, insbesondere bei Expedition im zu anderen Planeten, eingesetzt. Um die Absorption des zu messenden Gases zu bestimmen, muss die stark nichtlineare Kennlinie des Halbleiterlasers durch einen Fit aus den Messpunkten herausgerechnet werden.
Es ist Aufgabe der Erfindung eine Ansteuer- und Auswerteschaltung sowie ein entsprechendes Verfahren anzugeben, das auf irdische Verhältnisse abgestimmt ist.
Diese Aufgabe wird durch die Lehre der unabhängigen Ansprüche gelöst.
Insbesondere wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass ein Referenzsignal von dem von einer Fotodiode aufgenommenen Transmissionssignal abgezogen wird. Hierdurch wird die nichtlineare Kennlinie des Halbleiterlasers auf überraschend einfache Weise kompensiert. Das möglicherweise geringfügig höhere Gewicht spielt auf der Erde keine Rolle.
Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
In vorteilhafter Weise kann ein digitalen Speicher zur Speicherung einer Kennlinie eingesetzt werden.
Aufgrund der guten Dynamik und einfachen Bauweise von analogen Subtrahierern wird die Subtraktion des Transmissionssignals vom Referenzsignal analog durchgeführt. Der hierfür erforderliche Digital-Analog-Wandler ist billiger als ein entsprechender Analog-Digital-Wandler und stellt somit kein gewichtiges Argument gegen eine analoge Subtraktion dar.
Eine analoge Addition eines Offsets zu dem von einem zweiten Digital-Analog- Wandler gelieferten Signals zur Erzeugung eines analogen Signals zur Ansteuerung des Halbleiterlasers hält den Dynamikbereich und damit die Kosten des zweiten Digital-Analog-Wandlers gering.
Die Adressleitungen des digitalen Speichers zur Speicherung einer Kennlinie können in vorteilhafter Weise mit den digitalen Eingängen des zweiten Digital- Analog-Wandlers verbunden sein. Dies reduziert die Komplexität der erforderlichen Steuersignale.
Ein symmetrisches Sägezahnsignal an den digitalen Eingängen des zweiten Digital- Analog-Wandlers sorgt für eine gleichmäßige Erwärmung und Abkühlung des Halbleiterkristalls des Lasers und damit für ein gleichmäßiges Durchfahren der Absorptionslinie des zu messenden Gases.
Durch Integration des Ausgangssignal des Subtrahierers entweder über eine Periode des Treibersignals oder die Zeitdauer von einem Minimum bis zu einem Maximum des Treibersignals oder die Zeitdauer von einem Maximum bis zu einem Minimum des Treibersignals erhält man auf einfache Weise die Fläche unter der Absorptionslinie des zu messenden Gases und damit ein Maß für die Konzentration des zu messenden Gases.
Im Folgenden wird eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigt
Fig. 1 einen Prinzipschaltplan der erfindungsgemäßen Ansteuer- und Auswerteschaltung.
Figur 1 zeigt einen Prinzipschaltplan der erfindungsgemäßen Ansteuer- und Auswerteschaltung. Das zu messende Gas befindet sich möglicherweise zusammen mit anderen Gasen in einer Küvette 2. Pneumatische Anschlüsse an der Küvette ermöglichen einen Gasaustausch in der Küvette 2. Licht im Bereich einer Absorptionslinie des zu messenden Gases wird durch einen DFB-Halbleiterlaser 1 (DFB: distributed feedback) erzeugt. Transmittiertes Licht wird durch eine Fotodiode 3 in einen elektrischen Strom gewandelt. Ein Strom-Spannungs-Wandler 4 wandelt den von der Fotodiode 3 gelieferten Strom in eine Spannung. Fachleuten ist bekannt, dass ein Strom-Spannung-Wandler 4 einen durch einen Widerstand rückgekoppelten Operationsverstärker und, falls erforderlich, einen Inverter enthalten kann. Das Ausgangssignal des Strom-Spannung-Wandlers 4 wird als Transmissionssignal 21 bezeichnet.
Ein Subtrahierer 5 subtrahiert das Transmissionssignal 21 von einem Referenzsignal 20. Der Subtrahierer liefert ein Differenzsignal, das einem Analog- Digital-Wandler 6 zugeführt wird. Der Analog-Digital-Wandler 6 tastet mit einer Frequenz von 5 bis 10 kHz ab. Der Subtrahierer 5 kann einen Offset-Abgleich 19 aufweisen, um den Dynamikbereich des Analog-Digital-Wandlers 6 optimal zu nutzen und die erforderliche Auflösung und damit die Kosten des Analog-Digital- Wandlers 6 gering zu halten. Das digitale Ausgangssignal des Analog-Digital- Wandlers 6 kann einem Computer 7 oder einem Mikroprozessor zugeführt werden.
Der Computer 7 oder ein Mikroprozessor erzeugt ein digitales Steuersignal, das sowohl den Adresseingängen des Speichers 8, als auch dem Digital-Analog- Wandler 10 zugeführt wird. Das Steuersignal hat beispielsweise einen periodischen, insbesondere symmetrischen, sägezahnförmigen zeitlichen Verlauf und eine Frequenz von 5 Hz. Der Digital-Analog-Wandler 10 erzeugt aus dem digitalen Steuersignal ein analoges Steuersignal, zu dem der Differenzverstärker 1 1 im Zusammenwirken mit den Widerständen 12 und 13 einen ersten Offset addiert. Dieser erste Offset stimmt den Halbleiterlaser 1 grob auf die zu messende Absorptionslinie ab, so dass der Halbleiterlaser 1 bei der minimalen Ausgangspannung des Digital-Analog-Wandlers 10 Licht mit einer Frequenz
oberhalb der Absorptionslinie und bei maximaler Ausgangspannung des Digital- Analog-Wandlers 10 Licht mit einer Frequenz unterhalb der Absorptionslinie erzeugt. Man kann den ersten Offset auch so einstellen, dass bei einem Steuersignal gleich dem arithmetische Mittel aus minimalem und maximalem Steuersignal Laserlicht erzeugt wird, dessen Frequenz dem Maximum der Absorptionslinie entspricht. Auf diese Art und Weise wird die Dynamik des Digital-Analog-Wandlers 10 optimal genutzt. Im übrigen übernimmt der Differenzverstärker 11 auch die Funktion eines Leistungsverstärkers, so dass insbesondere genügend Strom für den Halbleiterlaser 1 zur Verfügung gestellt wird. Der Strom durch den Halbleiterlaser wird auch als Treibersignal 17 bezeichnet.
Bei einer Änderung des Stroms durch den Halbleiterlaser 1 ändert sich nicht nur die Frequenz des emittierten Lichts, was bei dieser Anwendung erwünscht ist, sondern es ändert sich auch die Intensität des emittierten Lichts, was irgendwie kompensiert werden muss. Erfindungsgemäß erfolgt diese Kompensation durch den Speicher 8. In den Speicherzellen des Speichers 8 sind geeignete Werte abgelegt, die dem Transmissionssignal 21 bei einer Nullkonzentration des zu messenden Gases entsprechen, so dass das Differenzsignal am Ausgang des Subtrahierers 5 möglichst null ist.
Unter Nullkonzentration kann die Konzentration verstanden werden, die das zu messende Gas in der Umgebungsluft hat. Diese Konzentration ist insbesondere für die Gase N2 und O2 ungleich null. Auch bei CO2 kann es erforderlich sein, die etwa
0,04% Anteil in der Luft zu berücksichtigen. Diese Definition der Nullkonzentration ermöglicht eine einfache Kalibrierung des Geräts in der Umgebungsluft. Alternativ kann auch eine Gasflasche mit einem Gasgemisch bekannter Zusammensetzung oder eine Kalibrierküvette mit einem eingeschlossenen Testgas zur Kalibrierung verwendet werden.
Der Halbleiterlaser 1 (Hersteller: Nanoplus GmbH, Seriennummer 350/10-23) ist in einem TO5-Gehäuse mittels eines Mounts befestigt. Der Mount enthält ein Peltierelement 14 und einen Thermistor 15. Deshalb stehen das Peltierelement 14 und das Gehäuse des Halbleiterlasers 1 in thermischen Kontakt 24, der in der Figur 1 durch eine gestrichelte Linie dargestellt ist. Das Peltierelement wird von einem Treiber 16 angesteuert. In der in Figur 1 dargestellten Ausführungsform schließt der
Computer 7 eine Rückkoppelschleife vom Thermistor 15 über den Treiber 16 zum Peltierelement 14, so dass die Temperatur des Mounts weit gehend konstant gehalten wird und damit insbesondere von Umgebungstemperaturschwankungen unbeeinflusst bleibt. Die Temperatur des Halbleiterlasers 1 selbst weicht von der Temperatur des Mounts je nach Höhe des Steuersignals mehr oder weniger ab.
Als Speicher 8 kann im Prinzip jeder herkömmliche Speicherbaustein verwendet werden. Allerdings ist ein reines ROM (Read OnIy Memory) unpraktisch, weil es keine Nachkalibrierung zulässt. Gut geeignet sind beschreibbare, nichtflüchtige Speicher wie beispielsweise EEPROMs (Electrically Erasable Programmable ROM). In der in Figur 1 dargestellten Ausführungsform wird sogar ein RAM (Random Access Memory) verwendet, in das bei jedem Einschaltvorgang (Booten) über die Datenleitung 22 die Speicherzellen neu geschrieben werden. Üblicherweise weist ein Computer 7 einen nichtflüchtigen Speicher wie beispielsweise eine Festplatte auf. Die Datenleitung 22 ermöglicht eine Nachkalibrierung.
Die Auswertung des Differenzsignals erfolgt durch Integration über das n-malige Durchfahren einer Absorptionslinie, wobei n eine natürliche Zahl (1 , 2, 3, ...) ist und man ein Integralsignal erhält. Jede fallende und jede steigende Flanke des symmetrischen, sägezahnförmigen Steuersignals entspricht einem Durchfahren der Absorptionslinie. Es wird also über eine Zeit integriert, die eine oder mehrere steigenden oder/und fallenden Flanken des Steuersignals dauert. Dies kann analog durch einen Integrator erfolgen oder digital durch Aufsummieren der vom Analog- Digital-Wandler 6 gelieferten Abtastwerte. Letzteres ist in der in Figur 1 dargestellten Ausführungsform realisiert. Durch die Integration bzw. das Aufsummieren wird das Rauschen auf ein akzeptables Niveau gedrückt. Das Integralsignal weist eine gute Proportionalität zur Gaskonzentration, genauer zur Abweichung der Gaskonzentration von der Nullkonzentration auf.
Aufgrund der begrenzten Auflösung der Digital-Analog-Wandler 9 und 10 wird das Differenzsignal mindestens zwischen zwei Werten schwanken, die ±1/2 Bit der Auflösung der Digital-Analog-Wandler 9 und 10 entsprechen. Die beiden Werte können aufgrund der nichtlinearen Kennlinie des Halbleiterlasers 1 von der Höhe des digitalen Steuersignals abhängen. Die Genauigkeit kann bei sonst gleichen Parametern dadurch verbessert werden, dass die im Speicher 8 abgelegten Werte
so berechnet werden, dass das Integralsignal möglichst auch nur um einen Wert schwankt, der ±1/2 Bit der Auflösung der Digital-Analog-Wandler 9 und 10 entspricht. An dieser Stelle braucht man nicht bescheiden sein und kann den Bereich des Steuersignals heranziehen, in dem ±1/2 Bit zu einem besonders geringen Differenzsignal führen. Für eine so exakte Kalibrierung wird man die Absorptionslinie deutlich öfter als bei einer normalen Messung durchfahren müssen, um das Rauschen weiter zu senken und die Reporduzierbarkeit zu erhöhen.
Bisher wurde die in Figur 1 dargestellte Ausführungsform nur zur Messung der O2- Konzentration bei einer Wellenlänge von 760,26 nm eingesetzt. Es ist angedacht, Konzentrationen folgender Gase zu bestimmen: CO, O2, CO2, C2H2, CH4, He, SF6 und NO.
Die Erfindung wurde zuvor anhand von bevorzugten Ausführungsformen näher erläutert. Für einen Fachmann ist jedoch offensichtlich, dass verschiedene Abwandlungen und Modifikationen gemacht werden können, ohne vom Geist der Erfindung abzuweichen. Deshalb wird der Schutzbereich durch die nachfolgenden Ansprüche und ihre Äquivalente festgelegt.
Bezugszeichenliste
1 DFB-Laserdiode
2 Küvette
3 Fotodiode
5 4 Strom-Spannungs-Wandler
5 Subtrahierer
6 Analog-Digital-Wandler
7 Computer
8 Speicher
10 9 Digital-Analog-Wandler
10 Digital-Analog-Wandler
1 1 Differenzverstärker 12, 13 Widerstand
14 Peltierelement
15 15 Thermistor
16 Treiber
17 Treibersignal
19 Offset-Abgleich
20 Referenzsignal
20 21 Transmissionssignal (von Fotodiode)
22 Datenleitung
23 Steuersignal
24 thermischer Kontakt